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Jüdische Rundschau · 1936-12-01 · Heft 96 (1.12.1936) · page 12

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
41 (1936)
Issue
Heft 96 (1.12.1936)
Date
1936-12-01
Page
– (sequence 12)
Language
German
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jüdische Rundschau NR. 96,1. DEZEMBER 1936 Jüdische Veranstaltungen Dr. Sulzbcrger Im Gemeinde Vorstand Nachdem das bisherige . itgüed dis Vorstandes der Berliner Jüdischen Gemeinde Arntsgerichtsrat i. R. Kurt Tuchler nach Palästina ausgewandert ist, hat die Repräsentantenversammhing der Berliner Jüdischen Gemeinde an seiner Stelle R.-A. Dr. Paul Sulzb e r g e r zum Mitglied des Berliner öe meint! evorstandes gewählt. Dr. Sulzberger ist eine führende Personlichkeit Im Misrachi in Deutschland. Fot. Herbert Sonneofeld Dr. Suhbergvr Eltern und Kinder Die Vortragsreihe über ״Autorität“ im Jüdischen Lehr ha us wurde von |>r. Bruno Strauß fortgesetzt, der vom pädagogischen Standpunkt aus das Problem be• leuchtete. Strauß behandelte zunächst das Wesen der alt• jüdischen Autorität, die durch das 5. Gebot fundamcntiert ist. Jüdisches t.ltein.sein gehört nicht der Weit als Natur, sondern der Welt als Schöpfung ״״. t)je Verehrung der Litern ist die Voraussetzung für den ״Besitz des Landes“ nach dein Ausspruch des (iesetzes. Das Kind ist nach jtidischer Auffassung kem bloßes Naturwesen, sondern ein von Ciott anverirautes Gut; und das Kind sucht die eher■ Lehe Liebe, weil cs darin das Medium der Vermittlung des göttlichen Gebotes ei bin kt. I in verpflicht enden Miteinander von Litern und Kindern liegt das Visen der jüdischen Autorität. Und zugleich gibt es die doppelte Verpflichfung: die Pflicht der Eltern, das Kirnt in die jüdische Welt ein Zufuhren, und die Pflicht des Kindes, zu gehorchen. Wir wissen wenig von der Problematik dieser strengen und in sich abgeschlo-M neu Welt: i!0יי•יי! hin hat sich diese Form bis in die neue /eit hinein erhalten. Der Wandel trat um Gun e!11, als die europäischen Anschauungen überhaupt sich wandelten. Zahlreiche Bindüngen losten sich auf. Du Autorität schwand, weil man im Verstehen das entscheidende Moment der Erziehung sah und damit die Gewalt über die Jugend verlor, ln der Jugendbewegung hlieb es der Jugend Vorbehalten, die Kluft wieder ־zu empfinden, die sich zwischen dem Zeitbewußtsein und der Tradition aufgetari hatte; sie verspürte das Ver■ langen nach einer fundierten Autorität, um Neues aus Altem zu gewinnen. Mit diesem Erwachen der Jugend begann sich wieder die Kette zu schließen, die um 1~׳k) zerrissen war. Strauß grenzte sich gegen unberechtigte Autoritätsaul• Fassungen der Jugend ab, gab aber zu, daß die Bünde heute vielfach zu Helfern der Eltern geworden sind, und daß die Jugend in den Bünden einen Üchutigsboden für die Schulung ihrer sozialen Kräfte sucht. Der Redner behandelte ferner den ״Gencrationerikonnikt“ und stellte als pädagogisches Ziel auf, daß die Eltern die Kinder möglichst selbständig erziehen, damit nicht aus eine: zu starken Anlehnung später Konflikte erwachsen. Nicht der Erzieher, sondern das Erzieherische habe im Vordergrund zu stehen. Und wenn es gar möglich Ware, eine Autorität zum Wachsen zu bringen, die auf einer Art erneuertem P a t r i a r c h i s m 11 s beruht, so wäre dies eine Wiederank mipfuiig an alte jüdische Formen. Die Eltern aber sind heute weiter davon entfernt als die Jugend. Sie sucht nach echter Autorität; die Eltern alter haben vergessen zu antworten. Mit dem Propheten Maleachi müssen wir verstehen, daß die Vater sich erst den Kindern wieder zu/mveiiden haben, ehe sich die Kinder den Vätern nähern können. N. Konzert des Jüdischen Kammerorchesters, ln stilvoller Auswahl reihte das zweite Konzert des jüdischen Kammer- Orchesters Kompositionen aneinander, in denen sich die Zeit des Barocks in kon/crtierciulen Spielforiiteii auslebt. Von itrrmtsikalis(her Laune erlaßt bekunden \ ier Soluviolineu, in Zwiesprache mit Stn,!chorche-ter und Cembalo nach allen Regeln der Kunst sich austobend, in dem Concerto grosso von Viv.aidi den vehementen Spieltrieb dic.