Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 41 (1936)
- Issue
- Heft 41 (22.5.1936)
- Date
- 1936-05-22
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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! JÜDISCHE RUNDSCHAU PÄIÄSTINA-BLATT NR. 41, 22. MAI 1934 Verschärfter Kampf um den Streik Von unserom palästinensischen Korrespondenten gl. Tcl-Awiw, 14. Mai Nach den einander folgenden Erklärungen des High Commissioners, von denen insbesondere die letzte an Klarheit und Schärfe nichts zu wünschen übrig ließ, hat sich im Lande bisher kaum etwas geändert, es sei denn, daß die Lage noch drohender und gespannter geworden ist. Jedenfalls ist auch nicht die geringste Beruhigung (xier Erleichterung walir/unelunen und cs besteht im Gegenteil der Eindruck, daß sich die Dinge zuspitzen und wir es mit noch schwierigeren Fragen zu tun bekommen als den ununterbrochenen Akten des Terrors aus dem Hinterhalt, unter dem wir in den letzten Wochen dauernd zu leiden hatten. Die Verwarnung des High Commissioners an die arabischen Führer, von jeder Verbindung mit der vorgeschlagenen Bewegung des bürgerlichen Ungehorsams abzurücken, hatte beim arabischen Rate keinen Erfolg. Die negative Stellung der Führerschaft, die zuerst feste Zusagen über die F. i n - Stellung der E i n w a n d e r u n g verlangt, ehe sic überhaupt verhandeln will, ist auch nicht durch die Perspektive erschüttert worden, daß die Londoner Verhandlungen mehr umfassen könnten als die Frage des Legislative Council. Die arabische Presse hat Mitteilungen über einen Brief ries H i g 11 Commissioners an zwei arabisc 11 e N o - fabeln gemacht, in dem ihnen mitgeteilt wird, daß nun in London bereit sei, sich nicht nur über den g e s c t z g c b c n - den Rat, sondern auch über die Frage der Boden kaufe und der Einwanderung auseinanderzusetzen. Dieser Brief ist bisher nicht dementiert worden, und man darf also annehmen, daß an diesen Propositionen etwas dran ist. Die Rede von Ben (iurion bei der Eröffnung des Kolonisationspavillous auf der Tcl-Awiwcr Messe, die jede Verbandlung und Untersuchung, die sich mit den einmal verbrieften Rechten der Juden in Palästina (also z. B. Immigration) nochmals auseiuander-etzeii will, mit Heftigkeit abielmte, legt ebenfalls die Vermutung nahe, daß in der Tat ein solcher Vorschlag von London-Jerusalem an die Araber vorlicgt. In jedem Falle hat er bisher keinerlei Wirkung auf die arabische Politik gehabt. Diese gellt den einmal eingeschlagcnen Weg weiter, vielleicht nicht so sehr aus freiem Willen, als von der Macht der Ereignisse gedrängt. Wir schrieben in der vorigen Woche, daß die arabische Führung ihre Politik, getrieben von den radikalen Elementen, schrittweise wird verschärfen müssen, solange sie nicht irgendeinen Sieg über die Regierung vorweisen kann. Diesen Sieg hat ihr das Colonial Office und das Obcrkommissariat bisher nicht eingeräumt, und folgerichtig verschärft sich die arabische Taktik in den letzten Tagen. F.s geht augenblicklich um zweierlei: Die Aufrechterhaliung des Generalstreiks mit allen Mitteln und die Vorbereitung der Bewegung der ״civil d i s o b e d i e n c e“, deren Beginn für den 15. Mai angesetzt ist. Es ist fraglos ein Erfolg der arabischen Bewegung, daß sie den Streik jetzt fast drei Wochen hat halten können, wenn auch sein Bestand nur unter starkem agitatorischem Druck möglieh war. Wenn es sich nur darum handelte zu zeigen, daß die Araber einer solchen laiigausgehaltencn politischen Demonstration, die erhebliche wirtschaftliche Opfer kostet, fällig sind, so könnte man sich mit den Errungenschaften dieser Wochen