Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 41 (1936)
- Issue
- Heft 73 (11.9.1936)
- Date
- 1936-09-11
- Page
- – (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
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JÜDISCHE RUNDSCHAU NR. 73, 11 ■ il MakkatiMaltUtAch . .. : IS81! säSäSii Rje *01^!1*athletischen Meisterschaften des Makkabi in Deutschland wurden zu einer der schönsten Veranstaltungen in der langen Reihe dieser Feste. Von morgens bis abends waren die ״Wettkämpfer vor zirka 4000 Zuschauer tätig. Wenn auch die Abwicklung der Vcranstaltung etwas darunter litt, daß zu viele Teilnehmer um die so sehr begehrte Meisterschaft rangen, so wurde dieser Nachteil reichlich aufgewogen durch den großartigen Eindruck, den der Aufmarsch der Aktiven mit den Fahnen der beteiligten Vereine machte, an dem sich auch der Makkabi Hazair mit vielen hundert Jugendlichen und F20 Frauen des Bar Kochba-Hakoah beteiligten, die anschließend vorziiglieh erfundene und geleitete F r e i i'1 b 1111 g e 11 zeigten. So wurden die Ansprachen, in denen der Präsident des Deutsehen Makkabikreises, I)r. Elans Friede 11 tha I, und f)r. Joachim Prinz die Verbundenheit des Makkabi mit der zionistischen Erneuerung des jüdischen Volkes gerade in dieser Zeit der schweren Prüfungen in Palästina betonten, aufs deutlichste illustriert. Die Wettkämpfe seihst brachten viele schöne Kämpfe lind teilweise ausgezeichnete Ergebnisse, die noch besser sind, als sie klingen, da alle Wettkämpfer durch die notwendige Zusanimcndrängimg der Meisterschaften auf einen Tag über Gebühr beansprucht waren, mul außerdem die unzulängliche Aschenbahn auf dem sonst sehr schönen Sportplatz die Laufmeistcrschaften erheblich beeinträchtigte. Um so anerkeniieus- Hutrf-düeU (lurdi die jüdisch. Buclih. | oder die Buchhandlung § EdmandMeyer, Berlln WäO, Barnb. rj. r Slr.M. Postscheck: 815(» * werter sind insbesondere die Ergebnisse in den Sprints der Männer. Ueber 100 m schlug Schattmann (11 Sek.) nach hartem Kampf Dr. Lew in (11,1 Sek.), in der besten Zeit, die auf dein Grunewaldsportplatz bisher erreicht worden ist. Dritter wurde der gleichfalls sehr begabte S e 1 i g m a n n, Cheninrtz (!1,5 Sek.), dem auf gleicher Flöhe Münz, Klön, folgte. Noch eindrucksvoller gestaltete Schattinann seinen Sieg über 200 m. Auf der Außenbahn zog er sofort in enormem Tempo und sehr leicht laufend dem relde davon. Er gewann mit mehreren Metern Vorsprung vor Seligmann, der den im Anfang der Geraden geschlagenen Dr. Lewin im Ziel abfing. Schattmanns Zeit von 22,4 Sek. in diesem Lauf war die beste Leistung des Tages. Auf den längeren Laufstrecken dominierten, wie nicht anders zu erwarten war, O r g I e r, Wuppertal, und B i ö d y, Wien. Beide waren ihren Gegnern uin Klassen überlegen. Orgler gewann die 400 m vor Falkenberg, Berlin, Salzberg, Köln, und S o r k i n, Berlin, in 52,7 Sek. und die 800 in vor Walter C o h 11, Berlin, und dem erst 16jährigen Goldschmidt, Köln, in 2:01,8 Min. Ueber 4500 m u!1d 50(X) m war Blödy klar überlegen, er lief seine Rennen, die er völlig frisch in guten Zeiten beendete (4:14,3 bzw. 15:46,2 Min.), in einem besonders schönen und flüssigen Stil, der die Zuschauer immer wieder zu spontanen Beifallsäußerungen hinriß. Hinter ihm hielt sich W erthen, der wieder im Kommen ist und zwei gute Plätze belegte, höchst achtbar. Hinter ihm kamen Hirsch, Berlin, und Rosengarten, Kassel. Im Hochsprung verteidigte B 1 a n c k, Hannover, seine Meisterschaft ungefährdet gegen Wasser vom Hagibor und seinen Bruder Blanck II. Er brauchte nur 1,70 m zu springen, um die Meisterschaft sicher zu haben. Den Weitsprung holte sich Wasser mit 6,44 in vor seinem Vereinskatncraden Pettschaii und S t e r n 11 e i m, Leipzig. Auch in den technischen Wettbewerben hinterließen einige Hagibor-Leutc einen Vorzüglichen Eindruck, besonders der riesige Freund, der das Kugelstoßen vor den beiden alten Gegnern Hermann, Hamburg, und Ja c o h, Berlin, gewann, und das Diskuswerfen, in dem er vor Pettschaii und dem 400-m-Läufer