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Jüdische Rundschau · 1936-05-05 · Heft 36 (5.5.1936) · page 2

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
41 (1936)
Issue
Heft 36 (5.5.1936)
Date
1936-05-05
Page
– (sequence 2)
Language
German
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Saita 2 JODISCHE RUNDSCHAU Nr. 36, 5. V. 1936 Weg dorthin gehen, , daß damit aber das Problem der Juden frage als solcher nicht angegriffen Ist. Hierin liegt eben die besondere Bedeutung Palästinas, das die Funktion der Nationalen Heimstätte des jüdischen Volkes besitzt und den einzelnen Juden, der ins Land kommt, in den großen Regenerationsprozeß des Volkes eingliedeit, der auf physischem und kulturcllern Uebiete in Palästina vor sich geht. Aus diesem Grunde ist es selbstverständlich, daß die materiellen Kräfte des jüdischen Volkes in erster Linie auf Palästina konzentriert werden müssen, da nur dort ihre Anwendung in einem national-konstruktiven Sinne gesichert ist. Diese Zusammenhänge klar zu erkennen, bedeutet in keiner Weise eine Herabminderung des Wertes der sonstigen Emigrationsbemühungen, an deren Förderung alle Gruppen des jüdischen Volkes in gleicher Weise interessiert sind. Es gilt aber gegenüber immer wieder auftretenden Mißdeutungen die richtigen Pro- Portionen wiederherzustellen. * Die Kräfte, über die das jüdische Volk in der Welt verfügt, sind nicht groß. Gewiß gibt es reiche Juden und jüdische Kreise von Einfluß in manchen Ländern der Welt, aber die g r o ß e M a s s e des jüdischen V o 1 - kes ist verarmt und unzähligen Nöten ausgesetzt. Es keimt nur eines als Lebensziel für sich und seine Kinder: I r i e (I e n 11 n d A r b c i t. Beides ist ihm nicht immer gewährt. Angriffe auf jüdisches Leben und Eigentum sind in einer Reihe von Ländern des Ostens beinahe alltäglich geworden, anderswo scheint die politische Ent- Wicklung für die Juden ungünstig zu verlaufen. Die Arbeitsmöglichkeiten für ein Volk so anormaler Schichtung, wie es das jüdische ist, verengern sich von Jahr zu Jahr, und die junge Generation sieht der Zukunft mit Bangen entgegen, ln dieser Zeit gibt es nur einen Willen des jüdischen Volkes, und der ist darauf gerichtet, für sich selbst w jeder die Basis eines friedlichen Lebe n s d e r Arbeit zu sc h a f f e n. Der größte und hoffnungsvollste Versuch dieser Art ist der Aufbau Palästina s. Es ist das Experiment einer Kolonisation ohne staatliche Macht, ohne .Steuergewalt und ohne Waffen. Das I and, Palästina, soll mit den Mitteln und dem Schweiß des jüdischen Volkes zu einem höheren Standard der Zivilisation geführt werden und soll so die Möglichkeit geben, daß große Massen des jüdischen Volkes auf seinem Boden leben. Wir stehen noch am Anfang dieses Werkes trotz allem, was im Lande geschaffen worden ist. Wir kennen die Schwierigkeiten der Verwirklichung, nicht zuletzt die politischen im Verhältnis zum arabischen Volke, dessen Beziehungen zu uns durch zahllose Mißverständnisse getrübt sind. Dennoch wird unser Werk unbeirrt weitergehen, weil das jüdische Volk das Leben in jenem Lande braucht, und weil es entschlossen ist, als Faktor des Frie* de ns und als Träger schöpferischer Arbeit sich mit seiner alten Heimat wieder zu verbinden. K. L. Kinder aus Mischehen Das Landgericht Dresden hat vor einiger Zeit eine Entscheidung über das 8 o r g c r e e 111 an den Kindern aus geschiedenen Misch e h e 11 gefällt, die jetzt vom O berl a 11 d e s ׳/ e r i c 11 t D r c m1 e 11 bestätigt worden ist. Die Besonderheit iks Falles lag darin, daß ucr Vater Dreivierteljude, die Mutter jedoch rem arisch war und daß also das Kind drei .