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Jüdische Rundschau · 1936-12-18 · Heft 101 (18.12.1936) · page 7

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
41 (1936)
Issue
Heft 101 (18.12.1936)
Date
1936-12-18
Page
– (sequence 7)
Language
German
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Modische Rundschau NR. 101,18. DEZEMBER 1936 Bertha Pappenheims Gebete Seltsames Erlebnis. Vor kaum mehr als einem Jahre safl Ich' neben der elfenzarten Frau im weißen Haar, deren schlanke Gestalt trotz aller Krankheiten der letzten Jahre nicht zu altern schien; und sie sprach mit ihrem alten Feuereifer von der Reise zu den Bctb Jaakob-Scliulen nach Galizien, die sie plante. Auch von einer Reise nach Palästina, wo eine große Anzahl ihrer Schülerinnen sie erwartete, träumte sie lange. Die Reise zu den ßcth-Jaakob-Schulcn durfte sie noch ausführen; auch ihre zustimmenden und abweichenden Gedanken darüber hat sie nach ihrer Art in produktiver Kritik noch zmsammengefaßt. Dann hat der Sommer die unermüdliche Kämpferin aus allen Plänen heraus in die Welt der Ruhe geführt. Und jetzt erblickt man auf einmaJ wieder eines Morgens ihre wohlbekannte Handschrift auf einem Blatte, (las uns ins Haus fliegt — die trotzig allein stehenden Anfangshuch־ staben der Worte, den schönen, sichern Fluß der Buchstaben — fast ist’s, als ob von neuem ־uns einer ihrer seitenen, inhaltsreichen Briefe ins Haus gekommen sei... Aber es ist kein Brief: diese Buchstaben stehen auf dem ersten Blatte eines schmalen schwarzen Bändchens -Gebete“ (Philo- Verlag, Berlin). Der Jüdische Frauenbund hat diese kostbaren AeuBerunen einer ungewöhnlichen Frau und Jüdin ausgewälilt und erausgegeben. Margarete Susman hat ihnen ein knappes Nachwort beigegeben. Fs zeigt sich hier, daß dieser Frau, die vieles besaß und auf vieles verzichten mußte, von Jugend auf ein in unserer Zeit besonders seltenes Geschenk in die Wiege gelegt worden war: sie konnte beten — sie konnte allein sein mit dem Gotte, dem sie in jeder Minute ihres Lebens sich nahe fühlte. — Unsere Zeit ist, wie Margarete Susman es ausdrückt, wie wohl jede ihrer Vorgängerinnen ein Kampf der ,,Abgesandten Gottes mit ■den Menschen“. Noch immer kämpft Jakob mit dem Engel, bis die Morgenröte erstrahlt und bis... er ihn gesegnet habe. Aber selten wird es gerade heute in einer Zeit der Unbestimmtheit und Gestaltlosigkeit Menschen geben, die jetzt, Lin Augenblick des Verstummen* und Erblindciis, das furchtbare Schweigen zu brechen begnadet sind und denen sich in jedem Augenblick die klare Beziehung des Lebens zum Ewigen offenbart. Den Hintergrund dieser Gebete bildet das Leben der Bertha Pappenheim — ein Leben voll der Strenge und des Ringens um die Verwirklichung. Ein Leben, dessen Ziele wir nicht immer verstanden ־— und manchmal aus Herzensrunde bekämpften; dessen innere Reinheit und Unerbittlicheit aber jedem klar ward, der Augen hafte zu sehen. Hier nun steht — und das ist das Ergreifende darin — abgelöst von allem Ziel nur das Wollen vor uns; und wir neigen uns in Ehrfurcht vor diesem seltenen Menschenwesen. Kraft wünscht sie sich vor allem zur Erreichung ihrer klar erkannten Ziele; und daß in allem Wirbel der Zeit ihr die Seele die offenen Augen behalte, ״nur nicht Wind werden — mit der Seele nicht!