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Jüdische Rundschau · 1936-04-03 · Heft 27-28 (3.4.1936) · page 18

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
41 (1936)
Issue
Heft 27-28 (3.4.1936)
Date
1936-04-03
Page
– (sequence 18)
Language
German
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מ ו JÜDISCHE RUNDSCHAU Nr. 27/28, 3. IV. 1936 Das Neueste in Kürze Der Keren Hajessod ist derTräger des jüdischen Aufbaus in Palästina Zentrale för Deutschland, Berlin W15 Meinekestraße 10 / Postscheck: Berlin 1049 51 Die Zahl der Wahlberechtigten London, 30. Mär/. (JTA.) In der Unterhaus- Sitzung vom 3(1. März fragte der Abgeordnete Oreech■ Jones der! Minister für die Kolonien, welcher Prozentsatz der Bevölkerung Palästinas, und zwar Araber, Juden und Sonstige, bei Wahlen zu Stadt- und Ortsräten wahlberechtigt sei. In einer schriftlichen Antwort gab Minister Thomas bekannt,_ daß 1934 die eingetragenen Wähler bei den Arabern 2,37 ״,!> der arabischen Bevölkerung, bei den Juden 14,71 0;״ der jüdischen Bevölkerung ausmachten. Die Zahl der Wähler der übrigen Gemeinschaften sei sehr klein. In diesen Ziffern seien die Ortsräte des Norddistrikts nicht berücksichtigt, über die augenblicklich keine Informationen zu erlangen seien; es werde jedoch mitgeteilt, daß der Prozentsatz durch die Berücksichtigung dieses Wählerteils keine Wesentliche Aenderung erfahren würde. ln einer weiteren Anfrage verlangte der Abgeordnete Oreccb-Jones Auskunft darüber, ob durch die städtische Wahlordnung vom Jahre 1934 die Zahl der Wähler gegenüber 1927 vergrößert oder verringert worden sei. Kolonienminister Thomas antwortete, die Zahl der Wahlberechtigten auf (!rund der Mtmioipal Corporations’ Ordinance vom Jahre 19 H sei erheblich größer als die Wahlcrzalil 1927 sowohl in den damals bestehenden Wahlkreisen als für den früheren Ortswahlkreis von Tel-Awiw. Die Wählcr/ahl betrug in Jerusalem 1927; 327b, 1934: $802; in Jaffa!927: 2700, 1911: .!$39; in Haifa 1027 : 4590, 1931: 8902; in l el-Awiw 1927: 11 $90, IQ33: '25070. In der Praxis hatte sieh nirgends eine Verringerung־ der Veliler/ahl von 1927 orgihen. Die I rlordcrnisse für das Wahlrecht bei städtisehen Wahlen auf (jrund der Verordnung von 1931 seien fast in allen t:m/eiheiten identisch mit denjenigen der früheren städtischen Wahlotdnung des Jahres 1927 und der Ortswahl- Ordnung für I'el-Awiw mit zwei kleinen Aus»ahmen, ehe eine Veränderung, wenn überhaupt, so im Sinne einer Vergrüßerung der Wähler/ah; herbeigefülirt hätten. Das medizinische Zentrum in Jerusalem N e w York, 31. März. (JTA.) Der Direktor des New York Hospital for Joint Dcseaso, Dr. |;,cob J. (i o I u b, der vor kurzem aus Palästina ztiruckpekelirt ist,’ wo er als Berater bei der Fertigstellung der Pläne für das neue in c d i z i n i s c h e Z entr 11 m in J e r u s 3 I e m mitgearbeitet hat, gab bekannt, daß mit dem Bau des medizinischen Zentrums im Sommer begonnen werden wird. Die neue Rothsehild-Hadassah-Universitätsklinik, erklärte Dr. Golub, werde beispielgebend für den ganzen Nahen Osten sein. Sie wird drei dreistöckige Gebäude auf dem Skoptis-Berg umfassen, in denen das Krankenhaus, eine medizinische Fakultät und eine Schwesternschule mit Heim untergebracht werden solle. Die Pläne wurden von dem Architekten Erich Mendelssohn entworfen. Während die meisten Krankenhäuser ausschließlich Heilzwecken dienen, soll die Anstalt in Jerusalem dem Gesamtgebiet medizinischen Fortschrittes gewidmet sein. Die künftigen Aerzte sollen an ihr ausgebildet werden, sie soll der Erforschung der Ursachen und Behandlung der Krankheiten dienen und damit eine neue Wissenschaftliehe Entwicklung in Palästina einleiten. An der Klinik werden u. a. der früher in Berlin wohnhafte Krebsforscher