-es Zeitalters. Dein hiesigen Publikum dieses selten gehörte, seiner Qualitäten wegen zu seiid/cinle Werk vermittelt zu haben, ist das Verdienst von Edvard Moritz und seinem Kammerorchester. Von der konzertierenden Engigkeit italienischer Musik inspiriert, stellt liach das Cembalo in betonter Rücksichtnahme auf seine diffizilen K1 anga 11 -1rahIu 11 gen in den Mittelpunkt eines Konzerts mit Streichorchester. Diesen Bach gab die Cembalistin Gertrud Wert 11 e i in in der Ausbeute seiner Spannungsenergien, klar, gefugt und doch spielerisch. Die ungünstige Aufstellung von Dirigent und Solistin ließ nicht den unmittelbaren Kontakt zwischen beiden zu, so daß das Streichorchester nicht mit der Solistin Schritt halten konnte. Wie ein Intermezzo, daß der Stileinheitlichkeit des Abends in keiner Weise Abbruch tat, mutete das in Wohllaut und Gefühlsseligkeil schwelgende Adagietto aus der 5. Symphonie von Mahler für Streichorchester und Harte an, ein Werk von starker Subjektivität. In dieser Musik wird höchste Ausdruckskraft angestrebt, so daß es überflüssig ist, sie in der Geste der Zcicncnvccmittlung zwischen Dirigent und Orchester zu unterstreichen. Im Gegenteil, in wenigen Linien muß die Spannung an sich gehalten und nicht zur Unzeit durch große Gesten gelöst werden. Die kleine Nachtmusik von Mozart, stellenweise von der gewohnten Auffassung abweichend, beschloß, mit lebhaftem Beifall aufgenommen, das Konzert. —rg. Das Hallensportfest In Frankfurt a, M. Der Deutsche Makkabi-Kreis kann mit seinem 3. Hallen-Sportfest, das er am 20. November im Frankfurter Hippodrom, dem größten Saal der Stadt, veranstaltete, einen bedeutenden propagandistischcn und sportlichen Erfolg buchen. 3500 Zuschauer folgten mit großer Anteilnahme den leichtathletischen Wettbewerben, an denen auch jüdische Sportler aus Oesterreich und aus der Tschechoslowakei teilnahmen, den Vorführungen im Ringen und Boxen, den Darbietungen einer Damen-( iymnastikabteilung und den Turnübungen. Unter den Gästen befanden sich der österreichische Generalkonsul und Prinz Lobkowitz als Vertreter des österreichischen Turn- und Sportbundes. Ausführlicher Bericht in unserer nächsten Sport-Rundschau (am Freitag). ״Weg In die Wirklichkeit1‘ Ein Misrachi •Film Am 16. Mov, wurde der Palästina-Tonfilm ״Weg in die Wirklichkeit‘׳‘, ein Film vom Schaffen der religiösen Arbeiterschaff, in der ersten Wiederholung aufgeführt, diesmal mit unterlegtem Ton. Leider waren die Synchronisieningen — es handelt sieh in erster Linie um Lieder — nicht immer synchron. Wir haben seinerzeit schon über den Film berichtet, der eine Menge gut gesehener Bilder aus dem Alltag des Landes gibt (Regie: Ern־t Mayer). Aber gerade in diesem Zusammenhang hätte man mehr als das erwartet — nämlich ein Bild des religiösen Palästinas, seiner Arbeit, seiner Wirksamkeit, seiner Möglichkeiten. Das ist — trotz, mancher Ansätze — nicht geglückt. Aber es ist zu berücksichtigen, dal! z. B. am Schabbat nicht photographiert werden darf, so daß schon aus solchen Gründen manches wegbleiben mußte, was man gerne gesehen hätte. Aber es kam doch im wesentlichen die Wirklichkeit naturhaft und ungekünstelt zum