Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 41 (1936)
- Issue
- Heft 86 (27.10.1936)
- Date
- 1936-10-27
- Page
- – (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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JÜDISCHE RUNDSCHAU NR. 86, 27. OKTOBER 1936 Semestereröffnung im Lehrhaus Neue Kulturbund-Künstler Der Jüdische Kulturbund Berlin teilt einige Lebensdalen der neuen vom Kulturbund engagierten Künstler mit, die das Kulturbund-Publikum interessieren werden. Wir stellen demgemäß auch unseren Lesern diese Künstler vor, indem wir Jen Nachrichten des Kulturbundes nachstehende Daten entnehmen: Sänger LIIH Heinemann wurde am 21. Juni 1910 in Berlin als Nichte des Kammersängers Alexander Heinemann gehören. Ihre erste Lehrerin war Frau Fischer-Maretzki, später studierte sic am Sternschen Konservatorium bei Frau Antra Willi- «er. Ihr erstes Engagement war bei dem ,,Berliner Ensemble1‘ unter der Leitung von Franz Sauer. Dort sang sie als erste Partie die Konstahze in der ״Entführung“, dann die Königin der Nacht aus ״Die Zauberflöte“. Dann gastierte Fd. Heinemann drei Jahre lang an deutschen und ausländischen Sendem. 1034 sang sie im Jüdischen Kulturbund Berlin die Olympia in ״Hoffmanns Erzählungen“ und im Somimr 1030 wirkte sie in den Mozart-Festspielen in Olindhurn in England unter Leitung von Fritz Busch und Karl Ebert mit. Doris Wilamowska wurde 1910 geboren, kam mit 17 jahren mit ihren Eltern nach Leipzig, ohne jemals Gesang studiert zu haben. Generalimisikdirektor Brecher holte sie im selben Jahr (1027) als Opernclevin an das Leipziger Opernhaus. Nach einem halben Jahr ging sie auf das Konservatorium zur weiteren Ausbildung. Dann sang sie mehrere ernste und heitere Partien in der Operette und war in Leipzig nach 1033 am Jüdischen Kabarett ״Der bunte Karren“ ־tätig. Von dort ging sie zur weiteren Ausbildung ihrer Stimme zu Frau Skoda nach Berlin und trat zum erstenmal in einer Opernpartie am jüdischen Kulturbund Berlin als Ainclia in ״Maskenball“ auf. Ernst Krasso ist 1895 in Orsova an der Donau (Oesterreich-Ungarn) geboren und kam bereits als ein Monat altes Kind nach Wien. Er wurde Bankbeamter und studierte privat eit Jahre Gesang, davon zwei Jahre in Italien bei Gamm. Guiseppe Anselmi, der damals der schärfste Konkurrent von Caruso an der Mailänder Skala war. In der Wintersaison 1025/20 war Ernst Krasso an der Wiener Volksoper engagiert, später folgten mehrere Engagements an kleineren Bühnen des Reiches. Darauf absolvierte Krasso Gastspiele an großen deutschen Bühnen. Schließlich ging er an das Grazer Üpcrnhaus und wieder au die Yolksopcr Wien. 1035 machte er eine Konzerttournee durch Frankreich. Krasso ist besonders auch als Oratoriensänger und Interpret Scluibcrtscher Lieder licrvorgcfretcn. ln den letzten Jahren lebte er völlig ins Privatleben zurückgezogen, er!tat ein Häuschen hei Wien una widmet sich dort der Landwirtschaft, besonders der Obstzüchterci. Heinrich Korn ist als Sohn eines Arztes 1006 in Königsberg in Preußen geboren. Schon im Elternhaus hörte er viel Musik und spielt seit seinem 9. Lebensjahr Geige. Nach dem Abiturium absolvierte er eine kaufmännische Lehrzeit und King darauf zur Gesangsattsbiklung nach Berlin zu Prof. Grenzebach und Dr. Strelitzcr. Ein halbes Jahr hielt ersieh in Mailand auf und studierte dort italienische Partien, lernte auch die italienische Sprache. Nach seiner Rückkehr 1932 erhielt er ein Engagement an das Staatstheater Schwerin, ln diesem ersten Engagernentsjahr sang er an der Städtischen Oper Berlin dem Intendanten Ebert