Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXX (1925)
- Issue
- Heft 86 (3.11.1925)
- Date
- 1925-11-03
- Page
- [Seite] (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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JUEDISCHE RUNDSCHAU Seite 725 86 זא - : | Regina Holländer 20 > ד. Oktober wurde Regina Holländer, gcb. L -)jschützci■» 7u Grabe getragen. Nur wenige wissen, ...cr Regin•1 Holländer war, weil sie eine gewisse Scheu ''זד der Öffentlichkeit hatte und nur still und ruhig arbeitete. Vor 25 Jahren, als cs noch eine Tat war, Zionist zu werden, ״urdc Regina Orschiit/cr Mitbegründerin der jüdisch-natio- '• . ״!rn Fraucnvcrcinigting. Einer streng gcsetzcstrcucn, chassi- Aschen Familie angehörend, war es Regina Holländer nicht Vicht, fijr ü'rc Idee ztf kämpfen, die nur theoretische Zions- <!;tV)c ihrer Umgebung in die lebendige, praktische zu verwirki;:hcn. Es war ihrer Wesensart nicht gegeben, weite Kreise " . "p sich zu ziehen, aber alle, die in ihrer Nähe waren, ihre ' I f-milie und Freunde wurden kraft ihrer Ueberzeugung für j gewonnen. Für alle, die wir seit dem ersten Kongreß;!;,ן der Bewegung stehen, ist mit Regina Holländer ein Stück! Monistische Jugenderinnenmg dahingegangen, j Lina Wag 11 er* Ta über. Isaac Heppner : In Leipzig verstarb am 25. Oktober unser langjähriger :; Qcsinnungsgcnossc Herr Isaac Heppner, Vorstandsmitc ״;£d der Zionistischen Vereinigung Leipzig. Der Verstorbene,; j:3er der prominentesten Gesinnungsgenossen innerhalb der i fv.f.D., war jahrelang eine zentrale Figur im zionisti-;; .;hm Leben der Leipziger Juden. Isaac Heppner betätigte 'י' j::|j auf allen Gebieten •der zionistischen Arbeit. In gleich .; ihriger und emsiger Weise war cr für die Organisation, , j f.jf die zionistischen Fonds, in der hebräischen Sprach- ' ' hc'ccgimg und in der Jugcndcrzichungsarbcit tätig. Unser , I Brnderorgan, ״Die Leipziger Jüdische Zeitung“, widmet dem : ' pahingcschiedcncn einen längeren Nachruf und weist darauf ״ I v[n, daß noch niemals so viele Menschen in aufrichtiger! : glagc um einen Dahingcschiedcncn aut dem Leipziger jii- Bijchcn Friedhof vereinigt waren wie bei der Trauerfeier l ק!׳ י Isaac Heppner. Am Grabe sprachen Vertreter ver- *,־hiedener zionistischer und anderer jüdischer Vereine. Hypothekenbank und Paleslinc Securities Coapssy : j Emanucl Neu mann, der Ehrensekretär des Keren! Hajessod in Amerika und Vizepräsident der Palestinc Se- I ruritics Company, hat vor seiner Abreise aus Palästina laut . ccm ״Doar Hajom“ mitgctcilt, daß cs gelungen sei, die Vereinbarung zwischen der Palestinc Securities Company und der Hypothekenbank zum endgültigen ' , Abschluß zu bringen. Diesem Abschluß ist eine Vereinbarung : vorausgegangen, die in Wien zwischen den Leitern und :Beamten der Securities und den Vertretern des Keren Ha- : p'-.od, der Kolonialbank und der Hypothekenbank ge- ,; :dilDsscn worden ist. Die nunmehr in Palästina endgültig : :rschlosscnc Vereinbarung wurde getroffen von Judge Ber-; rard Rosenblatt, dem Präsidenten, Emanucl Ncumann, ccm Vizepräsidenten der Securities Co., dem Vertreter der ־: American Zion Commonwealth in Palästina Passmann und : een Leitern der Hypothekenbank in Palästina H ס o f f i e n ,md Rosoff. Die Hauptpunkte dieser Vereinbarung lauten: 1׳ Die Securities Co. stellt der Hypothekenbank Kapital 1 ״ur Verfügung, indem