Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 41 (1936)
- Issue
- Heft 37 (8.5.1936)
- Date
- 1936-05-08
- Page
- – (sequence 18)
- Language
- German
- Belongs to
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SPOß T-B UN DSC HAU ______ ___ __ V JODISCHE RUNDSCHAU NR. 37, 8. MAI 193Ä Die Leichtathleten Im Deutschen Makkabikrels BK. Frankfurt und BK. Breslau siegen in der Vorrunde Makkabi Düsseldorf unterliegt gegen Frankfurt im Handball In diesen Tagen beginnen die Leichtathleten des Makkabi überall in Deutschland sich für die großen Sportereignisse dieses Sommers zu rüsten. Ueberall wird das Training aufgenommen, und die ersten Sportfeste stehen bevor. Die großen Vereine halten in den internen Sportfesten Heerschau ab, und am 17. Mai ist als erste größere Veranstaltung die Durchführung der Rundenwettkämpfe in der Leichtathletik vorgesehen. Man weiß noch nicht, wie es in diesem Jahr um die Kampfstark(: der Leichtathleten des Makkabi steht. Es ist zu hoffen, dal! neben den bekannten Wettkämpfern auch neue Talente entdeckt werden. Vorläufig wird man freilieh, wenn man überlegt, wer wohl in erster Linie zur Vortretung des Deutschen Alakkabikreiscs berufen sein wird, sich an die Ergebnisse des letzten Jahres halten müssen. Die Hauptstärke des jüdischen Sportes gerade in Deutschland sind seit einigen Jahren die Sprinter. Der Deutsche Makkabikreis ist auf den Kurzstrecken wahrscheinlich auch noch in diesem Jahr gut gerüstet. Werner Schaft mann, der hochbegabt ist, und durchaus noch Verbcsseningsmoglichkeiten hat, obwohl er bereits Makkabimeist er war. dürfte auf beiden Strecken eine gute Waffe darstellen. Der Breslauer S t e r n 1 i e b, der vor zwei Jahren mit seinem überraschenden Siege bei dem großen Frühjahrssportfesf des Bar Kocliba-Ilakoah Berlin in die erste Reihe trat, hat im vorigen Jahr die in ihn gesetzten Erwartungen nicht ganz erfüllt. Br ist jedoch wieder im ernsten Training, und es kann sein, daß er sich an die Spitze der Makkahispriuicr stellen wirr!. Dr. L e w i n, der im vorigen Jahre in den meisten Rennen, die er bestritt, siegreich blieb, steht nun schon seit \1elen Jahren in der ersten Reihe der jüdischen Sprinter. Bs ist durchaus möglich, daß er nun endgültig von seinen jüngeren Kameraden über- Bügelt wird. Aufrichtig, der vierte Mann der 1 100-m- Staffm des [ )eut<eben Makkabikreises, ist immer noch zu beachten, und auch S e 1 1 g in;1 n n, der sieh im vorigen Jahre besonders bei den Makkabimeisterschaften überraschend gut hielt, kann sieh weiter entwickeln und entscheidend in die Kampfe um die Spitze eingreifen. Bei den Makkahimeistcrschnfuni 10(5 traten außer den Genannten Mansfeld (( hemmt/) und (1 i! tt / b u r g (München) in I rseh ״iming. Besonders Mansfeld, der als neuer Mann sieh ber.'ts bis in den Bndkampf vorkampfte, hat gute /iikuniisatiawchtcii. Das Bild wird hierbei über 100 und 200 m ziemlk h das gleiche sein, Einzig Aufrichtig dürfte über 200 m mehr Chancen haben als über 100 nt. Schon aut der 100-rn-Strecke begann im vorigen Jahre die unumschränkte Herrschaft von Orgler (Wuppertal). 1934 war er noch hei den Makkabimeisterschaften über 400 m von Balkenberg geschlagen worden, während er die S00 m überlegen gewann. Im vorigen Jahre unterlag er aut der Makkabiah über 800 m nur Rosenkranz und gestaltete jedes Rennen in Deutschland zu einem klaren und überlegenen Siege, insbesondere die Makkabimeisterschaften und seine Läufe beim Verbandskampf gegen den RjF. Er dürfte auch in diesem Jahre weder über 400 nt noch auf den Mittelstrecken zu schlagen sein, lieber 400 in wird voraussichtlich Balkenberg, der ebenso wie Orgler und Schattmann erst 20 Jahre alt ist, sein schärfster