vor und erhielt einen Vorvertrag für die Saison 1033/34. Nach dem Umschwung begann er seine Tätigkeit am Jüdischen Kulturbund Berlin mit kleineren Partien und absolvierte mehrere Gastspiele als Konzertsänger in der Provinz, wo er sicii bald einen Namen machte. Nun singt er zum erstenmal eine große Opornpartic im Jüdischen Kulturbund Berlin, den Rene im ״Maskenball“. Wilhelm Guttmann ist in Berlin geboren, besuchte das Joachimsthalschc Gymnasium und erhielt bereits als Knabe V'ioliminterriclit bei I )an Visanski. Mit dem Wunsch, Knpeliineister zu werden, studierte er auf der Hochschule für Musik Berlin bei Paul Juon, Max Bruch 11. a. Lehrern Kontrapunkt, Instrumentation, Komposition, Partiturspiclc und Klavier; gleichzeitig Gesang bei Georg Vogel. Später wurde er Schüler der MeisterKlasse Engelbert Hmnpcrdincks an der Akademie der Künste. Hier entstand eine Chorballade, ein Streichquartett, ein Violinkonzert, Orchesterstiieke und Lieder; nacl» beendeter Studienzeit eine einaktige Operette und eine dreiaktige Oper ״Die Traubenprinzeß“, Uraufführung Neue Oper, Hamburg. Von 1012 ab eigene Liederabende und viele Mitwirkungen in großen Oratorienauffülirungen und Symplionie-Kon/erten unter Blech, Fiedler, Purtwängler, Niki’sch, Schulz-Dornburg, Klernperer 11. a. 1920—1928 allsonnueriiclie Mitwirkung bei den Hiindel-Opernfestspiclcn in Güttingen. Von 1022—1925 war er als Sänger an der damals neu gegründeten großen Volksoper in Berlin tätig, und zwar als lyrischer und Spielbariton im ersten Fach. Von 1025—1934 war er Mitglied der Städtischen Oper Berlin. Dort sang er tragende Rollen in Mozart-, Verdimul Wagner-Aufführungen unter Bruno Walter und anderen Dirigenten. Besonders wurde er in vielen Erstaufführungen beschäftigt (D’Aibert, Bttsoni, Dohnanyi, Gal, Krenek, Schreker, Stravinskv). Sehr oft zog ihn die Staatsoper zur Mitwirkung heran, auch war er häufig im Ai'T'ind als Gast tätig. Vom Herbst 1934 ab wirkt Wilhelm Guttmann im Jüdischen Kulturkreis als Konzert- und Oratoriensänger und auch an der Opembüline des Jüdischen Kulturbundes. Seinem umfangreichen Repertoire der Lieder aller Nationen fügte er die wertvollsten Liedkompositionen lebender jüdischer Komponisten an. Schauspieler Alfred Berliner (Balthoff), der sich in dieser Spielzeit an der Kulturbiuidbüliiie in namhaften Rollen vorst eilen wird, ist in Peiskrctschani in Oberschlesien geboren. Er ist in Berlin aufs Gymnasium gegangen und dann in Wien als Schauspielschüler zu Prof. Scydelmann, dem Schauspiel- Ichrer des Burgthcatcrs. Seine praktische Bühnenlaufbahn begann er bei Direktor Ilarnay in Breslau und setzte sie dann in Reiclienberg fort. Sein Fach sind Charakterrollen vom Komischen bis zum Tragischen. Er hat den Spicgclberg und den Bleichenwang gespielt, den Wurm in ״Kabale und Liebe“ und den Orgon in ״Tartuffc“. In den letzten Jahren hat er lür die Jüdischen Kulturbünde in Breslau, in Hamburg und Köln gearbeitet. Das Wintersemester des Jüdischen Lchrhauscs wurde am letzten Donnerstag mit einer nahezu dreistündigen Eröffnungsveranstaltung (•ingeleitet. Fs war viel des Guten — und manchmal zu viel. Der Saal des Briidervereinshauscs war von einer großen llorerschar überfüllt, die mit reichem Interesse die Darbietungen des Instrumcntaikreises des Lehrliatises (Leitung: Hermann S c h i I d b e r g e r und Gertrud Wertli e i tu) anhorte und sich an den klaren, strengen Linien alter italienischer Musik erfreute. Dr, Alexander vorn Schulvorstand der Jüdischen Gemeinde sprach einige Worte des Dankes an die Hörer und Mitarbeiter des