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Jüdische Rundschau · 1936-11-06 · Heft 89 (6.11.1936) · page 7

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
41 (1936)
Issue
Heft 89 (6.11.1936)
Date
1936-11-06
Page
– (sequence 7)
Language
German
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Nf. 89, 6. XI. 1936 JÜDISCHE RUNDSCHAU Seif« 7 Die ״Mifal Bizzaron"- Aktion Von unserem Londoner Berichterstatter J. K., London, 2. November Das Aktions-Comite hatte in seiner Septembersitzung einstimmig beschlossen, in den kommenden Monaten eint Sonderaktion in der ganzen jüdischen Welt für Sicherheit und Aufbau durchzuführen. Herr Leo Herrmann, der von der Exekutive mit der Leitung der Aktion beauftragt worden ist und gemeinsam mit Dr. Arthur Hantke, dem Direktor des Keren Hajessod, die Arbeit bisher von London aus durchgeführt hat, hatte die Freundlichkeit, Ihrem Berichterstatter einige Mitteilungen über die Ziele und den bisherigen Verlauf der Aktion zu machen. Die Aufgabe Es ist beabsichtigt, im ganzen 300 (WO Pfund aufmbringen, von denen zwei Drittel in den angelsächsischen Ländern und der Rest auf dem europäischen Kontinent gesammelt werden sollen. Der Voranschlag der Exekutive über die Verteilung dieser .Summe ist von Elieser Kaplan bereits aut der Aktions-Conritc-Sitzung in großen Zügen entworfen worden. Und zwar sind vier I lauptarbcitsgebiete vorgesehen, für die die gesammelten Gelder Verwendung finden sollen. Politische Tätigkeit und Sicherheitsmaßnahmen, Arbeitsbeschaffung und Bekämpfung der Arbeitslosigkeit, Anleihen für Handel, Industrie und Landwirtschaft und schließlich Soziale Fürsorge. Für politische Tätigkeit sind 20000 Pfund ausgesetzt worden, die besonders für politische Propaganda in Erez Israel und seinen Nachbarländern Verwendung finden sollen. Die Vorbereitungen für die Untersuchmigskommission müssen ebenfalls von diesem Fonds finanziert werden. Für Sicherheit« 111 a IS n a h 111 e 11 werden etwa 70 000 Pfund benötigt werden. Davon geht die Hälfte auf Unterhaltungskosten der jüdischen Hilfspolizci für die ersten sechs Monate. Die Regierung hat sich bekanntlich nach langen Verhandlungen nur bcrcitcrklärt, 50 0,״ der Kosten zu tragen, während die übrigen 50 ״> nur zu zwei Dritteln aus lokalen Mitteln aufgebracht weiden können. Es hat sich für die Verteidigung als unbedingt erforderlieh erwiesen, daß jede Siedlung wenigstens ein festes, zweistöckiges Halis erhalt; viele neuere Siedlungen haben bisher nur Baracken gehabt. Aus denselben Gründen werden sich die Siedler auch an dem von der Regierung zugesagten Bau neuer Straßen beteiligen, insbesondere an den Baukosten von Verbindungswegen zwischen einzelnen Kolonien und der Hauptclmissce. Die Siedler sind bereit, alle diese Kosten selbst zu tragen. Sie brauchen aber zu diesem Zwecke eine langfristige A 111 e i 11 e unter günstigen Bedingungeii, deren Höhe auf 35 000 Pfund geschätzt wird. Hinzu kommen noch 5000 Pfund für Umzäunungen der Siedlungen, so daß für Sicherheit und politische Arbeit 90000 bis 100000 Pfund benötigt werden. Arbeitsbeschaffung Eine Folge des arabischen Streiks war das Eindringen tausender jüdischer Arbeiter in bisher von Juden nicht besetzte Arbeitszweige. 111 den Häfen, Eisenbahnen und städtischen Unternehmungen sind für die jüdische Arbeit lebenswichtige Positionen geschaffen worden, die aber unter sehr schlechten Lohnverliaitriisscn zu leiden haben. Infolgedessen müssen die so beschäftigten Arbeiter durch billige Wohnungen, sanitäre Einrichtungen issw. unterstützt werden. Für diese Zwecke ist eine Summe von 30 000 Pfund erforderlich. 