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Jüdische Rundschau · 1936-06-19 · Heft 49 (19.6.1936) · page 14

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
41 (1936)
Issue
Heft 49 (19.6.1936)
Date
1936-06-19
Page
– (sequence 14)
Language
German
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S«ite 14 JÜDISCHE RUNDSCHAU Nr. 49, 19. VI. 1936 Der arabisch-jüdische Vertrag von 1919 Ausgerodete Bäume Im Laufe der vorigen Nacht sind auf einer Flache von 200 I )׳.in,-1m in jiiilkchen Orangerien im P e t a c h - T i k w a e r Bezirk 10(HX) Bäume ausgerodet worden. Dies bringt die Zahl der in den letzten drei Tagen in dieser Gegend vernichk'ten Obstbüimie auf über 25 000. Die betroffenen Orangerien grenzen .111 das arabische Dorf Rantia. Das arabische Dorf Rabamia in der Nähe von Haifa wurde wegen Ausrodung von Obsthäumen in Joknaeam mit einer Kollektivstrafe von £ 300 belegt. ־ Auf Anordnung der Polizei haben jüdische Orangerien- Besitzer in Uhedera arabische Wächter entlassen, welche im Verdacht stellen, den Terroristen Signale gegeben zu haben. An ihre Stelle treten 30 jüdische Wächter. Laden-Eröffnung in Haifa verfügt Der Bezirkskommissar von Haifa hat kraft der Befugnlsse, welche ihm laut den Notstandsbestimmungen zustehen, die Wiedereröffnung der arabischen Läden am Alten Markt und in den Allenby- und Jaffa-Straßen in Haifa angeordnet. Neue Verhaftungen Heute wurden 15 arabische Agitatoren ins Konzentrations- Jager in Sarafcnd ein geliefert. Unter ihnen befindet sieh Hassan Abu S a h 11 d, Vorsitzender des moslemischen religiösen Gerichts, welcher in den Unruhen von 1029 eine führende Rolle spielte. 1 >iv arabischen Zeitungen sind heute zum großfen Teil wieder erschienen, nachdem sie zehn Tage lang eingestellt waren. Altstadt-Sanierung in Jaffa Ein Militärflugzeug streute heute in den Straßen von Jaffa eine amtliche Ankündigung aus, in der bek.annigegebcn wird, daß Abteilungen des Genie-Korps demnächst in bestimmten Straßen der Altstadt Arbeiten in Angriff nehmen werden. Die Einwohner werden angewiesen, ihre Häuser unverzüglich zu räumen; widrigenfalls erfolgt ihre zwangsweise Räumung durch Militär. Die Regierung verspricht, neue Viertel zu bauen und die Hausbesitzer zu entschädigen. Die Altstadt in Jaffa bildet ein Labyrinth enger Gäßchen, deren Ueberwachung durch die Polizei erhebliche Schwierigkeiten bietet. Die Arbeiten laeginncn am 18. Juni. 70 Häuser sollen geräumt werden, darunter eine Anzahl von Gebäuden, welche Juden gehören, einschließlich des Hauses, in dem vor 50 Jahren der britische Konsul Chaim Amzalek lebte und König Georg V. von England als junger Prinz während seines Aufenthaltes in Palästina wohnte. Ein Bataillon Truppen und mehrere Tanks sind in Jaffa konzentriert. Friedhofschändung in Safed Heute abend wurden auf dem alten hriedhof bei Safed 20 Gräber geschändet. Auf dem Friedhof befinden sich die der Judvnhcit heiligen (iräber des Propheten Hosea, .des Pinchas ben Jair, des Kabbalisten Ar! Hakodosch samt seinen Schülern. Joseph Karos und anderer. Hilfe für die Unruhe-Opfer Im Tel-AwtwcT Rathaus wurde heute abend eine Beratung über konstruktive Hilfe für die Opfer der Unruhen abgehalten, an der sich Vertreter der nationalen Institutionen beteiligten. Dizcngoff, Ben Zw! und Perclson sprachen über die Notwendigkeit einer Aktion 7ur Aufbringung von Mitteln für Hilfeleistung an die Fluchtlinge durch Ansiediniig, Gewährung von Anleihen und sovinle Hilfe. Fs wurde darauf hingewiesen, daß die Regierung bisher auf die Forderungen betreffend die Zahlung von Ent- Schädigung und Hilfe für die ■Mittellosen keine Antwort erteilt hat. Fs wurde beschlossen, ein Manifest an den ] 1־ sch uw heraus/ugebt1». Es besteht die Hoffnung, in Tcl-Awiw allein £ 50000 für diesen Zweck aufzubringen. Jerusalem, 17. Juni. (Paleor) Schüsse in der Nacht Während der Nacht wurden auf M o z a, Ramat- Rachel bet Jerusalem, R a in a t ־ H a k o v c s c h bet Kfar Sahn, ctm ie andere jüdische Siedlungen Schüsse abgefeuert, ln M i s c It m a r II au 111 e k stießen Wächter, welche die Runde mm liti-11, auf tune Gruppe bewaffneter Araber; es folgte ein k'tigclwi'i It-el, nob«.