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Jüdische Rundschau · 1936-07-10 · Heft 55 (10.7.1936) · page 9

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
41 (1936)
Issue
Heft 55 (10.7.1936)
Date
1936-07-10
Page
– (sequence 9)
Language
German
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Nr. 55 10. Vll. 1936 JODISCHF RUNDSCHAU Seite 9 «luden und Jüdisches im Rundfunk Fsellsf, 10. Juli! Paris (1648), 8: U. a. Ottenbach; 11.45; Jüdische Sendung; 16.30: l'aure: Shybck. — Kalundborg (1263), 14.50: ’■ Muizkowski: Oriental! ־dies Lied; Otlenbacli: Potpourri aus ״Die Prinzessin von Tra promt“; 22: Weil!: Suite aus ,.MatiüRonny“. — Warschau (1339), 10: Konzert aus Krakau, Dir, (Ir. Kit eiberg. — Budapest I (550). 20.30: Goldmark; Mcycrbeer: Fackeltatiz. Sonnabend, II. Juli! Luxemburg (1304), 14.45: Srlull|1latten: U. a. 2 Cellosoli von Andre Lövy. -- Warschau (1330), 16: Joachim: Variationen. — Kalundborg (1263), lB.lü: Mendelssohn: Winterlied. — Straliburg (349), 17.15: Mendelssohn: Tanz und Nocturne aus ״lein Son1m11׳na!h!1׳־aum“. — Brüim (325), 18.15: Violinmusik: Mendelssohn ״Lied ohne Worte“. — Agcn (360), 19: U. a. Ottenbach und Meverbeer. — Mittel-FlngiatKi (296), 20.30: Goldmark: Scherzo K-Moll. — Radio Cin: (281): Schallplatte!! Wanda Landowska spielt. —• Toulouse (329), 21.10: Ans ״Pariser Leben“, von Offenbach. Sonntag, 12. Juli! Wien (507), 11.45: U. a. Mendelssohn. — Brüssel, 16.10: Mahler: 2. Sintonie. — Wien (507), 1 7.20! Zum 70. Geburtstag von Richard Beer-Hofmann. Der Dichter liest aus eigenen Werken. Montag, 13. Juli! Preßburg (299), 18.15: Gedichte von Heinrich Heine. —!,rag I (470). 18.25: ,,Sommer am altjüdisclien Prager Friedhof‘, Uoibild. -- Wien (507), 19: Dr. Moses Cartrer: Vortrag über mo lerne englische Mu־ik. Luxemburg (1304), 21.20: Mendelssohn: Aus ״SommernuchtsUaum“. Die Landeskommission des Keren Tora Wa’awoda trat am 5. Juli im Logenhaus zu ihrer diesjährigen Sitzung zusatnmen. Die Leitung erstattete den Bericht für das Jahr 1935, sowie für das laufende Etatsjahr. Die Tätigkeit der Leitung wurde gebilligt und für die Abrechnung Entlastung erteilt. Es wurde zum Ausdruck gebracht, daß die Förderung der 1 iachseharah und der Bildungsarbeit der religiös-chaluzisehen Jugend, wie überhaupt der religiösen Arbeiterschaft in Erez Israel die Aufgaben des Keren Tora Wa’awoda darstellen. Die Landeskommission begrüßte die Schaffung eines Ehrenkoinitees für den Keren Tora Wa’awoda und gab ihrer Genugtuung darüber Ansdruck, daß die führenden Persönlichkeitcn der Judenhcit Deutschlands, die dem gesetzestreu-nationalen Aufbauwerk nahestehen, sielt seiner Arbeit zur Verfügung stellen. tt (Ut■ 2l/fö. Dr. Siegfried Kanowitz Tel-Awiw Mannheim: Montag, den 13. Juli 1936 Synagoge 20.30 Uhr Krieg und Frieden Schicksaistage in Palästina Stuttgart: Mittwoch, den 15, Juli 1936 Gustav Siegle-Haus 20.20 Uhr Unruhen in Erez Israel Tatsachen - Ursachen — Folgen Dr. Siegfried Kanowitz Tel - Awiw Karlsruhe Dienstag, 14. Juli!936, 20.30 Uhr Synagoge Kronenstraße Krieg