Mannheim
Compact Memory

Jüdische Rundschau · 1936-09-04 · Heft 71 (4.9.1936) · page 19

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Rundschau
Volume
41 (1936)
Issue
Heft 71 (4.9.1936)
Date
1936-09-04
Page
– (sequence 19)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
90% known words query
IRI
…/2651273-2653922-2653990--29437-2690966
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

3 entity mentions

Nr. 71, 4. IX. 1936 JÜDISCHE RUNDSCHAU Seit® 19 DER •JÜDISCHEN RUNDSCHAU Jesdi li gan . . . Au■ den »Volksliedern“ von Chajim Nadiman Bialik Alle »echte Vorbehalten Nadidrudt »erboten Dieses Liedchen sang der ״fortschrittliche“ Bocher, der schon moderne hebräische Bücher las; er sang es in einem freieren, weltlichen Ton. Es war das Lied der Küchernnldchen in der jüdischen Kleinstadt, sehnsuchtsvoll erklang es am Schabbesnachmiftag aus so manchem Fenster. Aber auch der fromme Baehur sang es auf seine Art, nachdenklich und voller Hingabe, und er verlieh den Bialiksehen Worten einen tieferen, symbolischen Sinn, wie man ihn nach altjiidischer Tradition etwa dem ״Schir haschirim“ zu verleihen pflegt. Und alle drei hatten sie recht: Blalik vereinte wirklich tn genialer Weise all das, was diese drei empfanden: Fortschritt, nagendes Sehnen und starke jüdische Tradition. Chcmjo Winawer Clese)}.2! ja* er JerJf li JL. *>'• <i . te u'e. ri ij.lui d'li . m t' .Je irr •ins* fJjrttVtt is d> rva.jm SS-kirnjtsrfyf mim mH*. «Y.. c/4» me׳rx (f-rr.fn Ad m fSrm. men tik * £. mer u’Jj jt.j?u.T*en. efdst Scfyn kt*!ש לי גן יש לי גז ובאר יש לי J *T ־• f ועלי בארי תאי דלי* מדי שבת בא מהמדי׳ ־ r t ־ ן• ־־ מים זכים ישת מנדי. י' j ־- * אין מיין גארטן האט א ברונען מיט א עמער זיך געפתען׳ אלע שבת קומט דעריבער טדינקן וואסער דא מיין ליבער אלע ביימער שלאסן שטילע כל הע1לם ישן - הם1 ט׳שלאפט דאס ווינטעלע אפילו׳ נם תפוח ואגס! נאכן טשאלענט אלע שדאפן אמי נמה׳ נרדם אבי• נ$ר מיין הארץ איז וואך און אפן• ערים רק אני ולבבי. Ein Brunnen meinen Garten tränkt, Ein kleiner Eimer daran hängt. Am Schabhat naht mein Liebster schnell, Trinkt aus dem klaren Wasserquell. Die ganze Welt ruht tief im Traum, Es schläft der Apfel auf dem Baum. Die Eltern beide Schlaf beschlich, Wach sind nur zwei: — mein Herz und ich. (Uebertragung aus dein Hebräischen von Mascha K a 1 e k o) Das Bialiksche Gedicht ״Jeseh li gan“ ist in seiner jiddischen Uebersetmng noch bei Lebzeiten des Dichters zum weitverbreiteten Volkslied geworden. Vom internationalen Studentenkongreß in Sofia Die Bemühungen des Vertreters der palästinensischen Studentenschaft, f)r. Pinchas (Ernst) Blumenthal, auf dem Kongreß der Confcdcration Internationale des Etudiants sind erfolgreich gewesen. Bekanntlich war es seine Hauptaufgabe, eine neuerliche Beschlußfassung des im Januar 1937 tagenden Ansfiihrcndcn Rates der C. LE. bezüglich der bisher abgelehnten Aufnahme Palästinas als vollberechtigtes Mitglied — membre titulaire — vorzu bereiten. Nach viclsfi'mdigcn Besprechungen, in denen die einschlägigen juristischen und politischen Fragen mit den Vertreten! der einzelnen 1 Ander geklärt wurden, wurde auf einer außerordentlichen Sitzung der augenblicklich in Sofia anwesenden Mitglieder des Ausführenden Rates der Beschluß gef a ßt, Palästina a i s in e in b r e