begnügen. Da aber als Reaktion auf diese Anstrengung von der Gegenseite, also der Regierung, kein Nachgeben zu spüren ist, sich auch die Juden nicht haben einschüchtern lassen, so muß der Streik weiter getrieben lind soll überdies durch schärfere Maßnahmen, also den Beginn der civil disobedience gestützt und bedrohlicher gestaltet werden. Im Kampf um die Aufrechterhaltung des Streiks haben die Araber in den letzten Tagen — ein böses Zeichen für die Situation •— nicht nur zu Terrorakten gegen Juden gegriffen, sondern auch in einzelnen Fällen dieselbe Taktik gegen Araber, mit deren Führung sie nicht zufrieden waren, angewandt. Bisher hatten sich die Agitatoren begnügt, Lebensmittel, die zum Transport in die Städte bestimmt waren, zu vernichten, Läden mit Gewalt zu schließen und arabische Arbeiter aus der jüdischen Wirtschaft heraus/tiholen, 111 den letzten Tagen wurden jedoch einige Gewalttaten verubt, die weit ernsteren Charakter tragen. An das Haus des a r a b i s c 11 e n B ü r g e r m e i s t e r s v o n H a i f a, der seit Jahren in guter Kooperation mit den Juden arbeitet und nach wie vor seine Pflichten als Oberhaupt der Stadt erfüllt (im Gegensatz zum Bürgermeister von Jerusalem, Dr. Khaldi, der seit der Bildung des obersten arabischen Rates diesem seine ganze Zeit widmet und den Jerusalemer Stadtrat überhaupt nicht zusammentreten läßt) wurde eine Bombe gelegt, und es war ein Wunder, daß Hassan Sclmkri und seine Lamilie unverletzt davon kamen. In einer Jerusalemer Vorstadt wurde ein Araber, der in einem jüdischen Werk als Wächter latig war, erschossen, ein anderer verletzt. Und auch in kleineren Zwischenfällen spürt man an vielen Stellen, daß der arabische Terror, der bisher sich nur gegen Juden gewandt hat, jetzt dieselben Mittel (wenn auch natürlich bisher in weit geringerem Maße) gegen die arabischen Kreise anwendet, die mit der herrschenden kampflustigen Richtung nicht übereinstimmen. An den Stellen — Und das ist symptomatisch —, wo der jüdische Gegner fehlt, also z. B. in den Städten mit rein arabischer Bevölkerung, wendet sich die Gegnerschaft und der Terror deutlicher als je zuvor gegen die Engländer. Manche dieser Orte, wie Tulkerem und Nablus, sind von jeher Zentren der scharfen nationalistischen Agitation Und der Unruhe gewesen. Heute werden sie ־zu Angriffs- Punkten gegen die Engländer. Aus Tulkerem haben z. B. die englischen Offiziere und Beamten ihre Familien nach Haifa geschafft. Denn wenn bisher auch noch kein besonderes '•nlieil angerichtet wurde — jedenfalls entsprechend den Maßstaben der letzten Wochen —-, so ist es auf die Dauer doch tucht gemütlich, wenn eine Bombe vor dem Haus des Beamten platzt oder ein Angriff auf die Polizeistation abgewchrt werden muß oder ähnliches. Es bestellt in der letzten Woche nicht nur eine erhöhte Tätigkeit der Streikagitatoren in den Städten, sondern auch eine Ausbreitung ihrer Aktivität auf die Dörfer in größerem Maße als bisher. Hier und da finden Versammlungen statt, in denen sich die Dörfer verpflichten, den Kampf gemeinsam mit den Städten zu führen. Daß die Propaganda auch unter den Fellachen immer mehr auf fruchtbaren Boden fällt, sieht mau an den Bränden, die immer wieder Vorkommen, trotz aller Vorsicht und allen Wachens und sozusagen unter den Augen der Polizei. Von größter Bedeutung für die Aufrechterhalfung der arabischen Bewegung im Lande war die Rundfahrt des obersten arabischen Rates unter der Führung des Mufti von Jerusalem. Auch wenn man die überschwenglichen Beschreibungen der arabischen Presse auf ein vernünftiges Maß zurückführt, so bleibt fraglos die Tatsache bestehen, daß