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Jüdische Rundschau · 1936-12-11 · Heft 99 (11.12.1936) · page 18

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
41 (1936)
Issue
Heft 99 (11.12.1936)
Date
1936-12-11
Page
– (sequence 18)
Language
German
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s^it»מ ו JOD ISCHE RUNDSCHAU Nr. 99, 11. XII. 1936 Forderungen der ungarischen Studenten Von unserem Berichterstatter Budapest, 6. Dezember Die Oroßvcr Sammlung der ungarischen Sludentenvcrlsände, die behufs Stellungnahme zu dem Kongreß für die Reform des I lochschulunterrk'hts einberufen wurde, befaßte sich mit der materiellen Not der Jugend und daran anschließend mit der Jude 11 frage. Mit Skandalen und Krawallen können die brennenden Fragen der Studenten- Schaft nicht gelöst werden, von den sozialen Institutionen, die weiter ausgebaut werden!mißten, sollten aber nur jene unterstützt werden, die aut nationaler (irundlage stehen. Die Judenheit möge als Rasse deklariert werden — verlangte der Redner der H ti n g a r i a - Verbindung — und in dessen Oebiirtszeugnis das Wirt Jude stehe, falle unter das (leset 7. des numerus clausus. Auch der Mitlclsc hat unterricht müsse nationaler gestaltet werden. Es gehe nicht an, daß von den im Sommer nach Italien entsandten (i uunasiasteu 46 »0 Juden seien, von den 9 Schillern aus staatlichen Anst,alten sogar 7. Er wisse, daß tl i e ungarische Jugend antisemitisch sei, er wünsche, daß dieser Gesinnung auch in ernster, amtlicher Form Ausdruck gegeben werde. Der Vorsitzende der Versammlung verlas ein Memorandum der Studenten Vereinigung ״II o!! s r c r c t e t“!Vaterlandsliebe), das die allgemeine Ausbreitung des numerus clausus auf alle Gebiete des wirtschaftlichen Lebens fordert. Daß i!1 manchen Kreisen trotzdem noch die Mentalität und die Ideale der Vorkriegszeit lebendig sind, bewies ein Vortrag des Vorsitzenden der Rester Israelitischen Gemeinde, Hofrat Samuel Stern, den er 1m Seminar des Cobden- Verbandes vor zahlreichem und vornehmem Publikum über den ,.Liberalismus und die nationale Idee“ hielt. In l big,am seien diese lieidcii eng mit ein,ander verwachsen. Der Liberalismus vc! wirklicht die humanitären Wahrheiten des Alten und Neuen Testaments, sein Grundprinzip sei: ״Liebe deinen Nächsten wie dich selbst“. In nationaler Beziehung sei aber seine Bedeutung durch nichts so evident erwiesen, wie durch die v <1111 g e Assi m i I a t i ח ס der für fremd gehaltenen Judenheit, die sich auch für die Zukunft stets als magyarisch bekennen wird, Die Pester Israelitische Gemeinde veranstaltet in Verein mit dem Israelitischen Patronageverein zum erstenmal einen sozialen Lehrkursus, ״um die Hörerschaft mit den Grundcletncntcn und Methoden der sozialen Tätigkeit bekannt zu machen, deren praktische Anwendung heute unaufschicbhar ist“. Im reichhaltigen Programm, das sieh auf Psycho- Jogie und Pädagogik, Wirtschafts- und Oesellschaftslchre, auf Sozialpolitik und konfessionelle Fürsorge erstreckt, hält auch Gemeindevorsteher Hr. Nikolaus Hai du eine Vortragsreihe über die sozialen Beziehungen der Palästinaarbeit. Dr. A. F. Auswanderung und Devisenrecht Die Reichsstelle für Devisenbewirtschaftung gibt in einem Runderlaß Nr. 17! JG vom 5. Dezember Erläuterungen 7.11 dem am 1. Dezember erlassenen Gesetz zur Acnderung des Devisengcset/cs und insbesondere zu dem durch dieses Gesetz in das Deviscngescfz eingefügten § 37 a, der zum Erlaß vorbeugender Vcrwalttingsmaßnahmcn