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Jüdische Rundschau · 1936-10-16 · Heft 83 (16.10.1936) · page 9

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
41 (1936)
Issue
Heft 83 (16.10.1936)
Date
1936-10-16
Page
– (sequence 9)
Language
German
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JÜDISCHE RUNDSCHAU NR. 83,16. OKTOBER 1936 Normalem Leben entgegen Zum Beginn der Orangensaison* Von unserem palästinensischen Korrespondenten gl. Tel-Awiw, 7. Oktober 1936 Preisgestaltung Die seit Jahren vorausgesagte und immer wieder erwartete Krise auf dem Orangenmarktc ist noch immer nicht gekommen, und es sieht auch dieses Jahr (natiirlieh können sich die Dinge bei den überaus unstabilen Vcrhältnissen rasch ändern) nicht danach aus, als ob sie vor der Türe stände. Es zeigt sich hei der Gestaltung des Z.itrusmarktes, daß heute in der Wirtschaft immer neue Momente auftreteu, die die schönsten und genau ausgereehneten Voraussagen Lügen strafen lind daß man nur für kurze Zeit hinaus vorhersehen kann, wie sich die Dinge gestalten. (So z. B. ist gerade in der allerletzten Zeit ein neuer Faktor in die Rechnung eingetreten, der manche Kalkulationen griimJlieh verändern kann. Das Verlassen des Goldstandards durch eine Reihe europäischer Staaten verändert die Preisgestaltung in bestimmten Ländern und läßt es (Holland, Schweiz] traglieh erscheinen, oh sieh dort entsprechende Preise erzielen lassen.) In der vorigen Saison jedoch, in die man mit nicht geringen Befürchtungen hincinging, stellte sich heraus, dal! im Durchschnitt gute Preise, vielleicht bessere als im Jahre davor, erzieh wurden. Das Wort ״Durchschnitt“ muß in diesem Zusammenhang doppelt unterstrichen werden. 1111 Durchschnitt das bedeutet das Mittel aller Preise, sowohl für junge und alte, für große und kleine Frucht. Es wird besonders von den Neupflanzern vielfach übersehen, daß ihnen ihre Plantagen, auch nachdem sic* angefangen haben, Er• trag zu bringen, relativ wenig eint ragen werden (oft nicht mehr als 3 sh pro Kiste), weil die Frucht des Baumes in den ersten Jahren nicht erstklassig und der Ertrag pro Baum geringer ist. Der Ausfall einer Ernte muß jedoch nach dem Durchschnittspreis aller Planlagen und aller Eruchtarten gewertet werden. Von diesem Standpunkt aus gesehen lielerte die Gesamtsaison PJ33 3() einen guten Durchschnitt. In diesem Zeitabschnitt waren irr der Marktfähigkeit der Zitrusfrüchte Orangen und Grapefruit nicht gleichmäßig einzuschätzen. Während die Orangen sich leicht verkauften, war der Absatz der Grapefruit schwerer, da sie vielfach noch als Luxusfriichte betrachtet werden, die mit höheren Zöllen (in England dreimal so hoch wie Orangen) belegt sind. Der Ertrag an Grapefruit hat sieh zudem in den letzten Jahren stark vergrößert, da man in der Tendenz, möglich viel Zitrns zu pflanzen, auch schwerere Böden niiteinbezog, die nur für Grapefruit in Betracht kommen. Zitronen erzielten sowohl in Palästina wie auch beim Export ausgezeichnete Preise. Mit der Sperrung Italiens im Verlaufe des abessiuischen Konfliktes fielen die italienischen Sendungen nach den meisten Ländern aus und die Nachfrage nach der palästinensischen Frucht stieg. Die ausgezeichnete!! Preise für Zitronen in der jetzt beginnenden Saison (bis ■10 sh. pro Kiste!) haben in I'aliistina das Interesse an dieser Pflanzung wieder stark ansteigen lassen, während es früher eine Zeit gab, wo man sie ausrodete und sie eigentlich nicht mehr als Kultur, sondern als Windschutz in den Plantagen verwandte. Bei der Tendtnz, angeregt durch die hohen Preise, wieder mehr Zitronen zu ziehen, besteht