“ Ihr Gebet ward erhört: bis zum letzten Tag schenkte Ihr der Gott, dem sie vertraute, die offenen Seelenaugen —־ daß sie die Brücke sah, die von ihrem Einzelleben zurück zum Leben der Vergangenheit führte. Sie weif! von der Fülle des Lebens, die aus ihrer Schale wie Tau und Regen zum Segen für viele entströmt: weiß aber auch von dem befreienden Lachen, der Wiirze des Lebens und unentbehrlich wie Brot und Salz... Ihrem Werk ist sie treu geblieben; und wir erfüllen ihren Wunsch, und legen ein Stoinchen des Gedenkens auf die Kante des rotem Sandsteins am ihrem Grabe mit der Inschrift: ״Sie war sehr streng.“ BertliaBadt-Strauß Ein Jugendbuch ״Einer wie du und ich“, von Hans Martin Schwarz. Verlag Robert Alter, Berlin SW 68. Wenn ich ein Buch lese, frage ich mich, ob ich darin vorkomme. Und wenn ich nicht seihst darin erwähnt bin, so doch vielleicht irgend etwas, was mir lieb ist, — meine Gemeinschaft, meine Freunde, meine Umwelt. Besonders gilt dies für das Jugendbuch. Das Buch für die Jugend, das zugleich von Jugend handelt, will meistens dem Leser sagen: das bist du, oder so könntest, solltest du sein! Der Wert eines Jugendbuches liegt einmal in der Wahrheits treue, mit der es schildert, und auch in dem Beispiel, das es gibt. Das Buch von Hans Martin S c h w a r z schildert für den jugendlichen (und auch für den erwachsenen!) Leser das Schicksal eines jüdischen Jungen unserer Zeit. Es soll kein Sonderscliicksal sein, das hier gestaltet wird, sondern eines, wie viele jüdische Jugendliche, — ״du und auch ich“ — es in den letzten Jahren erlebt haben. Heinz, der Held des Buches, wächst in einem assimilierten Hause auf, wird von seiner 'überängstlichen Mutter allzusehr ״verpimpelt“. Seine Bar-Mizwa ist noch keine ßar-Mizwa, sondern nur eine ״Ein- Segnung“. Seine Vorstellung vom Judentum ist sehr verschwömmen. Der Umschwung in Deutschland bringt auch in diesem jüdischen Hause, das bei aller Kritik von dem jungen Autor liebe- und verständnisvoll geschildert wird, eine einschneidende Wandlung. Langsam findet Heinz den Weg ins jüdische Leben. Gute Freunde helfen ihm dabei. Das Beispiel und der Weg aber, das Hans Schwarz uns im zweiten Teil seines Buches gibt, — kann es uns wirklieh ein Beispiel sein? Durch Zufall kommt der fünfzehnjährige Heinz mit Menschen aus dem deutsch-jüdischen ״Bund“ in Berührung und er schließt sich einer Gruppe dieses Bundes an, obwohl er längst zionistisch entschieden ist, Die Frage, ob er recht damit tut, läßt der Autor ungeklärt, ebenso die Frage, warum der junge Zionist Heinz nicht den Weg in die zionistische Jugendbewegung findet. Aber wir müssen diese Frage stellen. So lebendig und wahrheitsgetreu und liebevoll die Schilderung auch ist, mehr oder weniger kommen wir alle darin vor (du und i-ch) — aber der Weg, der es weist, ist kein Weg für uns! Das Buch ist in klarem, sauberem Stil geschrieben, und wüßte man nicht, daß der junge Autor ein guter Kenner der jüdischen Jugend ist und •unserer Gemeinschaft eng verbunden, so würde man cs in dem Buch erkennen. Ein Jugendlicher Palästina - Ansichtskarten. Im Kaskaden-Verlag, Berlin NW 87, ist eine Serie von Ansichtskarten erschienen, die Jakob K n o 11 e r in Palästina gezeichnet hat. Menschen und Orte werden in diesen Karten mit künstlerischer Ausdruckskraft festgehalten. Der Autor versteht es vorzüglich, mit sparsamen Mitteln