und Frieden Schicksalstage in Erez Jsrael Der Synagogenrat / Das Stadtrabbinat Zionist. Ortsgruppe I Ortskomitee der Jewish Agency Aus dem Reich Von unseren Berichterstattern Euskirchen. Am 8. Juli sprach Georg Guthmann zur politischen und wirGi hat!liehen Lage in Eier Israel unter besonderer Berücksichtigung des jüdisch-arabischen l’rublcms. Güttingen. Am 24. Juni gaben im Kiiliurbund Fi Le und Gerhard B e r I; u w i t z, Hannover, einen Liederabend. München. Unlängst beging Geheimer Ju-*i2r:1t Dr. Heinrich Fr• n - kenburger seinen 80. (״•btirtuag. Kr g!׳1!׳.rt zu den führenden Juti-k-n Bayerns und hat sieh auch Jahrzehnte leitend an den Geschäften der bayerischer! Judenhcit beteilig!. Rostock. Die Ortsgruppe de. JPJ). Makkahi llactir veranstaltete am 5. Juli eine Treffahrt, an der ca. 65 Jungen und M ■dcl aus Mecklenbürg und Umgebung teilnalnncn. Landernubbinrr Dr. Winter, Lübcck, sowie ein Vertreter der Bundedeitung aus Berlin waren erschienen. Ankündigungen Bingen! Am 14. Juli: lfcrzI-Bialik-t h!!״״Ui ict. Redner: Rabbiner Dr. M. Kosenberg, Worms. — Hamburg: Am 16. Juli, 20.30 Uhr, Kppendorierbaum 0, Krölfnung de 11« in: dmch Dr. P. Zadik. Dr. Kiesel» Spricht über: ,.Unser Anteil au lüzzur llaarc*“. Bildstreifen von den Palüsrina-KreigiiL.-״ n. Sam. Kr.tnek lic.-t au. Werkeu iR-izls, Bialiks und Arlosoroffs. — Köln: /.DG. Am 19. Juli Arbeitskreis um 20.45 Uhr im Heim, Cj ׳.:ihsnstrulk-. — Lübeck: Am 19. Juli. 10 Uhr, Kreist ugung für die 11 an -e-nulte, Seide,wie. Holstein und Mecklenburg. Haujürcfciat: Dr. Schlohbctg, Berlin: ״Juden, Araber und Engländer“. Kommission,.iUimgi n: Zionistische Arbeit und Fonds. Arthur Levy und Schimon Rcieh. Ilainbuig. illter: Palästina- und Alijuh-Krugen. Außetdem wird Rahi:. l)r, Winter, Lübeck, eine Atbeit ,gemein,cliaft über ein kulnneke, Thema abhalten. Abends Kundgebung für alle Mi’gli'di 1 der Jul. Geim inde. — Mainz! Am 13. Juli ffcrzl-Hialik-Gedenklei׳ K■ ■ 1:!: Dr. M. Kosenberg. Worms. — Neldcastcin! Am 12. Juli. 18 Uhr, in der Synagoge IUrcl-Gcdcnkfeicr. Redner: Dr. Herbert Grubber1 ׳ ״'; dclberg. Familien- Nachrichten Herr Louis K a t * und Frau Berta, geh. Haas, Hannover, Waldsfr. 38, begingen am B. Juli die silberne Hochzeit, Bar Mizwah-Termine Am 11. Juli (21. Tannin!-):!lcrl1c.it Schwarz. Sohn von Josef Schwarz, Brandenburg (llavcl), Kitierdr. 21. Die Keratnikerin Lea H. Haipern, über deren Arbeiten wir kürzlich berichtet haben, veranstaltet in der Zeit vom 26. Juni bis 25. Juli in London in der ״Zwetnmer Gallery“ (26 Litchficld Street, W. C, 2) eine Ausstellung, Die Eröffnung fand am 25. Juni durch den holländischen Oesandten statt, im Rahmen eines Tees, der von Mrs. Corbeth- Asliby veranstaltet war. Die Ausstellung ist an allen Wochentagen von 10—6 Uhr geöffnet. Briefe an die Redaktion Israel Zangwill London, 6. Juli 1936 Sehr geehrte Redaktion! Unter dem Titel ״Jüdisches Volksleben 1m Lohioner Osten“ biachten Sit׳ in Nr. 53 Ihres geschätzten Blattes eine Literaturklitik (aus der Feder von Frau Bertha Badt-Straull), die auch den