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Jüdische Rundschau · 1936-06-16 · Heft 48 (16.6.1936) · page 9

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
41 (1936)
Issue
Heft 48 (16.6.1936)
Date
1936-06-16
Page
– (sequence 9)
Language
German
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JÜDISCHE RUNDSCHAU Nr. 48, 12. JUNI 1936 PÄIÄSTINÄ-BLÄTT In der Sackgasse Die Zwischenfälle der letzten Tage — Kriegszustand? Von unserem palästinensischen Korrespondenten gl. Tel-Awiw, 7. Juni Die letzten Tage brachten in Palästina eine Reihe von Zwischenfällen, die auch unter den außerordentlichen Umständen, unter denen wir leben, einen besonderen Eindruck gemacht haben. 111 Nachlath-Jehudah, einer Kolonie in der Nähe von Tel-Awiw, wo in der Regel eine erhebliche Anzahl von Arabern durch die Pflanzer beschäftigt wird, spielte sich folgendes Attentat ab: In eine Pflanzung kamen zwei Araber, die dort bekannt waren, begrüßten die Arbeiter, gingen ins Packhaus hinauf, wo sie sich mit zwei Juden, die dort Mittagsrast hielten, in ein Gespräch einließen, Wasser erbaten und auch bekamen, um dann auf ihre zwei Gesprächspartner Revolver zu richten und beide zu verwunden. Unter den mannigfachen Terrorakten der letzten sechs Wochen hat gerade diese Tat einen erschütternden Eindruck gemacht. Sie ließ so manchen befürchten, daß sich alle Begriffe zu verwirren, alle Bindungen zu lösen beginnen. Denn wenn es möglieh ist, daß ein Araber, zu dessen obersten Gesetzen die Achtung vor dem Gast und die Wahrung der Gastfreundschaft gehört, nicht im offenen Kampfe vorgeht, auch nicht, wie es in den letzten Wochen üblich wurde, aus dem Hinterhalt schießt, sondern seinen Gastfreund mitten in einem Gespräch verwund et, so scheinen alle Sicherheiten in sich zusammenzusinken. Auch in den schärfsten nationalen Kämpfen — und der äugenblicklieh herrschende Guerillakrieg ist ja eine der besonders brutalen Arten des Bürgerkriegs — muß schließlich ein Gefühl für bestimmte Grenzen und Gesetze bleiben, und es wäre von äußerster Wichtigkeit für die Stimmung im Lande, wenn die arabische Führung wenigstens von dieser ungeheuerlichen Tat abrücken würde. Bisher ist freilich kein Wort dieser Art verlautbart worden. Zwei andere Fälle, die ebenfalls etwas phantastisch anmuten, stehen auf einem anderen Blatt. Sie haben mit dem arabisch-jüdischen Gegensatz nichts zu tun und sind aller Wahrscheinlichkeit nach nicht auf das Konto bösen Willens, sondern auf jenen blinden Zufall zurückzuführen, der manchmal ebensoviel Schaden anrichtet wie die vorbedachte Bös- Willigkeit. In einem Vorort von Tel-Awiw wurden nachts zwei jüdische Burschen, die hinausgingen, um das Viertel gegen aus den arabischen umliegenden Pflanzungen fallende y*. Schüsse zu verteidigen, von einer aus einem England«■ und einem Araber bestehenden Polizeipatrouille angetroffen. Sie hielten auf Anruf nicht still, wurden angeschossen, einer ist seinen Verletzungen erlegen. Tel-Awiw begrub heute früh ein neues, völlig sinnloses Opfer aus den Reihen seiner Jugend, die versucht hatte, sich nicht auf das Militär allein zu verlassen, sondern sich mit eigenen Kräften zu verteidigen. Eine Nacht später schossen zwei Angehörige des Fite» gerkorps, die in Ree h owoth sich aufhielten, anscheinend sehr betrunken, auf einen jüdischen Wächter, der schwer verletzt wurde. Die beiden Soldaten sind bereits verhaftet worden, und eine Untersuchung ist eingeleitet. Ein weiteres