Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 41 (1936)
- Issue
- Heft 37 (8.5.1936)
- Date
- 1936-05-08
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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4 ו JÜDISCHE RUNDSCHAU Nr. 37, 8. V. 1936 Der Abschluß der Apac Verheißung und Aufgabe Von Ernst Hoffmann Der nachsichende Aufsatz ist ein Beitrag zur Dia* kuxsion über die Präge des Verhältnisses von Juden und Arabern. (Red.) Eine Hoffnung•, die der entjudetste, nach Erez Israel sich reifende ״Nk'hi/iomst“ mit dem religiösen Juden und mit den ersten Anhängern des Zionismus in Gemeinschaft hegt, ist die, in Erieden zu wohnen, ״jedermann unter seinem Rehstock, unter seinem Feigenbaum“. Oer Friedensgruß ״Seha• loin״ ist Ausdruck einer in der Zerrissenheit des Galuth verbindenden und einenden Sehnsucht. Um so härter trifft unser wahrlich nicht verwöhntes Volk die Begegnung seines Sehnsuchtstraumes mit der palästinensischen Wirklichkeit. Das Land schenkt uns nicht den Erieden, sondern stellt ihn uns als Aufgabe. All den Judentumsmüden nun Trotz, die nach Erez Israel gingen mit dem Wunsche: ״Wir wollen sein und leben wie die Andern“, hat das Land uns, einer nur allmählich wachsenden Insel inmitten eines anderen Volkes, den Frieden auf gegeben; es will uns keine Zuflucht bieten vor unseren Lebensaufgaben, sondern empfängt uns mit diesen. Das Friedensproblem ist vom ersten Anbeginn unserer Volkswcrdung an eine Mitgift des Landes. Der biblische Berieht über die Vorzeit, die Crzvätcrgeschiclife, zeigt uns den greisen Ankömmling aus Ur wie seinen Enkel, der die beiden gewalttätigen Söhne verflucht, in einem steten Ringen um den Erieden mit den Nachharstämmen. Abraham und die seinen sind — mutatis mutandis - eine kleine Minderheit unter fremden Stämmen; so wird bereits die Erzvätergcsehichte zur ersten und nie versiegenden Quelle jüdischer Friedenssehnsucht. Auf der Völkerstraßr, zwischen ausdehnungsbereiten, marlnspeiehernden geographischen Großräume» gelegen, selbst zu klein, um jemals Kerniaml eines größeren Reiches 711 werden, hat das 1 and zu dem inessianiselien Friedensgedanken der Kur.der seinen Anteil geleistet. Wer in der Geschichte des jiidi-.chen Volkes und in seinen Schicksalen eine Bestimmung sieht, wird auch sein wur/rlhaftes Zugeordnetsein zti gerade diesem Stückchen der Erde nicht als Zufall ansehen und wird verstehen, warum die I leimkehr in dieses Land als ״Aufstkg" fAüjeh) empfunden wird. k'e;nes\\egs geht es nur um die Schaffung einer unerläßliehen Voraussetzung des Aufbauwerkes, sondern auch um die Bewahrung des jüdischen Friedenswillens auf seinem nach Jahrtati-enden zum ersten Male wieder heimischen und legitimen Boden. So vorbehaltlos das Judentum es ablehnt, den Krieg fur einen in aller Ewigkeit unabwendbaren Mitgfctalter der Geschichte ait/useheii, so offen muß auch das Fingrstliiidiiis gemacht werden, dal! Galuthjudenheifen und Galuthjuden «m b noch niemals in einer sie zu Kündern des Friedens wirksam und zwingend legitimierenden Lebenslage befunden haben, die den Verdacht, dal! sie den Frieden nur aus Schwäche!!ml .Angst suchten, von vornherein Lügen gestraft hatte. Jüdische Friedensbestrelumgen sind oft mißverstanden worden, haben der Sache, der' sie nützen wollten, nur geschadet und hm־ t räger außerhalb der kriegführenden und friedoachliei'emlen Gemeinschaften gestellt. A!1 einem in F.rez Israel wiedererstarkenden jüdischen Volk wird es liegen, den Frieden im