dieser Besuch der Leitung in den Zentren, in Nablus, Haifa, Akko usw. von der Bevölkerung mit Begeisterung a u f g e n oni m e n wurde. Ucberall, in Städten und auf den Dörfern, durch die man fuhr, sammelten sich Massen, die ihrer Zustimmung und Begeisterung Ausdruck gaben, die arabischen Skouts lieferten Ehrengeleite, die Vcrsammhingen, wie zum Beispiel die in Haifa, wurden zu großen Kundgebungen. In II a i f a, wo bisher die Arbeit im Hafen ungestört wcitergelif, wurde wenigstens beschlossen, bestimmte Boote aus dem Verkehr zu nehmen. Die Frage des Haifaer H a f e 11 s hat nach wie vor zentrale Bedeutung. Es ist bisher nicht gelungen, liier dein Jaffaer Vorbild nachzuknmmcn und die Arbeit still/ulegen. Die Araber stehen hier einerseits vor der jüdischen Konkurrenz, die sofort in die Arbeitsplätze einrücken und damit den Streik zu einem großen Teil illusorisch machen würde und sie wissen andererseits, daß die Regierung die Sperrling des Haifaer Hafens niemals zulassen kann und Wie lange wollen wir stumm bleiben? Aus Tel-Awiw wird uns geschrieben: Unter dieser Ueberschrift veröffentlicht M. Assaf im ״Dawar“ einen Aufsatz, in dem er auf die Notwendigkeit hinweist, in arabischer S p r a c 11 e Propaganda für die zionistische Sache zu treiben. M. Assafs Worte haben ein starkes Echo gefunden, wie mehrere nachfolgende Einsendüngen an den ״Dawar“ beweisen, in denen die Gründung einer arabischen Zeitung verlangt wird. M. Assaf führt u. a. aus: ״In der Stunde der Gefahr werden auch die Gleichgültigen zum Nachdenken angeregt, und sind bereit, die Notwendigkeit einer Aufklärungsliteratur in arabischer Sprache zuzugeben. Sobald aber die Gefalir vorüber ist, wird man wieder uninteressiert. Die arabische Zeitung, die man gegründet hat, geht ein. Aber eine solche arabisch gcschriebene Zeitung kann nur wirksam sein, wenn sie jahrelang erscheint. Würde unsere letzte Gründung die ״Friedensjahre“ überdauert haben, so wäre sie jetzt von Wichtigkeit für uns. Aber in Wirklichkeit gab es ja in der Zcitungs- Propaganda niemals Frieden, ja noch nicht einmal einen Waffenstillstand. Es gab nur eine merkwürdige Verkennung der Wirklichkeit auf unserer Seite. Und so hängen die Juden, die ihre Sache vor den Arabern vertreten wollen, jetzt von der Gnade der arabischen Journalisten und Ueberset/er ab, die in der arabischen Presse Auszüge aus der jüdischen Afulah im Zeichen der Unruhen Atuiah liegt im Mittelpunkt des Emek und ist Umsfeige- Station für den . Autobusverkchr Haifa—Jerusalem, Tel-Awiw, Tiberias. Was macht man in Afulah? fragt der Reisende. ״Man steigt um“, lautet die Antwort. Der Reisende,■der eine Stunde in einem der vielen Restaurants am Bahnhof sein Frühstück oder Mittagbrot cinnimmt, kann an dein stillen, kleinen Städtchen in dieser kurzen Zeit nichts anderes walmichmen. Er weiß nicht, welch aufopfernde Arbeit, welche ungeheure Leistung körperlicher und seelischer Art hier täglich vollbracht wird: er sieht nicht die vielen tausende, etwas abseits liegenden Obst- und Zitrusbäume; er weiß nicht, wie Afulah sich langsam zu einem jüdischen Stadteben entwickelt. Die Unruhen haben dieses Städtchen äußerlich nicht wesentlich erschüttert. Was aber im stillen geleistet wirrt, ist sehr groß. , Nacht für Nacht gehen die Posten durch alle Straßen, junge und alte Männer, die am Tage schwere Arbeit tun und nun schon seit drei Wochen in der Nacht kaum zwei bis drei Stunden Schlaf haben. Hier stellt einer für den anderen und die Frauen und Kinder könnet! ruhig schlafen. Vor allem auf die Felder hat man ein wachsarrics Auge, um sic vor Brandstiftung zu bewahren. Eine kleine Begebenheit entbehrt nicht einer gewissen Komik. Ein etwa vierzigjähriger Mann hat gewacht. Er ist ein fleißiger und frommer Mann, der seine 300 Dunam Getreide allein bearbeitet; seine trau betreut zu Hause fünf Kühe und hat drei kleine Kinder. Nicht eine Minute Ruhe gönnt er sich bei der Wache. Plötzlich fauchen zwei bewaffnete (icstalten vor ihm auf. Linen Moment bleibt er sprachlos, daun brüllt er mit lauter Stimme durch die totenstille Nacht: ״Chewre, ma kimint!