•Mittel jüdischen Blutes, aber mir einen volljüdischen (iroüclicrnteil hatte. Nach dein Inhalt des Scheidungsurteiis stand das Sorgerccht für das Kind der Mutter zu, der Vater hatte jedoch in seiner Klage beantragt, es auf ihn /n!!!)ertragen. In diesem Prozeß hatte das Landgericht die Klage des Vaters aus rassischen Gründen abgewiesen, weil er nach den Nürnberger Gesetzen und ihren Dlirchführuug-licstimimmgeii als Jude gilt. Das Oberlandesgerieht bil- 1 i g t diese 1'!! t s e 11 e i 11 u n g und führt dazu aus: Fs sei tincrhebiieh, ob der Vater im christlichen Glauben aufgewadisen sei und sich bereit erkl.ärt habe, das Kind in einer christlichen Anstalt erziehen zu lassen. Denn die christliche I r/iduing des Vaters könne die durch seine R n s s e b e d i!1 g t e A r t des D e n k e n s 11 11 d F m p f i n ־ dens nieht ,null ni, und nun Bereitschaft, das Kind in einer rhrisili! du 11 Ahm,dt cr/iehen zu lassen, gewährleiste nicht hmnurbuid dm Ausschaltung seines jüdischen Einflusses, we 1 sie jederzeit widerrufen werden könne. Das Oberlandesgerieht wirft dann die Frage auf, ob es zulässig wate, dein Vater, wenn die Lite noch bestünde, die Sorge fur die Person dos Kindes wegen der Gefahr der jüdischen Beeinflussung durch ihn zu entziehen. Fs läßt diese Frage aber unbeantwortet, weil in der besonderen Situation des _ vorliegenden Falles es zur Ablehnung des Antrages bereits genüge, daß seine Eignung zur Erziehung des Kindes nach Auffassung des Gerichts nicht positiv zu bejahen war. Exzesse in Polen Warschau, 2, Mai. (JTA.) Ein jüdisches Haus in Otwock bei Warschau wurde von nationaldemokratisehen Fx/edc!1ten in der Nacht, als die in ihm wohnenden zwölf jüdischen Familien schliefen, angeziindet. Menschenopier sind durch diese Brandstiftung nicht zu beklagen. Das Haus ist vollkommen niedergebrannt. Die jüdischen Bewohner sind ohne Obdach und haben ihre gesamte Habe verloren. Dm die Rettungsaktion zu erschweren, hatten die Täter Türen und Fenster der Wohnungen durch Drahtgitter zu versperren versucht. Zwölf N'ara - Leute wurden im Zusammenhang mit der Brandstiftung in Haft genommen. ln einer Sitzung des Stadtrates von Otwock ist beschlossen worden, einen gemeinsamen Aufruf von Juden und Christen an die Bevölkerung zu erlassen, in dem die Bewohner von Otwock aufgefordert werden, mitzuhelfen, die Täter der Vorfälle der letzten Zeit ausfindig zu machen. Warschau, 2, Mai. (JTA.) Auf der Warschauer Technischen Hochschule kam es zu einer Schlägcrei zwischen nationaldemokratischen und jüdischen SFadenten, in deren Verlauf es mehrere Verwundete auf beiden Seifen gab. Natioimldemokratische Studenten drangen in die Räume des jüdischen Studentenvereins ein und zerstörten vollständig die Einrichtung Jüdisches aus Amerika Von unserem New •Yorker Korrespondenten New York, 20. April 1936 Zwei jüdische Gouverneure Eine der größten Umwälzungen in der amerikanischen politischen Geschichte ereignete sich in dieser Woche, als der Gouverneur von Illinois, Henry Horner, wieder zum demokratischen Kandidaten nominiert wurde — trotz der einrnütigen Opposition der sogenannten ״bosses“ (etwa: füllrende Parteisekretäre) der demokratischen Partei im Staate Illinois. Dieser Gouverneur des /.weitwichtigsten Staates in Nordamerika, Horner, hat «ich die Feindschaft der ״bosseis“ zugezogen, well er bestrebt war, seine Unabhängigkeit zu wahren und eine Gesetzgebung durchzusetzen, die der Bevölkerung des ganzen Staates ohne Rücksicht auf ihre Parteibindungen zugute kam. In diesem Jahr, als die Frage auftauchte, wer für die Demokratische Partei in den Novemberwahlen für den Posten des Gouverneurs kandidieren sollte, entschieden sich die Politiker gegen Horner und benannten stattdessen Dr. Hcrman