Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXX (1925)
- Issue
- Heft 83 (23.10.1925)
- Date
- 1925-10-23
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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i c?CyKL Ir. i: P :rr M! I J \ ץ־־־קש 3״p r־rr ץץ־ד־ C—J u v-~ ^י-י־—י- ^-ן ד־*־ ח ו! . ,. li'vJ äl Einzelnummer 0,35 Goldmark!77'! 57 Aדץג^/ fö3 AjJ. r\ '״ i lilioo und Verlag W 15, Mcinckcstraßc 10. Erscheint .ג Dienst»£ un<* Freitag. Bezugspreis bei der Expedition 1 3,llicb l•85 Goldmaxk. Vierteljährlich 5.25 Goldmark.; ^,»beoo•®*01* werd*° 10 Wihruai der cinxelnea Liader btrechacL Berlin, 23. X. 1925 \ummcr83 tlonUrnu» erstrebt filr das Jüdisch« Volk die Anzeigen -V crwaUuuiß Jüdische Rundschau G.xn.b.II., Berlin W15, Meinckaatr.lO Telephon: Amt Bismarck 7165—70. AnxtigtajireisiS^.tpalLNoapcxMllsxcile ö,50 G^M. Sl«U«agM»d1eO>2SG.'M< Anx«i£on*ciloßj end Fr«it«!J ■ •«biollUg 4U11r. Telephon: Bi:.n1ark"7165—70. Postscheckkonto: Berlin Nr. 17392! für Ocjtt«rr«1r>1: P01t1r«rVa1«4n1rat Wi.n, Konto Nr. 1S40V1. 1‘rtr T«<־l1.d)0»l״w»l(«t1 I'0.Wptrl>aMrn«n1t l'ra!*, Konto Nr. VM10. l'rtr Pol an ו l׳o»t»p»fl(»»,.n»rot War.eliau. kopU» Nr. JVCJOÜ. Redaktionsschluß Sonntag nnd Mittwoch nachmittag. מרחשון" תרפ״ו r. | xxx. Jahrg. Schaffung einer öffentlich - rechtlich gesicherten KelnastStto ln P&ISstlßa. ״Basaler Programm.«« JR TT<i J\ 6 **me im&udxC tr.i ■ דיון 20 Jüdisch-Liberale Zeitung‘״ hat eine Rund- An” eine Reihe jüdischer Dichter gerichtet, in welcher > jufgefordert werden, sich über ״das Jüdische in '׳J flu׳׳cscn und Schaffen“ zu äußern. Eine Anzahl 'H üiwortcn veröffentlicht sic in ihrer letzten Nummer. Es 4 mißliche Sache um Enqueten dieser Art; sic haben journalistischen Reiz, aber sic reizen die Befragten ׳,;ij spitzer Pointierinig als zu tiefer Untersuchung des Darum kann man auch nicht erwarten, daß in 1ו Antworten etwas Endgültiges über das Problem des Gf״ Dichters deutscher Zunge gesagt wird. Immerhin י wenigstens manche der Antworten ganz charakteristisch, { vas das Wichtigste ist, fast durchaus jüdisch-positiv :;,:cn.!ף:.«; Interessanteste an dieser Sache sind aber nicht die 1 '״ifn, sondern die Frage. Sic zeigt 1ms, daß in ernsten ה׳ י des liberalen Judentums heute das Problem des Juden- ׳ akut geworden ist. Es gibt auf die Frage ״Was ist;am" schematische Antworten. Eine solche Antwort ' 1 bisher diejenigen Kreise bereit, die wir als Assimilanten 1•;:dehnen uns gewöhnt haben. Sic sagten: das Judentum i.1c Religion, oder gar nur eine bestimmte Abart religiöser ‘ 1 in allen anderen Lcbcnskrciscn, in allen anderen Be- ־ -s׳cn unterscheidet sich der Jude nicht von seinem Klischen Mitbürger, abgesehen natürlich von der Selbst- Endlichkeit individueller Unterschiede, sowie Unterschiede;•:bssen, der Bildung und anderer soziologischer Gruppen- ־.Ttale. Den tiefer Bückenden, den feiner Empfindenden, 1 intensiver Lebenden konnte diese Antwort längst nicht befriedigen. Zu sehr widersprachen ihr die Tatsachen;;jfiern, aber auch der inner» Erfahrung. Die innere Er-;:ך" die Selbstbeobachtung und Sclbstanalysc des Juden, ״:־"'־ ihn lehren, daß sein jüdisches Wcscnselcmcnt viel ׳-:izierter, viel zentraler ist, als daß cs auf ein abgezirkeltes •t beschränkt werden könnte. Das Jüdische durchdringt ■};anzc Seelenleben des Juden, cs bewirkt eine spezifische;ccr seelischen Reaktion, cs zeigt sieb in den Aeußerungen mder jüdischer Persönlichkeiten und gibt ihren Werken rcstinmiic Note. Welcher Art ist diese Note? Vielleicht ־ ׳ic uns Antwort, auf die beunruhigende Frage nach dem; ר unseres Judentums. 