Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 41 (1936)
- Issue
- Heft 80-81 (7.10.1936)
- Date
- 1936-10-07
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Nr. 80/81 7 X. 1936 JÜDISCHE RUNDSCHAU Seite 11 Wie gestalte ich den Schabbat? Für Schabbat, 10. Oktober Gegenwart und Zukunft Unseren nächsten Oneg Schabbat begehen wir im Zeichen des neu von Bereschith beginnenden Thorazyklus und des bevorstehenden Winters. Der neue Zeitabschnitt, den wir soeben beginnen, soll nicht nur vom Bewußtsein der drücken• den Gegenwart, sondern vielmehr von! (jefühl der Kraft, der Erfüllung in der Zukunft, vom Licht der Hoffnung und der Zuvcisicht getragen sein. Bei dieser Befrachtung wäre gut an die charakteristische Erzählung von dem großen R. Izchale l.evi aus Berdyemv zu erinnern. E-s heißt: Als die Feste des Monats Tischri sieh ihrem Ende zuneigten, überkam ihn eine imsagbare Traurigkeit angesichts des beginnenden grauen Alltags. Er sprach: Wir hatten auf einmal eine derartige Fülle von innigen, herrlichen Tagen erlebt, sind von Reinigung und Einkehr zur Erfüllung geeilt, immer größere Höhen bestiegen, und nun rückt unsagbare Stille heran, die Dunkelheit und die Leere des Wochentags, ein unend* Jiches, festloses Grau breitet sich über uns aus, ohne Bewußtscin der Höhe, ohne Gefühl der Innerlichkeit und der Freude. Aber, so meinte er, Gott, gebenedeit sei Er, hat uns doch die Freude der Erfüllung, die Freude des Festes Vorbehalten, um uns nicht ganz in den langen, kalten Winterzeit verkümmern zu lassen. Schon winkt zu uns das Licht des Chaiuikkahfestes heriiher, das Licht unserer Größe und Zuversicht, Wie ein verzaubertes Schloß offenbart es sich uns in der winterlichen Dunkelheit und erleuchtet unseren Weg. Eis gibt uns von neuem Kralt zum Ausharrcn, es hilft uns die Gegenwart zu überwinden. In seiner anmutigen Volkstümlichen Art vergegenwärtigt er seinen Qedankengang an der Geschichte jenes Mannes, der einst im tiefen, dicken Wald von der Nacht überrascht worden ist und keinen Weg mehr vor sich sah und weder aus noch ein wußte. Darauf ging dieser Mann in sich, tastete sich mühsam vorwarts, und’ auf einmal erblickt er ein einsames Lichtlein, das ihm aus einem nicht allzu entfernt liegenden Hause zuwinkt. Mit doppelter Kraft eilt dieser seiner Zuflucht zu und findet dort Rast und Erholung. — Einige ebenfalls charakteristische Midraschim über ״Die Nacht der Gola“, die von Martin Btibcr im Scliockeu-Almanach für das Jahr 5(197 (S. 52 f.) veröffentlicht werden, sollte man in diesem Zusammenhang besprechen. — Zur anschließenden Aussprache sollte man noch die ebenfalls im Schoeken-Almanach erschicncnen Aufsätze und Aussprüche hcranzichen wie u. a. ״Worte des Rra/fawers über Erez Israel“ (S. 62f.); Wolfskehl, ״Das jüdische Geheimnis“ (S. 155 f.) und Baeck, ״Hie Wüste“ (S. 157 f.). j. M. «luden und Jüdisches im Rundfunk Mittwoch, 7. Oktober: Tour Eilte! (206 m), 20: MÜhaud-Abend, u. ü. hohrj i׳־■« i!e Yulk-üodcr. — l’aiis I’ I 1- (431 m), 14.30; IT.?. MendeK-nha und < >1 tenFm h. -— CMe H’A:tur (235 m), 19; U. a, Mendelssohn. ■— Bni.