Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 41 (1936)
- Issue
- Heft 59 (24.7.1936)
- Date
- 1936-07-24
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Seife 2 JÜDISCHE RUNDSCHAU Nr. 59, 24 VII. 1936 den Arabern ein Einlenken erleichtern möchte. Anscheinend bestehen auch innerhalb des Kabinetts beide Meinungen. Nachdem es eine Zeitlang zweifelhaft schien, welche die Oberhand behalten Wird, hat am Mittwoch abend Kolonialminister Ormsby-Gore neuerlich im Unterhaus die unzweideutige Erklärung abgegeben, daß die Regierung sich nicht einschüchtern lasse und daß keine Aenderungen der Politik beabsichtigt sind, solange der Bericht der Kommission nicht vorliegt. Der Minister hat sieh aber geweigert, auch zur Frage einer eventuellen für die Dauer der Tätigkeit der Kommission geltenden Einwanderungssperre Stellung zu nehmen. Es scheint, daß sich jetzt auf diese Frage alles zuspitzt. Viele meinen, daß die Araber, die wahrscheinlich nur auf eine Möglichkeit zur ״anständigen‘‘ Beendigung des Aufstandes lauern, daraufhin die Waffen niederlegen würden. Gerade dies veranlaßt wohlwollende Engländer, den Juden zu raten, einen solchen Schritt selbst anzuregen, um durch diese Geste der Großmut den Arabern eine vollständige Niederlage, die den Haß vervielfachen würde, zu ersparen. Von jüdischer Seite wurde in der Presse ein solches Ansinnen entschieden ab gelehnt, und die Zionistische Exekutive, die sich bisher nicht öffentlich dazu geäußert hatte, hat sich jetzt in einer an anderer Stelle abgedruckten Erklärung in diesem Sinne fest ge legt. Dabei dürfte die Erwägung maßgebend sein, daß jede Konzession der Juden als Ermutigung der Araber und als Präjudiz für die Zukunft aufgefaßt werden würde. Die Meinung gellt offenbar dahin, daß ein Zusammcnbruch des arabischen Widerstandes unvermeidlich ist, woraus die Araber oder wenigstens ein Teil von ihnen die Konsequenz ziehen werden, daß ohne eine Verständigen״ mit den Juden ihre Sache hoffnungslos ist. Die gesamte zionistische Welt wird in diesem schweren Augenblick die Exekutive loyal unterstützen, alier es wäre unaufrichtig, nicht auszusprechen, daß manche Zionisten in taktischen Fragen anderer Meinung sind und nicht mit allem übereinstimmen, was heute im jüdischen Lager geschieht und —- häufig unberechtigterweise — der offizieller! jüdischen Führung ziigeschrieben wird. Es kommt nach unserer Meinung nicht nur darauf an, seine eigenen Forderungen zu betonen und sielt sozusagen in die eigenen Argumente zu verlieben, sondern sich auch die Psvchologic der Menschen, mit denen man zu tun hat und der Faktoren, auf die man angewiesen ist, klar zu machen. Und hierin, ebenso wie bei der Beurteilung von Realitäten und Zusammenhängen, kann es naturgemr'U bei verschiedenen Beobachtern auch verschiedene MeiWritgen geben, je nach der Bewertung dieses oder jenes Umstandes. In den letzten Wochen wurden die großen englischen Zeitungen mit Briefen zur Palästina- Frage geradezu überschüttet, und die Aeußerungen wichtiger englischer Persönlichkeiten bieten Anhaltspunkte genug zum Studium der Psychologie. Es scheint uns z. B., um bei dem von 1ms an anderer Stelle zitierten Brief von Sir Arnold Wilson zu bleiben, keine glückliche Formulierunng, wenn ein (freilich privates) zionistisches Blatt, das an die englischen Beamten und Politiker gratis verschickt wird, den Engländern ״Feigheit“ vorwirft oder wenn man auch sonst bei der Diskussion mit ihnen vor den Gesichtspunkten, die für sie wichtig sind, die Augen verschließt. Aelinliche psychologische Fehler begingen wir schon 1920, sie sollten nicht wiederholt werden. Fs gibt kein irdisches Tribunal, vor dem wir