Dr. Ludwig H alberstadter und der üvnäkologe Dr. Bernhard Zondek tätig sein. Die Leitung der von Ragheb Bay N a s h a s h i b i geführten arabischen Partei besenloß bei einer Konferenz, den Plan des Legislative Council zu akzeptieren und Sir Arthur Wauchope rnit/uteilen, daß die Vertreter der Partei bereit sind, als Mitglieder am Council teilzu• nehmen. Sir N’eill Malcolm besuchte iri Begleitung von Dr. Ruppin und Dr. Senator Tel-Awiw׳ sowie eine Reihe von Kolonien und Kwuzoth in Judäa. Am Nachmittag fand im Hause von Dr. Senator ein Empfang zu seinen Ehren statt. Uebcr die Frage der Ansiedlung von Juden aus Deutsch- Land in Palästina hatten Dr, Kuppin, Dr. Senator und Miss Henrietta Szold eine längere Konferenz mit Sir Neill Malcolm im Regierungsgebäude. James de Rothschild besuchte eine Reihe von Kolonien und Kwuzoth in Galiläa. Vertreter der Siedler äußerten ihm gegenüber die Forderung nach Erweiterung der Kolonisation auf Pica-Boden in Galiläa. Im Zusammenhang mit dem Galuthman-Mord sind drei weitere arabische Dorfbewohner verhaftet worden, die in der Nähe des Tatortes unter verdächtigen Umständen festgenommen wurden. fm Gefängnis von Akko sind dreizehn wegen Illegal er Einwanderung nach Palästina verurteilte Juden, die nach Verbüßung ihrer Strafe nicht freigelassen wurden, in den Hungerstreik getreten. Die Zionistische Exekutive hat beschlossen, im Monat Mai eine Kampagne zur Erlösung des Bodens durchzuführen. In dieser Kampagne sollen die Mittel "zum Ankauf großer Bodenstrecken durch der! Keren Kajcmeth autgebracht werden. Die Jewish Agency hielt ihre Büros zum Zeichen der Trauer für Dr. E d c r eine Stunde geschlossen; eine Trauerfeier wurde abgehalten, bei der u. a. Ben Gurion, Hugo Bergmann und Joseph Sprinzak sprachen. Es wird mitgeteilt, daß zur Eröffnung der Levante- Messe in Tel-Awiw Senator Justin Gottart als Vertreter der Pariser Handelskammer und des Internationalen Komitees der Handeiskonsulenten kommen wird. Der Leiter des tränzösischen Pavillons ist in Tel-Awiw bereits eingetroffen. Die Eröffnung des Palästina-Radios Am 30. März nachmittags wurde der Jerusalemer Rundfunk eingeweiht. In den drei offiziellen Sprachen des Landes, englisch, arabisch und hebräisch, wurde die Ansprache des englischen Postministers 11־ u t s o n angckiindigt. Nach ihm sprach Sir Arthur Wauchope, der erklärte, daß der palästinensische Radiodienst dazu bestimmt sei, Wissen und Kultur in alle Gemeinden des Landes zu tragen. Das jüdische Mitglied des Programm-Ausschusses Abraham Katznclson begann mit den Worten: ,,Meinen Brüdern in Zion und den hebräischen Hörern in aller Welt Schalom Uwracha!“ Er hob hervor, daß Hebräisch zum erstenmal als offizielle Sendesprache benutzt wird, und gab der Hoffnung Ausdruck, daß der Jerusalemer Radio alle Teile der Diaspora erfassen werde. Es folgte eine Rezitation aus dem ״Hohen Lied‘‘ durch Channa R o w i n a. Auf der Straße waren Lautsprecher aufgestellt, vor denen sich große Menschenmengen drängten. Die Palästina-Regierung hat einen Betrag zur Anbringung von Radioapparaten in 100 arabischen Dorf er n ausgesetzt. Wie die palästinensischen Zeitungen mitteilen, gibt es bereits 12 000 Radio-Abonnenten in Palästina. Die jüdischen Zeitungen gaben zur Eröffnung des Radiosenders besondere Beilagen heraus. (Palcor.) Der belgische Ministerpräsident van Z e e 1 a n d hat an die Messeieiiung ein Begrüßungsschreiben gerichtet, in dem er die besten Wünsche für den Erfolg der diesjährigen Messe ausspricht. Aus der Anleihe, die die Stadt Tel-Awiw bei der Prudential Insurance Company aufgenommen hat, wurden 425 000 Pfund der Stadtverwaltung übergeben. Der Restbetrag soll später ausgezahlt werden. Die Stadtverwaltung von Tel-Awiw hat die Verteilung von Preisen für