sic in den Vereinigten Staaten die tr.steu von der Hypothekenbank hcrausgcgcbcncn Pfandbriefe j absetzt. j Die Securities Co. ist der allein legitimierte Vertreter 1 icr den Verkauf dieser Pfandbriefe in den Vereinigten; j Staaten und übernimmt die Verpflichtung, der Hypotheken- 1 bank sofort 500000 Dollar zur Verfügung zu stellen. :'•■ Die Hypothekenbank wird nach Einholung der Genehmitung der Regierung Pfandbriefe in einer Form heraus-; ::eben, die dem Markt in den Vereinigten Staaten entspricht.; ber Gegenwert wird auf Dollar lauten sowohl bezüglich; des Nominalwertes wie auch der Zinsen. ־■; Die Anglo-Palcstinc Comnany wird der Hypothekenbank ־";cr.cnübcr Kontrollstelle im Namen der Palestinc Securities , :Für die Auslieferung der Pfandbriefe an die Käufer *ird die Kolonialbank haften. Die Palestinc Securities Co. wird eine entsprechende; Vertretung in der Leitung der Hypothekenbank haben. Es! ״ird ihr so die Möglichkeit gegeben, im Namen der Pfand- , briefbesitzer in der allgemeinen Leitung zu wirken und auf i « Geschäftsgebarung Einfluß zu nehmen. Es wurde ver- : dnbart, daß die Darlehen der Bank in den verschiedensten j r)rim des Lander, gewährt werden, vor allem in Jerusalem, , 1!:׳ifa und Tcl-Awiw. Die Palestinc Securities Co. ist eine offizielle Agentur Zionistischen Organisation Amerikas. Die Aufsicht über sie ־׳■brt die amerikanische Zionistische Organisation und die Zion Commonwealth. Sic arbeitet nicht zu Gewinnzwecken, sondern dient nur der Zuleitung amerikanischer Kapitalien ־ui gcschäftlicher Grundlage nach Palästina, um die dortige; Wirtschaft zu heben. j Neue jüdische Noten i Von Dr. K a r o I R a 111 a u s. i Der Verlag ״Juval“ (Vcrlagsgcscllschaft für jüdische Musik, 1:crlin W62, Klciststr. 29) sandte mir einige Hefte zur Ein- S|d׳t. Bevor ich die Stücke kritisch werte, sei mir erlaubt, im ' 2,1?ctncincn einiges über das jüdische Musikvcrlagwcscn zu : S32cn. Ein junger, jüdischer Musikvcrlag müßte, bevor cr sich c::(!g1"!ltig ideelle und kommerzielle Ziele vor Augen setzt, ק allem an einen künftigen Wirkungskreis denken, nid dieser ist, oder vielmehr dieser kann ein ungeheuer voßer scj״ r>cr Verlag müßte aber in engster Verbindung jenen Ländern stehen, wo Musikpflegc und musikalische 1■•׳opfung am höchsten stehen. Um jedes Mißverständnis J,,/3"'eh reu: Palästina und Jerusalem, Tcl-Awiw und Jalta,; '(,iCS müssen erste Exponenten eines jüdischen musikalischen ^orlagcs sein. Doch umfaßt die jüdische Nation so viele •;11uionen musikalisch begabter und interessierter Menschen,!•1nen einen Einblick in die musikalische Schöpfung der Juden, 11 die Vergangenheit dieses eigentlich am meisten kultivierten;1^stzwcjjres, in sein jetziges Werden und seine ohne Zweitel;!'■'"־litsvolle Zukunft zu gewähren, eine stolze Pflicht bc-;'.'■'"1‘■’U muß. Das Gros der O s i j u d c n Polens und Ruß- ‘1'!ds versteht die beiden Sprachen des jüdischen Volkes, “0*ין sowohl jiddisch wie hebräisch. Nicht so aber die luden J5,Westens, nicht einmal die nationalbcwußtcn. So bleiben inwiefern cs sich um vokale Musikwerke handelt — die leisten Juden Deutschlands, Frankreichs und Englands ^?