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Jüdische Rundschau · 1936-12-04 · Heft 97 (4.12.1936) · page 7

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
41 (1936)
Issue
Heft 97 (4.12.1936)
Date
1936-12-04
Page
– (sequence 7)
Language
German
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Nr. 97, 4 XII, 1936 JÜDISCHE RUNDSCHAU Seite 7 Die Lage der Refugiäs in Frankreich Paris. (K.) t>ie in Zusammenarbeit der französischjüdischen Kreise und des American Joint geschaffene Hilfs- Organisation $,Comitc d’Assistance aux Refugiüs“ gibt den ersten Bericht über ihre Hilfstätigkeit bekannt. In der Zeit vom 20. Juli bis 31. Oktober 1936 hat die neue Hilfsstelle den Besuch von 3W6 Refugies erhalten und 3208 Anfrage- Briefe beantwortet. In 646 Fällen, die 1433 Refugies betrafen, wurde wirksame Hilfe geleistet. Unter den Hilfsbedürftigen befanden sich 718 deutsche Staatsbürger, 364 Staatenlose, 165 polnische Staatsbürger, 22 Litauer, 45 Russen, 18 rumanische Staatsbürger, 6 Ungarn, 5 Syrer, 4 Türken und 3 Palästinenser. Trotz der Schwierigkeiten hat das neue Komitee einer Anzahl von Refugife Arbeitsmöglich־ k eit eil in Frankreich verschaffen können. Die Organisation bemüht sich, auch eventuelle Aufenthaltsschwierigkeiten der Refugies zu regeln. Das Komitee hat sich kürzlich mit einem Aufruf an die französischen Juden gewandt, in dem es um finanzielle Unterstützung seiner Arbeit bat. In diesem Aufruf wurde die Zahl der notleidenden Refugies in Frankreich auf 2000 angegeben. Es wurde gleichzeitig betont, daß der American Joint bereit ist, jeden in Frankreich aufgebrachten Betrag zu verdoppeln und daß auch eine bekannte französisdie Persönlichkeit (wahrscheinlich Baron Rothschild) sich bis zu einem bedeutenden Betrag verpflichtet hat, für jeden gesammelten Frank gleichfa’Is einen Franken zu stiften. jüdische Aerzte in Italien Die Presseabteilung der Reichsvertretung der Juden in Deutschland teilt mit: Die italienische Regierung hat durch königliches Dekret vom 8. Oktober 1036, veröffentlicht in der ״Oazctta Ufficiale del Regno d'ltalia״ Nr. 253 vom 31. Okt. 1036, die Prüfung der Anträge derjenigen ausländisehen Aerzte zugelassen, die in Italien im Laufe des.Jahres 1034 das Staatsexamen erfolgreich abgelegt haben. Nach dieser Bestimmung können also Aerzte, die 1934 in Italien das Staatsexamen bestanden haben, bei rechtzeitiger Meldung die Zulassung als Arzt in Italien erhalten. Die Meldnngstrist für Anträge läuft drei Monate nach dem 23. Oktober 1936, also am 23, Januar 1937 ab. Aus dem rumänischen Senat Bukarest, 29. November. (JTA.) Anläßlich der Debatte über die Thronrede, in der König Carol einen Aufruf zur inneren Einigkeit m Rumänien an das Parlament gerichtet hatte, ergriff im rumänischen Senat auch der 80jährige Führer der National-Christlichen Partei Professor C. Cu za das Wort zu einer judenfeindlichen Hetzrede, in der er insbesondere gegen den Talmud heftige Angriffe richtete. Er bezcichncte die jüdische Religion als unsittlich und führte zum Beweise eine Reihe von Zitaten aus dem Talmud an, die er in tendenziöser Weise interpretierte. Der Vertreter der jüdischen Religionsgemeinschaft im Senat, Oberrabbiner Dr. I. N i e 111 i r 0 w e r, wies in einer großmgelcgten Rede die Angriffe Cuzas zurück. N'iemirower griff die angebliehen Zitate Cuzas auf den Talmud auf und wies nach, daß sie falsch sind. Er wandte sich weiter gegen die Behauptung Cuzas, daß Judentum und Bolschewismus