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Jüdische Rundschau · 1936-10-23 · Heft 85 (23.10.1936) · page 13

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
41 (1936)
Issue
Heft 85 (23.10.1936)
Date
1936-10-23
Page
– (sequence 13)
Language
German
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Nr. 85. 23. )C. 1936 JDDISCHE RUNDSCHAU Seite 13 Zwei Berichte I. Seit einigen Monaten veröffentlicht die neugegründete statistische Abteilung der palästinensischen Regierung Monatsberichte, die sich nicht nur dadurch auszeichnen, daß sie zum erstenmal Daten über Vorgänge in der palästinensischen Wirtschaft bringen, die nicht so lange zurückliegen, daß sie nur für einen Historiker noch Interesse haben, sondern die auch durch Zusammenfassung wesentlichen Materials wichtige Einblicke in die Vorgänge bieten. Das soeben erschienene Augustheft 1036 (General Monthly Bullctin of Current Statistics of Palestine, August 1036) ist für uns von besonderem Interesse, da es bereits de Ergebnisse der Unruhe-Monate von April bis Juli enthält. Im folgenden seien einige der interessantesten Daten wiedergegeben und kurz erläutert: Daß die palästinensische Wirtschaft durch die Unruhen ganz erhebliche Rückgänge erleiden würde, war ja von vornherein klar. Um so überraschender wirken verschiedene gegenteilige Daten auf sehr wichtigen Oebieten der Wirtschaft. Zunächst einige Ziffern, die den Riickgang illustrieren: Das im ersten Halbjahr 1036 in Unternehmungen (bestehende und neugegründete) neu investierte Kapitat ist auf X 1 056 177 gegenüber £ 2 018 986 im ersten Halbjahr 1035 zuriiekgegangen, die Zahl neugeg rundeter Gesellschaften war von 184 auf 104, die in den Häfen von Palästina ausgcladene Schiffston nage von 543 378 t auf 430 004 t. Dabei ist natürlich besonders der Rückgang im Jaffaer Hafen von 27568 t im März auf 14 365 t im April und 25S t im Mai bedeutsam. Dagegen erscheint im Mai in dieser Statistik in der Rubrik ״Jaffa“ zum erstenmal der Tel-Awiwcr Hafen mit 834 t und 811 t im Juni. Der Rückgang der Tonnage im Haifaer Hafen ist dagegen unbedeutend (347 014 t gegenüber 3S7 640 t von Januar bis Juli). Ein anderes Bild zeigt dagegen die Statistik des Eisenbahnverkehrs. Im Mai war die Zahl der beförderten Passagiere gröRer (231 861 gegenüber 100 837 iin Mai 1033); im Juni nur wenig kleiner (205 334 gegenüber 217 451); auch der Güterverkehr war nur wenig geringer (im Juni z. B. 65 000 t gegenüber 73 168 t i. V.); der Vichtransport hat sich im Juni verdoppelt. Die Gesamteinnahmen sind um 11,5 ייv» gefallen. Selten wir hier schon ein komplexes, keineswegs in allen Teilen ungünstiges Bild, so ist das der Post noch günstiger. Die Einnahmen sind, und zwar in allen Posten, gestiegen, insgesamt von £ 235 460 in den ersten 7 Monaten 1935 auf £ 264 701 in demselben Zeitraum 1036. Noch überraschender ist das Bild der Gesamteinnahmen der Regierung; diese schließen, wider alles Erwarten, in den ersten 5 Monaten des Finanzjahres (April-August!036) mit einem Ueberschuß ab. (Einnahmen: .£ 1 631 000., Ausgaben £ 1 621 000). Der Gcsamtübcrschiiß in der Kasse der Regierung ist auch in der Unruhezcit nicht gesunken und beträgt £ 6277.350 am 1. Sentbr. 