und wenigen Linien Wesentliches einzufangen und eine Stimmung auf die Karte zu bannen, die einen Eindruck von dem besonderen Charakter des heiligen Landes zu vermitteln vermag. Seine Zeichnung eines Schomcrs, ־ des Tempelplatzes oder der Klagemauer sind Beispiele dieser Kunst, wie wir hören, sollen diese Karten in laufender Folge durch die jüdischen Buchhandlungen einem größeren publikum zugänglich gemacht werden. Jeder, der sie sieht, wird seine Freude daran haben. Die Lehre Der ״Chabad“-Chassidismusl) hat gegenüber dem Chassidismus des ״Beseht“ eine Sonderstellung. Während der allgemeine Chassidismus vom Herzen, vorn Gctühi ausgeht, wird der ״Chabad“-Chassidismus mehr von der Weisheit, dem Scharfsinn und der Gelehrsamkeit bestimmt. Er versucht, in die Tiefe all der wichtigen religiösen Fragen einzudringen, befaßt sich mit den Fragen der Gottheit, der Schöpfung, der Seele, des Menschen usw. und sucht, ihnen aut Grund einstiger kabbalistischer Gedankengänge systematisch und folgerichtig eine Lösung zu geben, während der sonstige Chassidismus es für richtig hält, sich mit den meisten dieser Probleme gar nicht zu befassen, — da ihre Lösung ja bereits gegeben ist: durch den schlichten Glauben, ohne Klügelei und Philoso- Pliieren, den vollkommenen Glauben an Gott und den ״Zaddik“. ür den ״Chabad“-Chassidisn1us ist die Lehre das wesentliehe, ein Ziel für sich,• die Lehre, die zu lernen und in die sich zu vertiefen Pflicht ist. Sie ist dein Anhänger der .,Chabad“-Sekte stets geläufig, und niemals weicht er von ihr, während bei den anderen Chassidim die Lehre nur ein Mitte I ist, um an das Ziel: die Lehre des Herzens und den inbrünstigen, ekstatischen Dienst an Gott — zu gelangen. Der Zaddik, eine der Grundfesten des Chassidismus, ist also nach der Auffassung der ״Chabad“-Sckte Lehrer, Erzieher und Wegweiser seiner Chassidim, während er für die anderen Chassidim das Wesentliche, den zentralen Punkt im Kreise seiner Anhänger darstellt. An ihn, den Zaddik, muß man glauben, mit einem schlichten, bedingungslosen Glauben, ״ohne von seinen Worten nach rechts oder links zu weichen“. Der Zaddik — so lehrt der ״Bescht"-Chassidismus —- ist ״die Seele und der Lebensquell der Welt, die übrigen Menschen aber sind der Körper, der die Seele umkleidet“; der Zaddik ist ״der Mittler zwischen Volk und Golt“, und ״der Strom, der die Lebensfülle von ihrem Urquell weiterleitet zu den anderen Gliedern — den Menschen seiner Generation“. Das grundlegende Hauptwerk des ״Chabad“-Chassidismus ist ״לקוטי* אמרים״ die ״Spruchsammlung“ oder ״Tanja“*) (unter dem letzteren Namen Ist es besonders populär). Dies ist das erste chassidisclie Werk, das ein wohlgeordnetes, geregeltes System, aufgebaut auf den Grundprinzipien der Kabbala und ihrer Lehre, enthält. Durch den ״Tanja“ ist sein Verfasser, Rabbi Scbneur Salman, ״der Raw von Ljadi“, zum ״Kabbalist des Chassidismus“ geworden; — so wie sein Gegner, der Wilnaer Gaon, als der ״Kabbalist der Mitnagdim“ bekannt war. Während der allgemeine Chassidismus in der letzten Zeit eine Reihe von Verfassern gefunden hat, die sich mit ihm befaßten und ihn zum Gemeingut des Volkes machten, war die Lehre des Chabad“-€11assidis1m1s fast völlig vernachlässigt. Um nun diese Lehre auch der großen Masse zu bringen, unternahm es der Gelehrte C11. J. Bunin, die Grundsätze der ״Chabad"-Lebre und ihre wichtigsten Disziplinen wortgetreu in einer fünfbändigen Sammlung zu veröffentlichen. Die fünf Bände sind wie folgt eingeteilt: 1. Die Lehre des ״Tanja“, 2. Die Lehre des Dow Beer, Sohn des er- Französische Geschichte Charles Selgnobos: Geschichte der französischen Nation. Versuch einer Entwicklungsgeschichte des französischen Volkes. 