Salzberg mit der ausgezeichneten Leistung von 40,08 m siegreich blieb. Hermann, Hamburg, holte sich dennoch in diesem Jahr eine Meisterschaft, indem er das Speerwerfen mit 41,50 ni vor Pettschaii und Nebenzahl, Leipzig, gewann. Pettschaii, der auch in allen FinzeUrettbcwerben gut placiert war, gewann erwartungsgemäß überlegen den Fünfkampf vor dem erst 18jährigen, sehr entwicklungsfähigen Raphael, Nürnberg. Im Stabhochsprung, einer immer noch von den Aktiven stiefmütterlich behandelten Hebung, gewann überraschend der als 400-m-Läufer bekannte Blum, Frankfurt, mit 2,80 in, der sich auch den 100-m-Latif für Alte Herren vor dem seit laugen Jahren nicht geschlagenen Metzger, Frankfurt-M., holte. Die 4x!00-m-Staffel der Alten Herren gewann Berlin Vor Hamburg und Leipzig. Bei den Staffeln gab es zum ersten Male seit Bestehen der Makkabimeisterschaften eine Niederlage einer Berliner Mannschaft. Während die 4:<l(X)-m-Staffef des Bar Kochba-Hakoah in der Aufstellung von Rabinowitseh, Schattmann, Dr. Lewin, Schaffer, die nicht mir läuferisch überlegen war, sondern auch vorzüglich wechselte, überlegen gewann, setzte sich in der 4xlüO-1n-Staffel, im schönsten Kampfe des Tages, die westdeutsche Staffel, die in der Auf- Stellung Salzberg, Münz, Goldschmidt und Orgler gegen die Berliner Hirsch, Sorkin, Cohn und Falkenberg lief, durch. Hirsch nahm auf der Gegengeraden untaktischerweise vor den ihm überlegenen Salzberg die Spitze und hatte so dem Schlußangriff auf der Zielgeraden nichts mehr entgegenzusetzen. Walter Cohn versuchte, den nach dem Wechsel entstandenen erheblichen Rückstand aufzuholeii, gab sich aber dabei so aus, daß er zum Schluß um mehrere Meter geschlagen blieb. Dasselbe Spiel wiederholte sich, als SorKin als dritter Mann auf der Gegengeraden den kleinen, aber sehr klug laufenden Goldsclimidt, Köln, überholte, der sich aber auf der Zielgeraden wieder vorbeikämpfte. Orgler bekam den Stab mit klarem Vorsprung vor Falkenberg, der dennoch beherzt angriff, bei '200 m an Orgler aufgeschlossen hatte und erst auf der Zielgeraden wieder etwas Boden einbüßte. Dieses Rennen zwischen Orgler und Falkcnberg war erheblich schneller als ihr Einzellauf. Bei den Frauen wiederholte sich bei den 100 m der schon oft gesehene und immer wieder interessante Zweikampf zwischen Elli Kcndziorra und Lore M e y e r, den diesmal Elli Kcndziorra klar für sich entschied. Dritte wurde Rütli Levy, Hakoah Köln. Die Zeit von 13,3 Sek. in diesem schnellen Rennen zeigt am deutlichsten, wie gut die Zeiten bei den Sprints der Männer waren. Lore Mever gewann dafür mit großer Uebcrlcgenlieit die 200 m mit 27,3 Sek. vor Smcdresman 11, Berlin und Wetzlar, Köln. 111 den Würfen gewann Selma Schulmann auch in diesem Jahr das Kugelstoßen und Diskuswerfen vor Salomo», Berlin, und H a d r a, Stuttgart, bzw. Hadra und Reversbach, Köln. Die Leistungen von 9,03 in und 28,SO m bedeuten jedoch einen klaren Rückschritt. Nur im Speerwerfen gelang es Liesl C z e m p i n, den bestehenden Makkabirekord um 5 cm auf 33,05 m zu verbessern. Auch hier blieb wieder die vielseitige Hadra vor B r a d y, Hamburg, Zweite. Als besonders große Hoffnung des jüdischen Sports erwies sich aufs neue Aenne Cohn, die in den Sprungwettbewerher mit 1,36 m vor Rubens, Köln, und Weiß, Berlin, und mit 5,12 m im Wcitsprimg vor Juda, Köln, und Goldberg, Hamburg, siegreich blieb. Sie gewann auch den Dreikampi vor Hadra, Stuttgart. Die 4x100-m-Staffcl gewann die Berliner Mannschaft mit Reich. Weiß, Acnne Cohn und Smedrcsmann klar vor Hakoah Köln und der 2. Berliner Mannschaft. Die zum Standardprogramm der Meisterschaften gehörige Theodor - Herzl-Staffel gewann Bar Kochba-Hakoah Berlin vor Bar Kochba Leipzig und einer Mannschaft des Makkabi Hazair Berlin. Auf dem Wege zum Sportfrieden Wie wir soeben erfahren, hat der Sportbund des R j F. sein Startverbot gegen den Makkabi aufgehoben. Damit ist der Weg zur Schaffung des jüdischen Sportfriedens eingeschlagen worden, der von uns stets gewünscht wurde. Es steht zu erwarten, daß nun auch die