׳! die Araber den kürzeren zogen. Die Wächter und Polizei verfolgten die Bande, bis sie in den Bet,;et! verschwand. In ßet-Uhanan wurde der Packraum in Brand gesteckt. Auf die Siedlung amerikanischer Zionist!r, Cht׳ rtit feuerten Araber, welche sich in den alten, com Kriege fterrtihrendeti Schützengräben versteckt hielten, nifhrere Schüsse ab, 111 dem Kinderhaus wurden die Scheiben ,׳etliitmmerl; getroffen wurde niemand. Hilfspolizisten schlugen die Angreifer in Flucht. An der Schwelle des Hauses des Rechtsanwalts Abraham i.evin in der Abessinienstraße in Jerusalem wurde eine Bombe gefunden, welche jedoch nicht explodierte. Jerusalem, 18. Juni, mittags. (JTA.) Wieder ein jüdisches Opfer Der vor einigen Tajen von Arabern durch Schüsse aus dem Hinterhalt schwer verwundete Chauffeur eines Milchaufos der Produktionsgenossenschaft ״T'nuwa“, ■Abraham Ben Jehuda. ist am 18. Juni seinen Verletzungen erlegen. Der Feuerüberfall auf das Milchauto erfolgte auf der Straße zwischen Jerusalem und Ata rot. Ben Jehuda, der 42 Jahre alt war, stammte aus Sosnowice (Polen). Ein Schreiben Wauchopes ln Beantwortung eines Schreibens, das der Beamte der Forstverwaltung des Keren Kajemeth, Weitz, an High Commissioncr Sir Arthur Wauchope über die Verwüstungen in dem Nationalfondswald bei Mischmar Haemek gerichtet hat, schrieb der High Commissioncr an Weitz einen Brief, in dem es heißt: ״Sie können versichert sein, daß die Palästina-Regierung alles, was möglich ist, tun wird, um weitere Akte böswilliger Zerstörung zu verhüten und Frieden und Ordnung wieder herzusteilen. Ich will hoffen, daß es nicht mehr lange dauern wird, bis das Zerstören aufhört und das Pflanzen wieder beginnt. Ich möchte sagen: Möge der Baum der Verständigung wachsen.“ Die ״FrankfurterZeitung“ vom 18. Juni veröffentlicht einen Artikel ihres Kairoer Korrespondenten über den arabisch-zionistischen. Vertrag von 1919 zwischen Emir Fais a! und Dr. Wcizmann. Die orientalische Presse komme zu dem Schluß, daß dieser Vertrag der Beweis für die Fehler der britischen Palästinapolitik sei. Es sei zu spät und daher müßig, über den vertraglich festgelegten Willen der beiden Völker, miteinander zu leben und zu 'arbeiten, zu debattieren, wenn dieser gute Wille im Interesse der Machtposition eines Dritten durch die einseitige Nichterfüllung der Verträge und Versprechungen zerstört und in Unfrieden verwandelt worden sei. Demgegenüber glauben vereinzelte arabische Stimmen, daß der in diesem Vertrag gegebene Weg immer noch beschreitbar sei. Zu diesem Zwecke müßte Palästina zu einem unabhängigen Staatswesen erklärt und eine gemischte jüdischarabische Kommission gebildet werden, die, frei von britischem Einfluß, über das Schicksal des Landes entscheiden könnte. Hierzu müßte die Erklärung der vollständigen Unabhängigkeit Svricns und die Bewilligung der ägyptischen Forderungen treten. * In einem Leitartikel des ״Haare/״ vom 12. Juni wird zur Veröffentlichung des Weizmann-Feisal-Vertrages Stellung?