“ Alles stürzt aus den Häusern — und was sieht man? Zwei englische Polizisten, die harmlos des Auswanderer! Wie transferieren Sie Ihr Vermögen? 1. Berotung Ober die Einwcmderungsstaafen aus etg. londeskenntnii {Europa und Uebersee) 2. SesfmoalttiRer und sdineller Vermögenstransfer 3. Immobillen-Tausch bei Auswanderungen Dr. jur. G. E. ROSENDAHL D«vU*nb«rat#r {Volljurist und Vollkaufmonn) Frankfurt a. Main, Liebigstraße 50 Sprechstunde nur nach Anmeldung / Ruf: 77128 wird. Handelt es sich doch hier nicht mir um das wichtigste Tor für den Import, sondern auch um die Basis der eng- 1 i s c!1 e 11 M arine und den Auslauf der O e 1 I e i t u n g. Die sich dauernd vergrößernde Spannung im Lande und die den Dingen innewohnende Tendenz, sich zu verschärfen, hat gestern in Jerusalem zu zwei Morden geführt, die etwas besonders Grausiges und Tragisches an sich haben und das ganze Land in gleichem Maße erschütterten, wie vor- 11er die Jaffaer Ereignisse. Die Erschießung zweier frommer Juden in der Altstadt in Jerusalem, die nichts mit Politik und den Ereignissen zu tim hatten und auf die die Kugel aus dem Hinterhalt nur zielte, weil sie als Juden kenntlich waren, zeigt den gegenwärtigen Terror in seiner feigsten und brutalsten Form. Aus der Altstadt in Jerusalem werden luden seit gestern unter Eskorte lierausgebracht, es werden Harri- Kaden errichtet, bestimmte Teile abgesperrt und der Ausiiahniczustand ist ebenso wie in Jaffa erklärt worden. Wieder einmal herrscht überall im Lande jenes schwere Gefühl der größten Unsicherheit, der Ungewißheit über das Morgen. Der High Coinmis sioncr hat in eigener Person im Radio der Bevölkerung die Ankunft des neuen Militärs verkündet und um 11111a! s in aller Deutlichkeit dem Willen der Regierung Au-di tick gegeben. Ordnung zu sehaffen. krage ist jetzt, auf welche Weise und mit welchem dieses ״Onliuiiigniaclicn'‘ vor sieh gehen wird. High CommÖM(H1er darauf gehofft hat, durch die ein und durch die HeraiiM'haffiing weiterer Truppen die Gefahren der arabischen Bewegung zu br-ciiigen, so haben sich diese Erwartungen bisher keineswegs be-tntigi:. Die Steine zertrümmern nach wie vor dir Scheiben der Autos, nach wie vor liegen die Nagel auf den Wegen, nach wie vor züngeln hier und dort die fTrimmen auf, in Jerusalem findet die Kugel aus dem Hinterhalt die unschuldigen Opfer, Die Regierung ist fraglos imstande, grilliere Ausbrüche zu verhüten. Sie scheint vorläufig nicht imstande zu sein, den 1 error lahm/ulegen, der mit Geschick, Skrupellosigkeit und Verve überall von den Arabern grliandhaht wird. Der Zweikampf zwischen Eiigl.imlern und Arabern, in den! bisher die luden die Leidtragenden waren, treibt einer weiteren Verschärfung entgegen. Die große L r f o I g e Wenn der Lrkläruio veröffentlichen. Nicht selten sind diese Auszüge absichtlich oder unabsichtlich verstümmelt. Wenn man den Zustand unserer Propaganda überdenkt, kamt mau wirklich an der Realität der Tatsachen zweifeln! In den fernsten Landern, die nur kleine jüdische Volksteile beherbergen, sorgen unsere nationalen Institutionen für eine ausgiebige Propaganda, hier aber, inmitten der