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Jüdische Rundschau · 1936-06-19 · Heft 49 (19.6.1936) · page 16

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
41 (1936)
Issue
Heft 49 (19.6.1936)
Date
1936-06-19
Page
– (sequence 16)
Language
German
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Seif■ 1 JODISCHE RUNDSCHAU Nfi 49, 19 VI. 1936 Vorschlag einer Konferenz Ober die arabische Frage Die orthodoxe Monatsschrift ״H a h e d“ bringt folgendes Eingesandt eines Lesers: ״Sicher haben alle recht gehabt, die schon vor langer Zeit prophezeiten, was uns bevorsteht und sich um unser Los in Palästina Sorge machten. Aber es scheint, daß selbst die gegenwärtigen furchtbaren Zeiten der palästinensischen Oeffcntlichkeit nicht die Augen geöffnet haben und daß sie nicht begreift, daß die Frage aller Fragen vernachlässigt worden ist und noch ihrer Lösung harrt. Noch klingen in meinen Ohren die Worte eines füllrenden allgemeinen Zionisten in Jerusalem, zwei Tage vor Beginn der Unruhen: ,Für mich gibt es keine Araberfrage, für mich gibt es mir eine Judenfrage‘. Ob wir es nun wollen oder nicht, das Schicksal stellt uns in Palästina und in den umgebenden Ländern einander gegenüber, Juden und Araber. Und das Problem der Beziehungen ־zwischen den beiden Nachbarvölkern ist das entscheidende Problem, und im selben Maße, in dem wir uns wahrhaft bemühen, hier einen ehrenvollen Ausweg zu finden, kommen wir unserer wirklichen Erlösung näher. Man muß einen umfassenden Aktionsplan auf realistischer Grundlage ausarbeiten und sich ihm entsprechend in wirtschaftlichen und politischen Fragen verhalten. Alle, die sich für diese Frage interessieren, sollen in einer Landeskonferenz Zusammentreffen, die Vertreter der Parteien und hervorragende Mitglieder des alten und neuen Jischuw umfassen soll, die das Verständnis, das Interesse, die Verbindungen und die seelische Kraft haben, sich mit der Lösung dieses Grundproblems unseres neuen Lebens in Palästina zu befassen. Trotz unserer Verbittcrung und unseres Zornes wegen des Geschehenen wird der Jischuw als Abkömmling eines Kulturvolkes von vielartiger Vergangenheit es verstellen, seinen Zorn wegen aller Untaten zu überwinden und alle Anstrengungen machen, zu einen! ehrenvollen Zusammenleben aller Einwohner des Landes zu kommen,“ Flüchtlingskinder Aus Tel-Awiw wird uns geschrieben: lieber die Kinder der aus Jaffa nach Tel-Awiw geflüchteten, meist orientalischen Juden schreibt der ״Dawar“: Die Flüchtlingslager zeigen uns, wie wenig wir uns bisher um die orienlalisehen Juden gekümmert haben. Nie haben wir gewußt, wie tief der Abgrund ist, der uns von ihnen trennt. Vir wiesen jetzt, daß es lins kaum möglich sein wird, einen großen Einfluß auf die orientalischen Massen zu erlangen und ihr Leben zu reformieren. Um so wichtiger aber wird für uns das junge Geschlecht. Hier haben wir Aussicht auf!erfolg und hier muß unsere Tätigkeit 1111gesäumt cinwl/cn. I 100 von den Fhichtlmgskindeni besuchen die Si lulle nicht. Aber diese Zahl ist nicht ganz genau und cs können auch AldO sein. Vir müssen sie der Schule Zufuhren. Und dabei muß uns klar sein, daß wir auch damit nur einen Teil des Problems lösen, denn cs gibt viele Kinder in gleicher Lage in Jerusalem und in Tiberias. Allen Kindern ist eines gemeinsam: sie haben in ihrem Leben noch nicht viel Liebe und Sorgfalt erfahren. Viele von ihnen!lassen die Welt der Erwachsenen, die mit Gewalt und ohne Liehe gegen sie vorgeht. Ein jemenitischer Junge äußerte sicli bitter über die aschkenasischen Juden, von denen er nur Schreien und Schelten erfahren hat. Sie seien schlimmer als die Araber, meinte er. Auch in der Schule gefällt es den Kindern, die so glücklich gewesen sind, dorthin zu kommen, nicht. Sie spüren bei den Lehrern Fremdheit und auch wohl Mißachtung gegen dits orientalische Kind.' Viele