20 000 Pfund sollen der Gesellschaft Bi z zur zur Verfügung gestellt werden zur Gewährung von Anleihen für öffentliche Arbeiten und damit zur Bekämpfung der Arbeits-!osigkeit. Für Arbeitslosenunterstützung wurden 15 000 Pfund bestimmt. Die jüdischen Transportgesellschaften haben bekanntlich mehr als irgendeine andere Gruppe unter dm Unruhen zu leiden gehabt, und besonders die Chauffeure, die trotz allen Schwierigkeiten den Verkehr im Lande aufrechterhalten haben. Ihnen soll daher durch eine Anleihe von 15 000 Pfund geholfen werden. Handel! Industrie und Landwirtschaft Zur Unterstützung von Industrie und Handel sind bereits mehrere Fonds gegründet worden, um den Unternehmungen durch Bankgarantien billige Kredite zu verschaffen. Für diesen Zweck sind bisher schon 7000 Pfund bereitgestellt worden, die benötigte? Summe wird auf 50 000 Pfund geschätzt. Aut diese Weise wird ein Vielfaches der bereitgestellten Geldmittel flüssig gemacht werden können. In der Landwirtschaft hat besonders eine Gruppe sehr schwer gelitten. Lohnarbeiter, die sich mit selbstersparten Mitteln angesiedelt haben, deren Mittel aber nicht ausreichten, die Wirtschaft zur Vollendung zu führen, so daß sie weiter auf Nebenverdienste in Form von städtischer Lohnarbeit angewiesen waren. Infolge der Unruhen haben sie ihre städtisehen Arbeitsplätze eingebufit und konnten auch ihre Scholle aus Sicherheitsgründen nicht verlassen, Gleichzeitig bietet sich hier die Möglichkeit, durch Stützung und Erweiterung dieser Siedlungen der größeren Nachfrage nach jüdischen Landwirt- Schaftsprodukten entgegeimikommcn. 7.ur Unterstützung dieser Siedler, teilweise in der Form von Anleihen, wurden 40 000 Pfund veranschlagt. Soziale Fürsorge Die verschiedenen sozialen, sanitären und Erziehung■;• Institute sind durch die Unruhen stark in Anspruch genommen Worden. Und obwohl Palästina selbst schon 30 000 Pfund «och während der Unruhen gesammelt hat und noch weitere 20 000 Pfund zur Unterstützung dieser Institutionen auf bringen soll, wird auch ein Beitrag aus der Qaluth unerläßlich sein. Biese Summe wurde auf 40 000 Pfund festgesetzt. Der bisherige Verlauf der Aktion Um die Aktion zu einem möglichst großen Erfolg zu führen, ist die Mitarbeit eines größeren Stabes prominenter Zionisten sichergestellt worden. Außer den an dieser Stelle bereits genannten Rednern haben sich u., a. Dr. Elias Auer- 1יach für die Schweiz und Holland, Dr, Ooldmann für Jugodawien und Dr. Siegfried Kanowitz für Schweden zur Verlugung gestellt. Herr Dr. Hantke hat sich, nachdem die Vor- Bereitungen für den europäischen Kontinent in London abgeschlossen worden sind, auf eine Reise nach verschiedenen Zentren auf dem Kontinent begeben. In England und Amerika ist die Aktion bisher noch nicht in Gang gekommen. ln England besteht ein Vertrag mit dem ״Council for Derman Jewrv‘, in dem sich der Keren Hajessod verpflichtet »al, seinen gesamten Apparat dem Council zur Verfügung zu Pellen und selber keine Separataktionen vorzu nehmen. Dr. Weizmann wandte sich daher an Sir Herbert Samuel, Lord Bearsted, Mr. Simon Marks und andere führende Person- Ein ״Judentag“ in Polen ״Mifal Bizzaron“ als Volksaktion ־־־■ Zusammenschluß der Jugend Von einem Spezialkorrespondenten —er, Warschau, 2. November Seit etwa zwei Wochen steht die zionistische Jaderiheit Polens im Zeichen ■einer überaus intensiven Tätigkeit für den ״Mita! Bizzaron1‘. Im Gegensatz zu den übrigen L,1ndem wird hier die Aktion in zwei Richtungen geführt. Man beschränkt sich keineswegs auf die bloße Erfassung der materiell leistungsfähigen Elemente, sondern der gesamten Aktion wurde der Charakter einer ausgesprochenen Volksaktion verliehen. Schon auf der Züricher Tagung des A.