Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 41 (1936)
- Issue
- Heft 42-43 (26.5.1936)
- Date
- 1936-05-26
- Page
- – (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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JOOISCHE RUNDSCHAU NR. 42/43, 26. MAI 1936 Literat 11 r Blatt Eisensteins hebräische Enzyklopädie Zum Ersdicincn der 3. Ausgabe Unter dem Titel ׳א1צר ישראל hat der unermüdliche, in seiner Energie und Schaffenskraft bewundernswerte Jcliuda David Eisenstein in New York ums Jahr 1910 eine hebräische Enzyklopädie zu schreiben begonnen. 1913 war die Enzyklopädie, die auf 10 Bände berechnet war, abgeschlossen. Im Frühjahr 1924 ist in Wien eine zweite ungekürzte Ausgäbe dieses gewaltigen Werkes erschienen. Im Herbst 1935 brachte die Firma Shapiru Vallcntinc & Co. in London die dritte gleichfalls ungekürzte Ausgabe des Werkes in hebräischer Sprache heraus. (Den Vertrieb dieser Ausgabe hat in Deutschland und in Polen die Berliner Verlagsfirma Rubin Maß übernommen.) Ueber die Ziele, die J. D. Eisenstein bei acr Schaffung dieser ersten und bis heute einzigen hebräischen Enzyklopädie vorgeschwebt haben, äußert sich der Herausgeber im ersten Bande seines großen Werkes ausführlieh. Im Gegensatz zu der Jcwish Encyclopedia (New York, London 1901—1906), die cs sich zur Aufgabe gemacht hatte, durch Sammlung eines ungeheuren Materials der Welt zu zeigen, was die Juden auf allen Gebieten der Kultur und des menschlichen Wissens geleistet haben und die ein Bildermaterial zusammengebracht hat, das in der Welt wohl einzig dasteht, hat Eisenstein es unternommen, in seinem Werke weniger Allgemeines über Juden und Judentum zu geben, dafür aber jüdisches nur von Juden und für Juden zu bieten. Nur wer wirklich Bleibendes für Juden und Judentum geschaffen, findet in dem אוצר einen Platz, auch wenn er blutmäßig nicht zum Judentum gehört. Buxtorf, Vater und Sohn,'* sowie Gescnius erhalten in der hebräischen Enzyklopädie eine ausführliche Darstellung. Dagegen erhält ein Mann wie Hermann Cohen in der hebräischen Enzyklopädie keinen Platz. Eisenstein macht in dieser Beziehung auch vor Tanaim und Amoraim nicht halt. Ich vermisse beispielsweise zwei Männer, die von ihrem großen Lehrer Rabbi Jochanan ben Sakkai besonders gelobt werden, nämlich Rabbi Jose Hakohcn und Rabbi Schimon ben Nessancl (vgl. Aboth 11, 8). In einer besonders angelegten Tanaim- und Amoraimliste sind beide genannten Männer untergebracht, eine besondere Behandlung haben sic nicht gefunden. Man darf daraus nicht etwa schließen, daß Eisenstein die Tanaim und Amoraim in ihrer Geistesgröße nicht zu schätzen wußte, das Gegenteil ist der Pali — er war es gerade und vielleicht der erste und einzige in einer Enzyklopädie, der das Leben und die Ansprüche der Tanaim und Amoraim ausführlich behandelt hat. Dieses Eintreten für die Männer unserer großen Tradition hat Eisenstein viele Gegner geschaffen. Rabbiner Dr. Rosenwasser Hcrodot hebräisch כתבי ד.ירוד וטו ם מתרגמים מיונית עם מבוא והערות מאת ד״ר אלכסנדר שור. הוצאת ראובן מם׳ ירושלים׳ כרך ב׳■ מחיר 4.20 מא״י — 2,50 דולר Von den ״Schriften des Herodot“ in der hebräischen Ucbersetzung des Dr. Al. Schorr, deren erster Band, Buch 1—IV, hier bereits besprochen wurde, ist kürzlich der zweite Band, Buch V—IX, in derselben vorzüglichen Ausstattung und noch besserem, fast fehlerfreiem Druck erschienen. Es ist dem Uebersctzer gelungen, sich noch mehr in den eigenartigen Stil des Herodot hineinzulesen und in der Uebertragung ein Bild des Originals zu liefern. Die Anmerkungen, die sich über historische und geographische Mitteilungen hinaus auch auf sprachliche und volkskundliche Dinge erstrecken und mit Vorliebe Parallelen aus unserem jüdischen Schrifttum bringen — ein Zeichen der Belesenheit des Uebersetzers in jüdischer Literatur —, erhöhen den Wert der Ausgäbe. Zu begrüßen und anzuerkennen ist