Mannheim
Compact Memory

Jüdische Rundschau · 1936-11-10 · Heft 90 (10.11.1936) · page 1

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Rundschau
Volume
41 (1936)
Issue
Heft 90 (10.11.1936)
Date
1936-11-10
Page
– (sequence 1)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
96% known words query
IRI
…/2651273-2653922-2654006--29800-2691345
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

-J4i1.1336 1 ׳f <✓? Nr. 99 ׳׳ Jahrgang 41 Preis 25 Rpf. JÜDISCHE RDNDSCHÄD ftdtriftleltnng,V»rlA« ■. AiiuIgMvtfvaltttBfi BtrllnW IS, M«lMkMtr.ll Ftnnfi SammtUNamner J1 (Bismarck) 9031. - BexugspreU ein»cl)lieClicb Bestellgeld f« Monat RM 2,—, je Vierteljahr RM 5,75, bei Abholung RM 1,88 fcxw. RM 5,39, — Posischedc Konten der Vertrieb■. Abteilung! Berlin 71573 (für Groß - Berlin), Berlin 17392 (für das Übrige Reich), in FStleo höherer Ceyralt besteht kein Anspruch auf Nachlieferung oder Erstattung eb*m schon geishlter Bexugsgeb&hren. — Enehsint Jedes Dienitag ■ad fraitag. Der Zionismus erstrebt für das JOdIsche Volk die Die neuen Erklärung der Jewish Agency ׳ Ueber die von Kolonienministcr Ormsby-Gore m der Unterhaussitzurig vom 5. November abgegebene Erklärung über die Palästinapolitik ist noch folgendes nachzutragen; Die Erklärung des Kolonienministers, in der er die Einwanrfcrungsschedule für die Zeit vom Oktober 1036 bis März. 1037 bekanntgab, erfolgte auf eine Anfrage des Abgeordneten Tom Williams. Abg. Williams batte gefragt, ob der Kolonienminister eine Erklärung über die Einwanderung nach Palästina in der Zeit, in der die Kgl. Kommission in Palästina weilen und dort ihre Untersuchung durchführen werde, abgeben könne. Die Antwort des Ministers, der zunächst auf seine Erklärungen vom 19. Juni und 22. Juli (wonach keine Aenderung der Politik beabsichtigt se!) verwies, lautete: Die Regierung hat die Frage geprüft, ob die jüdische Einwanderung nach Palästina während der Zeit, in der die Kgl. Kommission ihre Untersuchung durchführt, eingestellt werden soll. Die Regierung ist zu dem Ergebnis gekommen, daß eine zeitweilige Einstellung der Einwanderung aus wirtschaftlichen oder anderen Gründen nicht gerechtfertigt wäre. Die Regierung ist der Ansicht, daß im Fall einer drastischen Aenderung der Einwanderungspolitik eine Veränderung der Lage im Lande cintreten und die Arbeit der Kgl. Kommission präjudiziert werden würde, da diese Kammission auch die Frage der Einwanderung zu prüfen haben wird. Die Regierung glaubt jedoch, daß unter den jetzigen Verhältnissen der High Commissioner ersucht werden muß, die wirtschaftlichen Möglichkeiten des Landes zurückhaltend zu beurteilen. Dementsprechend ist die Arbeitereinwanderungs-Schedule für dieses Halbjahr, die im vergangenen Monat hätte ausgegeben werden sollen, mit 1800 Zertifikaten festgesetzt worden. In Beantwortung anderer Anfragen erklärte der Kolonienminister, daß die jeweilige Aufnahmefähigkeit Palästinas, nach der die Einwanderung bemessen wird, nicht vom Colonial Office, sondern vom High Commissioner festgesetzt wird, der hierbei das Urteil von Fachleuten beriscksichtigt. Was den Bericht der Kgl. Kommission betreffe, so werde dieser sofort nach der Rückkehr der Kgl. KonU mission, vorgelegt werden. Erklärung der Jewish Agency Die Exekutive der Jewish Agency in Jerusalem hat folgende Erklärung herausgegeben: ״Die