Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 41 (1936)
- Issue
- Heft 74-75 (16.9.1936)
- Date
- 1936-09-16
- Page
- – (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
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jüdische Rundschau NR. 74/75,16. SEPTEMBER 1936 ERLINER Bücher für Palästina Eine Kundgebung für die Nationalbibi iothek Zum 70jährigen Jubiläum der Neuen Synagoge Zu Rosch Haschanah im Jahre 1866 wurde die Neue Synagoge in der Oranienburger Straße in einem feierlichen Akte ihrer Bestimmung übergeben. Dieser Anlaß ist zwar kein Grund zu lauten Feiern, aber er rechtfertigt wohl einen kurzen Rückblick auf die bisherige Geschichtedieses Gotteshaus es, das ja noch immer die repräsentative Synagoge der Berliner Juden ist. Die Alte Synagoge in der Heidereutergasse hatte lange Jahrzehnte ihre ausschließliche Funktion im jüdischen religiösen Leben Berlins erfüllt; sie wurde erst mit dem Aufkommen der reformerischen Ideen allmählich ein Streitobjekt der Parteien, da jede Gruppe versuchte, Die Neue Synagoge Fot»: j. Abnh.m m #• * ihren Ritus durch zusetzen. Zahlreiche Privat-Synagogen gaben dem alten Berlin sein Gepräge. Endlich um die Jahrhundertmitte entschloß sich die Berliner Gemeinde, dem Wunsche der Liberalen Rechnung zu tragen, einen reformierten Orgel- Gottcsdkust einzufühien und hierfür ein eigenes Gotteshaus zu errichten. Angrenzend an das Gemeindegebäude in der Oranienburger Straße wurde das Gelände erworben, auf dem sich heute die Synagoge befindet. Es hat viele Jahre gedauert, bis das Gebäude fertiggestellt werden konnte. Der Bau wurde von dem christlichen Architekten Knoblauch, einem Schinkel-Schüler, entworfen, der freilich nicht mehr seine Vollendung erleben konnte. Auch konnte infolge zahlreicher Widerstände seitens des Gemeindevorstandes und vieler Separatwünsche der Bau nicht völlig nach den Plänen Knoblauchs durchgeführt werden. Es mußten vielmehr mancherlei Kompromisse geschlossen werden. In der Synagoge, die man dann im Gegensatz zur Alten Synagoge die Neue Synagoge genannt hat (einen Namen, den sie bis heute behalten hat, obwohl zahlreiche andere Synagogen hinzugekommen sind), amtierten eine Reihe sehr bekannter Rabbiner der vergangenen Epoche. Die Eröffnungsfeier wurde mit einer Rede des Rabbiners A u b begangen. Auch ein Mann wie Abraham Geiger hat hier auf der Kanzel gestanden. Unter den Rabbinern der vorletzten Generatioa ist vor allem die überragende Gestalt Prof. Siegmund May bau ms zu nennen, der ja einen sehr nachhaltigen Einfluß auf das religiöse Leben ausübte und ein Die Gesellschaft der Freunde der Jerusalern-Bibliothek veranstaltete am 10. September im Brüdervereinshaus eine Kundgebung für die Jüdische National- und Universitätsbibliothek, zu der ein großer Kreis interessierter Menschen sich eingefunden hatte, der mit lebhafter Aufmerksamkeit <len Darlegungen der einzelnen Redner folgte und von dem hoffentlich der Impuls zu einer verstärkten Arbeit und Sammlung der für die Bibliotheken Palästinas notwendigen Bücher ausgehen wird. Die Versammlung wurde von dem Vorsitzenden der Gesellschaft, Prof. Otto W a r b u r g, der bei seinem Erscheinen herzlich begrüßt wurde, mit einer Rede eröffnet, die einen Ueberblick über die bisherigen Leistungen der Gesellschaft gab. Er erinnerte daran, daß das Judentum sich nicht durch Macht und materielle Güter durch die Geschichte hindurch erhalten hat, sondern durch seinen Geist und seinen Kulturwillen. Auch der Zionismus hat sich niemals darauf beschränkt, das jüdische Volk allein in physischer und wirtschaftlicher Hinsicht zu normalisieren, sondern