das nach hebräischein Alphabet angeordnete Namensregister, das die Stellen nennt, in denen die betreffende Person oder der betreffende Ort vorkonimt, und neben dem hebräischen Namen — das ist besonders anerkennenswert —, die lateinische Transskription bringt. Dr. Schorr rechtfertigt es, daß die Namen nicht dem Original entsprechend, in griechischen, sondern in lateinischen Lettern gegeben sind; und man wird diesem Vorgehen beistinimen. Allerorten geht die Pflege der alten griechischen Sprache in jüdischen Kreisen zurück, in Erez Israel wird an keiner Schule Griechisch und Lateinisch gelehrt, die hebräischen Schulen der Galuth kennen diese Spradien auch kaum, der Besuch humanistischer Gymnasien durch unsere Jugend läßt sehr nach. Um so mehr ist es zu begrüßen, daß die Werke des klassischen Altertums dem jiidisehen Leser zugänglich gemacht werden. Die Uebersctzer und Herausgeber planen eine Fortsetzung ihrer Editionen, aber sie werden sie mir durchführen können, wenn der Kreis der Käufer sich erheblich erweitert, oder wenn eine Organisation dieses beachtenswerte Unternehmen fördert. Es sei hier mit dem Danke an Uebersctzer und Verleger der Hoffnung und dein Wunsche Ausdruck gegeben, daß auch in unserer Zeit der Renaissance riet hebräischen Sprache der stets bevorzugten und beliebten griechischen Sprache ein Platz in der neuen hebräischen Literatur eingeräumt werden möge. Rabbiner Dr. A. Posner, Jerusalem Selbstameige: ״Sichoth“. Neuhcbräischc Gespräche, Verlag ״Kcuem“, Berlin. In den Mittelpunkt des hebräischen Unterrichts das lebende Gespräch zu stellen, ist ein Erfordernis sowohl der Methode als auch des Unterrichtsziels. Aus der Praxis des Unterrichts sind eine Reihe verschiedenartiger Gespräche und Sprechübungen — teils in der Form von Frage und Autwort, teils Rede und Gegenrede —, die einen ausgesprochen didaktischen Charakter haben, entstanden. Der Zweck ist, die Sprachfertigkeit des Lernenden zu üben und seine Redefreudigkeit zu wecken. Inhaltlich sind die Gespräche dem Interesscnkrcis des Hebräischlernenden entnommen: Dinge des Alltags und auf Palästina Hinweisendes, in einer Anzahl typischer, natürlicher, zugleich auch leichter Gespräche werden dem Lernenden auch eine Reihe von Variationen zu ein und demselben Gegenstand geboten. Der Lernende wird dazu angeregt, selbständig aus dem erarbeiteten Stoff weitere Gespräche zu bilden. Ein ausführliches Wörterverzeichnis macht das Büchlein jedermann ohne Rücksicht auf vorhandene Vorkenntnisse — leicht zugänglich. Der ganzen Anlage nach sind die ״Siehoth“ als zusätzlicher UcDungsstoff neben dem Unterricht aus den im Gebrauch befindliehen Lehrbüchern oder als besonderer — ca. 20 Stunden umfassender — Sprechkursus, sowie für den Selbstunterricht gedacht. Dr. Abraham Rand, Frankfurt a. M. Alle Ihre Bücher von der Buchhandlung am Zoo Fritz Ring Charlottenburg, (oachimstHaler Straße 4344־ Mitglied der jüdischen Gemeinde Telefon Bismarck 6506 Zusendung nach allen Stadtteil«» Das alte Testament in der Graphik Die jüdische Graphik ist kaum mehr eine umstrittene Gegebenheit, jedoch wird es für die Einordnung und objektive Würdigung des jüdischen Beitrages in der Kunst immer nützlich sein, ihn unter den verschiedenen maßgebenden Gesichtspunkten zu betrachten, zu denen auch der iko nographische gehört. Es ist für die Entwicklung der jüdischen Kmistforschung bezeichnend, daß sie sich ikonographischcn Problemen heute stärker zuwendet, und zwar aus der sich immer vertiefenden Einsicht in die besonderen gcistesgcschichtliclien Hintergründe des jüdischen Kunstschaffens. Gerade in der Gestaltung der biblischen Stoffe wird vom jüdischen Künstler eine wohl anders geartete weltanschauliche Haltung zu erwarten sein als die, die das christliche Kunstschaffen kennzeichnet und es ist eine der fesselndsten Aufgaben der heutigen Kunstforschung, die Besonderheiten