Namen Lracl /,;1 11 g - w i 11 s nicht unerwähnt lieb. Wenn uns die Biographien einwandtrei unterrichten, so jalirt »ich im Augu״t die-es Jahre, zum zehnten Male der Todestag eint־ Manne־, der nicht nur m der Geschieht«■ des Zionismus einen behütenden Platz einnimmt, sondern au h eine anerkannte Figur der modernen englischen Literatur ist. Diese letztere Tatsache ist um so höher cinzuschätzen, als Zangwili Sohn russisch-jüdischer Eltern war, die im Ka״! - Knd London־ lebten. Zangwill vereinigte wie viele unserer LeleUtcmlei! Männer jene vunderhaie Synthese von politischer und ü*e! arischer Arbeit, wie wir sie ־eit der! ersten Tagen der zionistischen Bewegung beobachten können: Herzl, Nor- «lau, Zangwill, Feiwcl, Ruppin und Sokolow. Zangwill־ literarisches Werk hat noch keine hebräische Ucbei ־ setzung gefunden. Es wäre ein zionistisch und literarisch in gleieher Weise bedeutendes Unternehmen, I.-rael Zaiignills dun h eine heb! lisrhe Ausgabe '.eines Dichtwerkes zu gedenken. Mit vorzüglicher Hochachtung Emanuel Weiner sein Viertel zu trinken. Nur Signora ISaptista, die junge Frau des Bahnmeisters aus Naco, sah man öfter in sein Haus kommen. Sie hatte den Ruf eines leichtsinnigen Weibsbildes, und man konnte den Dotiere nur bedauern, daß er seiner Frau den Umgang mit dieser Person nicht verbieten konnte. Verrückt, dachte Kai, wie er diesem Ucccllo nachspürte. Wie eine süße, geheimnisvolle Frucht waren die Lippen Yvonnes, wie eine geheimnisvolle, vergiftete Frucht lockte das Rätsel dieses Mannes. Würde er es mit gleicher Intensität verfolgen, wenn statt der rötlichblonden Yvonne der alte, vertrocknete Ardino ihm die Spuren wieso? Yvonne — vielleicht erzählt sie davon jede Saison einem anderen Gast? Großartiger Gedanke: vielleicht weiß sie, daß man nicht mehr loskommen kann davon, und diese Geschichte einer Krankheit ist ihr gerade recht, um einen Mann zu werben. Manchmal wünschte er, sie würde ilim die Antwort auf seine Fragen verweigern. Aber seine lauernde Neugier schien ihr gutzutun wie Streicheln. Auch jetzt wich sie nicht aus, als er dunnch fragte. ״Bald nach der Abreise Feliees erwachte ich eines Tages mit scheußlichen Kopfschmerzen. Meine Augenlider schienen eschwollcn, ich verzichtete auf das Frühstück. Nach einer alben Stunde kam der Doktor. Er fragte mich nicht, was mir fehlte. Er untersuchte mein Herz, meine Lungen, schien nichts 7,11 finden. Forschend blickte er in meine Augen. ,Gott straft uns auf eine furchtbar unergründliche Weise, wir können nur beten.‘ Am nächsten Tag brach ein Schnupfen aus, das Fieber fiel und entpuppte sich als harmlose Influenza. Aber ich merkte, wie lauernd der Doktor fortan jede meiner Aeußerungen beobachtete.