Gegner sein Auch Sorkin, der ebenfalls bei der 4 x 400-m-Staffcl beim Verbandskampf ein gutes und überlegtes Rennen lief, dürfte in diesem Jahr eine gute Waffe sein, und Blum (Frankfurt), der nun schon ״alter Herr“ geworden ist, wird in entscheidenden Rennen, wie schon so oft, seinen Mann stehen. Geher 800 m stand bereits im Vorjahr Walter Cohn, der dama 1s HOC 11 jugen dlichvr war, an zweiter Stelle der Best enlistc 1 n / w .,ist .dien durfte er sielt erheblich verbessert habe ״, w enn e r auch wahrst rlH in!ich Orgler noch nicht gefa' Itrden kann. Bt .•! den Makk abimristerschaften 1935 waren zwis ehe;! ihm u nd i ׳ ן r () er nocl!1 Roths c h i 1 d {Nürnberg) und R t: d a w e t (1 rank! furt), vi m denen besonders der noch sehr j!l!u:r ׳ Nürn he rger l kuciifal'׳. ils eine starke Hoffnung darstellt Völlig umtb c r •י mditlit 11 i-t die Situation über 1500 m. (> r ä.; 1 e r durfte /war. wie im '.'orjahr, so auch in Zukunft auch auf י dieser St! ״ecke der Sc hiiellste sein, wird aber nicht viel ( Je 11•.; genhri! f inden, auch diesen Wettbewerb zu hestreb teil I* e t r;1 1 k von dum m an nach srinetn Sieg auf den Mak habe!! ei-terM;11׳, iftcn bMi u me gute Zukunft erwartete, hat 1111 V orjahr V ״11!,־ v um• ׳.■:!׳־;! , und es bleibt abzuwarten, oh 1“■' du n geli 113 t, du ruh flu ißiges 'Training und Energie die Mogln ehkede n, die ׳. ¬יי NUltiU r Veranlagung nach hat. zur Aus« irktin 1׳ zu hr ingeii. R o s ■ 1:11 gar teil, der im vorigen Jahr über ' 5000 נח auf der S\ akkabiah so erfolgreich war und auch die M ak: kabmi umturm haften gewann, ist auch über 1500 m an / \v e 11 t ׳ r Stelle der IR •-tHste zu finden. W e r t h e 11, von tlum! man gl ck ditalK schon viele hochwertige!Tennen gesehe n hat, hatte HI] vorn Teil Jahre eine sehr schlechte Saison. Man hat ן edoeh VH n ihm in/wis eben gute Waldläufe gesehen, so d iaH m; an glaubt;!! dar 1, da» nun wieder aufs neue Verlaß aut ihn s cm wi l'd lieber 5000 m ist die Situation ähnlich, nur daß Orgler nicht mehr in Frage kommt und auch Pet/al! geringere Chancen hat. Die Entscheidung wird also, wie in den letzten Jahren, aller Voraussicht nach zwischen Rosengarten und Werthcn liegen. In den t e c 11 n i s c 11 e n U e b u 11 g e n sind die jüdischen Sportler immer schwächer gewesen und werden es auch in diesem Jahre sein. Am günstigsten sind die Aussichten noch für den Hochsprung. Blanck I (Hannover), der im vorigen Mit Spannung hatte man den Begegnungen der sitd- und westdeutschen Makkabiineister im Euß- und Handball entgegengesehen, die sich vor einer ansehnlichen Zuschauermenge a!11 letzten Sonntag in Duisburg gegenüberstanden. Fm Handball gab cs einen bis zur Sehlußininute erbitterten und packenden Kampf zwischen Bar Kochba Frankfurt und Makkabi Düsseldorf. Die westdeutschen Makkabim begannen mit großem F.lan; in der 10. Minute gingen sie durch einen Weitschuß ihres Mittel- Stürmers in Führung. Nach dem Wechsel erzielte Frankfurt den Ausgleich, dem kurze Zeit später der Düsseldorfer Halblinke das zweite Tor folgen ließ. Nachdem die Frankfurter diesen Treffer ausgeglichen haben, setzt in den letz.ten 10 Minuten ein dramatischer Endkampf ein. Auf beiden Seiten wird recht körperlich gespielt. Der Schiedsrichter Meyerhoff (Köln) trifft einige Fehlentscheidungen. Die Frankfurter zeigen im Endkampt ihr größeres Stehvermögen, können jedoch den in glänzender Form befindlichen Torhüter der Düsseldorfer nicht bezwingen. Auf beiden Seifen gibt es zahlreiche Freiwürfe, die ergebnislos bleiben. Man rechnet schon mit einer Verlängerung, als eine Minute vor Schluß ein Wurf von 1 Or jür Frankfurt Foto: Benno Oppenheimer, Essen 'fcteStiU-jk ״.;£?k'׳v «י* I . יד Ä&Ägf f Jahr 1,78 m