Ausdruck. Es ist wirkliches Leben aus der religiösen Aufbauarbeit, aus dem tagtäglichen Schaffen einer schwer um ihre Existenz ringenden Arbeiterschaft im Lande; aber auch das Beglückende des Gemeinschafts• lebens und der gemeinsamen Arbeit tritt uns hier mit aller Lebhaftigkeit vor Augen. ״Im Vorprogramm lief“ — wenn inan den kino« technischen Ausdruck gebrauchen darf — ein Jugend-Tonfilm ״Brith 1 lanoar“, der die Arbeit des Bundes, sein I lacnscharah• Werk und sein Ringen um die religiöse Erziehung darzu• stellen versucht. — Einleitend sprach Rabbiner Dr. Jakob Hoff mann, Frankfurt, über die beiden Grundprinzipien, die hinter den Bildern dieser Filme stehen: Thora w’awodah. Dieser Film wie auch der Hauptfilm sind von jugendlichen Amateuren geschaffen und deshalb mit dem ihnen an• gemessenen Maßstab zu werten. Nicht die künstlerische Fas• sung empfanden die Zuschauer als das Entscheidende wie der Beifall bewies, sondern das Erlebnis der neuen Wirklich• keit, in die sie dieser Film hineinführte. H. F, ״Gott, Mensch und Teufel" Das Drama ״Gott, Mensch und Teufel‘• von I. Gordin, das immer schon zum Repertoire der jidddischen Bühnen gehörte, ist nur! auch in Berlin von der Kleinkunstgruppe des Bezirks Zentrum-Nord der BZV. aufgeführt worden. Die vielen hundert Besucher, die die ausverkauften Musiker-Festsülc füllten, bewiesen, wie stark das Bedürfnis nach ostjüdischem Theater ist. Allerdings wird das Gordinsche Stück diesem Be• dürfnis nur in bedingtem Maße gerecht, und wenn es hier gcspielt worden ist, so nicht seiner etwas verstaubten Thematik wegen (ein armer Jude wird vom Satan verführt, ein Lotterie• los zu kaufen, und das Geld des großen Loses zerstört ihn und seine Familie), sondern um das eckte, ungebrochen jüdische Milieu des ״Städtchens“ zu zeigen. Das ist beson• ders im 1. Akt geglückt, den auch der Regisseur M. Wittel sohn mit aller Liebe zur breiten, behaglichen Milieuschilde• rung ausspielt. Es gehört schon Mut dazu, mit Spielern, die zum größten Teil uns Dilettanten bestehen, sich an dieses immerhin problematische Stück zu wagen, mjd es ist erstaunlieh, daß es dem Regisseur im allgemeinen gelungen ist (Technischc Leitung: F. Finder), die Szenen locker und bewegt zu gestalten. Allerdings hat er den Ton der letzten beiden Akte zu sehr auf das Weinerliche als auf das Tragische abgcstcllt, so daß die Wirkung auf das Publikum nicht immer die vom Autor gewünschte war. Wenn man von den Mit• spielenden, die sich alle mit vieler Mühe und viel Geschick ihrer nicht leichten Aufgabe unterzogen, überhaupt einzelne Namen herausgreifen darf, so die von Gertrud Baum und Ch. Finster, die zwei Kleinbürgcrtypcn von einprägsamer Charakteristik gaben. BZV-Studio an der Arbeit Das Heim in der Landsberger Straße (RZV.-Bezirk Friedrichshain) ist seit Wochen in ein Theater verwandelt. Der Bezirksleiter, Jakob H a 11 b e n s t o e k, hat zwei richtige Probebühnen installiert, auf denen zwei Stücke, wie es in der Theaiersprache heißt, ״nebeneinander“ probiert werden. Da ist einmal die große Komödie ״Schwer zu sein a Jid“ von Scliolcin Alcjcliem, ein Werk, das vor Jahren die Wilnaer Truppe schon nach Berlin gebracht hatte, das aber wold erst heute seine Aktualität erweisen mag. Ein ehemaliger Dramaturg der Rcinhardtbiilincn hat das Stück neu bearbeitet. Angesichts der starken Puhlikumsnachfrage nach spezifisch jüdischen Dramen, die besonders auch aus der Provinz immer wieder laut wird, ist nach der Berliner Premiere eine Tournee durch die größeren deutschen Städte geplant. Infolgedessen werden die wichtigeren Rollen von vornherein in doppelter Besetzung probiert. Auch der recht