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Jüdische Rundschau · 1936-11-20 · Heft 93 (20.11.1936) · page 7

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
41 (1936)
Issue
Heft 93 (20.11.1936)
Date
1936-11-20
Page
– (sequence 7)
Language
German
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Nr. 93 20 XI. 1936 JODI S CHE RUNDSCHAU Seite 7 Schach Bearbeitet von J. Miese* Aus vergangenen Zeilen Zur Erinnerung an Julius Mendheim Vor hundert Jahren, also im selben Ja 11 re, wo zu Prag der spätere Weltmeister Wilhelm Steiniiz geboren wurde, starb zu Berlin der damals grollte jüdische Schachmeister der Welt, Julius Mendheim. Sein Todestag ist nicht genau bekannt, auch das Jahr seiner üeburt lallt sich nicht festste! len. Julius Mendheim war im ersten Drittel des vorigen Jahrhunderts zweifellos der stärkste Schachspieler Deutschlands, und er hat im damaligen Schädlichen und besonders in Berliner Schachkreisen eine führende Rolle gespielt. Unter seiner Leitung wurden in den Jahren 1829 bis 1833 und 1833 bis 1836 einige interessante Korrespondenzpartien?.wischen dem alten Berliner Scbachkhib und den Schachvereinen zu Breslau und zu Hamburg gespielt. Er war es auch, an dem sich einige der später so berühmt gewordenen Berliner Scharhjrrölien, wie Bletlow, Mavct, Haustein, heranbildctcn. Mendheim war ein wohlhabender Mann und konnte daher seine ganze Mullczcit dem Schachspiel widmen. Als Probe seiner Schachspiclkunst geben wir nachstehenden Partieschluß einer im Jahre 1830 zu Berlin gespielten Partie. Schwarz: N. N. *S iE Weiß: Mendheim WeiS am Zuge 1. SdöXcB! Dd8XS6 2. 1) c3Xa7f 1 S c6Xa7 3. S 08— hBf K a8—bS 4. S b6Xd7f K!>8—08 5. S J7Xf8, und Weiß gewinnt. Mendheim hat sich aber auch in hervorragender Weise schach!itcrarisch betätigt. So gab er im Jahre 1814 zusammen mit dem als Schachlchrcr bekannten A. Mosar ein ״Taschen• buch für Schachfreuiuk“ heraus, und im Jahre 1832 ließ er unter dem Titel ״Aufgaben für Schachspider“ eine Sammlung der von ihm verfaßten Probleme und Endspiele erscheinen. Auf diesem Gebiete stand Mendheim weit über dem Niveau seiner Zeit, und man kann ihn mit Recht als den Vorläufer der modernen Problemkunst bezeichnen. Problemc, wie der nachstehende Vier/iiger, wurden begreiflicherweise vor hundert Jahren viel bewundert. Von J. Mendheim Matt in vier Zügen I-üsung 1. L 18—e7f . , Hei modernen Problemen wird ein Schach im ersten Zuge sehen Vorkommen, weil es die Alitinnsfreihei! des Gegners zu sehr beschränkt und daher in der Regel nicht ab ein ver.-u okter, probknigeiiutjcr Zug zu bezeichnen isl. im vorliegenden Pulle aber ist damit immerhin ein Damen- Opfer verbunden. 1. I. g2Xa8 2. T fO—18+ K ״S—g7 3. Lc7— fef! . Mine Schlufiwendirng, deren Schönheit auch der heutige Probkmtäeuhil anerkennen muH. 3. K gSxfS (h6) 4. T hö (18)— 113 matt. Aus jüdischen Sdiathvereincn Jüdische Schachmeisterschaft 1937.!>*!