im Lande die Gefahr, sich zu überstürzen und nicht die richtigen Sorten zu wählen. Es kommt darauf an, Sommcrzilronen fiir den Markt bereit/uhaltcn, da nur in dieser Zeit die Nachfrage groß ist und nicht von anderer Seife befriedigt wird. Der Markt zu Beginn der Saison 1936/37 Bisher sind die Perspektiven für die jetzt beginnende Saison gut. In den ersten Monaten der Abschlüsse verhielten sich die Auslandsmärkte, insbesondere England, zurückhaltend. Die Unruhen und ihre Auswirkungen (Hnumschihlcn) wurden _ übertrieben. Es wurde vielfach unbeachtet gelassen, daß bei den Zerstörungen fast ausnahmslos die fruchttnigeudeii Plantagen verschont blieben, weil die starken Bänuic der Axt starken Widerstand entgegensetzten und sich die Araber auf das Umbrechen junger Bäumchen beschränkten. Von diesen neuen Plantagen wurde freilich viel zerstört. Die Händler, die nicht genau orientiert waren, fürchteten, daß Palästina seine Lieferverpflichtungeii nicht wurde einhalten können und warteten ab. Die Nachrichten über die spanischen Ereignisse verstärkten zu Beginn noch diese Znrüekhaltung, hakt aber wurde es besser. Die palästinensischen Exportfirmen warten ihrerseits heute ah, weil sie sieli von vier Verminderung der spanischen 1 iefenmgen Vorteile erhoffen, und die Verkäufe zu fixen!,reisen werden nur in langsamem Tempo getätigt. Die Technik des Exports Für die neue Saison wird ziemlich alles davon abhängen, ob die palästinensisch׳-' Frucht ohne zuviel Schwierigkeiten zu exportieren sein wird. Noch wissen wir nicht, oh die Araber ihre Frucht aiisführeu werden. Es heißt, daß sie bealtsichtigen, ihre Frucht nur über Jaffa zu schicken, was ge«- graphisch einleuchtend ist, da fast alle ihre Plantagen bei Jaffa und irn Süden liegen und daß sie die Juden vom Benutzen des Jaffaer Hafens ausschliellen wollen. Die Juden *) Siehe auch den Bericht von Dr. J. Adler in Nr. SO 81. Ein neuer jüdischer Beruf tu».' ■־^*w Mit dem Aushau des Tel-Aunwer Hafens wächst auch der Bedarf an LeiMcrn, die bisher aus Port Said und anderen ittelmeerhäfcn cinge führt werden mußten. Das Bild zeigt den ersten jüdischen Bootshauer bei der Vollendung seiner ersten Boote Foto 1 H. WeiM.otleiD, T«1 •Airi-w Der Aufruf des Waad Leumi Der Waad Leumi veröffentlicht, wie bereits gemeldet, einen Aufruf an die Juden der Diaspora, der folgenden Wortlaut hat: ״Seit einem halben Jahre steht der Jisclimv in einem Kampf, der mit Blut und Feuer gegen ihn geführt wird; seit einem halben Jahre hat er sich unter ungeheurer Anspannung seiner ganzen physischen und seelischen Kraft erfolgreich verteidigt. Der Jischuw hat alle Ueberfälle auf jüdische Siedhingen ztirtickgesclilagen; er hat auf die brutalen Anschläge nicht mit Mord lind Racheakten reagiert — nicht ans Schwäche, sondern aus Abscheu vor dem Vergießen unschuldigen Blutes. Mitten in Kampf und Zerstörung hat er unaufhörlich neue Beweise seiner schöpferischen Kraft geliefert; neue Arbeitsplätze sind erobert, die Produktion des Landes ist gesteigert worden, in Tei-Awiw ist ein neuer Hafen entstanden. Keine Opfer und Leiden, und wenn sie noch so groß sind, sind imstande, den Jischuw zu beugen, denn Freiheit und Ehre können mir durch Wachstum und Konsolidierung, mir durch Aufnahme neuer Einwanderer erkämpft werden. Der Jischuw ruft die J u d e 11 h e i t <1 e r Welt aut, ihre 11 G I a 11 b c 11 1! 11 d ihren Will e 11 d u r c h nichts brechen zu lassen. Er verlangt von ihr eine Intensivierung der Aufbauarbeit. Die Jcwish Agency hat eine Konsolidierungs-Aktion in der Diaspora proklamiert, und von den Juden aller Länder wird erwartet, daß sie sieh aktiv an dieser Aktion beteiligen. Der Jischuw, der schwere Opfer gebracht hat, ruft das ganze jüdische Volk auf, auch seinerseits Opfer zu bringe 11, um ihm den Kamp! bis zum endgültigen Sieg zu ermöglichen.'