-C. unterbreitete der Direktor des KH., Herr Leib Jaffe, den Antrag, die Bizzaron-Aktion in den Ländern mit großer jüdischer Massensiedlurig in die breitesten Volksschichten zu tragen. Dieser Antrag bezweckte vor allein eine einmalige großzügige Mobilisierung von jüdischen Massen, Um die jüdische Millionenbevölkerung in Polen und anderen jüdischen Zentren von Osteuropa für den Palästina-Aufbau zu gewinnen. Der Grundgedanke des Antrages des Herrn Jaffe lag vor allem darin, an einem Tage, mit Hilfe von tausenden Paaren jüdischer Jugendlicher, eine (iddsammlung durchzufiihren. Abgesehen vom Zw׳eck der bloßen Geldsammhing, bringt eine solche Massenaktion in die Jugendbewegung selbst neuen Schwung. Herr Jaffe seihst übernahm, über Aufforderung Dr. Weizmanns und der Exekutive, die Leitung dieser jugewlaktion in Polen. Während seines jetzigen mchrwöchentlichen Atifenthaltcs in Polen gelang es Jaffe, die seit Jahren zersplitterte jüdische Jugendbewegung unter der Devise ihrer massenhaften Teilnahme am Mifal Bizzaron zu einigen und in den Htmderten von Städten und Städtchen für die verschiedenen Jugcndbiindc verschiedener Richtung eine einzige gemeinsame Adresse zu schaffen. Bei der Berücksichtigung der in Polen obwaltenden parteipolitischen Verhältnisse war dies kein leichtes Unternehmen. Jaffe hat hier ein organisatorisches Werk zuwege gebracht, das sicherlich zu einer Festigung der |ugendbewegung und Jugendorganisation und ihrer Zionisierung, sowie engeren Verbindung mit Palästina beitragen wird. Nicht zu verkennen ist auch, daß dadurch ein organisatorisches Instrument für die tägliche zionistische Arbeit, hauptsächlich aber für den Sammelapparat des KKL geschahen worden ist. Die Bemühungen Jaffes wurden von den Weltverbanden der zionistischen Jugendorganisationen in Palästina unterstützt und durch die Erlassung eines gemeinsamen Aufrufes wesentlich gefördert. Der geschaffene Organisationsapparat umfaßte das gesamte in allen Bezirken Polens ausgehr־citete Netz der jugcndbiindc, die im Laufe der letzten Wochen von zahlreichen Delegierten besucht werden. Erwähnenswert ist auch, daß 2000 Mitglieder von Kibbuzim sich in den Dienst der Sache stellten, was den Gang der Aktion wesentlich belebte. Auf Grund eines bis ins kleinste Detail ausgearbeiteten Aktionskalciiders wurde die Aktion in ihren organisatorischen Grundlagen bekamitgcgcbcu. Die vereinigten Judenknmitees in 150 Städte(: KongrctJpolens und in einer nicht minderen Anzahl in Wcstgali/icn proklamierten den I. November (in Ostgalizien den 8. November! als den Sammeltag. In Warschau seihst und in vielen anderen Städten fanden große Jugendakadcmien statt, an denen Tausende von Jugendlichen teiinahmen. In der Warschauer Akademie riefen die Ansprachen der Vertreter aller zionistischen Jugendorganisationen limj der Leiter der Aktion Ing. Reiß und 1 >r. Sc hi per, sovlie der zufällig auf der Durchreise befindlichen Herren Dr. Kanowitz, Tcl-Awiw, und I >r. Nh M. Gelber, Jerusalem, die den Versammelten einen Gruß des pnlas;i1u-11!.i'Cl1cn Jischuw übermittelten, eine begeisterte Stimmung hervor. Die gesamte jüdisch-zionistische I agespresse stellte sich dem Mifal Bizzaron zur Vertilgung. I ׳,ein r UKXiO Jugendpaare in etwa (>Ot Städten in Kongreßpolen md über 2(100 lugendorganisatiims/ellen timt etwa 5000 Paare in (lali/icu besuchten jüdische Häuser --- ein wirklicher J 11 <1 e n t ,ו g für Erez Israel! RH einer selbst beuche ui<'m n t rrechming ist: anzunehmen, daß Sonntag mindestens I'-100000 Juden von unseren jungen für die Palästina-Sache aiifgerufen wurden. Schon diese Tatsache allem bedeutet, ahgcMdien von dem zu erwartenden ansehnlichen materiellen I rgebni!, einen organisatorisrhen und propagandistischen I riolg ersten Ranges. /plut/ze | ALLIGATOR^■ das vi n d g u t e l e detw a r e וו UNSERE VERKAUFS GF. SCHAFTE: Berlin, T*u*nt*irmtraße 16 Hamburg, JtmjjIVrnsUrjj 43 Köln a. Rh., Hohe Straße H5 Essen, Ljmbeekarstrsße 10 Wuppertal-Elber^ E!