Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 41 (1936)
- Issue
- Heft 85 (23.10.1936)
- Date
- 1936-10-23
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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JÜDISCHE RUNDSCHAU NR. 85, 23. OKTOBER 1931 Antijüdischer Boykott? Die ersten Rückzahlungen Von Dr. Artur Ruppin Viele Jahre hindurch hatten wir gegen die Zweifler zu kämpfen, welche mit Nachdruck behaupteten, daß die von der Zionistischen Organisation gegründeten Siedlungen niemals die ihnen gewährten Darlehen zurück/.ahlen werden. Auch nachdem wir bereits mit den Siedlern wegen der Unterzeichnung der Verträge über die Rückzahlungen in Verhandlungen standen, blieben die Zweifler hei ihrer Meinung und fanden in der langen Dauer der Verhandlungen gerade einen Beweis dafür, daß die Siedler nicht zahlen wollten. Als ich in Kongreßreden betonte, daß gerade die lange Dauer und die gründliche Diskussion über jeden einzelnen Paragraphen des vorgeschlagenen Vertrages den Beweis dafür liefert, daß die Siedler es ernst meinen und keine Verpflichtung unterschreiben wollen, die sie nicht erfüllen können, begegnete ich noch immer einem ungläubigen Lächeln. Jetzt aber kommen die Tatsachen und beweisen über allen Zweifel, daß diejenigen recht gehabt haben, welche zu dem guten Willen der Siedler Vertrauen hatten und nicht die Skeptiker. Von den Antang Oktober fälliden Zahlungen im Betrage von C <>'350 haben 21 Siedlungen den Betrag von £ 4816 bereits bezahlt und die von sechs Siedlungen noch ausstelu'inleii .£ 1540 werden sicher auch in kurzer Zeit eingehen. Das ist um so höher zu bewerten, als dieses Jahr in vielen Teilen des Landes ein Jahr des Miß- Wachsens war und die Unruhen, die sechs Monate anhielten, den Siedlungen natürlich direkt und indirekt, insbesondere durch die Erschwerung des Trausportes, erheblichen Schaden zugefügt haben. Aber was in meinen Augen viel mehr bedeutet als allein die Tatsache der Zahlung, das ist die Begeisterung, mit welcher die Siedler die Zahlungen leisteten. Alle Siedlungen, Kvvuzoth sowohl wie Moschwei Owdim, wetteiferten miteinander, 11 m in der Zahlung einander zuvorzukommen. Ich war bei der Feier des fünfzehnjährigen Bestehens der Kwuzah Kampfansage der Bürgerlichen in Tel-Awiw Mosche Chelouche zum Rücktritt aufgefordert (Siehe Seite 1) Unmittelbar vor Schluß des Blattes erfahren wir aus Tel-Awiw vom 22. d. M.: Vertreter von 20 Gruppen, die dem Zentrumblock im Stadtrat augehören oder nahestanden, haben eine Versammlung abgeliaiten und eine Resolution gefaßt, worin der Wille zum Ausdruck gebracht wird, die Kandidafen des derzeitigen geschättsführenden Bürgermeisters Rokach mit allen Mitteln zu unterstützen. Es soll eine Proklamation erlassen werden, die Chelouche eine letzte Möglichkeit zum Rücktritt bieten soll. Sollte der neue Bürgermeister von dieser Möglichkeit keinen Gebrauch machen, so würden sich die bürgerlichen Elemente gezwungen sehen, den jKjt mpf a 11 f z ti n e h in e n. ■ —— —1 ■ ׳- —1—— ■■ ׳■־ ■■«׳ 1 . Ejn Cliarod zugegen. Bei dieser Gelegenheit wurde mir ein Scheck von £ 623 für den Koren Hajessod als ihre erste Abzahlungsrate überreicht. Bei diesem Akte waren alle Menschen der Kwuzah anwesend, vom ältesten bis zum jüngsten, und ihre Gesichter strahlten, als ihr Sprecher L.awi im Namen der Kwuzah feierlich versicherte, daß nicht nur diesmal, sondern auch in allen kommenden Jahren Ejn Cliarod mit mafliematischer Pünktlichkeit seine Verpflichtungen aus seinem Vertrage mit den nationalen Fonds erfüllen wird. Die Kinder, von denen