־ zweite Kongreß der jüdischen >" liaclisjnelcr in I)cü!srM.»n1i, vetuundea mit der A’i-trugung der jd i s c h c n S c h a c U in cistcrschalt fii r 1 9 3 7, ist vom 5״. bis 31. Hezetaher in Frankfurt am Main ausgeschrieben worden. Das vorläufige Programm i«t soeben erschienen und neben dem!.eher der ״Arbeit‘•gcfncmsch&ft drr jüdischen Schachvereine in Deutschland“» Erwin Jaffä (Har Kochba Leipzig), dem Obmann für Scha<׳h im Deutschen Makkabikrd.% l)r. K. Hluml>erg, ist die Einladung zur Tt'iinalmie auch vom KommFsari.sehen Rekh.-obniaim für Schach im Sportbund des Reichs!«!!*I<s jüdischer Frontsoldaten, Jak. Sande!, und S. Steinberg, dem Vorsitzenden der Frankfurter Jüdischen Schachvereinigung, ünlmdchiKt. *— Es werden au3getragen: ein Mcisterschaftstuniirr mit 12 Teil!ichrncrn als Rundcnturnic-r; der Sieger eihält den Titel ״Jüdischer Schachmeister in Deutsch-!and für 1937“. Ein JT:mpt.turnier, bis 25 Teilnehmer, nach dem Scliwe■izer-Systc. Der Sieger darf am nächsten Mcisterschahsttirnier teilneliöien. Ein Fn'ebentu! nier, bis 25 ׳Tcünchmcr, das wie das llauptturnier ausgetragen wird, und den Sieger zur Teilnahme am nächsten 1 lauptturnier hererhtigt. Ein Jugendturnier mit uuheschränkter Tcilnchmerzahl. — Die Wettkampfe, für die in allen Turnieren Preise ausgesetzt sind, beginnen am 25. Dezember. Am 26. Detember ist eine Führung durch Frankfurt am Alain vorgesehen, am 27. Dercmlvcr ein Hegrüßung-=abend. Die Kongrc&vcrsammlung beginnt am 28. Dezember mit den Jahrexberk h!en der Zentralstelle in Leipzig und der Hezirksstellen; am 29. Dezember wird die Au^prachc fortgesetzt, und ain 31. Dezember wird der Kongreß mit der Siegerproklamicrung 11n<i der PjeLverteilung gcscldossen. Aus dem Reich Von UMiren Bnriditerslattorn Zionistisches und Gemeindeleben Altenkirchen (Westerwald). Am 24. Oktober sprach Herr Bat■ lo* über: ״PngLiiulcr, Araber, Juden — eine politische und wirt- Schaftiiclie Betrachtung“. Bayreuth. Am 5. Oktober hielt 1>r. Pomeranz, Frankfurt am Main, ein Referat über: ״Der Kampf um Palästina und die jüdiidie Zukunft“. Bochum. Der Oneg Schabbat am 31. Oktober galt dein Abschied des Vorsitzenden der ZOG., Dr. Fr. Stern, und scineT Gattin. Der Ahscliiodsfeicr ging ein Referat von Dr. II. C a p e 11, Berlin, über das Thema: ״Sechs Monate Unruhen in Palästina — Versuch einer Bilanz“ voraus. Der Vor! rag wurde mit reichem Beifall aufgenommen. Abschiedswortc sprachen J. Klausner, Dr. Laza:!!., Dr. IL Ca pell und M. Sehmerlcr. Unter Assistenz von Kantor Mcndl sang die Jugend hebräische Lieder. Bremen. In der Wizo sprach Dr. Ilroches, Hamburg, über: ״Probleme und Aufgaben der Jtigendalijah“. Delmenhorst. In der ZOG. sprach am 28. Oktober Dr. F 1 e s c h, Hamburg, über d.is Thema: ״Im Kampf um das Jüdische Nationalheim — Zur heutigen Siuiation“. Hanau an! Main. Line Gruppe des ״Makkabi-Ifazair Brith Harofim“ ist hier gegründet worden. j mm W. WM derjödischen Rundschau Chassidisdics ״Sdiolem Alejdiem” gehört am Hofe des berühmten Amsdhcnower Rebben Ule Kedrle Vorbehalten Nadidruck verboten( Ch. Wltiawer jSrfjt-lern a-Iejcljem. n.!? -<t . jrjc.rers, ן Oj 9m cjm *mdtl djei 01 -jo■n ml» ’ IM ״ me . lecfy ntabtfye 1 oj }ja nlurljim. Oj .