‘ Fauzi el Kaukadyi unterwirft sich? Der syrische Rebellenführer Fauzi Bcy el Kaukadyi soll nach Meldungen, die in Jerusalem eingetroffen sind, bei Balla Deshcikh mit knapper Midie dem T ndc entrönnen und in Begleitung seiner treuesten Anhänger nach T r a!1 s j o r d a 11 ä e!1 geflohen sein. Vor dem Verlassen Palästinas veröffentlichte el Kaukady i ein C o in!1! 11!1 i q 11 e, in dem er ״alle Kämpfer des arabischen Aufstandes in Süd- Syrien“ auffordert, dem Appell der arabischen Könige und den Beschlüssen des Obersten Arabischen Komitees Folge leisten d, d i e <i e w a 11 a k t i o 11 e 11 e i 11 z!!stell e n. Es verlautet, daß die Führer der Terroristenbanden von dem Obersten Arabischen Komitee Entschädigung vcrlangen, da der Abbruch des Streiks die Banden in eine prekäre Lage versetzt habe. Sie drohen, den Terror fort/usetzen, falls die von ihnen geforderten großen Beträge nicht gezahlt werden. Das Oberste Komitee stellt mit den Terroristenführern in Verhandlungen. Fs heißt, daß eine große Anzahl von Mitgliedern der Terroristeubamleii 11 a c h S y r i c 11 geflüchtet ist, darunter die Mehrzahl der Anführer. Noch immer Angriffe Aus den letzten Tagen liegen Meldungen vor, die zeigen, daß nach Abbruch des Streiks die Ruhe noch nicht vollständig hergestellt war. Es haben sich noch einige Zwischenfälle ereignet. Die Atmosphäre ist noch gespannt. Der erste Angriff auf eine Siedlung seit Abbruch des Streiks erfolgte auf Kirjath A 11 a w i m. Hilfspolizisten und ihrerseits sind keineswegs geneigt, Jaffa zu benutzen, auch im Falle, daß der Hafen völlig im Betrieb ist und wägen die Möglichkeiten ah, ihre Ware!!her llaiia zu schicken, etwas über Tel-Aviw und vielleicht auch über Port Said. Für den gesamten Export ist ein glattes I uiikiioiiieren der Eisenbahnen, Sicherheit der Stationen, Bereitstellung genügender Waggons und sofortige Verladungsmögliclikciten, sowie Sicherheit der /.iifahrtstraßen Vorbedingung. Alle diese Momente sind jedoch bisher völlig unklar und es ist dringend nötig, daß alles für den Export sofort vorbereitet wird, wenn nicht schwere Stockungen entstellen sollen. Unter anderem ist der Ausbau der (,luussee von Tel-Awiw bis Clmkrah bis zur Regenzeit eine dringende Notwendigkeit. Wird er durchgeführt, so besteht die Möglichkeit, die Früchte aus dem Scharon auf Lastautos nach Haifa zu schaffen. Freilich ist dieser Transport teurer, wie überhaupt die Unsicherheit den Pflanzern und Exporteuren zusätzliche Kosten auferlegt. in Tel-Awiw hofft man eine halbe Million Kisten bewältigen zu können, es ist jedoch fraglich, ob der Hafen zur rechten Zeit genügend ausgebaut sein wird. Die technischen Scltwierigkeiten sind groß, es ist bisher mir wenig für eine solche große und verderbliche I adimg vorgesorgt worden und die Arbeit geht nur mit Unterbrechungen vor sich. Organisierung des Exports Es ist bereits seit Jahren lang und breit und bei den verschiedensten Gelegenheiten über die Notwendigkeit einer gründlichen O r g a 11 i s i e r u 11 g d es O r a 11 g e n m a r k t e s gesprochen mul geschrieben worden, ohne daß wir aut diesein Gebiet viel weiter gekommen wären. Bei Exporteuren, Pflanzen! lind Händlern herrscht gleicherweise ein schweres Durcheinander. Aiaber lind Juden sind eo ipso geschieden, heute natürlich noch mehr denn je. Aber auch unter den Juden wird durch die vielfältigen Spaltungen eine vernünftige