versuchen die Schule zu schwänzen. Der wahre Erzieher dieser Kinder ist die Straße. Das Publikum nimmt diese Tatsache hin, ohne sich über die Folgen Gedanken zu machen. Man müßte eine Vorbcrcitungssclmle für aüe diese Kinder errichten und sie dann erst später in die allgemeine Schule überführen. In der Freizeit müßte man sie in Kinderklubs versammeln. Große Kinder sollte man teils aufs Dorf zur Landarbeit bringen, teils in den Städten zum Handwerk erziehen. Chaluz-Organisation in Damaskus Aus Tel-Awiw wird uns geschrieben: Der ״Dawar“ berichtet: Die l.age der Juden in Damaskus hat sich seit 11 cm syrischen Streik verschlechtert, obgleich sich die Juden ihm angeschlossen hatten. Die Gegnerschaft gegen die Juden ist groß, und diese Tatsache stärkt den Zionism!!' in S\ ricii. Noch vor zehn bis zwölf Jahren wohnten in 1 )amasl-iis zehntausend Juden, jetzt ist ihre Zahl auf ■IU'0 gi senken. Die größte In-tüiition ist die Allianz-Schule, in der S'tO Kinder erzogen werden, im jüdischen Ghetto spürt man sofort den neuen. Zug, den der Chaluz in das Leben dort gebracht hat, das bisher zwischen französischer und arabischer Assimilation schwankte. Im Klub ״Der junge Chaluz“ hört man lebendiges Hebräisch, dort ist ein enger Kontakt mit dem Leben ' Palästinas und den Bestrebungen der Kibbuz- Bewegung. Die Vande schmücken Biider aus Palästina, es gibt eine Wandzeitung und National Sonds-Karten. ■10 bis 50 Knaben und Mädchen im Alter von 10 bis 10 Jahren sind hier versammelt. Diese Kinder müssen meist den Tag über für geringen Lohn arbeiten, um ihren Familien zu helfen, und nach einem solchen schweren Arbeitstag kommen sie in den Klub, lernen Hebräisch, informieren sich über Palästina und machen auch zuweilen Ausflüge. Die orientalische Umgebung und Tradition stellt diese Chaluzbewegung vor außertcwöhnliche Schwierigkeiten. Ein Mädchen klagt, daß die Hern es schon verlobt hätten, und wenn es nicht in diesem Jahre als Vierzehnjährige noch nach Palästina käme, würde es verheiratet werden und wäre damit für die Bewegung verloren. Groß ist das Verlangen nach einem engeren Kontakt mit Palästina durch Besuche von Palästinensern, durch Bücher- und Zeitschriftensendungen. Die Arbeit des KKL London, 15. Juni. (JTA.) Wie der Jüdische •Nationalfonds mittcilt, betrugen die Einnahmen des Fonds in den sieben Monaten bis Ende April 1936 202 166 Pfund, was gegenüber dem gleichen Zeitraum des vergangenen Jahres, in dem 176 051 Pfund gesammelt wurden, eine Steigerung um 25 215 Pfund oder rund 15 °/0 bedeutet. Berücksichtigt man, daß die gesamten Jahreseingänge im vergangenen Jahr 348 000 Pfund betrugen, so ist zu erwarten, daß im laufenden Jahr das Ergebnis 400 000 Pfund übersteigen wird. Zu den bisherigen Eingängen haben die Vereinigten Staaten 58 183, England 34 275, Polen 18 6-13, Palästina 16 350 und Südafrika 15 913 Pfund beigetragen. Jerusalem, 14. Juni. (JTA.) Der Jüdische Nationalfonds gibt bekannt, daß bisher in seinen Wäldern 38 000 Bäume vernichtet wurden. Er richtet an die Juden der Welt die Aufforderung, durch eine Sondersammlung zur Pflanzung von 100 000 neuen Bäumen die Antwort auf Der Typus der gemischten Wirtschaft . 111 der Zeitschrift ״ Büsten ai“ macht M. $ m i I a n s k i einen Vorschlag für die An Siedlung von Einwanderern in landwirtschaftlichen Betrieben, die auf dem Prinzip der gemischten Wirtschaft aufgebaut sein sollen: Die bisherigen Versuche in gemischter Wirt- Schaft waren meist unvollkommen. Ein Betrieb, der zwei oder drei Zweige der Landwirtschaft umfaßt, verdient noch nicht die Bezeichnung ״gemischt“. Eine wirkliche Wirtschaft dieser Art müßte,so aufgebaut sein, daß in ihr Kauf und Verkauf nur eine minimale Rolle spielt. So müßte die Produktion sehr vielfaltig sein. Eine solche Wirtschaft braucht nicht sehr viel Boden. Wir können dabei die Bedürfnisse