Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 41 (1936)
- Issue
- Heft 91 (13.11.1936)
- Date
- 1936-11-13
- Page
- – (sequence 20)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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רס -<•-» JODISCHP RUNnSCHAl) Nr.?1, 13. XI. 1936 ״Das kulturelle Antlitz Palästinas“ Von unserem Wiener Berichterstatter J. R., Wien, Anfang November Im Musikvcrcinssaal hielt der Wiener jüdische Kunsthisforiker I)r. Max Eisler einen Vortrag über ״Palästinas Kultur und Antlitz“. -Er bczeichnete es als das Orunderlebnis in Palästina, daß es dort weder ״Zäune noch reservierte Promenaden“ gäbe und daß inan das absolute Gefühl der Freiheit habe. Gerade für Juden, die seit zwei Jahrtausenden dieses Gefühl der Freiheit verloren haben, bedeutet dies ein großes (Huck. Her Vortragende schilderte in liebevollster Weise die innere und äußere Struktur der Kwu/alt, ihre ökonomische, soziale, kulturelle und menschliche Mission. Er schilderte die Menschen dieser Welt und die wichtigsten Anfänge einer neuen jüdischen Bauweise, die der schlichte Versuch sei, den Besonderheiten des Landes vernünftig beiztikommen. Der Bautypus der Kinderhorte und Schulen erscheint ihm als das Schönste auf dem Gebiete der Baukunst in Palästina. Das größte Erlebnis aber waren ihm die jungen Mensehen, die hier zu Bauert! geworden sind. Er schilderte die Mädchen der Jugeiut-Alijah aus Deutschland, die in ihrer harten Arbeit in nichts ihren männlichen Kameraden nachstellen. Die Kultur in den Städten hat ein anderes Gesicht als auf dem Lande. Die jüdischen Siedlungen sind ein Ciebiet primitiver aber wur/elstarker Kultur, die Städte hingegen Vorposten tier modernen Zivilisation. Hier liegt ein schwieriges kulturelles Problem für den Aufbau, weil es ja nicht eine jüdische Kultur ist, die dort heran wächst. Unter diesem Gesichtswinkel kritiMerre der Vortragende auch die Architektur in den Stielten, für die es keine jüdische Tradition gäbe, wohl aber eine arabische. Die jungen jüdi• sehen Architekten wissen, <lal! sie hier arikmipfen müssen, aber auc h, daß sie mir -die alte und bewahrte Klugheit der arabischen Finten benutzen dmieii, ohne sonst naeh/uahmen, um sie mit der ganz anders gearteten entgegengesetzten judischeri Auffassung von Landsehatt und l eben zu verbinden. Zum Schluß wandte sieh Eisler gegen die Zweifler, durch die nichts aufgobaut werde, sondern Bekenntnis und Tat seien die Elemente, durch die man zum Ziele gelangt. Der Vortrag, der durch vorzügliche Lichtbilder illustriert war, fand bei dem überwiegend orthodoxen Ptihlikum stiirmischen Beifall. Moeza des Habonim Noar Chaluzi, Vom 30. Oktober bis zum 3. November fand in Köln eine Moeza des Habonim statt, an der sich 30 der aktivsten Chawerim des Bundes und Chawerim des Mcrkas des Hechaluz beteiligten. Die Referate behandelten Probleme der Einordnung der Alijah aus Deutschland im Kibbuz Hamcuchad und im Arbeiterleben in hrez-lsrael überhaupt. Die Diskussion zeichnete sich durch die aktive Beteiligung aller Anwesenden sowie durch eine undogmatische Stellungnahme aus. Einen besonderen Raum nahm die Frage des Hebräischen ein. Das ungenügende Eindringen in hebräische Sprache und Kultur stellt eines der größten Hindernisse zur Verwurzelung des Oleh im Lande dar. — In der Permanenzkommission wurde der gegenwärtige organisatorische Stand des Bundes festgestellt. Der Bund hat in Deutschland einen Mitgliederbestand von 5100 Chawerim, hiervon befinden sich in der Ifachseharah 000 bis l(KK) Chawerim. Die quantitative Rolle des Bundes in der Alijah kam bei der letzten Alijah nun Ausdruck. Damals waren unter insgesamt 1177 Menschen, die zur Alijah kamen, 350 Chawerim und Chawcroth des Bundes. Die qualitative Bedeutung der Bundcsalijah kommt vor allein in der Bewährung im Lande zum Ausdruck. Der Anteil des Bundes an der Jtigend-Alijah beträgt etwa 30 — Unter den organisatorischen Beschlüssen sind hervorzuheben: Herstellung einer zentralen Anregung und Kontrolle der hebräischen Arbeit, wobei in kürzester Zeit durchgesetzt werden soll, daß jeder Chawer des Bundes dreimal w'öchcntlieh einer! qualitativ zufriedenstellenden hebräischen Unterrieht erhält. Weiterhin ist für die nächste Zeit ein ״Monat des Bundes“ angesetzt worden. Im Verlauf dieses Monats werden die verschiedenen Altcrsschichtcn im Bunde sich mit der Geschichte des Bundes in Deutschland und in Erez Israel und der Bundesideoiogie nach einem festen Programm beschäftigen. Rechtsanwalt Dr. Lichtig leid I, Düsseldorf, ersucht uns unter Bezugnahme auf den in der ״J. R.