־«/. *J oj, ej,0J. fe• .. —-- —. x.p- E kiiüc-itfjberuc}} ic.4 m cj-m fe.srty 6.19m tnj3 TE~ ־1־ J.'L. J - c'jei jj>d. SO.) 0 . to m A/. ojt Oj, oj' pj\ oj, OJ. oj, 1*>יי׳ o/f mp , m e . « 2ecfy1 wr!at » tTje! } _ף^. -mlif.cljim <J0sclj 30 - rudj ]ju.. Ankündigungen Darmstadt: ZOG. Am 23. November. Bczirksrabb. Dr. Rothsrhild: ,.Jüdische Menschen in der Entscheidung“. — Am 26. November, Alexander Adler: ,,Religiöser Geist in der Arbeiterschaft Lrez Israels“. —- Ant 30. November, Palä>'ina-Monatssohau; Hcgloitvortrag Waller Stein. Jeweils 20.45 Uhr im Hotel ״Stadt Frankfurt“. Bleirhstr. 22. — Geisenkirchen: An: 24. Novctnher, 20.30 Uhr, Amodoge, Ttahuhofstr. 14, Vortrag Dr, Fritz Ikenberg, K׳ d״ : הt.׳eschichte der FahL-tmawandcrung‘•. — Hannover: Jtitlischer Kulturbuml. Am 25. November Dcla Lipin-kaja in der Stadthalle. Am 1. Dezember Chcmjo Winawcr und .-.eine 30 Sänger in der Großen Synagoge. — Köln! ZOG. Am 21, November Oneg Schabbat. Thema: ״Aus der Urzeit des jüdischen Volkes“. Zerfall und Wiederauf bau — Von Salomos Tod bis Ksra und Nehemia. Es wirken mit: Gerhard Walter-Rose!!bäum und Dr. Fritz Ikenberg. — Am 23. November Amtsgerichtsrat i. K. Otto May spricht über: ״Die palästinensische I.amhvir!sr!Kri(“. .— Ai:1 26. November Arbeit o kreis. Sämtliche Veranstaltungen um 20.45 Uhr, (’:icilienstr, 18-22, ■— Stettin: Zion, Vereinigung. Vortrag am 24. November, 2U.30 Uhr. Friedrich-Karl•Str. 3, Robb, Dr, Alfred Jospe, Berlin: ״Das religiöse Problem im Zionismu-“. Bar Mizwah-Termine Am 28. Novctn! 1er (14. Kislew): Hans Hermann Brandt, Sohn von Fritz Brandt, Breslau, Anderssrn-.tr. 2. — Martin Frucht er, Sohn von Felix Fruchtcr, Chemnitz. Bernsdorfcr Str. 50. — Am 5. Dezember (21. Kislew): David Goldberg, Sohn von Jenjamin Goldberg, Kiel. J)(■* \3. Ycrs ist tV'V aei- J« s׳njor•, »» d Das ,,Scholem Alcjchcnt“ ״clu׳rf 71t den Schabbatgcsängen, für die es /ahlreidte Melodien gib(. Von den polnischen. Scholcm-Alcjchetn-( tesängen, von denen tibrigens jeder Cliassidim-Rabhi seine eicemcharakteristische Art hatte, dürfte das obige Scholem Alejcliem eines der eigentümlichsten und für die polnische ״Chassidut“ typischsten sein. I. Willkommen, ihr Fngel, ilir Diener des Höchsten, des Königs aller Könige, des Heiligen, gelobt sei er! II. Euer Kommen sei zum Frieden mir, ihr Engel des Friedens, usw. wie Vers l. III. Bringt Segen mir, bringt Frieden mir, usw. wie Vers II. IV. Euer Scheiden sei zum Frieden mir, usw. wie Vers III, C h c tti jo Winawcr!—MAGISTER KIRSCH- Der sufie L 8 Bc ör Magister-Likörtabrik, München VII DREIUNDZWANZIGSTES KAl’ITEL DAS SCHLACHTHAUS HÄCIIT SICH Simche und!’andre kamen heim von ihrer schmutzigen Arheit. Seit sie die Abtritte zu reinigen hatten, war ihr Ansehen hei den übrigen Härtlingen sein־ gesunken. Man wich ihnen t'tögl ichst aus, dem! sie stanken fürchterlich. Sie seihst hielten sich abseits, weil dieser höllische Gestank von ihnen ausging. Vor Paitdre hatte man noch Respekt, seiner fttärlte wegen. Aber vor Sbuche verbarg keiner seinen LkeL, nain machte keine Geschichten mit ihm. ״Geh weg!