ein und dasselbe seien und schilderte die Verfolgungen, denen die jüdische Religion in Rußland ausgesetzt ist. Er schloß v!i1ie Rede mit einer Treueerklärung der jüdischen Bevölkenng zum Staat. __________ Jüdische Kunstlehrstätten. Angesichts der Tatsache, daß im Ausland begabte und fachlich ausgebildete Kräfte auf den Sondergebieten der Mode, der Textilkunst, der Werbung, der (iebrauchsgraphik, der Schaufenster-Dekoration gesucht werden, hat die Jüdische Gemeinde zu Berlin in Vcrbindung mit der Reichsvertretung für 1. April 1937, Vorbehalt« lieh der Genehmigung der Aufsichtsbehörde, in Aussicht genommen, eine derartige Ausbildungsstätte ins Leben zu rufen. Vorerst sind die folgenden Abteihingen vorgesehen: I.Werbekunst: Schrift, üebrattchsgraphik, Plakat, Schaufenstergestaltung, angegliedcrt eine ' Lehrwerkstätte für praktische Schaufenster-Dekoration (Gcbraucliswcrbung). II. Mode- und Konfektionszeichnen: angegliedcrt praktische Lehrwerkstätten für Schneiderei, Putz, Wäsche, Handarbeiten. Es soll Tages- Vollunterricht erteilt werden, außerdem seilen neben der geschlossenen Fachausbildung U m s c h uIu 11 gs- und Ergänzungskurse, auch Abendunterricht für die im Beruf Stehenden geboten werden. Als Ergänzung sind allgemeine Kurse in Werbelehre, Stoffkunde, Stil und Kunstgeschichte, Kostümkunde, Farbenlehre, Perspektive in Aussicht genommen. Ausbildungsdauer zwei Jahre, für dieUinseliulungs- bzw. Fortbildungskurse sollen semesterweise Lehrgänge eingerichtet werden. Die Schulgeldsätze betragen für die Vollschüler (45 Woehenstunden) 50 RM. monatlich, für die Abendschüler je nach der belegten Stundenzahl zwischen 10 und 25 RM. monatlich. Bewerbungen (Mindestalter 16 Jahre) nur schriftlich bis spätestens 31. Dezember an die Jüdische Gemeinde, Berlin C 2, Rosenstr. 2-4, Zimmer 7; von den außerhalb Berlins Ansässigen an die Reichsvertretung der Juden in Deutschland, Abteilung Berufsausbildung, Berlin- Charlottenburg 2, Kantstr. 158. Das Bewerbungsschreiben muß enthalten: Lebenslauf mit Angabe des Namens, Alters, der Schulbildung und gegebenenfalls der beruflichen Vorbildüng, außerdem genaue Angaben über Beruf und Wirtschaftliehe Lage (bei Jugendlichen der Eltern oder Erziehungsberechtigten). Aus den Angaben über die wirtschaftliche Lage muß hervorgellen, ob die Aufbringung der Ausbildungskosten aus eigenen Mitteln für die Dauer der Ausbildung gesichert ist. Nach Möglichkeit sind Lichtbild und einige Arbeitsproben beizufügen. (Zeichnungen nicht gerollt, mit Namen versehen.) Aachen Montag, T.Dez., 20.30Uhr, Synagoge I Rabbiner Dr. Hugo Hahn — *״״יי! Dr. S. Wassermann — Oberhäuten f ״Die König!. Kommission tagtu | Vor neuen großen Aufgaben in Palästina ' fewlsh Agency for Palcsäine, Provinzialausschuß j für Rheinland und Westfalen, OriskomUert Aachen I f?|P7lß Mittwoch, den 9. Dezember, 20.30 Uhr | I«C.I1 4.IU KULTURBUNDSAAL, Twiehaer Straße 32 F chanukkah-feier! ynltr Mitwirkung von Oberkantor Wilkomireky, Rabbiner Or. Max Nuasbaum, Mascha Banjakonek! (Sopran), Fred Wald (Rezitation) Chor t Verlo«une •ln«r Pa IS« tlnar#l*« zionistische Vereinigung Leipzig Aus den Gemeinden Verstärkte zionistische Arbeit Die Arbeit der Zionisten in den Oremien der Jüdischen Gemeinden hat immer darunter gelitten, daß die Zionisten diese Arbeit als peripher angesehen haben und sich nur insoweit an der Arbeit der Gemeinden beteiligten, als sie verfügbare Kräfte, die nicht in den zentralen zionistischen Positionen