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Jüdische Rundschau · 1936-12-23 · Heft 102-103 (23.12.1936) · page 13

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
41 (1936)
Issue
Heft 102-103 (23.12.1936)
Date
1936-12-23
Page
– (sequence 13)
Language
German
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Weizmann nochmals verhört Schcrtok hat!Mittwoch und Donnerstag in geschlossener Sitzung über die öffentliche Sicherheit ausgesagt. Nach ihm wurde der Distriktskoinmissar für Jerusalem, Camp* bell sowie der anglikanische Bischof Dr. Graham Brown vernommen. Freitag ist Dr. Weizmann in geschlossener Sitzung vernommen worden. Seine Aussagen, die den ganzen Vormittag in Anspruch nahmen, sind noch nicht abgeschlossen und werden diese Woche fortgesetzt werden.׳ Vertreter der Agudat Jisrael sagen aus Die Kgl. Kommission hat: in einer am Montag abgehaltcuen öffentlichen Sitzung Oberrabbiner Duschinsky, Rabbi Mosche Blau, Dr. Isak Breuer und Herrn Schein als Vertreter der Agudat Jisrael vernommen. Oberrabbiner Duschinsky forderte, daß die jüdische Ein- Wanderung auch weiterhin aufrecht erhalten werde. Rabbi Blau forderte, daß der Aguda das Recht der■ Besteuerung ihrer Gemeindcmitglieder zuerkannt werde, daß die Regierung dem agudistisclien Schulwerk Beihilfen gewähre und daß die Aguda gleiche Rechte bei der Besetzung der rabbinischcn Gerichte erhalte. Ferner verlangte Rabbi Blau für die agudistischen Arbeiter Beschäftigung bei öffentlichen Arbeiten, bei den Eisenbahnen und bei der Post. Agudistisclien Siedlern solle Boden zur Verfügung gestellt werden, da sie von den zionistischen Stellen keinen bekämen. Das Mitglied der Kommission Sir Latirie Hammond fragte Rabbi Blau, ob er die Tatsache der illegalen Ein- Wanderung zugebe und ob es ihm bekannt sei, daß die Zahl der Schein c h e n zum Zweck der Einwanderung nach Palästina, die nachher wieder geschieden werden, bereits 41 «0 aller jüdischen Ehen erreicht habe. Die an ihn gerichteten Tragen beantwortete Rabbi Blau in nichtöffentlicher Sitzung. Die Jerusalemer sep bardische G c m e i n,d e hat gemeinsam mit sämtlichen Gemeinden orientalischer Juden der Kgl. Kommission eine ausführliche Denk- Schrift übersandt, in der die politische Lage und die Sicherheitsvcrhältnisse im Lande vor lind nach dem Kriege geschildert werden. Die Denkschrift enthält praktische Vor- Schläge zur Verhütung einer Wiederkehr der Unruhen lind zur Durchführung des Mandats. Es wird ein Vergleich zwischen der heutigen Lage in Palästina und den Verhältnissen vor Beginn der großen jüdischen Einwanderung gezogen und die Rückständigkeit derjenigen arabischen Liinder hervorgehoben, in die Juden nicht einvvandern. Die arabischen Zeitungen melden, daß die Regierung eine Reihe arabischer Not abein in Haifa aufgefordert habe, Erklärungen vor der Kommission abzugeben. Die Betreffenden hätten jedoch geantwortet, daß sie mit Rücksicht auf den Beschluß des Obersten Arabischen Komitees dieser Einladung nicht Folge leisten könnten. ln der arabischen Presse wurde mit der Vcröffenttichung des Inhalts eines längeren Memorandums begonnen, das arabische Advokaten in Damaskus der Kommission zugesandt haben. Diese Denkschrift befaßt sich mit der Balfour-Deklaration, mit dem Mandat, mit den während des "Weltkrieges den Arabern gemachten Zusagen und ähnlichen ,politischen Fragen. Ferner wird in der Denkschrift versucht, die wirtschaftliche Prosperität Palästinas als «ine nur scheinbare hinzustellen. Wie ״Palcor“ erfährt, wird die Kgl. Kommission Ende Januar ihre Arbeit beenden und Palästina verlassen. Irak