Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 41 (1936)
- Issue
- Heft 37 (8.5.1936)
- Date
- 1936-05-08
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
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JÜDISCHE RUNDSCHAU PALÄSTINA-BLATT NR. 37, 8. MAI 1936 ====S=5 Die Eröffnung der Levante-Messe Von unserem palästinensischen Korrespondenten gl. Tel-Awiw, 30. April 1936 Pünktlicher Beginn Die Tage vor der Eröffnung der Levanfe-Messe sind in der Regel Tage der fieberhaftesten Vorbereitungen, wo viele Hunderte von Menschen Tag und Nacht auf dem großen Gelände an der Nordecke von Tel-Awiw mit allen Kräften arbeiten, um die Ausstattung der vielen Pavillons zu bewäitigen. ln diesen Tagen vor dem Beginn pflegt sich in Tel-Awiw und auch sonst im l ande alles Interesse auf die Ausstellung zu konzentrieren, und für andere öffentlichen Dinge fehlt das Interesse. Dieses Jahr liegen die Dinge anders. Die Ereignisse von Jaffa und die an sie anschließende gespannte Lage im ganzen Lande, der arabische Streik, das Gefühl der Unsicherheit, hier und da sich zusammenballende Demonstrationen, Brände und einzelne Schüsse, all dieses machte es unmöglich, daß die Levante-Messe in dem Maße im Mittelpunkte des Interesses stand wie in den anderen Jahren. Trotzdem ließen sich die Leitung und die Stadt Tel-Awiw nicht abschrecken. Unruhen oder nicht, Unsicherheit oder nicht, Arbeitsbehinderung durch die verschiedensten Faktoren — die Messe findet statt, und sie findet zur angesetzten Zeit statt. Am 30. April wird eröffnet werden, so verkündete man, und es ist kein geringes Zeichen für die Hartnäckigkeit der vielen, die an diesem Unternehmen beteiligt waren, daß dieses Versprechen eingehalten wurde. Die Levante-Messe wurde zum vorbestimmten Zeitpunkt eröffnet. Die Erklärung des Kolonialministers im Unterhaus Am Morgen des Tages überraschten die Zeitungen das Publikum mit dem ausführlichen Protokoll der Rede des Kolonialministers Thomas im englischen Parlament, in dem ein unzutreffendes und sehr sonderbar erscheinendes Bild von den Jaffacr Unruhen gegeben wurde. Es wird in dieser Rede von einem Versuch der Juden gesprochen, irn An- Schluß an das Begräbnis des bei Tul-Kerein Ermordeten, nach Jaffa einzudringen; es wird von getöteten Arabern bei den Jaffaer Unruhen berichtet, ohne zu erwähnen, daß diese Opfer nicht etwa der jüdischen Masse, sondern der Polizei zuzuschreiben sind, die in ihrem Bemühen, Ordnung zu schaffen, zum Gewehr greifen mußte. Es wird schließlich nicht erwähnt, daß cs sich in Jaffa um einen Angriff auf Juden gehandelt hat, sondern es wird in allgemeinen Ausdrücken von ״Zusammenstößen״ gesprochen. Die offiziehe erste Erklärung des High Commissionen, die die ^Jaer Vorgänge ganz klar als einen Angriff von Arabern Ä:■ Juden bezeichnet und feststellt, daß die Polizei für den Tod der Araber verantwortlich ist, scheint für den Kolonialminister nicht existent zu sein. Es kann nicht wundernehmen, daß dieses Protokoll eine große Erregung unter den Juden auslöste. Die Presse brachte die Thomas-Rede zusammen mit einem scharfen Pro- זest des Waad Lcumi, der als die Vertretung der palästinensischen Judenhcit die falschen Stellen des Protokolls zusammenstellte. Die Leitartikel der Tagesblätter waren ungewöhnlich scharf gegen den Kolonialniinistcr und die Regierung gerichtet, die