gebraucht wurden, abgeben konnten. Diese Hai• tung ist uni so verständlicher, als die ständig sich aus־ breitende zipnistische Bewegung die führenden Menschen nicht entbehren konnte und infolge des Anwachsens der Organisation alle Kräfte im Dienst der zionistischen Er• ziehungs- und Propagamlaarbeit sowie in der Führung der Jugend-Organisationen und der hebräischen Arbeit festhielt 111 den letzten Jahren hat die zionistische Bewegung begonnen, ihre Aufmerksamkeit der Gemeindearbeit stärker als bisher zu/uwenden. Die Rückkehr der Juden in ihre eigenen Lebensbezirke, die teils durch Erkenntnis, teils durch die äußeren Umstände erfolgte, hat den Gemeinden ein stärkeres Gewicht im jüdischen Leben gegeben. Die alte zionistische Forderung, daß die Gemeinden keine Religions-Gemeinden, sondern volksgemeinden sein müssen, hat sich in der Welt der Wirklichkeit durch gesetzt. Wir erinnern uns noch des erbitterten Kampfes, den die Jüdisch-Liberalen gegen diese zionistische Forderung führten. Jahrzehntelang waren die jüdischen Gemeinden Deutschlands Hochburgen des liberalen Judentums und damit Quollen eines gntjudungsprozesses, der die Juden in Deutschland in die Arme der Assimilation trieb. Heute ist es so, daß die Gleichberechtigung der Zionisten in den führenden Oremien der Gemeinden (Fifty-Fifty-Primip) prinzipiell von der Gegenseite anerkannt ist. Unter diesem Gesichtspunkt sind in einer Reihe von größeren und mittleren jüdischen Gemeinden Deutschlands unter Vermeidung von Wahlen ln letzter Zeit Vereinbarungen zustande gekommen, die die zionistische Position verstärkt und den Einfluß der Zionisten auf die. Führung der Qe• meinden weitgehend erhöht hat. Noch in aller Erinnerung ist die kürzlich erfolgte Einigung in der Berliner Repräsentanten-Versammlimg, die den Zionisten von 4t Sitzen 20 Sitze sicherte, während 20 Sitze den Religiös-Liberalen! und ein Sitz der konservativen Gruppe zugebiliigt wurden. Einige Beispiele aus anderen Gemeinden: In Bonn sind jetzt von neun Repräsentanten drei Zionisten; der Vorsitzende der Gemeinde ist Zionist. In Düsseldorf sind von den neun Repräsentanten fünf Zionisten; in Frankf urt a. M. sind die Zionisten an Zahl in den verschiedenen Gremien sehr gewachsen und haben eine Anzahl wichtiger Dezernate als Vorsitzende bzw. als Stellvertreter inne. In Breslau sind unter cif Mitgliedern der Repräsentanz fünf Zionisten; in Köln hat von 21 Sitzen in der Repräsentanz die zionistische Fraktion neun, die religiös-liberale acht, die konservative drei Plätze und die Mittelpartei einen Platz inne. Im Vorstand sind drei Zionisten, drei Liberale und ein Konservativer vertreten. In Königsberg ist das Fifty- Fifty-Prinzip durchgeführt. In Leipzig stehen 14 Zionisten in der Repräsentanz 14 Liberalen und 5 Konservativen gegenüber, während die Verteilung im Vorstand 3:3:1 ist fn Ratibor ist das Fifty-Fifty-Prinzip ebenfalls durchgeführt. Neben diesen erwähnten Beispielen sind in einer ganzen Anzahl von mittleren und kleinen Gemeinden die zionisfisehen Sitze vermehrt worden, so daß im ganzen von einem Vorrücken der Zionisten in den Gemeinde-Gremien zu sprechen ist. Mit der Uebernahme der Arbeit sind große Verpflichtungen verbunden, die um so schwerer wiegen, als die zionistischen Kräfte durch die Abwanderung heute sehr m Anspruch genommen sind. Es wird Aufgabe der zionistischen Instanzen sein, die Entwicklung der Gemeinden im Auge zu behalten und daran mitzuwirken, daß sic echte Voiksgemeinden und Träger jüdischer Gemeinschaftsarbeit werden, und daß ihre Verbindung zu dem Aufbauwerk in Erez Israel eine echte und starke wird. Ankündigungen aus dem Reich Frankfurt am Main: Chug Iwri, Eschersheim er Landstr. 