Araber und arabisch sprechender Völker, die uns von allen Seiten umgehen, und die wohl 40 bis 50 Millionen Menschen zählen, mit denen unser Schicksal heute und in alle Zukunft verknüpft ist, gerade weil wir mit ihnen in Konflikt geraten sind, — hier sind wir plötzlich völlig stumm geworden. Ich bin weder ein Pessimist noch ein Optimist in der arabischen f rage, und ich sehe in der Anwendung solcher Kategorien in bezug auf sie ein Zeichen 'völliger Verständnislosigkeit. Wir sind gezwungen, hier zu leben und hier zu wachsen, und mit unsenn andauernden Wachstum können auch unsere Anstrengungen hier Wurzel zu fassen nie aufhören. Eines der Mittel zu dieser Verwurzlung ist die Erzielung eines Einverständnisses mit den Arabern. Wie wir überhaupt nicht hoffen können, uns sofort zu verwurzeln, so können wir auch nicht hoffen, sofort die Araberfrage zu lösen, die nur ein Teilprohiem dieser schwierigen Angelegenheit ist. lieber Dinge dieser Art haben unsere Weisen gesagt: ״Nicht du mußt das Werk vollenden, aber du hist auch nicht berechtigt, dich ihm zu e!11 z. i e 11 e n.“ man Ausvöllig fortjunge Sack Weges daherkoinmen. Trotz dem Trust der Zeit bricht in Gelächter aus, und ein paar Tage noch ist der Spruch in aller Munde: ״Gltewre, 111a kimmt!“ Die arabischen Lastträger in Afulah sind jetzt verschwunden; man hilft sich gegenseitig, die Wan zusrhaffen. Bezeichnend ist eine Begebenheit, die eine Frau mit einem Poel hat: Sie muß einen großen Spinat zur Bahn befördern und Bittet den Poel, ihr das zu besorgen. Nachdem er eine schwere Arbeit von ,teilt Stunden hinter sich hat, lädt sielt der junge Mann den schweren Sack aut den Buckel; die Frau!rietet ihm - <1,1 er jede Be- Zahlung ahlchnt — einige Zigaretten an, aber auch die lohnt er ah. ״Das wär’ ja keine Tctiwe״, meint er, ,,wenn man eine Mi/we tut, darf man nichts dafür nehmen, das sieht ja ans, als wolle man Prozente haben.“ Und zieht mit seiner schweren Last pfeifend davon. Ein merkwürdiger Zufall ist, daß Jahr das erstemal den Wfsaeli in Kartoffeln aii/.upflan/.cii. Zirka 20 schriftliche Siedler aiigehaut; es war denn die Emek-Lrdc ist schwer und die Kartoffel wachst atu günstigsten auf Sandboden. Doch die Ergebnisse sind gut, und wie froh ist man, daß man auf den etwas stockenden Autobusverkehr gerade jetzt nicht angewiesen ist lind eigene Kartoffeln hat. Auf dem Markt in Afulah steilen sonst viele Araber und nur vier jüdische Verkäufer. Aber jetzt ist es anders. Die Araber brachten viel Gemüse und Eier hierher; jetzt kaufen die Hausfrauen von Juden erzeugtes Gemüse und Eier. Es war auch ein Zufall, daß einige Siedler in diesem Jahr sielt große Gemüsegärten anlegten und besonders große Mengen Gemüse-Setzlinge herstelltcii. Mehr denn je kaufen die Hausfrauen diese Setziinge aut und jede legt sich an dem am Haus befindlichen Gärtchen kleine Gemüsebeete an, um sielt möglichst: tuiabhängig zu machen. Audi das naheliegende große Krankenhaus der Kupat-Cholim profitiert am Gemüse- und Kartoffelbau Afulahs, und es wird vielleicht einmal möglich sein, daß es seinen sämtlichen üemüsebedarf in Afulah deckt. T. St. man gerade in diesem Afulah gemacht hat, Dunam haben einige fortkein kleines Wagnis, Der Negus empfing jüdische Journalisten In seinem neuen Wohnsitz in der Nähe von Rehavia. Er erklärte, er sei überrascht über die Entwicklung Palästinas seit seinem letzten Besuch im Jahre 1924. Er wisse, die Juden seien ein friedliches Volk. Wie uns mitgeteilt wird, ist der in Nr. 36 abgebildcfe zweistöckige Autobus noch nicht in Tel-Awiw in Verkehr genommen, sondern nur auf der Messe ausgestellt. 1:1 »-. 1