titulaire auf zunehmen, vorbehaltlich einer gegenteiligen Entscheidung des gesamten Ausschusses im Januar nächsten Jahres. Da die Beitragspflicht Palästinas für das kommende Jahr bereits auf der Basis eines vollberechtigten Mitgliedes geregelt ist, erscheint die Bedeutung der Wiener Tagung als lediglich formell. Mit dieser Entscheidung hat s i c 11 d e r K o n g r e ß der A n s i c 11t der pal ä s t i!1 e n - Rischen Studentenschaft attgrschlossen, daß Palästina als ein eigener Staat a n 7 u s e 11 e n ist. Außer diesem Ergebnis verdienen noch die folgenden Punkte Erwähnung: Am zweiten läge des Kongresses wurde Dr. Rluinenihal zusammen mit der englischen Delegation vom englischen Gesandten in Sofia empfangen. Der Gesandte zeigte in einem längeren Gespräch großes Interesse an der gegenwärtigen Lage Erez Israels. Auf der anläßlich des Kongresses stattfindenden Aus- Stellung der akademischen Weltpresse hat Palästina einen günstigen Stand für die Ausstellung der palästinensischen Studcntcnzeitschriften ״Niw hastudent‘‘ und ״B’tochenu“ zuerteilt bekommen. Mit den Vertretern einiger Länder ist eine gegenseitige Besprechung des studentischen Lebens in den einschlägigen studentischen Organen vereinbart worden. Zum erstenmal schmückten die Fahnen Erez Israels die Sofioter Universität, als Dr. Blumenthal den Kongreß im Namen der palästinensischen Studentenschaft hebräisch begrüßte. _ Zeitschrift ״Palästina“ (Herausgeber Adolf Böhm, Wien). In Nr. 8 (Augustheft) macht Dr. Ludwig Orünbaum (Jerusalem) Vorschläge zur handelspolitischen Neu- Orientierung Palästinas an Hand ausführlichen Zahlenmaterials und fordert die Gewährung von Reichs- Vorzugszöllen durch England, und vom Völkerbund das Recht, Handelsverträge zu schließen. A. Ulitzur gibt in seinem Artikel: ״Die kolonisierende Tätigkeit der American Zion Commonwealth und der Keren Hajcssod“ einen lieberblick über die Geschichte und Tätigkeit dieser Gesellschaft, die vor einigen Jahren eine große Rolle in der Entwickhmg der Haifa Bay gespielt hat. E)r, Carl Frankenstein (Jerusalem) erörtert die ״Probleme der Jugendverwahrlosimg in Palästina“ und macht ausführliche Vorschläge zur Bekämpfung dieser Erscheinung. Einen heute besonders aktuellen Gegenstand behandelt Jehoscfiua Sinun mit der ״Entwicklung des Hafens von Haifa und der anderen Häfen des östlichen Mittelmeeres“. Es folgt die Rundschau mit Aufsät/en von Dr. J. Adler über Einwanderung und ein Heberblick filier das Filmwesen Palästinas von Dr. A. Markus, ןic A Giobeshippingcn.,inc. \m aj11, Broadway New York Schach Bearbeitet von J. Mieses Ein interessanter Partieschluß ln der Partie Becker—Tarfakower, die am 30. Juli Im internationalen Turnier zu Zandvoort gespielt wurde, kam cs nach dem 30. Zuge von Weiß zu nachstehender Stellung. Schwarz: Tarlakower;'TA 0 I ■•׳ Wk €. 0־ k ־ t t ־•- "* fff m *- •$£1־־S A%0׳. '18 * . ’;!ז Ä -'■C/J! 4 A &W #• -H $ *׳ 5׳16 ^"I'r" 3 ft b c d e f g h Weiß: Iksker e3—('■V Di« An 11ml Weise mm, wie Tartakowcr den Angriff siegriii li durchführt, ist ebenso lehr•׳ reic.i1 wie in!eres-ant. 30. ... Ti15Xg5t Die-es Qualltätsopfer erweist sich' als durchaus stichhaltig. 31.!14Vg5 I) i5—e4f 32. K g2’~),Z .... Aut 32. Kg2—h3? folgt K g3 — fl mit Mu!tdr״hung. — Nach il 11,'inn der König wegen D et — 13f Usw. nicht ziehen. 