unsere Rechtsansprüche geltend machen können, sondern es gibt nur den einen Weg, die Welt von der Notwendigkeit des jüdischen Palasti na-Unternehmens zu überzeugen, Seelen und Herzen zu gewinnen. Auf die Kunst, uns Feinde zu machen, brauchen wir uns nicht viel einzubildcn, Die zionistischen Führer sind dazu zu beglückwün selten, daß sie einen Teilsieg errungen haben, indem die (jefahr der von manchen englischen Seiten empfohlenen sofortigen zwangsweisen Sperre der Ein- Wanderung (die>c Forderung erhoben /. B. sehr wirkiingsvoll auch die hohen arabischen Regieningsbeamten Palästinas) beseitigt wurde. Aber wir stehen jetzt vor der Untersuchung, die sich auf alle l'robicine der Palästina-Politik erstrecken wird, und da kommt es darauf an, rerht/citig ein geeignetes und auch der Außenwelt begreifliches Programm für die künftige Ent- Wicklung Palästinas von jüdischer Seite vorzulegen. Dieser Aufgabe muß jetzt alle Aufmerksamkeit zu gewandt werden. Die ,.Starrheit der jüdischen Politik“, über die in einem von uns an anderer Stelle zitierten Aufsatz. M. Smilanski einige beachtliche Wahrheiten sagt, muß überwunden werden. Die Untersuchungs-Kommission ist von der englischen Regierung bereits ernannt worden, aber die offizielle Bekanntgabe der Namen soll erst nächsten Mittwoch erfolgen. Die Persönlichkeiten, die bisher genannt wurden, können Kredit für sich beanspruchen, aber wichtig sind die Instruktionen, die ״terms of referencc“, die sie erhalten werden. Vor allem fordern wir, daß sie sich nicht als technische Experten für Palästina betrachten, sondern auch die Juden frage in ihren Beziehungen zu [Palästina untersuchen und sich bewußt sind, daß es darauf ankommt, eine Lösung zu finden, die die N o t d e r Juden berücksichtigt. Die Regierung ist gebunden, die Kommission erst abgehen zu lassen, wenn die Ruhe im Lande wiederhergestellt ist. Die Frage, auf welche Weise dies zu erreichen ist, ist noch völlig ungeklärt. Die englischen Aeußerungen sprechen von siner ״Sackgasse“, aus der es keinen Ausweg gibt. Aber der Ausweg vv i r d gefunden werden, und unsere Sache ist es, jetzt schon dafür zu sorgen, daß nach der Untersuchung eine neue Periode konstruktiven jüdischen Aufoaues im Lande beginnen kann. An die jüdische Jugend in Deutschland Unsere Palästinawanderung droht durch schwerwiegende politische Entscheidungen gefährdet zu werden. Aus tiefer Sorge um das Schicksal der jüdischen Jugend in Deutschland wenden wir uns an alle, denen die Lösung der Fragen unserer Generation am Herzen liegt. Die äußeren Gefahren, die die Verwirklichung des chaluzischen Zionismus In diesen Tagen hemmen, drohen die kollektiven Bemühungen um die Lösung der Judenfrage in Deutschland zu schwächen. Jeder junge Jude in Deutschland steht vor der Alternative, für sich allein einen Weg zu suchen, der seine persönliche ökonomische Not vielleicht aufhebt, oder mit uns vereint in gemeinsamen Bemühungen um die Erlösung unserer Generation zu kämpfen. Wir dürfen nicht ertragen, daß die Stoßkraft der Bewegung, die allein aufbauend das Schicksal der Juden in Deutschland gestaltet, durch äußere Ereignisse erlahmt. Nur die Vereinigung aller Kräfte wird den Druck erzeugen können, der notwendig ist, um den Kampf aufzunehmen, den wir heute gegen viele Fronten zu führen haben. Jede Lethargie, jeder Defaitismus, jede Form der Zersplitterung in Einzel- Schicksale droht das Judenlos zu verewigen. Unablässiger Kampf um AI i jah, um Gestaltung der öffentlichen Meinung, um politische Entscheidungen unter dem Druck unseres Lebensrechtes bahnen uns allein den Weg zur Lösung unserer Frage. Unabhängig von der Konjunktur Palästinas verbleibt