Verdienste auf dem Gebiet von Kunst und Literatur vorgenommen. Die Schau- Spielerin der Habimah Channa Rowina erhielt einen Preis von 100 Pfund, der russisch-hebräische Schriftsteller Freiman einen Preis von 50 Pfund und ebenfalls einen Preis von 50 Pfund Dr. L e v i n für seine Forschungsarbeiten aus dem Gebiet der Geschichte der gaonäischen Zeit. Auf dem bei Tel-Awiw gelegenen ״Napoleons-Berg“, einem Grundstück, das zu dem Nachlaß J. L. Goldb e r g s gehört, wurden unter der Leitung des Archäologen der Hebräischen Universität, Dr. J. L. Sukenik, Ausgrabungcu begonnen. Die Ausgrabungsarbeiten werden von den Erben Goldbergs finanziert. Dr. Sukenik glaubt, daß unter dem Hügel sich eine altjüdische Siedlung aus der Zeit Salomos befindet. Aus London ist vor kurzem in Palästina der Chefredakteur des hebräischen Zentralorgans der Zionistischen Organisation, ״H a o 1 a m“, Mosche Kleinmann, eingetroffen. Der ״Haolam“ wird nunmehr in Jerusalem herausgegeben werden. Der ״Manchester Guardian“ veröffentlicht anläßlich der bevorstehenden Eröffnung der Levante-Messe in Tel-Awiw einen Artikel über den cngliseh-palästincnsisclicn H a n d c 1 unter besonderer Berücksichtigung des palästinensischen Zifrus- und Kali-Exports. An Hana der vom Board of Trade veröffentlichten Statistik des englischcn Ucbersechandels wird auf die schnelle Entwicklung der englisch-palästinensischen Handelsbeziehungen in den letzten Jahren hingewiesen. Es wird festgestellt, daß 1935 Palästina zum erstenmal in dieser Statistik gesondert berücksichtigt wurde. Ein Verein für die Diaspora Aus Tel-Awiw wird uns geschrieben: Der ״Da war“ berichtet: In diesen Tagen wurde in Jerusalem ein Verein für die Diaspora ins Leben gerufen. An der (iründungsvcrsammlung beteiligten sich viele bekannte Persönlichkeiten, die sich besonders die Erforschung und Pflege der jüdische״ Gegenwart zur Aufgabe gemacht haben. Die eigentliche Anregung zur Gründung des Vereins ging von einem Kreise aus, der auf den! Dampfer ״Tel Aviv“ einen Vortrag von Professor Slo lisch über die jüdische Diaspora hörte. Man setzte sich damals zum Ziel: den Zustand der Juden in fernen Ländern zu erforschen, eine Monatsschrift zu gründen, die sich mit dem Schicksal jüdischer Gemeinden, die bisher wenig beachtet worden sind, betassen soll, Forschungsreisen zu solchen Gemeinden zu unterstützen. Vor etwa 25 Jahren hat Dr. F a i 11 o w i c z, der Erforscher der abessinischen Juden, die Gründung einer ,,Mission der Juden“ vorgesehlagcn, die ihre Emissäre vorzüglich zu den Gemeinden schicken sollte, die nur schwache Verbindungen zu ihren Volksgenossen in anderen Ländern haben. Diesen Gedanken wollte jener Kreis wieder aufnehmen und verwirklichen. Palästina fällt die Aufgabe zu, Mittelpunkt einer solchen Bewegung zu sein. Die Jerusalemer Versammlung nahm in ihren Beschlüssen die Anregungen des Kreises auf den! Dampfer ״Tel Aviv“ wieder auf. Stadtviertel in Jerusalem werden beseitigt Jerusalem, 3I. Marz. (JTA.) Die Stadtverwaltung von Jerusalem hat hcsvhlos-m, die alten jüdischen Stadtviertel im Zentrum w!n Jerusalem und außerhalb der Stadtmauer zu beseitigen und an ihrer Stelle neue mit modunen technischen Errungenschaften ausgestaftete Viertel zu errichten. Im Zusammenhang mit diesen Plänen hat der I ligll ('.omniissionei die von der armen jüdischen Besöikerung bewohnten Viertel bemüht. I)er Bürgermeister von Jerusalem machte den!lieh C!>mmi-.-.ioi1er auf die u n I! v g i e n j s c h e n Zustande in diesen Stadtteilen und auf die Notwendigkeit ihrer Beseitigung aufmerksam. Man erwartet von der Verwirkliclui.ug de- Planes der Stadtverwaltung eine starke Be- I e!