Exekutive der Jewish Agency kann nicht umhin, ihrem Bedauern Ausdruck zu verleihen über die äußerst begrenzte Schedule, die ihres Erachtens nicht ausreicht, um auch nur den dringendsten Erfordernissen der wirtschaftlichen Entwicklung Genüge zu leisten. Eier jetzt bewilligten Schedule kommt jedoch eine hervorragende Bedcutung zu durch die Tatsache, daß im vorliegenden Falle die Entscheidung nicht vom High Commissioner, sondern vom Kabinett getroffen und daß die entsprechende Bekanntmachung vom Kolonicmninister im Parlament gemacht w'urde. Der Punkt, auf den es ankommt, ist nicht der Umfang der Schedule, sondern die Frage, ob die jüdische Einwanderung weiter bestehen bleiben oder suspendiert werden soll. Während der vergangenen sechs Monate waren wir einem gewalttätigen Angriff ausgesetzt, der speziell auf die Zerrüttung des heiligen Rechtes des jüdischen Volkes zielte, nämlich auf das Recht der Einwandcrang nach Palästina. Außer der Verteidigung unseres Lebens und Eigentums hatten wir auch noch die ständige Gefahr einer Suspendierung der Einwanderung unter dem Druck des Terrors abzuwenden, eine Gefahr, deren Verwirklichung die Untersuchungen der Kgl. Kommission präjudiziert hatte. Die Exekutive stellt mit Dankbarkeit fest, daß die Mandatarmacht ihren wiederholten Erklärungen, dem Terror nicht zu weichen, treu geblieben ist und dieser Haltung auch im vorliegenden Kabinettsbeschluß Ausdruck verliehen hat. Diese wichtige Entscheidung kennzeichnet jedoch nicht das Ende unseres Kampfes für die Zukunft: der jüdischen Einwanderung Sowohl wie unserem gesamten Werk in Palästina drohen noch ernste Gefahren, und es ist daher von höchster Wichtigkeit, daß das jüdische Volk alle seine Krätte auf die Erhaltung seiner grundlegenden Rechte in Palästina konzentriert.“ Die Reaktion der Araber Das Oberste Arabische Komitee hat in seiner am Freitag ®!»gehaltenen Sitzung beschlossen, die Zusammenarbeit mit der Kgl. Untersuchungskommission zu verweigern. Dieser Beschluß des Obersten Arabischen Komitees ist dem High Commissioner bereits offiziell mltgeteilt Worden. Die Araber wollen damit offenbar dem Beispiel der Inder folgen, die seinerzeit gleichfalls die Zusammenarbeit jnit der unter dem Vorsitz von Sir John Simon stehenden Kommission verweigert haben. Ueber die Stimmung der Araber am Donnerstag nach Eintreffen der Nachrichten über Ormsby-üores Erklärung wi Unterhaus berichtet ״Palcor“, die Araber seien sehr ent• BERLIN כ״ה מרחשת חרצ״ז DIENSTAG, 10. NOVEMBER 1936 Schaffiifig einer öffentlich ־ rechtlich gesicherten Zertifikate ־־־ Non •Cooperation der Araber täuscht gewesen. Aus arabischen Kreisen, so heißt es weiter, wird berichtet, daß die Araber erwartet hatten, die Beratung des Kabinetts «׳erde zu einer Vertagung der Entscheidung über den vorliegenden Antrag der Jewish Agency auf Bestätigung der Arbeiter-Zertifikate bis zur Zeit nach Abschluß der Untersuchung durch die Kommission führen. Berichte in gleicher Richtung waren von seiten des Londoner Vertreters des Obersten Komitees, Emile Ghory, aus London eingetroffen. Die arabische Presse gibt der Stimmung der Araber Ausdruck. ״Al Difaa“ schreibt: ״Die Araber sind bestürzt über den von der englischen Regierung gefaßten Beschluß. Eine Suspendierung der Einwanderung würde keinen Präzedenzfall darstcllen, da diese Maßnahme nach allen früheren Unruhen stets von der Regierung getroffen ■wurde; um so mehr sollte dies nach den letzten Unruhen, die in der Haupt- Sache ein Kampf um eine Einwanderung»- sperre waren, geschehen im Einklang mit der Forderung der Araber, Die Weigerung der Regierung, diese Forderung auch nur für die Dauer der Untersuchungen der Royal Commission zu erfüllen, zwingt die Araber, ihr Verhalten gegenüber dieser Kommission einer Revision zu unterziehen.