^ei (484 m), 21: Milhaud-Konzert. — Budapest (350 m), 20.20; V, a. MundcBrohn. Donnerstag, 8• Oktober: Ile de I'r.inec (219 m), 12.15: IJ. a. Meyerbeer und < MtYnhach. ■— Bordeaux f.af. (278 m), 14: Olfcnbachß ״Oridniis in der Unterwelt“. Montpellier (224 m), 16: U. a. 4, Symphonie, von MlendeUeohn.־ — (doU* d'Azur {236 m), 19: tJ. a. Offenbach. — Toulouse (328 nt), 13.40: Aus ״lloffmanns FTrzah!0 Freitag, 9. Oktober: Paris (1648 ml, 7: Polka von Mnhaiid; 11.45: Jüdhedio־ Kenduny; 20.45; ,.Madame Fav.'irt“, Oper von Offenbarh. — Höste JdaiFien (312 m), 19.30: U. a. Oltenbach. — 11c de Kranre (219 m), 13.40: Aus Wells DieUnrnrhenoper“. — Aßen (360 in), 12.45: U. a. Ottenbach. —- Brünn (325 m), 17.40: Vonra-r Felix Langer ,.Der Provinz](1:'׳. —. Wien (506 in), 16.05: U. a. Mcycrbeer* — Kaluudbnrg (1250) m), 20: Ihmt^^rrs ״König 1 bovin". — Warschau (1339 m): Aue aus ,.Xebukadnczar“. — Schweden (1389 m), 14: U. a. .Mendchsohn. —• Budapest. (550 rn): lj. a. Otfcnh;uh. Sonnabend, tö. Oktober: Kalundhorg (1250 m), 21: U. a. Offenbart!. — London (1500 m), 17.15: Arie, aus ״Sam-on“, von Mandel.— T!ilvrmum ((302 m), 22.45: U. a. Mcycrbeer. — Luxemburg (1304 m). 15.50: U. n. Mendelssohn. —־ Riga 514,6 m), 18.30: U. MendeLs.-'Ohn. Postschlüsse nach Uebersee vom 7. Oktober bis 13. Oktober (Abkürzungen: PA. ־. .־ Postamt; BPA. — Bahnpostamt; Flh. - Flughafen) Palästina. Schiff: 12. 10. Hamburg (PA. 1) 15 Uhr; 13. 10.; 14. 10. München (BPA. 1) 9 Uhr. Bahn: S. 10.; 10. 10.; 12. 10. München (BPA. I) 9 Uhr. - Luft: 8. 10.; 11. 10. Berlin (PA. C 2) 10 Uhr; 8. 10.; 9. 10.; 10. 10.; 13. 10. München (BPA. 1) 18 Uhr; 10. 10. Berlin (PA. C 2) 6 Uhr. Vereinigte Staaten von Nordamerika. Schiff: 8. 10. Hamburg (PA. 1) 10 Uhr; 9. 10. Berlin (PA. C 2) 8 Uhr zu ״Europa“ 10. 10. Cherbourg. — 12. 10. Hamburg (PA. 1) 19 Uhr; 13. 10. Berlin (PA. C 2) 8 Uhr zu ״Queen Mary“ 11. 10. Cherbourg. — Luft: Falirtc-n des Luftschiffs ״Hindcnburg“ und Nachbringefliigfc von Köln zum Dampfer finden bis aut weiteres nicht statt. Südamerika. Schiff: 8. 10. Hamburg (PA. 1) 19 Uhr: 8. 10. Berlin (PA. C 2) 21 Uhr zu ״Highland Priticess“ 10. 10. Boulogne. -- 14. 10. Berlin (l’A. C 2) 20 Uhr; 15. 10. Hamburg (PA. 1) 6 Uhr zu ״Cap Arcrma“ 15. 10. Hambürg. — Luft: 7. 10. Berlin (PA. C 2) 11 Uhr; 7. 10. Frankfurt a. M. (BPA. 19 <>d. flh.) 18 Uhr mit ״Graf Zeppelin“ (Leitvermerk: ״Mit Luftschiff nach Südamerika“). — 10. 10. Berlin (l’A C 2) 9 Uhr: 10. 10. Frankfurt a. M. (BPA. 19 od. Flh.) 13 Uhr Air France. Südafrika. Schiff: 7. 