“ vom 27. Okt. veröffentlichten Bericht über eine Reiclisarbeitsgerichtsentschcidung ״Jüdische Angestellte öffentlicher Betriebe“ mitzuteilen, daß Interessenten nähere Angaben von ihm erhalten können. Im Erholungsheim des Jüdischen Frauenbundes in Lehnitz bei Berlin können Ermüdete, Nervöse und Rekonvaleszenten günstige und dabei nicht kostspielige Erholung finden. Besonders der Winter und die Ucbergans/citen sind für solche Nachkuren geeignet. Magen-, Gallen- und Nierendiäten können berücksichtigt werden, aber nicht Zuckerdiät. Lehrhausbcginn in Köln. Das Jüdische Lehrhaus Köln eröffnete sein Wintersemester mit einem Vortrag von l>r Ludwig Feuchtwanger (München) mit dem Thema.' ״Jüdische Eigenkultur in Vergangenheit und Gegenwart“. pr definierte den Begriff Kultur als ״spontane Aeuflerung“, a|s selbstschöpferischen Akt und zeigte die Bedingungen und Aeußerungen jüdischer Kulturzentren: Die Zeiten um 200 bis 500 n. Chr. in Babylon (Schaffung des Talmud babli) und die ostjüdische Kulturwelt des frühen Mittelalters bezeich. iicte er als Blütezeiten jüdischer Eigenkulfur. Für die Gegenwart verlangte er als Vorbedingung jüdischen Kultur- Schaffens eine echte ״Tcschuwah“ und vor allem auch jij. dische Sprachpflege als Volkssprache. — Das Programm enthält 23 Arbeitsgemeinschaften, die sich mit den Lehren des Judentums, mit jüdischer Geschichte, Literatur und hebräischer Sprache, aber auch in einer größeren Reihe als bisher mit jüdischer Gegenwartskunde befassen. Es laufet! auch eine große Zahl von Snrachk ursen, die Hebräisch, Englisch, Spanisch und bras.-Portugiesisch umfassen, also dem direkten Auswanderurigsbediirfnis nach Uebersce dienen. Außerdem sind zahlreiche Vorträge über allgemeine Themen vorgesehen. Genauer Lehrplan sowie Auskünfte durch die Gcschäftslcitung (L. Grünebaum, Lotharstraße 34). Aus dem Landschulheim Herrlingen. Der soeben erschienene Bericht über die Arbeit des Landschulheims Herrlingen im Schuljahr 1935-193() gibt eine Fülle interessanter Einzelheiten über das Leben in Herrlingen und die Gestaltung des Unterrichts. Nach einem kurzen Abriß über die äußere Entwieklurig ist am interessantesten der Abschnitt über die Gestaltung des Landschulheims, in dem über die Erfolge der Cliewrahbildung berichtet wird und die Prinzipien dargelegt werden, nach denen die Kinder zur ״Autonomie“ geführt werden. Sehr eingehend wird die Frage der Autorität erörtert, insbesondere, wie sie den Kindern als Lcbensgrundlage vermittelt werden kann. Der Bericht gibt ferner Aufschluß über die religiöse Gemeinschaftserziehung, der es gelang, mancher Schwierigkeiten Herr zu werden. Schließlich wird das Zusammenarbeiten von Schulleben und Heimleben geschildert, die stark ineinander greifen. Der Bericht schließt mit fachlichen Ausführungen über die Gestaltung der einzelnen Schullächer. Fritz Rosenthal (Ben-Chorin) bittet uns, einen in seinem. S c h n i t z I e r - A u f s a t z (,,J. R.“ Nr. 84) enthaltenen Druckfehler zu berichtigen. Es soll dort — Spalte 3, Absatz 2, Zeile 3 — statt ״pseudo-heidnisch“ richtig: ״pseudo. heldisch“ heißen. ״.talt Spez.: Neugummle• Vulk«״l5*eIc1 LE ru"9 Original- TäNILS*“1■ Goodyear-Profil Autobcr Autozubehör ü 1 fFS ößbrilder AVU Riebenfeld Berlin W, Doachimsthaler Str. 22 / 3 2, 1744 Berlin C, Alexander*tr. 30 / E 2, 4976 ״Rutschnie“-Verfahren, 100% gleitsicher! i IlTAfl zu allen GHegenheiten AUTOS j 6 in 1410 Efeg. Kraftwagen vermietet außer•! billig F 8 8467, Schimmel Auto - Spritz - Lackiererei Karois.rl.-R.paratur.n Langj. 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