1 [!:esc Problematik des modernen Juden kennen wjr. Seit );;;;ren bewegt sie eine Gruppe westjüdischer Menschen.־ : Enquete der Jüdisch-Liberalen Zeitung hätte vor fünfund- ■zig Jahren von einer zionistischen Zeitung ausgehen ־cn, — damals als der erste ״Jüdische Almanach“ von ־oki Fciwcl und Martin Buber herausgegeben wurde,; erster Versuch, das Jüdische im Schaffen von Dichtern Künstlern unserer Zeit auf/udcckcn. Schon damals wäre solche Antwort wie z. B. die von Georg Hermann in der :: Nummer der Jüdisch-Liberalen Zeitung als äußerst auf- 7׳- empfunden worden. Der Dichter, der zunächst gar ' nationalen Unterschiede zwischen sich und Deutschen 1fn״e11 will, gesteht, daß er nur jüdische Gestalten schaffen . das nur das Jüdische unmittelbar aus seinem eigenen ר hervordringt. Diese Antwort zeigt, wie sehr der Kern Lesens des schaffenden Menschen bestimmt ist von ר jüdischen Blut. Die Zugehörigkeit zur Umwelt, die :׳r ersten Stufe der Erkenntnis als konstitutiv angenommen tritt auf der zweiten Stufe der Erkenntnis völlig zurück ‘׳T Tatsache der eigenen Substanz., die nicht mehr ״'•׳ räumlichen Umwelt geformt und bestimmt ist, sondern , *hm blutmäßigen Zusammenhang der Geschlechter. Die Sitzung des Aktionskomitees 'i'twoch, den 21. Oktober, begann in Berlin im Sitz.ungs- '-1r Zionistischen Vereinigung für Deutschland die Sitzung tttions-Gomites. Anwesend waren von der bisherigen!‘hI1ch Exekutive die Herren Dr. W c i 7. m a 11 u , Nahum \°! 0 w, Prof. P i c k , S p r i n z a k und Van V r i c s 1 a n d , ׳litglicdcr des bisherigen Finanz- und Wirlschaftsratcs fciwcl, Dr. lialpcrn, Naiditsch, Bernard חזb 1 a11 und $. Schocken, der Vorsitzende des Berichtes Rechtsanwalt Gronemann, der Kongrcßanwalt "״to. die Mitglieder des Aktions-Gomites Blumen fcid Br. Chajes (Wien), Farchy (Philippopcl), Dr. A<rin (London), Dr. Hantke (Berlin), Dr. H indes ’■ ^'״au יי Le vite (Warschau), Motzkin (Paris), Dr. ל " י o 11 (Tcl-Awiw), Dr. R o s c n b 1 a 11 (Lodz), Dr. T1־ scn (Mährisch-Ostrau), Dr. Schmorak. (Lemberg), g‘>n (Krakau), Ussischkin (Jerusalem), Rabbiner! ,'n. (Jerusalem), Rabbiner Brodt (Warschau), Lewin- ׳ ן n (Warschau), Farbstein (Warschau), Rabbiner! °K O-ibau), Rabbiner Rubin stein (Wilna), Dr. K a t z - °n (Jcnisalcm), Dr. Lewinsohn (Warschau), Idel- ו ^Crlh>), Locker (Berlin), Mereminsky (Pa- Grünbaum (Warschau), Strickcr (Wien), und ,^mbercchtigtcn Vertreter Prof. Brodetzky (Leeds), .1ג יי n n (Warschau 1, Dr. Klee (Berlin), Dr. Rotten- \'Jc *י (Sanibor), Dr. Federbusch (Lemberg), Dr. Vj!3חn (Warschau), Dr. Rabi 11 (Breslau),Garfunkcl Pr- M c 11 m a n n (Berlin), Dr. W c 11 s c h (Berlin) :)r. vjr , a Id mann (Wien). Atzung wird nachmittags 4,15 Uhr von Präsident mit _CT• 'M W einer hebräischen Ansprache eröffnet. Er schlägt eine Tagesordnung vor, die. nach kurzer Debatte , wird. Dieses Geheimnis hat schon vor fünfundzwanzig Jahren Richard Beer-Hoffmann in seinem