359 Seiten. Br. RM. 8,—. Verlag R. Oldenbourg, München 1936. Duft Gooper: Talleyrand. Mit 5 Tafeln. Uebertr. von Karl Lerbs. Insel-Verlag Leipzig. Andreas Latzko: Lafayette, der Held zweier Welten. Verlag Rascher & Co., Zürich und Leipzig. Marcel Dupont: Murat. Reifer, Marschall von Frankreich, Kaiserlicher Prinz und König von Neapel. Uebcrs. von Otto Heinrich Fleischer. Wilh. Gottl. Korn Verlag, Breslau. Der kurze Abriß einer viele Jahrhunderte füllenden Geschichte kann natürlich nur kursorisch sein; aber das Buch von Seignobos ist mit Geist und mit Darstellungsgabe gcschrieberi und vermittelt einen Eindruck von den treibenden Kräften im Werden dieses Volkstums. Durch diese organische Methode wird auch das Verständnis des heutigen Frankreich, seines Parteiwesens und seiner politischen Denkungsart, erleichtert. Seit Napoleon, dem der Verfasser scharf ablehnend gegenübersteht, ist, so sagt, er ״das französische Volk in zwei feindliche Lager geschieden, und bis auf den heutigen Tag ist dieser gegenseitige Groll die verborgene Triebkraft des politischen Lebens in Frankreich geblieben“. Interessant ist Die hier angereigfen Bücher liefert Philo «erlag und Buchhandlung 8. m.u.H. Berlin W1S, Pariser Straß• 44 auch die Bemerkung, daß das ״sozialistische Weltbild“ in Frankreich schon 1848, vor dem Auftreten von Karl Marx, zum Abschluß gekommen war. (Jeher die Stellung der Juden und ihre Emanzipation wird nicht berichtet, da diese Nebenfrage keinen Platz in dem Buch findet; erstaunlich ist, daß auch über die Dreyfus-Affäre hinweggegangen wird, die doch die französische Politik entscheidend bestimmte. Von ganz anderer Art ist das Buch Coojrers über Talleyrand, das ganz aufs Persönliche gestellt ist: Politik und Geschichte im Spiegel einer Figur, die fast 50 Jahre mit höchster Kunst auf dem Schachbrett der europäischen Diplomatie spielte. Der Name Talleyrand ist wie ein Programm: Politik als Kunst, als Virtuosität, in einer Zeit, w0 der Aufstand der Massen sich erst in weiter Ferne vorbereitete und wo Ideen mehr Mittel zur Politik waren als umgekehrt. Dieses brillant geschriebene und fesselnde Buch interessiert uns auch um seines Verfassers willen; es ist der jetzige englische Kriegsminister, einer aus der jüngeren Generation der englischen Politiker, offenbar ein Mann von großer geschichtlicher Bildüng 1ind literarischem Geschmack (im Jahre 1936 war er von großem Einfluß auf die Palästina-Politik, da diese im Zeichen einer militärischen Aktion stand). Cooper läßt es auch au Streiflichtern auf die moderne Zeit nicht fehlen, so wenn er den Zaren Alexander mit Wilson vergleicht oder Tallevrands Prophezeiung über die Wiederherstellung Polens zitiert. Zwei Gestalten, die In Coopers Buch nur kurz vorüberblitzen, sind gewiß von anderer Art als Talleyrand, aber gehören nicht minder nun Bilde der Zeit: Lafayette und Murat. Ueber Lafayette dachte Talleyrand nicht sehr hoch, er hielt ihn für eine ״mittelmäßige