aufzuzeigen, die geprägt wurden durch die eigene Tradition in der Auffassurig der Schrift. Publikationen, wie das von Theodor Ehrenstein zusammengcstellie Bildwerk ״Das Alte Testament im Bilde“, das eine nach Darstellungsstoffen und Motiven getroffene Auswahl des Bildmaterials bietet, leisten gewiß gute Dienste, und es wäre nur zu wünschen, daß der 1923 veröffentlichte Bilderband in zweiter Auflage ergänzt werde durch das wichtige Material, das zutage gefördert ist durch Ausgrabungen in Palästina und Syrien, durch Untersuchungen über die hebräischen mittelalterlichen Bilderhandschriftcn und die synagogalen Malereien des 17. und 18. Jahrhunderts, sowie über das neuere jüdische Kunstschaffen. Der neuen Publikation von Th. Ehrenstein über ״Das Alte Testament in der Graphik“, die vorläufig in einem Heft (Kunstverlag Albert Kende, Wien 1936) vorliegt, möchte man den gleichen Wunsch auf den Weg mitgeben, sie möge die in jüngster Zeit gewonnenen Erkenntnisse auf dem Gebiete der jüdischen Graphik in Auswahl und Anordnung des Bildmaterials berücksichtigen. Dies bedeutet nicht nur eine stärkere Heranziehung jüdischer Kunst- Schöpfungen, sondern auch einen dem jüdischen Beitrag Rechnung tragenden Aushau des Planes, der der Bilderfolge zugrunde gelegt wird. Das ikonographischc Schema, das die alttestamcntlichen Darstellungen der christlichen Kunst umfaßt, wird nicht jeden biblischen Darstellungskreis aufnehmen können, der in der jüdischen Kunst geschaffen wurde. Die erste Lieferung des Mappenwerkes von Ehrenstein führt graphische Arbeiten vor, die die Weltsehöpfung und Adam und Eva behandeln. Wir sehen deutsche, italienische, französische, tschechische Inkunabeln, ferner Blätter aus der zweiten Holzsclmittfolgc zum Alten Testament von Hans Holbein d. J., Dürer, Lucas van Levden, Lucas Cranach, Hans Baidung Grien, die deutschen Kleinmeister, Augustin Hirschvogel, Rembrandt und auch viele Meister von geringerem Rang. Unter Werken der neueren Graphik wird ein Blatt aus der Doreschen Bibel, ein William Blake, ein Corinth, zwei Lithographien von Abel Pann gezeigt. Die Radierungen Chagalls zur Bibel fehlen. Einleitung und Bildtitel sind deutsch, französisch und englisch abgefaßt. Das Werk wendet sich an den Laien, dem Gelegenheit geboten werden soll, ,,sehen zu lern en“. jedoch ist zu bezweifeln, ob das Sehen ohne Führurtg des Auges, ohne Erklärung des Kunstwerks, ohne Wert- Unterscheidung, aus eigener Betrachtung ,״eiernt werden kann. Der Hinweis auf das ״Anderssein״ einer Kimstäußerimg allein kann nicht genügen, es müßte dem Betrachter eine kunstgeschichtliche Unterwdsiing gegeben werden. Das Heft enthält 90 Abbildungen, darunter drei in Farbendruck, von Holzschnitten, Kupferstichen, Radinumteii und Lithographien, die zum großen Teil in ()riginalgrößc wiedergegeben sind. Die Bildertitel bieten alle wissenswerten Daten, die Literaturverweise zitieren außer den Standardwerken von Kristeller und Schreiber eine ziemlich umfangreiche Literatur. R a h e I W i s c l!!1 i t / e r - B c r n s t e i n Englische Kritik an Freud William McDougall, ״Psycho-Analysis and Social Psychology“. Verlag Methuen & Co., London 1936. Der englische Professor McDougall, der sich durch eine Reihe wichtiger Untersuchungen über die sozialen Instinkte in der Soziologie einen Namen gemacht hat, veröffetitlicht soeben drei Vorlesungen, die er im Mai 1935 an der Universität London gehalten hat und fügt ihnen einen umfangreichen Anhang bei, in dem alle mit der Psychoanalyse zusaimnenhängcnden Probleme in zusammengedrängter Form behandelt werden. ״Nach meiner Meinung hat Freud fraglos mehr für den Fortschritt unserer Erkenntnis der menschliehen Natur getan als irgendein anderer seit Aristoteles“, so bekennt McDougall in der ersten Vorlesung; und im Vorwort heißt es einmal: ״Wenn auch meine Kritik scharf ist, so ist sie nichtsdestoweniger durchaus freundschaftlich und als aufbauend gedacht.