1036 gegenüber £ 6 267.810 am 1. April 1036. Auch die Einnahmen aus dem Zoll sind in diesen 5 Monaten nur unbedeutend g-esunken. Dieses Bild kann, trotz der Rückgänge der Einnahmen gegenüber dem Vorjahr und den vergrößerten Ausgaben für militärische Zwecke (£ 133 500 von April bis September gegenüber £ 83 414 im Vorjahre), als überaus günstig bezeichnet werden. Ungünstiger ist das Bild des Außenhandels, speziell vom jüdischen Standpunkt aus. Der Import ist im ersten Halbjahr 1036 gegenüber derselben Epoche 1035 um 21,8 ״v>, der Export uni 29,8 ״/» zurückgegangen. Der Importrückgang wäre an und für sich nicht zu bedauern; allein er erstreckt sich, trotz aller Propaganda der ״Tozereth-Haarez-Bewegmig“, im wesentlichen nicht auf die Konsumgiitcr — bei diesen ist der Rückgang nur ganz minimal (4,8 °V>) —, sondern gerade aut Maschinell und Fabrikate, also zu sehr wesentlichen Teilen auf Güter, die im Dienst der Aulbaubewegung stellen. Hier ist ein Rückgang von 35,2 0״ zu verzeichnen. Auf der reinen Konsulnseite hat sich also, trotz der schwierigen Wirtschaftslage, wenig geändert. Etwas günstiger ist das Bild auf der Exportscife. Hier betrifft der Rückgang nur den Export von Lebensmitteln, d. h. den Orangenexport, der im vergangenen Winter aus Gründen der Witterung kleiner war als im Winter 1034/35. Dagegen ist der Export von Fabrikaten (der jüdischen Industrie) auch in diesen Monaten um 7 0/0, der von Rohmaterialien um 61,1 % gestiegen. Auf die Entwicklung der Gesarntwlrtschaft sind die Immigrationsziffern naturgemäß nicht ohne Einfluß. Die jüdische Einwanderung betrug in den ersten 7 Monaten 1936: 17 276, gegenüber 33 155 im Vorjahr; die Zahl der Touristen ist ebenfalls bedeutend gesunken (von 25 684 aut 11 282, im Juli 1036 auf 409 Personen gegenüber 3082 im Vorjahr). Geringer ist der Rückgang der Zahl der einwandernden Kapitalisten mit £ 1000 und mehr: 2220 in 7 Monaten 1936 gegenüber 3735 in derselben Zeit im Vorjahr. Allein auch liier sinken die Zahlen. (Im . Juli 1036: 136 gegenüber 649 int Juli 1935.) Weit stärker ist die Zahl der Zertifikatseinwanderer gesunken; von 8508 auf 3618, geringer die der angeforderten Verwandten: von 8727 auf 6342. Unruhen, geringe Einwanderung mv. haben zweifellos auf die palästinensische Wirtschaft großen Einfiuß. Allein die Regierungsziifern zeigen uns hier ein überraschendes Bild, das die Standhaftigkeit der jüdischen Wirtschaft auf das klarste beweist. Die Entwicklung des E1 e k t r 1 z it ä t s k 0 n s u ni s ist ein wichtiger Gradmesser der Entwicklung, besonders dann, wenn wir in der Lage sind, gesondert zu unterscheiden, wie sich der Verbrauch der Industrie, für Bewässcrungszwccke und für reine Beleuchtungszweckc entwickelt hat. Das Regicrungsbulletin gibt liier folgende interessante Ziffern: Steigeruri jf U Jahr 1936 T«1. Asvivr Haifa Jordantal incl. Tiberiai JeruMälern Davon: Total Industrie BewasRerg. gegenüber V7 Jahr 1935 60% 73% 36% 38% 36% \5% Steigerung Juni 1936 gegenüber Juni 1935 19« 48»^ 34% 40 < 22% 719$ Der Elektrizitätsverbrauch Id also nicht nur an allen Plätzen im ersten Gesamtliaibjalir 1036 bedeutend gestiegen, sondern, wenn auch in etwas geringerem Maße, in den einzelnen Unruhe-Monaten, wie der Monat Juni beweist. Besonders bedeutsam ist aber, daß auch in der Industrie und speziell n den Bewässern 11 gsarbeiten der Elektrizitätsverbraueb i 1 diesen Monaten unaufhaltsam gewachsen ist. Ein besserer Beweis für Standhaftigkeit und Fortgang der Wirtschaftsentwicklung trotz aller Störungen kann nicht erbracht werden. Ein anderes Wirtschaftsgebiet, das stärker unter den Ein- Wirkungen der Unruhen gelitten hat, kt die Baubcw e- Run g. Zum erstenmal erhalten wir genauere Ziffern über die Entwicklung atif diesem Gebiet. Wir geben hier die Zahlen für das ganze Halbjahr und einen Unruhe-Monat getrennt wieder: Bnubev/egunsr in Quadratmeter Jerusalem Jalta Trl-Awiw Haifa Total 1935 pj Jahr SO (XX) 132 Oft? 237 023 204 417 653 507 1936 li Jahr 90 993 54 436 139 126 114 091 418 646 Juli 19)5 2! 