“ Es war natürlich Unsinn, Yvonne zu verdächtigen. Er genoß die morbide, geheimnisvolle Frucht, die ihr Eden ihm reichte, wie man die Freiheit genießt, die Freiheit des Nehmen*. Man ist Glied eines Volkes, einer Gruppe, eines Kollektivs. Man weiß eine ganze Zeit nichts davon, weil man sein eigenes!.eben lebt. Und wann darf man sein eigenes Leben leben? Wenn es der Gruppe gut geht, darf man Individuum sein. Geht es der Gruppe aber schlecht, dann Mit dieses Kollektiv über einen her wie eine Zwangsjacke. Jede individuelle Regung wird zum Verrat an der Allgemeinbeit. Das Schicksal, eben noch in hundert Menschen hundertfaltig verschieden, wird auf einen einzigen Generalnenner gebracht. Man spürt plötzlich, daß man Glied dieser Gruppe ist, nur Glied dieser Gruppe und sonst nichts. Gruppe ist ein Organismus, etwa wie der menschliche Körper. Was ist, wenn man sein Herz verspürt, seine Nieren, seinen Kopf? Schmerz! Grimpengcfühl ist Schmerz 1 Für den Juden in Deutschland gibt es kein Schicksal neben dem seiner Gemeinschuft. Sein Beruf, seine Liebe, seine Würde, sein Menschentum sind verbunden mit dem Los dieser Gemeinsehaft. Welcher normale Mensch, der irgendwo unbekannt in Paris lebt, lebt sein Leben lediglich unter dem Blickwinkel des Franzosen(ums? ״Franzose“"ist er im Kriegsfall. Sonst ist er Rentner oder Kaufmann oder Liebhaber oder ein unglücklicher Mensch. Kai atmete tief. Hier gab es wieder die Verschhingcnheiten eines Schicksals, für die man Raum hatte, Kriminallitlle, denen man nachspüren konnte, tausend Sehnsüchte, die wieder leben, und Landschaften, die auf den Menschen zukommon, versperrte, verschüttete Zugänge der Seele. Man tastet sich entlang, mühsam und vorsichtig wie einen Querpfad über die Dolomiten; man kann über Einsamkeiten nachdenken oder über das Leben der Monade, eine entlegene Sache der Philosophie. Es mag sein, daß in einem Stein der gesamte Bau der Erdkugel sich nachzeichnet, es mag sein, daß in einem Psalm Davids der Kosmos sich spiegelt und daß in einer Betrachtung des Judentums sich eine Betrachtung des Menschentums findet, im Teil das Ganze. Aber er möchte die Welt nicht sehen lernen aus einer Analogie. Er ist ganz frei. Heute spürt er der Psychologie eines Schicksals nach, wie sie sich nur der Individualismus leisten kann, morgen geht er durch die Landschaft, ein einfacher Mensch durch eine Landschaft, Busgeliefert allen ihren Zufällen und Schönheiten. Am nächsten Tag nach dem Frühstück war er ver- Schwunde«. Am Anlegeplatz stieg er in den Dampfer, der von Riva nach Descenzano startete zu einer Rundfahrt über den See. Kai fuhr allein. Der Schatten des Monte Rocchetta fiel vom Horizont, das Schiff kreuzte den See, ließ immer neue Ausblicke sich öffnen, hinter Malecsine lag schncebedeckt der Monte Baldo. Um den kleinen Hafen mit Segelbooten, die eine Fuhre Steine trugen, gruppierte sich dieses Städtchen, er sah Limone, da waren wieder die Dächer, die wie zu große Mützen über das Gesicht der Häuser gerutscht waren bis zur Erde. Ein Moment: was war eigentlieh geschehen seitdem? Nicht« — and dennoch war er in die Süßigkeit dieses Sommer» getaucht, der voller Ucbei־- rascliungen war wie der See, der sich an jeder Krümmung neu auftat. In Gardone stieg Kal aus. Die Saison hatte im Mai geendet, die Hotels waren halb leer, auf der Straße traf man wenig Menschen. Am Stubilimento bagni stand ein römisches Landhaus, der Tanzpnvillon des Savoy-Palace-Hotel. Eine Jazzband hämmerte einen englischen Fox. In hellen, langen ■Sommerkleidern saßen di« Frauen, südlich and voller בצור האריז ז1הי הסיסמה׳ שעליה הכריזה עכשו ההסתדרות הציונית בגרמניה התשובה למאורעות האחרונים בארץ, הישוב הקטן בארץ - ממבחרי בנינו!