eigenen!.eben, im nachbarlichen Neben- und Miteinander, vorbildlich zu verwirklichen und durch diese lebendige Bewährung auch den Fricdenswillen des Galuth als echt zu erweisen. Friede in Erez Israel ist für das jüdische Volk die Forderung dieses Tages und dieser Stunde; dennoch darf es auch im Augenblick der Prüfung an Geduld, Lösungen heranreifen zu lassen, an der Größe der Aufgabe gemessene Fristen einzuräume», nicht fehlen. So oft die Spannung zwischen Juden und Arabern zu einer bedauerlichen Entladung führt, tauchen Vorschläge und Pläne zur Befriedung auf, die entweder die angestrehte Verständigung zwischen Arabern und Juden schon voraussetzen oder durch unmittelbare Einflußnahme auf jene bewirken sollen, sei es durch Bevorzugung oder Förderung einer dem Frieden mutmaßlich mehr geneigten Parte! oder Klasse, sei cs durch Gewährung wirtschaftlicher Vorteile. Beliebt ist auch, die Differentiation des Problems: ein gutes nachbarliches Verhältnis zwischen jüdischen und arabischen Menschen, die miteinander in Berührung kommen, soll die Lösung bringen. Schließlich soll nichts unterbleiben, was eine geistige mul kulturelle Verbrüderung der blutsverwandten Völker herbei/ufuhren geeignet erscheint. Gewiß i׳d eine jü11׳<rb-nra) is;he Verständigung nicht ohne das arabische Volk möglich, und ganz gewiß wird unsere verantwort!!! he politische Führung jede noch so entfernte fiefnedimgsmogüi hkeif willkommen heißen. Die Verpflanzung von bankrotten Methoden aus dem Galuth nach F.rez Israel vern::1;: ab■ r nur den Weg einer künftigen Verständigung zu \ 1.!!־,allen. \!eilenhf die größte Schwierigkeit, die einer Befriedung!וזד Wege sfe'nt, liegt darin, daß auch unsere arabische Umwelt eine politische Wiedergeburt durchlebt, daß in ihr noch alles in Werden und <. h'ü.ilfimg begriffen ist. Mögliche Kristall!- safion-kernc einer politischen Repräsentation haben noch nicht d:c Kraft zum Ve!tragschluß. Ls ist nicht unsere Sache, auf die Bildung einer arabischen Repräsentanz Einfluß zu nehmen: iur \v irtschaftlichc Leistungen andere als Wirtschaftliehe < jegen!■ istungen zu fordern und wirtschaftliche Vorteile, dir die 1 tewirlJmig des Landes durch uns mit sich bringt, den Arabern n.vhtrnghcb in fövhmng zu stellen. Sicherlich besteht nnd! ein Problem des persönlichen Verhältnisses zwi* sehen eui/ehiiui Arabern und Juden, wenn auch die Lösung nicht Atm dtenieg, sondern Einhaltung einer der Verschiedenheit der Kulturkrci■ e und der völkischen Wesensarten entsprechenden Distanz i-1. Manches konnte zur Verhinderung von Reibereien und zur Entgiftung der Beziehungen von hier aus hcigctngcii werden, doch ist und bleibt die Frage des Friedens eine Frage nicht zwischen Privatleuten, sondern muß zwischen Volk und Volk ausgetragen werden. Schließlich muß jeder Jmportversuch verkappter Asslmilations- Sehnsucht von den Arabern als schwere kulturelle Bedrohung empfunden werden und auch alle religiös konservativen Kräfte zum Widerstand reizen. Einen realen Beitrag können wir Juden zur Befriedung des Landes nur leisten, wenn wir uns vorläufig bloß um uns ere;1 Beitrag zum Frieden kümmern. Fragen wir uns zunächst, ob schon hei uns die Voraussetzungen zu einem Friedensschluß [;(•geben sind. Es genügt nicht, immer wieder auf den ..guten Willen“ hinzuweisen, solange die Betonung auf dem Adjektiv ruht. Fs ist müßig, siel! mit der Frage zu beschäftigen, oh das indisch-arabische Problem in Palästina durch den binationalen Staat, durch den Judenstaat