die meisten wahrscheinlich zum erstenmal etwas von einem Scheck hörten oder sahen, nahmen an dieser Freude Anteil, besonders als sie hörten, daß ihre Eitern durch diesen Schock einen Teil des Geldes zimickzahlen, das sie zum Aufbau der Wirtschaft vom Keren Hajessod als Darlehen erhalten hatten und daß sie durch diese Zahlung die Kräfte des Keren Hajessod für die Atisiedluug neuer Siedler stärken. Diese allgemeine Begeisterung entsprang dem Bewußtsein der Siedler, daß sie nur das erste Glied in einer I a n - gen Kette von Geschlechtern sind. Ihre Rück/ahhingen erscheinen ihnen als ihr Beitrag zur Fortsetzung u n d z u r E r I e i c h t e r 1! 11 g d e r A 11 s i e d I u n g d e r k o mtuenden Geschlechter. Sie begnügen sich nicht damit, daß sie die ersten waren, welche die schwere Arbeit der Schaffung neuer landwirtschaftlicher Siedlungen iin Emek Jesreel für sich und ihre Kinder auf sich genommen haben. Sie wollen den Weg zur Ansiedliing auch für diejenigen bahnen, die jetzt zur landwirtschaftlichen Arbeit ins־ Land kommen. Ihre Rückzahlung ist für sie der sichtbarste Ausdruck für die Verbindung, in der die jetzige Generation der Ansiedler zu der künftigen Generation der Ansiedler stellt. Ihre Zahlung wird durch den Keren Hajessod der neuen Ansicdltmgsgescllschaft t(״P. A. S. A.“) zugeführt werden, die vor kurzem durch die Jewish Agency gegründet ist und die das Instrument zur Fort- Setzung und Erweiterung ihrer landwirtschaftlichen Kolonisation sein soll. In diesem Sinne haben diese ersten Zahlungen unserer Siedler nicht nur eine reale, sondern darüber hinaus eine große symbolische Bedeutung. Charakteristisch für die Beziehung der Siedler zum Keren Hajessod sind die Briefe des Dankes und der An- Erkennung, die sie bei Gelegenheit der Zahlung an ihn richten. Als ein Beispiel unter vielen sei der Brief zitiert, den die vier Keren 1 lajessod-Siedlungen im Jordantal an den Keren Hajessod geschrieben haben: ״Empfangen Sie hiermit den Scheck über £ 545.378 als erste Zahlung der Siedlungen Degaiiiali A, Deganiah B, Kineret und Bctli-Sera auf Rechnung unserer Schuld. Die Siedlungen im Jordantal, die alten wie die neuen, die durch alle Schwierigkeiten der Landwirtschaft in Erez Israel hindurcligcgaugen sind, und die schließlich durch Ausdauer und Arbeit zu der heutigen Form der gemischten Wirtschaft gekommen sind, vergessen nicht einen Augenblick, daß sie die erste Hilfe für ihre Arbeit und für ihren Erfolg von den nationalen Fonds, Keren Hajessod und Keren Kajcmcth, bekommen haben. Wir fühlen uns als Partner mit diesen Fonds in den Errungenschaften der nationalen jüdischen Siedlungen, durch welche die Arbeit, die Landwirtschaft und die soziale Lebensform in unserem Volke einen neuen Wert bekommen haben. Mit Dankgefühl und Befriedigung irr! Herzen übersenden wir Ihnen hiermit unsere erste Zahlung.“ Arabische Boykottposten Von den arabischen Führern wird ein scharfer Boykott der jüdischen Geschäftsunternehmungen in Palästina organisiert. Vor jüdischen Geschäften werden Boykottposten aulgestellt. Ferner bemühen sich die arabischen Führer, die arabischen Kaufleute dazu zu bewegen, ihre Waren anstatt von jüdischen Importeuren aus den arabischen Ländern zu beziehen. Arabische Kapitalisten beabsichtigen, eine Gesellschaft zur Finanzierung des arabischen Handels ins Leben zu rufen. Man darf wohl erwarten, daß die Regierung ungesetzliehe Maßnahmen, die das Wirtschaftsleben des Landes stören und dem gerade erst von den Nachwirkungen des arabischen Streiks sich erholenden Land neue Wunden