ונינו עומד בשעה זו במערכת מלחמה קשה נגד אויב׳ הבא לעקור את ההל׳ מה שנבנה במשך עשרות בשנים ביגיעה ועמל רב ומתוך קרבנות גוף ונפש. לא רק את מלחמת קיום־עצמו׳ נלחם הישוב׳ אלא מלחמת ישראל׳ מלחמת היהדות כולה לתפוצותיה .. . וערבים אנו הולנו לגורלו גורלנו׳ גורל בניננו הלאומי. וחובה פסולה ומכופלת מוטלת על היהדות להחיש עזרה לאחינו הלוחמים בחזית הראשונה בארץ׳ לתמוך בידם לבל יפלו בנופלים. זכור נזכור׳ פי בהמוט השואה עלינו הם הם היו הראשונים שקבלו בזרועות פתוחות את אחינו העולים והושיטו להם יד־אחיס עוזרת במין־ביתם החדש. ירע ידע פל אחד במחננו פי בעזרה הניתנת לישוב׳ ניתנת גם הערובה לעליה חדשה׳ ד,ולך ונוצר היסוד לקליטת המונים חדשים מן הגולה׳ המצפים בכליי־ן־עינים לרגע־עליתם• וגם את זאת יש לדעת 1 לא רק לעזרה חמרית אנו קוראים׳ לא רק תרומות־כסף להקמת סופת דוד הנופלת: הקמת בתים שעלו במיוקד בידי־צד׳ נטיעת עצים שנגדעו טרם זמנם וסידור אלפי פליטים׳ המושלכים בחוצית־עיר על נשיהם וטפיהם וכר אנו באים לדרוש מכם׳ אלא גם נדבות ש ב ל ב - יקדיש כל אחד כמכסה. יום־עבודה אחד׳ והיה לנו האות׳ כי מאוחד הוא מחננו ברצון הכביר להמשיך את מפעלנו הלאומי בארץ׳ יהיה לנו האות׳ כי תנועתנו בגרמניה משתפת את עצמה שתוף ממשי בל־ימוט בגורלו של הישוב ובמלחמתו הקשה של עכשי והעתידה לבוא עד בוא הנצחץ המוחלט של דרישותינו הצודקות. חבר׳ והיה כי יתפקדו׳ אל יעדר מהומד במתנדבים בעם! Für Einwanderung und Aufbau Die Jewish Agcncv liattc im Zusammenhang mit den Ereiguisseii in P,׳!!ästin,ו ' zu einer Reihe von KundRebtnitfen im Rhciiiiand-VC'estfalen aulgerufen, die eine ungewöhnliche Resonaiu fanden. 111 Dortmund, Wuppertal, Essen und Aachen holen die Kundgebungen dasselbe Bild: Die Synagoge war bis auf den letzten Platz gefüllt. Eine ergriffene Zuhörerschaft, die ihrer Entschlossenheit Ausdruck gab, un* beirrt durch ändere Schwierigkeiten das Aufbauwerk in Palästina fortzusetzen. Dr. Hahn, der eben erst aus Palästina zurückgekehrt ist und einen Teil der Unruhen niiferlebt hat, gab ein ungewöhnlich eindrucksvolles Bild von seinen Erlebnissen lind Begegnungen in Palästina. In glücklicher Weise verband er in seinem Bericht eine Schilderung vieler bemerkenswerter Einzelheitcn mit der Aiii'/eigimg der großen Fragengebiete, die das palästinensische Lehen erfüllen. Fragen dis Gemeinschafts* iebens, des Zusammenlebens in Stadt und Land, die Kwuzah mit ihren großen Werten und ihrer ganzen Problematik, Sprache und Schule; all das war liebevoll erfaßt und lebendig übermittelt. Besonders eindrucksvoll war das Bekenntnis Dr. Hahns zu dem Geist der Religiosität, der, überall nach neuen Wegen suchend, in Palästina spürbar ist. Dr. Kanowitz beschäftigte sich mit den politischen Fragen, die hinter den Ereignissen in Palästina stehen. Er stellte die Verbindung der palästinensischen Ereignisse mit den Problemen der arabischen Bewegung und der englischen Orient-Politik dar, und gab ein