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Jüdische Rundschau · 1936-03-17 · Heft 22 (17.3.1936) · page 9

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
41 (1936)
Issue
Heft 22 (17.3.1936)
Date
1936-03-17
Page
– (sequence 9)
Language
German
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■ m JÜDISCHE RUNDSCHAU PALÄSTINA-BLATT NR. 22, 17. MAERZ 1936 Mord bei Tulkerem der 1SÄ1*!״Abrab?m Galuthman aus Nahalal, einer udlesf8 9rte| wurde während der Fahrt in!riwi a ״.b ihcAAutüba!i hei Tulkerem durch Gewehr- 5!! 1 Sebiisse wurden von der Land- Mbß,ercbe"־ D,e mit Hilfe von Spürhunden auf- ״»T o P Nachforschungen waren zunächst erfolglos, da der fEure" .vefw1scht hatte. Die Untersuchung wird 1DiC , brcJcbe Galuthmans wird nach Nahafal ge- An der gleichen Stelle wurden später auf zwei weitere itu8?«״ abßegeben. Der arabische Schaffner, der infolge Ueberfüllung des Wagens auf dem Schoß Galuthntans saß, trug leichte Verletzungen im Gesicht davon. Die Polizei ist auf der Spur der Täter, die die Schüsse worden zwe* Personen sind als verdächtig verhaftet Bei dem Begräbnis des Ermordeten in N a h a I a I kam die tiefe Trauer der Siedlung zum Ausdruck. Während der beiden letzten Tage hatte jede Arbeit geruht. Eine große Anzahl von Siedlern war gekommen, um dem Toten die letzte Ehre zu erweisen. (Palcor.) Palästinas Handelslage Die Zeitschrift ״Great Britain and the East* nimmt in ihrer Nummer vom 12. März zur handelspolitischen Situation Palästinas kritisch Stellung und weist darauf hin, daß das ungeheure Mißverhältnis zwischen Export und Import eine anormale Situation schaffe. Die seit vielen Jahren steigende Passivbilanz erhalte freilich ein Gegengewicht durch den beträchtlichen ״unsichtbaren Export" in der .Form des durch die Einwanderer ins Land gebrachten Kapitals. Den größeren Bedürfnissen entsprechend hat sich der Import erhöht, und es sei voraus- Zusehen, daß der diesjährige Import noch größer als der des Jahres 1935 sein werde. Das befriedigendste Moment in dieser Situation sei das ständige Wachsen des Ex- Portes; aber diejenigen, denen Palästinas Wohl am Herzen liege, wünschten eine beträchtliche Beschleunigung dieses Prozesses, denn die Welle der Einwanderer sei kein permanenter ökonomischer Faktor. Abseits von der Frage der Zahl der Einwanderung sei es klar, daß es einen Sättigungspunkt gebe in bezug auf die Menge der Menschen, die Palästina aufnehmen kann. Wenn die Flut der Einwanderung zu stocken beginne, sei es fraglich, ob der Export imstande sein werde, den Bedürfnissen der dann vorhandenen Bevölkerung zu entsprechen. Dies sei im Wesen das Problem, vor das die palästinensische Regierung gestellt ist. Legislative Council und Jüdisches Nationalheim Briefwechsel zwischen dem Kolonienminister Thomas und Lord Melchett Neuer Bahnhof in Tel-Awiw? In bezug auf die Vorschläge des britischen Sachverständigen Felix Pole über den Ausbau des palästinensischen Eisenbahnverkehrs teilte die Regierung mit, daß das Projekt ,-,eines Baues einer weiteren Eisenbahnlinie nach Tel-Awiw durch den Scharon bis Magdiel vorläufig abschlägig beschieden werden müsse; jedoch sei die Regierung bereit, den Bau eines neuen Persone 11- Bahnhofs in Tci-Awiw vorzunehmen, vorausgesetzt, daß die finanzielle Lage in der Zukunft dies ermöglicht. Die Regierung erklärt, daß andere öffentliche Arbeiten im Werte von S50 000 Pfund ins Werk gesetzt werden, darunter die Erweiterung der Haifaer und Jaffaer Hafenanlagcn. (Palcor.) Von der Woche Sir Arthur Wauchope begab sich zu einer Besuchsreise nach Aegypten. Die Haifaer Stadtverwaltung hat das Budget für 1D36/37 angenommen. Es beläuft sich auf 192 000 Pfund, gegen 131 000 für das laufende Jahr. Aut Grund der Gerüchte, daß der Haifaer Hafen in der Richtung nach Kirjat Cbajim in Etrick Zcbulun hin erweitert werden soll, trafen arabische Kaufleute