65, Am S. Dezember. 16 Uhr, One!» Schabbat. Vortrag von Herrn I-ipkinti, Jerusalem, über: ״Palästina-Verwaltung. — Am 8. Desctnbcr, 20.15 Uhr, Saalbau, Gastspiel JK'Ia Lipmskaja. — Hannover: ZOG. Am 5. Dezember, 20.30 L:11r. itn Jugendheim, Bergstr. 8. Vortrag: ״Zur augenblicklichen Situation in Palästina — vor neuen Aufgalten“. Redner: Max Weiner. — Köln: ZOG. Am 7. De rem her Vortrag Dr. Hans Capell: ״Die Königliche Kommission tagt — eine aktuelle Betrachtung“. Am 10. Dezember Arbeitskreis. Beide Veranstaltungen 1m Heim, Cadlienstratie, um 20.45 Uhr. — Miinehern ZOG. Am 5. Dezember, 20.30 Ulir, im Bibliothek,aal der Gemeinde, Arbeitskreis. — Am 10. Dezember, 20.30 Uhr, Museumssaal, Dr. J. Prinz: ״Zur Politik des jüdischen Volkes“. — Stettin! Makkali-Ilaaair. Am U. Dezember, 20 Uhr, bei Karehowski-Fiseher, Fricdricb-Karl-Str. 3, Chanukkah-Feier. Ansprache; Rabb. Richter, Stettin; Dr. Hnrdi Swar.ecnsWy, Berlin, Familien - Nachrichten Frau Hulda Ratz, gcb. Katz, Hamburg, KlosteraUce 33, begeht um 6. Dezember den 70. Geburtstag. Herr Valium Lambertz und Frau Rieckehen, geb. Kaufmann, Lübeck, Lindenstr. 12, begehen am 12. Dezember die goldene Hochzeit. Herr M. Rosenthal, Emden* Jüd. Altersheim, begeht am 7. Dezember den 70. Geburtstag. Sanitätsrat Dr. Gustav Kothmann,!Nürnberg, Kaiserstraße 37, begeht am 5. Dezember den 70. Geburt>Ug. Bar Mizwah-Termine Am 5. Dezember (21. Kislcw); Hermann Brceher-Lauber, Sohn von Meier Brecher-Laubcr, Bochum. — Am 12. Dezember (28. Kidew): Hans Cohn, Sohn von Siegfried Colin, Bad l’olzin, •— David Wolt Herschberg, Sohn von Simon Herschberg, Hamborn, Hagedornstr. 25. — Am 19. Dezember (5. Tewctb): Rolf listnkel, Sohn von Moriz Hankel, Nürnberg, Färberstr, 7. Juden und Jüdisches im Rundfunk Freitag, 4. Dezember! Paris (1848). 12.45! Jüdische Sendung, Civismen Religion, 3 Redner verschiedener Konfessionen. — Lille (247), 17: U. a. Mendelssohn: Filiale. — Beromünster (540), 17.20: U. a. Mendel v-ohn: Hehridcn-Ouvcrtüre. — Warschau (1339), 20.15: Siiitoiikkonzert unter Mitwirkung van Arthur Rubinstein (Klavier). — Lyon (215), 21: Meverbeer: Aus ״Afrika• netin“. — Paris (1848), 21.45: Qifeiibach: ״Pcricholc“, Sunnabend, 5. Dezember: Nintes (201), 13.50: Meverbeer: L’Etoile du Nord. — Kalundborg (1250), 14.15: Moszkowski! Spanische Tänze. — Paris ITT. '(431), 15.30: U. a. Mendelssohn: Ro• rnanzc. —׳ Brüssel (484), 19.15: Milhaud, Nr, 7, hrtiitaß, 5• Dezember! Nizza (253), 17! U. <*. Mendelssohn: Aus ..-Sommemachutraum•‘, — Paris (1648), 18.15: Milhaud: ״Christoph Columüus“. — Monte Cencri (257), 19.15: U, a. Meyerbeer: Au* ״Afrikaneriir“. .Montag, 7. Dezember: Lille (247), 21: Schallplatten: W. Horowitz (Klavier). — Radio Cite (281), 23: Schallplatten: Werke von Paul Dukas. isiiy Ä ״׳ Diese FF-Einloge sichert jedem FF-Anzug oder FF-Mantel größte Formbeständigkeit. Selbst bei Regen u. Schnee bleibt die elegante Form erhallen. Sorgfältiger Groß-Einkouf bei Stoff-Fabriken nur guten Rufes geben Garantie füi gediegene Qualität und größte Haltbarkeit Erstklassige Zuschneider und Facharbeiter sind Gewährfür tadellose Paßform u. modernen Schnitt Schon am guten Sitz erkennt man FF-Kleidong. 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