Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 41 (1936)
- Issue
- Heft 104-105 (30.12.1936)
- Date
- 1936-12-30
- Page
- – (sequence 26)
- Language
- German
- Belongs to
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§eüa 4 IC! ND iS •RUNDSCHAU Nr. 24 Brief aus Ben-Schemen Ihr Lieben daheim! Vorhin erhielt ich Euren lieben Briet. Ich muß Euch noch von meinen Erlebnissen bei der Ankunft in Erez Israel berichten: Um 11y2 Uhr (in Haifa) wurden wir geimpft. Eine ordentliche Spritze in den linken Arm gegen Typhus und eine Impfung gegen Pocken in den rechten Arm. Dabei lernte ich noch einen Steward aus Hamm kennen; er heißt R. und war schon auf der ״Tel-Aviv“. Dann ging es runter vom Schiff. Ueber die lange Treppe aufs Land. Vor einem liegt palästinensischer Boden. Ist er es wirklich? Ist es auch keine Täuschung? Diese Gedanken jagen einem durch den Kopf; man kann es gar nicht fassen. Dann geht es durch die Zollkontrolle; schrecklich: alle Kisten werden aufgemacht und durch wühlt. Meine ist gar nicht aufgemacht worden, weil das Bandeisen darum war. Endlich ist auch das vorbei. Dann fuhren die Werkleute nach Yokneam in ihren Kibbuz. Wir stiegen in einen anderen Omnibus zum Beth Olim. In diesen stieg auch ein Mädel ein, das nicht zu uns gehörte; sie sprach mich an: ״Schalom Jehuda. Kennst du mich nicht mehr, ich bin Channah Meyberg.“ Da geht mir ein Licht auf. Sie hatte den ganzen Tag im Hafen auf mich gewartet und sich extra ihren freien Tag so eingerichtet. An dem Abend (wir schliefen im Beth Olim), ging ich noch lange zwischen den Zelten, in denen wir schliefen, umher. Die Zelte standen unter Palmen, außerdem hatten wir Vollmond, und es war ganz warm. Man konnte wirklich sagen: ״Mah towu ohalechah Jaakovv, mischkenotechah Jisrael!“ Man atmete erleichtert auf, und es kam mir zum ersten Male an diesem Tage richtig zum Bewußtsein, daß man in Erez Israel ist. Es ist unmöglich, in Worte zu fassen, was da in der Seele vorging. Nebenan war ein Militärlager, und in der Mitte des Lagers flatterte eine blaue Fahne mit einem goldenen Löwen darauf, der rote Schleifen trug. Dieses Militärlager ist das bekannte ״Carmel-Camp“. Wir schliefen in Zelten, weil das Militär zum Teil in die Steinhäuser eingezogen war. Wir bekamen dort ganz gutes Essen. — Für den nächsten Tag um 6 Uhr bestellten wir einen Bus. Punkt 6 Uhr stand das Auto da. Damit hatten wir nicht gerechnet; wir dachten, das Auto wäre vielleicht um 6y* Unr da. Aber man sagte uns sofort, daß dies kein Zufall war. Dann fuhren wir über Tel-Awiw nach Ben-Schemen. So haben wir ein Viertel von ganz Erez-Jisrael gesehen. Immer wieder sah man Araber, die Straßen ausbesserten. Wenn wir vorbeifuhren, lachten sie uns an und winkten uns zu. In Ben- Schemen kamen wir mittags um 2 Uhr an. Um 5 Uhr zeigte uns I)r. Lehmann die ganze Wirtschaft. Hier kann man per Luftpost schicken, ohne mehr bezahlen zu müssen; aber der Brief darf nicht mehr als 10 g wiegen. Die Post geht gleich, für heute Schluß. Schalom uwrachah! Jehuda Claus (14 Jahre, aus Hamm i. W.) Hsbräisches Stufenratsei Durch richtiges Ordneu der Buchstaben in