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Jüdische Rundschau · 1936-06-04 · Heft 44-45 (4.6.1936) · page 21

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
41 (1936)
Issue
Heft 44-45 (4.6.1936)
Date
1936-06-04
Page
– (sequence 21)
Language
German
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JÜDISCHE RUNDSCHAU NR. 44/45, 4. JUNI T938 ״Wiener Blut11 im Kulturbund Dem Sommer wird Rechnung getragen: inan läßt Wiener Walzer über die Kulturbundbühne fegen. Darauf reagiert jeder, und jeder auf gleiche Art, und es gibt nur eine Meinung und eine Stimmung bei den wohlbekannten und schwerelosen Klängen. Die Aufführung wurde günstig und vergnügt aufgenommen. In der Wiener Luft lebt der Griesgrämigste gern *— und wenn es auch nur par distancc sein darf. Man durfte einige sehr ansehnliche schauspielerische Leistungen entgegennehmen. Wundervoll wie immer Julius Ruth an. Wie er gelbst immer wieder von sich sagt: er ist ״halt a fescher Kerl“ — kein Trottel, sondern einer mit Schneid und Schalk, ein unerhört spiellustiger Bursche, der blöd und offen und jiL .jjg j. .׳־ Fon links nach rechts: Gräfin /,cdlau (Ruth Saiger); Pepi (Ruth Atlasz); Cagliari (Ruth Lehnberg); Premierminister von Reuß (Gerhard Rechner); Graf Zedlau (Bert Meyer); Josef (Julius Kllthan) Foto: i. Abrrlmu lieb in einem Augenblick sein kann, der Silben und Worte herrlich durcheinander kugeln läßt, wenn er es bösartig auf unser Zwerchfell abgesehen hat. Der Karussellbesitzer (Siegfried Nunberg) ist ein prachtvoller, saftiger Typ, einer aus Wien, mit unverfälschtem Tonfall und echter Art; die anderen haben — außer Kuthan — gegen ihn gehalten nur ״Lokalkolorit“. Bert Meyer ist als Graf Zedlau gelassen und gewandt und vor allem der beste Sänger des Abends, dessen Schmeiz höchlichst gerühmt sei. Um ihn drei kokette Frauen: seine Ehetrau Gabriele (Ruth Saiger), die am meisten zurückhaltende und vornehme; die Tänzerin Cagliari (Ruth L e h n b e r g), in manchen Momenten liebenswürdig und heiter; die drastische, aber zu bewußte ProbiermamseTl Pepi (Rita Atlasz). Vervollständigen wir die Reihe; Gerhard Pech n er war der gimpelhafte, provinzielle Premierminister, Martin Brandt ein Graf und vertrottelter Lebemann, Cläre Arnstein ein Wiener Vorstadtsänger; Tänze mit R. Cond e 11, Hirsch, Silbermann, R a d 6 u. a. Die musikalische Leitung hatte Berthold Sander. Wenn auch die Akzente fest und die Walzer ländlerhaft derb waren, so verlief doch alles mit Schwung und guter Ordnung. Der Refisseur Kurt Singer brachte Lustigkeit und übermütige aune auf die Bühne. Heinz C on d e 11 schuf mit hellen Sonnabend, dan 6. Juni, 21'/4 Uhr Berolina-Fastsäle, Schönhauser Alias 28 Im Kampf um Erez Israel — Einwanderung u. Aufbau Es sprachen: Amtsgar.-Rat i. R. Kurt Tuchlar Dr. Michael Traub Berliner Zionistische Vereinigung Bezirk Zentrum-Nord Unsere Jugend - Ein Abend der Jugend-Alijah Es gibt kaum ein jüdisches Werk, das so stark ins Bewußtscin unserer Menschen eingedrungen wäre wie die Jugend-Alijah. Diese Tatsache wurde in der großen Kundgebung wieder deutlich, die die Arbeitsgemeinschaft tür Kinder - und Jugend-Alijah am 25. Mai im überfüllten Saal des Logenhauses unter dem Motto ״Unsere Jugend hat eine Zukunft“ veranstaltete. Mit großer Spannung folgten die Zuhörer den Darbietungen der Redner, die es verstanden, diese Sache in ihrer ganzen