Opfer, das vielleicht noch sinnloser erscheint als das in Schchunath Schapiro. Diese Einzelfälle, denen außerdem die üblichen Brände u nd Beschädigun ge n von Pflan Zungen, Spreng- ' stoffattentat c, eine große Demonstration in Haifa, bei der ein Araber getötet wurde, an die Seite zu stellen sind, zeigen, wie schwer die Lage trotz allen Ansfrengungen der Regierung, trotz Heranschaffung weiterer Truppen, trotz Ausnahme-Verordnungen, trotz Sammlung verschicdcnster Agitatoren im Konzentrationslager geblieben ist. Es ist charakteristisch für die gegenwärtige Situation, daß man bereits über die Einführung des Kriegszustandes im Lande spricht, wenn auch bisher noch keine Bestätigung eines derartigen Beschlusses voriiegt. Da die vorsichtigeren und dann auch die durchgreifenderen Maßnahmen bisher nicht genügt haben, um Ordnung herzustelien, so ergeben sich zwangsläufig immer schärfere Verordnungen und Schritte des Oberkommissariats. Aber vorläufig erscheinen diese Verschärfungen und die Reaktionen der Araber wie eine Kette ohne Ende. Es kommt zu keinem Abschluß, sondern es ergeben sich immer neue Stadien der Verwicklungen. Das Ultimatum von Haifa Ein neuer und überaus wichtiger Schritt d-er Araber ist die Mitteilung der arabischen Stadträte von Haifa an die Regierung, daß sie ihre Arbeit in der Munizipalität niederlegen würden, wenn die Regierung nicht die arabischen Forderungen bewilligt. Diese Mitteilung ist neben allen arabischen Stadträten auch von dem 'Bürgermeister Hassan Schukri unterzeichnet worden. Die Haifaer Munizipalität hat unter den palästinensischen Städten in den letzten Jahren eine besondere Stellung eingenommen. Hier arbeiteten Juden und Araber einträchtig zusammen, es gab nicht die dauernden schweren Konflikte, die zum Beispiel in Jerusalem unter dei Leitung von Nashashibi die Lage so komplizierten. In den sechs Streikwochen ist Haifa relativ ruhig geblieben. Der Hafen wurde die ganze Zeit in Betrieb gehalten, und es wurde an den verschiedensten Steilen merklich, daß der Bürgermeistcr Hassan Schukri nicht zu den Extremisten gehörte, die sich von einer radikalen Politik viel versprachen. Diese gemäßigte Stellung ist Hassan Schukri von dem radikalen Flügel der Partei schwer verübelt worden. Man wird sich noch darauf besinnen, daß sogar sein Haus vor einig« Zeit zum Objekt eines Bonibenattentates gemacht wurde, ohne ■ Teppiche / Möbelstoffe / Gardinen £ BLUMENFELD. Nürnberg, Adlerstrafle 36 g daß jedoch eines der Familienmitglieder Schaden litt. Jetzt hat Hassan Schukri das oben genannte Ultimatum an die Regierung mit unterschrieben, will sich also — obwohl er nicht nur ein Vertreter der Haifaer Araber, sondern der Ge- Samtbevölkerung ist — einen! Streikakt gegen die Regierung anschließen. Die jüdischen Stadtverordneten haben darauf sofort ein Telegramm an den High Commissioner gesandt, in dem sie erklären, daß sie im Falle eines Streiks der arabischen Stadtverordneten die Verantwortung für die Führung der Geschäfte in der Munizipalität übernehmen und für alle Einwohner der Stadt weiter in vollem Umfange sorgen würden. Mit diesem Telegramm kommt klar zum Ausdruck, daß wir es in Haifa mit ein« völlig anderen Situation zu tun haben, wie in den rein arabischen Städten. Dort konnten die Stadträte den Streik erklären, weil sich kein anderer fand, der ihre Arbeit machte. In Jerusalem, wo durch die Teilnahme Dr. K h a 1 d i s, des arabischen Bürgermeisters, an den Arbeiten des Obersten