274 17 969 45 000») 41 970 127 213 Juli 1936 5 191 69 26 827») 3-4 593 66 680 Diese Ziffern zeigen ein klares Bild der Entwicklung. Zum Stillstand gekommen ist die Baubewegung nur im arabischen Jaffa. In Tel-Awiw und 14; ifa gellt sie, wenn auch in verringertem Maße, weiter und war im Monat Juli in Haifa nur um IS i׳t 4 ei-Awiw um 40 "0׳ geringer als im Juli 1035. Stärker hat die Baubewegung in Jerusalem, die im ersten Halbjahr 1036 noch gestiegen war, dann später gelitten. Allein noch spätere Ziffern als in diesem Bericht zeigen erneute Ansätze zum Auflehen. Im ganzen beweisen diese Ziffern, daß die Unruhen nicht vermocht haben, die jüdische Baubewcgung zum Erliegen zu bringen. Zum Schluß seien aus dem Bericht der Regierung noch ein paar Zahlen gebracht, die weniger für die Situation während der Unruhen, als von allgemeinem Interesse sind. Der Bericht gibt ei.ie Statistik über die Bodenkäufe vom Januar bis Mai 1036. Aus ihnen ergibt sich folgendes Bild: Jo tu Araber Dunnm £ Im Durchschnitt £ pro Dunam Dunum £ Im Durchschnitt £ pro Dunam Verkauft 19 375 2 010811 104 30 715 683 990 22 Gekauft insgesamt 34 153 2 104 684 61.5 12 291 451 001 37 Gekauft: Juden von Arabern 14 778 93873 6.4 Diese Ziffern geben eine klare Vorstellung der gewaltigen Preissteigerung bei Landkäufen durch jüdische Käufer auch in diesem Jahre. Während di; Araber einen Dun am mit £ 22 im Durchschnitt verkaufen, verkaufen Juden (an Juden) Land zu einem Durchschnittsprei; von £ 104. Von Arabern kauften Juden den Dunam für £ 6,4 (ländliche Böden), während tlcr Durchschnittspreis bei Käufen von Juden untereinander (zumeist städtische Böden) im Durchschnitt £ 103 betrug. Die Fülle des Materials, den die Berichte des ״Statistisehen Amtes“ der Regierung bieten, lassen uns diese Neuerung der Regierungspraxis dankbar begrüßen. II. Die ״S 0 2 i a 1 a b t e i 11111 g des Waad Leu m i“ legt in einem Sonderheft ihrer ״Berichte'1 anläßlich des ersten Kongresses für ״Jüdische So/ialpoii ik" in London, Juli 1036, einen Sonderbericlit über ihre Arbeit vor, tler viel mehr ist, als nur ein Rechenschaftsbericht der Abtd'ung, sondern ein umfassendes Bild der Entwicklung des Ji clunv überhaupt gibt. Mit Recht faßt der Bericht (der hebräisch und englisch erschienen ist) den Begriff ״Soziale Arbeit1‘ in einem viel umfassenderen Sinne als üblich und schließt z. B. das gesamte Gesundheit*- und Unterrichtswesen als wesentliche Grenzgebiete jeder sozialen Arbeit ein. 39 Tabellen .mit ausführiiehen Ziffern über Bevölkerungsbewegung, Finvandcrung, Ziffern über die Entwicklung’ wichtiger Institutionen (Hadassah, Kupatli Cliolim, Histadrutli, HapoeM lami.sraclii, Unterrichts- und Genossenschaftswesen, sowie di; Tätigkeit der eigentlichen sozialen Institutionen von 1933/36) schließen den Bericht ab. Der Bericht gibt nach einem Vorwort und einer kurzen Darstellung der Bodenverhältnisse und der Landwirtschaftliehen Arbeit sowie der politischen Organisationen des Jischuws als grundlegender Voraussetzung■ jeder Arbeit eine Darstellung der ״sozialen“ oder besser ,,präsozialen“ Institutionen des alten Judentums und der notwendigen Aufiösungs- und Moilemisierungstenden/en ii ihnen, ’ schildert dann die Versuche, die gesamte So/ialarbeit im ״Waad -MAGISTER KIRSCH- Der gute LIBtör Maqister-Likörfabrik, München VII Leumi“ zu zentralisieren und in moderner Form auszugestalten und die Fürsorge für die ״Oesamtfainiüe“ in den Mittelnunkt der Tätigkeit zu stellen. Der Gesamtplan der Tätigkeit konnte in weitgehendem Maße in wenigen Jahren verwirklicht werden, örtliche