mit solchen Darstellungen der öffentliehen Meinung in England die Tatsachen in ganz schiefein Lichte darstellt. Unter dem Eindruck dieser Veröffentlichung bereitete sich die Tel-Awiwer Bürgerschaft auf die Eröffnung der Messe vor, in der der High Commissioner sprechen und das Radio eine Begrüßungsrede von Thomas aus London übertragen sollte. Die Situation war überaus delikat, und cs gehörte viel Mut und Takt dazu, ihr gerecht zu werden. So wie die Gesamtlage die Freude an der Messeeröffnung verschattete, so erhielt die erwartete Zeremonie durch die angesagte Rede von Thomas einen besonders schwierigen Anstrich. Die Eräffnungszeremonie Der High Commissioner kam bereits vor zwei Uhr, also über eine Stunde vor Beginn der Feierlichkeit, aufs Messegelände, das von einer starken Polizei- und Ordnermannschaft besetzt war, außer seiner üblichen Begleitung von einer Gruppe von Lanzenreitern und einer Militärwache eskortiert. Als er im langsamen Tempo itn offenen Auto durch die Straßen der Stadt fuhr, rührte sich wenig, er wurde nicht akklamicrt, aber auch nicht mit abfälligen Zurufen bedacht. Die Stadt schwieg zu dem Schauspiel. Auf dem Messegelände besuchte der High Commissioner die verschiedenen Pavillons und zeigte besonderes Interesse für die große Ausstellung von jüdischen Palästina-Produkteil (Tozereth Haarez) und die der landwirtschaftlichen Kolonisation und Produktion. Hier war ein großer Teil der Dinge noch nicht fertig geworden, und die offizielle Eröffnung der Kolonisation sau sstcllung, die eines der Kernstücke der diesjährigen Levante-Messe bildet, wird erst am 10. Mai stattfinden. Die ausländischen Pavillons sind überhaupt noch nicht eröffnet worden. Die Waren, die dazu nach Palästina geschickt wurden, lagern trotz aller Versprechungen der Regierung im Jaffaer Hafen, wo sie wegen des arabischen Streiks nicht herausgeholt werden können. Die palästinensischen Pavillons sind naturgemäß von dieser Kalamität nicht betroffen, dagegen ist auch bei manchen von diesen der Transport innerhalb des Landes in den letzten Wochen beeinträchtigt gewesen, und damit haben sich die Vorbereitungen verzögert. Es ist imposant, wie weit trotz all dieser Hindernisse die Vorbereitungen gediehen sind, und wie sehr sich die Mannigfaltigkeit der Produkte und ihre Qualität gehoben haben. Pünktlich zur angesetzten Zeit erschien der High Comfnissioner auf der Bühne, auf der bereits die Regierungsbeamten, die Mitglieder des diplomatischen Korps, die Verfreier der nationalen jüdischen Institutionen und eine Reihe von geladenen Gästen versammelt waren. Das große schöngclegcne Amphitheater der Ausstellung war bis auf den letzten Platz gefüllt, und um den abgezäunten Platz herum drängte sich die Menge derer, die noch auf irgendeine Weise wenigstens Zutritt zum Messcgelände erhalten hatten. Große Massen, die keinen Einlaß mehr fanden, hatte eine Kette von Polizei vom Eingang fernhalten und in die Stadt zurücksehicken müssen. Nachdem die britische Militärkapelle die englische Hymne und die Hatikwah gespielt hatte, eröifnete Dizengoff, der Bürgermeister von Tel-Awiw, die Feier mit einer Anspräche, in der er die Entwicklung Palästinas seit der vor zwei Jahren stattgefiuulenen Messe zusamrnenfaßte und die Erweiterung aller Wirtschaftsaktionen besonders unterstrich. An der Messe sind dreißig Länder