unserer Siedler nicht auf einen chinesischen Standard herunterschrauben, aber trotzdem dürften 25 Dunam bewässerbaren Bodens genügen, um das hervorzubringen, was zur Ernährung einer Familie nötig ist. Von dieser Fläche sollte ein Dunam für Gebäude verwandt werden, ein Dunam für Wege, drei Dunam für Gemüse (es gibt davon jetzt 30 Arten in Palästina), 10 Dunam für Futter, 10 Dunam für Obstbäume (darunter wenig Citruspflanzen) und Trauben. In Kriegszeiten könnte man auch fünf Dunam Weizen säen, die für die Familie ausrelchcn würden. Die ganze Fläche müßte künstlich bewässert werden. Eine wichtige Bedingung für das Gelingen dieses Siedlungstypus ist, daß er nicht durch kurzfristige Schulden belastet ist. Bei drückenden Schulden läßt sich keine gemischte Wirtschaft aufrechterhalten, denn der Siedler ist gezwungen, den Wirtschaftszweig, der hohe Gewinne verspricht, zu kulfNrNaf« Sud, die anderen Zweige zu vernachlässigen. Und daß die EN»«ftigkeit eines Betriebes sein Unglück ist, das haben wir schon 2ur Zeit des Tabaks erfahren, wir konnten es daun wieder bei den Orangen lernen, und wir werden es wieder an den Eiern und an der Milch erfahren. Für die Errichtung einer solchen Wirtschaft braucht man etwa 1400 Pfund. Diese Summe ermöglicht die Ansiedlung, wenn sehr wenig Geld in Gebäuden investiert wird, die leider in letzter Zeit häufig einen allzu großen Teil des verfügbaren Oeldes verschlungen haben. 25 Dunam guter Boden können 300 Pfund kosten. Die Gebäude sollten nicht mehr als 200 Pfund kosten. Für Bewässerungs- und Sprenganlagen muß man weitere 300 Pfund rechnen, für die Ernährung des Siedlers bis zu ausreichenden Ernten 100 Pfund, lebendes Inventar 100 Pfund, Vorbereitung des Bodens, Kosten der Bepflanzung, Einzäuinimg, totes InventaF usw. 300 Pfund, Steuern und allgemeine Ausgaben 100 Pfund. Das Qeld kann ganz vom Siedler stammen (es gibt hier viele Menschen, die über Mittel in dieser Höhe verfügen), es kann aber auch zum Teil vom Keren Kajemeth, zum andern Teil vom Keren Hajessod zur Verfügung gestellt werden, bei einer geringen Beteiligurg von seiten des Siedlers. Auch private Gesellschaften könnten für Gebäude und Wasser zu günstigen Bedingungen sorgen. Smilanski schlägt vor, den Versuch zu machen und eine solche Siedlung für 100 Familien zu gründen. Ausstellung der Gebrauchsgraphiker Von Dr. Karl Schwarz, Direktor des Museums Tel-Awiw Im Rahmen der Messe hat der vor einigen Monaten begründete Verband der Gebrauchsgraphiker Palästinas •— allerdings erst sehr verspätet — seine erste A usstellung veranstaltet. Die von 21 Künstlern beschickte Ausstellung weist einen der erfreulichsten künstlerischen Fortschritte unseres Landes auf, da sowohl durch eine Reihe tüchtiger und tatkräftiger Fachleute und Künstler ein bis vor noch nicht gar zu langer Zeit völlig vernachlässigtes Gebiet für Palästina neu erschlossen als auch durch das zielbewulite Vorgehen des Verbandes eine Künstlergemeinschaft gegründet ist, die die professionellen Interessen der Künstler wahrt. Während in früheren Jahren allgemein nur kleinere Betriebe existierten, die für .den Tagesbedarf arbeiteten und einer Reklame nur wenig bedurften, haben sich die Verhältnisse durch das rapide Wachstum der Industrie, Handel und Gewerbe wesentlich geändert. Die sich immer mehr ausdehnenden und ihre Produktionsfähigkeit steigernden Großbetriebe müssen sich neue Absatzgebiete sichern, die Konkurrenz ruft zu größerer Aktivität auf und der .nicht mehr persönlich zu erfassende Abnehmerkreis muß durch neue Mittel geworben werden. Was also in anderen Ländern schon seit langem eine Selbstverständlichkeit war, ist nun auch eine aktuelle Frage für Palästina geworden. Und es spielt sich nunmehr eine interessante Wechselwirkung ab: die Nachfrage schafft die Bedingungen und das Angebot erhöht den Bedarf. Man kann heute