32. ... S f6—•g4f 33. Iv 112—113 Kg8—f7 33. T 1״—flf S g4—£6! Die!' 'nt. -(׳IpT'lunu״ st. Uv» ivU U 1er \\ L, ] Hil jo nP i‘1s anderes, ״auf 11■ US Meters K Im! i duס .־־ ,1 Ij 3 5. T c8— haf der w AüP König -it ii in cii H;r 31. T 14.A T 118Xl‘4f fiwa.) (Ali'iÜH llvli 1 ׳St . im־״,: i H'״ 0 7, 3 ׳1 -״M D c4—f3| י> )11! | i i i - t" Iri ־fit < •r 301 ׳ ז!* '• 1. k!, 3 0.2 <14. -:«3 difiir! ״it \V־׳iß fl! :!ח; וזי. 0-0 M. t? k I 01 w! rj , 1־ * ־־! ÜH׳׳ 01 erschein ende pOMjrl' tu:; Sj-rinczr '1 UH! i ׳GW (a: A vA A h a g1 wäre ein '■! יי'■:) ntKj.Kl hi'l vr«■ B HI f :'. : ], ' V , <1. v s iA,;!: 39. . K h2 lut!£. Nur <lurrh!A ■ס: 1■- — ■ ul, K ־ 3- סר¬¬ 40. K gl• —fl. IHU?־ ill g stiner AlMMD 1 - :um. < 1! S L - 1 » 1 ־34 41.!•: il—1 2. und der Pt:.״ י־ h\׳. .!r/ d.t ׳■ * U- I ״!A :: -> ״• Km m! 1־H in SuiivihA' u — l V.r!_i H-u iht M-iu ׳ '־־ 1 . Aii N a i י! : 1 '1' <■ X I Z Xi g gab ( Hi'mn ’[ hnn׳׳t-n. V. I , 0 h \*. ־■ i . \V (- a :1 f Wt •11 PA Di״ '»int; z. 13 . 30. . . <!; ■ ■3 o, (i!',!1 WO : ,0 s; ן , ץ ri 10׳ i .t! nd it. Falls stell! M<11־ mit 32.!) 02 ~ 2׳׳ 1■ Jt. 30. p -rl, s39 ״. י׳ ־ * Mchcr. Atu 3:). .. ־. S H! 4־:.י 1 n! י < S - ■ 40. K!12—gl, s 8י Wt'iij cii«־ sl.irke Kr\v1׳l 31. — 1 2־׳ Sdiadi in Palästina Im Turnier Um die V ״ r k ä;11 p f e r .s c i! a f t von Tel- Aw iw ging S. Weil mit Zahlen! als erster Sieger hervor. Die anderen Resultate waren: Blaß 7, Laluinski 6'2, Rauch 6, Dobkin 5, Ehrlich, Nachtigall 1׳. —- Ende dieses Jahres soll ein größeres Turnier in Jerusalem stattfinden, woran sich voraussichtlich auch Eoerdcr, Enodi, Macht und ßcutum beteiligen werden. Das Tarbuthdezernat der Zionistischen Vereinigung für Deutschland teilt mit: Nach langen Bemühungen ist es uns gelungen, eine Anzahl von guten hebräischen Lehrern aus Palästina für die hebräische Arbeit in Deutschland zu gewinnen. Es liegen bereits eine Reihe von Bewerbungen um diese Lehrer vor. Uni uns ein endgültiges Bild machen zu können, bitter! wir alle Stellen, die Bedarf an guten hebräiselim Lehrern haben, uns dieses unverzüglich unter Bekanntgabe der Einkommciismögliclikeiten nut/uteikm. Im Verlage Kedem, Berlin Charlottenburg, erscheinen zu Rosch-Haschanah ״Essays“ von Dr. Theodor Simon, mit schönen Biklhcigaben des Graphikers Miellei Eingesten, Weiterhin setzt der Verlag mit einem neuen Band palästinciisischcr Jugendgesrhichten seine Jiigeiullmcher-keilie fort. ״Lastträger bin ich“, heißt das neue Jugendbuch, dessen Erzählungen Jaakow S:11111״ aus dem 1 tebräischen übertragen hat, Geibart hat das Buch illustrier*. Dr. Fritz P I o t k e, bisher I nmbberg a. d. Warthe, ist als Be/irksrabhiner nach Sclimidcmiilil berufen worden. SAL^M^SCHNEUR^ Autorisierte Uebersetzung von Grete Fischer $. Fortsetzung , Nsctniruck verbot•!! Mirou also kroch aus seiner Bude, die Büchse über der Schulter, und bahnte sieh mit gespreizten Schrillen »einen Weg zwischen den schneebeludencn Bäumen gegen die Strafte zu. Sicherlich würde bald ein jüdisches Geführt, vorbeikommen, und dann wird er wissen, was er zu tun hat. Wie er so ging, sah er eine kleine grüne Flamme z.wisehen den Aesten. — Ahn, dachte er in seinem schnapsvernehclten Schädel, da