schlägt, nicht gestatten wird. Friedlicher Wettbewerb wird stets stattfirden, aber Gewaltakte und Terror durch Boykott- Posten dürfen auf keiner Seite geduldet werden. Hafenkrieg Jaffa-Tel-Awiw Das Oberste Arabische Komitee trat zusammen, um die Frage des J a f f a e r Hafens zu besprechen. Es wurde eine Kommission eingesetzt, unter deren Aufsicht das inforniatorischc und statistische Material zur Vorlage all die Royal Commission gesammelt werden soll. Wahrend der Sitzung traf ein Telegramm von König Ihn Saud ein, worin dieser in Erwiderung des Telegramms des Komitees vom 17. Oktober seine Glückwünsche zur Beendigung von Streik und Terror übermittelt und sein Bedauern über die Schießerei in Tel-Awiw zum Ausdruck bringt; er fordert ferner die Araber auf, Geduld und Ruhe zu bewahren, denn dies sei der beste Weg zum Erfolg. Im Hafen von Jaffa herrscht seit dem Streikende noch fast gar kein Betrieb; während fünf Tagen sind nur ganz wenige Schiffe vor Anker gegangen, während vor Ausbruch der Unruhen mehrere Schiffe täglich iin Hafen eintrafen. Die jüdische Handelskammer für Jaffa und Tel-Awiw hat in ihrer außerordentlichen Generalversammlung einstimmig heschlossen, daß die Juden nicht in den Jaftaer Hafen zurückkehren werden, solange die Bedingungen nicht grundlegend geändert sind. Es wurde unterstrichen, daß der Beschluß keinen Boykott von Jaffa bedeutet, daß die jüdische Bevölkerung aber nicht gewillt ist, auch weiter auf einen Hafen angewiesen zu sein, der in den Händen gewalttätiger Elemente liegt. Ferner wurde ein Beschluß gefaßt, in dem der Ausbau des li a f e 11 s in T e I - A w i v gefordert wird. Der Dampfer ״Excalibur“, der der American Export Line gehört, welche einen regelmäßigen Schiffsdienst zwisehen amerikanischen Häfen und dem Mittelniccr aufrechterhält, legte sowohl in Jaffa als auch in Tel-Awiw an. ln Jaffa wurde eine kleine Ladung von Gütern entladen, die fiir Araber bestimmt sind. Von Jaffa fuhr der Dampfer an die Mole von Tel-Awiw und brachte dort eine große Frachtladung ans Land, die an Kaufieute in Tel-Awiw gerichtet׳ war. Es ist zu erwarten, daß die Dampfer der American Export Line in Zukunft regelmäßig ihre für Tel- Awiw bestimmte Fracht in Tel-Awiw zur Entladung bringen werden. Die arabische Presse wendet sich scharf gegen das Bestehen eines Hafens in Tel-Awiw. Es wird erklärt, daß das Dill und Wauchope bei Abdulla High Conunissioner Sir Arthur Wauchope und der Obei kommandierende der englischen Truppen in Palästina, Generalleutnant Dill, haben dem Emir von Trans jordanien in Amman einen Besuch ahgestattet. Bei einem frühstück wurden Probleme der arabischen Bevölkerung Palästinas besprochen. Todesurteil Jerusalem, 21. Oktober. (JTA.) Am 21. Oktober ist der Araber, der am 20. April in der Tel-Awiwer Vorstadt Hatikwah den 55jiihrigen Selig 1. c w i 11 s o 11 n und den 36iährigen Schlomo Morissohn ermordet hatte, zum Tode verurteilt worden. Vor dem Gericht in Nazareth kam ein Prozeß gegen acht ehemalige Mitglieder der llandc des Scheich Kassein, die der Beteiligung an der Ermordung der Polizisten Rosenfeld und Mott im Jahre 1()35 angeklagt sind, zur Vcrhandlang. Der arabische Staatsanwalt erklärte sich bereit, die Anklage auf ״Mord ohne Vorbedacht“ zu im dem, worauf hin vier der Angeklagten ein Geständnis ablegten und zu je 14 Jahren Gefängnis verurteilt wurden, während die übrigen vier je 2 Jahre Gefängnis erhielten. Der Baubeginn der Universitätsklinik Auf dem Skoptis-Berg in Jerusalem wurde mit der F.rrichtung der Gehätide für die 11 e!1 e U n i v e r s i t ä t