N. Bundesen, den Oesundheitskomniissar von Chicago. Dr. Bundesen ist kein Jude, Horner jedoch ist Jude. Obwohl die Wahlkampagne auch mit antisemitischen Waffen geführt wurde, hatte sie doch keinen anderen Erfolg als das jetzt erreichte Resultat. In Chicago, das eine jüdische Bevölkerung von fast 300 000 Seelen hat, erhielt Bundesen eine Mehrheit der Stimmen, die für den demokratischen Kandidaten abgegeben wurden. Aber in den übrigen Teilen von Illinois, wo es verhältnismäßig wenig Juden gibt, vereinigte H orncr ein c!1 b e r vv ä 11 i g e n d c Mehrheit auf sich und war so imstande, die demokratische Nomination zu erhalten. Bei den Wahlen im November wird er sich gegen den Kandidaten der Republikanischen Partei um den Gouverneursposten bewerben. Man hält es für ziemlieh sicher, daß Horner sich eine weitere Amtszeit als oberster Verwaltungsbeamter von Illinois sichern wird. In den ersten Auseinandersetzungen, in denen die Nomilderten der verschiedenen Parteien ausgewählt werden (während erst die Novemberwahlen das endgültige Resultat hringen), wurde ein Versuch gemacht, Horner wegen seiner jtidisehen Abstammung anzugreifen. Der Bürgermeister von Chicago, Kelly, der auch ein Demokrat ist, dessen Gegnerschart gegen Horner aus innerpolitischen Differenzen aber seit langem deutlich ist, arrangierte eine Zusammenkunft füllrender jüdischer Politiker in Chicago. Er drang in sie, darauf hinzuwirken, daß die Chicagoer Juden nicht in ihrer Mehrzahl für Horner stimmen. Wenn Horner, so sagte er, die Majorität der Stimmen der Stadt erringen würde, würde dies zu antisemitischen Stimmungen führen, da die Christen empfinden würden, daß die Juden für Horner nur deshalb stimmten, weil er Jude ist und nicht weil er ihr!deal eines guten Gouverneurs ist. Diese Rede erweckte große Verstiinmung unter den jüdischen Wählern. Es ist freilich aus den Ergebnissen ersichtlich, daß viele Juden gegen Horner gestimmt haben. Der Ablauf solcher Vorverhandlungen um die Kandidatur ist der, daß die offizielle Führung jeder Partei ihren Vertreter benennt. In diesem Falle benannte die Demokratische Partei Dr. Bundesen. Aber Horner, dem von der offiziellen Parteiiührung eine Re-Nomination nicht zugestanden wurde, vermochte in die Vorverhandlungen als ״Unabhängiger Demokrat“ hineinzugelangen. Durch seinen überwältigenden Sieg vermag er nun die Demokratische Partei in Illinois zu beherrschen. Es wird jedoch vielfach die Ansicht vertreten, daß die Führer der Demokratischen Partei so aufgebracht gegen Horners unabhängige Haltung sind, daß sie sogar gegen seine Wahl im November arbeiten und dem republikanischen Kandidaten zum Sieg verhelfen könnten. Es ist auch möglich, daß Präsident Rooscvelt intervenieren wird, da seine eigenen Chancen, in Illinois im November zu gewinnen, von einer einigen Partei abhängen. Ein a inlerer j ft d i s c 11 er üouver n e u r, der in der politischen Oeffentikhkeit steht, ist Herbert H. Lehman in New York, Obgleich Horner an den jüdischen Fragen Interesse nimmt, hat er niemals eine jüdische Etihrerstellung innegehabt. Lehman jedoch ist viele Jahre hindurch eine^ der aktivsten Figuren ln allen Zweigen der jüdischen Gemeindearbeit gewesen. Er genießt den Respekt und die Achtung nicht nur von Juden, sondern auch einer großen Mehrheit der n i c 111 j ii d i s c h e n Burger. Die vier Jahre seiner Gouverneur- Schaft von New York haben sein Prestige noch erhöht. Arbeiter, Mittelstand und Kapitalisten sind gleicherweise mit seincr fortschrittlichen und sorgfältigen Verwaltung zufrieden. Lehman möchte sich von seinem Posten zurück/ielien und in das Bankhaus Lehman Brothers zurückkehren, mit dem er alle Beziehungen