Wirtschaft unmöglich gemacht. Viele Finnen arbeiten auf eigene Hand, mail unterbietet einander, exportiert, ohne auf die Gesamtlage des Marktes Rücksicht zu nehmen. Audi werden Früchte in Massen ausgeführt, die darum zu Preisdriiektmgen fuhren und dann eine allgemeine Unterbrechung des Exportes erzwingen. Dazu wird die Marke oft durch Export zweitklassiger Frucht gefährdet. Alle diese Fehler zeigte schon in diesem Jahre der Anfang der Grapefruit* saison. Die einzelnen Schiffsagenturen einigten sieh nicht über die Termine der ersten Sendungen, was in England zu einer Ueberfülhing des Marktes zu führen droht. Das ist um so bedauerlicher, als es sich um die ersten Früchte handelt, die naturgemäß hohe Preise erzielen könnten. Der Erfolg der Exportsaison wird nicht zuletzt von dem Zusammen- Schluß und der Organisationsfähigkeit der palästinensischen Pflanzer, Händler und Exporteure abhängen. Berichtigung. Das in Nr. 80.•'81 vom 7. Oktober 1036 zu dem Artikel ״Saison auf dem Carmel“ veröffentlichte Bild ,,Blick aut Hadar Haearmel“ stellt einen ״Blick auf das Stadt• viertel Ard el Jahoud“ dar. Militär schlugen den Angriff zurück und nahmen die Ver* folgung der Bande auf. Die erste Nacht nach Einstellung des Streiks und nach Veröffentlichung des Aufrufs der Könige und des Arabischen Obersten Komitees wurde durch Angriffe in vcrschiedenen Teilen des L a n 11 e s unterbrochen, darunter in der Nachbarschaft von Tel-Awiw, in jüdischen Pflanzungen an der -Straße nach Tei-Awiw und in Safed. I lilfspnlizci und Mililär antworteten auf die Angriffe; Verluste waren nicht zu verzeichnen. Ferner w urden Angriffe auf R i s c 11 o 11 -1 c-Z i ת ס und N c 1 s Z i o 11 a unternommen, und in einer jüdischen I*fia!r/ung bei Petach T i k tv » h wurde eine Anzahl von Bäumen cnlwtir/.clt. Ferner gab es eine große Anzahl von Schüssen aut die landwirtschaftliche Schule in Kfar Tabor. Zu einem Gefecht kam es zwischen einer Patrouille und einer bewaffneten Baude auf der Chaussee von Jaffa 11 ach Jerusalem, wobei drei Araber verwundet wurden. Line bewaffnete Bande Aiaber verübte am letzten Samstag einen IJeherfall auf ein äthiopisches Kloster in der Näh!■ von Jericho, das in einer einsamen Gegend gelegen ist. Drei Mönche, die einzigen Bewohner des Klosters, wurden gefesselt und nach der Jerusalemer Chaussee gebracht, wo sie freigelassen, jedoch mit dem rode bedroht wurden, falls sic irgend etwas übe! den Vorfall verlauten ließen. Die Banditen haben vor Verlassen des Klosters alles gestohlen, was sic an Geld und Lebensmitteln finden konnten. Die arabische Zeitung ״Ailifaa“ ruft die arabische Be- Volke Hing zum Boykott der Juden auf. Behördliche Maßnahmen Die Zeitung ״A d 1 f a a“ berichtet, daß 70 arabische Lüh rer, die im Konzentrationslager jtl S a r a f e 11 d interniert worden sind, entlassen werden sollen. Wie die JTA. erfährt, hat die Palästina-Regierung beschlossen, den f'iilircr des arabischen Streik-Komitees, Hassan Bcy S i d k v Dajanv, sowie einige andere arabische 1!ihrer, die bisher im Konzentrationslager Sarafcnd interniert waren, 11 e s L a 11 d e s / u v erweise n. Die Stadt Hebron wurde mit einer Kollektivstrafe von KKKt 1' f 11 11!1 belegt. Ferner wurde der Auslialiiiie/ustand für vier Nachte von 7 Uhr abends bis 4 Uhr morgens verhängt. Die Militärbehörden sind außerdem ermäeiitigt, Häuser, aus denen Schuss!; auf Soldaten gefeuert werden, zu demolieren. Auf Grund neuer Verfügungen ist die Polizeistunde in Jaffa nunmehr vcikür/t worden und wird von 9 Uhr abends bis 4 Uhr morgens dauern. In Jerusalem wird sie ebenfalls in der gleichen Weise