“ schrien sic ihn an, wetm er nur hereinkam. ״Untersteh dich nicht, ia die Nähe zu kommen!“ Also steckten!*andre und Simche in ihrer Ecke wohl faler Übel zusammen. Pandrc nahm das mit der angeborenen Gutmütigkeit hin. Aber Simche .stichelte und blaffte Pandre hei jeder Gelegenheit an, als wäre ihm schon sein Anblick verhaßt. Pandre konnte nie heraüskriegen, oh das nur Theater war, oder oh Simche es wirklich so meinte. Vor dem. Schlafengehen pflegte Simches Galle besonders zu spielen. ״Red nur, red!“ pflegte Pandre zu antworten und bald zu schnarchen, wie ein ״!)gerackerter Gaul. Nur Scheitel blieb freundlich. Er vergaß nie, daß Pandre sich für ihn eingesetzt hat to, und er fnntl es ungerecht, ihm ausztvweichen. Für ihr! und alle war er gegen Tachurillo ntifgetreten, und wenn er jetzt von der Arbeit stank, mit der er dafür bestraft war, stand, er ihnen nicht an! ״Pandre!“ sagte Scheitel, und ging auf ihn zu. Aber er stank zu sehr,' und Sehe ft 01 mußte einen Schritt zurück. Er hielt sich mit spitzen Fingern die Nase zu und sagte: ),Ic!1 möcht dich nicht kränken, aber ich liab einen schwachen Kopp!״ ״Hm“, sagte Pandre gutmütig, ״Schon gut! Sag was du "'illst und geh!“ ״Sollst nicht meinen, das geht immer so weiter“, sagte Scheitel. ״Ich mach schon. Es wird eine Eingabe gemacht in der Kanzlei, und du wirst aus der Schweinerei herauskommen.“ Simche horchte, und als er merkte, daß er nicht mit* Rfmeint war, fing er an zu brummen. Pandre war das Herz beklommen. Man kann den Kameraden nicht im Kot stecken und sjc|, allein herausschleppen lassen. Er fragte: ״Und öimche? Er nicht?“ ״Beide kann ich nicht“, sagte Scheitel. . »Gut! Dann macht den Simche erst frei“, sagte Pandre, 1,1(4 kann warten.“ :,Aber es ist schon in deinem Namen geschrieben!“ ״Ich geh zu keiner andern Arbeit ohne Simche. Beide oder keiner!“ ,,Das ist viel schwerer“, sagte Scheitel. ״Ich weiß überhaupf nicht, ob man das machen kann. Bei dir ist das was anderes.“ * Als er an seinen Platz zurückkam, fand er Simche mit offenen Augen auf dem Rücken liegen. Während er eich ausstreckte, raunte ihm Simche zu: ״Was hat der Gauner vor?“ ״Nichts“, sagte Pandre. ״Ihr habt doch miteinander geflüstert“, sagte Simche. ״Da steckt doch was dahinter!“ ״Geht’s dich was an? Laß de* in Ruhe!“ zischte Pandre durch die Zähne. ״Den Dieb? Der kann mir gestohlen werden!“ ״Du kannst ihn nicht ausstehen“, sagte Pandre, ״weil er dir nichts mehr zu saufen besorgen will. Bist selber schuld. Hättest, du dich beim erstenmal z.usnmntengcnommen.“ ״Du weißt was“, sagte Simche drohend, ״aber ich weiß auch was!“ ״Halt’* Maul! IlSrst du?“ ״Kommandier mich nicht herum! Ich' hab dich satt!" Pandre wmrde endlich wütend. ״Schweig! Ich hab dir gesagt, du sollst dein Maul halten! — Seit du hier bist, willst du immerfort Streit mit mir anfangen! Du red st und redst! Was willst du eigentlich? Wenn du den verdammten Stall nicht angezündet hättest, säße ich nicht hier!“ ״Besser dem Neuen Millionär das Dach anzünden, als daß du seine Kuh rettest und er sagt vor Gericht gegen dich aus!