יי e tt, Ar»! HaupthahnboHO B o e h um, Kortumstraße 67 Frankfurt - M., Roßmerlrt 15 Zentrale: Offenbach a. M. tlH, Hery-ögitraß« 36 Iichkeiten des Council, um ihre Spezialgenehmigung Bür eine Aktion unter diesen besonderen Umständen zu erhalten. Der Council for German Jewry gab seine Zustimmung, es wurde aber beschlossen, der Sammlung in Eng'and einen privaten Charakter zu geben. Es werden keine öffentlichen Ver- Sammlungen stattfinden und die Ergebnisse werden nicht öffentlich mitgeteiit werden. Die Aktion wird in gewissem Umfange eine Unterbrechung erfahren infolge der Abreis« Dr. weizmanns nach Palästina. Weizmann verläßt London etwa gleichzeitig mit der Untersuchinigskommission. Er wird sich zunächst nach Paris begeben, wo er an einer Veranstaltung im Interesse des Mifal Bizzaron teilnehmcn wird. Am 10. November spricht Dr. Weizmann für den Mita! Bizzaron in Basel. Von dort aus fährt er direkt nach Palästina. l>r. Weizmann gedenkt keinesfalls vor Anfang Januar wieder in Europa zu sein, Amerika In Amerika haben sich die Verhandlungen nach der Rückkehr der zionistischen Führer von den Tagungen in Zürich und London lange hingezogen, da die nichtziottis,rischcn Kreise um Felix Warburg sich nicht entschließen konnten, ihre Mitarbeit zuzusagen. Fs entstanden erhebliche Widerstände, die teilweise auf die unelastischen Formen des amerikanisclren Sammflsystems zurückzuführen sind. In den meisten Fällen wird in jeder Stadt nur eine Sammlung durchgeführt, die gleichzeitig alle lokalen, kulturellen und philanthropischen Zwecke versorgt, und von der auch die im Ausland zur Verwendung gelangenilvn f omk wie Joint und Keren Hajessod oder Keren Kajemctli gespeist werden. Dieses System der zentralen Samme’ka-seri, der sogenannten chcsts, hatte schon früher zu Auseinandersetzungen zwischen Joint und den zionistischen Fonds geführt. Fs ist noch fraglich, ob die Sonder,aktion für den Miiai Bizzaron überhaupt stattfinden wird oder ob sie in der Kampagne für den United Palcstine Appeal, Anfang 1017, aufgelien wird. Auf alle Falle besteht die Absicht, Anfang 1017 5 Millionen Dollar auf zubringen, wovon in erster Linie der festgesetzte Anteil Amerikas am Mifal Bizzaron gedeckt werden soll. ״Mifal Bizzaron“ in Deutschland Palästina-Konferenz am 15. November Die Durch führt mg des von der Jcwish Agency for Palcstine und der Zionistischen Organisation zur Sicherung, Festigung und Erweiterung des Aufbauwerks geschaffenen ״Mifal Bizzaron u’witachoa“ wird in Deutschland — im Gegensatz, zu anderen Ländern -- nicht im Wege einer Sonderaktion erfolgen, vielmehr mit der gesamten Arbeit des Keren Hajessod im Jahre 5(197 verbunden sein. Den Auftakt wird eine von der Jewi-h Agency, dein Keren Hajessod und der Zionistischen Vereinigung für I)eutschland cinberufenc zentrale P a I;1 s t i n a - K o n f c r e 11 7 am Sonntag, dem 15. November, in Berlin bilden, hei der die jüdische Gemeinschaft in I )cutschland, durch Reichs- Vertretung der Juden in Deutschland, Gemeinden, Landesverbände und große ()rganisationen vertreten, ihr Bek e n 111 n i s zum Auf b au I י a 1 ä s t i 11 a s 1111 d zur eigenen Opfer b er eitsc 11 a ft a 111 e g e n s o 11. Als Vertreterin der Exekutive vier Jcwish Agim־v wird Mrs. Rebecca