Abteilungen entstanden an vielen Orten und die Tätigkeit der Zentralen und der örtlichen Stellen wurde fortschreitend ausgebaut, trotz der zahlreichen Schwierigkeiten und empfindlichen Lucken, die nach wie vor bestellen. In einem weiteren Abschnitt werden die Probleme der Immigration in iIrrer Beziehung zu Fragen der sozialen Fürsorge eingehend geschildert und reiches Zahlenmaterial geboten. Der Bericht weist darauf hin, wie außerordentlich groß die sozialen Bedürfnisse der Einwanderung sind (Hilfe durch konstruktive billige Anleihen, Krankenhilfe, Einschulung der Kinder, Verschaffung billiger Wohnungsgeiegenheiten usw.). Der Jischmv allein kann diese Bedürfnisse aus eigenen Mitteln nicht befriedigen; indes ist es dringend nötig, die Erkenntnis von der Notwendigkeit dieser Arbeit zu propagieren, und endlich Verständnis und damit die notwendigen Mittel fiir sie zu erlangen. Ein Sondcrabsclmitt ist der Immigration aus Deutschland und ihren Problemen gewidmet. Es wird darauf hingewiesen, wie groß einerseits der Prozentsatz der ״Hilfsbedürftigen“ in sozialer Hinsicht in dieser Einwanderung war, anderseits aber auch das Hilfswerk der amerikanischen und englischen Jiulcnhcit. Im Bert ־ht heißt es darüber: ״Wie gesagt, schuf die Einwanderung aus Deutschland schwierige soziale Probleme und das Budget, das die soziale Abteilung des ״Waad Leumi“ von der ,,Deutschen Abteilung“ der ״Jewish Agency“ erhielt, weit entfernt davon, die Bedürfnisse zu befriedigen, ermöglichte dem Jischmv doch, Hunderte und Tausende Neueinwanderer davor zu bewahren, völlig aus der Bahn zu geraten.“ In weiteren Abschnitten schildert der Bericht ausführlich die Probleme des (iesundheits- und des Untcrrichtswesens, sonstige soziale Institutionen (Wizo, Hadassah, Moazah hapoaloth), Fragen der Kinderfürsorge (sowohl für normale, wie für schwer erziehbare Kinder), Probleme der Arbeit und der Arbeiterschaft, Wohnungsbau, Genossenschaftswesen, sowie tler sozialen Gesetzgebung. Alle diese Berichte zeichnen sich durch Objektivität und Vollständigkeit aus. So wird dieses Heft zu einer Enzyklopädie eines wichtigen Teiles der Aufbauarbeit im Lande und jeder, der an dem Problem sozialer Arbeit Anteil nimmt — und jeder, der am Aufbau Erez Israels interessiert ist, sollte es —, greife zu dieser instruktiven Broschüre. Dr. Walter Preuß, Tel-Awiw *) Die Ziffern von Tel-Awiw waren im Re£5crung8׳tericht nicht enthalten und wurden von uns em^esetert. Ein Jemenitenkind Diese Aufnahme eines fernen!tischen kleinen Mädchens ivurdt in der von Maja 11 u s e n b e r g in ilechowoth einge• richteten Schule urul I! cimsUillv fiir jemenitische Kinder gemacht. Maja Ruscnhcrg hat dort eine vorbildliche Insti* tulion geschallen, in tlcr jemenitische Mädchen, die sonst schon int jriihen hia Jesuit er sozialer Ausbeutung aller Art zum Opfer jtdten, in ircuudliehem Milieu erzogen und in Handfertigkeit und Arbeiten aller Art unterrichtet werden. Auf diese Weise wird versucht, den Kulturellen Unterschied zwischen jemenitischen und europäischen Juden, der eines der zu wenig beachteten nationalen Hauptprobleme Palä* stinas ist, einigermaßen auszugleichcn. Die jemenitischen Mäd• eben erweisen sich als sehr gelehrig und bildungsfähig. Foto: Maja Rosenberg ״Konflikt zweier Kulturen1' Unter dieser Ueberselirift berichteten wir in der vorigen Nummer über die Kontroverse zwischen Prof. Hancock und Sir Robert Waley G(o 11 e n über die soziologische Ausdeutung des Geschehens in Palästina. Prof. Hancock antwortet nochmals in der ״Times״ vom 10. Oktober. Es sei durchaus richtig, daß z. B. die