«challct, das jüdische Volkslied, die Quelle künftiger bleibt ihnen unzugänglich, die synagogalc Musik wird die Gewöhnung der Tradition oft beträchtlich verändert durch, das Eingreifen des geistlichen Kunstliedes denn Urtext entfremdet. Dies alles im engeren Sinne. qT3 wie jede echte ,Kunst kennt auch die Musik keine ***«; die Nationen und Völker scheidet. Sie ist die höchste Offenbarung menschlicher Empfindung und spricht von Herz zu Herz, von Mensch zu Mensch. Warum soll nicht die gesamte Kulturwclt Einblick in das jüdische Musikschaffen haben? Warum sollte nicht jedem Liede durch Unterlegung andcrssprachlichcr Texte der Weg in die Welt offen werden? IXis bereits in vierter Aut läge erschienene Liederbuch ״l* ü r Haus und Schule“ tollt seinen umfangreichen Inhalt in fünf Teile: ״Skarbowc Volkslieder“, ״weltliche Volkslieder“, ״Lieder ohne Worte“, ״Künstlerische Lieder“ und ״Manginas hat'omim (trop)“. Die Auswahl hatte seiner- 7:eit Kisclhof getroffen, gesetzt wurden die Lieder von Sliitom irski und l.cvow, Das Liederbuch umfaßt die bekanntesten Volkslieder, deren Wahl von guter Kenntnis des Stoffes und des musikalischen Satzes zeigt. Einwändc ließen sich allerdings gegen die vierte Abteilung ״Künstlerische Lieder“ machen. Sollte man tatsächlich den Versuch unternehmen, dem jüdischen Hause und der jüdischen Schule die Meisterwerke abendländischer Meister näherzubringen, müßte der Maßstal) anders angelegt werden; man könnte ruhig auf die längst überwundenen Werke von Rubinstein verzichten, um so für Meister wie Bach, Mozart, Haydn, Schubert, Hugo Wolf, Brahms u. a. Platz zu gewinnen. Die Seele des .,JiivaH-U’nternehmciis ist — wie ich höre — der in Rußland.bekannte Musiker und Komponist 1. Engel, der jetzige Leiter des Konservatoriums in Tcl-Awiw. Die künstlerische Mitarbeit dieses Musikers ist für den Verlag ein großer Gewinn, und cs ist zu hoffen, daß eine ständige Verbindung mit Europa und Amerika es Engel ermöglichen wird, den Forderungen in bezug auf das außcf-palästincnsischc Judentum, bezüglich des allgemeinen Musiknivcatis und der zeitgenössischen Produktion zu entsprechen. Seine ״Kinder- 1 i c d c r“ und zwar das schön empfundene ,,Gebet im Gewitter“, das mystisch-entrückte ״Moses, du Moses“, sowie das im Volkston gehaltene Lied ״Ja, arm bin ich“ zeigen einen ehrlichen, aus echtem jüdischem Herzen schöpfenden Musiker von Können und Geschmack. Dorr, wo cs an echter Empfindung, an ursprünglicher Begabung mangelt, dort greift man zum Born aller dieser ״jüdischen“ Musik, zum Volkslicdc. Während aber der hochbegabte Geiger und Komponist Joseph Achron in seinem ״Märchen“ für Violine und Klavier die jüdische Motivik schöpferisch neu gestaltet, bleibt I. Glod stein in seinen ״zwei Liedern“ zu den jüdischen Balladen von Elsa Lasker- Schüler an Aeußerlichkcitcn haften, deutet den wundervollen Text mangelhaft und wird ihm in keiner Weise gerecht. Besser gelingt cs S. Ro s s o w 8 k i in seinem zweiten ״Wiegenlicd“, welches, dein Andenken seiner Mutter gewidmet, in melancholischer Eintönigkeit (leider auch in zu vielen Strophen) von Mutter und Wclteinsnmkcit singt. Desselben Komponisten ״Poem“ für Klavier zeigt so manches eigene, ermüdet aber durch die Gleichmäßigkeit des Satzes und im eigensten_ Sinne nicht klaviermäßiges Erfassen. Auch trägt die Reprise des ersten Teiles viel zu dieser Gleichmäßigkeit bei. Die beiden von Ssoniinski gesetzten Volkslieder und zwar ״El jiwneh Hagalil“ und ״Ani hodal“ (für vier Stimmen oder Chor und Klavier ad libitum) sind ja wohlbekannt. Ich will die Schwierigkeiten des ״Juval“-Vcrlages