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Jüdische Rundschau · 1936-08-14 · Heft 65 (14.8.1936) · page 22

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Rundschau
Volume
41 (1936)
Issue
Heft 65 (14.8.1936)
Date
1936-08-14
Page
– (sequence 22)
Language
German
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Sette 4 KINDER-RUNDSCHAU Nr. 15 Der Tag der Kleinen Eine Begebenheit aus dem palästinensischen Pfadfinderlager ■n«n0QG Zuerst muß ich euch erklären, was ״der Tag der Kleinen״ eigentlich ist Unser Jerusalemer Pfadfinderbund baut sich in jeden Schulferien ein Lager auf, aus dem man dann Ausflüge macht und so das Land kennenlernt. Vergangenen Sommer waren wir aut dem Karmel. Nun ist immer ein Tag im Lager, an dem man die Kleinen mit den Großen austauscht. Der Kleinste von allen wird Mefaked, der Kleinste von jeder Abteilung wird Rosch-Gdud, und der Kleinste von jeder Gruppe wird Rosch-Kwuzah. So einen Tag nennt man ״Tag der Kleinen״« So, nun wißt ihr es, und die Geschichte kann beginnen. Ein Pfiff. Wir versammeln uns im Mittelpunkt des Lagers. Alle sind in ihrer khakifarbenen Kluft. Neben der Fahnen« Stange steht der Mefaked und um ihn herum die drei Gduditn der Pfadfinder. Jeder Rosch-Gdud muß vor seinem Gdud stehen, und jeder Rosch-Kwuzah vor seiner Gruppe. Alles, außer der ersten Abteilung, ist in militärischer Ordnung: Der erste Rosch-Gdud ist noch nicht da. Schließlich kommt er angehumpelt mit einer Wärmflasche vor dem Bauch. In seinem ganzen Leben hatte er noch nie Bauchschmerzen, also woher denn jetzt auf einmal? Nun muß er die Fahne hochziehen, während Baz, der zweite Rosch-Gdud, in seine Trompete bläst. ״Baz״ ist nur sein Spitzname, aber niemand weiß, wie er in Wirklichkeit heißt, noch nicht mal er selbst. Unter vielem Gestöhne macht sich Zwi, der erste Rosch« Gdud, ans Werk. Kaum ist die Fahne halb oben, als sich Zwi unbedingt hinsetzen muß, um seine Wärmflasche zurechtzurücken. Selbstverständlich rutscht die Fahne gleich wieder hinunter. Aber endlich ist sie oben. Zwi geht auf seinen Platz zurück und stöhnt weiter. Jetzt fängt Zion, unser Mefaked, an: ״Heute, am 19. Juli, ist ,der Tag der Kleinen‘. Hillel, du kannst anfangen vorzulesen.״ Hillel hat eine deutliche Handschritt, eine schöne Ausdrucksweise und eine klare Stimme. Deswegen ist es sein Amt, sich alle Neuigkeiten zu notieren und sie dann vorzulesen. Er zieht ein Blatt Papier aus der Tasche, räuspert sich und beginnt zu lesen: ״Der Mefaked: Adi.״ Adi ist zehn Jahre alt, hat blonde Haare, ein Stupsnäschen und große blaue Augen. Es ist ein riesiger Unterschied zwischen unserm großen, breitschultrigen Zion und ihm. Zion gibt ihm seine Pfeife und sie wechseln «die Plätze. Hillel liest weiter: ״Erster Rosch-Gdud: Abdu .״ In Wirklichkeit heißt er Beni und sein Spitzname ist ״King Sulug Evenyou“. ״Abdu“ heißt er einfach nur so. Außerdem hat er dunkle Hautfarbe, graue Augen und schwarze Haare, die hochstehen, wenn sie trocken sind. Er geht zu Zwi. Dieser gibt ihm nicht nur die Pfeife, sondern auch noch die Wärmflasche mit den Bauchschmerzen! Sofort setzt sich Abdu hin, fängt an zu stöhnen und macht ein ganz Unglück« liches Gesicht. So werden auch alle andern ausgetauscht, und dann gehen wir an die Arbeit. Adi kommt sich sehr wichtig vor und pfeift und kommandiert den ganzen Tag; sonst ist alles wie immer. Am Abend zieht Abdu die Fahne herunter (seine Bauchschmerzen haben längst wieder aufgehört); dann wird wieder zurückgetauscht und alles geht in seiner gewohnten Ordnung. Mirjam Kaplan (13 Jahre) Ui 10tirucA*. ttuvtn. ßritfiteck! Mit einem palästinensischen Jungen von 11 bi« 17 Jahren. Erste Anschrift mit Bild. Hans Jakob Feuchtwanger-Goldschmidt, Scheveningen (Holland, Haag), Doornihsestr. 