in Akko zusammen und beschlossen, die Regierung zu bitten, sie möge den Bau eines Handelshafens in Akko vornehmen. Die Finanzierung der Arbeiterschulen aus dem Budget der Stadtverwaltung Tel-Awiw war Gegenstand heftiger Debatten im Stadtrat. Der rechte Block widersetzt sich jeder finanziellen Unterstützung. Die Progressiven verlangen Gleichberechtigung für die Histadruth-Sebulen, die vom Waad Leumi und vom Zionisten-Kongreß zuerkannt worden sei. Chclouche und Dizcngoff schlugen vor, man solle einen Zuschuß aus dem Budget gewähren und ein Komitee zur Ueberwachung der Schulen wählen. Die Debatte wird fortgesetzt. Am 9. März fand zu Ehren Dizengoffs anläßlich seines 75. Geburtstages ein Empfang statt, bei dem Ussischkin, Tschcrtok, Ben Zwi und Rokach sprachen. Der Distriktskommissar hielt im Aufträge von Sir Arthur Wauchope eine Ansprache. In einer Schlußrede antwortete Dizengoft aut die herzlichen Kundgebungen. Bürgermeister Dizcngoff erklärte bei einer Konferenz des Messe-Komitees in Tel-Awiw, daß die kommende Levante-Messe vielseitiger sein und mehr Aussteller zählen wird als alle vorhergehenden. Aus dem Bericht der Messe• leitung über die Vorbereitungen geht hervor, daß der Anteil Palästinas sechsmal so groß sein wird wie aut der Messe 1934. 14 Länder beteiligen sich, darunter England, Frankreich, Belgien; Holland, Norwegen und die Türkei werden zum erstenmal vertreten sein. Auf einer in London unter Beteiligung der amerikanischcn Direktoren abgelialtenen Vorstandssitzung der I alestine Pot a sh Limited wurde beschlossen, die Er- Weiterung der Chemischen Werke am Sudufer des Toten Meeres zu beschleunigen. Dieser Beschluß ist auf die Erhöhung des Kalipreises auf dem Weltmarkt mfo,ge_ der Vereinbarungen zwischen den europäischen kaliprodu/enten zurückzufiihren. _ , _ ... Anläßlich des ersten Jahrestages des Todes von Rabbi Aaronsohn hatte sich eine große Mcnsehcnmenge in der Großen Synagoge in Tel-Awiw eingef unden. Cs sprachen Rabbi Amiel und Rabbi Uziel. Dr. Yehuda Kaufmann wurde zum HircktDr dcr neuen Kultur-Abteilung des Waad Ltumi nannt. . . Der Dichter Salman Schneur traf in Lalastma ein. London, 13. März. (JTA.) Die Jüdische Telegraphen- Agentur hat die Ermächtigung erhalten, den Briefwechsel zp veröffentlichen, der zwischen dem Minister für die Kolonien J. H. Thomas und Lord Melchett als einem der Führer der englisch-jüdischen Abordnung, die am 31. Januar dem Kolonienminister die Stellungnahme der englischen Judenheit zur Frage der Schaffung eines Legislative Council in Palästina darlcgte, im Anschluß an diesen Empfang stattgefunden hat. Das vom 20. Februar 1936 datierte Schreiben des Kolonienmlnlsters hat folgenden Wortlaut: ״Lieber Melchett, ich habe die Vorstellungen betreffend den Vorschlag, in Palästina einen Legislative Council zu errichten, die Sie und Mr. Neville Laski als Mitglieder der bedeutsamen jüdischen Abordnung, die ich am 31. Januar empfing, mir gegenüber erhoben haben, sowie die Argumente, die in dem mir vorher mit einem Brief der Jewish Agency vom 20. Januar überreichten Memorandum enthalten sind, einer sorgfältigen Erwägung unterzogen. Ich erkenne durchaus die weit verbreiteten Gefühle, die bei den Juden durch die Vorschläge der Regierung Seiner Majestät ausgelöst worden sind, und ich würdige die Besorgnis, die Sie und die mit Ihnen verbundenen Herren zum Ausdruck gebracht haben, daß die beabsichtigten Schritte sich zum Nachteil des Jüdischen Nationalheims aiiswirken könnten. Ich glaube jedoch, daß die jüdische öffentliche Meinung unnötige Befürchtungen in dieser Beziehung hegt, und daß man bei genauerem Studium der Vorschläge, die in dem im Dezember von dem High Commissioncr für Palästina veröffentlichten Comiminiquc klar zusammen ge faßt sind, erkennen wird, daß von der durch Sie airsgclösten Kritik vieles auf ungenügenden Gründen aufgebaut