s k I i n i k hegönnen. Aus diesem Anlaß fand eine kleine Feier statt, an der der amerikanische Generalkonsul George Wads worth, das Professorenkollegium der Universität und einige andere hervorragende Persönlichkeiten teilnahmen. Miss Henrietta Szoid hielt eine Ansprache, i!1 der sie erklärte, daß sie, während sie hier stehe, im Geiste bei den tausenden Frauen weile, die das Werk der Hadassah seinerzeit begonnen haben und heute fortfiihren. Der Präsident der Hebräischen Universität, I)r. Judah L. M a g n e s, sprach das ״Schehechejanu“, der Leiter der Hadassah-Arbeit in Palästina, I)r. V a s s k i, entbot Grüße der in Philadelphia tagenden Jabreskonferenz der Hadassah ihr! dem Verband der jüdischen Acrzte Amerikas, als den beiden Organisationen, die den Ball der Universitätsklinik ermöglicht haben. Er erklärte weiter, daß dieses erste Gebäude, mit dessen Errichtung jetzt begonnen wird, ein S c 11 w c s t e r!1 h c i ni sein soll, das den Namen von Miss Henrietta S/old fragen wird. Nach dem Bauplan soll das Gebäude in 20 Monaten fertiggestellt sein. Einer unbestätigten Meldung zufolge haben das Kolonien- Ministerium und der High (loinnüssioncr den Vorschlag des Schatzmeisters der Palästina-Verwaltung genehmigt, wonach der vom Waad Leumi beantragte Regierung» z 11 s c h u ß zum jüdischen ürziehingswcse 11 in Höhe von £ 42 000 um £ 3(KX» herabgesetzt werden soll. Der vorjährige Zuschuß der Regierung betrug £ 36 000. Vorhandensein einer Anlegestelle in Tel-Awiw den Anlaß zu künftigen Unruhen bilden wird. Die Empörung der arabischen Zeitungen ist offenbar darauf ztiriiekznführen, daß im Hafen von Tel-Awiw ein lebhafter Verkehr sich entwickelt, während der Hafen von Jaffa auch nach Beendigung der Unruhen ziemlich fot ist. Besonders wild gebürdet sich ״El Liwaa“, das Organ des üroßmufb, die an die Regierung die Forderung richtet, den weiteren Ausbau des Hafens in Tel-Awiw nicht zttzulassen und die Bes e i t i g 11 n g der bestehenden Anlagen an/uordnen. Der Verkehr zwischen Tel-Awiw und Jaffa ist wiederhergestellt, hat jedoch etwas nachgelassen. Ein Streich Fauzi Kaukjis Der Londoner ״S unday Express“ berichtet über einen Streich des Araberführers 1־ a u z i, der den englisehen Truppen in Palästina ein Schnippchen geschlagen hat. Her ״Sunday Express“ meldet, daß sich I 'auzi im englischen Militärlager aufgehalten habe. Er sei dort als vornehmer Araber erschienen und habe sich mit den englischen Offizieren in fließendem Englisch unterhalten, ohne erkannt zu werden. Später sei Eati/1 nach diesem Gastspiel iin Dunkel der Nacht verschwunden. Ein später im Lager eint!effc 11 Her Poli/eioffi/ier, der von dem Vorfall hülfe, zeigte den 1 )fii/ieren ein Bild Lau/is. Die Offiziere bestätigten die Annahme des Poli/eiof fiziers, daß es sich nach dem Bild bei dein vornehmen Araber um den Araber!'!ihrer I auzi handelte. Arabi-clien Berichten zufolge hat das (*berste Arabische Komitee in der letzten Zeit bestimmte Summen fiir die Banden ausgesetzt, ehe bewaffnet in den Bergen verblieben sind. Die arabischen Terrorbanden scheinen sich auf einen ״Winterfeld zug“ vor/ubereifen. Wie ״Dawar“ berichtet, hat das (»berste Arabische Komitee eine Aktion zur Ausstattung der Banden mit Wintcrkicidung eingeleiiet. 