oder durch einen ״ßrith Schalom“ gelöst werden soll, bevor ein cinheitlieh gelenkter, gleichgerichteter, geballter Wille uns zur Nation und damit erst bundesfähig macht. Die jüdisch-arabische Verständigung wird nicht zwischen Nachbarn, auch nicht zwischen einzelnen Parteien oder Klassen zustande kommen, sondern zwischen zwei Nationen oder ״Staaten“ (im eigensten Sinne des Wortes). Aus einem durch klare Grenzführung gesicherten Nebeneinander kann ein Mit- und Füreinander erwachsen, niemals aus einem In- und Durcheinander! Unsere nächste Aufgabe ist es, eine Einheit des I 8Mi זו*liniiBnimm fQr t־׳®pp•״. udtn, felOl Zlmmar und Kuchen Der außerordentliche Erfolg, den die Anglo Palestine Rank soeben mit dem Verkauf ihrer neuen Aktien in der Londoner City erzielt hat, steht in unmittelbarem Zusammenhang mit dem am Tage vorher bekanntgewordenen Jahresabschluß des Instituts. Das zentrale Kreditinstitut des jüdischen Palästina ist in eine neue Epoche eingetreten, und die Verwaltung hat durch ihre von der ordentlichen Generalversammlung bestätigten Entschlüsse diesen Einschnitt auch äußerlich in Erscheinung treten lassen. Durch die Ausschüttung eines Bonus in Form von Gratisaktien werden die Gewinne, die in den vergangenen Jahren, als man Dauer und Stärke des Aufstiegs noch nicht übersehen konnte, vorsorglich aufgespeichert worden waren, an die alten Aktionäre verteilt. Die Verwaltung bringt damit zum Ausdruck, daß sie die Ertragsfähigkeit des Unternehmens, auch mit dem vergrößerten Spesenapparat und dem erhöhten dividendenberechtigten Kapital, für stabilisiert hält, soweit man mit allem notwendigen Vorbehalt überhaupt eine solche Prognose aussprechen kann. Durch die E r h ö 11 u n g des Kapitals endlich, die durch den beim Verkant der Aktien erzielten Ucbcrprcis auch zu einer beträchtlichen Stärkung der Reserven führt, wird das eigene Kapital der Bank in ein angemessenes Verhältnis zu dem Umfang der Geschäfte gebracht. Man hat lange gezögert, diesen Schritt zu tun und das Aktienkapital seihst in Jahren stürmisch wachsender Einlagen auf dem niedrigen Stand von £P 300 000 belassen. Offenbar wußte man damals noch nicht genau — und wahrscheinlieh konnte es damals noch niemand genau wissen — ob die plötzliche Ueberflutung Palästinas mit jüdischen Geldern aus allen Teilen der Welt nicht ebenso schnell zurückgehen würde, wie sie gekommen war, und ob es deshalb zu rechtfertigen wäre, dafür neue Aktien auszugehen, denen gegenüber man sich doch zum mindesten moralisch verpflichtet fühlen mußte, auch hei schrumpfenden Umsätzen eine Dividende herauszuwirtschaftcn. Außerdem wäre es vielleicht vor einigen Jahren noch gar nicht so leicht gewesen, größere Summen palästinensischer Wertpapiere auf dem internationalen Kapitalmarkt zu placieren, eine Ueberlegung, die allzu viele nach den großen Erfolgen der Ruthenberg- Emission, der Keren Hajessod-Anleihe und schließlich der vorigen Apac-Emission, an der sich die Lloyds Bank beteiligte, vergessen haben. Nach der neuen Erhöhung wird das Aktienkapital der Apac £I> 860 000, der offene Reservefonds über TP 200 000, das gesamte E i g e n k a p i t a 1 also über eine Million Pfund betragen. Das EJgcnkapital einer Bank ist aber nicht nur wichtig als Oarantiekapital, also zur Stärkung des Vertrauens der Einleger, sondern es erhöht auch die Bewegungsfreiheit der Bank bei Erfüllung ihrer wichtigsten Aufgabe, der Finanzierung der Wirtschaft. Diese Aufgabe aber fällt bei der Apac, der