uninteressiert? Nach einer ,,Palcor“-Meldung wird aus Bagdad berichtet, daß die irakische Regierung nicht geneigt ist, sich an der vom Arabischen Obersten Komitee organisierten Konferenz zu beteiligen. Die Regierung hat keine Lust, noch weitere Summen zugunsten der Palästina-Araber auszugeben, nachdem sie bereits beträchtliche Beträge im Zusammenhang mit den Unruhen hat zahlen müssen; ferner ist sie mit den internen Angelegenheiten Iraks zu sehr beschäftigt, um sich aktiv für Palästinas Problem zu interessieren. (Dazu passen freilich schlecht die Gerüchte über die Förderung, die Fauzi Kaukjis Werbe- Tätigkeit in Bagdad zuteil wird. — A. d. Red.) Orangenexport beschleunigt Wie verlautet, sollen die Streik-Komitees die a r a b i - sehen Zitrus-Pflanzer aufgefordert haben, die Verfrachtung der diesjährigen Ernte bis zum Februar zu vollenden und nicht, wie sonst, bis zuin März, so daß die Verpackungsarbeifen in beschleunigtem Tempo durchgeführt werden können. (Daraus läßt sich schließen, daß man für März bereits Ereignisse erwartet, die unter Umständen den Orangenexport stören könnten. — A. d. R.) Die Finanzlage der Regierung Der Finanzbericht der Palästina-Regierung für das am 3t. Oktober 1936 abgeschlossene Halbjahr weist einen Ueberschuß von 6';'1 Millionen Pfund auf, ein Rückgang von nur 14195 Pfund gegenüber dem im April* vor Beginn der Unruhen abgeschlossenen Halbjahr. 111m11111(1111111n111i1111t111(111(11!11M11111in1111m11111111111!1!11111111111111111!111111111111n11111(1mM111!m111111:1111!111111!111(!111(111M Zur Konzertwoche Am 26. Dezember findet, wie bereits gemeldet, das erste Konzert des Palästina- Sinfonie- Orchesters unier der Leitung von 'l'oscanini statt. Das Programm der Konzerte trägt als Titelbild das nebenstehende, im Ale- Her van Charlotte und Gerda Meyer (Haifa) hergestellte Porträt Bronisluw Huhermans, des Gründers des Orchesters Um den Absatz der Orangen Wirtschaftliche Folgen des Mandats 1111 ״Bustenai“ exemplifiziert M. Smilanski seine alte Beschwerde über die handelspolitischen Nachteile des Mandats an den Absatzmöglichkeiten der palästinensischen Zitrusfrüchte: ,.Es gibt unter uns Menschen, die meinen, daß man das Loch an uriserm Mandatsklcidc flicken könne; so schickt die Zitrusindustrie jedes Jahr ihren Abgesandten nach allen Hauptstädten der Welt, um diese Risse zu stopfen. Aber immer reißt das Gewebe von neuem. Die deutsche Einfuhr nach Palästina ist im Laufe von fünf Jahren von £ 63S 185 auf C 2 197 144 gestiegen; die Zitruseinfuhr nach Deutschland aber sank von 1 223 55S Kisten auf 223 991 Kisten. Ebenso steht es uni andere Länder. Polen verkauft an 1ms für C 778 789 und kauft von uns für £ 122 215. Die polnische Regierung hat einen hohen Zoll für Zitrusfrüchte eingefiilirt, und außerdem ist noch der Verkäufer einer Kiste Orangen verpflichtet, das Holz, für 14 leere Kisten zu kaufen. Dänemark verkaufte ait uns im vergangenen Jahre für £ 115000 und kaufte von uns für £ 39 000. Trotz dieser positiven Handelsbilanz ist es schwer, die Eiiifiiltrerlaubnis für unsere Früchte nach Dänemark zu erlangen. — Rumänien verkaufte an uns fiir £ 1 208000 und kaufte von uns fiir £ 92000. Auch dieses Land erhebt einen hohen Zoll und noch allerhand Sonderabgaben von unserer Zitruscinfuhr. Dabei ist auch dort die Einfuhrquotc beschränkt lind dazu müssen wir neuerdings für jede eingeführte Kiste mit Zitrusfrüchten 15 leere Kisten kaufen. — Frankreich kaufte von uns fiir ca. £ 90 000 und verkaufte an uns für £ 350000. Es erhebt Zoll und verschiedene Abgaben und gewährt uns zu allem nur eine sehr beschränkte