ist. Die für die Schaffung des Legislative Council gebilligten Vorschlage sind im allgemeinen Interesse Palästinas gemacht worden, und das Problem wurde von dem High Commissioncr und der Regierung Seiner Majestät unter dein Gesichtspunkt des Gesamtwohls Palästinas betrachtet. In Ihrer Erklärung, die Sie namens der Abordnung abgegeben haben, äußerten Sie die Ansicht, daß die Schaffung eines Legislative Council im gegenwärtigen Augenblick, weit davon entfernt zu einer besseren Verständigung zwischen Juden und Arabern zu führen, die Gelegenheit zu Reibungen und Uneinigkeit bieten und von :äert> Arabern dazu benutzt werten würde, die legitime Arbeft der Juden zu obstruieren. Dieses Argument kann, wie Sie einsehen werden, jederzeit gebraucht werden. Ich möchte jedoch andererseits darauf hinweisen, daß die Regierung Seiner Majestät im Jahre 1930 bestimmte Zusagen über ihre Absicht, einen Legislative Council einzusetzen, gemacht hat, und daß diese Absicht 1932 von Sir Arthur Wauchope mit Zustimmung der Regierung Seiner Majestät in seiner Eröffnungserklärung vor der Ständigen Mandatskommission in Genf bekräftigt wurde. Sogar wenn Gründe dafür vorhanden wären, in der Einführung eines Legislative Council einen störenden Faktor zu sehen, so würde die Tatsache, daß die Regierung ihr Versprechen nicht zu der frühest möglichen Zeit erfüllt, wahrscheinlich in noch höherem Maße ein Faktor für die Störung der Ordnung sein, von dem die Entstehung eines weit verbreiteten Mißtrauens zu erwarten wäre. Außerdem sollte die Tatsache, daß gewisse Vertreter der Bevölkerung Palästinas in einer, wenn a'lerdings grundlegenden Sache, rnit der Regierung nicht einer Meinung sind, sie nicht notwendigerweise an der Zusammenarbeit mit der •Regierung bei vielen anderen wichtigen Maßnahmen hindem, und ich bin überzeugt, daß sie den Vorteil der Zulassung von Meinungsäußerungen in einer verfassungsmäßig errichteten repräsentativen Körperschaft gegenüber einer Meinungsäußerung zugeben werden, die sich auf dem Wege der Parteipresse und öffentlicher Kuiidgebimgen vollzieht, von denen nur zu sehr zu erwarten ist, daß sie■ zur Störung der öffentlichen Ruhe führen. Wie ich Ihnen am 31. Januar versichert hat«, ist das Mandat absolut gesichert: es gibt nichts in dem Plan für die Schaffung eines Legislative Council, das die Erfüllung der Mandafsverpilichtungen der Regierung Seiner Majestät stören oder sie in irgendeiner Weise beeinträchtigen könnte. Bei der Kritik an den gegenwärtigen Vorschlägen wurde erheblicher Nachdruck auf die Tatsache gelegt, daß der Plan des Legislative Council eine Vertretung der jüdisehen Gemeinschaft in Palästina Vorsicht, und daß er nicht die Gesamtheit des jüdischen Volkes berücksichtigt, und es wird behauptet, daß diese Vertretung den Juden den Status einer Minderheit gibt. Ich glaube, cs ist wesentlich, Sie zu diesem Punkt daran zu erinnern, daß die von der Regierung Seiner Majestät 1922 gemachten Vorschlage für die Schaffung eines Legislative Council nicht vorsahen, daß das jüdische Volk außerhalb Palästinas vertreten sein solle, und, soviel ich weiß, wurde aus diesem Grunde kein Einwand erhoben, als die Exekutive der Zionistischen Organisation der Regierung Seiner Majestät versicherte, daß die Tätigkeit der Organisation konform mit der Politik durchgeführt werden würde, über die sie informiert worden war. Ich finde es schwierig, cinziisehen, wie man behaupten kann, daß die Gewährung einer jüdischen Vertretung in einem Legislative Council für Palästina auf der Basis der Weltjudenheit vereinbar wäre mit dem Wortlaut oder Geist des Mandats, und ich bin überzeuget, daß es der Sache, die wir alle wünsehen, letzten Endes nicht förderlich wäre, daraus einen Streitpunkt zu machen. Ein Legislative Council muß, um für Palästiria repräsentativ zu sein, die Interessen aller Teile der Bevöikerung des