größten Bank eines im Aufbau befindlichen Landes, dem unmittelbar der Exekutive verantwörtlichen Kreditzentrum der jüdischen Wirtschaft, besonders ins Gewicht. Es ist besonders aufschlußreich, unter diesem Gesichtspunki einmal die Entwicklung der Apac-Bilanzen zu betrachten. Unstreitig hat sich das Tempo des Wachstums in den letzten Jahren etwas verlangsamt. Hatte sich von 1932 aut 1933 die Bilanzsumme des Instituts fast genau verdoppelt, so war i!1 den folgenden Jahren die Zunähme zwar absolut noch immer sehr beträchtlich, aber prozcntual von Mal zu Mal geringer, wie aus der folgenden Tabelle hervorgeht (in Millionen £P). Passiva 1935 1934 1933 Aktiva 1935 1934 1933 Kapital 0,55 0.30 0,30 Kasse u. Bankguth. 1,10 1,01 0,99 Reserve 0,14 0,09 0,05 Wechsel 0,70 0,64 0,35 Wechsel 0,30 0,50 0,17 Anlagen 3,07 2,64 2,20 Depositen 7,15 6,33 4,56 (davon britische Staatspapiere) 2,81 2,29 1,90 Darlehen 2,78 2,16 1,48 Garantien 0.38 0,20 0,35 TodhtergeseUsch. 0,52 0,54 0,10 Gewinn 0,13 0,08 0,03 Garantien 0,38 0,20 0,35 Bilanzsumme 8,65 7,31 5,47 Inventar usw. 0,09 0,11 0,09 politischen Wollens zu schaffen und die Repräsentanz des jüdischen Palästina auf die Kraft dieses einträchtigen, geballten Willens zu stützen. Wir haben keinen Anlaß, daran zu zweifeln, daß das jüdische Volk in F.rez Israel zu einer Nation wird. Auch andere Völker haben um ihre Einigung^ schwer _ gerungen und auch in ihren Reihen gab es kleine Geister, die gezweifeit, gespöttelt und ihr eigenes Volk herabgesetzt haben. Das jüdische Volk, das sich aus allen Ecken und Enden der Erde in seiner alten Heimat sammelt, hat sich der Frist und des Ringens, die seiner Einigung vorangehen, nicht zu schämen. Das Blut, das wieder auf beiden Seiten geflossen ist, mahnt uns aber, diese Frist abzukiir/en. Das Land duldet kein Säumen in der Erfüllung der Aufgaben, die es uns schenkt. 60. Geburtstag. Kein Zufall scheint es mir, daß der 60. Geburtstag eines der ältesten und besten Zionisten aus Deutschland vorüberging, ohne daß unsere ״Offiziellen“ davon wußten und Kenntnis nahmen. Dr. Albert Gold her g (früher abwechselnd in Neuenahr und Berlin, seit zwei Jahren in Tel-Awiw), gehörte stets zu jenen Stillen im Lande, die, von lugend auf in jüdischem Geiste erzogen, sich frühzeitig zum Zionismus entschieden und ihm ihr Leben lang treu blieben. Jede Arbeit, die diese Entscheidung verlangte, war ihm selbstverständliche Pflicht, keine ihm zu gering. Als besonders tüchtigen Arzt schätzte man ihn wie als leidenschaftlichen Bücherwurm, als vornehmer und bescheidener Mensch wird er bei allen, die ihn als Arzt und Freund kennen, gleich verehrt wie als gründlicher Kenner jüdischer Tradition und jüdischen Wissens. Seit langem mit Palästina, das er schon frühzeitig kennenlernte, durch familiäre Bande verbunden, genießt er nun das Glück, die Entwicklung unseres Landes mit allem Freud und Leid mitzumachen, auch hier bereit, mitzuhelfen — nur finden muß man ihn und aus seinem Studierzimmer locken. W'ir, seine Freunde, die ihn als klugen und geistreichen Debatter noch besonders schätzen, grüßen ihn nachträglich zu diesem Tage und wünschen ihm an der Seite seiner Lebensgefährtin ein weiteres langes, geruhsames Leben. Dr. Raphael Wolfheim, Tel-Awiw Demnächst soß damit begonnen werden, eine Neu ver« messung des palästinensischen Landes durchzuführen. Die Neuvermessung wird voraussichtlich sieben! ahre dauern. Sie wird durchgeführt vom Palestine Exploration Found und von der