kommt so ein Judenschlitten mit einer T.nterne —- zwei Laternen — drei Laternen! — Schau einer an, was für eine Menge grüner Laternen die haben! Bloß aus Uebermui! . Nu, denen will ieh’s zeigen! So mit sich selber redend, krabbelte er weil er, die Büchse über der Schulter. Alter der grünen Feiicrchen wurden mehr... Schon umgaben sie ihn von allen Seilen. Wohin er mich schaute, überall brannten die grünen Flämmchen. Plötzlich hört« er einen verstohlenen Tritt im Schnee und ein Knurren. Das klang nicht wie Menschen! Miro» fing an zu laufen, kalte Schauer rannen ihm über den Rücken. Sogar nüchtern wurde er! Er kam nicht zum Schuft. Vater und Mutter Wolf und die kleinen Wölfe waren schon neben ihm. F.r wäre gern« gerannt, aber wohin? F.s war die dichteste Stelle des Waldes, und die Wölfe waren auf allea Seiten. F,r schlug mit dem Gewehrkolben um sieh, aber er traf nur einen Baum. Zuerst packle ihn die Wölfin. Wenn du je mit Wölfen ZU tun bekommst, Gott behüte! so hast du es immer zuerst mit der Wölfin zu tun. Sie führt das Rudel, und sie tötet das Opfer. Die Männchen folgen ihr. Nicht einzeln — viele, viele — grüne Lichter statt der Augen. Hallo was ist das?“ schrie Sender plötzlich — ״Schau dahin, Pandre, drüben, was ist dort? — Schemah Jrsroeli“ II. Zwei schwebende grüne Lichter waren plötzlich zwischen den Tänrtcn bäumen am Waldrand nu(getaucht. Und noch zwei Paar. F.he sieh Noah umwenden konnte, hatten die Pferde den Wolf bereits gerochen und waren schnaubend vor Entsetzen stoeksiill stehen gehlieben. Es war zu spät zu fliehen. Die Wölfe waren durch den Gegenwind gedeckt heran!!»kommen und hatten plötzlich den Weg abgeschnitten. Nur das jüngste Pferd, Selunendrik, zerrte an den Zügeln, stemmte sich und zog, um wegz.uk «men. Djirka und Sehmarwoz waren «inen Schritt zurückgesprungcn und standen steif, mit gebeugten Nucken, und starrten traurig auf ihre Vorderbeine. Nur das Fell der Stille zitterte über und über. Plötzlich erinnerte sieh Djirka, was ihr ihre Mutter für einen solchen Fall beigcbvaclit hatte. Sie fing an, mit den schweren Vorderhufcn zu stampfen; Schlag auf Schlag; es gab einen hohlen dröhnenden Ton auf dem harten Grund, poch, poch, poch! Sehmarvvoz, folgte ihrem Beispiel, und Schmciidrik machte mich nut. Alle drei breiteten sich im Gesellin zu einem Fächer auseinander, Sehmarwoz in der Mitte, und ihre Hufe klappten wie Scheren. Wenn ein Wolf ihnen an die Kehle wollte, bekam er einen Ilufschlag auf den Kopf, während er sprang. Im schwachen Schein des schimmernden Schnees wurde plötzlich, groß wie» ein Kalb, eine Wölfin sichtbar, Sic* kroch fast nut dem Bauch, wie eine Katze, die einen Vogel beschleich(. Den Kopf mit den kurzen Ohren halte sie zw ischen den Pfoten, und ihre glitzernden Augen schielten zu den Pferden hinauf. Hinterdrein kamen zwei junge Wölfe, die die Mutter jagen lehrte, und taten ihr alles nach. Es gehört zu der gewöhnlichen Kampfesweise der Wölfe, die Pferde durch Anstarren in Todesangst zu versetzen, sie zu hypnotisieren, und den Opfern so die Widerstandskraft zu nehmen. Das alles dauerte nur eine Minute, von dem Augenblick on, wo Sender die Wölfe zuerst bemerkt hatte und Noah noch etwas verblüfft war. In dieser einen Minute halten die Gäule