nicht unterschätzen, dennoch muß ich bemerken, daß der äußere Habitus der bei ihm erschienenen Mnsikalicn der Güte von Ausgaben eines kleinen deutschen Verlages nicht gleichgestellt werden kann. Das Papier, die Redaktion, Stilisierung, die übertriebene Sparsamkeit (die oft die vierte Seite eines einfachen Druckbogens nocii für Inhaltsangaben verwendet), all das müßte geändert werden. Der Verlag müßte von kundiger und erfahrener Jland geleitet, ganz, andere Wege cinschiagcn, müßte nicht nur den bescheidenen Bedürfnissen jüdischer Lehranstalten genügen, sondern eine Kulturmission erfüllen! Könnte da eine umfangreiche Neuauflage jüdisch redigierter Klassiker nicht genug Mittel verschaffen? Wahlen für die Vertreter ־ VcrsarainteEfl der B. L V. Der Hauptvorstand der Berliner Zionistischen Vcrcini* gung hat beschlossen, die Neuwahl der Vcrtrctcr-Vcrsammiung auszuschreiben. Die Waiden finden in der Zeit vom 20. bis 23. November statt. Wahlberechtigt und wähibar sind alle männliehen und weiblichen Mitglieder der B. Z. V., die mindestens IS Jahre alt sind, soweit die Rechte der Mitgliedschaft nicht nach § 7 des Statuts ruhen. Die Zahl der zu wählenden Vertreier wird noch bekanntgegeben, wird jedoch mindestens 23 betragen. Die Wahlen erfolgen geheim nach dem Proportionalwaldsystcm und dem Prinzip der gebundenen Listen. Die Waldvorschiägc sind spätestens am 14. November im Büro der B. Z. V., Mcinckcstr. 10, cinzurcichciu Der Wahl- Vorschlag muß mindestens von 50 Wählern eigenhändig (mit Ruf- und Familiennamen) unterzeichnet sein, von (lenen einer als für weitere Verhandlungen bevollmächtigter Vertreter zu bezeichnen ist. Kein Wähler darf mehr als einen Wahlvorschlag unterzeichnen. Von jedem Vorgeschlageurn muß die schriftliche Zustimmung zur Aufnahme in den Wahlvorschlag und ein schriftliches Versprechen der pflichtmäßigen Aasübung des Amtes beigefiigt werden. Bewerber dürfen auf mehr als einem Wahlvorschlag kandidieren, jedoch nur auf einem an erster Stelle. Die Bewerber sind mit Ruf- und Familiennamen und in erkennbarer Reihenfolge aufzuführen. Ein Wahlvorschlag darf auch mehr oder weniger Bewerber enthalten, als Delegierte zu wählen sind. Mehrere Waldvorschiägc können miteinander verbunden werden. Die Verbindung muß von den Vertretern der betreffenden Wahl- Vorschläge ebenfalls spätestens am M. November dem Büro der B. Z. V. gegenüber übereinstimmend schriftlich erklärt werden. Die Wahlordnung kann im Büro der B. Z. V. in den Geschäftsstunden oingcschcn werden. Die Wahlliste liegt in der Zeit vom 5. bis 12. November in den Geschäftsstunden im Büro der B. Z. V. aus. Wir fordern hierdurch zur Einreichung von Wahlvorschlügen auf. Der Hauptvorstand der Berliner Zionistischen Vereinigung. Richard L i c 111 h c i m. Das Institutum Judaicum an der Berliner Universiiät, das unter der Leitung des hervorragenden christlichen Judaisten, Prof. D. Greßmann, stellt, veranstaltet im laufenden Wintersemester einen Vorlcsungscyklus ,,Bilder aus der Rcligionsgcschichtc des Judentums“. Die Veranstaltung soll dem Ziele des Instituts, der Erforschung des nachhihlischen Judentums bis in die Gegenwart, dienen. Eine Reihe bekannter jüdischer Gelehrter wird Gastvorlesungen halten. Es werden sprechen: Prof. Dr. EI bogen: ״Fsra und das nachcxilischc Judentum“ (29. Oktober, abends 8 Uhr); Rabbiner Dr. Bergmann: ״Das Judentum in hellenistisch• römischer Zeit“ (26. November); Prof. Dr. Guttmann- Breslau: ״Der Talmud“ (17. Dezember); Prof. Dr. Guttm a ח r. - Berlin: ״Die religiösen Motive in der Philosophie des Maimonides“ (28. Januar); Rabbiner Dr. Baeck: ״Die Mystik im Judentum“ (27. Februar). Die Vorträge finden im Auditorium 252 der Universität (Wcstflügel, 11. Stock) statt. Der Eintritt ist frei. Die Vereinigung r5£ikn!er Zionlstcs Am Sonnabend, 21. Oktober 1925, fand anläßlich der A.