Einfuhrquote. Aber auch diese wurde plöfz• lieh annulliert, als Palästina es wagte, einen S c h 111 z z o I i für Parfümerien einzulührcn, 11111 die eigene Industrie zu schützen. Dieser'Schutzzoll war für Frankreich nur ein ver• hültnismäfiig unbedeutender Nachteil, seine Folge aber war die Zerstörung all unserer Aussichten auf dein französischen Markt. Vor zwei Jahren führte Palästina einen Schutzzoll für Nägel ein, die zum Vernageln der Orangenkisten verwand! werden. Die heimische Nagelindustrie hat wenig Vorteil von diesem Zoll gehabt, denn die Orangenexporteure zogen es vor, liochverzollte Nägel zu kaufen, um das Geld für ihre Waren aus Deutschland hereinzubringen. Dieses Jahr bemühte man sich, von seiten der Holzindustrie hei der Palästina-Regierung eine Zollerhöhung für bearbeitetes Holz durchzusetzen, stieß aber auf den berechtigten Widerstand der Orangenexportelire, die gezwungen werden, bearbeitetes Holz aus dein Ausland zu übernehmen, um ihre Früchte verkaufen zu dürfen. Solche Beschränkungen legen uns bis jetzt Rußland, Rumänien und Polen auf. Aber der Appetit anderer Länder regt sich bereits. Auch sic haben Holz, auch bei ihnen gibt es Arbeitslose. So verzichtete die Regierung auf die Einführung des Zolls und auch die Holzindustrie gab sich zufrieden, denn man sah ein, daß wir zwar einen Schaden, die Holzindustrie aber keinen Nutzen haben würde. Wir müssen sehen, aus diesem Zustande, her a׳u 9« zu kommen, der nicht nur für die Exporteure, sondern auch für die Zweige, die für den heimischen Markt produzieren, bedrohlich ist, Gemüseproduktion, Eierproduktion usw. leiden in gleicher Weise, weil kein Schutzzoll eingeführt werden kann, ohne unsere Ausfuhr zu drosseln. Dieses Loch können wir nicht durch Flicken reparieren. Fs ist eine Lebensnot- Wendigkeit, ohne Zeit zu verlieren, daran zu gehen, diejenigen B e s t i tu in 11 n g c n d es Mandats a b z ti ä n d e r n, die uns das Recht auf wirtschaftlichen Schlitz nehmen. Ohne Schutz, einer Regierung, ohne feste Handelsverträge, kann man sich beim heutigen /11-tamle des Weltmarktes nicht behaupten. Der Zustand iin-crer Zitrusausfuhr ist dafür ein belehrendes Beispiel. 1111 \ <0! ״hre sind wir durch die Mißernte der Gefahr einer Ah-at/stockiing entronnen. Dieses Jahr kann der bedauerliche /iistaml in Spanien uns noch davor bewahren. Aber schon im 1!;11 ״ s!er! Jahre können wir vor der Fragte stehen, an wen wir 12 Millionen Kisten verkaufen sollen, wahrend Spanien zu gleicher Zeit 26 Mil« lionenf auf den Mark! «oft, l)je einzige Lösung wäre die . Einbeziehung Palästinas 1״ den Wirtschaftsralimen des britischen Imperiums. Wir müssen diese Angelegenheit betreiben, bevor cs zu einer Katastrophe kommt. Um die ״Politische Parität“ Wir haben in der vorigen Nummer der ״J. R.“ ein von ״Palcor“ verbreitetes Dementi wiedergegeben, wonach es unrichtig sei, daß im ״Kleinen A.-C.“ beschlossen worden ist, das von der Jewisli Agency vorzulegende politische Programm solle von dem Grundsatz ״Politischer Parität1‘ von Juden und Arabern ausgehen. Dazu berichtet nun die ״Jüdische Tclcgraphen-Agcntur“, das ״Kleine A.-C.“ habe bei seiner letzten Beratung in Tel-Awiw beschlossen, die Frage der ״politischen Parität״ vor der Kgl. Kommission n i c h t z 11 r Sprache zu bringen. Dr. Weizmann wurde jedoch ermächtigt, falls eine entsprechende Frage an ihn gestellt vvefden sollte, zu erklären, daß die Juden, wenn die Araber dies wünschen sollten, bereit sein würden, dem Prinzip der Parität zuzustira me». Diese Formulierung scheint 1ms freilich recht ungern"!