anspruchsvolle technische Apparat, die Dekorationen tisw., werden sogleich ״tourneegerecht“ hcrgcstcllt, um leicht transportabel zu sein. Neben dieser Komödie wird, teilweise mit den nämlichen Darstellern (Salzmann, Franziska Okmianski, die von der Jugendbühne des Kulturbundes freundlicherweise beurlaubt wurde, Feidt, Samuelowicz, Herz, Ncumann, Egra, Appel) zu Chanukka eine musikalische Parodie vorbereitet. Das Stück entstammt einem Szenarium von Nikolai Eljas c h o f f, der auch von Flaubenstock für die Regie gc- Wonnen wurde. Die Musik wird nach jüdischen Kompositurnen, unter Verwendung jiddischer Volkslieder, zusammengestellt (Ismar Weiß). ________ Hebrllscher Abend in der BZV. Dr. Kal 6 k o sprach auf einer gilt besuchten Veranstaltung der BZV. im Heim Kantstraßc über die ״Krise der Tarbuth-Arbeit in Deutschland“. Schwere Zeiten hätten im Judentum immer zu einem kulturellen Aufschwung geführt: Nach der ersten Zerstörung entstand der Tenach,' nach der zweiten der Talmud, nach den Verfolgungen des Mittelalters Kabbalah und Chassidutli, Auch 1933 suchte jeder Jude den Weg zum Judentum, und ob sie wollten oder nicht, sie lernten etwas davon. Aber da die Acltcrcn selbst Neulinge auf diesem Gebiet waren, fehlt es an Führern und Lehrern für unsere Jugend, die Hoffnung für die Zukunft unseres Volkes. Auf Grund statistischer Zahlen wies der Redner darauf hin, daß die augenblickliche Stagnation des hebräischen Unterrichts nicht nur eine Folge der zeitweiligen Einschränkung der Alijah ist; vielmehr ist sie durch die Überalterung der jüdischen Bevölkerung, die nur sehr schwer und mühsam den Weg zur hebräischen K11Itur finden kann, zu erklären. Unsere besondere Aufmerksamkeit muß der Jugend zugewandt werden, und daher muß die hebräische Schule nicht nur dem Namen, sondern dem Inhalt dach wirklich jüdisch sein, Dr, Kaliko forderte eine großzügige Hcbraisierungsarbeit, und zwar: hebräische Schulen und Kindergärten, hebräische Ergänzungsseminare für Kindergärtnerinnen und Lehrer, finanzielle Unterstützung der Hebraisierungsarbeit unter den Erwachsenen, hebräische Zeit• schritten 11ml Bücher. A. D, ״Der Chassidismus.“ In der Lehrstätte Ch. N. Bia• lik begann Dr. Max Nuß bäum seinen Vortragszyklus ״Chassidismus“ mit dem Thema ״Der Chassidismus — Auf• lchnung des Gefühls“. Er ging von einer Darstellung der Sektengeschichte des jüdischen Volkes aus und kontrastierte den Chassidismus mit dem Karäcrtum. Von drei Standpunkten her suchte der Referent der Bewegung des Chassidismus, die mehr als fünf Millionen Juden erfaßte, nalu'zukommen; ideengeschichtlich, politisch-sozial und innerjüdisch. Er stellte dem ״offiziellen Judentum“ ein inoffizielles entgegen, das er mit Mystizismus bezeichnete, und das niemals unlergegangen sei. Zum erstenmal wurde der Primat des Thora-Lernens gestürzt: Beten und an den Zadik glauben galt soviel wie Thora-Lernen; glauben, nur glauben, soweit das Herz es begreift. Das hat den Chas• sidismus zu einer Volksbewegung gemacht. Politisch-sozial begünstigten die Verhältnisse das Umsichgreifen der Bewegung. Die Juden Polens standen zwischen der Oberschicht, der Regierung, der Geistlichkeit und den Gutsherren einerseits und den Bauern, Arbeitern und Kleinbürgern andererseits. Und da also ihr Leben voll Bedrückung war, schufen sie sich ein ״Antitoxin“ im Gefühl. Inner jüdisch war das starke jüdische autonome Zentrum bereits in der Auflösung; das Lernen, ohne einem Erwerb nachzugeben, hatte aufgehört, der Rabbiuismiis und die Kabbala hatten den Juden Enttäuschung gebracht. Obwohl das westliche Judentum dieselben Enttäuschungcn erlebte, gab es doch im Vorgefühl