beteiligt. Als große und interessante Neuerungen sind die Landwirtschaftliche- und Siedlungsausstellung zu nennen, sowie die Bauausstellung, die auf diesem für Palästina so wichtigen Gebiet einen Ueberblick gibt. Dizengoff betonte die sozialen T endenzen der Messe, die auf den Fortschritt des Landes auf den Grundlagen von ״Arbeit und Freiheit und Frieden“ hinzielen. Mit großer Spannung wurde die Uebertragung der Rede des K o 1 o n i a i in i 11 i s l e r s aus London erwartet, die vom Jerusalemer Radio durch Lautsprecher im Amphitheater verbreitet wurde. Schlag •1 Uhr tönte über den weiten Platz das tiefe Glockenzeichen des Londoner ״Big Ben", und kurz darauf die Rede von Thomas. Sic gab eine Begrüßung der Messe, hob die außergewöhnliche Entwicklung des Unternchmens hervor, das sich aus kleinen lokalen Anfängen zu einem Handelsinittelpimkt des Nahen und Mittleren Osten erweitert hat u:1d gab der Hoffnung Ausdruck, daß die unglücklichen Ereignisse der letzten Woche sich nicht wiederholen würden. Die Rede wurde vom Publikum in Ruhe angehört und höflich aufgenoininen. Die Ansprache von Sir Arthur Wauchope eiöffnete die Messe offiziell. Der Oberkommissar gab eine Wertung des Unternehmens, das instruktiv, erzieherisch und anregend auf das Land und seine Verbindungen mit dem Auslande wirkt. Er benutzte zum Schluß die Gelegenheit, um seinen tiefsten Sympathien mit den Opfern der Unruhen Ausdruck zu geben und nochmals zu betonen, daß er die Ausschreitungen aufs tiefste bedauere. Es folgte die Uebeisetzung der Reden in die drei offiziellen Landessprachen. Dann heulte eine gewaltige Sirene über das Feld, die Fahne der Ausstellung ging an dem großen Turm des zentralen Pavillons hoch. Von neyern erklang die Hatikvvah. Dann wurde das Gelände für die große Masse der wartenden 'Besucher geöftbet Ausländische Pavillons eröffnet Tel-Awiw, 6. Mai. (JTA.) Alle ausländischen Pavil- Ions auf der Levante-Messe in Tel-Awiw, die bisher noch nicht־ eröffnet worden waren, weil die zur Ausstellung gelangenden Waren im Hafen von Jaffa nicht verfügbar waren, sind am Mittwochnaehmittag eröffnet worden. Der Negus in Palästina Jerusalem, 5. Mai. (JTA.) Der Kaiser von A b e s - s i n i e n, Heile Selassie, der sich an Bord des englischen Kreuzers ״Enterprise'' nach Haifa begeben hat (seine Ankunft in Haifa ist durch einen telephonischen Uehermittlungsfehler zu einem früheren Zeitpunkte, als geschehen, durch die Ita gemeldet worden), wird voraussichtlich seine Familie vorerst in Jerusalem unterbringen und sieh sodann nach Genf begeben, uni auf der Völkerbundsratstagung seine Interessen persönlich zu vertreten. Wie es heißt, soll der Negus vorerst in dem Palast des High Commissioner untergebracht werden, bis eine endgültige Wohnung für ihn gefunden wird. Die Jerusalemer Altstadt ״Daily Telegraph“ veröffentlicht ein Interview mit dem Bürgermeister von Jerusalem l)r. K h a 1 d i, in dem dieser mitteilt, sein Appell zur Aufbringung von einer Million Pfund bezwecke die Erhaltung der Heiligen Stadt, d. h. der Altstadt innerhalb der von König David e r ric h - toten Mauern. ״Daily Telegraph“ unterstützt den Plan und erklärt, Jerusalem werde von drei großen Religionen verehrt, deren Angehörige für die Aufbringung des notweildigen Geldes gewiß sorgen werden. Zweistöckiger Autobus in Tel-Awiw , HÜ■-! Ml; -* , S ^0, Soeben wurde der erste: zweistöckige Autobus in Tel-Awiw in Dienst gestellt r<>t»; w. Zt<uk, Tet-Awiw In den Tagen der Unruhen Die Vorgänge in Ben Schemen .... Wir waren in Ben Scheinen nicht deshalb beunruhigt, weil wir glaubten, daß unsere Nachbardörfer uns überfallen würden, sondern deshalb, weil der arabische Verkehr zwisehen Jaffa und Tul-Kcrem usw. über Ben Schemen geleitet wurde, um das Durchfahren durch die großen jüdischen Kolonien Petach Tikwah usw. zu vermeiden. Wir glauben auch, daß das, was heute Nacht geschah, die Arbeit fremder, nicht ortseingesessener Araber war (es arbeiten auch eine größere Anzahl von Hauranern in der Nähe, zur Zeit der Ernte). Man versuchte, den Hcrzlwald und die Felder armmmderi. Als wir das Feuer bemerkten, wurde der ״Ausnahmezustand“ in Ben Schemen erklärt. Jeder Mitarbeiter, jeder Lehrer ging an die Arbeit, für die er dem. Plan nach eingeteilt war. Die Frauen und Kinder des Moschaw siedelten zu 1ms über. Wir machten alle Vorbereitungen, um das Uebcrgrcifen des Feuers auf unseren Besitz zu verhüten. Unsere Wache, bestehend aus einem englischen Pollzisten und drei Arabern, wurde sofort alarmiert. Die Eng- Länder setzten sich mit Raiiileh in Verbindung und innerhalb kur/er Zeit erschienen in Ben Schemen der Captain Miller, danach der I)istriktsgouvernenr Pollock, danach eine Truppe der Airforce und dazu noch arabische Polizei. Der Löschtingsaktion wollten sich von Ludd aus eine Gruppe von Arabern anschließen, man nahm mir 12 Araber mit. (Der Captain sagte mir nachher, daß er die Namen der Leute aufschreiben ließ, um sie zu belobigen.) Mit großer Umsicht ging man an die Löschungsarheitcn heran, und nach einigen Stunden konnte man das! euer zum Stillstand bringen, noch bevor der Wald selbst zu brennen begann. Ls verbrannte das Feld zwischen den beiden Teilen tles Waldes und ein kleiner Teil des Waldes, einige Baumreiheii. Der Feuerschein wurde von Tel-Awiw gesehen und erweckte große Beunruhigung. Wäre der Wind stärker gewesen und die Hilfe nicht so schnell zur Stelle, so wäre das Unglück groß gewesen. Wir haben alle Veranlassung, die Hilfe der Engländer außerordentlich an/ucrkcmien. Iler englische Poli/i-t, der unser ständiger Wachtposten ist, zeichnet sich durch Anstand und Tapferkeit aus, auch durch feinen Takt und Verständnis unserer Situation. (Er hat den Rang eines Fahnenjunkers.) Ein englischer Soldat verbrannte sich gehörig die 1 lande. Wir werden die Jewish Agency bitten, der englischen Polizei besonderen Dank zu sagen. Während der Nacht standen wir in ständiger telephänischer Verbindung mit der politischen Abteilung der Jewish Agency und mit Werner Senator. Im Dort herrschte erfreulich gute Disziplin, die Kinder hielten sich glänzend. Der Vorfall hat uns bewiesen, daß wir nicht mehr so isoliert sind wie 1029, sondern im Gegenteil, wir können uns in der Nähe des Zentrums der englischen Heeresmacht sehr sicher und ruhig fühlen, was uns nicht hindern darf, alle nur denkbaren Vorsichtsmaßnahmen anzuwenden. Dr. Siegfried Lehmann Ein Brief aus BeerTuvia 111־ Beer Tuvia, dem langgestreckten Moschaw, hat mein Bruder den äußersten Meschek. Ungefähr 130 Familien wohnen in Beer Tuvia, das den Eindruck eines norddeutschen Dorfes macht, das sich weit in die Ebene streckt. Saubere hübsche Häuser in gleichmäßigem Stil lassen den Moschaw einheitlich erscheinen, und man staunt über die Gepflegtheit der Wirtschaften. Es wird Kuh- und Hühner- Wirtschaft getrieben, Gemüse gepflegt und neben Orangen werden auch Aepfcl und Birnen angebaut. Eine blühende, gesunde Siedlung, in der sich die *Familien aus Deutschiaiui cingeordnet haben. 