Lehrhanses. Dr. Paul F. pp st ein richtete an die Anwesenden einen dringlichen Appell, iiuierlialb ihres Kreises für die Idee des Lchrhauscs zu werben, weil nur aut diese Weise die Arbeit fortgeführt werden kann. Das Lehrhaus ringt heute um die jüdische Oeffeutliclikeit, die in der Gefahr ist, zu verflachen und sieh ,nifzuiösen. Die persönlichen Sorgen des einzelnen stellen allerdings im Widerstreit mit der Aufgäbe des gemeinsamen Lernens; aber ein jeder müsse einseiicn, daß k 11 1111 r e I! e Arbeit ei u c V e r p f i i e 11 t u n g der Oeffeutliclikeit ist, und daß ein jeder dazu hei/utragen hat. Dr. Eppstein schloß mit dem Wunsch, daß dieser neue Lehrabschnitt diese erhoffte Intensivierung der Arbeit mit sicii bringen werde. Anschließend gab Dr. Fritz Bambergcr einen Heberblick über die Prinzipien der Programmgestaltung des Lehr- Elfriede Borodin ist ein Charlottenburger Kind. Sie ging all 1 die Augusta-Viktoria-Scluilc und debütierte mit H Jahren in einer Teil-Aufführung als Melclithal. Dann kam sie auf die Staatliche Schauspielschule und spielte bald an Berliner Büiinen junge Mädehcnrcilcn, die kleine Schwester der Rose Bernd und die Schwester des Julchen im Schinderhamics.!928 wurde sie an das Siaatstheater engagiert und spielte dort Jossika und Franziska, Fdrita (״Weh dem, der lügt“) und Alvrza (״Traum ein Lehen“). 1932 spielte sie am Schiller-Theater, das damals unter eine selbständige Direktion kam, das Rautendelein in der ״Versunkenen Glocke‘׳. Wiihrend der letzten Jahre hat Elfriede Borodin in Aussig und Prag, in Straßburg und Zürich gespielt. Georg Jacobsohn war unter dem Namen J o 11 11, namentlieh den Filmbesuchern, wohlbekannt. Aber auch als Schau- Spieler nahm er auf den Berliner Bühnen einen sehr ehrenvollen Platz ein. Er ist in Posen geboren und hatte seinen ersten Sciiaiispiehinterricht bei Paul Pauli, dessen sieh manche Theaterfreunde noch erinnern werden (er spielte den alten Baumert in Brahms berühmter Inszenierung der I laupimamisehen ״Weber“). Jacobsohn gehörte auch damals einem Theaterverein an, der Heines ״Ratcliff“ aufführte. Dann ging er als John auf die große Sclunicrcnfahrt, erst durch Westfaien, später durch Ostpreußen, schließlich kam er über eine Reihe besserer Bulinen auch ans Berliner Rose-Theater und schließlich nach Güttingen, wo er als Regisseur lind erster Charakterdarsteller wirkte. Während des Krieges wurde er in Berlin bei Barnowsky engagiert, und von liier fand er nun den Weg zum Film, der ihn lange Zeit mit besonders scharf charakterisierten Aufgaben in Anspruch nahin, ilun aller immer auch noch für unmittelbare Tlieatergestalten Raum ließ. Im Berliner Kulturbund ist er zum erstenmal in der ״Goldenen Kette“ aufgetreten, in ״Schahbatai Zvvi“ erwartet ihn eine größere Aufgabe. Altred Lichtenstein ist Berliner, der Sohn eines jüdischen Handwerkers. Die Theaterleideiiscliaft packte i!u1 früh. Fr ging an die Mocstschc Theaterschulc und begann dann zu spielen in Chemnitz und in Dresden. Er übernahm Charakterrolien, auch Komisches und Regicaufgaben. Spater fand er auch im Film ais Dialogregisscur Beschäftigung, in Berlin ist er als Regisseur und Haiiptmitwirkender des ״Schiefen Spiegel“ in Erinnerung. In Breslau hat er vor einem Jahr in einer Aufführung des Jüdischen Kulturbundes in Calderons ״Krone Davids“ mitgewirkt. Hans Karl Rosenberg ist in Berlin geboren. Er besuchte das Herder-Gymnasium in Westciul und dann Fherts Schauspielscliule in Frankfurt a. M. Aber schon nach wenigen Wochen entlief er von dort in die Praxis und spielte am Dresdner Aiberttheatcr