British Archiological School. Durch Kapitalerhöhung, Zustrom neuer Depositen und akkumulierte Gewinne sind der Bank im letzten Jahr rund £P 1,3 Millionen neue Mittel?!!geflossen. Davon wurden kaum mehr als die Hälfte zur Vermehrung der Ausleihungen an die palästinensische Wirtschaft verwandt. Fast der gleiche Betrag wurde in britischen Staatspapieren angelegt, der Rest zur weiteren Stärkung der flüssigen Mittel verwandt Es wirkt aut den ersten Blick merkwürdig, wenn das nationale jüdische Finanzinstitut Palästinas genau ein Drittel der ihm zur Verfügung stehenden Gelder im Ausland angelegt hat. Uebrigcns sind diese englischen Staatspapiere unter dein Börsenkurs des Bilanz.stichtagcs bewertet worden, so daß dieser Posten noch eine stille Reserve enthält. Man wird diese Erscheinung vor allem unter dem Gesichtspunkt der Risikoverteilung werten müssen, ein Prinzip, das auch bei der Kreditgewährung der Bank nach Möglichkeit gewahrt worden ist. Nur 16 ״ö der gesamten Ausleihungen entfallen auf die Industrie, etwa 11 auf die Zitruswirtschaft, 2 0/0 auf die sonstige Landwirtschaft, rund 8 0/0 sind an andere Kreditinstitulc ausgeiiehen worden, der ganze Rest besteht aus Handelsvorschüssen und -krediten verschiedener Art. Immerhin bleibt es eine wohl nur in Palästina erklärliche Erschein ntmg, daß eine Bank, die beinahe die Hälfte aller Bankeinlagcn des Landes auf sich vereinigt, einschließlich des bei den Tochtergesellschaften — darunter ■der General Mortgagc — investierten Kapitals und einschließlich der diskontierten Wechsel weniger als die Hälfte ihrer Mittel, näm-!ich rund 4 Millionen, wirklich in der Wirtschaft des Landes angelegt hat. Und dies Verhältnis bestand in Jahren der Prosperity, die in anderen Ländern die Ausleihungen der Banken sprunghaft bis zur Versteifung ansteigen lassen! Maßgebend für diese Kreditpolitik war auch die Forderung der Liquidität. Da man bis zu einem gewissen Grade auch die englischen Staatspapiere und die Wechsel als leicht verwertbare, also mehr oder minder liquide Mittel ansehen kann, kommt man zu der Feststellung, daß bei der Apac ziemlich genau 50 «3 der ihr anveriraufen Einlagen in {lässigen Mitteln erster und zweiter Ordnung bereit liegen, selbst wenn man die kurzfristigen Ausleihungen nicht mit in Rechnung stellt. Berücksichtigt man, daß Barbestände und Bankguthaben so gut wie gar keine, Staatspapiere aber nur eine recht geringe Verzinsung erbringen, so begreift man auch, warum die Bank ihrerseits ihren kurzfristigen Einlegern nur so geringe Zinsen vergüten kann. Der niedrige Zinsfuß ist gewissermaßen der Preis, den der Kunde für die Liquidität und Sicherheit seines Oeldes zahlt. Man hat der Bankleitung oft entgegengehalten, daß man auch die Solidität übertreiben könne, daß die nationale Aufbaubank Palästinas andere Aufgaben habe als eine englische Depositenbank, und daß allzu schroffe Zurückhaltung gegenüber den Kreditwünschen der palästinensischen Wirtschaft ebenso falsch sei wie allzu leichtfertige Kreditinflation. Die Verwaltung setzt sich in ihrem Jahresbericht mit diesen E i n w ä n d e n auseinander und gibt der Ucberzcugung Ausdruck, daß gerade die Septemberkrise 1935 ihre Haltung gerechtfertigt habe. Dia Apac ist nicht nur selbst von der Panik der Einleger unberührt geblieben, sondern sie konnte darüber hinaus noch bedrohten Instituten zu Hilfe kommen; die damals gewährten Notstandskredite sind übrigens größtenteils zuriickgczahlt, und die Krise kann, nach