Schlaflied für Mirjam, dem bis z«m heutigen Tage wundervollsten Gedieht des modernen Judentums, angedeutet. Aus der furchtbaren Verciusamung, in die der Mensch durch den modernen Individualismus und durch die kapitalistische Mechanisierung der Gesellschaft geraten ist, gibt cs nur den einen Weg der Besinnung auf sich selbst und auf die tieferen Zusammenhänge der Geschlechter: Ufer nur sind wir und tief in uns rinnt Blut von Gewesnen, zu Kommenden rollt's, Blut unserer Väter, voll Unruh und Stolz. In uns sind alle.... wer fühlt sich allein? Di bist ihr leben.... ihr Leben ist dein.... Wenn wir begriffen haben, was der Dichter in diesen Versen ausgedrückt hat, dann verstehen wir auch, daß nur eine Bejahung unseres jüdischen Schicksals und die aktive Gestaltung unserer jüdischen Zukunft uns aus der schweren Problematik binausführrn kann. Die Lehre von den zwei Stufen der Erkenntnis der Zugehörigkeit hat Martin Buber in seiner ersten Rede über das Judentum dargelegt. Sic erleuchtet blitzartig das jüdische Problem. Denn wenn wir Zionisten uns gewöhnt haben, das Jüdische in uns als unsere ״nationale“ Eigenart zu bezeichnen, so wissen wir sehr wohl, daß das Wort ״national“ vielfach in anderem Sinne gebraucht wird, und auf unsere Verhältnisse nicht ganz, zutrifft. Wir müssen das Wort verwenden, weil wir kein anderes haben und weil es noch am ehesten die begrifflichen Elemente blutmäßiger und schicksalhafter Zusammengehörigkeit zum Ausdruck bringt. Aber die Schemaiischc Antwort ״national“ befriedigt uns ebensowenig wie die schematische Antwort ״religiös“. Aps diesem Grunde hat uns Zionisten das Problem nach dem Wesen des Judentums immer wieder beschäftigt, und darunter auch das Problem des jüdischcn Dichters deutscher Zunge. Was uns verblüfft und mit Genugtuung erfüllt, ist die Tatsache, daß aus den Kreisen des liberalen J u d cn t u ins, ‘ das diese Problematik nie wahr haben wollte, heute die gleichen Untersuchungen angestellt werden. Der Zionismus ist keine tlogmalischc Doktrin. Er entstand nicht von außen. An seinem Anfang steht: vielmehr das große Fragezeichen,, die Frage nach •jüdischem ,Wesen und jüdischer Zukunft. Der Zionismus ist d c r Weg d c s. Jud c n zu sich selbst.- Er gibt ihm'die"innere'Freiheit wieder, er gibt ihm 'die Möglichkeit,' auch der ־ Umwelt gegenüber viel aufrichtiger' und sicherer aufzutreten'als ' bisher. Durch offene Aussprache dessen was ist, durch die Anerkennung, daß Andersartigkeit nicht Minderwertigkeit ist, kann das Verhalinis von Juden und Nichtjuden auf der Grundlage gegenscitigcn Respektes i!1 einer ganz, neuen und besseren Form gestaltet werden als bisher. Die Antworten der jüdischen Dichter in der ״Liberalen Zeitung“ sollten die liberalen Juden nachdenklich stimmen. Wenn die jüdische Problematik nicht mehr geleugnet wird, dann befinden wir uns auf einer gleichen Ebene der Bctrachtung und Auseinandersetzung. Wir glauben, daß im liberalen Judentum, soweit es nicht Spießbürgertum, sondern geistige Bewegung ist, Kräfte vorhanden sind, die sich auf dem Wege pOMtiver jüdischer Erkeimtni:: und positiver jüdischer Arbeit bewegen können. Niemand wird es freudiger begrüßen als wir, wenn statt eines gegenseitig herabsetzenden Kampfes eine von ähnlichen Voraussetzungen