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Jüdische Rundschau · 1936-09-16 · Heft 74-75 (16.9.1936) · page 32

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
41 (1936)
Issue
Heft 74-75 (16.9.1936)
Date
1936-09-16
Page
– (sequence 32)
Language
German
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Seite 4 KINDER -RUNDSCHAU Nr. 17 den Augen, und ich erinnerte mich, daß ielj schon von einer Hachscharahgruppe in Holland gehört hatte. Richtig, das waren Chaluzim, die auf Hachscharah waren und hier auf dem Feld arbeiteten. Ich lief, so schnell ich konnte, um zu ihnen zu kommen, und rief schon ״Schalom, Schalom“, als sie mich noch gar nicht hören konnten. Das war eine Ueberraschung für sie und für mich! Ich mußte ihnen erzählen, woher ich komme, und sie lachten alle toll, als sie hörten, was ich mit meinem ״Spaziergang“ für einen Streich gespielt hatte. Aber nun vergaß ich alle Müdigkeit und Hunger, auch das Heim, und half ihnen beim Aufladen des Getreides, das sie zu ihrem Gut fahren wollten. Sie nahmen mich natürlich mit auf ihren Wagen, und wir sangen den ganzen Weg bis ins Dorf hinein. Das Gut lag als letztes am Ende des Dorfes, ein stattliches Haus mit großem Obst- und Gemüsegarten und vielen Morgen Land, die von den Chaluzim unter Leitung eines Inspektors bewirtschaftet werden. Ich wurde gleich dem Inspektor vorgestellt, dem ich auch erzählen mußte, woher ich kam, nur verschwieg ich ihm, daß niemand von meinem Ausflug wußte. Ich war selig, als wir dann zusammen Mittag aßen und ich vom Inspektor eingeladen wurde, den ganzen Tag über dazubleiben. Nach Tisch legten wir uns alle hin, und jetzt spürte ich erst, wie müde ich war, und schlief fest ein. Als ich aufwachte, war es schon Spätnachmittag, und die Chaluzim zogen sich gerade ihre Schabbatkleider an; da erinnerte ich mich, daß ja heute Schabbat war. Aber ich konnte doch nicht bleiben, so gern ich auch den Freitagabend mit ihnen allen verleben würde. Jetzt kam es mir erst zum Bewußtsein, was ich angestellt hatte, und daß alle im Heim sich schrecklich um mich ängstigen würden. Wir• überlegten hin und her, was zu machen sei, und Josef, der Aelteste der Chaluzim, schlug endlich vor, dem Inspektor alles zu beichten und ihn zu bitten, die Sache für mich in Ordnung zu bringen. Der Inspektor machte Augen, als er hörte, daß ich ausgerissen war. Er ging schnurstracks ans Telephon und ließ sich mit dem Heim verbinden. Ich mußte in einem anderen Zimmer warten, und es dauerte sehr lange, ehe ich zu ihm gerufen wurde. Er drohte mir zuerst, aber dann erzählte er, wie sich alle im Heim um mich geängstigt hatten. Nun dachte ich, jetzt sagt er: ״Mußt du gleich zurückgehen, damit du rechtzeitig, bevor es dunkel wird, nach Haus kommst“ — aber Kuchen, er sagte: ״Da du nun schon einmal hier bist und dich so glücklich bei uns fühlst, habe ich deiner Heimleiterin den Vorschlag gemacht, dich über Nacht bei uns zu lassen, und morgen soll sie mit einer Gruppe von Kindern einen Ausflug hierher machen und dich Ausreißer abholen! Bei der Gelegenheit zeige ich euch dann morgen das ganze Gut. Zuerst war sie nicht sehr begeistert, willigte aber zum Schluß doch ein und wird uns morgen mit einigen Kindern besuchen kommen.