anschauliches Bild von der Haltung des Jisclruw, der nicht nur für seine Position kämpft, sondern für die Offen!! altung vier Tore für eine neue und große Alijah.!das Kanipfobjekt sind nicht die 400 000 Juden Palästiiias, sondern das jüdische Volk. Das Kampffeld ist nicht nur Palästina, sondern tiie jüdische Welt. Unsere Waffen sind die Liebe, Treue und der Opfermut der Nation. Wir wollen in Palästina den Frieden und sind entschlossen, einen Weg zu suchen, der beiden Völkern ein Leben in Freiheit ermöglicht. Sommer wie die Kamelien auf den Beeten vor der ,Strandpromenade. Wie lange schon balle Kai nicht getanzt)1 Herrgoft, können diese Frauen sieh ansebmiegen, die Musik führte ihn über das Parkett, draußen bracti sieh die Sonne in tausend Farben auf dem Wasser. Er blickte sieh um in der Halle, jubelnd. Hier war das Leben wieder auf den Grundnenner von du und ich gebracht, hier war er ein guter Tänze!•, nichts weiter. Ein Gefühl unendlicher Befreiung überkam ihn. Die Jazz spielte immer noch den englisclum Fox. Er sagte zu seiner Partnerin: ״Tanto piacero di furo la sua conosicnza“. Mehr wußte er nicht in dieser Sprache: ich bin erfreut, Sie kennen zu lernen. Sie lächelte fein. Vielleicht hatte er eine Antwort erwartet. So wiederholte er ״tanto piuccre“. Da machte sie ein trauriges Gesicht. ״Je no comprcnda pas. Mais c'est que vuus sau•/,!ran!, ui •״י“ ,,Un peu“, sagte er beglückt und verlegen. Aber dann hatten sie sich auf einmal gar nichts weiter zu erzählen. Kai schloß die Augen. Niemund hier fragt ihn, wer er ist, tief atmen, Herrgott, daß man wieder jung sein kann und unbekümmert, ein Herr unbekannter Jemand, ein Gast, der seine Hotelrechnung bezahlt, ein junger Mann, der überall willkommen ist, solange er sich gut mifführt. Er begleitete sie an den Tisch, aa dem sie mit zwei filteren Damen saß. Noch einmal tanzten sie zusammen. Sie kam aus Budapest und fuhr morgen über Abbazia wieder nach Hause. Er wollte ihr etwas Liebes sagen. ״Je suis tres heurcux“, fing er an, aber er wußte nicht weiter. Sie lachte, ״Que le monde est si petit“, vollendete sie den Satz. Er schüttelte den Kopf. ,,Ich bin glücklich, daß die W’elt so groß ist“, wiederholte er. Sie verstand ihn nicht. Sptlter brachte ihn der Dampfer nordwärts. Es dunkelte, ein kühler Luftstrom stieg vom Wasser auf, auf dem Hinterdeck lärmte ein Trupp Soldaten, der von Descenzano nach Riva fuhr, junge, eben ausgehobene Rekruten. Dann sangen drei ein Lied und alles wurde still. Als Kai in die Pension kam, ließ sich Yvonne nicht mehr sehen. Es hieß, sie wBre schon zu Bett gegangen. * Ein Ingenieur, der eine Konstruktion überprüft und sieht, daß die Rechnung stimmt, und wie er es auch immer wendet; das Spie! der Zahlen geht herrlieh auf — so erlebte Kai das Gefühl der Freiheit, das ihn trunken gemacht. Din Rechnung stimmte. Er stand auf den Beinen. Er war frei. Er schlug Yvonne vor, am Abend nach Riva ins Ka ino zu fahren. Es war keine Täuschung. Sie willigte ein. (Fortsetzung folgt)

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