Begabung", die nur dadurch eine Rolle spielte, daß sie im geschichtlichen Augenblick ״zufällig zur Hand war“. Aber welch ein Leben ist dies 1 Das Buch über des ״Tanja“ wähnten ״Raw von Ljadi“, 3. Die Lehre des Reh Mendel Lubawitscher, Enke! des ״Raw von Ljadi“, Verfasser des Werkes ״Zcmach Zedek“, nach dem er auch der ״Zemach Zedek“ genannt wird, 4. Die Lehre des Reh Jizchak Eisik Epstein, Rabbiner in Hornel, Schüler des ״Raw von Ljadi“, 5. Die Lehre des Reh Aaron aus Sfrascheli, des bedeutendsten der Schüler des ״Raw von Ljatli“3). Bisher hat das ״Komitee zur Herausgabe der Lehre des Chabad-Chassidismus“ nur den ersten Band veröffentlicht: ״Die Lehre des Tanja“, W arschau 569(). Dieser erste Band teilt sich in Bücher mit folgenden Titeln: ״Die Lehre von der Gottheit“, ״Die Lehre von der Scheehina“, ״Die Lehre vom Gebet“, ״Die Lehre von der Moral“, ״Die Lehre vom Lernen“, ״Die Lehre vom Zaddik und den Cliassklim“, ״Die Lehre von der Buße“, ״Die Lehre von der Prophetie“, ״Die Lehre von der Zedakah“, ״Die Lehre vom Dienste au Gott“, ״Die Lehre vom Mosdiiach“, von ״Olam haha und T’chins Hamcssim“, ״Die Lehre von der Seele׳‘. Jede Lehre gliedert sich in Kapitel, jedes Kapifei in Abschnitte. Jedes Huch bringt rieben dem Originaltext, in dem der V erfasser die Lehre des Tanja wortgetreu wiedergibt (zuweilen sind Zilate, die verstreut in den Werken des Tanja stehen, vom Verfasser gesammelt und in einem Abschnitt zus,'mimengefaßt, woduich die Gedanken eine deutlichere und leichter verständliche Prägung erhalten), kurze Kommentare, Anmerkungen, eine Einleitung am Anfang und eine Uebersicht am S, liluß des Huches. Durch das Zusammentragen tiefer Gedanken und s• lioner (iespruchc der ersten ״Beseht“-«;iiassidim bat der Ywsnmt viel dazu bei getragen, dem Leser das Lim 11־ in Egon in Wesen und Charakter der im Buche enthaltenen Materie das ,,S:h1״bad“-Chassidis111t1s zu erleichtern. Mit tiefem Verständnis hat 1! 11 n i 11 die l ehre des ״Tanja“ in ihren wesentlich(■ 11 (ir!mdzm׳r11 gewimmelt und zusammengefaßt. Seine Erläuterungen und Anmerkungen, da zu Bunins klare Ausdrucksweis 1■ wi rd1! ׳ /weil'!1׳los dazu beitragen, das zentrale Werk des ( liakid-C:hasddiMiius ־— den ״Tanja“ — zu einem Buch zu marlu-n. das c« drni gebildeten Leser ermöglieht, in diese Lehre >111/11׳.Imigvit mul ihr Wesen zu erfassen. Dem Komitee zur 11u:111':׳.die der I chic des ״OhaliaiD-Chassidisrmis bleibt nur zu wünschen, daß ihm auch die Veröffentliclning der weiteren lkiiule gelingen möge. ') חב״ד Abbreviatur fur חכמה׳ בינה, דעת die ersten drei ־ספירות Bezeichnung11!״,uh der Kabbala des ״Ari“. *) Die ersten zwei 1, 1ie wurde 11 durch den Verfasser In Slavvite (ohne Angabe d. s Namens) veröffentlicht im Jahre 5557. Im Jahre 5598 ci׳mhien eine zweite Ausgabe unter Hinzufiigimg des dritten leie., und im Jahre 5971, ein Jahr nach dein Tode des Yenko-.1T••., brachten seine Sohne noch eine Ausgabe heraus unter I liu/uhigung des vierten Teils. s) Ein ähnliches Werk bereitet der Schreiber dieser Zeilen beim Schocken-Verlag, Berlin, vor, ein ״Archiv der Lehre des Chassidismus“ mit all ihre» Abzweigungen auf Grund der klassischen chassidisclie» I iferatur in ihrer Sprache und ihrem Stil. Sch. A. Horod etzki (Berlin) Lafayette führt uns durch eine Epoche, wo in Amerika und Frankreich eine neue Welt geboren