zuerst einen ()()jährigen Herrn Konsul, Hier sali ihn Leopold JePmcr und nahm ihn mit ans Berliner Staatsthenter, wo er kleine Rollen zu spielen bekam, aushilfsweise auch einmal den Mortimer. Um wirklich zu den großen Aufgaben zu kommen, mußte er wieder ins Reich, und in Lübeck, Königsberg, Erfurt spielte mm Magnus alle Rollen des ersten jugendlichen Liebhabers, den Carlos und den Oswald und auch den Hamlet. In einer Inszenierung des englischen Kricgsstiicks ״Die andere Seite“ durch den Direktor Maisch in Erfurt sah ihn Barnowsky mul durch ihn kam er wieder nach Berlin. Hier hat er an verschiedenen Bühnen mit wachsendem Erfolg junge Männer gespielt, besonders cindrucksatn einen problematischen Lehrer in dem Stück ״Der Graue“ am Kleinen Theater. Ais Asta Nielsen eine Tournee als Kamcliendamc unternahm, war er ihr Armand. — Nacli 1933 spielte Haus Karl Rosen berg an verschiedeiieti Wiener Bühnen, jetzt ist er nach Berlin zurückgekehrt und wird an der Kuiturbumlbtihne die Titelrolle in ״Scliablialtai Zwi“ spielen. Anneliese Töpfer ist in Berlin geboren, sie ist bei Johatina Mever und dann hei Ilka Oriining ausgcbildct worden. Sie ist so jung, daß ihre eigentliche Theaterlaufbaim erst innerhalb der jüdischen Kulturbünde begann. Sie hat in Hamburg Schnitzlers Christine gespielt, die Lucardis von Wassermann und Shakespeares Ophelia, und im letzten Sommer eine Lustspielrolle in Köln. Der Berliner Kulturbund will dieser jungen Begabung im Laufe des Winters eine große Aufgabe anvcrtraucn. Familien-Nachrichten Herr Jaroi) Berger und siine Ehefrau 911.1,1, gib. Aeke)niatin, l’ienzliuier Sir. 7-3, begehen am 31. Okudier die .-411)1.• mo Hochzeit. Herr S. K a 1 c!1 s e h e r und Emu, Widdert .,trade 5, begehen am 31. Oktober «las Eert der diannanienen IIorlizeit. hause?, wobei er feststem c, daß der Weg in den vergangenen zwei Jahren deutlich vom Abstrakter, zum Konkreten hingeführt habe. Damit trat der Abend in seine eigentliche Aufgabe ein: das!.eben der Juden in Jerusalem zu schildern. Rabb. Dr. M. Warschauer gal) zimäelisl einen historischen lieberblick über die Bedeutung Jerusalems in der jüdischen Geschichte, seine Steilung imierhaib der jüdischen Welt Ural Seele und betonte die unlösbare Verbindung zwischen Judentum und Zioiisgedanken. Fr entwickelte ferner, wie Jerusalem für die Bekenner des Christentums und des Islams ebenfalls eine heilige Sladt geworden ist; fast eine Milliarde Menschen betrachten heute Jerusalem als ein heiliges Zentrum, so daß es in diesem Sinne wohl als eine ״Weltstadt“ zu bezeichnen ist. Schließlich gab Dr. Warschauer noch eine Reihe von Impressionen aus dem Leben in der Altstadt wie in den neuen Vierteln Jerusalems. An Hand zahlreicher und recht guter Liditliilder versuchte dann l)r. Max O s h o r 11 das städtebauliche (iedviif Jerusalems auf/ti/eigen, indem er vor allem auf die enge Verbundenheit der in der Stadt um! ihrer I .,mgelumg gew.icliseticn Architektur mit der Landschaft hin.vics. Is war bedauerlich, daß diese Ausführungen bereits in eine <o weile Stunde fielen, daß ein großer Teil der Hörer vorzeitig den Saal verließ, obwohl es sicii gelohnt hätte, hi. /um Schluß zu bleiben. Wir hoffen, daß das Lchrtians bei den!,׳.,miiieiulvח Veranstaitungen eine bessere Z.eitökononm wallen lassen wird, Dr. N. Um die Einheitsliste für die Repräsentantenwahl Int Zusammenhang mit der durch Ablauf ihrer Amtszeit notwendigen W a 11 1 d e r R e p r;1 s e;1 tauf irn Vers;1 m m - lung der Berliner Gemeinde hatten Yor.