gesprungen war, erreichte bei dem Frankfurter Hallensportfest im November sogar 1,85 m, eine für die Halle auch im internationalen Sport durchaus beachtliche Leistung. Wenn er an diese Form anzuknüpfen vermag, wird endlich auch im Hochsprung dem Deutschen Makkabikreis eine starke Waffe zur Verfügung stehen. Freilich ist er vorläufig der einzige Springer von Format, lieber 1,60 m kamen dann noch G r ü neba 11 m, Metzger, Kikoler und Ehrlich, von denen besonders der noch sehr junge Kikoler sehr gute Verbesserungsmöglichkeiten hat. Im Weitsprung sieht es noch schlechter aus. B u k o f z e r, der mit 6,25 m an der Spitze stand, ist inzwischen nach Palästina gegangen und die Leistungen der nächsten, Stern lieb und S t e r 11 h e i m, sind mit 6,18 und 6,13 in so schwach, daß schon eine erhebliehe Verbesserung nötig ist, ehe mau auch bei Wettkämpfen au fierhalb des Deutschen Makkabikreises Erfolge auf diesem (jehicte erwarten kann. Bei den Würfen hat es ini vorigen Jahr im Speerwerfen eine klare Verbesserung gegeben. Der Düsseldorfer Seligmanti, der jetzt für Chemnitz startet, hat mit 44,00 m einen neuen deutschen Makkabirekord aufgestellt. Bei den Meisterschaften jedoch, wurde er von Neben zahl geschlagen. Auch Broniatowski (Breslau), der im vorigen Jahr zum erstenmal startete, hat einen deutlichen Formanstieg gezeigt. Diese drei und der Meister von 1934, Aufrichtig, werden hoffentlich in ständigem Wettbewerb den Rekord weiter hoch treiben. Bei den Frauen hat es im vorigen Jahre ständig spannende Kämpfe zwischen der Makkabiahsiegerin Elli K e n d - ziorra (Hamburg) und Lore Meyer (Frankfurt) gegeben. Beide liefen unter 13 Sekunden. In diesem Jahre ist Lore Meyer nicht mehr in Deutschland, aber Elli Kend/iorra wird andere Gegnerinnen finden. Hilde Meyer, Tanja Spiwak und Aenne Cohn (Berlin), sowie Mirjam Le es er (Frankfurt a. M.) werden ihr schwere Kämpfe liefern. Aenne Cohn, die im vorigen Jahr die Fünfkampfmeisterschaft des Makkabi gewann, wird im Hochsprung voraussichtlich an der Spitze stehen. Sie erreichte im vorigen Jahr, ihrem ersten Wettkanipfjahr, bereits 1,38 m und dürfte sich noch erheblich verbessern. Auch Mirjam L e e s e r, die im vorigen Jahr mit 1,40 m an der Spitze der Liste stand, und Frl. Fried (Leipzig) werden gute Leistungen vollbringen. Im Weitsprang sind die Leistungen im vorigen Jahr nicht sehr gut gewesen. Die Fünfmetergrenze ist nicht einmal überschritten worden. Da aber eine ganze Reihe von Sportlerinnen, Katz den Frankfurter Makkabim einen glücklichen, dem Spielverlauf nach nicht ganz verdienten Sieg mit 3 :2 bringt. Ihre Fl! entsprach nicht den Erwartungen; L>üsseldorf he-!erte eine großartige Partie. Das Fußballspiel fiel gegen das Handballspiel ab, zumal sich in Bar Kochba Frankfurt und Hakoah Essen zwei ungleiche Partner gegenüberstanden. Die Essener Hakoahner wurden bald nach Spielbeginn durch die Un- Sicherheit ihres Torwächters, der zwei haltbare Bälle durchließ, aus dem Konzept gebracht. Ihre sonst so kaltblütig spielende Elt machte einen nervösen Eindruck. B. K. Frankturt, von Hers ch sehr gut dirigiert, war dem Gegner um eine Klasse überlegen. Ohne sich auszugeben, erzielte die Elf bis zur Halbzeit fünf Tore. Die Essener beschränkten sich aut Durchbrüche, die aber erfolglos blieben, zumal ihr gefährlichster Stürmer, Alexander, scharf bewacht wurde. Nach der Pause kam Essen zum Ehrentor; der verhalten spielende süddeutsche Makkabiineister erhöhte zum Schluß noch auf 7 :1. Das jederzeit vorbildlich faire Spiel wurde von Fritz Falkenstein (Hochneukirch) umsichtig geleitet. ln Königsberg standen sich die Bezirksmeister von Schlesien, der Bar Kochba Breslau, und von Ostpreußen, der Bar