-C.-Sitzung eine Besprechung der in Berlin anwesenden Ver- “,eter der V c r e i n i g u n g radikaler Zionisten statt. Als die wichtigsten!>01itischen Forderungen der Gruppe für die augenblickliche Situation wurden fünf Punkte formuliert: 1. Liquidierung des Projektes der Jewish Agency, r Sw,• M״durcI1führbarkeit und Schädlichkeit bereits durch die Wirklichkeit erwiesen worden ist.?• Aktive und systematische Ausgestaltung der außenpolitischen Arbeit und insbesondere emc energischere Vertretunjr unserer Forderungen gegenüber der Mandatarsrnacht a ״ {11 .?״cr Öffentlichkeit seitens unserer verantwortlichen politischen Vertreter. 3. Eine inner politische Politik der kompromißlosen und kämpferischen Vertretung und Durchsetzung der zionistischen Forderungen auf allen Gebieten des jüdischen Lehens anstatt des Versuches durch Preisgabe wesentlicher zionistischer Prinzipien eine künstliche Einheitsfront auf der Basis einer vagen und unvcrpflichtcndcn Palästinastimmunz vorzu tauschen. *׳ 4 Gestaltung des Aufbaus Palästinas auf Grund der zionistischen Forderung der Umgestaltung der Struktur des jüdischen Volkes durch Zugrundelegung des Primats der landwirtschaftlichen Kolonisation, der jüdischen Arbeit als der Basis des jüdischen Gemeinwesens, des hebräischcn Charakters des Jischuw; und eine bewußte,Rcgulicrun״ und Gestaltung der Palästina-Immigration. * 5. Konzentration der inncrzionistisclicn Arbeit auf den Ausbau und die Reform der Organisation in all ihreii Teilen auf der Grundlage der Prinzipien der Demokratie und Souveränität des Kongresses, einer starken und zentralen Leitung und der solidarischen Gesamtverantwortung all ihrer Iustan/ci?. Zur näheren Beschlußfassung und zum Ausbau ihres Programms, sowie zur weiteren Bestimmung ihrer Politik wurde beschlossen im Winter eine größere Konferenz der Vertreter der radikalen Gruppen in den verschiedenen Ländern einzuberufen, deren Vorbereitung dem Zeiitral-Comitc der Vercinigung in Berlin übertragen wurde. Herr Dr. Jakob Kl atzkin wurde beauftragt, in Verbindung mit den verschiedenen Gruppen einen Programmentwurf für diese Konferenz auszuarbeiten. Hebräische Lehrasstall der Jüdischen Gemeinde zu Berlin בית מדרש לעברית שד הדזלת היהודים בבררי' Große Hamburger Straße 27. XV. Semester. ..!11 einer der A 11 f ä n g c r k 1 ass c!1 tür Erwachsene, in der der Unterricht Mittwochs und Sonnabends, abends 73/4 bis 91/4 Uhr, stattfindet, können noch Ncuauin a 11 in c n erfolgen. 2. Die Vorlesungen von Herrn Jemensky über Geschichte der n e u 11 c b r ä i s c h c n Literatur in der Oberstufe der Lehranstalt finden Donnerstags, 6 bis 7J/a Uhr abends, statt. 3. Für das Wintersemester 1925/1926 ist ein Kursus für Mischna und Tosetta (Bawa Kamma) — zwei Stunden wöchentlich — eingerichtet worden, zu dem sich Interessenten noch melden können. 