Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXX (1925)
- Issue
- Heft 84 (27.10.1925)
- Date
- 1925-10-27
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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0,25 Gsi^szrk r דזמך־-ן 3 UJ 3—ז ri r רד ע ׳- ,jkt־on und Verlag .W 15, Mcinckcstraße 10. Erscheint :J Dienstag tmd Freitag. Berugspreia bei der Expedition : Vilich Goldmark. Vierteljährlich 525 Goldmark. a|j,1beoa*tB*aU *rerdta in cUr W(hrung der *laxclaca L2ad«r b«r«cha«L Kammer 64 Berlin, 27- X. 1925 Auzci^ca-Vcrwalttinä Jüdische Rcndschaa G.m.b.BL, Berlin W15, Mclnekcatr.10 Telephon: Amt Bismarck 7165—70. Aasd^capr«!«: 8 {csp*lÜ4o«par«ill«1«il0 0^3 (L-M. Sldl-af—ocb« 0,25 G^M. Aniicl^enscilafl: Dienstag and Freit«]* nachmittag 4 Ubr. Telephon: Bismark7165—70. Postscheckkonto: Berlin Nr. 17592. FGr Or»t-rreir}11 PoitiparUanrnunt Wirn, Konto Kr. IVfOTO. . Für T»f'n*v!i0»l<r«r«kci1 rotttpark-ovr.amt rra?, Konto Kr. M 410. Für Poleoi l'ottiparkaaaraaat Warschau, Konto Nr. 190 7U6. Redaktioncschluß Sonntag und Mittwoch nachmittag. ט׳ מרהשון, תרפ׳ז XXX. Jahrs׳. : ZI0nI51r.ua erstrebt für das JQdlscho Volk die Schäftung o?ncr cJJont'lcb■rechtlich geskhayloa HotastStla ln Palästina. ״SascZer Prorrafflia.» .1 te m&mm öer Veifeaadlisii^sherlcM $ O .;n der Sitzung vom Donnerstag, den 2 ־ ׳!'. vorwird zur Behandlung der Frage < .e'ligung;/3ad Leumi, resp. der Asscfath Haniu.,* t.ia an der .:;^־Exekutive übergegangen. Der XIV. Kongreß hat .diese Frage verhandelt und die ihm vorgelcgtcn Anträge Hinzuziehung von zwei Vertretern des Jischuw in die;:üvc dem A.-C. zur endgültigen Beschlußfassung über- •״. Dieser Antrag des Kongresses wurde nun einer .Uion unterzogen, an der sich die Herren Ussischkin, >־, Dr. 1 lindes, Dr. Mossinson, Stricker, Sprinzak, Ber- •trv Thon, Farbstein, Heftmann, Grünbaum, Lewin-Epstein, •1’ffdcrbusch und Van Vricsland beteiligten. Sodann wird;’■als Gast an der Sitzung teilnehmenden Vorsitzenden des ::! I.rnmi, David Ycllin, dar. Wort erteilt, der in einer :cn Rede dm Standpunkt des W.1ad Leumi vorträgt. . ,:rdcii schließlich dem A.-C. außer dem Vorschlag der ■'■;•:sationskommission des Kongresses noch weitere Anträge ern Herren Grünbaum, Stricker und Van Vricsland vor- Die Abstimmung über diese Anträge soll erst in einer \n Sitzung erfolgen. .■;?odann wird in die Behandlung der verschiedenen mit dem rkel zusammenhängenden Fragen cingctrctcn, über die fircanisationssekrctär der Exekutive, Dt. Lautcrbach, Beerstattet. Gemäß dem Beschluß des Kongresses, welcher -A.-C. die Ermächtigung erteilte, für drei Länder ausnnhms- :den sonst üblichen Schckelprcis zu ermäßigen, beantragt : ׳; Exekutive, den Schckelprcis für Palästina mit 3 Piaster ׳';r Rußland und den Jemen mit ie 6 Pence zu bestimmen. •:;i111.i schlägt für Palästina 2 Piaster vor. Idckohn be- :;t für Rußland die Festsetzung mit 5 und eventuell 10 kanischcn Cents. In der Abstimmung werden die Anträge Exekutive angenommen. 3-titcr referiert Dr. Lauterbach über die Maßnahmen die ׳ד [)::rdtführung des vom Kongreß angenommenen Ein- '■':*sch ck c 1s erforderlich sind. Der Kongreß hat be- ::h die Gnindsätzc betreffs des Einhcitsschckels an- ' dagegen die Erlassung der Detail-Bestimmungen Ec sich daraus ergebenden organisatorischen Maßnahmen VC. überwiesen. Namens der Exekutive wurde ein ״!