׳enommen. Der Verfasser meint, daß die Araber sich in den etzten Jahren auf die Zusagen des englischen Oberkommissars in Aegypten während des Krieges, Mac-Mahon, berufen, jedoch sich hüten, dieses Dokument, das sich in ihren Händen befindet, zu veröffentlichen, weil — was aus der Inhaltsangabe eines amerikanischen Journalisten, der dieses Dokument gelesen hat, hervorgeht — sein Inhalt nichts gegen die Balfour- Deklaration aussagt und die zionistische Tätigkeit in Palästina nicht ausschließt. Andererseits sind Beweise vorhanden, daß die arabischen Führer dem Aufbau einer nationalen Heimstatte in Palästina damals nicht gegnerisch gegenübersfanden. Unruhige Tage im Jordantal In ״N i w hakwuza“ schreibt J. B. (araz) von der Kwuza Degania über den Zustand im jordantale während der Unruhen: ,,Hat sich überhaupt etwas geändert? Die Beduinenfrauen halten noch immer Nachlese auf den Feldern der Juden, nehmen erlaubt oder unerlaubt Kartoffeln und satnmein Akazienzweige. Die jüdischen Wirtschaften versorgen die Beduinen fast das ganze Jahr über mit Heizmaterial. Was hat sich also geändert? Drei Araber baten bei uns um Bin״ men. Ein Araber kam, um bei uns minderwertige Tomaten zu kaufen. Es ist alles wie früher, und doch spürt man die Spannung, ln dem Nachbarort Zcmach sind alle Läden geschlossen. Arabische Agitatoren aus den Städten sind dort aufgetaucht, und ihren Worten glauben diese Araber, die schon Jahrzehnte ünserc Nachbarn sind. Schon seit einem halben Jahr kommt täglich ein Araber zu uns, um für einen arabischen Regierungsbeamten Milch zu holen. Er fühlte sich hei uns wie zu Hause; aber an einem der letzten Tage berichtete er seinem Herrn, man habe ihn diesmal nicht in den Stall gelassen. Der Beamte dachte äugenscheinlich, man habe die Milch vergiftet, und es begann sofort eine Untersuchung. Die Sache klärte sich als ein harmloser Zufall auf. Aber inzwischen hatte das Gerücht sich der Angelegenheit bemächtigt und durchzog das ganze Dorf. In einen benachbarten Kibbuz 11#>Kinereth kam vor einigen- Tagen ein Araber, der dem Kibbuz seit langem Sand zum Bau verkaufte. Er brachte einen zweiten Araber mit sich, den er draußen auf der Landstraße warten ließ. Der erste Kleine Haifaer Chronik So schwer die äußere Situation in diesen Tagen der gegen Leben und Eigentum des jüdischen Volkes in Palästina gerichteten Gewalttaten auch auf uns lastet, und so sehr die tägliche Arbeit auch in Stadt und Land behindert ist, gibt es doch nirgends im jüdischen Sektor des Landes einen Stillstand. Ueberah geht neben dem gegenwärtigen unnormalen Zustand das normale Leben weiter. So wie fast täglich die Schiffe neue Menschen ins Land bringen, entstehen überall neue Werke, werden neue Positionen besetzt. In Haifa ist die Bautätigkeit auch im arabischen Sektor trotz des Streiks nicht eingestellt. Am Kingsway und im Hafengelände ruht die Arbeit keinen Tag. Ein neues repräsentatives üeschüfisvierte! entsteht am Hafen, rnit großen Büro- und Lagerhäusern, an dem Araber und Juden beteiligt sind. Die Regierung hat begonnen, den neuen Zen trafb a h n h o f Haifas ebendort am Ausgang des jüdischen Merkas Mischari zu errichten, und Ende 193b sollen die Stationsgebäude fertig sein, dem Stil der Umgebung angepaßt, also nicht so trostlos wie die bisherigen palästinensischen Bahnhofsgebäude und Anlagen. Ha dar Hakarm ei dehnt sich auch in diesen Tagen aus, neue Straßen entstehen in den vom Zentrum weiter entfernten Teilen, bald ist die direkte Verbindung zwischen Hadar Hakarme! und dem Kartnel hergestellt, die Häuser rücken weiter den Abhang des Karmel herauf. Zwei neue große Schulgebäude, eines der Alliance gehörig, das andere der Agency, stehen vor der Vollendung׳. Im Stadtteil Bath-Galim ist das Strandkasino eröffnet, ein großstädtisches Unternehmen, und der Strand wird auf Grund einer Konzession der Regierung an den Waad von Bath-Galim weiter ausgebaut. Auf dem Karmel entstehen neue Wege, die schöne Spaziergänge ermöglichen. Hier baut die P. L. D. C. auf dem französischen Karmel zur Entwicklung einer neuen Schchikunath Hatischbi (nach dem Propheten Eiiah benannt) und