“ Zum Schluß des Buches aber faßt der Autor seinen Standpunkt wie folgt zusammen: ״Die Freudsche Lehre hatte und hat heute noch höchst zersetzende Wirkungen in der ganzen westlichen Kulturweit; sie zerstörte sowohl das Glück einer großen Anzahl von Menschen als auch die moralischen Traditionen der Gc- Seilschaft. Diese beklagenswerten Wirkungen entstammen keineswegs etwa den Wahrheiten, die Freud entdeckt hat, sondern den Irrtümern, die er mit so verhängnisvollem Erfolg ausgestreut hat, sowie den populären Falschinterpretationen seiner so seltsam aus Wahrheit und Irrtum gemischten Lehre.“ Zwischen diesen beiden Polen bewegt sich das Buch; auf der einen Seite rückhaltlose Anerkennung für den Genius und die Leistung Freuds, auf der anderen Seile restlose Ablehnung der Teile seiner Theorie, die nach McDougalls Auffassung der Wirklichkeit nicht standhaltcn. Vielfach werden freilich offene Türen eingerannt; so etwa ist die Kritik an Freuds Schrift ״Totem und Tabu“, nachdem Ethnologie und Religionswissenschaft die Unhaltharkeit ihrer Ergebnisse bereits seit langem aufgezeigt haben, heute sehr leicht. Audi ist nicht zu übersehen, daß sich in der McDougalischen Kritik an Freud sehr viele persönliche Momente finden, die sich nicht immer zugunsten der Objektivität der Untersuchung auswirken. Bei aller Berechtigung der Ablehnung vieler Ansichten Freuds bleibt es doch mehr als fraglich, ob diese Ablehnung allein aus der McDougalischen Instinktlehre begründet werden kann — oder ob nicht vielmehr McDougall in viel zu geringem Maße auf die Voraus- Setzungen der Psychoanalyse zuruckgcgaiigen ist, um von hier aus die Theorie zu verstehen. Trotz diesen Einwendungen bleiben wichtige Ergebnisse dieses Buches, die es der Durcharbeitung wert machen. Die Bemerkungen zur I. i b i 11 o - T 11 e o r i e oder zur Freudsehen Auffassung der G r u p p e n i 11 s t i!1 k f e sind wesentliehe Beiträge zum kritischen Verständnis der Psychoanalyse. Einen merkwürdigen Vorschlag macht McDougall bezüglich der Theorie vom O e d i p 11 s - K o m p I e x, von dem Freud neuerdings seine Meinung dahin revidiert hat, daß er im normalen Erwachsenen nicht besteht. ״Welche Recht fort igung“, so fragt McDougall, ״gibt es dann noch für die Behauptung, daß dieser Komplex in jedem Kind vorgcbildct ist? Wenn diese Theorie auf den unwiderleglichen und klaren Augenschein gegründet wäre, müßten wir sie annehmen und aus einer furchtbaren Situation das Beste zu machen versuchen. Aber wenn ihre Hauptgrimdlage von ihrem Schöpfer selbst als Irrtum anerkannt wird, warum sollen wir fortfahren, einer schon so geplagten Kultur eine Lehre aulzucrlegcn, die nicht nur schrecklich für alle natürlich empfindenden Menschen ist, sondern and! weitgehend zerstörend auf Eamilienbczicluingen und häusliches Glück wirkt? Ich weiß, daß die Aufgabe dieses Dogmas eine große Anstrengung seitens aller F'rendianer verlangen würde. Es würde wie das Abschwören des eigenen Toteintiers sein. Dennoch appelliere ich im Namen der Menschlichkeit, diesen großen Verzicht zu leisten.“ Diese Einwirkung der Psychoanalyse aut das soziale Lehen ist überhaupt einer der Hauptgesichtspunkte in der Kritik McDougalls, und er hebt besonders hervor, welche fast unglaublichen Zerstörungen diese Theorie im amerikanischen I"amilivniclrcn zeitigte, wo man vielfach die Erziehung nach psychoanalytischen Grund- Sätzen (also unter möglichster Vermeidung aller ״libidinöscn“ Bindungen) zu gestalten sucht mit dem Erfolg, daß das Verhältnis zwischen Eltern und Kindern und Verwandten immer kühler und unnatürlicher wird. Auf die Zurückweisung solcher Folgeerscheinungen der psychoanalytischen [.ehre hiii/iiweisen, dunki uns schon darum nötig, weil man auch in j 11 d i s c 11 e 11 Kreisen häufig derartige Mißverständnisse finden kann. Wer I reiid