■׳ca Punkten teilweise geänderter Entwurf der betr. ־-.ungen dem A.-C. vorgelegt, zu dessen Prüfung aut : ־::lag des Referenten eine Kommission eingesetzt wurde, >m Plenum des A.-C. später Bericht erstatten soll.;c Kommission wurden die Herren Dr. Hantke, Dr. .:busch, Dr. Hcllmann, Dr. Hugo Herrmann, Dr. Hindes, y! und Dr. Waldmann gewählt. Auch der Vorsitzende K’ongrcßgcrichtcs, Herr Gronemann, soll den Beratungen C' Kommission zugezogen werden, pss A.-C. geht sodann zu Punkt 3 c der Tagesordnung, l :c der Organisierung der vom Kongreß beschlossenen -!!stelle", iihcr, worauf die Sitzung um 1,30 Uhr ge- . eil wird.; ־׳•;׳ dritte Sitzimg des A.-C. wird am Nachmittag, um ־ Vr.r, vom Vorsitzenden Motzkin eröffnet und die Debatte ' die Frage der Kontrollstelle fortgesetzt, worauf eine '.;;•smoii, bestehend aus den Herren Schocken, Dr. Rufeisen, i'^ttenstrcic.h und Grünbaum, eingesetzt wird, die die "':hende Formulierung für die vorliegenden Anträge aus- .ףי soll. t "dann_ wird zunächst die Frage des Londoner Budgets, ''fkuijvc verhandelt 1md weiter zur Frage des Palästina- 'ץ übergegangen. Es liegt eine Reihe von Anträgen ":0 Sitzung wird um 8 Uhr für eine Viertelstunde r:yl1r1]. ¬ר Wiedereröffnung der Sitzung wird ein vereinigter ’ V Gvünhaum-Katzncison angenommen, eine Kommis . ״1״zusetzcn, die dem Plenum detaillierte Vorschläge über ^,'v'dührung des Palästina-Budgets machen soll. . In die - Von werden gewählt: Berlin, Mereminski, Dr. Katz- Dr. Federhusch, Dr. Rufeisen, Dr. Hantke, Dr. Gold- ־•'׳•. ׳. Rottenstreich, Dr. Roscnblatt. ׳ ^auf wurde die Sitzung auf anderthalb Stunden unter- ■ '■■■■ Nach Wiederaufnahme der Sitzung gelangt die Frage :!;׳düng der Exekutive zur Behandlung. Es sprechen /:זזזז Dr. Weizmann, Stricker, Dr. Goldstern, I>r. . üt, Dr. Fcldnunn, Judge Roscnblatt, Dr. Katznclson,;Levite, Dr. Hantke, Dr. Thon, Präsident Sokolow, /'farnck, Locker, Grünbaum, Rabbiner Drodt, Dr. Hell- •arbf,tcin, Mereminski und Dr. Rabin. Die Sitzung ^,i Beendigung der Aussprache, in deren Verlauf die . Gruppen ihre Stellung darlcgcn, um 3כ/י Uhr morgens 'וסיי/ ־. Sitzung wird Freitag, mittag 12 Uhr, eröffnet, wird über die Ausführung der Kongreßbeschlüsse ך1!ך die Palcstine Land Development Company. Nach . u;׳attc wird eine Kommission zur Vorbereitung konkreter eingesetzt, in die die Herren Lewin-Epstein, Levite,;^i, Dr. Waidmann, Dr. Lewinsohn und Dr. Feder- 1 'v;CWüMt werden. .-החי gelangt die Frage des palästinensischen Er- Lesens zur Besprechung. Dr. Mossinson ׳;j die momentane Lage des Schulwesens in Palästina,;.Slcj1 nach den Beschlüssen der letzten Sitzung des p'״r dem Kongreß und des Kongresses selber ergeben ■:ה,Sc״lägt vor, eine Kommission (bestehend aus Ver- : י jCr Exekutive, des Jischuw und der Lehrer) für die;.Gcr Organisierung des Erziehungswesens in Palästina Cl’; Vorläufig solle das A.