natürlich noch nicht von einer Tozeret Haarez-Kunst auf dem Gebiete der Gebrauchsgraphik sprechen, da das bisher Geschaffene noch starke Anlehnung an auswärtige Vorbilder auf weist, doch darauf kommt es vorläufig noch gar nicht an. Wichtig ist vielmehr die künstlerische Produktion als solche, die Begründung einer technisch guten Werkkunst und die damit verbundene Hebung des allgemeinen Geschmackes. Einen nicht unerheblichen Anteil an der Entwicklung der Werbegraphik hat die M e s s e 1 e i t u n g selbst, die durch ihre Plakate und Broschüren Ausgezeichnetes leistet. Die Arbeiten von Oskar Lachs, der aas Plakat der diesjährigen Messe, sowie das der vorjährigen Bialik-Ausstellung geschaffen und die Ausgestaltung des hier vor kurzem eingehend besprochenen Touristenheftes überwacht hat, haben einen persönliehen Stil. Auch Franz Krauß, von dem hier ein neues Plakat für die erste Palästina-Brauerei Eagle-Bier auffällt, gehört zu den führenden Künstlern. Rudi Deutsch, dessen Name bereits in Deutschland bekannt war, hat besonders gute Signets und Packungen geschaffen, E. B e r 1 i n - J o e I ein wirkungsvolles Plakat für die Haifaer Brotfabrik Lechem- Chai. Gute Schokoladenpackungen für Lieber lieferte Alex R u s s o t a und G i 1 b o a für die pharmazeutischen Präparate von Zori. Ein wichtiges Gebiet ist die Schaffung von Briefbogen, Drucksachen, Prospekten, Werbemarken, Aktienformularen usw. Hierfür wären u. a. Hanna Aharoni, Schneuer und vor allem Sch. Rubin zu nennen. Wir wollen hier nicht eine vollständige Aufzählung und einzelne Wertung vornehmen. Das Gesagte wird geniigen, um die Aktivität unserer Künstler und die Wichtigkeit ihrer Tätigkeit zu beweisen. Der Verband, der sich die Ueberwachung von Preisausschreiben, Preisgestaltung und der Standesinteressen zur Aufgabe gemacht hat, wird die Bemühungen unserer Gebrauchsgraphiker zu fördern wissen, denen noch ein weites Feld offensteht. •diese Akte des Vandalismus zu 'dt'ben. Die Sammlung soll am 10. und 11. Juli, den Todestagen Theodor Herzls und Chaim Nachman Bialiks, durchgeführt Werden. Die wirtschaftliche Entwicklung Palästinas. Ein Sonderheft der französisch-jüdischen Zeitschrift ״Cahiers Juifs“, dessen Erscheinen an dieser Stelle bereits angekündigt wurde, geht in seiner Bedeutung über den Charakter einer Sondernummer der Zeitschrift hinaus. Es ist ein Buch von 450 Seiten, in dem in einer Reihe von — zum Teil ausgezeichneten — Beiträgen die gesamte wirtschaftliche Entwicklung Palästinas in der Nachkriegszeit und insbesondere seit dem Beginn der Prosperity einer gründlichen Untersuchung unterzogen werden. Das Werk wird unter der Patronage des Comites France-Paicstine und des Comite de la Foire du Levant de Tel Aviv herausgegeben und soll im Hinblick auf die Tcl-Awiwcr Messe die — zum großen Teil über Pa- Listinafragen sehr ununterrichtete — französische Oeffentliclikeit über den wirtschaftlichen Aufschwung Palästinas und seine Zukunftsmöglichkcitcn unterrichten. In Untersuchungen aus der Feder von Sachkennern werden die einzelnen Seiten des palästinensischen Wirtschaftslebens: Land und Volk, Land- Wirtschaft, Industrie, Arbeit, Handel, Transportwesen und Touristik, Banken und öffentliche Finanzen, die Gesetz- 6ebung sowie die Fonds besprochen und zum Schluß ein eberblick über die wirtschaftlichen und politischen Folgen der vier Jahre Prosperity und der jüdischer! Masseneinwanderung nach Palästina gegeben. Von den zahlreichen interessanten Beiträgen des Buches, das durch einen Vorsprucb von Prof. W e i z m a n n eingeleitet wird, heben wir die landwirtschaftlichen Aufsätze von Volcani und Ettingcr, den Bericht über die Industrialisierung Palästinas von Horovitz, eine ausgezeichnete Untersuchung der Bauindustrie von Naphtali, interessante Besprechungen der palästinensischen Außenhandelsfragen von Vegrines und