“ ״Al-Liwa“ erklärt: ״Die Araber haben sämtliche Forderungen der Regierung erfüllt; die Regierung dagegen hat nicht einer einzigen der arabischen Forderungen entsprochen. Die Tatsache, daß die Einwandcrung nicht suspendiert worden ist, weist darauf hin, daß die Regierung ihre bisherige Politik weiter verfolgen will.“ Auni Abdul Hadi und Khaldi haben sich Freitag nach Amman begeben, um mit dem Emir Abduliah über die neugeschaffene Lage zu beraten. Der Jerusalemer Berichterstatter der ״Times“ telcgraphierte seinem Blatte, ein einflußreicher Araber habe erklärt, es zeige sich, daß Großbritannien nichts aus dem arabischen Streik gelernt hat; die Erklärung des Ministers erweckt bei den Arabern den Eindruck, daß die Regierung und das Unterhaus gegen sie seien. Die Tatsache, daß die Einwänderung ziffernmäßig unter der Absorptionskraft des Landes gehalten ist, betrachten sie nicht als Trost, während die Enttäuschung der Juden in diesem Punkte ihnen eine Genugtuung sein sollte. In einer Leitartikel-Betrachtung über die durch die Abreise der Kommission nach Palästina entstellende neue Lage schreibt die ״Times“ vom 6. 11. mit Bezug auf die neue Zertifikats-Schedule, daß dieser ״Mittelweg“, den die Regierung gewählt habe, von den Zionisten heftig kritisiert und von den Arabern stark angegriffen werde; aber er habe den Wert, den arabischen Führern keine Gründe für die Annahme zu liefern, daß die Gewalt ihr Ziel erreicht hat, und die Befürworter eines Kompromisses zwischen Arabern und Zionisten zu ermutigen. Araber bei Wauchope Jerusalem, 7. November. (Palcor.) Eine Abordnung des Obersten Arabischen Komitees, bestehend aus dem Mufti, Nashashihi, Dschemai Husseini und Alfred Rock, wurde heute vom High Commissioner zu einer Besprechung empfangen. Auf ihren Protest gegen die Bewilligung der neuen Schedule erwiderte Sir Arthur Wauchope, daß dieser Be- Schluß von der britischen Regierung gefaßt worden sei. Er wies auf die kleine Zahl der bewilligten Zertifikate hin und betonte, daß er einen Boykott der Kgl. Kommission als schweren F e h I e r betrachte, ln ihrer Erwiderung hoben die ’ Araber hervor, daß es ihnen nicht auf den zahlen mäßigen Umfang, sondern auf das Weiterbestehen der Einwanderung i m Prinzip ankomntc, und daß sie selbst gegen Bewilligung von 18 Zertifikaten protestieren würden. Außerdem forderten sie Freilassung der in Sarafcnd Internierten, worauf der High Commissioner erwiderte, daß, vorausgesetzt daß noch weitere vier Tage Ruhe im Lande herrsche, die Konzentrationslager geschlossen werden würden. Das Oberste Arabische Komitee trat Sonnabend nachmittag wiederum zu einer Sitzung zusammen, der sämtliche Mitglieder, auch Auni Abdul Hadi und Khaldi, die Inzwischen aus Aman zurückgekehrt waren, beiwohnten. Die Frage des Boykotts der Kgl. Kommission führte zu einer hitzigen Debatte, in deren Verlauf die wen!