“ sagte Simche böse. ״Red nicht um den hohlen Backzahn herum! Ist es vielleicht nicht wahr? Hast du den Stall nicht angesteckt? Die Pfeife hast du anbrennen müssen, w׳a8? Wenn du nicht wärst, ich wär nicht in die N:1 <ht hmausgclaufen, löschen, ich hätte keine Geschichten mit dem Stadthauptmann ge* habt, ich hßtt nicht...“ ״Hätt, hätt, betetet!“ macht« Simche nach. ״Genau so W&r es gewesen! Dich hätten sie doch geholt!“ ״Wieso? Hob ich etwa was gestohlen?“ ״Das Schlachthaus“, sagte Simche, mit einem bösen Glitzern in den Augen. ״Das Schlachthaus rächt sich.“ ״Versteh ich nicht. Red nicht wie ein Wahrsager.“ ״Den Ofen 1!n Haus darf man nicht einreißen. Wenn du das Handwerk aufgibst, von dem schon dein Vater und Großvater gelebt haben, und wirst ein Kutscher...“ ״Was heißt dasl“ ״Schl;ich(er war dir nicht gut genug! Ich weiß noch, wie du an einem schönen ,Summer!;!״ ״ohonisiic-n bist, die Peitsche unterm Arm, nach NS ,igenmhmicre hast du gestunken, mir ist beinahe übel geworden. Die Fleischerlumdo sind davonaehnifen, weil sie es!licht haben nushalten können — Und du hast die Nase geriimpfl! Das Schlachthaus hat dir nicht fein genug gerochen!“ ״Ja, und was weder? Llt kam gracl ans dem Wald!“ ״Das hast du jetzt da\on! Der Geruch vom Schlachthaus hat dir nicht gepaßt, daiiir riedist du jetzt nach Abtritt! Riecht besser, was? — Und so rächt sieh das Schlacht* haus.“ * Simche nahm Pandres Schweigen für Schwäche und redete weiter: ״Bist weggelaufen, was! Warst zu fein! Fuhrmann war was Besseres! Aber du wirst das Schlachthaus nicht los! Hast die Frau allein gelassen und bist gelaufen, eine Kuh retten — ein Fleischer, der eine Kuli rettet! — so hat sich das Schlachthaus alle deine Pferde geholt. Und den Sender auch, merkst schon?“ Pandre mußte sieh zuriic khalten, um Sittiche nicht nn die Gurgel zu fuhren. Sittiches Worte trafen ihn wie Peitschenhiebe ins Ges» 111. Aber dabei war etwas darin, was ihn mit einer fremden Neugier zuhören ließ. Simche sollte weiterreden. Schließlich hielt er es nicht Finger aus. Er packte Simche am Kragen und beutelte ihn: ״Halt’» Maul! Sag ich dir! Ich sag . , ״Sag sag!“ meckerte Simche hinterher. ״Laß los! Sonst steck ich dir ein Messer in den Leih, wenn du schläfst! Ein Zuchthäusler kostet nur drei Rubel Straf«!“ ״Was ist mit dir! Was ist in dich gefahren? So warst du cfoclt nie!“ Simches Augen flackerten wahnsinnig. ,,Wenn ich mein Messer hätte, ich steckte es dir in den Bauch! ... Jetzt, gleich! Mein Todfeind hist du!“ Pandre blieb sitzen wie versteinert. Er sah Simches wutverzerrtes Gesicht und traute seinen Augen nicht. Simche schäumte vorm Munde wie ein toller Hund. Er bellte noch eine Weile so weiter, alle angcsammcUe Wut brach aus ihm heraus. Und plötzlich, auf dem Höhepunkt der Ra.serei, war sie auf einmal erschöpft, verraucht, geplatzt, wie eine Fischblase, und Simche blieb matt und ausgeteert zurück, schlapp wie ein nasser Lappen. Er •warf sich mit dem Kopt auf die Pritsche und heulte, wie ein Säufer, der weinerlich wird. (Fortsetzung folgt)

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