-Ia 1ul und Leprasenfanteuvcrsamnilung in s, h|״- -ei,;laß zur Eiurcbiiuug eines Walilvorsclilages l hiterscliriiL 11 von minderte!!? 2030 Waldbei iciliigien erforderlich sein ><.1K■!1. Die staatliche Aufsivlitsbehörde knüpft, wie im ״(iemriiuleblatt" mitgeteilf wird, an ihre Genehmigung hierzu die Bedingung, daß zu den Wahlen eine vom Vorstand aufgcstellte E i 11 h e i f s 1 | s t e vorgelegf wird, zu der alle Richtungen in der (ieiminde ihre Zustimmung geben. Der Vorstand wird damit betraut, eine Einheitsliste aufzusf eilen und die Geuieindegruppen bei der Aufstellung der Kandidaten zu berücksichtigen. Mitteilungen der Jüdischen Winterhilfe Die nächste Eintnpfspende der Jüdischen Winterhilfe der Jüdischen Gemeinde zu Berlin findet am Sonntag, dem 8. November, statt. Die Jüdische Winterhilfe benötigt dringend Sammler und Sammlerinnen, die im Werten Berlins wohnen. Schriftliche Meldungen an die Abteilung! laiissaimuhing, Berlin C 2, Rosenstr.2-1, erbeten. ■—• Idir die Ptun dspemle ist die Sammeltätigkeit von größier Bedeutung. Der Erfolg der Arbeit ist davon abhängig, daß sich Sammlerinnen in ge- )lügender Anzahl zur Verfügung stellen. In;dien Bezirken fehlt es an Helferinnen. Jedes Gcmcimlemitglkil, das bei dieser Arbeit bei feil kann, sollte nicht /״gern, dies /u tun, Meldungen erliefen an die Abt. Pluml.-peinie der jüdischen Winterhilfe, Berlin-(inmeus;:Ui, Jagov. sii. 30. Die Jüdische Winterliille bittet um l'i lierlasStmc; von Radioapparaten und Ziibcluu teilen. Meldungen an die Abt. ״Seelische Winterhilfe“, Berlin G2, Ruscnstr. 2 I, erbeten. Für die am Sonntag, dem 13. Oktober, -t,׳:n״e01mk11־e 11,Inssammlung■ wurden von der Jüdischen V’mfei'Iiili'e der Jüdischen Gemeinde /!! Berlin rund f>0n U;K) Stuck Wert- Zeichen und Samr.iclmaterial an (mippcnlclu 1׳ und Blockwalte ausgegeben. I üertür waren iä Auto-, erlordcr heil, die uncntgeltlicli zur Verfügung gestellt wurden. Postscheckkonto der Jüdischen Winterhilfe: Berlin 93416. Jacob Pleßner I Mit dem daiiiiigcgaiigcrien Jacob PI ebner ist ein Stück des alten Berlin verschwunden. Daß er den Großen Kurfürs len formte -— die Huste befindet sieh 1111 Sitzungssaal der Repräseiitantciiversanuiilimg - -, verpflichte t ihn den alten Traditionen seiner Gebuitsstadt und irgendwie mich dein Schaffen des verschollenen jüdischen Bildhauers Alhcrty. Jedoch ist Pleflnt-r schon aufgeschlossener und gedöster und versucht in seinen ״Pfliigern“ das Motiv der Arbeit zu behandeln, das das 19. Jahrhundert in den Vordergrund gerückt hatte. Träger des Micliuel-Bcer-Prvi?cs, der, nach den Bestimmungen, einem Jaden und einen! ( hrirten!;!gesprechen werden sollte, ging er 11 •01 nach Italien. Seme ״Bettelweibcr in Perugia“, 1907 in Dresden ausgestellt, erwarb die holländische Königin Wiihelminc. I )er ״Bm liersv 111111־“ wies seiner Begabung 11011 Weg zur Kiemj ihotik. Ls lag ihm eine gewisse pointierte, anekdotenhaft z.tigcspit/.te Dar- Steilungsweise. Er modellierte eine Reihe Ber lin er Kopie, unter anderem Oskar Tief/, den Abgeordneten Ludwig I!aas, Berthoid Timendorfer, Aren Hirsch, den Vater von Dr. f־ritz. Kahn, Louis Sachs. Wir kennen seine• Plaketten von Paul Nathan lind Isntar Elbogcii.!־'rauen hat er seltener porträtiert. Dem launischen Gluck einer Verlosung verdankte er die Gelegenheit, die Frau des preußischen Kultusministers Studt zu modellieren. Fs gibt von ihm eine l’mste von Minna Schwarz. Zahlreiche Grabdenkmäler stammen von seiner Hand. R. W.-B. Solidarität mit Erez Jisrael heißt Opfer bringen Spenden für neuen Boden in Erez Jisrael au den Keren Kajemeth Lejisrael, Postscheckkonto Berlin 28t 47