- gen, die den Vorschlag des Emirs Abdullah, den Beschluß des Komitees zu annullieren, unterstützten, der Mehrheit weichen mußten. Es wurde endgültigbeschlossen, die Kgl. Kommission zu boykottieren und ein Manifest in diesem Sinne zu veröffentlichen. In diesem inzwischen erschienenen Manifest wird erklärt: Das Komitee betrachtet den Beschluß der Regierung, die jüdische Einwanderung — entgegen den arabischen Hoffnungen — nicht einzustellen, als eine Vergewaltigung der arabischen Rechte und als Beweis für den Mangel an gutem Willen, eine praktische Lösung der Araberfrage herbeizuführen. Das Komitee bedauert diese Haltung der Regierung und hat beschlossen, unter diesen Umständen von einer Kooperation mit der Kgl. Kommission Abstand zu nehmen, und fordert die ganze Nation aut, diesen Beschluß zu respektieren. * Es ist freilich abzuwartenj ob die Araber ihren Beschluß der ״Non-Cooperation“ (Nicht-Zusammenarbeit) aufrechterhalten werden. Es wird nicht an Bemühungen fehlen, sie davon abzubringen. Im übrigen würde ihr Fernhalten von der Kommission ihrer Sache wahrscheinlich nicht .nützen. _ GSltigt Anze!?ct>prel>l!at<> Nr. 5. Die 12 ge«p«ltene mm - Zeile 20 Rpf., für Familien . Nadiriehlen 15 Rpf. Für die Aufnahme von Anreisen in bestimmten Ausgaben oder im bestimmten Plütren wird keine Gewähr geleistet. Gelegenheits- «!«eigen nur gegen Vors״,ishlung auf Postscheck - Konto Berlin 71618 oder bar Montag bis Freitag 9—-18 Uhr. Armahmeschlufi für din Dienstag - Ausgabe Montag 10 Uhr, für die F reitag . Ausgabe Mittwoch 13 Uhr. (Für Famiüeti-Anrcigen arn Tag vor Erscheinen 13 Uhr) Heimstätte In Palästina, (Baseler Programm) ZionisiischerWahlsieginWien Wiener Kultusgemeinde bleibt zionistisch Von 36 Vorstehern 23 Zionisten Von unserem Berichterstatter J. R,, Wien, 8. November, nachts Unter einer noch nie dagewesenen starken Wahlbeteiligung fanden heute die Wahlen in den ״Vorstand“ (-— ״Repräscntantcnversainmiung“ nach Berliner Sprachgebrauch) der Wiener Kultusgemeinde statt. Sie brachten nach einem erbitterten, beispiellos scharf geführten Kampf den zionisti• sehen Parteien einen großartigen Sieg. Von den zu besetzenden 36 Mandaten vermochten die zionisti* sehen Gruppen insgesamt 23 Mandate auf sich ■zu ver• einigen. Die bisherige zionistische Majorität in der Wiener Kultusstube ist damit nicht nur gewahrt worden, sondern sie hat eine bemerkenswerte F e s t i g u n g erfahren. Die Wiener Jutlongemeinde, die zweitgrößte jüdische Gemeinde Europas, bleibt unter zionistischer F 11 I! r u n g. Knapp vor Mitternacht wurden von der Haupt',vahlkommission im Präsidium der Kultusgemände folgende Wahlrcsultate bekanntgegeben: Von rund •10 IKK) Wahlberechtigten wurden insgesamt 31 620 gültige Stimmen abgegeben, was einer durchschnittlichen Wahlbeteiligung von 7()״״ entspricht. (In manchen der 53 Wahlsprenge! in Wien erreichte die Wahlbeteiligung fast 00 ״'s.) Bei den letzten Wahlen im Jahre 1632 gab es bei 50 000 Wahlberechtigten insgesamt 26 178 oder 53 0!