geändert. Außerdem werden von jetzt an die Kino-Vorstellungen auch am Abend stattfinden. Ls besteht die Möglichkeit, daß die Polizeistunde in Jerusalem am Donnerstag vollständig eingestellt wird. Zwei E n g I ä 11 d e r, die kürzlich in Palästina eingetroffen sind, wurden von dem Jerusalemer Gericht verhört, weil sie eines verdächtigen Treibens unter den Arabern in Nablus beschuldigt werden, das unter dem Vorwand unternommen worden sei, die Beziehungen zwischen Christen und Mohaminedancrn zu verbessern. Angeblich haben sie große Summen Geldes zur Verteilung gebracht. Fünf 11 i c 11 f j ii d i s e 11 e K o m 111 u!1 i s t e n wurden Sonn• tag nacht in der Altstadt Jerusalems verhaftet, als sie eine geheime Versammlung a!'hielten. Es wird berichtet, daß drei der Verhafteten Mitglieder der russischen Tsehcka sind und daß neue sensationelle Verhaftungen bevorxtehen. Haifas Hafengelände Wir veröffentlichten in der vorigen Nummer des Palästina- Blattes ein Bild aus Haifa, das die lebhafte B untätig• keil auf dem I lafnigelande zeigt, in der Tat ist es ein viel /. 11 w e n i g b e a e 11 I e t e r U m stau d, in welcher Weise gerade in Haifa trotz der Unruhen die Entwicklung vorwärts-chreitet. Diese Tatsache ist wohl auch politisch zu werten, denn es zeigt sieh darin!las Vertrauen in die Zukunft Palästinas, Das I laieiigcläiide, um «las cs sich hier handelt, ist durch Ausbaggerung hei Anlage des Hafens dem .Meer!• neu abgeriingen wonlen. I s ist zwischen den früher am Meeicuifer gelegenen Gebäuden und «1cm jetzigen Hafen eine weite 1> o!1 1• 11 f I ä e h e entstanden, die von der Regierung verpaehtet wird. Auf diesem Gebiete sind im letzten halben Jahre naht weniger als sechzig Unter-!1 e 11 111 1111 g e 11, von dem■!! jede ungefähr 10000 Pfund investierte, gegründet worden. Die Pächter sind teils englische Gesellschaften, teils Juden oder Araber, Die Unternehmungen betreiben meist Geschäfte, die auf dem Gebiete des Handels und lies Transportwesens liegen. Durch den Bau der (iebände bekommt das I lafmgc'aude ein ganz neues Aussehen. Der frühere freie Ausbiß k von der schonen neuen breiten Straße ist nun versperrt, dafür entwickelt sich aber aut «liesein Gebiete ein intensives Wirtschaftsleben, das zum Wohlstand der Stadt viel beitragen wird. Vom Tel -Awiwer Hafen 1)1«י erste Ladung von Grapefruits, bestehend aus 750 Kisten, wurde an der Mole von Tel-Awiw verfrachttet, Tier Dampfer lagen an «1er Mole vor Anker, während keine Schiffe in Jaffa ankerten, obwohl sämtliche arabische Hafenarbeiter aut ihren! Platz waren. Aus Jaffa kamen Bootsleute und Lastträger mit der Bitte, der vor Tel-Awiw liegende grölte «Icutsche Dampfer möge in Jaffa entladen werden, indem sie erklärten, daß sie für den Streik nicht verantwortlich gewesen seien. Die jüdiselten Frachtempfänger weigerten sich, «lern zuzustimmen. Eine Delegation der arabischen Bootsleute von Jaffa erschien vor dem ()bersten Arabischen Komitee in Jerusalem mit dem Verlangen nach Intervention in Verbindung mit der Tatsache, daß der gesamte jüdische Export_ und Import in den Häfen von Td-Awiw und Haifa konzentriert ist. Und Jaffa «... Nach fast sechsmonatiger Pause ist die Arbeit im Hafen von Jaffa wiedcratifgenommcti worden. Als erstes Schiff ankerte ein norwegischer Dampfer im Hafen. Die jüdische Handelskammer für Tel-Awiw und Jaffa hat nach der Wiedereröffnung des Jaffaer Hafens bckaimtgegebctj, daß, solange die Bedingungen in diesem Hafen nicht grundsätzlich geändert werden, die Juden von demselben keinen Gebrauch machen werden,

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