des inneren Warenaustausches von Cyderovitsch und schließlich einen zusammenfassenden Aufsatz von H. Frumkin über die Ergebnisse der Prosperity hervor. Das Buch bringt ein meist bis Ende 1935 durchgeführtes statistisches Material. E. K. WER HAT DIESES LAND ERWORBEN? DEIN TÄGLICHES FÜNFPFENNIGSTÜCK Wie koche ich In Palästina? Daß das Kochen eine Notwendigkeit ist, hat noch niemand bestritten; daß es aber ein Vergnügen sei, werden die hrteistfcn Hausfrauen nicht zugeben wollen. Diese alle habe ich im Verdacht, daß sie das neue, hübsche und vergnügliche Buch noch nicht besitzen, das Dr. Erna Meyer soeben für die Histadruth Nashim Zionioth (die Palästina-Federation der Wizo) herausgegeben hat. (Erschienen bei der Palestinc Publishing Comp. Tel Aviv; zu bestellen durch die Wizobüros.) Man müßte zunächst in Ada Fischmans Buch aus den ersten Tagen der Gemeinschaftsküchen nachlesen, welche Plage und welche Unmöglichkeit es vor 20 Jahren bedeutete, in Erez Israel gesund und billig zu kochen, und wieviele von unseren besten jungen Kräften infolge schlechter Ernährung verloren gingen — und dann in Erna Meyers Buch nachschlagen, welche Fülle von guten, schmackhaften Dingen, vitaminreichen Speisen man aus den gleichen Zutaten bereiten kann, die einst (in unzulänglicher Verarbeitung) der Schrecken schwer abgearbeiteter Menschen waren. ״Nicht w a s wir kochen, sondern w i e wir’s kochen“ — das zeigt uns dieses Buch in unterhaltsamer Weise. Es gab einige Anfänge in Palästina, um die Landesprodukte vielfältig und gut zu bereiten, und die kleinen Kochhefte der Wizo sind ein erster Schritt aut diesem Wege. Doch hier *ist eine solche Fülle guter und nützlicher Dinge außer den Kochrezepten zusammengebracht, ist eine so vielseifige Verwendung alles dessen, was jüdischer Boden und jüdische Industrie erzeugen, vorgeführt, ist alles mit so hübscher Ausstattung und gutem Humor der jungen und der alten, der alteingesessenen und der neu zugewanderten Hausfrau ins Haus gebracht, daß man wirklich sagen kann: ״Lerne kochen, ohne zu klagen“. Es soll nicht verschwiegen werden, daß für ungeübte Hausfrauen die reizenden Zeichnungen für praktische Handgriffe eine Fundgrube darstellen — die vielen kleinen Kochwinke vielleicht des Rätsels Lösung für vieles schmerzliches Mißlingen. Der Primus, der Elektroherd, der ״Perfektion“ — sie alle werden zu Freunden, wenn man ihre Handhabung bei Erna Meyer nachliest. Hygiene der Küche — einstmals der Schrecken der modernen Hausfrau, weil hier ziemlich unbekannt — ist in so freundlicher Weise beschrieben, daß ich glaube, nirgends mehr eine Fliege oder ein unhygienisch gewaschenes Obst vorfinden zu können. Alle diese kleinen Dinge aber verbergen einen tiefen Ernst: die Erhaltung der Familie und der Gemeinschaft durch gesunde, anregende, dem Klima und dem Geldbeutel angemessene Kost, — die Erhaltung der guten Laune in bösen Zeiten durch freundliche und hübsche Dinge, die man nicht zu konstatieren, sondern nur gefühlsmäßig zu erfassen braucht. Nanny Marguli es-Auerbach Auf PICA-Boden bei K a r k u r wurde Wasser entdeckt. Die neue Quelle wird nach Deshana geleitet werden, wo die bestehende Wasserversorgung ungenügend ist. ' Die neue Mole in Tel-Awiw ist bereits 93 m lang. Jetzt dritte BUchsen-Leerung KEREN KAJEMETH LEJISRAEL Berlin W15, MalnakaalraBa 10, Poatachtck: Berlin 232 47 Berichtigung. Der von uns in Nr. 48 zitierte Artikel aus dem ״Boustenai“ zur Frage der Berichterstattung über die Unruhen stammte nicht von Mosche Smilanski, sondern war d. j. gezeichnet. (Schluß des Palästina-Teils) ■ für Treppen, Laden, Anschläge kostenlos Großes Lager in Cocos-, hIhB^98C■ GUR■■ Zimmer und Küchen la Refer. / Gegr. 1892 Boucle-11. Velourläufern PritxSteehr Memhardstr. IS trOhere MUnzstr. 17 ES Berolina 1288-67

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