in Carmclia, zwischen Karmel und dem Achusah, neue Erschließungsstraßen. In den jüdischen Siedlungspunkten der Umg e b u n g wird weiter gearbeitet, ln der Siedlung N a 11 a r i a h, nördlich von Akko, die viele Touristen aus Deutschland in dieser Saison besucht haben, gab es bisher keine Zwischenfälle. Die Siedlung wird weiter planmäßig entwickelt. Die Umschichtung der Akademiker in Landwirte ist gelungen, die Tatsache zeigt uns, daß die Siedlung für ihre Produkte auf der Ausstellung in Tcl-Awiw einen Sonderpreis erhalten hat, den außer ihr nur noch die älteste landwirtschaftliche Schule des Landes, Mikweh Israel, bekam. In Nahariah wird jetzt mit dem Ausbau des Strandes begonnen, die Straße, die Siedlung und Strand verbindet, ist fertiggestellt, die für den Schwimm- und Sportbetrieb notwendigen Einrichtungen sind getroffen. Ein Teil der jüdischen Bevölkerung, die Akko Bekannt sind vor allem der Brief von F e 1' s a 1 an Professor Frankfurter, und der Vertrag von Feisai mit Weizmann. Und ment nur Feisa! allein, sondern auch sein Bruder, der Emir Abdul la von Transjordanien, teilte diese Meinung, und eine der Hauptbedingungen, die er bei seiner Einsetzung als Emir von Transjordanien akzeptierte, war sein vollständiges Einverständnis mit der zionistischen Tätigkeit. Auch der Gedanke, Palästina in zwei Kantone zu teilen, der ja auch eine indirekte Anerkennung des Gedankens der nationalen Heim- Stätte enthält, stammt nicht von jüdischer, sondern von arabischer Seite. Wenn der Vertrag zwischen Feisat und Weizmann in den letzten 17 Jahren ein toter Buchstabe geblieben ist und jetzt erst aus dem Staube der Archive hervorgeholt werden mußte, so hat er auch heute noch einen sehr großen und aktuellen Wert, in diesem Dokument ist nämlich der einzige Weg zur Lösung des jüdischarabisehen Problems vorgezeichiiet. Beide Partner sprechen im Namen der beiden Völker, die sie vertreten, und wollen in diesem Vertrag die freundschaftlichen Beziehungen der beiden rassisch verwandten Völker festlegen. Es scheint, daß nach den Ereignissen dieser acht Wochen eine solche Sprache nicht mehr angebracht ist. Aber gerade jetzt ist es angebracht zu zeigen, daß die wirklichen arabischen Führer die Lösung dieses Problems sich anders vorgestellt haben. Vielleicht ist es auch heute, nach 17 Jahren, noch nicht zu spät, auf diesen alten Weg zurückzukommen. * In einer Zuschrift an den ״News Chronidc״ weist Lloyd George die von arabischer Seite in! Zusammenhang mit der Veröffentlichung des Freundschaftsvertrages Weizmanns mit Emir Feisai gegen Oberst Lawrence, der der aufrichtigste Freund der Araber gewesen sei, gerichtete Verdächtigung, daß er die Randbemerkung Feisals bei der Uebersetzung gefälscht habe, zurück. Araber aß im Kibbuz zu Mittag; inzwischen aber riß dem zweiten auf der Landstraße die Geduld und er benachrichtigte die Polizei in Zcmach, daß sein Freund nicht aus dem Kibbuz zurückgekehrt sei. Die Polizei kam und fand den Araber beim Essen! — Junge Leute aus Zcmach griffen in der Nähe von Kennereth ein jüdisches Auto an, in dem' Leute aus Degania fuhren. Dem Auto gelang es, ihnen auszuweichen, und die Sache wurde der Polizei in Zcmach. und in Tiberias gemeldet. Die Polizei verhaftete fünf der Uebeltäter und man lud uns als Zeugen vor. Aber auf unserem Wege zur Polizei kamen uns Notabein des Dorfes Zcmach entgegen. Sie luden uns in ein Beduinenzelt, bewirteten uns mit Kaffee und baten uns, den Verhafteten zu verzeihen. ,Mehrere Jahrzehnte haben wir nun zusamniengelebt, ihr habt uns nichts Böses getan und wir eucii nicht. Wir kommen zu euch und ihr zu uns. Warum sollen wir streiten? Zieht die Klage zurück, und wir wollen wieder in Frieden leben.' Auch die Polizei schloß sich diesem Rate