kennt, dar! amichmeii, daß solche Wirkungen 11 i c 11 f in seiner Al)׳ sicht gelegen haben. Aber es ist das Wesen der Erkenntnis, daß sie, einmal ausgesprochen, sich von ilncm Schöpfer loslöst und ein Eigenleben fuhrt. Dr. Ger '! a r d t N e u rn a n 11 Drei Vorträge Uber jüdische Erneuerung. Der Luxemburger Oberrabbiner Dr. Robert Serebrcnik gibt in einer kleinen Schrift mit dem Titel ,,Der jüdische Weg“ (Verlag P. Linden, Luxemburg 1936) drei Vorträge heraus, die sich mit der Frage der jüdischen Renaissance vom misrachisfischen Standpunkt aus beschäftigen. Im Mittelpunkt der Erörterungen steht demgemäß die religiöse Neuorientierung, die allein nach der Meinung des Verfassers den zionistischen Gedanken zu rechtfertigen mag. Die Erhaltung des Judentums erscheint ihm nur möglich über den Weg der Emanzipation im Sinne von Gleichberechtigung, innerhalb derer das Judentum seinen eigenen Lebensstil "beibehalten kann. Dazu ist notwendig eine schöpferische Wechselwirkung zwischen Palästina und Diaspora, und das Leben in der Diaspora muß gekennzeichnet sein durch einen starken ״Seins- und Erneuerungswillen“, der gespeist wird von einem lebenskräftigen Erez Israel. Palästina selbst aber kann nur ״religiöskulturell von der Thora“ bestimmt werden. ״Der Thoraisraus“, so formuliert es der Verfasser, ״ist die im jüdischen Volkskörper immanent wirksame Energie, die in außerorentliehen Zeiten der Gefahr die Leuchtkraft einer nationalen Bewegung annehmen kann“. Alles was in die Sphäre des öffentlichen Lebens hineinreicht, muß nach dieser Auffassung mit ״den Forderungen der Thora konform gehen, lind die Gesellschaft hat darüber zu wachen...“ Einer der drei Vorträge umreißt die Situation der heutigen J 11 g c 11 d und kommt zu dem Ergebnis, daß unsere Jugend zwar ״organisiert“ sei, aber keine Erziehung finde: ״Für das jüdische Erlebnis ist sehr wenig Raum geboten. Und zuweilen ist man geneigt zu zweifeln, ob das die Jugend ist, die schöpferisches Judentum entwickeln wird können.“ Die Jugend mache sielt ihre Haitung zum Judentum zu leicht; sie müsse wieder lernen, den jüdischen weg zu gehen und damit auch die Welt jüdischer Formen verstehen zu lernen; ohne sie verlieren wir das Ziel und uns selber. ־ N. Ki tawou el haarez. 1 Icrausgegcheii vom Keren Erez Israel scliel Haniisrachi, Jerusalem 5(101), Elf Seiten (hebräisch), zu beziehen durch die^M Israeli i-l.au des/cntrale, Berlin-Ciiarlottenburg 2, KantstrTh. Nach einigen kurzen Ratschlägen für die Landung in Jaffa und Haifa und Angaben der Adressen der misrachistischcn Büros und Institutionen ist der Hauptteil der Schrift der Misrachi-Arbeit im Lande gewidmet. Den weitaus größten Raum nimmt die Darstellung des Erziehungswesens ein. Nach Wiedergabe der allgemeinen Entwicklung des misrachistischcn Erziehungswesens folgen Angaben über die Kindergärten, die Lehrpläne der Volks- und Mittelschulen, des Misrachi-Lehrertmd Lehrerinnenseminars sowie Angaben ober die Zahlen der Institutionen, Lehrer und Schüler in allen Orten. Die Darstellung der religiösen Institutionen beginnt mit einer Mitteilung über die Bestimmungen für die Knesset Jisrael, das Obcrrabbinat, den Rahbinischen Rat und die Rabbinatsgerichte. Ihr schließen sich die Angaben über die religiösen Institutionen in den einzelnen Orten an. Der Bericht über den Hapoei Hamisrachi enthält genaue Angaben über seine Siedlungen und Kibbuzim. Die Broschüre bringt ferner Mitteilungen über die Misrachi-Frauenorganisation, über die Jugendorganisation in Erez Israel, B’nc Akiba, und die Misrachi-ßank. Sämtliche Aufsätze bringen reiches Tatsachen-und Zahlenmaterial. Die Broschüre interessiert nicht nur, wie auf dem Titelblatt angegeben, den Einwanderer und Touristen, sondern dient auch außerhalb des Landes zur Unterrichtung über die Institutionen des Misrachi. -MAGISTER KIRSCH—, Der gute Likör Magister-Likörfabrik, Manchen VII