49. — Mit einem Mädel von 12—13 Jahren. Erster Brief mit Bild. Lea Neumann (123/4 Jahre), Halberstadt, Spiegelstr. 74. — Mit einem 12 bis 13 Jahre alten zionistischen Mädel. Erste Anschrift mit Bild. Horst Kellermann (13 Jahre), Lyck (Ostpr.), Kaiser-Wilhelm-Str. 68. — Chawerah des Brith Hanoar (16 Jahre) mit gleichaltrigem Chawer. Erste Anschrift mit Bild. Rosa Turteltaub, Dortmund, Heilige-Gartcn-Str. 18. —יי Mit einem 16- bis 17jährigen Jungen. Erste Anschrift mit Bild, Ruth Joschkowitz (15 Jahre), Nordhausen, Sandstr. 12. — Mit einem 12- bis 13jährigen Mädel aus Deutschland, oder Palästina in Deutsch, Erster Brief mit Bild. Ursel Schatzki (121/2 Jahre), Balingen, Auf der Au 24. — Mit gleichaltrigen 15- bis 17 jährigen Chawerath aus zionistischen Bünden in Deutsch. Josef Schapira, Leipzig C1, Gottschedstr. 19 I, und Jisrael Schenker, Leipzig C 1, Gottschedstr. 38 ptr, —־ Mit 12jihrigem Jungen oder Mädel aus USA. in Englisch. Elga Steinherz (12 Jahre), Berlin-Charlottenburg 9, Kurländer Allee 14. ראשיתי?nj אוזריהי רם ׳ ד5לי אב #ביא׳ לג ריב עמו?יד עו?יו; מוציא אותו מכף מעניו׳ ומוליכו לאךץ אבותיו• ׳•נר?" לא^ית *יי Anfang. ןןוןף<ץן *Ende a• צלי ich ganz =s• ^*ב ■יי streitet. ךי3 Streit (ןיב ךיב .aus den Händen=vyjj .(der sein Volk rettet —* foX eine Bedrücker=^p$| •aus der Hand=^jq , die es gefangen hielten=1>yfi0•. •führt es *=» 118ליג Sommer-Regen in Jerusalem Schon am Morgen dieses Tages (30. Juli) bedrückte ganz Jerusalem eine unheimliche Schwüle. Am Himmel sah man weiße, zarte Wolken, die sich zusammenballten und immer dunkler wurden. Die Sonne konnte ihre Strahlen nicht mehr durch die Wolken dringen lassen, denn diese bildeten eine undurchdringliche, schwarze Wand. Ich stand am Fenster und betrachtete aufmerksam den Himmel. Es war mir, als ob es regnen müßte. Ich sprach mit meiner Mutter darüber! aber sie meinte, es wäre ausgeschlossen, daß es im Juli regnen würde. Bis Oktober, November wäre in Palästina regenlose Zeit. — Ich saß am Schreibtisch und arbeitete. Nach geraumer Zeit hörte ich meinen Vater rufen: ״Hallo, Kinder, kommt schnell, es regnet!״ Also habe ich doch recht behalten. Ich rannte sofort auf unsere Terrasse und bestaunte den Regen, Er kam zunächst nur tröpfchenweise vom Himmel. Dann wurden die Tröpfchen zu Tropfen und schon regnete es so stark, daß ich mich ins Zimmer verziehen mußte, sonst wäre ich klatschnaß geworden. Wir standen am Fenster und dachten wohl alle dasselbe: Es ist ein Wunder. Nachdem es aufgehört hatte zu regnen, war die Stadt svh neubelebt. Die Straßen waren durch den Regen abgewaschen worden und vom Staube befreit. Die Bäume waren ganz erfrischt und ihr Grün leuchtete. Alle Leute in Jerusalem sprachen von diesem Regen, der sie so angenehm überrascht hatte. Henriette Mohruä Eine arabische Geschichte Man erzählt, daß Arrabi-ä El-Djisi eines Tages in den Gassen Kairos spazierenritt und man ihm einen Topf voll Asche auf den Kopf warf. Da stieg er von seinem Reittier ab und Jjng an, seine Kleider zu säubern. Die Leute sprachen zu ihm: ״Wieso schimpfst du nicht?״ Da sagte er: ״Ich bin das Feuer (der Hölle) wert, und büße durch Asche — warum sollte ich fluchen?״ Mikhael 10it< fyKliMÜeMM. Julius Max Bauchwitz, Arno Jacobsohn, Gerd Mann, Siegfried Neu* mann, Rolf Rothschild, sämtlich Berlin. — Heinz-Wolfgang Sounenfeldt, Gardelegen (Kreis Altmark). — Günther Thalheimer, Gau* königshofen. —• Walter Benseher, Köthen. ■— Wolf (Elieser) Kaiser, Mülheim (Ruhr). יי- David Glewicki, New York. — Fritz-Ludwig Kassel, Oppeln. -יי Miltoa Richard, Trier. יייי Edmund Schnitzer! Wattenscheid,

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