10. Hamburg (l’A. 1) 19 Uhr; 8. 10. Köln (BPA. 10) 15 Uhr zu ״Warwick Castle“ 9. 10. Southampton. -10 .13 ״. Hamburg (PA. 1) 19 Uhr; 14. 10. Frankfurt a. M. (Bl'A. 19) 19 Uhr zu ״Duilio“ 16. 10. Marseille nach Kapstadt, Johannesburg und Pretoria. — Luft: 9. 10.; 13. 10. Berlin (PA. C 2) 22 Uhr und Müneiten (BPA. 1) 24 Uhr. Aus der Kölner Gemeinde Die im Sommer dieses Jahres unterbrochenen Verbandlangen über die Vermeidung eines Wahlkampfes haben jetzt zu einer Einigung unter den Parteien geführt. Es wird eine einheitliche Liste für die Repräsentanz aufgestellt. Die religiös-liberale Fraktion erhält hiernach 8, die jüdische Volkspartei (zion. Fraktion) 9, die konservative Fraktion 3, und die Mittelpartei 1 Sitz. Im Vorstand erhalten die religiös-liberale Partei 3, die jüdische Volkspartei 3 und die Konservativen einen Sitz. Außerdem erhält jede der genannten Fraktionen einen Stellvertretersitz, Die religiös-liberale Fraktion und die itul. Volkspartei sind berechtigt, abwechselnd sowohl den Vorsitz des Vorstandes als auch den Vorsitz der Repräsentanz zu besetzen. Den Konservativen ist der Vorsitz in wichtigen Kommissionen, insbesondere auch in der Religioiisschul-Kommission zugestanden worden. Erweiterte Vorstandssitzung des Zionistischen Gruppenverbandes für Bayern. Am 20. September traten Vertreter aller zionistischen Ortsgruppen und Arbeitsgemeinschaften Bayerns in Nürnberg zu einer Tagung zusammen. Am Vormittag gab 'S. T s c 11 e r t o k (Berlin) einen Ueberblick über die politische Lage mit besonderer Berücksichtigung der Kräfte und Parteien im arabischen Lager. 111 der Nachmittagssit/ung referierten Dr. Hans Ca pell über die bishcrige Arbeit des hayerischcn Gruppenverbandes und Dr. Richard Eisen über die Voraussetzungen und Grundzüge der weiteren zionistischen Tätigkeit in Bayern, Eine rege Aussprache ergänzte die Referate durch die Erfahrungen der lokalen Arbeit. Der bisherige Vorstand des Gruppenverbandes wurde bestätigt und Dr. Alfred Perlmutter (Müneben) neu hinzugewälilt. Nach dem Weggang von Dr. Hans Capell wurde der Sit/ des Gruppenverbandes nach München verlegt und Dr. Richard Eisen mit der Geschäftsführung betraut. BAMBERG Sonntag, den 11. Oktober, 20 Uhr, in der Synagoge DR. JOACHIM PRINZ PALÄSTINA-KRISE u. AUFBAU Z10 n i 8t I 8 c h e Ve r e l n i g u n g für Deutschland Ortsgruppe Bsmbsrg CARSCH-FRANKFURT ri*s sltKeUnnl,! e i s ) u 1׳ ן׳ ״ f a H 1 £ e Hau, hi r Herren-, Knaben- und Sport Kleidung Herren-Artikel Feine MaB-Schnelderel Ausrüstungen für Palästina u. Uebersee Ankündigungen aus dem Reich Brandenburg an der Havel: /UU. Am 10״ ()ktohrt im Sa,11c, Wollenweher st r. 40, Kuh w abend: Jüdi.-(:h<M Konzert an! Schallpklten; reli* gitt-e. jiddK׳ he und wrhlis h-jüdimhe Munk. K:l;iu:on1n^׳ Heimann. Frankfurt am Main: JiidLehc, Lt-Inbau•;. Irn Oktober beginnen fnjgende Vo-fr-dingcn und Arhui(.