< u n g d v s B a u m a r k f e s und eine wesentliche Ver- Schotterung des Stadtbildes. Pur die Durehführung der Pläne ist mich die Zustimmung des I ligli (.'ommissionrr erforderlich. (Anm. d. Red; Wir nehmet! an, daß es sich hierbei um eine l'msiedlung der in diesen Stadtvierteln wohnenden Bew’dkerung handelt und nicht etwa um den Abbruch der historisch bedeut-amer! Stadtviertel.) Rothschild - Museum in Rischon le Zion Im ״Haarez“ wird über die geplante Gründung eines R o f!1 s c b i 1 d - M 1! s c u!1! s i n R i .schon 1 e Z i o n berichtet. Man will die Dokumente, die von dem Aufbauwerk des Barons Edniond Rothschild in Palästina zeugen, in einem Gebäude konzentrieren, das von einem botanischen Garten umgeben sein soll, ln dem Gebäude sollen alle Druck-, Brief- und Bildmaterialien, die die Rothschildschen Gründüngen betreffen, verwahrt werden. Den Mittelpunkt soll das Arbeitszimmer des Barons bilden, das hier aufgcstellt werden soll. Hier soll jedes Jahr an seinem Todestage eine Gedenkfeier stattfinden. Das Museum wird fünf Abteilungen umfassen: 1. Die Abteilung des Barons, in der Materialien zu seiner Biographie und zur Geschichte seiner Familie ausgestellt sein werden. Natürlich wird hier seinen Beziehungen zum Palästinawerk besondere Aufmerksamkeit * geschenkt werden. 2. Die Abteilung der Kolonien, die Materialien über die Kolonien umfaßt, die durch das Werk des Barons gegründet oder unterstützt worden sind. Die ganze Entwicklung dieser Kolonien von ihren kleinen Anfängen bis zu ihrer jetzigen Gestalt wird dort zu sehen sein. 3. Abteilung der Landwirtschaft und der Industrie•, /um Beispiel: Weinindustrie, Scidcniudustrie, Glasindustrie, Parfümindustric, Salzgewinnung. 4. Abteilung Kultur: Kindergärten, Schulen, Lehrbücher usw. 5. Palästinaforschung: Fürsorge für die heiligen Stätten wie die Wesfmauer und das Grab R.ihels. In Rischon le Zion hat sich bereits ein lokales Komitee gebildet, das das Werk in Angriff nehmen will. Habima - Premiere ״Love on the Dole“ von Ronald Gow und Walter (ireenwood Tel-Awiw, im März 1926 Der Titel dieses englischen Stückes, das in London einen Serien-Erfolg zu verzeichnen hat, ist schwer ins Deutsche übertragbar. Die beiden Hauptworte des Titels bedeuten ״Liebe“ und ״Arbeitslosen-l'ntersfützung“, und eben um diese Dinge dreht es sich. Wenn vom palästinensischen Theater die Rede ist, so steht im Vordergrund immer wieder die Repertoire-Frage. Wir haben besonders im letzten Jahr eine verhältnismäßig starke und an sich sehr erfreuliche Aktivität unserer Bühnen zu verzeichnen. Da gilt es jedoch doppelt vorsichtig zu sein, um den an sich beschränkten Kreis der Kunst-Konsumenten möglichst für alle Kunst-Aeußerungen zu gewinnen. Diese Ueberlegung darf als selbstverständlich bei den verantwortliehen Stellen vorausgesetzt werden, und darüber hinaus ein gewisses Zusammenarbeiten der Bühnenleitungen, die ja ein gemeinsames Ziel verbindet. Wenn dem aber so ist, wie kann es geschehen, daß wenige Monate, nachdem das Ohel-Theater Duschinskvs ״Stern p e 1 b r ü d e r“ herausgebracht hat und diese Aufführung noch zeigt, Habima mit einem Drama herauskommt, das dem erstgenannten fast gleicht? Hier wie dort: Arbeitslosigkeit, Liebe und Demoralisation, nrivatc Schicksale und Verbundenheit mit dem Volkskörner. Hier wie dort die hauddndon Personen: Vater und Mutter, Sohn und Tochter, Freund und Freundin. Iber wie dort: Arbeitslosen-Demonstration und Unterliegen der materiell Schwachen. Nur 19 u - schinskv ist unsctdimentalcr, k׳a:ser, reportage-ähnlicher, Gow und Greenwood Iviischer, weicher, wenn man will: dichterischer (und entsprechend weniger wahrheitsgetreu). Das Stück spielt in England. Der Regisseur Chemerinsky betont das nicht besonders. (Ob man Stücke, — wie es übrigens in der Ohel-Einstudierung gleichfalls geschah — ihrer Ortsgehundenheit derart entkleiden