-C. die provisorischen Maßd>c von Colonel Kisch im Einvernehmen mit dem -w uln0rjm getroffen worden sind. legalisieren. So- >n• Pr,cht im einzelnen die Notwendigkeiten des Slsctan Erzichungswcscns und weist darauf hin, daß . ' starke Zionistische Organisation mit Autorität im ׳ iv?f‘P wird, den Anforderungen des Schulwesens in ’,W,?erccJ1* zu werden. David Ycllin übermittelt >הי ^er jüdischen Lehrer von Jerusalem zwei Anträge: Pr0visorischcn Waad Iiachinuch cinzusctzcn bis zur endgültigen Waad Hachinudi, in dem die Excr Jischuw, wie auch die Lehrerschaft vertreten sein sollen, und b) eine ständige Kommission einzusetzen zum ,Studium der pädagogischen und sonstigen Fragen des 11cbräischcn Schulwesens. Dr. Thon macht auf die Lage aufmerksam, die sich daraus ergeben hat, daß der Kongreß bei der Beschlußfassung über die Frage der Kommission für das Erzichungswcscn eine grundlegende Bestimmung abgclchnt habe. Er halte es für wünschenswert, daß die Verantwortung für das Schulwesen in Palästina von der Exekutive getragen werden solle. Rabbi Berlin berichtet auf Grund seiner letzten Erfahrungen in Palästina über die dortigen Verhältnissc und weist darauf hin, daß die Förderung des hebräischen Schulwesens, insbesondere im Hinblick auf die wachsende Einwanderung, jetzt ganz besonders notwendig sei. Sprinzak fordert, daß die Verantwortung für das ganze Sehulwesen vom Waad Iiachinuch getragen werden solle. Naiditsch wünscht, daß eine Kommission nicht mir die Fragen des Schulwesens, sondern alle Fragen der hebräischen Kultur in Palästina behandeln solle. Die Debatte wird sodann mit Einsetzung einer Kommission, dir die mit der gegenwärtigen Lage des Frzichungswesens in Palästina zusammenhangenden Fragen behandeln solle, abgebrochen. Die Kommission besteht aus den Herren Dr. Thon, Rabbi Berlin, Dr. Mossinson, Sprinzak und Fareby als Mitglieder und Herrn Ycllin als Experten. Die Wahl der Leitung Der Vorsitzende Motzkin eröffnet die Sitzung Sonntag mittag ] Uhr 30. Es liegt folgender Antrag vor: ״Das A.-C. beschließt, die Amtsperiode der vom XIII. Kongreß gewählten Exekutive und des Finanz- und VVirtschaftsrats mit den diesem damals ver-!!ebenen Rechten bis zum XV. Kongreß zu verlängern.“ Grün bäum erklärt, daß seine Gruppe nicht gegen diesen Antrag stimmen werde, da er zuin Teil mit dem von ihm angebrachten Antrag übercinstimmt. Er erklärt sich damit einverstanden, daß der zweite Teil seines Antrages, betreffend die Einberufung des Zionistenkongresses bereits im Jahre 1026, erst auf der rächstcu Tagung des A.-C. zur Verhandlung kommt. Rabbi Berlin gibt im Namen des Misrachi folgende Erklärung ab: ״Wir alle wünschen, daß die nächste Periode eine glückliche und fruchtbare für die Entwicklung Palästinas sein möge. Da kerne Exekutive zustande gekommen ist, die den Wünschen der hinter dem Misrachi stehenden Massen entsprechen würde, wird sich der Misrachi der Stimme enthalten." Im Namen der Ilitaehduth erklärt Dr. Kat/nclson, daß die Hitachduth-Fraktiori in Anbetracht der geschaffenen Lage f ü r den Antrag stimmen werde, unter der Voraus- Setzung, daß ihre Pariciinstanzen bei der vorliegenden Situation der weiteren Beteiligung der Hitachduth an der im Amte verbleibenden Exekutive zustimmen werden. Bei der hierauf vorgenommenen Abstimmung wird der vom Vorsitzenden vorgclegtc Antrag betreffend Verlängerung der Amtsperiode der auf dem XIII. Kongreß gewählten Exckutive und des Finanz- und Wirtschaftsrats m i t 25 S t i m m c 11 ohne Gegenstimmen und bei 10 Stimmenenth a 11 tt n g c 11 angenommen. Judge Roscnblatt teilt mit, daß er die Vollmacht hat zu erklären, daß sämtliche sieben amerikanischen Mitglieder des A.