1:111 a r a b i s e her P o I i / 1 s t, der ausgeg,äugen war, um Lebensmittel für seine Kollegen zu besorgen, wurde spater zwischen Jcnin und Nazareth erschossen aufgefunden. Eine arabische Bande drang in ein arabisches Dorf bei Herzlia ein, um von einem Notabel!! Gehl zu erpressen. Als dieser ihren Forderungen nicht nachgebcn wollte, gaben sie auf sein Haus Schüsse ab; die Polizei war sofort zur Stelle. Der Anschlag in Tel-Awiw Tel-Awiw, 21. Oktober. (JTA.) Alle Mitglieder des Brith Trumpeldor, die im Zusammenhang mit dem am Sonnabend in Tel-Awiw auf zwei Araber verübten Anschlag verhaftet worden waren, sind bis auf zwei, von denen der eine aus Ness Ziona, der andere aus Haifa stammt, wieder freigelassen worden. Die arabische Presse ist wegen des Uebcrfalis auf Araber in Tel-Awiw sehr erregt. Das Organ des Mufti, ״Alliwa“, geht so weit, zu behaupten, die Idee des Vcr- Brechens sei in der zwei läge vorher abgchaltenen Sitzung des Zionistischen A k t i o n s - C o in i f e s geboren worden(!). Während der letzter! Tage ist eine Reihe von Juden, die nach Jaffa zu Besuch kamen, überfallen worden; nach einem Juden, der sieb, auf dem Wege nach dem Jaffaer Gerichtsnot befand, wurden Steine geworfen. Erleichterter Ausnahmezustand Durch Abänderung der Bestimmungen über den Ausnahmezustaiul ist der Verkehr in Jerusalem bis Mitternacht freigegeben würden. Die Zeit der Verkehrsruhe beträgt nur noch vier Stunden, von 21 Uhr bis 4 Uhr morgens, statt wie bisher von 21 Uhr bis •1 Uhr. I >ie Neuregehing tritt von I)omierstag, dm 22. Oktober, an in Kraft. Der Ausnahmezustand auf der N a b I 11 s e!• Chaussee ist aufgehoben worden. In Kalkiliah, Tulkerem, Jenin und Nahlus beginnt der Ausnahmezustand von nun ab um 11 Uhr abends. Von der Woche Am Schauplatz des am 17. Oktober gemeldeten Gefechtes zwischen Militär und einer bewaffneten Araberhande 1m Dorfe T a r s 11 i h a bei Akko wurden die Leichen von zwei Arabern sowie zwei arabische Verwundete aufgefunden. Zu dein Uebtrfall, der am Freitag hei Akko auf «ine Patrouille des Wiltshire-Regiments verübt wurde, wird amtlieh mitgeteilt, daß die angmi'cnde Baude aus Drusen bestand, die aus Syrien nach Palästina eingedrungen waren. Mit den Unruhen in Palästina habe der IJeberfall nichts zu tun. Lin Offizier und ein Soldat sind dabei verwundet worden. Die Angreifer haben drei Mann verloren. In der Nacht zum Mittwoch sind auf die Außenbezirke von Tel-Awiw und eine Reihe jüdischer Siedlungen zwischen Tel-Awiw und Petacli-Tikwah wieder Schüsse abgegeben worden. Besonders heftig wurde die Kolonie N a c 11! a t G an iin aus den arabischen Pflanzungen in ihrer Nähe beschossen. Der Angriff wurde von den Siedlern mit Unterstützung durch Polizei ahgewchrt. Auch auf Herzlia und Kfar Saba sind in der Nacht Schüsse abgegeben worden. Verletzt wurde niemand. Auf der Landstraße bei Iine Brak sind einige Autobusse von arabischen Terroristen erfolglos beschossen werden. Mescliek Llaotzar bei Kfar Saba war einem peliwerett Angriff ausgesetzt, wobei niemand verletzt wurde. Im König (i e o r g s - J 11 b i! ,1 1! nt s - W a I d bei Nalialal sind der Konigsbaum sowie verschiedene andere Bäume ausgerissen worden. Der jüdische Hilfspolizist Moses Sanjitshave ist bei einem Autounfall in der Nähe von Kfar Salta ums Leben gekommen, als der Wagen, in dem er fuhr, sich überschlug; er blieb tot unter dem Wagen liegen. Der Getötete war 26 Jahre alt, stammte aus Polen und lebte in Tel-Awiw. Er!unterläßt eine Witwe und zwei Kinder. Meldungen der arabischen Presse zufolge halfen die durch die Ereignisse in Palästina hervor gerufenen autijudiseben Unruhen im Irak an. fm Laufe der Unruhen sollen bereits t u n f - zehn Juden getötet worden sein. Die Regierung habe sich zwar in einem Aufruf gegen diese Ausschreitungen s~:• wendet, bisher jedoch noch keine Beruhigung hetixiführen können..