׳ Wähler. Von den abgegebenen Stimmen erhielten: Die ״Zionistische Liste“: 16 339 Stimmen und 19 Mandatc (früher 17), ״Soziale Arbeitsgemeinschaft—Liste des Arbeitenden Palästina“: 2793 Stimmen und 3 Mandate, Der zionistische ״Adolf Stand-Klub“, gekoppelt mit der ״Liste der jüdischen Jugend": 945 Stimmen und 1 Mandat, ״Union österreichischer Juden“: 11 543 Stimmen und 13 Mandate (früher 11). Im neuen Vorstand wird demnach eine zionistische Majori» tat von 23 Vorstehern 13 Unionisten jzegenüberstehen. * Die ״Zionistische Liste“ zieht, wem! man ihr die ״Stand» Klub-Liste“ hinzurechnet, mit 20 Mann in den Vorstand ein. Hierzu kommen jetzt noch die drei Vertreter des ״Arbeitenden Palästinas“. Diesen allen stehen 13 Unionisten gegenüber — das ist das gleiche Zalilenvcrhältnis, nur in umgekehr» tem Sinne, wie dies vor 16 Jahren bestand, als die Zionisten im Jahre 1920 zum ersten Male mit einer starken Gruppe von 13 Mann in die Kultusstube ein/ogen. Seither ist das Wachstum des zionistischen Einflusses in der Gemeinde unaufhaltsam. Bei den letzten Wahlen 1632 eroberten die Zionisten, obwohl in mehreren Gruppen marschierend, 17 ,Mandate und brachen damit nach dreißigjährigem Kampf die bis dahin unerschütterlich scheinende Vorherrschaft vier ,,Union“. Sie erlangten die Führung der Gemeinde. Nun galt es, nach vier schweren aufreibenden Arbc-itsjahreii, das Votum der Wiener juiicnschaff enfgcgen/.unelimen. Die Zionisten konnten einen Stimmenzuwachs von rund 3131 erzielen, während die ״Union“ trotz ihres geradezu gigantischen Aufwandes an Mitteln bloß 1400 Stimmen mehr auf ihre Liste bringen konnte als hei den letzten Wahlen (10 1(M), und zwei Mandate mehr als sie im letzten, auf 2S Vorsteher reduzierten Vorstand waren (11). Jetzt, da diese Zeilen geschrieben werden, da vor den Gebäuden der Kuitusgamunde in der Seitenstettengasse eine jjroße begeisterte Menschenmenge sich staut und die Wahl• ergebnisse, die den zioni-ii-chen Sieg künden, mit stürmischen Hochrufen «ntgegonnelimeii, soll über das Entnervende dieses erbitterten Wahlkampfes, ja auch über das Beschämend« seiner Formen, nicht gesprochen werden. Es ist vorbei und mutet morgen vielleicht schon wie ein Spuk an, an den man nicht mehr erinnert werden will. Woran wir aber in Hinkunft denken wollen, ist, daß 20 000 Wiener Juden zur zionistischen Idee sich bekannt haben. Diese Tatsache erst macht den Ausgang der Wahlen zu einem über Wiens Grenzen hinaus bedeutenden Ereignis, das in der ganzen zionistischen Welt brüderliche Genugtuung auslösen wird. Präsident Dr. Friedmann über das Wahlergebnis In einer unmittelbar nach Bekanntwerden des zionistisehen Wahlsieges im ״Ring der Alten Herren-Verbändc“ veranstatteten Feier hielt der Präsident der Kultusge!neinde,_Staats- Tat L)r. Desider F r i ed tn am, stürmisch akklamiert, eine Anspräche, in der er die Bedeutung des Wahlausganges als großen zionistischen Sieg kenn/eiehiiete. Dieser Sieg — führte der Redner aus — ist im Sinnbilde Theodor Herzls erfochten worden. Die Zionisten seien unter den ungünstigsten Bedingungen in den Kampf gezogen, der von den Gegnern mit allen Mitteln geführt wurde. Der Ansturm der Gegner war der letzte Versuch, das letzte Unternehmen, die zionistische Herrschaft der Jüdischen Gemeinde zu entreißen. Die Wiener Jüdische Gemeinde ist heute mehr denn je zti einer zionistischen Hochburg geworden, über der die Zionsfalme flattert, die niemand mehr heruntcrholcn wird. Nachdem Staatsrat Dr. Friedmann den anwesenden Dichter Richard Bcer-Hofmann begrüßt und ihm für sein zionistisches Bekenntnis gedankt hatte, sprach er zum Schluß ä

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.