Bed״ ' g klarzulegen. Ais erster sprach Rabb. Dr. Baeck der Im Werk der Jugend-Alijah einen Ausdruck jüdischen Lebenswillens erblickt. Der Mensch, so sagte er, lebt, solange er leben will; und erst dann ist ein Volk am Ende, wenn es nichts mehr wollte und nichts mehr könnte. Es ist ein Charakteristikum jüdischen Wesens, immer wieder zu beginnen und aufzubauen; durch seinen Willen allein vermag das jüdische Volk bis heute zu leben. Diese Fähigkeit zeigt sich besonders in der Fürsorge für die Kinder. Alle Verzweiflung beginnt mit der Furcht um die Zukunft der Kinder. Die Gesundung unseres Volkes zeigt sich daran, daß wir wieder an unsere Kinder glauben. Unser Glaube an Erez Israel ist auch unser Glaube an unsere Jugend, und Erez fsrael ist das Zeugnis unseres Willens zum Leben. Wir resignieren nicht, sondern bauen unsere Zukunft, indem wir beginnen. Die Jugend-Alijah ist ein Beweis für das Jungsein des jüdischen Volkes. Wir schicken unsere Kinder ״hinauf“, nicht nur, damit sie dort Einöden aufbauen, sondern auch uns, das jüdische Volk. Dr. Edgar Freund schilderte die praktische Vorbereitungsarbeit, die die Jugend-Alijah an den für Palästina ausgewähltcn Kindern zu leisten hat. Bis jetzt sind über 1000 Kinder in Palästina untergebracht. Die soziale Schichtung der Kinder entspricht dem üblichen Bild der Juden in Deutschland; zwei Drittel stammen aus dein Reich, etwa 30 <n> aus Berlin. Zum überwiegenden Teile kommen die Kinder aus armen Schichten. Ihre Vorbildung ist sehr unterschiedlich. Eine wichtige Aufgabe ist die Vorbereitung der Kinder auf das Gemeinschaftsleben. Obwohl ein großer Teil von ihnen aus Bünden hervorgeht, ist die Anforderung des praktischen Lehens doch eine andere als die Gemeinschafts- Forderung des Bundes, so daß auch diese hündisch organisierten Kinder umzulernen haben. Ein Vorbereitungslager von vier Wochen Dauer trägt zur Erkenntnis der Gemeinschaftsfähigkeit des einzelnen entscheidend bei. In diesem Lager entscheidet es sich, ob ein Jugendlicher körperlich und geistig für Palästina reif befunden wird. — Die zionistischen Bünde sind in der Jugend hilfe vereinigt, in dci Dr. unsere Zukunft Freund die Vollendung des chaluzischen Gedankens sieht, weil hier das theoretische Ideengut zur praktischen Verwirkiichung gelangen wird. Schließlich berichtete Eva Stern von ihren Eindrücken, die sie vor kurzem in Palästina von den aus Deutschland stammenden Jugendlichen gewonnen hat. Sie beruhigte vor allem die Eltern darüber, daß den Grupen der Jugend-Alijah keinerlei Gefahr durch die äugenlicklichen Uriruiien droht. Diese Gruppen sind in den jüdischen Siedlungen untergebracht, die bekanntlich arabischen Angriffen bisher kaum ausgesetzt gewesen sind. Sie schilderte, wie Miß S z o I d, solange es nur die Vcrkchrsverhäitnisse gestatteten, durch alle in Frage kommenden Siedhingen reiste, um sicli persönlich von dem Wohlergehen und der Sicherheit der Jugendlichen zu überzeugen. Kein einziger Transport brauchte bisher abgestoppt zu werden, lind solange die Jugend-Alijah unter der umsichtigen Leitung von Miß Szoid stellt, wird man sicher sein können, daß sie sieh außer jeglicher Gefahr befindet. Eingehend schilderte Fva Stern die Veränderung der Kinder, die in der kurzen Zeit im ganzen Typus bereits erheblich gewandelt wurden und keine Kinder mehr seien, sondern bereits Erwachsene, die