hei Verdacht der Kapitalflucht ermächtigt. In dem Runderlaß heißt es: Voraussetzung tiir eine Anordnung nach § 37 a ist, daß aus bestimmten Tatsachen zu schließen ist, daß ein Inländer unter Verletzung oder Umgehung der bestehenden Vorschrifteil Vermögenswerte der Devisenbewirtschaftung zu entziehen beabsichtigt. Derartige Tatsachen können insbesondere irn Zusammenhang mit einer beabsichtigten Aus- Wanderung vor liegen.!Vtcli greifen die Vorschriften des § 37 a auch in anderen Fällen einer drohenden Vermögens־ Verschiebung ein. Andererseits rechtfertigen Erwägungen allgemeiner Art, etwa die, daß bei jedem Auswanderer die Gefahr einer Vermügensverschiebung nicht von der Hand zu weisen sei, Maßnahmen nach § 37 a nicht. Der Betroffene muß sich vielmehr durch bestimmte Tatsachen der beabsichtigten Vermögensverschiebung verdächtig gemacht haben. »I1- Der Erlaß spricht weiter davon, daß entsprechende Anordnungen oft besonders dann gerechtfertigt sein werden, wenn ein Inländer unter Verheimlichung seiner A 11 swanderungsab sicht offensichtlich V o r b er c i - tu ת gen für die Auswanderung trifft. In Frage komme z. B. die Liauidierung festliegender Vermögenswerte, ohne den Erlös wieder im Inland anzulegcn, die Abhebung größerer Beträge von Bankguthaben ohne wirtschaftliche Notwendigkeit, der ungewöhnliche Ankauf von Wertgegenständen usw. Andererseits genüg« die Tatsache, daß ein Inländer die Absicht, auswandern zu wollen, erklärt hat, allein in kei« n e m Fall, um Maßnahmen nach § 37 a zu rechtfertigen. Vielmehr werde gerade die Tatsache, daß Transfer-Anträge bei der Devisenstelle cingcreicht werden, häufig darauf schließen lassen, daß sich der Antragsteller im Einklang mit den gesetzlichen Bestimmungen halten will. Nicht erforderlich sei, daß der Betroffene eine nach dem Wortlaut des Devisengesetzes mit Strafe bedrohte Handlung beabsichtigt. Auch Umgehungen der Devisenvorschriften« die unter Ausnutzung etwa noch bestehender Lücken den Kapitaltransfer nach dem Ausland ermöglichen sollen, rechtfertigen das Einschreiten der Devisenstelle. Der Erlaß befaßt sich sodann mit dein Inhalt der nach § 37 a ergehenden Anordnungen, die entweder in einer Verfiigungsbeschränkung oder in einer sonstigen sichernden Maßnähme bestehen können. Er gibt weiter Richtlinien für die Begründung und Mitteilung der Anordnung an den Betroffe* neu sowie über die Beschvverdcrnöglichkcit. Intensivkurs zur Erlernung des Englischen. Die Schul« abteilung der Reichsvertretung und der Hilfsverein teilen mit, daß die Absicht besteht, ab 1. Februar einen Intensivkursus zur Erlernung des Englischen einziirichten. Voraussetzung hierfür ist, daß Meldungen in ausreichender Anzahl eingehen. Der Kursus wird ein Vierteljahr dauern. Vorher geht ein ca. vierwöchiger Vorkursus, so daß sich eine Gesamtdauer von vier Monaten ergeben wird. Schulgeld monatlich 30 RM., Gebühr für die Aufnahmeprüfung 10 RM. Der Kursus um laßt 25 Woclienstunden. Zur Aufnahme zugelassen sind nur solche MänneT und Frauen, die nachweislich beabsichtigen, in ein englisch sprechendes Land auszttwandern und für die die Beherrschung des Englischen eine berufliche Existenznotwendigkeit darstellt. Meldungen mit dem Vermerk ״Betrifft Intensivkurse“ sind bis zum 5. Januar zu richten an: Die Kurse des Hilfsvereins der Juden in Deutschland, Berlin W 50, Marfcurger Str. 5. Kaufhaus am Savisnyplatz Gänseschmalz garantiert rein . . . 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