arabischen Rates eine Stockung in den Oeschäften der Munizipalität eingetreten war, übernahm bei einer (wie es scheint, diplomatischen) Krankheit des arabischen Bürgermeisters, sofort der jüdische Stellvertreter die Geschäfte, mit dem Erfolg, daß Dr. Khaldi sofort ins Amt zurückkehrte. In Haifa, wo das administrativ-ökonomische Gewicht der Juden besonders stark ist, muß ein Streik der Munizipalität als eine zweischneidige Waffe erscheinen. Wenn dennoch das genannte Ultimatum ergangen ist, so zeigt das den großen Druck, der von den radikalen Elementen auf die gemäßigten ausgeübt wird, zugleich auch die sich immer mehr verschärfende Haltung der arabischen Bewegung, die bereit ist, zu allen Mitteln zu greifen, um ihre Sache durchzufechten. Es fragt sich jetzt, wie die Regierung auf diese Mitteilung aus Haifa reagieren wird. In den anderen Munizipalitäten hat sie sich damit begnügt, die schlimmsten Schäden zu verhüten, indem sie die Straßen unter englischer Aufsicht säubern und sprengen läßt und sich auch gelegentlich den Spaß leistet, jeden, der nach der Sperrstunde auf der Straße angetroffen wird, zum Straßenfegen anzustellcn. In Haifa wird cs leicht sein, die Maschine der Munizipalität in Gang zu halten, da sich ihr die jüdischen Stadträte und Beamten zur Verfügung steilen. Zugleich entsteht jedoch bei Ausführung des Ultigl. Tel-Awiw, 10. Juni In dem letzten Tagen hat sich in Palästina wenig verändert. Folgt man stetig und aufmerksam den Radioberichten der Regierung, so ergeben sie ein fast eintöniges Bild, ln unveränderter Folge rollen sich die Ereignisse ab, die in gedrängtester Form, ohne jede Kommentare und mit reichlich harmloser Darstellung wiedergegeben werden: hier wenige Schüsse, dort etliche Salven; hier und da Bomben; Brände, verschiedenste Schäden. Bei genauerer Untersuchung der Sachläge, den Berichten von Augenzeugen, den Erzählungen aus den verschiedenen Siedlungen, der Beschreibung der Fahrten zwischen den einzelnen Städten wachsen dann freilich die ,,harmlosen“ Darstellungen der Regierung zu dramatischen und vielfach auch sehr gefährlichen Inzidenten an. Langsam steigt die Zahl der Opfer an, die unter Juden und — durch die Schüsse des Militärs — unter Arabern fallen. Und bisher fehlt noch jede Schätzung der sehr großen Sachschäden, die in den letzten Wochen angerichtet wurden. Vielfach belaufen sich die ausgerissenen oder verbrannten Bäume im Laufe von wenigen Tagen auf mehr als Zehntausend, aber es hat heute leider noch keinen Sinn, auch nur einen Ueberschlag über diese Schäden zu machen, weil sie sich Nacht für Nacht vergroßem, weil eigentlich kein Tag vorbeigeht, an dem nicht ein derartiges Unglück angerichtet wird. Und im Laufe der Wochen ist es in dieser Beziehung nicht besser, sondern schlimmer geworden. Wenn überhaupt eine Veränderung in den letzten Tagen wahrzunehmen ist, so liegt sie in einer Verschärfung der arabischen Terrormethoden. Das gilt sowohl von den Angriffen auf die Juden wie von den Zusammenstößen mit dem Militär und der Polizei. Früher hat man sich mit Brandstiftungen begnügt. Jetzt wachsen sich diese Versuche hi« und da zu beginnenden Ueberfällen auf Siedlungen aus. Sie kommen an den verschiedensten Stellen des Landes vor. Bisher ist noch keiner dieser Ueberfälle geglückt. Die scharfe Wache, die überall in den Siedlungen gehalten wird und die in der letzten Zeit an manchen Stellen durch Polizisten und Hilfspolizisten verstärkt worden ist, die