an, nachdem sie die Versprechungen der Notabel» gehört hatte. Und so wurde diese Sache beigelegt. Und trotzdem ist cs schwer zu glauben, daß cs den Arabern mit der Aufrcchterhaltung der guten Beziehungen ernst ist. Jedes Gerücht läßt ihr Blut kochen, und es finden sich immer Elemente, die zu Untaten bereit sind. Die Läden in Zcmach sind geschlossen, und der Streik ist allgemein. Die Wirtschaften im Jordantale arbeiten wie gewöhnlich. Jeden Abend fahren fünf Lastautos mit ihren Produkten nach Haifa. Der Ertrag“ im fruchtbaren Jordantale ist reich. Uns und den Arabcrrf ist dieser Segen Gottes zuteil geworden. Aber unsere Arbeit wird durch Willkür gestört und Volk von Volk getrennt.“ verlassen hat, ist in Nahariah untergebracht. In J a g u r wird die Schule auf den Namen von Ludwig Tietz ohne Unterbrechung weiter gebaut. Die neuen Einwanderer sind von der durch die Unruhen geschaffenen Situation vielfach mehr verwirrt als der schon länger im Lande befindliche Jischuw. Es fehlem vielen die Kenntnisse der Vergangenheit unseres Siedlungs- Werks in Palästina und die Kenntnisse der Geschichte unseres Volkes, sie wissen nicht, daß diese Situation nicht erstmalig ist. Die Unruhen des Jahres 1929 haben sie nur in der Beleuchtung der assimilatorischen Presse zur Kenntnis genommen und standen damals im Lager derer, die das Ende des Zionismus prophezeiten. Es gibt also wieder . für die Hitachduth Olei Germania eine besondere Aufgabe in dieser Zeit: Zionistische Aufklärungsarbeit, ln Haifa hat die HOG. zweimal umfangreiche Auszüge aus der Presse in Ueber- Setzung erscheinen lassen, nach denen eine große Nachfrage vorhanden war. In Haifa werden Zirkelabende veranstaltet und Pressereferate gehalten, also Weiter über die Lage Info.rmationen erteilt. Ferner berichtete Frau Ilse W a r b u r g in einem außerordentlich instruktiven und anregenden Vortrag über ihre Reise nach Finnland und Amerika zugunsten der iugend-Alijah. Bedauerlich bleibt die Tatsache, daß ein großer Teil der neuen Einwanderer vielfach auch jetzt noch hier im Lande von der Möglichkeit der Orientierung und der Einordnung in die zionistische Front keinen Gebrauch macht. _Dr. Albert Baer, Haifa Ein Artikel der ״Times“ Die ״Times“ gibt im Leitartikel ihrer Nummer vom 18. Juni einen UeberWick über die Lage in Palästina und weist darauf hin, daß die Befürchtungen der Araber zum größten Teil unbegründet seien. Andererseits bringt das Blatt die Meinung zum Ausdruck, daß die zionistischen Führer das Tempo der Entwicklung des Nationalheims zu sehr beschleunigt hätten. Das englische Mandatsregime in Palästina werde solange aufrecht erhalten bleiben, bis Araber und Juden in gleicher Weise zusammen leben und arbeiten werden wie die Völker in der Schweiz. Was die Entwicklung der Selbstverwaltung betreffe, so seien die lokalen Selbstverwaltungseinrichtungen zu stärken, der Plan der Ein- Setzung einer gesetzgebenden Körperschaft aber vorläufig fallen zu lassen. Die Frage des Bodenbesitzes erfordere ein eingehendes Studium. Der Plan einer Kanton!- sierung sei eine mögliche Lösung; allerdings nicht im verwaltungstechnischen Sinn, sondern in bezug auf die Bodenreserven; so z. B. könnten die Distrikte Nablus und Hebron als Bodenreserven den Arabern Vorbehalten bleiben. Auch eine Ueberprüfung und Reform der Verwaltung seien notwendig. Vor der Lösung konstruktiver Aufgaben aber müsse der Frieden wieder hergestetlt werden. Margraf & Co., Juwelen - Gold - Silber «. M. B. H. Hin SA MM ■LH UM MSR AS FLORA •SSI Die schönsten Geschenkartikel in reichster Auswahl / Auch Ankauf UNTER DEN LINDEN 6 laden im hotel •kistol / TAU ENTZIENSTR. 18a ecke nOrnberosr str, / KANONIER STR. 9 ENGROSABTEILUNG 4 % > 4

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