ihre Kästchen erhält man 7 hebräische Worte, die bedeuten: 1. Buchstabe, 2. Wildes Tier, 3. Sohn Jakobs, 4. Eine berühmte Jeschiwa, 5. Eine Sidra, 6. Olive, 7. Buchstabe, 8. (von oben nach unten gelesen) Stadt Palästinas. Louis u. Richard Feist (12 und 10 Jahre), Scheveningen Wir gratulieren zur Bar-Mizwati Adi Barkowsky, Berlin. — Hans Berliner, Wilmersdorf. — Günter Cohn, Charlottenburg 5. — Abraham Frank, Migdal bei Tiberias. — Lot har Goldberg, Berlin. — Egon Hartvig, Berlin. — Alfred Hufnagel, Bonn. — Simon Jasan, Berlin. — Jakob Katz, Hamborn. — Herbert Katzenellenbogen, Schöneberg. — Bernhard Lewinsky, Wilmersdorf. *— Kurt Meyer, Frankfurt am Main. — Max Preßler, Magdeburg. — Heini Reichmann, Bad Salzbrunn (Schlesien). — Heinz Rosenberg, Berlin-Lichterfelde. — Günter Rosendorff, Charlottenburg. — Kurt-Gideon Salomon, Wernigerode am Harz. —• Fritz Sanderruann, Horn i. L. — Huben Spitzer, Schleppe (Grenzmark). — Kurt Sternheim, Hamm in Westfalen. TEBET Beim Morgengebet. — Zeichnung von Hans Leß (13 Jahre)Ä Berlin, Schule Rykestraße ׳,*>׳• '& mm :־־א«?«' >' «h?wj־cAe arte*. j Bmpötcksi :■־׳׳•VV**׳ - vör ״.!■csr. --.״ל יי**•; ■ Mit 17jährigem Mädchen oder Jungen, auch Briefmarkentausch״ Erste Anschrift mit Bild. K. Sußmann, Zürich 2, Garteastr. 23. — Mit 12—14jährigem Jungen oder Mädel. Erste Anschrift mit Bild. Möglichst aus Berlin. Ilanna Röttgen, Bochum-Linden, Hattinger Str. 779. — Mit 13—14jährigem Jungen oder Mädel aus Berlin״ Erste Anschrift mit Bild. Seirnar Messing, Nordhausen am Harz* Steinstr. 35. — Mit lljährigem Jungen. Sophie Schindler (11 Jahre)* Dresden-A., Helmholtstr. 3 b. — Mit einem 13—15jährigen Jangen aus dem Habonim. Möglichst aus Berlin oder Leipzig. Erste Anschrift mit Bild. Helene Jankowerczer (13 Jahre), Dessau, Amalien■« Straße 117. — Mit 10—lljährigem Mädchen aus dem Iiabonim, Möglichst aus Berlin oder Breslau. Erste Anschrift mit Bild. Bern• hard Jankowerzer, Dessau, Amalienstr. 117. — Mit 12—14jährigem: Jungen oder Mädel. Möglichst aus Berlin. Erste Anschrift mit Bild. Dorothea Brodt, Bochum-1 lardel, Am Bakenbruch 21. — Mit 14- bis 15jährigem Mädchen aus Deutschland in Deutsch oder Franzö-: sisch. Horst Adler, Berlin-Charlottcnburg 4, Sesenheimer Str. 17. —י Mit I5jährigem Mädel. Erste Anschrift möglichst mit Bild, H. Blumner, Berlin W 30, Bayerischer Platt 4 (161/2 Jahre). —י Mit 13- bis 14jäh1־igem Jungen aus Berlin in deutscher Sprache, Mali Glasner, Berlin N 4, Chausseestr. 29-30. — Mit 16- bis I8jäh־< rigem Mädel. Ernst Cassel, Charlottenburg, Sybelstraße 59. — Mit einem 12- bis 14jährigen Jungen oder Mädchen in Englisch oder Deutsch. Erste Zuschrift mit Bild. Edith Krebs, Leipzig C 1, Humboldtstraße 12 a. — Mit einem Chawer oder Chawerah, 15 bis 13 J ah re alt, in Hebräisch oder Englisch. M. Stein, Wien XV, Markgraf-Rüdiger-Str. 2-16, bei Polasch. — Mit 14jährigern Jungen oder Mädel aus Mittel- oder Süddeutschland. Erste Anschrift mit Bild. Rahel ITedrych, Berlin, Alte Jakobstr. 48. Die MicUsie ititulei-Jlund&tUau' erscheint am Freitag, dem 15. Januar 1937. Rcdak״ txonsschluD hierfür am Donnerstag, 7. Januar 1937.