-}4u1n(־in.'chaftcn-* 16. Oktober: hmerlinfbiu 21; iSilber: Wa , hcdcwH die ״Au**rwahb1£״ Lr.icL r‘, 20.30 Uhr. 12, Oktober: We,tenrbvn.1£0ge; Werner: JrranxQ8i-(־he Arbeits- Gemeinschaft, 20.30 Uhr; 1 ,cih׳)witz: Lektüre einer hebr.1!־>״hr־n Tacmsr.ehung, 19.30 Uhr. Fhihnv hrnpin; Weib Uhomie in Küche und Haus 20 Uhr, Hockenhrinier L:n!d tt. 23: NruhauM Mivhna Baba mezia, 20.30 Uhr. 13. Oktr.be!׳: Kscherd.eimcr Lander. 7. Merzba-'h: Hehr. Bibelichnitn, 19.15 Uhr, Ml 4(.mUvivipnge; Leu!!‘.’: Hebt. Lchungen hir Anhmper, 20.30 Uhr: Jolovvhr: Hie Kumt, des Le;mns, 21 Uhr; IUup'..vnapM(rr,!<«1 :1! ״ >ie bi.-Utp •chm < h tmdU-en der modernen fUvrhMouic, 21 Uhr. 14. OkmFm: Wm-trud svnapnge. Straub: Philo• .sophie, 9.15 נ Uhr; SaUL-umr: BibHUsen. 20.15 Uhr: Brentano- Mr.ibe 14, Hiisrh. Yciffhm.-!obre. 2015 Uhr; hirn n׳ ihrim, Kantorowi־׳z Mcrerowhz: l־n.!::rn der judi-׳ b׳\n S<mmFu Fr16 ,!!׳ f hr; M;eü: Jupetidj» -V( h'üu^ic, 20 l hr.!5. I )kiokcr: biLpc!׳fU 1m, Rand: Ara- 'hi-i'h, 19 1 ,hr; r,n1nd]U1r5>,n<T, 20 50 i hr; Wh nüs ״ו,ח^, Strauß: B!I־h ilr '.rn. 19 l'i'11:; \v,!״. r: Er U ׳Im:: Ar i'l1 ritMl ,-rn.) ft. 20,30 Uhr; NuiishtTT: WehwwfG ha ft, : :n 30 5" hr. 11. ( 1 1kr 1׳»Her: Wr-iend- י SV Hit Cm, A Hel hfl-!1 : Spreelw a ה ח Kn .! r. { י! n. 19, Oklc.Fer: 11 :'in! ■t. Wbd w >yc, I!i- ImG ״r r ־} ■ - ־, .Ktf [9.30 Flu; (hilFr!cr: [u-IU'!w \ ,.tu . kuud!'-. ) V־ i ל׳ J!'iir; ( ,, ■Mb■! n׳'F!'HI, ki!'? Fil!{: Kehi י Ir-. H jikImvt Ml S Hbd ( , . S\ k n. 21 י ' Fr. 21. ׳ >ktolu-r: V\ c-irn.l.vi, ,׳״ V,־e, r.Hiu!-!'Ui. DÜ'H : 1• h!h]tM׳d-n Kuno, 19,30 t '111. und .!• -׳hiehtc d. 1 h: 1d- M!'׳i.! K .׳״ ח ׳2 ‘39 ז iv. 22. Oktoi!er: Wc.Vnbv״;. iv, >1‘h ־ B- M י■ 1׳ (; l .1'. Fr! e׳-t n, 20.30 Uhr. 24. ()',;ml־,.;;! bi-Ub ] Mi 21. M'li .Fm :!י: Um ]mi und I Feim r!1. 2' ).30 ria. 26. 1! Uw־׳! cr-h G i ״m.; l. *׳■:'■: h rar;?׳!״ ־ 'he M!1 tU. , 19 1 hr. — Hamhurj» \ V ' ,-inms 1h .k 4 Ir nd- ׳■ r der 1 FunFm^rr .ח!?!/ \V1z״,1׳,ipanp. Am 1a < Um < ׳ Fm; (!1 1K! i Ml; . h 'ppr.nr׳!r,;mriuum 0, 2a30 l'lu. Am 19 ר״ '• 1־k< > . : iU ■ m,d F■ י! Id nt. i ׳׳, nvt20.3 ,חזו!!״ ׳,:•׳Q Uhi. An* 17. h'k! ¬׳!“.ס: Uhu 4 L-, M. F|>|!.!!׳., ,f ־ -. ihn 20.20 ,6 וחנו Uhr. Am 20. 1 >t:• ol,er: /. ו! r,־i זי ו 11 י u Ak |e n! ■ 1 ,1uk . I )!. LuHwsr־1 ׳ rurhl - wrwr-c 1 >■!!;!יי , ו ipn , ,.i\d.l M 1 ־;1 1 “׳dl! >n-j n< ״ Am 22. '! »kmFer: Zi׳-’M .׳ וויו1[!;!3 0,( -י 0 :Mi; -iw. N! U i' :■ .1 ר Iw:.?ki. F’-׳ uiim der Win- {ei ר r! ״׳ s! m:;׳id t 9; ..Fm ' .Hm 1, tt:*־׳ sc < 111'ith‘־, Kr.'ter Ahe nH!. Hr. U. B Fl : ־)!! D ן. : י; 1׳ U.d י!!![! ur ז ׳,. k S. d in P״־4־n. Am 24. ( < 'hu׳•■ Uii. F;־;> 1 6, 20 30 Uhr. Am 25. Okfohrr; \ inM'f'lhimij <ir, liM b V,״; GJ-! I‘?