111 Kürze werden voraussichtlich weitere 40 Familien aus Deutschland dort zur Ansiedlung kommen. - - Am Schabbat früh gingen wir die kurze Strecke nach Alt-Bcer-Tuvia, um die Ruinen, die letzten Zeichen des irn Jalue 1929 von den Arabern zerstörten Ortes anztisehen. Keiner von uns glaubte in diesem Augenblick, daß irgendeine Gefahr nahelag, wie uns der nächste Tag lehren sollte. Am nächsten Morgen flogen die ersten Gerüchte wie schwarze Vögel durch das Dorf, man warnte vor der Abreise - und so blieb ich, ohne zu ahnen, daß damit für mehrere läge meine Abreise unmöglich wurde. Die Tage in Beer Tuvia aber gaben mir einen Beweis jüdischer Solidarität und Disziplin, wie er besser nicht sein kann. Sie haben mir aber auch gezeigt, mit welch aufrechtem Stolz und innerer Gradheit die Deute auf dem Lande bereit sind, füreinander einzusteben, mit welchem Linst sie sich ihrer Pflicht gegeneinander bewußt sind. Schon am Abend des Sonntag wurden die Zufahrtsstraßen durch Stacheldraht abgeriegelt und Wachen aufgestellt, tlie neben den üblichen Schon! ri nt für die Sicherheit sorgen sollten. Es trat auch Polizei für alle Falle ein. In den folgenden Tagen und Nächten herrschte ein bewundernswert organi- Siertcr Wachdienst. Alles war aufs beste vorbereitet. In den in der eventuellen Gefahrenzone liegenden Meschakim schlief man in Kleidern, standen die Wagon zum Abtransport der Menschen fahrtbereit, und Lebensmittel für Notfälle waren bereitgestellt. Die Wachmannschaften waren Tag und Nacht zusammen, um im Ernstfälle bereit zu sein. Ihre Meschakim wurden von den Frauen versorgt und nur zu den dringendsten Arbeiten gingen sie abwechselnd heim. Den ganzen Tag über reiten die Schotnrim umher und achten auf jede Getahrcnmüglichkcit. Der Autobusverkehr .- zeitweise ganz unterbrochen — geht ganz unregelmäßig unter Polizeibcwachung bis Rechowoth. Aus einigen kleinen Siedlungen sind die Juden unter Polizeischutz nach Beer Tuvia gebracht und hier mit einer selbstverständlichen Hilfsbereitschaft aufgenommen worden. Einen schweren Verlust hat BeerTuvia gehabt. Der Lastkraftwagenchauffeur, der immer die Milch nach Tel-Awiw fuhr, ist nicht mehr zurückgekebrt. Auf einer Chaussee bei Jaffa fand man ihn tot. Wer miterlebt hat, mit welchem Ernst diese Nachricht aufgenommen wurde, der verstand — hätte er es noch nicht gewußt —, daß das Landleben hart macht, hart und schweigsam, und daß der Typ des Bauern sich in allen Ländern auch insofern gleicht. Das ist ja immer wieder das Bewundernswerte, wie die früheren Anwälte, Aerztc und Kaufleute hineinwachsen in ejn Bauernsein, wie sie eins werden mit der Erde, mit ihrem Land, ihrem Vieh, ihrem Meschek, und wie sie wirklich keine Umschichtler, sondern wirkliche Bauern, jüdische Bauern geworden sind. Und daß diese Menschen, die relativ kurz im Lande sind, sich mit der gleichen Disziplin und Bereitwilligkeit den Anordnungen einmal Bestimmter fügen, wie Vor- Schrift Vorschrift bleibt, Befehl ohne Kritik, das ist erfreulich, wenn es auch selbstverständlich erscheint Hans Cantor t