mit dem vollen Bewußtscin ihrer Verantwortung und großer Arbeitsfreudigkeit ausgestattet sind. Allgemein findet der Jischuw die Beziehung der Jugend-Alijaii zur Arbeit vorbildlich. Negativ hingegen ist ihre jüdische Eiimiicrung zu bewerten, die äußerst mangelhaft ist, was vielfach mißbilligend vom Jischuw bemerkt wird. 1 Me 11 e b r a i s i e r u n g schreitet jedoch unvorstellbar rasch voran, . Wie bekannt, ist die vor ktir/em aus f j 11 Cltarod entlassene Gruppe zu einer eigenen Ansiedlnng gekommen; in dieser Gruppe lebt ein besonders starker clialuzischer Geist. Es ist jedoch aus diesem Beispiel nicht zu schließen, daß nun alle Gruppen zur Ansiedlnng gelangen werden, sondern die meisten werden in den verschiedenen Kolonien Unterkunft finden. Allgemein bedeutet die Jugend-Alijah für Palästina einen Gewinn. Sie empfängt nicht mir dort Werte, sondern bringt auch neue Werte mit ins Land. Alle drei Redner wurden mit lebhaftem Beifall ausgezeichnet. Zur Ausschmückung des Abends trugen der Chor der S c 11 u 1 e Rykesfra Be unter Leitung von Kantor Schreiber sowie Edith 11 e r r n s t a d t - ü e 11 i n g c n mit einigen Rezitationen bei. Im Anschluß an diese Darbietungen erlebte man die Erstaufführung des Jugend - Alijah - Films ״Aufbruch der Jugend“, der von Lot! Landauer ,־nifgenommen worden ist. Dieser Film schildert außerordentlich eindrucksvoil die Einordnung der Jugend-Alijah in den palästincnsischen Alltag. Wir sehen die Kinder bei ihren Arbeiten, und wir sehen sie beim Unterricht und beim Spiel. Auf allen Gesichtern liegt Lebensfreude. Dieser Film veranschaulicht so recht die umwälzende Wirkung der Jugend- Alijah. Dr. N. und leichten Farben Bühnenbild und Kostüme, die eine go wisse rokokohafte Vcrspieltheit an sich haben. Die technische Leitung hatte Kurt Sondheimcr. Dr. Hans Nathan Hauskonzert. In einem Konzert bei Dr. Meyer sang Kurt Ra hm er. Er hat einen voluminösen Baß; seine Stimmmittel sind nur weiterzuentwickeln und zu kultivieren, wenn man ihnen eine neue technische Basis gibt. Heute ist der Wechsel der Register und der Lautstärken allzu scharf, und im Forte hat die Stimme einen trockenen, glanzlosen Klang. Rahmer besitzt eine nachdenkliche Art, seine Lieder zu gestalten. Wolfs Michelangelolieder gelangen ihm so am besten. Alfred Wittenberg, noch bekannt als künstlerischer Gcnosse von Grünfeld und Meyer-Mahr, spielte Schubert und Mozart. Die Begleitung von Natalie L i 11 a u e r war unverkennbar ernst und ordentlich. Dr. Hans Nathan Feier der Theodor- Herzl-Schule Anläßlich der Namengebung der privaten Volksschule des Jüdischen Schulvereins am Kaiserdamm, die in Theodor- Herzl-Schule iimbenamit wurde, fand im Briidervereinshaus eine Feier statt, an der außer den Schillern, Schülerinnen und dem Lehrerkollegium der Schule eine Anzahl von geladenen Gästen teilnahm. Die Feier wurde mit einem musikalischen Vorspiel von zwei Lehrern eingelcitet. Es folgte eine Rede der Schuiieif erin, Frau 111 ׳ r s t, die auf die Geschichte der Schule einging mul die Bedeutung der Namengebung für die weitere Entwicklung darlegte. Frau Berggrün sprach als erste I.eiterin der Schule, sodann sprach Amtsgerichtsrat a. D. T Hehler für den Vorstand der Jüdischen Gemeinde und Dr. Franz Meyer für die ZVfD. Anschließend sprachen jungen und Mädchen einer Oberklasse einprägsame Sätze aus licrzis ״Judenstaat“. Mit dein gemeinsamen Gesang der Hatikwali und der Techcsakna schloß die schlichte und eindrucksvolle Feier. -n. Veranstaltungen der Bezirke und Gruppen der BZV. Donnerstag, den 4. Juni, 20.30 Uhr, BZV-Heim, Landsberger Str. 87 Friedrichshain Erwin Pollak! Das Werdau de• Jüdisch.» Anfbanwerkea in PalSsUua mit Chor, Rezitationen und Musik. Ea Hart t Wenter Bukofsor Donnerstag, den 4. Juni, 20.30 Uhr, BZV*Heim, Bruckenutr. 