־ df FU 1! \V!mu" in Fork- .״ f C1! *. 14! ln. Am 3 '0 f 1 k | r!hr r! Vn! f r;1r- ־!>;.׳; >md dm:; jt1!j1-.rhen Knltn! hunrUß, Ur. Wemז ■־ Ft 'M; ..Km r’ F ilt ׳. FOmn in B,d:־t- MIDT״, , mit f.jrhihii d er ׳״) . ת'-! i.j’ir 2 ,* 3 •־׳ h.3l I Vi 1r. Am 29. Oktober: Zioni י tisuhe Stnnm 1 pr Hp; ■e. /. u ■ 1 n -1 Ab1 ׳ i1׳ hm \Y -r! n וו! r k>e; 1.- q e ר. •ן 10 n! .*rhaff. , {,IC •■■(*Ifi ä,H j . Uv- Tai '.7 1;<-״ :-lik An! erikani^rh־׳'- Inden- Uim‘־. — Köln: 'V' AU. Am!0. Oktnbrr : 1 hzn ״״!־ ff-r-edenkFier. Es .vpri; b! 1 Amtsuori«-||t Md( i. R. (»tt n Mav. A rn 1 h. ()ktoher Arhejf skreis. Beide Ver an:;ialtungrn um 20.45 l du וח1 1 i cim. C •'! c 11 Ion s ז r ,ר lc. Familien - Nachrichten Herr Saloman Bloch, Vhllingen, begeht am 10. Oktober den 80. Geburtstag. Kantor r.tntav TI ahn (früher Driesen), Knlikj׳, polen, beging am 8. September das 25jahdgc Amt^jubilaum unrl den 50. Geburtstag. Bar Mizwah-Termine Am 10. Oktober!24. U-hn): Ruit l,n4־ in, Sohn von Alfred Lewin, F.-;f׳n, Hn׳ t ׳!!m-traßr 10. ׳—■ Am 24־. Oktober (3. Marehr ־*־ Inva n): Daniel Mose,-., Sohn von Uag'fn Königsberg i.!,r., Huienallec 39, Geschäfts-Jubiläum Pif Firms Trikitfsib!iken Hcrni.e.n M0(׳s A.״(!., Bu‘־hau F״ beging am 1. Oklnhrr rb יי: 1 ׳ | .׳ ö ־ uf׳A. hatte, ihm ihren Verdacht mitzuteilen. Er wußte, wen sie meinte! Simehe Türen!! Simche war noch wütend, daß ihm die Kuh durch die Lappen gewannen war. Noah wußte: Wenn Simehe sich in eine Kuh verliebt hatte, mußte sie geschlucktct werden, und er würde sie schlachten, koscher oder nicht koscher, aber sie kam nicht lebendig davon. Aber Noah!’andre wollte einen alten Kumpan nicht preiseben Also sagte er zu der neuen Millionärin: ״Vielleicht at jemand vergessen, die Lampe im Stall nuszublasen, nach dem Melken, und die Kuh hat sie umgestoßen:’“ Das Gesicht der Millionärin wurde wieder sauer. ״Lampe?" sagte sie — ״was lür «ine Lampe? Wovon redest du überhaupt?“ Sie vergaß ganz״ daß sie eben noch Pandre für die Rettung der Kuh gedünkt hatte. ״Da hört ihn an! Iledot von einer Lampe! •letzt werden sic alle kommen und uns die Schuld geben wollen! Nehmen wir Lampen in den Stall? \Vir_ haben eine Laterne mit einem Licht rimin, wenn wir die Kuli melken. Und die Laterne steht an ihrem Platz drin im llause, längst! Lampe! Was der für Einfölle hat!“ Pandre duckte sich unter ihren Worten wie unter einem Guß kalten Wassers. Es tat ihm leid, daß ihm die Zunge durchftegangen war. Aller ehe er noch etwas anderes sagen konnte, gab es ein neues Geschrei auf der Straße: ״Der Stadthauptmann kommt.!“ ״Mit beiden Polizisten! Juden, lauft, um Himmels willen!“ ״Da schau — er ist gestolpert!