übrigen Differenzen aufs schnellste beseitigt werden. Eine Mitteilung des Jugendpflegedezernats der Jüdischen Gemeinde zu Berlin bestätigt, daß derartige Verhandlungen im Reichsausschuß jüdischer Sportverbände in Kürze vorgesehen sind. Was bringt der Sonntag? Berlin: FuBbafl Am kommenden Sonntag werden Bar Kochba-Hakoah und der JSK. einen Klubkampf mit sieben Mannschaften austragen. Das Haupfspiel der 1. Mannschaften beginnt um 4 Uhr. Spielplatz: Reinickendorf-Ost am Schäfersee. Sportfest der Alten Herren Die Alten Herren des Bar Kochba-Hakoah werden in zwei Klassen über und unter 40 Jahren in allen Konkurrenzen starten. Zu diesem Sportfest ist der bekannte Makkabimann Förster, Danzig, eingeiaden. im Rahmen dieser Veranstaltung wird ein Handballspiel und ein Fußballturnier der Alten Herren ansgetragen, sowie ein Handballspiel der Senioren des Maccabi I und il gegen die 1. und II, Mann- Schaft des Bar Kochba-Hakoah. — Ort: Grunewald-Sportplatz. Großsportveranstaltung der Hakoah Köln Am kommenden Sonntag wird in Köln als Auftakt zum Werbemonat des jüdischen Sports eine repräsentative Veranstaltung durchgeführt, die durch die Teilnahme mehrerer Makkabimeister ihre besondere Bedeutung erhalt. Zum ersten Male erscheint Bar Kochba Berlin in Westdeutschland am Start. Sprinter von internationalem Ruf wie Schattmann Und Dr. L e w i n, die auf der 2. Makkahiah ihr großes Könneu bewiesen haben, weiden in mehreren Finhidungsläufen auf die beste westdeutsche Makkahikla-.se treffen. Auch Bar Kochba Frankfurt entsendet seine erstklassige Sprinterstaffel. Im Gegensatz zu den bisherigen Sportfesten werden die leichtathletischen Wettbewerbe mir den Rahmen der Veranstaltung bilden, ln Massenfrciühuiigcn, in turnerischen Wettkämpfen,!11 einer besonderen Propaganda für den Keren Kajemeth Lei Israel proklamiert der Makkabi die Linheit des jüdischen Sports unter der hlau-wvißcn f ahne. R.-A. Dr. Alfred Rabat!, Berlin, Vizepräsident des I)eutscheri Makkabi-Kreiscs, und I )r. Josef N e 11 berg e r, Du-seldorf, Vorsitzender des Zionistischen (iriippenvcrh mde- Rheinland-West•׳ falen, werden in Ansprachen auf die besondere Bedeutung des Tages hinweisen. Um allen Zuschauern eine vollkommene Anteilnahme 7u ermöglichen, sorgt eine Lnutspreclu-ranbige für eine laufende Berichterstattung. Für diese Veranstaltung wurde eine Sitzplafxtribüne errichtet. Die Veranstaltung beginnt um 15 Uhr auf dem Hakoah- Sportplatz, Köln-Lindenthal. Müitaning- Ecke Gleueler Str. Jüdischer Sport aus aller Welt Hagibor-Sportler siegen bei den Prager Volksspielen. Die Leichtathleten des Prager Hagibor nahmen mit großem Erfolg an den Prager Volksspielen teil. Am Schlußtage der Spiele waren 50 00() Zuschauer anwesend, als cs dem Hagiboraner Goldschmied gelang, die 1500 in in 4:14,5 Minuten zu gewinnen. Iin Schwimmen gewann Rainer, der für sein Regiment startete, die 100 111 Freistil in 1:06 Min. — Die vergangenen Wochen brachten eine Reihe Starts der USA.-Athleten in Prag. Hagibor stellte ebenfalls seine Leichtathleten, die sich recht gut hielten. Ueber 1300 m gelang es Goldschmidt, hinter Oinninghatn und den besten Tschcchoslowaken den vierten Platz zu belegen und beim 2. USA.-Mceting über 2 englische Meilen (3218 ni) in!0:22 Minuten Dritter zu werden. Paul Freund belegte im Diskuswerfen hinter zwei Amerikanern und dem besten Tscheche- Slowaken mit 41,50 m den vierten Platz und Birnholz endete über 3000 m in 0:34 Min. an sechster Stelle. Walter Goldschmidt (Makkabi Haifa) schwimmt neuen palästinensischen Rekord. Der bekannte Schwimmer vorn Makkabi Haifa, Walter Goldsclimidt, stellte in Bath-Galim einen neuen Landesrekord auf. Er benötigte nach hartem Kampf im lOO-ni-Brustschwimmen 1:26,1 Min. Der frühere Rekord betrug 1:27 Min. Bild 2; Am Start zum 100-m-Louf. — Bild 2; Einmarsch der Mädchen-Abteilung des Bar Kochba Berlin. — Bild 3: BlödJ» (Hakoah Wienj siegt im 5000-m-Lauf. — Bild 4: Dr. t'riedcnthal bei seiner Ansprache. Foto*.4 ־. Abraham (1) and lierbart Sotmtnfeld (4) f #»״• f ii *®stifte *.«•׳ '