wurde, Ideale, die das ganze kommende Jahrhundert beherrschten. Lafayette ist ein echter Kämpfer, und die Biographie ist von stärkster Spannung erfüllt. Das gleiche gilt, so sehr auch die Männer verschieden sind, von (leime! Murat, dcm Adjutanten Napoleons. Seine Laufbahn ist ein steter Aufstieg vom armen Gastwirtssohn zum König von Neapel; von diesem Thron dann nach Napoleons Sturz, in den julien Untergang. Fr hat gewiß nicht viel Spuren hinterlns'.ni: aber auch ,aus die-em parkenden Buch fühlen wir den Riilwrhlag einer Zeit der Erschütterung und die Eigenart der fr;m/ö-i.-cl1c:1 Volksseele, die in den schweren Kämpfen an der Schwelle des 19. Jahrhunderts so viel durchlitt und ein neue-, Bild, ihres Volkes, auch für Europa bedeutungsvoll, formte. Der 5. Band Kafka Franz Kafka: ,.Beschreibung eines Kampfes“. Unter diesem Titel erscheint mm der :5. Hand der (icsamtausgäbe der Werke I ranz Katkas im Ynlag Heinr. Mercy Sohn, Prag, Auch die ie-her ern hieurm■;! vier Bande sind aus dem Verlag Schocken in den Ycdag Ilcinr. Mercy Sohn übergegangen. ׳ Der fünfte H 1n<! i׳-l durch zahlreiche bisher unveröffentlichie Micke aus dein Nachlaß bedeutsam. So enthalt •er die (10 S! :1: n mnb!'wnde, ei >t jetzt aufgefimdene Titelnovelle ״I'.״ ■chi cibtmg eines Kampfes“, die dadurch besonders intcr׳cר-י:■ t Id, daß >•;e die einzige große Arbeit ist, die im Nnclik: c vollend ei verleg (die Romane sind bekanntlich alle t!:r. 1׳ende:), und da fl sie das früheste Werk Kafkas ist, auch d eeinzige mit deutlichem Fokal- Kolorit seiner Heimatstadt l1׳deren (inwu und Plätze hier nicht im Dämmerlicht ihr I’linuko.ie, .sondern mit realen Namen erscheinen. Fenier sind in dem Band vereinigt: der komplette erste Akt deti!!/:ge11 Dramas, das Kafka schrieb, zwölf bisher unpiiblizicrle kleine l'r/alilungen und das umfangreiche Fragment .,Bhmiteld, «an älterer Junggeselle“, endlich die in dem früher, n Band ״Beim Bau der chinesischen Mauer“ enthaltenen Erzählungen und Aphorismen. Jüdische Dichter in deutscher Sprache. Der Verlag Manfred Rothschild, Jtrusalcm, veröffentlicht unter dem Titel ״Die Ernte“ ein ' Sarnincllieft jüdischer Dichtung, das Adolf Chajes unter .Mitarbeit von Schalom Ben-Clio rin herausgegeben hat und in dem 16 Dichter und Schriftsteller eine Heimstatt gefunden haben. Das Heft beginnt mit einer Skizze Alfred Wolle״ st eins ״Letzte Begegnung mit Franz Kafka“; es lallt I lse L as k e r - S c 11 i! 1 c r mit drei zarten Gedichten zu Wort kommen: es vermittelt einen Essay von Oskar Baum ״Vom Wesen der jüdischen Energie“; Gedichte von Ben-Gavriel, Rudolf Fuchs, Friedrich Tor borg um! Heinz. Politzer; es gibt einen Ausschnitt aus einem noch unveröffentlichten biblischen Roman ״Das Kind unter dem Schwert“ von Georg Hirschfeld, aus dem noch unvollendeten Epos ״Mcssianische Wanderschaft“ von Ludwig Strauß, sowie aus einem unveröffentlichten Moses-Mysterium von Ernst L iss au er. Wir finden ferner Gedichte von Werner Kraft, Gertrud Urzidil, Schalom B c n - C h o r in, Hilde Marx, sowie Adolf Chajes. Den Beschluß macht eine Skizze ״Rahcls Grab“ von Ben- G rvri e 1. Dieses Heft enthält vieles Schöne und ist in jedem Fall zu begrüßen als der Versuch, jüdischen Dichtern in deutscher Sprache den Weg zu den Herzen zu bereiten, —nn.

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