“ Bis heute weiß keiner, was mit dem neuen Stadthauptmann in diesem Augenblick vorgegangen war. Vielleicht mitte er ein Gerücht gehört, daß der neue Millionär sein Geld verspielt hätte und versuchen ■wollte, es von der V ersicherungsgesell schuft wiederzubekmnmcn. Möglicherweise "®r er n״r wütend, weil man 1ha von seinem Fest weggeholt hatte; und betrunken war «5r auch. Jedenfalls, soviel |st gewiß; gerade vor dem Haus, wahrend er die!deine Holzbrtlcke überschritt, die über den Graben führt, geriet ilun •ein langer Degen zwischen die Beino, und er fiel der ganzen Länge nach hin, in seiner ganzen Würde, in seinem silbergrauen Leibrock mit den großen Ep imletten, vor den Augen «Iler Juden. , Er wußte sich mit beiden Händen in den weißen GlacG handschtihcn an den Seiten des Steges festklammern, um nicht in den Graben zu fallen, und machte sie sich ganz schmutzig mit frischem Pferdemist. Die Juden drängten sich zusammen U״d zogen sich zurück, uni ihn in seiner Schande nicht zu jn“ w“e zum ^rotz geschah es, daß ein paar Buben w der Menge doch nicht widerstellen konnten: ״Hopp!“ zu schreien, als er ausglitt, und ״Hü!“ als er sieh aufrappeln wolile. Denn die Polizisten wagten nicht, ihren erhabenen Chef in seinem silbergrnuon Uniformrock anzufassen, um ihm aufzuhclfen. Als er schließlich schon halb auf war und sie doch Mut gefaßt, hatten, es zu versuchen, jagte er sia weg und trat sie mit seinen Larkstiefeln in die Rippen, und kreischte mit unnatürlich quiekender Stimme: ״Viecher!“ Das war ein Zeichen, daß der Stadthaupt-mnnn in sehr großen Zorn geraten war. Sein Blut kochte vor ־Wut, weil die Juden von Schklow ihn halten auf dem Boden liegen sehen, uer tiberm Graben. Er mußte das Hopp undlh'i gehört haben, ns seinen Fall und »ein Aufstrampeln begleitet hatte. Denn er war kaum wieder auf den Beinen, als er auch schon, etwas schwankend, auf den Brandplntz zulief. Er schäumte aus dem Mundo, und er rannte wie der Teufel, ntul er sehne alle an: ״Weg - - weg von hier, dreckiges Judenpack! Wo ist der Besitzer?“ Chaim, der neue Millionär, der sich gerade davon überzeugt hatte, daß seine Kuh in Sicherheit war und sein Haus außer Gefahr, näherte sich sehr gemächlich zwischen den herausgeschleppten Kisten und Kasten, in seinem feinen Pelz, und in einiger Entfernung vor dem neuen Stadlhauptmann zog er den Zobelhut von seinem kahlen Kopf und verbeugte sich: ״F.uer Gnaden zu dienen, ich bin der Besitzer!“ W äre der neue Stadthauptmann nüchtern gewesen, 80 hätte ihn diese würdige und demütige Begrüßung sicher besänftigt. Aber er war besoffen und in seinen) aufgeregten Gehirn waren noch alle seine Betrachtungen über Nikolaus 1. und seine eigene Aelmlkhkeit mit dem Zar*nbild durcheinander geraten. Und dann fühlte er, daß die ganze Ver- Sammlung kicherte, weil er in den Dreck gefallen war. In allen Augen tanzten vergnügte Funken, Gelächter, Gespött. Das verstärkt« »einen Verdacht., daß die Juden ihr« Hauser selber anzünden wollten, wie der Versicherungsagent ihm eingeredet hatte. Als» schrie er den neuen Millionär grob an, ohne seinen Gruß auch nur zu sehen: ״Wer hat das Feuer gelegt? Du selber, was?