gemerkt, daß ihr Herr sie nicht beschützte, so versuchten sie sich allein zu helfen. Ihr eingeborener Pferdeverstand lehrte sie das. Aber im midisten Augenblick hatte Noah sich zusnmmcngcrissen. F.r beugte sich flink herab und zog den schweren eisernen Haken heraus, der unter dem Heu in der Kutsche lag und dazu diente, den Schlitten auf einer glitschigen Straße fest zustellen, oder um schwere Sücke aus dem Schütten zu rollen. F.r schwang den Haken in der Rechter wie ein Kosak seine Lanze, und mit der Linken zog er die Zügel an. Zugleich stand er auf, einen Fuß auf dem Kut sehbock, den andern auf der Deichsel. Nun sollten sie bloß kommen! Mutter Wolf ließ sich nicht billen. Sie kroch näher und näher, immer noch den Kopf zwischen den Klauen, und während sie das grüne Feuer ihrer Augen spielen ließ, stieß sie ein fürchterliches Heulen aus, das lauter wurde, je höher sie den grauen Kopf hol». Das Feuer ihrer Augen und das Heulen schienen aus der Tiefe der schneebedeckten Erde zu kommen. Ihre Söhne folgten ihr getreu und taten alles, was die Mutter tat. Sie •wiederholten das Spiel mehrcremal hintereinander -- Heuten -■ Näherk ricch.cn, Heulen — Niiherkriechen. Hri-nh! 1 la-uh I Ha-uhü Das hungrige Geweine widerhalitc in Feld und Waid. Ein scheußlicher, unheimlicher Laut, als klagten die elenden Tiere den beiden Männern auf dem Kutschbock: ״Meint dir etwa, wir möchten eure Gäule töten? Aber wir haben Hunger! Wir verhungern! llu-ah! Hit-ah!“ Grauen rann Pandre durchs IUlckgrut. Und er schien dieser» Schrecken durch die Züge! auf seine Pferde zu übertragen. Denn ihr Fell begann zu bibbern, und Stöhnen drang ans ihren geweiteten Nüstern. Pandre spürte, daß er kein« Sekunde zu verlieren Iv.ute. Unwiilkürlieh riß er mit der Linken an den Zügeln, während er den Haken in seiner rechten Hand fester umgriff, und stieß einen scharfen Pfiff aus; und so entriß er die Pferde ihrer Belaubung, Sie spürten sofort die Hand des Menschen und Be- Schützers, alle drei zogen plötzlich wie auf Verabredung gleichzeitig an, und laut wiehernd, mit. zurückgcleglen Ohren fingen sie an zu traben, direkt auf die Wolle zu. Sender erwachte aus seiner tödlichen Lähmung und fing an zu schreien: ״Atu! Atu!“ Das ist eine Art Zauberwort gegen Wölfe. Pandre nahm den Ruf auf, und während er, auf dom Bocke stehend, mit den! F.isen aushoite, schrie auch, er: ״Atu! Atu! Der Teufel soll euch holen!“ Das plötzliche Geschrei und der Galopp der Pferde und der jtlh auf sic zuprallende Schlitten scheuchten die Wölfe zurück und das Gefährt kam an ihnen vorbei. Aber bald merkten sic, daß ihr Abendessen von schmackhaftem Roßfleisch ihnen zu entschlüpfen drohte, und alle drei machten sich an die Verfolgung. Auf einer Seite die Wölfin, auf der anderen die beiden Jungen. Die Wölfin war stärker und schlauer, so überholt« sie die Pferde und sprang nach ihnen. In der nächsten Minute schien es, als würden sie 81« niedertrampcln. Aber sic schlängelte sich zwischen ihnen durch, fast unter ihren Hufen, und zielte nach Djirka, der Stute, um sich ihr an die Kehle zu schleudern. Sender schwindelte es. In seinem Kopfe kam all«» durcheinander, daa wahnsinnige Wollsgeheul, da« erschrockene

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.