uns nur dieser eine Weg, der uns errettet aus den Gefahren, denen wir nirgendwo in der Welt ausweichen können: vor den Gefahren der Assimilation, der Ausgliederung, der Unproduktivität, der persönlichen Leere und Verflachung. Unsere Bindung an Palästina, gestärkt durch das Bewußtsein der Leistung der Juden dort, festigt sich in diesen Tagen, in denen drüben für unsere Lebensbasis, für unser Kommen gekämpft wird. Umstellung auf das produktive, persönlich erfüllte Leben Ist nicht nur eine Notwendigkeit unserer jüdischen Erhaltung, es ist die Notwendigkeit unseres Lebens überhaupt. 40000 jüdische Arbeitslose in Deutschland, ausgegliedert In einem Alter, in dem sie zur Umschichtung nicht mehr fähig sind, verurteilt zur sozialen Belastung der Gesamtheit, in einem Alter, in dem andere auf der Höhe ihrer Lebens- Wirksamkeit stehen, warnen uns davor, uns von dem Schicksal treiben zu fassen. Tätiger Umstellungswille in produktivierbarem Alter, kollektiv zusammengefaßt zu dem heroischen Kampf des chaiuzischen Zionismus, wird uns den rechten Weg bahnen. Zu jedem jungen Juden sprechen wir in diesem Augenblick. Keiner wird allein Befriedigung finden. Stärkt die Bewegung jüdischer Produkt i v i e r u n g! Stärkt die Reihen des chaiuzischen Zionismus! Stärkt unsere Front im Kampf um Vergrößerung und damit um Sicherung unseres Lebensraumes in Palästina! Verbindet Euch mit dem ״Hechaluz“ in Deutschland! Berlin, im Juli 1936 Hechalnas Deutscher Landesverband Habonim noar chaluzi / Werkleute, Bund jüdischer Jugend / Jüdischer Piadfinderbund Makkabi Hazair / Haschomer Hazair / BZV.-Junggruppen / Brith Hajehudim Hazeirim Brief aus Holland Von unserem Berichterstatter Den Haag, 20. Juli 1936 Staatsangehörigkeitsfragen In der zweiten Kammer kamen einige Gesetzesenfwürfe zur Verhandlung und Annahme, die der Ausführung internationalcr Vereinbarungen aus dem Jahre 1930 zur Regelung der Gesetzeskonflikte im Staatsan.gehörigkeitsrecht und zur Vermeidtmg der Staatenlosigkeit dienen sollen. Ohne Zweifel werden diese neuen Gesetzesbestimmungen für viele Aus-!ander in Holland von Wichtigkeit sein. Bei der Erörterung einiger E i 11 b ü r g e r u n g s g c setz ent würfe wurde darauf hingewiesen, daß jetzt bei Einbürgerungen auch das Ministerium für Soziale Angelegenheiten gehört wird. Es wird also nicht nur geprüft, ob der Antragsteller selbständig seinen Unterhalt findet, sondern auch der Zustand des holländischen Arbeitsmarktes berücksichtigt. Aus den Kreisen der Rechtsparteien wurden lebhafte Bedenken geltend gemacht gegen die Einbürgerung des Bankiers Dr. F. Mannheimer, der vor 20 Jahren nach Holland kam Und das Bankgeschäft Mendelssohh ft Co. leitet. Unter großem propagandistischem Aufwand wurde vor allem seine mangelhafte Verbundenheit mit dem holländischen Volke betont und ihm der Vorwurf der Förderung ausländischen finanzicllen Einflusses und der Bedrohung des Guldens gemacht Die Regierung hat alle diese Vorwürfe nach gründlicher Untersuchung als unbegründet zurückgewiesen und darauf hingewiesen, daß Dr. Mannheimer, der bereits im Jahre 1927 zum Offizier im Oranie-Nassau-Orden ernannt worden war, im Gegenteil viel für die holländische Wirtschaft und für die Stützung des Guldens sowie für wohltätige und künstlerische Zwecke getan hat. Das Einhürgerungsgesetz wurde denn auch in der Ersten und Zweiten Kammer angenommen, Die Pro paganda gegen Mannheimer ließ nicht deutlich erkennen, inwieweit die antisemitischen und fremdenfeindlichen Motive die finanzpolitischen überwogen. Antisemitismus Iti letzter Zeit spürt man wieder mehr von einer Propaganda, die, obwohl vielfach nicht ausdrücklich geg c n die J u