“ Der neue Millionär taumelte zurück. F.r stand einen Augenhlick betäubt da, als hätte der Sladthauptmann ihn mit seinem Degen über den Kopf gehauen, und dann stotterte er: ״Ich weiß es nicht. Ich weiß überhaupt nichts...“ Und zog sich sofort zurück. ״I)u weißt nichts?“ wiederholte der Sudihauptmnnn giftig, und zwirbelte «in Ende seines Schnurrbart». ״Du weißt nichts, sagst du? Bist dji nicht versichert?“ ״Ja, versichert bin ich.‘‘ ״Seit wann hist du versichert, du Hundesohn?“ Der neue Nlillionär trat einen Schritt zurück, liundesohn? Er traute seiner! Ohren nicht. Seit er der reiche Mann der Stadt geworden war, hatten ihn sogar die Beamten mit Achtung behandelt. Der frühere Stadtlmuptniann pflegte den Hut vor 111m zu ziehen. Abo hob Chaim stolz den Kopf und fragte großspurig; ״Was heißt das-‘‘ ״Das heißt es!“ ei-w iderfe der Sladthauptmann und zwirbelte das andere Schnurrbart ende. ,,Du sollst das Maul halten, wenn ich rede, da Dreckjud! Ich, will wissen, weg das Feuer gelegt hat!“ ״Ich weiß es nicht“, antwortete Cb»im. ״Ich hin e,ben erst von Orschn mit dem Schlitten gekommen. Der Fuhrmann, der mich hergebracht hat, ist hier, er weiß es.“ ״Ach so, so?“ äffte der Stndthauptniann. ״Du hist eben erst aus Orscha gekommen.' Richtig, richtig! Und wen hast du angestiftet, (las Feuer anzulegen, während du weg warst?“ Der neue Millionär machte «ine heftige Bewegung. Ahes die Juden, die rundherum standen, hielten Hin fest. ״Nimm dich zusammen“, tuschelten sie ihm zu, ,,Siehst du nicht, daß er besoffen ist?“ Er nahm sich also zusammen, aber er konnte die Beschimpfung nicht ganz schlucken. Also fing er an: ״Euer Gnaden, wie kämmen Sie dazu, 80 etwas zu sagen? Ich ... ich ... ich . Der Stadtiinupt.tnann wurde puterrot im Gesicht. Er schäumte vor Wut: ״Was unterstehst du dich?!“ kreischte er, und dann ging er auf den neuen 'Millionär los. Und die Juden sahen, wie die schwere Hand des Stadthauptmnnns, noch in dem weißen Handschuh, der schmutzig geworden war. als er hinfie!, sich zum Schlag erhob. Aber sie erreichte Cliaims Mange nicht, denn plötzlich sprang sie zur Seite wie ein weggeschleudertes Scheit Holz, Eine andere Hand hatte ihren M'eg gekreuzt und den Hieb abgewehrt. Noah Pandres Hand. Das kam so. Als Noah den Lärm gehört batte, war er vom Hof« herbeigelaufen, die Augen noch voll Rauch, und noch erschöpft von der^ Anstrengung, und das Gesicht zerkratzt von dem Stoß der Kuh. Zu seinem Unglück tauchte er gerade in dem Moment auf, wo der Stadthauptmann im Begriffe war, Chaim zu schlugen, seinen Kunden, den reichen Mann der Stadt. (Fortsetzung folgt.)