ausgehende Auseinandersetzung erfolgen kann. Michael Walter. Dr. Wei/.mami erstattet sodann einen cinstüiuligcn Bericht über die seit dem letzten Kongreß geleistete politische Arbeit. Die politischen Bemühungen betrafen besonders jene Punkte, die auch den Kongreß schon beschäftigt habe», die neuen Immigrationsbcstimmungon und die übrigen Wünsche des Kongrosses. Dr. Wei/mann berichtet des weiteren von seinen Besprcchungcn mit den maßgebenden Faktoren der englischen Regierung und mit verschiedenen Persönlichkeiten in Genf. Col. Kisch hat ein ausführliches Schreiben an das A.-C. gerichtet. Nach der Rede Weizmanns wird in die politische Debatte cingctrcicn. Es äußern sich die Herren Levite (Polen), Dr. Katz.ne,lson (Hitachduth), Ussischkin (Palästina), Mereminsky (Zcire Zion), Grünbaum (Polen) und Dr. Rahin (Misrachi). Dr. Wciz.mann gibt sodann Aufklärungen auf die von den verschiedenen Diskussionsrednern gestellten Fragen. Die politische Debatte wird kurz vor S Uhr vertagt, damit eine vom A.-C. bestimmte ' Sicbcncrkommissioir, bestehend aus den Herren Berlin, Hantke, Judge Roscnblatt, Levite, Mereminsky, Katznclson und Grünbaum unter Vorsflz von Präsident'Motzkin, die Frage der Exckutivbildung behandeln und vorbcrcitcn soll. Die Sitzung des A.-C. wurde Donnerstag fortgesetzt. Es wurde zunächst eine Reihe organisatorischer Fragen bchandelt. iVessc-ErapkiBsj In Berlin Donnerstag, den 22. d.'ML. 5 Uhr :nachmittags, fand ein von der Z. V. f. D. veranstalteter P r e s s'c - T c c 'im Hotel ״Kaiserhof“ in Berlin statt, hei dem.. Dr. .Weizmann und Herr Sokolow den Vertretern der deutschen Presse Infor-!national über die zionistische Lage gaben. Ein Keltessteia Von Dr. Arjch Tartakower. Es ist im Laufe der letzten Jahre wiederholt versucht worden, die bisherigen Ergebnisse der zionistischen Kolonisation Palästinas zusamnienzufasscn und die Schlüsse zit ziehen, die sich daraus für die Zukunft ergeben. Die Aufgabe ist lockend genug; da cs sich doch um Dinge handelt, die im Fluß sind und die verschiedenen Mutmnßungcn und Plänen breiten Raum lassen. Sie hat aber auch eine große praktische Bedeutung. Die Becinfhissung desjenigen Teils der jüdischen Ocffentlichkcit, von dessen Einstellung der Lauf der Kolonisationsarbcit Palästinas bedeutend abhängt und auch in der Hinkunft abhangen wird, ist auf diesem Wege am sichersten und wohl auch am ehrlichsten zu erreichen. So kann denn eine derartige Zusammenfassung, insbesondere wenn sic von autoritativer Seite ausgeht, für die Zukunft des jüdischen Palästina von großer, manchmal geradezu von entscheidender Bedeutung werden. Das neue Werk Ruppins*) stellt den letzten und, dies sei von vornherein betont, den bedeutendsten Versuch dieser Art dar. Bedeutend nicht nur deswegen, weil er von einem Manne unternommen wurde, der an der Spitze der Leitung des zionistischen Kokmisationswerkes von aller Anfang an bis zum letzten Augenblick gestanden hat, sondern auch durch die überaus klare Einstellung, die kein Ergebnis eines wirklichkeitsfremden Thcorctisicrcns ist, sondern sich auf Tatsachen stützt und mit Tatsachen operiert und atis Tatsachen Schlüsse für die Zukunft zieht. Heute, wo der Mcinungskampf über den Wert des bisher durch die zionistische Kolonisation