-C., die an der Teilnahme an der Tagung verhindert waren, dem soeben angenommenen Antrag zustimmen. Der Vorsitzende teilt noch zur Abstimmung mit, daß auch die aus dringenden Gründen heute abwesenden A.-C.- Mitglieder Dr. Brodetsky, Bhinxmfcld imd Idclsohn laut vorliegenden Mitteilungen sich für den angenommenen Antrag ausgesprochen haben. Dr. Weizmann hält hierauf eine kurze Ansprache, in deren Verlauf er u. a. erklärt: Sie haben nach reiflicher Prüfung jetzt etwas geschaffen, was, wie ich hoffe, die Unterstützung aller Gruppen finden und unserer Sache dienen wird. Wir müssen uns alle der Exekutive zur Verfügung stellen. Ich jedenfalls will ihr mit allen meinen Kräften helfen, ihre schwere Arbeit zu tun. Ich hoffe, daß wir uns bei der nächsten Gelegenheit wieder treffen werden mit dem Bewußtsein, daß wir ein Stück vorwärts gekommen sind. Ich danke der Opposition für ihre ehrliche Mitarbeit, die es uns möglich gemacht hat, zu einer Einigung zu kommen. Schluß der Sitzung 2 Uhr. Die nächste Sitzung wird 6 Uhr abends eröffnet. Auf der Tagesordnung stellt der Bericht der für die Fragen des Erzichungswcscns eingesetzten Kommission. Das Referat erstattet Dr. Rabin. Es findet eine Nachtsitzung statt. Ergänzung zur Präsenzliste. Zu der in der vorigen Nummer veröffentlichten Präsenzliste sind noch folgende später eingetroffene stimmberechtigte Ersatzmitglicder des A.-C. hinzuzufirgen: Moses Kahan (Kowno), Jean Schramck (Straßburg), Dr. Hugo Herrmann (Brünn),'Dr. Landsberff (Wiesbaden). . * Dr. Weizmann ist Sonntag Abend nach Genf abgereist. (Siehe auch im Inner□ des Blattes.) Op, * V Die alte Leitung Meiö! ׳־ ׳in, 2b. Oktober. Während diese Zeilen in Druck gehen, ist die Sitzung des Aktior.s-Comites noch nicht geschlossen. Doch ist die wichtigste Aufgabe, die ihr gestellt war, bereits gelöst. Die alte Exekutive wurde aufgefordert, im Amte zu bleiben. Zu dieser Lösung ist man gelangt, nachdem alle anderen Kombinationen sich als undurchführbar erwiesen hatten. Die Vorschläge, die die Exekutive bei ihrer Sitzung in Paris am 1. Oktober vorbereitet hat und die von den Präsidenten Weizmann und Sokolow der A.-C.-Sitzung unterbreitet wurden, gingen ohnedies von der alten Exekutive als Grundstock der künftigen aus. Nur war dabei vorgesehen, den Finanz- und Wirtschaftsrat aufzulöscn und seine Mitglieder in normale Mitglieder der Exekutive zu verwandeln, — entsprechend dem Beschluß vom Juli 1024, die Wirt- Schaftsleitung nach Palästina zu verlegen. Abgesehen davon wurden für einzelne bisher unbesetzte Ressort* wie Erziehung und Organisation neue Leiter nominiert. Diese Vorschläge der Präsidenten stießen jedoch auf große Schwierigkeiten. Die Hauptschwicrigkcit lag darin, daß die Parteien durch Beschlüsse ihrer Parteiin.stanzci! gebunden waren und daher dem Vorschlag nicht zustiinmcn konnten. Die Hitachduth hat