gelöst hatte, als er sein Amt antrat. Aber die Demokratische Partei im Staat New York und die demokratischen Führer drängen Lehman sehr, sich im November ein drittes Mal zur Wahl zu steilen. Er hat sich als der größte Stimmenfänger erwiesen, den New York je gehabt hat; denn er erhielt sogar größere Mehrheiten als Rooscvelt zur Zeit, da er Gouverneur von New York war. Man glaubt, (laß Lehman, wenn er wieder nominiert wird, sicherlich g e vv i n - neu wird, und hofft, daß sein Erfolg so groß sein wird, daß er die Stimmen für Präsident Rooscvelt im Staate New York beeinflussen kann. Dies ist von größter Bedeutung, da Soeben eucUUt* Ein ffldfsches Jugendbuch lür Haus und Schule Das sdiSne Geadienfe zu ל״ג בעומר und שבועות <Bd.2/3 der ]ugcndbüdieret d. KKL> Ass dem Inhalt : Preis 90 Rpf. Oesddduen von Rabbi Aklba and Bar Kodhba - Kretjziüee — Lag B'omer: In Meroa, Jcraialcm, in der Golah — Fest der Erstlinge Im alten Jisrad — Gedidite und Lieder mit Noten. 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Smith, der selbst ein Demokrat ist und 102S Präsidentschaftskandidat für die Demokratische Parfei war, ist infolge von Meinungsverschiedenheiten über soziale und ökonomische Probleme ein heftiger Gegner Roosevelt». Aber Lehman ist ein Freund von Smith. Wenn Lehmans wie auch Roosevelts Name auf der New-Yorker Demokratischen Liste im November erscheinen, glaubt man, daß Smith die Wahlliste nicht öffentlich angreifen würde, da er den Erfolg seines Freundes Lehman aufs Spiel setzen könnte. Politischer Antisemitismus Daß antisemitische Einflüsse bei den kommenden Präsidentschaftswahlcn eine Rolle spielen werden, zeigte sich in dieser Woche in Washington, als die L o b b v - K o m 111 i 8 s i o n des Senats ihre Untersuchung über die verschiedenen Organisationen fortsetzte, die gegen Roosevelt opponieren. Es ist klar, daß die meisten dieser gegen Roosevelt feindlich gesinn־ ten Gruppen auch einen aiittjüdisclien Charakter haben. Sie stürzen sich auf alles, um zu versuchen, ihn und seine Verwaltung zu diskreditieren. So wird das Gerücht ausgesprengt, daß der Präsident selbst Jude ist, dessen Name eigentlich ״Rosenfeld“ sei. 111 dieser Woche wurde die Enthüllung gemacht, daß die Organisation, die sieh selbst die ״Schild w a c 11 e d e r Republik“ (״Scntinels of the Republk“) nennt, den Antiscmitismus als eine ihrer Stützen ansieht. Große Geldgeber für ihren Fonds stammen aus den ersten Industriekreiselt Amerikas, so von Alfred 1*. S I o a n, dem Präsidenten der General Motors Co., dem Radiomagnaten A. Atwater und Irenee du Pont. Die Lobby-Kommission hat die Korrespondenz zwischen dem Leiter der ״Schildwache der Republik“ und einem seiner Freunde zur öffentlichen Kenntnis gebracht. In einem ihrer Briefe stimmten sie darüber überein, daß die ״jüdische Gefahr“ die ernsteste Bedrohung Amerikas sei. Es ist interessant zu beobachten, daß einer derjenigen, die mit der ״Schildwache“ verbunden sind, der frühere Oouverneur von New York, Alfred F. Smith (ein Katholik), ist. Als er sich 1928 um die Präsidentschaft bewarb, beklagte er sich bitter über die Taktik der Republikaner, die beschuldigt wurden, religiöse Gefühle in Anspruch genommen zu haben, um ihn zu vernichten, da die Protestanten einen Katholiken im Weißen Haus fürchteten. Eines der wichtigsten Untersucliungsergebnisse der Lobby- Kommission ist, daß diese Propaganda ans Licht gebracht worden ist. Dies wird zweifellos im November einen Einfluß haben. Obgleich es Zchntuuscndc von Juden in der Remtblikanischen Partei gibt, fürchten jüdische Beobachter, daß, wenn die Republikaner die Präsidentschaft gewinnen sollten, dies den judenfeindlichen Einfluß in Amerika