Sieff (London) an der Tagung teilnehmcn. Nach einer einleitenden An-pr,10110 von I ierrn h’ahh, Dr. B a e r k, dein Präsidenten der Iteuhsvertretiing der Juden in Deutschland und des Keren llaie-sod, werden!rau Sieff und die Herren Dr. Robert Welt sch und Dr. Michael T r a 11 b, der gesch.iffsfuhreridc Vizepräsident des Keren Hajessod in Deutschland, Referate über die gegenwärtige politische und wirtschaftliche Situation des Palastina-Aufbaus erstatten. Erklärungen Ormsby-Gores fn Beantwortung einer Reihe von Fragen des Abgeordneten Josialr Wedgwood gab Kolonien minist er Örmsbv-Oorcira englischen Unterhaus bekannt, daß die Entwaffnung vor! Personen in Palästina, seien es Araher oder Juden, die unberechtigterweise Waffen besitzen, von der Regierung erwogen werde. Der Minister teilte weiter mit, daß er vom lligh Coniinissioner eine Schätzung des von den Juden durch die Unruhen direkt erlittenen Schadens angelordert habe. Zur B o y k o 11 b e w e gu 11 g erklärte Minister t )rmsby-Gore, cs sei ihm nicht hekann t, daß vom Mufti ein antijüdischer Boykott airgeordnet wurde oder daß von den Arabern oder der Palästina-Regierung etwas unternommen worden sei, um die Entwicklung des Hafens von Td-Awiw zu hemmen. Abg. Wedgwood fragte weiter, ob zur Verhinderung illoyaler Handlungen von Beamten in Palästina von allen Personen, die durch die Verwaltung besoldet werden, seien sie Engländer, Araber oder Juden, ein Treueid für Se. Majestät verlangt werde. Der Minister erklärte, es würde der Gepflogenheit in dem dem Kolonienministerium unterstellten Territorium widersprechen, von allen Beamten einen Treueid zu fordern. In einer weiteren Anfrage Wünschte Wedgwood zu wissen, ob der Kolonienminister sich bemühen werde, die Quelle ausfindig zu mac’hen, aus der die Araber das Geld und d i c W a f f c ״ für die Fortsetzung der Unruhen während sechs Monaten erhielten. Der Minister antwortete, daß die Palästina- Regierung die größten Anstrengungen gemacht habe, um diese Quellen zu erforschen. Auf die Frage des Abg. Wedgwood, warum man die Unruhen sechs Monate andauern ließ, ohne das Der Keren Hajessod ist derTräger des jüdischen Aufbaus in Palästina Zentrale für Deutschland, Berlin W15 Meinekestraße 10 / Postscheck: Berlin 1049 51 Kriegsrecht zu verkünden, antwortete der Minister: ״Im Hinblick auf die ■dem lligh Commis-inner durch die Palcstine (Defence) Order in Council übertragenen weitgehenden Vollmachten war es w e d e r not w e 11 d i g, noch w u 11 « sehenswert, das Krieg-recht in Palästina zu verkünden. Angesichts der Entwicklung der Lage aber wurde die Defence Order in der Weise abgeamlert, daß der High Cnmmissioner dem Kommandiert, rulen der Streitkräfte in Palästina sehr weite Vollmachten zur Gewährleistung der öffentlichen Sicherheit und zur Verteidigung des Landes übertragen konnte, sobald die notwendigen weiteren Verstärkungen zur Vertugung standen. Mit Rücksicht auf den Abbruch des General- Streiks am 12. Oktober und auf die Besserling der Lage in Palästina halt e es der Hi g h (I o in missioner nicht nötig, irgendwelche Befugnisse zu übertragen, aber diese Befugnisse bleiben aufrecht und können übertragen werden, falls ernste Unruhen neuerlich ausbreclien.‘־ Schließlich erklärte der Minister noch auf eine diesbezügliehe Anfrage, daß nufer den in Palästina gegenwärtig lierrsehenden Verhältnissen eine Herabsetzung des von Ein- Wanderern verlangten M i n d cs t k a p i t a 1 s wirtschaftlich nicht gerechtfertigt werden könnte. JETZT SCHMUCK KAUPENI Juwaten Robert Buche & Co. neben Cef# Berlin, an der Gedächtniskirche

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