Kochba Königsberg, gegenüber. Die ansehnliche Menge von Zuschauern, die sich trotz, schlechtem W'etter eingefunden hafte, erlebte ein sehr spannendes und außerordentlich flottes Spiel. Sofort nach Anpfiff ging die Breslauer Mannschaft zum Angriff über, und es gelang ihr schon nach kurzer Zeit, das erste Tor einzuschicken. Danach aber fand sich Königsberg besser zusammen und verstand es, das Spiel offen zu gestalten. Beide Tore waren oft in Gefahr. Königsberg drängte jetzt sehr stark und kam auch nach schönem Durchbruch zum Ausgleichstreffer. Schon glaubte man, daß die erste Halbzeit unentschieden enden würde, als 1111erwartet noch ein Tor für Breslau fiel. Auch in der zweiten Hälfte blieb das Spiel außerordentlich schnell und interessant. Bald erzwang Königsberg den Ausgleich, aber mit einem weiteren Treffer gingen die Gäste wiederum in Führung. Durch energisches und aufopferndes Spiel konnte Königsberg zwar noch einmal ausgleichen, nun aber machte sich durch besseres Steilungsvermögen und genaueres Zuspiel eine leichte Ueberlegenheit der Breslauer Mannschaft geltend. Es zeigte sich jetzt, daß die Gäste in besserer Form waren. Während sich bei der Königsberger Mannschaft, die in diesem Jahr erst zwei Spiele absolviert hatte, Ermüdung bemerkbar machte, griff Breslau weiter an und kam noch zu vier Torerfolgen. Ergebnis 7:3 für Breslau. die fast alle noch sehr jung und im Aufstieg sind, darunter Hilde Meyer, Mika Schmidt und Aenne Cohn, mehr als 4,70 m erreicht haben, sicht es auch in diesem Wettbewerb hoffnungsvoll aus. In den Würfen wird in diesem Jahre Selma Schulmann dominieren, da Märtel Jakob ausgewandert ist. Es bleibt abzuwarten, ob sie an ihre früher gezeigte Form anknüpfen kann. Auch in den Würfen wird Aenne Cohn eine schwere Gegnerin für die Spezialistinnen abgeben. t. n. Prager Boxer bei ״Maccabi“ Der Jüdische Box-Club ״Maccabi“ E. V. wartet am 12. Mai in den Spichernsälcn mit einem äußerst interessanten Boxabend auf. Der bekannte Boxklub ״Star“ Prag, der über ausgezeichnete Leute verfügt, bat seine Zusage gegeben. Seine Boxsektion ist die beste in der Tscheche- Slowakei und trägt den Meisterschaftstitel von Prag und Böhmen. Unter den Boxern ist besonders hervorzuheben der jetzige Mittelgewichtsmeister der Tschechoslowakei, Hrub e 5, der den Europameister Campe hoch nach Punkten geschlagen hat. Außerdem ist in der Mannschaft der Weitergewichtsboxmeister Hrdlicka, welcher den deutschen Meister Schicinkofen (München), ebenfalls nach Punkten, besiegte. Das Leichtgewicht vertritt der tschechoslowakische Meister Kral, der, wie auch die übrigen Prager Boxer, eine gute Rekordliste von Auslandsstarts besitzt. Maccabi geht mit Noschkes, Ruhen, Franke, Neumann, Joel, Schott II, Krönfeld, Eskenazi in den Kampf. Beginn des Kampfabends 20 Uhr. Eröffnung der Leichtathletiksaison In Berlin findet am 10. Mai ein Eröffnungssportfest des Bar Kochba-Hakoah statt, das um 2 Uhr auf dem Sportplatz im Grunewald beginnt. Außer den Wettkämpfen, die alle bekannten Wettkämpfer am Start sehen werden, ward im Rahmen dieser Veranstaltung ein Gesamtappell des Vereins abgehalten und das Entscheidungsspiel um die Berliner Handballmeisterschaft zwischen Bar Kochba-Hakoah und der JSG. ausgetragen. _ Bar Kochba Dresden spielt am Sonntag um 4.30 Uhr auf dem Sportplatz am Schätersee gegen denJSK. in der Makkabispielrunde. f.evin l, Schattmann //, Aufrichtig Hl, Ger- Selma Schulmann, Berlin, beim Lore Meyer, Frankfurt a. M., vor Elli Kendziorra, Herbert Blanck, Hannover, beim Hocksprung iton IV, verdeckt Rothschild, im 100-m-Lauf Kugelstoß Hamburg, im 100-m-Lauf Foto«: H.rbcrt s<״m«nf#1d (2) j,ibr.h»m (2) £*5ן!0ן5"! ׳*®יי—,. . ■i: Cd; די»ss י־«נ