9 Dr. Lva Lübeck: Die Jüdische arbeitende Fra« In Palästina (mit Lichtbildern) Sudost Donnerstag, den 4. Juni, 20.30 Uhr, RZV-Hetm, Landsberger Str. 87 Schüchtert Jüdische Gesdhidbte, kiidiah Ghug iwri Friedrichshain Sonnabend, den 6. Juni, 21 Uhr, BZV-Heäm, Oranienatr. 170 One? Schahbat Südost Sonnabend, den 6. Juni, 21 Uhr, Konditorei Hansa, Flensburger Str. 19 Chug iwri Hansa Sonnabend, den 6. Juni, 21 Uhr, BZV-Heim, Rosenthaler Str. 44 Chug iwri Zentrum Montag, den 8. Juni, 20,30 Uhr, Cafe Wittelshach, Bayerischer Platz 2 Dr« Edgar Rosen: Engländer« Araber. Jaden Barbarossaplatz Dienstag, den 9. Juni, 20.30 Uhr, Ohersdmneweid«, Wilhelminenhofstr, 1 £>r. Ernst Marcus: Engländer« Araber« laden Oberspree Dienstag, den 9. Juni, 20.30 Uhr, BZV-Heim, Neukölln, jagerstr. 6 Dr• David Schlossberg: Englünder, Araber» Jaden Hermannplstz Dienstag, den 9. Juni, 20.30 Uhr, Caf£ Wittelsbach, Bayerischer Platz 2 jüdischer Abend: Dr. Alfred Rabaa: Lehren unserer Zelt Rezitation! Max Konlnakl, Palüstinamonatsschau Stadtpark Mittwoch, den 10. Juni, 20.30 Uhr, Konditorei Hansa, Flensburger Str. 19 Dr. Walter Gross 1 Paiäetinabertebt Hansa Mittwoch, den 10. Juni, 20.30 Uhr, Theodor-Herr!*Schule, Kaiserdamm 78 Lucio Zobel: Pailstlnaberieht Westend Donnerstag, den 11, Juni, 20.30 Uhr, BZV-Heim, Kantatr. 54 Dr. Edgar Rosen: Engländer. Araber, Jaden Hsleosee Donnerstag, den 11. Juni, 20Uhr, Weißensee, Berliner Allee 236 (Kinderhort) Mitgliederversammlung. Ea sprechen: Dr. Hans Birnbaum, Philipp Cabn, Erwin Pollak Wei Senate //< 4..,״/, des neuen stummen Schmalfilms *WWfpWWiny der PÄUas-Filmstell« der ZVfD. Montag, den & Juni 1936,20JO Uhr, Logenhaus, Kleiststrsfic 10 Erez Israel im Aufbau—Reise durch Palästina Ei« Photobericht von OIDAL unter Verwendung weiteren Bildmaterials Ampndiei Dvt David tcMeiliiy Karten zg RM1.— und —.75 im Vorverkauf ab Freitag: Gsschaftsstslle d- Jüd. Rundschau, Meinekcstr. 10 \ BZV-Heltn, Ksntstr, 54 a ■ a 111 m ■ a siomiitiscm■ viriinishni (QFViltS mand flüendiw Kurfürstendamm 22, Nihe Zoo Ausrichtung von Festlichkeiten. / J ו Bis2245 .,״ Aufsicht Kaschr.-Komm. Jüdische Gemeinde Berlin i׳״>.; — Wäsche-Verleih (SD — sämtliche Wäsche für Geschäfte, Gastwirtschaften und Frisöre nur durch Tempelhofer Ufer 17 IMPERIAL Nädchenräulier Roaenthal«r Str. 40 41 Amt U. PetaChOH am Hm'kc.schen Markt Ju^r-ndfri«; bio Der ifflie TMor H.ck«.cl..r Mark! Ü/S _ W8Ia.-F.rdl und uretl Theimer (Jugendfrei) Mich« vergessen — H oft vegetarisch und Fische essen nur 1m Vegetarischen und Fisch-Restaurant am Zoo Eingana Kantatraße, Ecks Joaehimsthalsr Straße, bochptr. MARCrtENBfltfflflCII- Ab ן , Llcht.pl.1. Ausgerechnet Am Friedrich,Hain 29 Waltawirf•» Beginn 5, 7. 9.10 Uhr Weltmeister Sonntag« ah 3 Uhr mit Harald Lloyd 1T AFELFERTIQI1 EISBOMBEN hygienisch IM KARTON verpackt Meine Neuheit D.R.G. M. Stets großer Vorrat zum sofort. Mitnehm. 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