4. Außerdem wird beabsichtigt, bei genügender Beteiligung einen Kursus für ücmnra für Hörer ohne talmudischc Vorkcnntnissc ״ztr gründen (Vortragssprachc: Hebräisch). 5. Sprechzeit bis auf weiteres: Montags, 7 Uhr abends, und Donnerstags, 9 Uhr abends. Der Leiter der Hebräischen Lehranstalt. N. Berggrün, Berlin W15, Mcinckcstraßc 6. Tel.: Bism. 8SS5. Danzig. Die hebräischen Kurse des Tarbuth haben in Danzig und Langfuhr für Anfänger und Fortgeschrittene begonnen. Weitere Anmeldungen werden angenommen: in Danzig bei Sambursky, Holzraüm 21, Tel. 7721, in Langfuhr bei Dr. Leibowitz, Hauptstr. 13Sa. Berlin, ln einer vom ״Neuen jüdischen Gemcindcvcrcin“ am 23. Oktober, abends, in den Musikersälen veranstalteten, sehr gut besuchten Versammlung, sprach Herr Prof. Heinrich Loewe über das Thema ״Amerika und Palästina“. Er schilderte die Eindrücke, die er auf seiner Amcrikarcise von dem dortigen Judentum gewonnen hatte. Das Judentum in den Vereinigten Staaten drohte zu versanden, weil ihm die lebendigen Beziehungen zu seiner ):einigen Heimat fdilten. 'lausende jüdischer Kinder verstanden bis kur/nn kein Wort Hebräisch. Erst der Zionismus war cs, der hier Wandel schuf. Palästina gibt den amerikanischen Juden weit mehr, als es von ihnen empfängt. Statt der Technik bringt cs ihnen jüdische Kultur. An Steile doc J.ddischcn tritt immer mehr das Hebräische. Ftfc Entwicklung vollzieht sich ähnlich wie bei uns, wo wir. Söhne von Liberalen als Chain/.im in Ercz-Israel wirken sehen. Nach Herrn Prof. Loewe nahm Dr. Kollcnscücr das Wort zu seinem Referat: ״FHe luden in Preußen, besonders in Berlin.“ Er erstattete Bericht über die Tätigkeit des im Winter gewählten preußischen Landesverbandes und sehr eingehend über die Arbeit der Vertreter der ״Jüdischen Vo’.kspartei“ in der Gememdewrwaltung Berlins. Vorläufig müssen wir cs uns zwar gefaben lassen, daß die liberale Mehrheit nur zu häufig ihre Macht- Stellung nusnutzt. Die bevorstehenden Kämpfe zu den Go meindcwahlcn müssen uns auf dem Posten linden. Beide Referate wurden mit starkem Beifall aufgenommen. Das jüdische Zcnlral-Wohlfahrtsamt lud diwvh >emen Leiter, Herrn Dr. Jacob Scgall, Sonntag Nachmittag zum Beginn eines Lehrktirsus, der von besonderer Bedeutung ist. Das neue Gesetz der Fürsorgc-Pflirhtvcrordnung, da:; Frau Wronsky, die Leiterin des Archivs für Wohlfahrtspflege, klar und sachlich erläuterte, interessiert in höherem .Maße als bisher die jüdische Ocffentlichlceit, weii cs durch ü:c neue Zusammensetzung des städtischen Wohlfahrtsamtes, das neben den Vertretern der Scibsihiifsorganisation auch ü:c Vertreter der freien Wohlfahrtspflege enthält, intensiver als cs bisher der Fall war, die jüdischen Bedürftigen erfaßt. D.c größere Ausdehnung der sozialen Fürsorge verlangt geschulte, besonders für diesen Zweck vorgebildctc Kräfte. Ur.d dieser Kursus, der erste im Reiche, will ein Beginn sein. dc;:1 weitere Kurse in anderen Gemeinden folgen sollen. Die Bedcutung des neuen Unternehmens erhellt aus dem Umstand, daß die Wohlfahrtsämter der großen Gemeinden ihre Vertreter entsandt hatten. Die Wohlfahrt s gruppe des Jüdischen Jagendbundes c. V., Berlin, veranstaltete am Sonntag, den 11. Oktober, für die Insassen des Altersheims der Jüd. Gemeinde. Exerzierstr. 13, einen Uritcrhaitungsnadur.ittag. Der J. J. B. wird in kürzeren Abständen weitere Vortragsnachmittngc in Altersheimen und anderen Wohlfahrtsarutalten veranstalten! V