Meinung des Apac-Direktoriums, auch in konjunktureller Beziehung als überwunden gelten. Auch sonst wird die wirtschaftliche Entwicklung des Landes zuv-ersichtlich beurteilt. Selbst die finanziellen Ergebnisse der Orangensasion werden als ״nicht enttäuschend“ bezeichnet. Nur die Ausdehnung der Grapefruit-Pflanzungen gebe iin Hinblick auf die Lage des Weltmarktes vielleicht zu gewissen Bedenken Anlaß. Die Deposit en einlagcn sind im neuen Jahr weiter gestiegen. Die Stammaktien erhalten, wie bekannt, eine Dividende von 8 % und darüber hinaus einen Bonus in der Form, daß aus der jetzt durehgeführten Kapitalerhöhung um £P 310 000 auf je drei alte Stammaktien eine neue gratis verteilt wird. Der dazu aus den Reserven entnommene Betrag wird bereits aus den Gewinnen des letzten Jahres aufgefüllt, W. D ü s t e r w a 1 d, Tei-Awiw Jahresabschluß der Ashral Bank Cooperative Society Ltd, für 1935. Die Depositen in laufender Rechnung und aut feste Termine von rund TP 875 000 haben sich auf der Passivseite auf £P 725 000 reduziert. Das Eigenkapital der Bank ist von £P 82 000 auf £P 117 000 angewachsen. Bei Banken wurde ein Rediskontkredit von CP 165 000 in Anspruch genommen, der praktisch inzwischen abgedeckt werden konnte. Insgesamt stellt sich die Bilanzsumme auf £P 1 088 000. Auf der Aktivseite erscheinen Kassabestand und Bankguthaben mit £P 177 000, Wechseldiskonte mit £P 368000 (gegenüber £P 393000 laut letzter Bilanz), Debitoren in laufender Rechnung mit £P •148 000 (244 000), hypothekarisch gesicherte Darlehen mit £I000 62 ׳. Die Liquidität stellt sich auf 25״'׳. Der Reingewinn beträgt nach beträchtlichen Abschreibungen auf zweifelhafte Debitoren £P 20 000, von dem £P 15 000 in Reserve gestellt sind. Eine französische Palästina-Publikation. Ais Sondernurn■* mer der Cahiers Juifs ist ein Buch in französischer Sprache ״Palestine Economique 1936“ unter dem Protektorat des Präsidenten des Comites Francc-Palestinc, des Senators Justin Godart, und des Comites der Levante-Messe ir! Tel- Awiw erschienen. Das umfangreiche Heft, das durch ein Vorwort von Dr. W e i z m a n n eingcleitet wird, enthält sehr ausführliche Angaben über das Land Palästina, die Bcvölkerung, die Wirtschaft, das Rechtswesen, die nationalen Fonds usw.. die von einer Reihe bekannter Autoren und Sachkenner Palästinas stammen. Das Buch ist mit Abbildungen und statistischen Erläuterungen reich ausgestattet. Dissertationen über Erez Israel, ln jüngster Zeit er* schienen einige Dissertationen, die sich mit dem jüdischen Aufbauwerk befassen. Einen Beitrag z!1 den genossenschaftliehen Organisationstormen in der jüdischen Landwirtschaft Palästinas will Joseph Weiß mit seiner mit reichem Tabellenmaferia! ausgestatteten Arbeit ״Die Kwuzah“ leisten. In einer in zwei Teile zergliederten, 367 Seiten starken, Arbeit, betitelt ״Moderne Kolonisation in Palästina“ untersucht Hans Seiht, Neugersdorf, die Kolonisation der deutsehen Templer und die Kolonisation der Zionisten. Briefmarken-Heftchen in Palästina. Die palästinensische Postverwaltung hat Mitte März zur Erleichterung des Verkehrs und zur Entlastung der stets überfüllten Postschalter besondere Markenheftchen eingeführt. Sie kosten 150 Mils und enthalten je zwei Blätter mit je sechs Marken zu 2 bzw. 3 Mils und drei Blätter zu je sechs Marken zu 5 Mils. Anschläge kostenlos la Rater. / Gegr. 1882 Großes Lager In Cocos-, Boucl6u. Velourlautem Fritz Steehr Memhardstr. 18 früher• MUnxatr. ff E1 Berolina ftSS-ST