Aufstellung von Projektoren an manchen wichtigen Punkten, die des Nachts das Ableuchten gefährdet« Gegenden gestatten, ermöglichen es, die Angriffe zu Beginn abzufangen. Es geht in der Regel mit einem längeren od« kürzeren Kugelwechsel zwischen den Angreifern und den Polizeiwachen ah, und nirgends ist es bisher gelungen, direkt an die Wohnhäuser der Siedlungen heranzukonimen. Die Tatsache selbst jedoch, daß man sich nicht mehr mit den Sachschäden begnügt, sondern auf die Wirtschaften selbst loszugehen versucht, zeigt, daß die Araber zu immer schärferen Mitteln greifen, und daß sie bisher auch noch nicht von größeren Unternehmungen abgeschreckt worden sind. Eine ähnliche Verschärfung und Verbreiterung der Angriffe ist bei der Aktion der Terroristengruppen zu spüren. Diese haben sich anscheinend jetzt besser als früher organisiert. Säe sind durch Zuzug aus den Städten und Dörfern verstärkt worden ttnd sie scheinen auch ausreichend matums ein neuer starker Konfliktsherd in Haifa, der von der Regierung besondere Aufmerksamkeit verlangt. Die Sackgasse All das sind Details, Details zum Teil von eminenter Wichtigkeit, und sie alle werfen ihre besonderen Streiflichter auf die Situation, in der heute Palästina sich befindet und in der die Regierung versucht, Ordnung zu schaffen und zugleich einen Ausweg aus der Situation zu gewinnen. Bei aller Verschärfung der Maßnahmen in der letzten Zeit hat das Oberkommissariat immer wieder versucht, doch noch irgendeinen diplomatischen Ausweg zu finden und durch Verhandlungen auf die Araber, und zwar auf die verschiedensten Vertreter — einzuwirken. Wir berichteten bereits von dem Versuch Sir Arthur W a u c 11 o p e s, mit den arabischen Bürgermeistern zu einem Ausgleich zu kommen. Dieser Versuch ist bekanntlich fehlgeschlagen. Die letzten Haifaer Ereignisse beweisen das im krassesten Uchte. Jetzt hat der High Commissioner noch einen Vermittler herangezogen, und zwar den Emir Abdullah von Transjordanien. Dieser lud Vertreter des Obersten arabischen Rates nach Amman ein und legte ihnen noch einmal Vorschläge der Regierung vor. Auch dieser Versuch war ein vollkommener F e 11 1 s c 111 a g. Die arabischen Führer kamen zwar nach Amman, aber sie erklärten — nach den spärlichen Nachrichten der arabischen und ägyptischen Presse zu urteilen, ein offizielles Regierung!;- Comniuniiiue über die Verhandlungen liegt nicht vor, daß sie weder imstande seien, den Streik, noch den Terror atifztihalten, solange die Forderungen der Araber nicht befriedigt seien. Damit ist, wenn man überhaupt noch eines besonderen Beweises bedurfte, die politische Situation völlig klar geworden. Wir befinde n 11 11 s i n einer v o I i k o m m e 11 c 11 S a c kg a s s e. Die Araber wollen -- oder können, von der Masse getrieben — nicht nachgehen. Die Regierung hat sich auf eine bestimmte Linie festgeiegt und diese Linie durch die Hergabe der Zertifikate für die Jugend klar gekennzeichnet. Alle Versuche des Ohcrkoiuinissars, unter Wahrung der hauptsächlichen Richtung dieser Linie mit den Arabern so weit zu kommen, daß sie den Streik abblasen, sind fehlgeseiilagcil. Während neue 'truppen anriickcn, neue Verordnungen herauskommen, schärfere Maßnahmen angewendet werden, gehen der Terror gegen die Juden, die Zusammenstöße mit der Polizei immer weiter. Oie große Frage im Moment äst, ob die Regierung, obwohl die Sache sehr viel länger dauert, als man angenommen hat, weiter in ihrer Haltung beharren