soll, ist Auffassung«- Sache.) Es gab hier für die Regie die Möglichkeit, entweder den privaten oder den sozialen Vorgängen verstärktes Gewicht 7t1 vcrleihen, wovon jedoch kein Gebrauch gemacht wird. Eines ist bemerkenswert: der naturalistische Stil scheint sich endgültig bei Habima durrhgesetzt zu haben. Man näht mit richtiger Nadel und wirklichem Faden, nicht mehr nur wie früher, die täuschende Geste. Man wäscht sich mit vcritablem Wasser, ja aus der Kulisse vermitteln Geräuschplatten die Illusion in der Ferne fahrender Züge, aufbegehrender Volkshäufen. Da der Beleuchtungsapparat im Mograbi-Theater ungenügend ist, empfiehlt cs sich, Lichtexperiincnte, die leicht komisch wirken können, zu unterlassen. Die Schauspieler fügen sich dem von der Regie gegebenen Rahmen größtenteils gut ein. Insbesondere erfreut Fania Liubifz als Tochter Sally durch eine verinnerlichte, über dem Durchschnitts-Niveau stehende Leistung. Meskin hat diesmal geringe Spielmöglichkeitcn, die er jedoch äußerst ausnutzt. Frau Hariel als Mrs. Hardcastie bleibt leider ־ziemlich farblos und äußerlich, Kutai ist der Arbeitslose mit Kämpfergeist, lebendig und überzeugend. Die Liebesszene auf der Treppe ist ein wenig kitschig und auf ״Postkarten-Olück“ gestellt. Von den __ drei Weibern, deren Hauptbeschäftigung der Klatsch, der Spintismus und das Saufen ist, wirkt Frau Yudelevitz wirklieh phantastisch, während Hanna He ndler mit allen ihr zur Verfügung stehenden Mitteln, und oft bis zur Unerträglichkeit, chargiert. Zum Teil sehr gut A vital, ln der Straßenszene mit der Freundin übertreibt er jedoch. Das Bühnenbild von Luftglas hat viel Atmosphäre. Die Uebersetzung besorgte Reuben Groß mann. Manfred Geis Konzerte in Tel-Awiw Das dritte Konzert der Serie unter der Leitung von Michael Taube, brachte das Concerto Grosso von Händel, Beethovens D-Dur-Violinkon/crt und die Fs-Dur-Syinphonie von Mozart. Das Konzert war ausverkauft, und dem' Dirigenten und Orchester, das ausgezeichnet in Form war, dankte langanlialtender Beifall. Taube selbst, durch eine Handyerletzung körperlich behindert, ließ nichts von der an ihm bekannten und geschätzten Intensität vermissen. Der Solist des Beethoven-Konzerts war Rudolf Bergmann (früher Frankfurt am Main), der über einen hervorragend schönen und warmen Ton und eine meisterhafte Technik verfügt, und dem vom Publikum besonders warm applaudiert wurde. In dem Concerto Grosso wurden die beiden Violinen von den Solisten Parncs und B o r o c 11 o w, das Cello von Professor Fiarry Son ausgezeichnet betreut. Iilli Kurz trat nach längerer Pause mit einem Vokal- Konzert wieder vor das Tel-Awiwer Publikum. Sic bewies an diesem Abend erneut, daß sie über eine außerordentlich kultivierte Tongebung und feindifferenzierte Auffassungsgabe verfügt, und ihr Organ von großer Weichheit und Gepflegtheit!st. Besonders gelungen war der zweite Teil, der einige biblische Gesänge von Dvorak, ein fein-instrurnentiertes Hirtenlied von Alman und den virtuos gesungenen Kaddisch von Ravel brachte. Die Gesangschule ״Giliis“ stellte ihre Schüler Gut mann, Vogel, Holländer und Lew in dem Publikum vor. Es läßt sich heute nur feststeilen, daß fast durchweg hoffnungsvolles Material vorhanden ist, jedoch läßt Technik und Vortrag noch viel zu wünschen übrig, und es wäre eine längere Pause anzuraten, bevor die jungen Künstler sich wieder an die Oeffcntlichkeit wagen. Bezüglich des Programms Ist zu bemerken, daß die gewählten Stücke, durchweg außerordent״ lieh schwere Arien, Duette oder Prologe, keine Versuchs- Objekte für Anfänger sind. Manfred Geis TEPPICHHAUS ZENTRUM AeuBerste Preise für reppiche - Gardinen - Läufer Berlin C 2, Spandauer StraBe SB an dar KönigatraBe

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