d e n g c r i c h t e t, in ihrer Absicht judenfeindlieh ist. Man hütet sich hier -- vor allem wohl mit Rücksicht auf die Verhältnisse iri den indischen Kolonien, aber auch mit Rücksicht auf die Mentalität der Mehrheit der Holländer — davor, klare und eindeutige antisemitische Propaganda mit antisemitischen Sclilagworten zu führen. Der Führer der holländischen nationalsozialistischen Bewegung, Mussert, sagte auf dem vor einigen Tagen abgehaltenen Landtag, der Weltkommunismus werde durch jenen Teil des international«! Judentums verbreitet, der überall herausgeworfen werde. Sie würden die Juden nach ihren Taten beurteilen. Die guten hätten von ihnen nichts zu fürchten, die schlechten würden von seihst verschwinden, wenn die Nationalsozialisten an die Macht kommen. Welche Gesichtspunkte für die Scheidung der Guten von den Schlechten maßgebend sein sollen, wurde nicht gesagt. Daß man in breiteren Kreisen gegenüber dem Verbalten ausländischer Juden besonders empfindlich ist, zeigte eine Zuschrift aus dem Leserkreis eines liberalen Blattes mit angeführter redaktioneller Bemerkung, die das Benehmen gewisser Emigranten kritisierte — natürlich unter ausdrücklicher Betonung, daß man nicht antisemitisch und auch mit der Hilfe für die Emigranten einverstanden sei. Mögen auch in der Tat manche Fremde manchmal den nötigen Takt vermissen lassen, so darf doch die Beachtung einer solchen Erscheinung in der seriösen Presse als symptomatisch angesehen werden. R• L. Gibt es eine reine jüdische Rasse? Ein Aufsatz in ״Great Britain and the East“ vom 16, Juli von D. Bourke-Borrowcs befaßt sich mit dein Problem der jüdischen Rasse, ausgehend von der Verschiedenheit der Bevölkerung in Pal ä stina. Der Verfasser schreibt, mindestens ein Fünftel der in Palästina lebenden Juden könne nicht dem Aussehen nach als Juden erkannt werden. Viele seien so blond wie Skandinavier, mit milchweißer Haut, blauen Augen und blonden Haaren. Die malerische Mischung von dunkelroten Haaren und glänzenden blauen Augen sei sehr häufig. Auf der anderen Seite finde man die orientalischen Juden, die außergewöhnlich dunkel sind. Die Juden seien zu diesen Variationen durch Rassenmischungen gekommen, vor allem durch die in früher Zeit zum Judentum übergetretenen Stämme (z. B. die Tataren). Nach einer Schilderung der indischen und der chinesischen Juden schließt der Aufsatz mit der Bemerkung, daß die jüdische Rasse von den fremden Bluteinflüssen sehr viel Nutzen gehabt habe; man müsse sogar zweifeln, ob die ursprüngliche aus Palästina vertriebene Rasse ohne jene Mischungen die Zeiten während ihrer jahrhundertelangen Wanderung durch die Welt hätte überieben können. Kongresse in Norwegen (Von unserem Berichterstatter) Oslo, 20. Juli 1936 Der soeben abgeschlossene I n t e r n a t i o 11 a 1 e M a 111 e - matikerkongreß hat vorn jüdischen Standpunkt aus Anrecht auf besonderes Interesse. Nicht nur wegen der außerordentlich großen Zahl der jüdischen Teilnehmer — es dürften mindestens 1QÜ von den 700 Kongreßteilnehmern jüdischer Herkunft sein und nicht weniger als 50 sich offiziell zum Judentum bekennen —, sondern auch wegen der moralischen Idee der Zusammenarbeit der Völker im Dienste der Wissenschaft, die in den offiziellen Festreden mannigfach zum Ausdruck kam. Die Hebräische Universität Jerusalem warneben Prof. Dr. A. F r a e n k c 1 auch durch Dozent Dr. B. A m i r a vertreten. Außerdem waren aus Jerusalem Dr. Theodor M o 11 k i n und Prof. Dr. W. Stern b erg erschienen. Dr. Motzkin, der Sohn Leo Motzkins, hielt zwei Scktionsvorträge. Auch der berühmte Prof. Harald Bohr (Kopenhagen), Bruder des Nobelpreisträgers Niels Bohr (Halbiude), war