australischen Eingebo reuen der Verbesserung ihrer Lage stärksten Widerstand entgegengesetzt hätten. Ursache und Wirkung werden auch in Palästina in gleich er Weise auftret «o, aber mit verschieden er Kraft und vielleicht anderen Resultaten. Die Anwesen* heil zehntausender englischer Soldaten und die Existenz arabischer Reiche im I linterland machen den palästinen* sisclien Kampf verschieden von dem zwischen britischen Ansiedlern und australischen Eingeborenen. Prof. Hancock ist der Meinung, da (i es fiir die Mandatarmacht, die Juden lind die Araber gefährlich sei, wenn man an das Palast inn-Problem im Geiste des Im* periaiismus des 18. Jahrhunderts heraiigelit. Cohens Brief wirft zwei grundsätzliche Fragen auf. Die erste sei, ob das ״Commonwealthhl 0:11“ (/.u-anunentassiing glcichberechtigter Staaten) des '20. Jahrhunderts nicht besser als der sorglosere Imperialismus der Vergangenheit zur jetzigen Haltung des englischen Volkes und den Bedürfnissen des Empire passe. Die!weite!'rage sei, 01) man von der arabisdien Bevölkern!!!/ Palästinas sagen könne, daß sie auf demselben Kuiturnivc.hi wie die australischen Eingeborenen oder die Rothäute X'ordame! iloas stünde. Diese Behauptung stünde im Widerspruch mit der ara bisdien Ansicht einer überlieferten (ieseliidile und sei auch nicht geeignet, der Sache des Friedens zu diuicn. Audi der Senior der jüdischen Wissenschaft und einer der ersten Anhänger I leivls, Mo*es O a s ♦ e r, der sephar* dischc OberrabhiiiiT, nimmt in der gleichen Ausgabe der ״Times“ zu den aiic/eseiiniiteiien Fragen Stellung. F.r glaubt, daß zwei Ursachen die Cnmhen bestimmt hätten: eine geistige und eine wirtschaftliche. Die politischen Gründe seien durch das Mnmlat bestimmt. Die geistige Ursache sei die H a 11 u 11 g der .1 11 )1 e n z 11 d e n Ar a b e r n, wie sic sich z. B. in dem }Lief Waiev-Cohens typisch zeige. Es sei historisch falsch und politisch unklug, die Araber mit den Eingeborenen Afrikas oder Amerikas zu vergleichen, sondern sie seien Nachkommen einer der größten Kulturen der Vergangenheit, die für die Menschheit große Bedeutung gehabt habe. Es wäre ein schwerer Fehler, wenn die Juden die Miene der kulturellen Uebcrlcgcnlicit gegenüber den Arabern anncltinen wollten; sie müßten im tiegenteil die Größe der Vergangenheit begreifen und sich bemühen, mit den Arabern so zusammenzuarbeiten, wie es in vergan* genen Jahrhunderten der Fall war. Das wirtschaftliche Pro- Wem sei durch die politischen Zwecke verschleiert worden. Mit der Einwanderung der Juden habe sich die wirtschaftliche Lage Palästinas ständig verbessert. Die Anklage, daß die Araber enteignet worden wären, beruhe auf einem Mißver* ständnis. Es habe keine gewaltsame Eroberung stattgcfunden, sondern jeder Zoll Boden sei gekauft worden. Niemand habe davon mehr profitiert als die Araber. Mit einem Aufruf zur Zusammenarbeit schließt < 1:0-ter. Nach dem Abbruch des Araberstreiks machen sich bereits Anzeichen eines W i ctlcrcindringens arabischer Arbeitskräfte in jüdische Arbeitspositionen bemerkbar. So hat der Eigentümer des Steinbrechs in Giwat Schaul bei Jerusalem, der wählend des Streiks fast ununterbrochen aus den umliegenden arabischen Dörfern beschossen wurde, sieben jüdische Arbeiter entlassen und arabische Arbeiter für sie eingestellt. 13 C ftf I A M (■ A PTI C I Gesetzlich erlaubte Zugabe-Artikel für C■ 1■ Hfl Cä #% 1% I I ■m Ca ■n alle Branchen und In allen Preislagen ERNST MAN D L, Berlin W 16, KurfUratendamm SO A Ruf: JI (Bismarck) 754B Originelle Neuheiten WERBEGESCHENKE

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