Erreichten und über die in der Zukunft einznschlagcnden Wege im vollen Toben ist und wo nur allzuoft versucht wird, aus diesem Kampf Parteikapital aller Art zu schlagen, ist eine derartige Zusammenfassung von doppelter Bedeutung. Man hat versucht, in diesem Werk Ruppius eine Art Verteidigungsschrift zu sehen, bestimmt, die von ihm als Leiter der zionistischen Kolonisationspolitik eingeschlagene Politik zu rechtfertigen und die wiederholten Angriffe gegen sic in letzter Zeit abzuwehren. . Nichts falscher als eine derartige! Meinung. Von einem polcmisehen Ton mit seinem unvermeidlichen unangenehmen Beigeschmack, der so viele Schriften der zionistischen Kolonisationslitcratur (ich glaube beinahe die meiste״) kennzeichnet, ist bei Ruppin, wie in seinen anderen Werken, so auch hier nur sehr wenig zu spüren. M.m merkt cs sofort, daß man cs mit der Schrift eines Mannes zu tun hat,, der in einer wundervollen Weise die Eigenschäften eines bedeutenden Wissenschaftlers mit denen eines wahrhaft großen Organisators kombiniert, einer von den wenigen wirklich großen Persönlichkeiten, denen die zionistische Bewegung ihre ungeahnt rasche Entwickhmg zu verdanken hat. Das Werk hat nur ein Ziel vor den Augen: Auf den Erfahrungen der bisherigen zionisljschcn Kolonisationsarbcit gestützt, den Weg zu zeigen, den sic in der Zukunft cinschlagen soll, um eine Verwurzelung der jüdischen Volksmasscn in Palästina möglich zu machen. So klar und einfach das Ziel ist, das Ruppin beim Niedcrschrcibcn dos Werkes vorgeschwebt hat, so klar sind auch die Wege vorgczcichnct, die zu diesem Ziel führen sollen. Ruppin sieht in der bisherigen Kolonisationsmethode der Zionistischen Organisation die einzig mögliche Methode, um das überaus schwere und wohl einzig dastehende Ziel, die Schaffung eines bodenbearbeitenden Volkes ans einem Volk von Städtern erreichbar zu machen. Er geht daher eins nach dem anderen die Prinzipien durch, die der Zionistischen Organisation bei Führung ihres Kolonisationswerke« vorgcsclnvcbt haben: Gemischte Wirtschaft, Sclbstnrboit der Siedler, volle Gleichberechtigung 'zwischen Jen Siedlern und der die Sicdlungsarbcit führenden Gesell- Schaft, volle innere Autonomie . der Siedler und weist deren Unentbehrlichkeit und deren gute Wirkungen nach. Er widmet insbesondere der Frage der Siedlung:; f o r m ziemlich viel Raum. Er sicht in der Kwu/ah (Genomenschaft mit gemeinsamer Bewirtschaftung) ein insbesondere in den Anfängen der zionistischen Kolonisation, wo cs galt, mit geringen Mitteln mehr oder minder uu.bekannte, jedenfalls aber der Landwirtschaft unkundige Leute anzusicdcln, sehr bedeutsames, vielleicht auch das einzig mögliche Mittel, indes heute auch die Einzel- Siedlung möglich sei und tatsächlich immer mehr an Raum gewinne. Er weist mit besonderem Nachdruck auf die Tatsache hin, daß •für das Gelingen des zionistischcn Kolonisationswcrkes nicht nur wirtschaftliche, sondern auch soziale Momente von Bedeutung seien und daß cs nicht nur ein Unsinn, sondern geradezu schädlich wäre, Leuten, die im Namen eines bestimmten, *) Dr. Arthur Ruppin: ״Die landwirtschaftliche Koloni- Mtion in Palästina“. Verlag '״Aufbau“, Berlin. 1025,. Pr. 3 JA. \ 1 ו a 1 t 1 < ו 1 D :1 '1 1 r a e L n i! ר 1 u 11 I; 1 t 1 1 a 1