wird. Ein Alnveichen von der einmal gekennzeichneten Politik erscheint unter den gegebenen Umständen als ein schwerer Fehler. Die Regierung hat, wenn sie nicht ihre bisherige klare Haltung aufgeben will, nur die eine Möglichkeit, der arabischen Taktik gegenüber lest zu bleiben. mit Waffen und Munition versehen zu sein, denn es wird bei keinem der Ueberfälle mit Schüssen gespart. Im Gegenteil, sie sind oft so zahlreich, daß mau sich immer wieder über die relativ wenigen Opfer, die sie fordern, wundern muß. Die Methode dieser bewaffneten Banden sind überraschende Angriffe auf den Hauptstraße 11, entweder auf jüdische Autobusse oder auf Militärwagen. Dabei spielt sich die Sache immer in ähnlicher Weise ab. Auf eine vorüberfahrende Autobuskarawane — auf den grollen Strecken, die gefährdet sind, fahren jetzt in der Regel mehrere Wagen zusammen, meist unter Polizei- oder Militäreskorte -. werdet) aus einem gut vorbereiteten Hinterhalt eine Reihe von Gewehrschüssen abgefeuert. Die Eskorte erwidert das Feuer, muß gelegentlich - wie zum Beispiel bei den beiden letzten Ueberfällen auf der Straße Jerusalem Jaffa und Jerusalem |cr:cho - Verstärkimgen heranholen, die dann auch sofort auf Militärautos heranrollen, und dann entwickelt sich ein regelrechtes Scharmutze! zwischen Militär und der Bande, das manch mal erst durch den Einbruch der Dunkelheit abgeschlossen wird. Gefaßt bat inan bei diesen Zusammenstößen bisher keine dieser Banden, auch nicht einmal ein Mitglied von ihnen. Fs ist möglich, daß man ihnen hier und da Verluste beigebraeht hat, dies ist sogar wahrscheinlich, aber auch das weiß man nicht genau, weil die Leute ihre Verwundeten oder Toten mitnelimen und am nächsten Morgen wie von der Erde verschluckt sind. Da sie alle Wege und biege in dem unühersiehtlichen Gelände kennen, außerdem natürlich von der arabischen Bevölkerung gedeckt werden, ist am Morgen nach einem solchen Ueberfall wenig zu finden. Um mit diesen Banden wirklich Schluß zu machen, brauchte cs einer größeren konzentrierten militärischen Aktion, und diese ist bisher noch nicht durchgeführt worden. Die Verschärfung der arabischen Aktion hat als Parallele die Verschärfung der Regier 11 n g s m a ß n a 11 m e n. Die Heranziehung neuen Militärs aus Aegypten dauert weiter an, und wir werden in diesen Tagen vermutlich auf ungefähr 10000 Soldaten in Palästina kommen, das ist fast das fünffache der normalen Anzahl. Die Truppen werden über das Land verteilt, biwakieren in öffentlichen Gebäuden, in Lagern, werden mit Lastautos transportiert. Es ist deutlich, daß die Regierung liier eine Truppenmasse zusammen/.ielit, die ihr für jede Operation genügt, wenn sie sie für nötig hält. Aber eben, wenn sic sic für nötig hält. Vorläufig werden diese Bataillone eigentlich mehr in der Reserve und im Wachdienst gehalten, sie dienen sozusagen als Deckung für die Haltung der Regierung. Und auch diese muß sich den Umständen entsprechend Tag für Tag verschärfen. Wir berichteten bereits über die immer weiteren Befugnisse der Distriktskommissarc und über die sich dauernd erneuernden Gerüchte über die Erklärung des Kriegszustandes, zumindest in bestimmten Zonen. Audi mit den Verordnungen geht die Regierung ähnlich um wie mit dem Militär: sie hält sie zu einem Teil in der Reserve und hält sich fürs erste den Weg frei, um sie zu benutzen. So ist zum Beispiel die Befugnis des Lage noch unverändert

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