stärken würde. Dennoch würde es kein verantwortlicher jüdischer 1־!ihrer unternehmen, den amerikanischen Juden zu sagen, wie sie in der kommenden Wahl stimmen' sollen; man überläßt es ihrem Urteil- Es ist bemerkenswert, dal! die meisten der sogenannten ״pro- 01 i מ e 111 e n“ amerikanischen Juden, besonders unter den Finanzleuten, zur Republikanischen Partei geliören und Gegner Roosevelts sind. Einer der aktivsten Gegner des Präsidenten ist James P. W a r h u r g, der Sohn des verstorbenen Paul Wartung und ein Neffe van Felix Warburg. Seine Ablehnung des ״New Deal“ in einer Broschüre ist weit verbreitet durch die Republikanische I'artei als Wahlflugblatt unter dem Titel ״Hell Beat for Election". Felix M. Warbürg selbst ist Republikaner, wie auch Louis B. Mayer, der Filminagnat, der für die Republikanische Partei in Kaliformen kandidiert, David Lawrence, der bekannte Zeitungsmann, und Eugene Meyer, der frühere Präsident der Federal Reserve Bank und jetzige Herausgeber der ״Wasliingion Post“. Paul Block, der Herausgeber einer Reihe von Zeitungen, ist ein anderer prominenter Jude, der ein lieftiger Gegner der Wiederwahl Rooseveits ist. Block ist eng verbündet mit William Hearst, der der ausgesprochenste Feind Roosevelts ist. Erregung über die Palästina-Unruhen Zur Zeit, da dies geschrieben wird, geht die New-Yorker JudeuHcit in eine Periode der Erregung hinein ähnlich der im August 1929, als die Nachrichten über die Palästina-Unruhen bekannt wurden. Die erste Nachricht über die Demonstration in Tol-Awiw am 17. April während des Begräbnisses von Israel Chasau wurde von den Zeitungen auf der ersten Seite gebracht. Es ist natürlich bedauerlich, daß solche Nachrichten immer v o 11 denen »usgebcutet werden, die P a I ä s t i n a grundsätzlich verneinen. Sofort vernahm man den Ruf der atiUpalästiiieiisischen Kräfte, daß Palästina nicht sicherer sei als irgendein anderes Land. Die Führer des United Palcstine Appeal sind besorgt wegen der "Wirkung solcher Nachrichten auf die diesjährige Sammelaktion. Der Widerstand gegen Palästina wird besonders von den luden ausgedruckt, die Biro Bicljan als einen ״Helfer“ für die Juden ansprechen. Zur Lage in Palästina Ein« Veranstaltung des 11 PA New York, 28. April. Auf einem vom UPA. veranstalteten und von Dr. W i s e präsidierten Bankett sprach das Mitglied des englischem Unterhauses Herbert Morrison über die Lage in Palästina. Er erklärte, es sei die selbstverständliche Pflicht der Britischen Regierung, für Ruhe und Sicherheit zu sorgen; er drückte die Hoffnung aus, daß die Regierung eine feste und entschlossene Haltung einnchmen werde. Bezüglich des Legislative Council erklärte er, wenn die Britische Regierung und die Palästina* Regierung die Selbstverwaltung ausbaticn wollen, so geschehe dies besser auf dem Gebiete der städtischen Sclbstverwaltung. Experimente mit dem Legislative Council sind gerade im gegenwärtigen Zeitpunkt nicht angebracht, da Palästinas politische Erfahrung und Entwickhingsstadium noch nicht reif für demokratische Institutionen sind. Er zweifle sehr, ob die allgemeinen Gesetze der Demokratie jetzt in Palästina Atiwendung finden können. (Palcor.) Haupt»chriftleiter! Dr. Robert Welt sch, Berlin - Charlottenburg 9 (auch verantwortlich für die Aufnahme von Bildern). Stellvertreter« Kurt l.ocvcustcin. Berlin W 15. Anzeigenlciter und verantwortlieh für den Inhalt der Anzeigen: Hermann F i n n, Berlin W 15. Gültig Anzeigen - Preisliste 6 vom 1. April 1938. Verlag und Anzeigenvcrwtltung: Jüdische Rundschau, Berlin W IS '1! , k ׳str. 10. D.-A. April 37 625. •— Druck: Siegfried Sehokrn, Berlin-Schöneberg.

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