zum Kongreß erschienen. Von den zahlreichen amerikanischen jüdischen Gelehrten sei neben Prof. Norbert Wiener, dem Vertreter von Cambridge, Mass., noch Prof. Dr. Solomon Gandz (New York) genannt, dessen Thema über 1not+1cmatischc Entdeckungen des Immanuel Bonfils (ca.;1350) auch jüdisches Interesse hatte. Am Sonnabend, dem 25. Juli, beginnt in Oslo der Kongroß der ״Internationale der Nationaliste n“, auf dem eine Internationale Akademie für Volksrecht ,gegründet werden soll. Aus dem Programm erwähnen wir folgendc Vorträge: Janko Janeff: ״The Latin Spirit and the Jews“ (Der lateinische Geist lind die Juden) und Prof. Ion San Giorgiu: ״Racial probleins in the Balkans“ (Rassen- Probleme auf dem Balkan). Es nehmen französische, englische, polnische und Balkandelegierte als Redner teil an der Vortragsreihe; das Fehlen der Italiener fällt auf. Gegenüber gewissen geäußerten Bedenken meint der Vorsitzende des norwegischen Komitees, der Mathematiker Prof. Poul Hegaard, versichern zu können, daß es durchaus in der Natur und Konsequenz der neuen Nationalistcnbcwegung läge, auch (ii d i s c 11 e 11 N a t i o n a 1 i s 11111 s und jüdisches V o 1 k s r e c h t zti fördern. Konzertmeister Ernst Glaser vom Philharmonischen Orchester in Oslo erhielt Angebote, im Kopcnhagener und Amsterdamer Rundfunk zu spielen. — Der langjährige Dirigent des Orchesters, Prof, issay Dobrowen, der norwegischer Bürger ist, wurde bekanntlich für Dirigententätigkeil am palästinensischen Philharmonischen Orchester in Aussicht genommen. ___ Rabb. J. Samuel Budapester Brie! Von unserem Korrespondenten Kurt Blumenfeld weilte auf seiner europäischen Propagandarei.se einige Tage in Budapest, wo er — da öffentliche Vorträge derzeit untersagt sind — mit den Führern der zionistisehen Bewegung Besprechungen über die aktuellen Fragen des Paläsfina-Aufbaus, insbesondere der Hebräischen Universität abhielt, während seine Frau die Wizo-Leitung informierte. Bei der Hcrzl-Bialik-Gedenkfeier hielt Dr. Josef P a t a i ein Referat, in dem er auf die heroische Haltung des Jischuw hinwies und vor allem zur Aufforstung des Landes auffordertc. Die Fester Israelitische Gemeinde hat innerhalb ihrer Kultursektion eine eigene Jugendabteilung organisiert, die sämtliche Jugendvereinigutigen der Haupt- Stadt umfassen und innerhalb welcher die verschiedenen wirtschaftlichen, sozialen und religionssittlichen Probleme der heramvachsetiden jüdischen Jugend einer Prüfung und tnögliehen Lösung zugeführt werden sollen. Eine interessante Entscheidung fällte die königl. Kurie ais höchstes Gerichtsforum im Falle eines Kaufmannes, den sein Konkurrent in Rundschreiben nicht nur mit seinem jetzigen magyarischen Namen, sondern in Klammern auch mit seinem vorherigen deutschen Namen apostrophierte. Sie erklärte, daß diese Anwendung des ״jüdischen Namens“ geeignet sei, die zu Antisemiten gewordenen christlichen Käufer vom Einkauf abzuhaltcn, also einen ״unbefugten Wettbewerb“ darstelle. Dr. Heinrich Gutt mann, früher Rabbiner in Landsberg a. Warthe, Sohn des Rektors Dr. Michael Guttmann, wurde vom Kultusminister zum Dozenten für Bibel und hebräische Geschichte am Landesrabbinerseminar ernannt. Dr. A. F, Hauptschriftleiter: Dr. Robert W e 11 s c h, Berlin - Charlottenburg 9 (auch verantwortlich für die Aufnahme von Bildern). Stellvertreter: Kurt Loewen stein. Berlin VV 15. Anzeigenleiter und verantwortlieh für den Inhalt der Anzeigen: Hermann F i n n, Berlin W 15. Gültig Anzeigen - Preisliste 5 vom 1. April 1936. Verlag und AnzeigcnveiWalfang: Jüdische Rundschau, Berlin VV 15, Meinekeati. 1<X D.-A. Juni 36 037. — Druck: Siegfried Schokm, Berlin-Schöneberg.