der französischen Revolution eine andere Antwort: die der individuelien Freiheit und der Assimilation. Das Judentum in Polen gab eine Antwort nach innen — nicht dem Glauben zu helfen, sondern dem Glaubenden. Der Chassidismus hat die Welt der Wirklichkeit in die der Phantasie und die Welt der Pliantasie in die der Wirklichkeit transponiert. Dr. Nuß bäum schloß diesen instruktiven Vortrag mit einem Wort Meines, das wie kein anderes auf den Chassidismus zutreffe: ,,Dunkeler wird es im Kopf, heller wird cs im Herzen“. Araber und Juden. Im Jüdischen Lchrhaus behandelte Dr. Moses Goldmann Amber und Juden in ihrem geschichtlichen und kulturellen Zusammenleben. Die eigentliehe Auseinandersetzung zwischen Arabern und Juden begann erst mit dem Auftreten Mohammeds, der erklärte, daß er die alte, echte Religion Abrahams wiederherstellen, keineswegs aber als Stifter einer neuen Religion erscheinen wolle. Was die j ii d i s c h e n St ä m me Arabiens an• langt, so wissen wir nicht, woher sie ins Land gekommen sind. Im heutigen Medina gab cs jedenfalls dre! jüdische Stämme, das waren Araber, die zum Judentum bekehrt waren, Mohammed war enttäuscht, daß die Juden ihn nicht anerkennen wollten, obwohl er ihnen Fehler in der Auslegung der Heiligen Schrift nachweisen zu können glaubte. Die' von ihm besiegten jüdischen Stämme zogen nach Palästina, und er unternahm allmählich gegen die Juden eine Ausrottung*, poiitik von wachsender Schärfe. — ln weiteren Vorträgen wird die Entwicklung des Islam, die Eroberung Palästinas durch die Araber und die arabische Bewegung der Neuzeit, z. T. auf Grund hebräischer und arabischer Quellen, behandelt werden. M. W. Cordoba. Der zweite Abend der Vortragsreihe von Dr. Jo• acliim Prinz in der Lehrstätte Ch. N. Bialik galt der Darstellung Cordobas als dem wichtigsten Galuthzcntrum des jüdischen Mittelalters. Wieder war es eine sehr farbige GeschichtsdAnstellung, die dem Vortrag sein Gepräge gab. Wir wurden in die große Auseinandersetzung zwischen dem Islam und der christlichen Welt hineingefühit, und es wurde der Zusammenhang des jüdischen Geschehens dadurch deutlieber. Viele bedeutende Männer, u. a. Mainioiiides, stammen aus Cordoba; Prinz behandelte aber vor allem einen, dei sowohl in der jüdischen Geistesgeschichte als auch in der Politik des 11. Jahrhunderts eine hervorragende Rolle spielt: Chasdai 1 b n S c 11 a p r u t, der trotz seiner außerordentlichen Zur Erleichterung für unsere Anzeigen - Kunden unterhalten wir jetzt folgende Annahme-Stellen für Familien-Nachrichten und sonstige Qelegenheltsanzeigsn zu den Originalpreisen u. Bedingengen unserer Anzeigen-Preisliste Nr,S: 1. Meinekestraße 10 in unserem Verlagshause 2. Schützenstraße 52 unweit Jerusalemer Straße 3. Neue Frledrichstr. 59 Buchhandlung M. Poppelauer Weitere Stellen werden In Kürze hekanntgegeben werden JÜDISCHE RUNDSCHAU Anzeigen-Verwaltung Erfolge und trotz der sehr günstigen Lage des Judentums in Spanien stark messianisch gestimmt ist und vor allem, wie Prinz an Hand seines Schreibens an die Chasaren darlegte, das Bewußtsein des Galuthdaseins nie verloren hatte. Zum Schluß wies Prinz auf die geistige Bedeutung hin, die Cordoba für die Judenlieit gewann: es wurde eine Art zweites Sura. Aber nicht nur dies, sondern auch eine einzigartige Verschmelzung von jüdischer und allgemeiner Kultur ging in dieser Atmosphäre vonstatten; eine großartige Literatur entstand sowohl in spanischer wie später auch in hebräischer Sprache. Leider war das Dasein dieser Gemeinde nur sehr kurz; nach zwei Jahrhunderten ist sie schon fast ausgelöscht, יא

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