Landes in einem solchen Verhältnis berücksichtigen, wie es von der Regierung Seiner Majestät als ciil angemessenes Spiegelbild der verschiedenen beteiligten Intcressen angesehen wird. Andererseits findet das Interesse der W e 11 j u d e n ii e i t a 11 d e m Jüdischen N a 11 o 11 a 1 h e i m seinen Ausdruck bereits aut der repräsentativen G r u n d läge der Zionistischen Weltorganisation, und die ausdrückliche Anerkennung der Jewish Agency durch die Palästina-Verwaltung auf Grund des Mandats sieht einen wirksamen Kontakt zwischen der Verwaltung und der zionistischen Weltincinung vor. Es ist nicht beabsichtigt, daß die gegenwärtig zwischen der Jewish Agency und der Palästina-Verwaltung bestehenden Beziehungen, wie sie in dem Mandat in Aussicht genommen sind, infolge der Einsetzung eines Legislative Council in irgendeiner Weise übergangen werden sollen. Es wird weiter behauptet, daß eine längere Probezeit vorangehen sollte, i!1 der Erfahrungen über das Funktion 1er en der Stad träte gewonnen werden könnten, bevor ein so wichtiger Schritt, wie die Einsetzung eines Legislative Council, getan wird. Gegenwärtig bestellen munizipale Körperschäften in 15 arabischen Städten, die, wie ich höre, alle mit entsprechender Leistungsfähigkeit arbeiten, und es arbeiten Araber und Juden nicht nur in den Stadträten der größeren Städte harmonisch zusammen, sondern es ist auch aut Grund der Erfahrungen in Verwaltungsräten und Komitees, wie z. B. solchen, die sich mit Industrie und Handel, Landwirtschaft, Straßen und Eisenbahnwesen befassen, klar, daß es Juden untj Arabern möglich ist, zu g c m ei n s a nt'i?!n Woh Tz 11 s a m m en z u a r b ei t e n. Ich möchte vielleicht in diesem Zusammenhang bemerken, daß Sir Arthur Wauchope, als er 1932 in Genf die Absicht der Regierung erwähnte, Schritte zur Bildung eines Legislative Council zu unternehmen, angedeutet hat, daß diese Schritte getan werden würden, sobald die damals in Vorbereitung befindliche Verordnung über lokale Selbstverwaltung in Kraft gesetzt sein würde. Es war dies ein wichtiges und umfassendes Stück der Gesetzgebung, das der High Commissioncr dringend vollendet zu sehen wünschte, bevor er in das Stadium aktiver Erwägung eines Legislative Council eintrat, und es wäre unrichtig, seine Aeußerung so dar/tistellen, als wäre in ihr die Absicht eingescblossen gewesen, eine ausgedehnte Probefrist festzuset/cn, während welcher die Gemeinschatten Palästinas durch die Art des Euukfionierens der Stadträte den Beweis ihrer Eignung für die Uebernahmc ihres Anteils an den Pflichten eines Legislative Council für ganz Palästina hätten erbringen sollen. Schließlich meinen Sie, daß heute, insbesondere unter Beriieksiehtigung der internationalen Lage, nicht die geeignete Zeit sei, einen so wichtigen Schritt, wie die Ein- Setzung eines Legislative Council, zu unternehmen. Ich würdige durchaus die Erwägungen, auf die Sie nusnieleu, aber ich glaube, daß, was immer man über mögliche störende Faktoren in der allgemeinen internationalen Lage denken möge, kein, Zweifel in bezug auf die ernste Unzufriedenheit mul Unruhe gehegt werden kann, die in Palästina zum Ausdruck kommen würde, wenn es den Anschein hätte, daß die Regierung Seiner Majestät nicht die Absicht habe, ihre wiederholten Zusicherttngen in bezug auf den Legislative Com!ci! wahmimadicn. Ohne ernstere Folgen voraus/usetzen, hin ich überzeugt, daß eine Atmosphäre geschaffen werden wurde, die sich unvermeidlich als höchst ungünstig für die Entwicklung des Jüdischen Natioiialheims erweisen und den Kredit Palästinas schädigen wurde, was ' : 'י־.־' "י,־־"־ ־״’ Purim in Tel-Awiw «סיד» 1!!*Ü’Ä'! m: mkJL n b. f * Pi, Die riesige Menge der Kinder beim Kinder feslspicl Am Abend wurde g (Anr.rt ein Festspiel für die Erwachsenen auf• Foto«; L»*«r liuansc t 45

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