- gend, denn es ist klar, daß die Araber nicht politische Parität, sondern Unabhängigkeit lind eine arabisch-nationale Regierung fordern. Das Programm der ״Parität“ richtet sich, wie wir wiederholt dargelegt haben, irn gegenwärtigen Stadium nicht an die Araber und die Initiative dazu kann nicht von ihnen ausgehen, sondern der zugrunde liegende Gedanke ist, der englischen Ocffentlichkeit zu zeigen, daß die J u d e n ein Programm vertreten, das einen Ausweg zeigt aus einer Situation, die sonst der englischen Ocffentlichkeit ausweglos erscheint. Auf Grund dieses Programms soll die öffentliche Meinung einsehen, daß die auf der Balfour-Deklaration und dem Palästina-Mandat beruhende Politik nicht undurchführbar ist. Die nicht neue Frage, welche Politik nunmehr das ״Kleine A.-C.“ (ein palästinensischer Ausschuß des Zionistischen Aktions-Comites) eigentlich befürwortet, ist nach dieser unglücklichen Folge von Berichten und Dementis ebenso unklar wie zuvor. * Die in Jerusalem erscheinende Wochenschrift ״Palestine Review“ stellt in einem Leitartikel fest, daß das ״Kleine A.-C.“ zu dem Beschluß gekommen sei, eine jüdisch-arabische Verständigung auf der Basis der politischen Parität an/ustraben. Dies entspreche der Politik Weizniamis, die von dem ״Kleinen A.-C." nach sechswöchiger innerer Aussprache gebilligt worden sei. In dem Artikel wird die angenommene politische Linie irn einzelnen dargelegt. Es ist, so heißt es in dem Aufsatz, ein Programm ehrlicher Zusammenarbeit mit der Mandatarniacht zur vollständigen Durchführung des Mandats mit seinen beiden, jedoch einander nicht widersprechenden Verpflichtungen gegentiber den Juden und gegenüber den Arabern. Es ist ein Programm der Verständigung zwischen den beiden Völkern auf der Basis politischer Gleichheit, die eine Herrschaft des einen über das andere Volk unmöglich machen und den ungehinderten Fortschritt des Jüdischen Nationalheims ebenso wie eine freie Entwicklung der Araber in Palästina sichern würde. Neue Terrorakte Auf der Chaussee zwischen Tulkcrem und Nablus wurden Sonntag zwei U e b e r f ä 11 e —- der zweite eine halbe Stunde vom ersten entfernt — verübt. In beiden Fällen wurde ein Auto zum Halten gezwungen und die Insassen beraubt, anscheinend handelt es sich beide Male um dieselbe Bande. In der Nähe von R c c h o w o t h wurde ein Jude von bewaffneten Arabern ungehalten, die ihm £ 10 Wegnahmen. Zwei Araber wurden als verdächtig festgenommen. Am Wochenende wurden in arabischen Dörfern im Bezirke Safed zwei Morde verübt. Im erster! Falle handelte es sich um einen lleberfall auf das Haus des Dorfältesten seitens einer bewaffneten Bande, die einen Mann tötete; im zweiten um die Ermordung eines jungen Arabers durch seinen!!)jährigen Vetter. Am Freitagabend fanden nicht weniger als drei Raubüberfälle im arabischen Viertel von Safed statt; die Bevölkerung fordert die Schaffung einer zusätzlichen Polizeistation. Zwei jüdische Jugendliche, die bei Kfar Saba auf einen Autobus warteten, sind aus einem vorbeifahrenden arabischen Taxi beschossen worden. Auf die jüdische Siedlung Mesche k Haozar sind wieder Schüsse abgegeben worden. Von der Woche Die Tageszeitungen ״Fl Liwaa“, das offizielle Organ des Mufti, und ״Fl D'thainea cl Islamia“, das Organ der Istiklal-Partci, sind für drei Wochen verboten worden. Die ״Adifaa“, da- Blatt der Arabischen Verteidigungspartei, wurde für drei l äge verboten. Der am 21. Oktober vom Jaffacr Gerichtshof wegen des am 20. April iin Itatikwah-Viertcl begangenen Mordes an Levinsohn und Morrison zum Tode v c r u r te i ltc Araber Muhammad Kamdil wurde heute vom Appellationsgericht