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Jüdische Rundschau · 1936-10-30 · Heft 87 (30.10.1936) · page 23

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
41 (1936)
Issue
Heft 87 (30.10.1936)
Date
1936-10-30
Page
– (sequence 23)
Language
German
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KINDERRIINDSCHAU 4. Jahrgang / Nr. 20 Beilage der ״Jüdischen Rundschau Berlin, den 30. X. 1936 fß—ע״*י— ■ I ■ — ■■ ■ <?6> KäS» —ןד־ץן ■1\ä: {Zu ■£rlz(-hJ4 Im 'Qtizk ך, mSiiisa.itk ' fiiii 1äuW/,A rar; rfgZ~*■■ s•••"<־ ׳ Es war am Vorabend des .,,Chag habikkurim“. Seit Wochen hielt der arabische Terror den ganzen Jischuw in Spannung. Da rüstete, in einer Zeit der Sorge und Beklemmung, die kleine Kwuzah im Emek zum Schawuoth-Fest. In den Jahren vorher war das Fest fröhlich bis zum Uebennut gewesen, so sehr hatten sich die Chaluzim über ihren Ertrag gefreut. An diesem Vorabend lag ein Schatten über dem Fest. Draußen drohte Brand und Zerstörung; man mußte auf der Hut sein.... Im Eßraunt der Kwuzah werden die Tische abgeräumt. In kleinen Gruppen stehen die Chawerim beieinander und unterhalten sich. Alle haben Festtagskleider an. Einer be« müht sich, in frohem Gespräch seine Sorge und Spannung vor dem anderen zu verbergen, die sich seit Wochen bei Anbruch der Dämmerung über die ganze Kwuzah legt, alle Chawerim erfaßt, und Freude, Tanz und Singen im Keime erstickt. — Aber ganz vergessen können die Chaluzim nicht, obwohl der Raum festlich geschmückt ist und vorne auf einer kunstvoll errichteten Bühne Proben vom Ertrag der Kwuzah aufgebaut sind. Denn in der Ecke des Raumes, an der Tür, sitzen jüdische, arabische und englische Po 1 i - zisten. Und das ist ein ungewohntes Bild, das die Festesfreude trübt. Die Tische werden verschoben, Girlanden geordnet — das Fest bereitet sich vor. Da hält vor dem Hause ein Auto. Es ist der Patrouillenwagen, der, mit einem Maschinengewehr bewaffnet, allabendlich seine Runde durch den Nuris-Bezirk im Emek macht. Mit schweren Tritten kommen die Engländer ins Chadar-Ochel und unterhalten sich mit den führenden Chawerim der Kwuzah. Aller Augen, die der Jungen und Mädel, der Arbeiter, der jugendlichen Gäste aus Haifa und der Touristen, die zu Gast sind, — aller Augen blicken auf die Gruppe, heften sich auf den Mund der Engländer, versuchen von den Mienen der Sprechenden abzulesen, ob ״etwas im Gange sei“. Vor dem Chadar- Ochel, in der ganzen Kwuzah, am Abhang des Gilboa, gehen währenddessen die Schornr i m auf und ab und blicken in das Ein ungewohntes Bild Dunkel. Der Ertrag Plötzlich hören die Chawerim im Eßsaal einen kurzen Knall. Ein Schuß! Im gleichen Augenblick ist schon Nechemja an den Lichtschalter gestürzt, ein Griff, das Haus liegt im Dunkel. Wieder knallen Schüsse! In nächster Nähe ertönt Maschinengewehrgeknatter! Auch im Kinderhaus ist das Licht verlöscht, überall. Kein Licht brennl Im Chadar-Ochel ist es still. Nur eine Stimme hört man, klar und fest: ״Auf den Boden niederwerfen!״ befiehlt sie. Im Nu liegt jedermann auf dem Fußboden. Einige Minuten verharren alle schweigend: dann fangen die ersten leise zu sprechen an.... So vergehen bange Minuten. Die führenden Chawerim gehen ein und aus, man hört sie leise beraten. ״Alle begeben sich in Abständen gebückt ins Steinhaus!״ ertönt die Stimme. Einer nach dem anderen kriecht auf dem Boden ins Steinhaus. Man muß sich * vorsehen, denn die Landschaft ist minutenlang taghell erleuchtet. Die Chawerim von Ejn-Charod, das einige Kilometer entfernt gegenüber dem Gilboa liegt, haben die Schüsse gehört und bestreichen mit ihrem Riesenscheinwerfer den Berg Gilboa. Im Steinhaus sind fast nur Mädel und Frauen. Ein alter Mann sitzt auf einem Lehnstuhl. Ein Malariakranker wird hereingetragen. Alte Leute, Eltern von Chawerim, sitzen da und sind merkwürdig ruhig. Alle schweigen und lauschen nach draußen. Auf dem Boden des großen Raumes liegt Stroh, man könnte zur Not Im Lichte des Scheinwerfers * hier übernachten. In einer Ecke liegen Eßvorräte und Trink״־ wasserkrüge, von vorsorglicher Hand vorher hingebracht. Draußen steht jeder Junge, jeder Mann an seinem Posten, der vorher längst verabredet war. Dann und wann ertönt ein Befehl. Im Steinhaus debattieren die Menschen leise darüber, was wohl vorgefallen sei. Nach einer halben Stunde Ruhe müssen alle ins Bett gehen, die Jungen müssen in Kleidern schlafen, in steter Bereitschaft. Am nächsten Morgen erfahren wir, was vorgefallen war: — Der Schomer Akiba war mit seinem unbewaffneten Begleiter Josef den Abhang des Gilboa hinaufgestiegen, aut seinen Posten zu. Plötzlich hört er arabisches Geflüster. Akiba befiehlt Josef flüsternd, in die Kwuzah zurückzuschleichen und das Militär aufmerksam zu machen. Kaum ist Josef fort, so ruft Akiba, wie es seine Pflicht ist: ״Mi schäm? Im Steinhaus

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