schon in Wien den Beschluß gefaßt, keinen Vertreter in eine neue Exekutive zu entsenden, während der Misrachi zwar zu einer Beteiligung bereit, jedoch mit den diesbezüglichen Pcrsoncnvorschlägcn nicht einverstanden war. Es herrschte auch die Ansicht, daß die einseifige Beteiligung eines Flügels für die Exekutive nicht tragbar sei, sie würde in den — berechtigten oder unberechtigten — Ruf reaktionärer Zusammen- Setzung geraten. Wenn jedoch die Vertretungen der Parteien aus der Liste gestrichen würden, so ergab sich keine tragfähige Mehrheit, da die Parteien dann nicht mitgestimmt hätten. Die Hitachduth allerdings erklärte sich bereit, für eine Exekutive ohne Partei- Vertreter zu stimmen, wenn ihr das durch deren Zusammensetzung ermöglicht wird; natürlich könnte sie nicht dafür stimmen, wenn die wichtigsten Wirtschaftsäintcr mit Personen besetzt werden, die als Gegner der Arbeiterwirtschaft gelten. Wohl hätte sich auch für eine reine Zcntrumslistc eine Mehrheit gefunden, doch erklärten die Kandidaten, sic würden eine derartige Wahl nicht annchmen. Insbesondere legten die Herren, die wirtschaftliche Funktionen in Palästina übernehmen sollen, Wert auf eine Zustimmung der Linken. Jeder objektive Beurteiler muß zugeben, daß die Hitachduth in dieser Hinsicht bis an die Grenze des Mögliehen entgcgcnzukonimcn bereit war. Wenn dennoch im letzten Moment die aussichtsreichste Kombination am Widerstande .der Kandidaten - scheiterte, so muß fcstgestcllt werden, daß nicht die Linke cs war, die cs verhindert hat, daß die für geeignet gehaltenen Personen die Verantwortung übernehmen. So war eine objektiv schwierige Situation entstanden. Da sich eine Lösung nicht finden ließ, so blieb nichts anderes übrig, als den Status quo zu verlängern. Auch gegen diesen Ausweg machten sich Bedenken geltend, doch gelang cs schließlich, eine Einigung in dieser Hinsicht zu erzielen. Die Bildung der Exekutive hat das A.-C. tagelang in Atem gehalten. Die knappen Bulletins geben keinen Begriff davon. In Plenarsitzungen, in Komniissions- Sitzungen und schließlich in privaten Besprechungen aller Art wurde die Frage diskutiert. Die Führung hatten die Präsidenten Weizmann und Sokolow, die diesmal insofern eine ganz andere Position hatten, als die politische Leitung völlig außer Debatte stand, ln: Zentrum der Verhandlungen war einzig und allein die Palästina-Exekutive. Die Schwierigkeiten, die zu be* scitigcn waren, hatten nicht das geringste mit personliehen Vorurteilen oder Gegnerschaften zu tun, die Verhandlungen wurden würdig und sachlich geführt. Das wichtigste Ergebnis der Beratungen war die große Aussprache in der Nachtsitzung von Donnerstag. Dort haben alle Gruppen offen und rückhaltlos ihre Schwicrigkeiten dargclcgt, die Fehler des Kongresses wurden offenbar, cs zeigte sich, daß wir über aiie Unterschiede der Parteien hinweg eine gemeinsame Sprache finden können. Der gemeinsame Wille, zu einem Resultat zu kommen, war unverkennbar. Die Aussprache war von einem Geist der Versöhnlichkeit getragen, wie. er seit langer Zeit in unserem Kreis nicht zum Ausdruck gekommen ist. Das Bewußtsein, in einer schwierigen Situation, vor ungeheuren Aufgaben zu /