er hat immer eine bestimmte ICulturidce verkündet. Prof. Warburg schilderte, mit welchen unzureichenden Propagandamethoden man in der Frühzeit des Zionismus die Gründung einer Univcrsität zu finanzieren suchte. Allmählich wuchs aus den hescheidensten Anfängen z. B. der sogenannten Oeibaumspende eine breitere Grundlage heraus, und auf dem XI. Kongreß wurde schließlich die Gründung der Universität beschlossen, ein Unternehmen, das gleich nach dem Krieg in Angriff genommen wurde. Parallel mit dieser Entwicklung ging der Plan einer Nationalbibliothek. Sie zählt heute 360 000 Bände als ihren Bestand, läßt sich also durchaus mit einer mittleren europäischen Bibliothek vergleichen. In manchen Fächern, z. B. in den Orientalin, ist sie besonders reichhaltig ausgestaltet. 51 000 Bände sind durch die Gesellschaft in den letzten Jahren nach Palästina gesandt worden, 40 000 davon bekam die Meister der Kanzclberedsamkeit war. Auch Namen wie Ungerleider, Stier und Weiße werden noch manchen Menschen der älteren Generation etwas sagen. Schließlich muß des jetzt noch amtierenden Rabbiners Dr.Warschjucr gedacht werden, der seit fast vier Jahrzehnten in dieser Gemeinde seine segensreiche Arbeit tut. Unter den Kant o r e n, die an der Neuen Synagoge fungiert haben, sind eigentlich nur zwei zu nennen, deren Namen einen Klang in der Kantorenwclt haben: der frühere Oberkantor Klein, der sehr lange dem Gottesdienst der Neuen Synagoge den Stempel aufgeprägt hat, und der jetzt amtierende Oberkantor Leo Gollau in, einer der bedeutendsten Kantoren der Gegenwart und der klassische Interpret des jüdischen Volkslieds. Der Raum der Neuen Synagoge ist in klassizistischem Stil gehalten; drei große Kuppeln überwölben das Gebäude und das Innere ist mit zahlreichen maurischen Stilelementen durchsetzt. Die Architektur dieser Synagoge ist umstritten, wenn auch freilich der größere Teil der Kenner dieses Baus die eigenartige und geheimnisvolle Stimmung anerkennt, die von dem in ged impft es Licht getauchten Raume ausstrahlt. Die Apsis im hellen Kerzenglanz sowie auch die wunderschönen bunten Glasfenster sind Teile dieses Baus, die von starker Wirkung auf den Besucher des Gottesdienstes sind. Von Universitätsbibliothek, und der Rest wurde auf die Bibliotheken des Landes verteilt. Da alle diese Bihlioflicken noch keineswegs allen Anforderungen genügen, ist es notwendig, daß die Arbeit mit verstärkten Kräften fortgesetzt wird, und das Ziel muß sein, die palästinensischen Bibliotheken aut europäisches Niveau zu bringen. Nachdem diese Rede von der Versammlung■ mit stürmischem Beifall entgeRengenommen war, sprach Direktor Heinrich Stahl a’s Vertreter der Berliner Jüdischen Gemeinde, um — wie er sagte — die Sympathien der Gemeinde für die Ziele der Gesellschaft zum Ausdruck zu bringen. Er freue sich über das Interesse an der Bibliothek und hoffe, daß der Hochschutbetrieb in Palästina eine Ausbreitung finden werde. Alsdann brachte Dr. Alfred Hirschberg in einer kurzen Rede die Sympathien des Jüdischen C e 11 i r a 1 - Vereins zum Ausdruck. Das Interesse für Geistiges inmitten einer sorgenerfullten Zeit charakterisiere eine Gemeinschaft. Es wäre interessant, einmal eine Statistik anzufertigen, wieviel Bücher in jüdischen Familien sind und welche innere Beziehung zum Buch besteht. Das Bemühen, in Jerusalem eine Nationalbibliothek zu schallen, ist von außerordentlicher Bedeutung für unser gesamtes kulturelles Leben. Mit diesem Werke werde ein Beitrag zur Harmonisierung unseres Daseins geleistet. Das Hauptreferat des Abends hatte Justizrat Julius M a g!1 11 s übernommen, der