f re i ge sp roc 11 e n, das auf regelwidriges Vorgehen der ersten Instanz erkannte. Der Araberführer A u n i Abdul H a d i hat sich inj Flugzeug nach Bagdad begeben. Der High Comniissimier besichtigte Freitag den Lichterbarken-Hafen in Tel-Awiw, der als Vorbereitung für den nächste Woche beginnen den Orangen-Export jetzt fertiggestellt worden ist. Raw Herzog, der neue aschkenasischc Oberrabbiner Palästinas, hat vom High Commissioner ein persönliches Glückwunsch-Schreiben anläßlich seiner Wahl erhalten. In der Hebräischen Universität Jerusalem fand eine Gedenkfeier für den während der Unruhen erschossenen Professor Billig statt. I >r. Magncs hielt eine Ansprache und brachte dann den Beschluß der Universität zur Kenntnis, den Lehrstuhl für arabische Sprache und Literatur nach Professor Billig zu nennen. Zum neuen Jahr sollen sämtliche Polizeistellen in der! Landbezirken Pala-tinas der Leitung britischer P o 1 i z c i k o m in i s s a r e unterstellt w erden. Bisher wurden diese Polizeiposten in der Regel von jüdischen oder arabischen Kommissaren geleitet, Poli/vihauptmann Rice, der schon seit vielen Jahren in der Palästin,1 polizei Dienst tut und zuletzt die politische und Kiiminalahteihmg leitete, ist aul einen Posten in einet englischen Kolonie in Afrika abberufen worden. Die Regierung von T r a n s j o r d a n i e n hat die Einwajrdening von H a 11 r a 1! e r n nach Transjordanicn verboten. Die illegale arabische Einwanderung Die Zeitschrift ״Great Britain and the East“ vom 17. Dezember nimmt auf die Limtertmgen über die illegale arabische Einwanderung vor der Kommission Bezug und schreibt, die Interpretation des Mandats sei am besten der Kommission zu überlassen, aber Schcrtoks Behauptung, die arabische Bevölkerung in Palästina müsse außer ihrer natürlichen Vermehrung konstant blühen, während die jüdische Bcvölkerung ständig durch l'inwamlerung vergrößert werde, verdiene Beachtung. Die Einwanderung von einem arabischen Land in ein anderes sei nichts Neues. Die kultivierten Länder hätten stets eine gewisse Zahl von der Peripherie angezogen, das sei eint־ historische Entwicklung. Es werde vielfach die Ansicht vaUcten, daß der Wohlstand, den die Zionisten nach Palästina gebracht haben, die Araber dorthin gezogen habe. Daß dies ein Irrtum sei, beweise ein Aufsatz in der Zeitschrift ״Round Fable“, der von der seit unvordenklichcn Zeiten bestehenden Praxis arabischer Arbeiter aus dem Hauran, von Hausangestellten aus Aegypten, irakischer Silberschmiede und anderer Berufe spricht, sich in benachbarten arabischen Ländern, wo die Bedingungen günstig sind, Beschäftigung zu suchen. (Dies wird ja von den Zionisten nicht in Abrede gestellt; es wird aber behauptet, daß die ״günstigen B e d i ״ g u n g e n“ in Palästina, welche Araber aus den Nachbarländern anlocken, Ergebnis der jüdisehen Arbeit sind. Anm. d. ״J, R.“). Es sei, so fährt die Zeitschrift fort, nicht zu leugnen, daß cs eine illegale arabische Einwanderung nach Palästina gebe. Aber es sei wirklich nicht möglich, sie mit der illegalen jüdischen Einwanderung zu vergleichen. Es gebe nur «׳eilige Juden illegal in Palästina, von deren Existenz die Jewish Agency nichts w isse. Sicher habe die Agency, wie auch Herr Schcrtok ausgefuhrt hat, keine Machtbefugnisse; aber wenn sie nur den Behörden die ihr zugehenden Informationen weiterleiten würde, würde das Problem viel leichter zu behandeln sein. Wie die Dinge heute liegen, sei sie ein wenig wie ein ״Staat im Staate“ in bezug aut die illegalen jüdischen Eiuwanderer.

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