“ Na, was sagt ihr zu meinem Glück? Ich konnte es kaum glauben, daß ich nun wirklich bleiben konnte und dann noch einen ganzen Tag vor mir hatte! Der Freitagabend wurde sehr schön gefeiert. Nach dem Essen wurde gebenscht, dann vorgelesen und natürlich viel gesungen und Horrah getanzt. Am nächsten Tag gingen wir wieder bis zu dem Wald, wo wir uns mit unseren Leuten aus dem Heim treffen sollten. Ich hatte doch ein sehr schlechtes Gewissen, aber als wir dann alle zusammen waren und unsere Leiterin sah, wie vergnügt ich war, konnte sie nicht mehr böse sein. An dem Tag bekamen wir das ganze Gut gezeigt, die Ställe und den großen Garten, auch auf die Felder wurden wir geführt. Und die anderen Kinder staunten und ließen sich von mir alles erklären. Ich mußte ihnen von Palästina erzählen und von der^rbeit der Chaluzim auf diesem Gut, sie konnten gar nicht genug hören. Gegen Abend verabschiedeten wir uns und wurden von den Chaluzim noch ein Stück begleitet. Jetzt hatte ich ein so schönes Erlebnis, daß ich die letzten Ferienwochen noch vergnügt und zufrieden im Heim blieb. Nur konnte ich es kaum erwarten, euch davon zu erzählen.“ Nachdem Mirjam zu Ende gesprochen hatte, fing erst ein großes Fragen an; jeder batte so viel zu fragen, daß, Mirjam gar nicht wußte, wem sie zuerst antworten sollte. Es interessierte alle so brennend, da in der Gruppe schon viel von Hachscharah gesprochen worden war. Michael wollte wissen, wie alt die Chaluzim waren, als sie auf das Gut ס o r Nun waren alle aufgesprungen, so begeistert waren sie vort Evas Vorschlag kamen, Ruth, wie lange die Ausbildungszeit dauert, Hannah fragte, ob schon alle Hebräisch könnten; es waren wirklich zuviel Ftagen, die auf Mirjam einstürmten, bis Eva plötzlich rief: ״Scheket! Kinder, ich habe eben eine großartige Idee! Wir wollen zusammen, unsere ganze Gruppe, auf dieses Gut und dort unsere Hachscharah durchmachen. Wir wollen das heute gemeinsam beschließen. Allerdings haben wir ja noch einige Zeit in der Schule vor uns, aber mit diesem Ziel vor Augen werden wir es alle leichter schaffen.“ Nun waren alle aufgesprungen, so begeistert waren sie von Evas Vorschlag, und sie blieben an diesem Nachmittag noch lange zusammen. Channah Fuchs rucke. nn-e•«. töne-foecksel »cs Mit 16—lTjährigem Jungen in Deutsch oder Englisch. Erste Anschrift mit Bild. Chaja Weiß, Köln, Kämmergasse 34. — Mit Jungen von 10—12 Jahren, möglichst aus dem Rheinland; erste Anschrift mit Bild. Minna Fischer, Köln, Agrippastr. 47. — Mit 14—!?jährigem, Mädel aus USA. in Deutsch oder Englisch. Adolf Ulreich (16 Jahre), Berlin, Gr, Frankfurter Str. 40. — Mit einem Jungen von 15 bis 16 Jahren. Sophie Ziegelaub, Köln. Dasselstr. 53. — Mit einem Mädchen von 16—17 Jahren aus Köln. Erste Anschrift mit Bild. Otto Reiter, Dortmund, Ostenhellweg 49. — Mit Gruppen des Brith Hanoar in. Deutschland im Alter von 11—15 Jahren in Iwrith oder Deutsch. Brith Hanoar, Tel-Awiw, Rechow Ness Ziona 3. — Mit einem. 8—11jährigen Mädchen oder Jungen aus Palästina (in Hebräisch). Erste Anschrift mit Bild. Hanna Stolberg (8 Jahre), Würzburg, Bibrastr. 6. —* Mit 13—14jährigem Mädchen. Erste Zuschrift mit Bild. Heini Gottlieb (15 Jahre), Berlin N 54. Neue Schönhauser Str. 16. — Mit einem 16—17jährigen Jungen. Erste Anschrift mit Bild. Minna Fischer, Köln, Agrippastr. 47. — Mit 15- bis löjährigem Mädel aus Deutschland in Deutsch. Erste Zuschritt mit Bild. Wolfgang Loewy (161/2 Jahre), Palästina, Herzliah! bei Tel-Awiw, Cafö ״Gil“. — Mit 13jährigem Jungen oder Mädchen im Ausland in Deutsch. Briefmarkensammler bevorzugt. Heinz Ehrlieh, Breslau, Kl oster str. 69. Raphael Blumenfeld, Jerusalem. — Günther Brühl, Berlin, — Arno Cahn, Köln. — Siegbert Dinrr, Königsberg-Pr. *— Richard-Michael Feist, Scheveningen. — Erich Jungermann, Mainz. -— Erwin Minkel, Andernach. — David Neuberger, Berlin. — Schlomo JizchaJc Schlüsselberg, Berlin. die. nächste ländee-Hundschau■ erscheint am Mittwoch, dem 30. September. Red^htionsschluß hierfür am Montag, dem 21. September

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