erst vor kurzer Zeit eine Reise durch Palästina gemacht hat und auch au der Universität eine Gastvorlesung hielt. Das Thema ,,Reise durch wissenschaftliehe Institutionen in Palästina“ wurde in diesem Vortrag allerdings nur gestreift. Das Schlußwort!tafle Stadtrat a. I). Dr. Max Michel, der noch einmal die Teilnehmer der Kundgebung zur Mitarbeit an den Zielen der Gesellschaft aufriet. Dr. N. vielen Kennern wird darum diese Synagoge als eine der schönsten Europas angesprochen. Und da es keinen eigenem jüdischen Synagogenstil gibt, vielmehr die Kuppelbauten allmählich zur Synagogen traditio!! geworden sind, so ist vielleicht unter diesen Umständen die Neue Synagoge in der Tat eine der glücklichsten Lösungen, die inan gefunden hat N. Klavierabend Uly Dymont. Uly Dymont, die in einem Hauskonzert am!2. September ein vorbildlich geschlossenes kurzes Programm zu Gehör brachte, ist eine vortreffliche Technikerin und in ihrer musikalischen Empfindung■ der Romantik noch sehr stark verhaftet. Dadurch verliert ihr Bachspiel leicht an objektiver Monumentalität, und Mozart wird zu sehr der heitere Götterliebling, als den ihn die Romantik (und sein Biograph Zahn) ansah, wobei dann seine dämonisehe Hintergründigkeit etwas zu kurz kommt. Weitaus am besten geriet die Beethovcnsche A-Dur-Sonate op. 101. Der Beifall der zahlreich Erschienenen war sehr groß. Hoffentlich hören wir die ausgezeichnete Künstlerin bald in breiter Oeffentlichkeit. Dr. Oskar G 1111 m a n n Veranstaltungen der Bezirke und Gruppen der BZV Sonnabend ßZV-Ht*im, Kantstr. 54 19. S«pt, 21 Uhr Dr, Ch.Borodianski: Peret als LegcndenerzäMer (hphrSiadi) Kaltarabteilang Mittwoch BZV"•Heim, Landsberger Str. 87 Fri9drichshain 23. Sfpt., 20.30Uhr Dr,Hann Klee; Wendunydcr britischen Politik, was nun? Mittwoch BZV'Heim, Briiokenstr. 9 Sadost 23. Sept., 20.3Ö Uhr Ml. Hirsdhfeld : Die neue Wendung der britischen Politik Gottesdienste der Berliner Zionistischen Vereinigung Anfangszeiten ln den Räumen der ZVtD, Melneke8tr.t0 im BZV-Helm, Br(lcken8traBe 9 im BZV-Heim, KantstraBe 54 im BZV-Heim, Rosenthaier Str, 44 Mittwoch, den 16. September, 18.30 Uhr Donnerstag, den 17. September, 7.30 Uhr Donnerstag, den 17. September, 18.30 Uhr Mittwoch, den 16. September, 18.30 Uhr Donnerstag, den 17. September, 7.30 Uhr Donnerstag, den 17. September, 18.30 Uhr Mittwoch, den 16. September, 18.30 Uhr Donnerstag, den 17. September, 7.30 Uhr Donnerstag, den 17. September, 18.30 Uhr Mittwoch, den 16. September, 18.30 Uhr Donnerstag, den 17. September, 7.30 Uhr Donnerstag, den 17. September, 18.30 Uhr Gottesdienst der BZV im Beethoven-Saal Köthener Strebe 32 Predigt: Rabbiner Dr. Joachim Prinz Anfangszeiten: Mittwoch, den 16. September, 17.45 Uhr Donnerstag, d. 17. September, 9.09 Uhr Donnerstag, d. 17. September, 10.29 Uhr Freitag, den 18. September, 9.09 Uhr Karten nur noch tu UM. S,- und IO,- »rMntlich am 8chan«r dar dUdiachen Rundschau, Berlin W 15, Mein*k#elr*5t 10 Persianermäntel nach Maß preiswert. mariin Köppei o Reparaturen Wein m9l«ten tr, 10-11 D 2 Weidenden!!« 8896 ׳ Umarbeitungen übernehme Diätkochen H 7 Wilmersdorf 3209 Gutburjrerlidher Mittag-■ u. Abendtisch Berlin C, A. d. Spandauer Brücke 45־!. Etgä, Ein?• Dircksenshr. *Dl 7779 Täjrl.ab 12 U., auch Sonntag־?eöffn. Oedecke von RM 1.10 an Geeignete Räume f. Privat-Festlichkeiten. Inh, A. I6f*cr, M. d. \. G. weino, Likörs. Rontitüren Dallkatauan, Caniai rat*. Spat. Spnnberg G.?rX״so־ Nähe Bayer. PI. / B6 Cornelius 3324 Ife & Geschenke — Lichte Ollvaer Med. Drogerie Apotheker Fritz Beier M. d. j. G. 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