Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 41 (1936)
- Issue
- Heft 19 (6.3.1936)
- Date
- 1936-03-06
- Page
- – (sequence 28)
- Language
- German
- Belongs to
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5efte 8 KINDER-RUNDSCHAU Nr. 4 ÖcL rrukJvk. t&isj&rti 261. Welches die Fahne Palästinas ist? Helen M. 262. Wie groß die Zahl der jüdischen Schulkinder in Palästina ist. 263. Woher der Narne ,,Purim“ kommt. Gerda F. (12 Jahre). ao o o 246. Es gibt in Palästina auch Pelzgeschäfte. 247. Es gibt in Jerusalem und im ganzen palästinensischen Bergland gelegentlich im Winter Schnee. Ruth Aschheim, Berlin (103/4 J.) 248. Palästina hatte Anfang 1933 1104 884 Einwohner, davon 209 207 Juden und Ende 1935 etwa 1 215 000 Einwohner, davon 375 000 Juden. 249. Palästina ist Mandatsgebiet. Die Einwohner sind deshalb im Kriegsfälle nur zur Verteidigung ihres Landes verpflichtet, nicht aber zur Kriegsleistung auf anderen Kriegsschauplätzen. 250. Die Zionistische Organisation hat eine ganze Reihe von Untergruppen, insbesondere die zionistischen Parteien und die •Jugend- Organisationen. Die ZVfD., Berlin W15, Meinekestr. 10, gibt dir darüber Auskunft. 251. Der Bach ad (Brith Chaluzim Datiim) ist die dem Misrachi nahestehende orthodoxe Jugendorganisation, während Noar Agudati eine der Agudas Jisroel angehörige Chaluzim-Organisation ist. Die Zeitschrift des Baehad heißt ״Chajenu“, der Noar Agudati bringt Informationsblätter heraus, außerdem kannst du dich über ihn in der von der Agudas Jisroel herausgegebenen Zeitschrift ״Nachnu“ informieren. Die Mitgliederzahl beträgt beim Baehad ca. 1700, der Noar Agudati hat ca. 500 auf Ilachscharah befindliche Mitglieder. 252. Die Revisionisten erstreben die Schaffung eines Juden- Staates zu beiden Seiten des Jordan. 253. In Palästina gibt es keine Automobil- und Flugzeugfabriken, aber Automobilreparaturwerkstätten. 254. Es gibt leider in Palästina Kinder, die schon im Alter von 11—12 Jahren arbeiten, besonders unter den Arabern und den orientalischen Juden. Es wird jedoch angestrebt, daß diese Arbeit verbot en wird. 255. Manche Araberfrauen heiraten schon sehr früh. Man bemüht sich, diese Sitte allmählich zurückzudrängen. 256. Die verschiedenen Jugendorganisationen haben in Palästina auch viele Jugendheime. 257. Natürlich gibt es in allen Städten Palästinas Spielplätze. 258. Palästina hatte im Jahre 1926 761896 Einwohner. 259. In Nahalal gibt es eine jüdische Schule. 260. Aus Amerika sind nur wenige Juden nach Palästina eingewandert, selbstverständlich eine größere Zahl aus Nordamerika als aus Südamerika. ti^njchje. CA¥Ve*L •**/*י l'JfW» \v«5 Mit einem 8—9jährigen Mädel, möglichst mit Markentausch. Ruth Hecht, Breslau X, Rosenthaler Straße 21 (7 J.). — Mit Briefmarkentausch. Lutz Strauß, Offenbach a. M., Kaiserstraße 11 (10 J^, — Mit einem 10- bis 12jährigen Jungen oder Mädel aus Berlin. Erste Anschrift mit Bild. Eva Tworoger, Liegnitz, Thebesiusstr, 11 (101/2 Jahre). — Mit einem Chawer des Baehad oder Brith-Hanoar. Chawah Rittner, Braunschweig, Marstall 1-2 (14 Jahre). — Mit Briefmarkenaustausch mit Jungen aus Amerika, 11—12 Jahre alt, in Deutsch. Rüben Baer, Berlin-Spandau, Weißenburger Str. 12, III (11 Jahre). — Mit Briefmarkentausch, in Deutsch, Englisch, Ilebräisch. Bcrthold Guthmann, Berlin-Lichtenberg, Borrützstr. 41 a (12 J.). — Mit Markentausch, in Deutsch, Hebräisch oder eventuell Englisch. Rafael Bender, Haifa, Har Hacarmel, Rechow Achuza 8-31 (14 J.). —• Mit Jungen oder Mädel aus einem zionistischen Bund oder von der Jugend-Alijah, evtl, mit Briefmarkenaustausch. Ruth Mittwoch, Lugano- Castagnola, Montebello (16 Jahre). — Mit Briefmarkentausch, mit einem 14—16jährigen Jungen (auch im Ausland). Lutz Marek, Breslau 5, Tauen!zienstr. 7. — Mit einem Mädchen in Erez Israel in Deutsch und etwas Hebräisch, erste Zuschrift mit Bild, Bernd Pinsker, Köln, Marsilsfein 29 (111/2 Jahre), — Mit Mädchen oder Jungen in Englisch. Ruth Gimmicher, Hamburg 13, Isestr. 54 (14 Jahre). — Mit Jungen in gleichem Alter. David Höchstem, Köln am Rhein, Saarstr. 16 (13 Jahre), — Mit religiösem Mädchen im Alter von 14 Jahren. Salomon Drillmann, Frankfurt (Main), Theobald-Christ- Straße 6. -— Mit 12—Mjährigem Jungen (Radiobastler). Martin Bärenholz, Berlin-Charlottcnburg. Kantstr. 37 (14 Jahre). — Mit gleichaltrigem Jungen oder Mädchen aus Erez Israel in Deutsch (mit Briefmarkentausch); erste Anschrift mit Bild. Miijam Allschul, Zürich 6, BuUeyslr. 34 (14 Jahre). •—> Mit 14—15 jährigem Jungen oder Mädel, möglichst aus dem ״Makkabi-Hazair“, in Deutsch oder Englisch. Manfred Direktor, Goldap (Ostpr.), Jablonker Str. 8. Hinter dem kleinen Weinberg ist ganz deutlich ein Reiter zu sehen, so hell steht der Mond noch am Himmel. Der Schomer reitet zum letztenmal um das Dorf. Sein Dienst ist uni 5.15 Uhr beendet, — er bringt sein Pferd zum Stall, streut ihm Futter, sattelt es ab, schiebt den kleinen Riegel der Stalltür behaglich zu und geht zur Küche. Dort ist schon seit 4.30 Uhr Licht. Die Teekessel dampfen, das Holzfeuer wärmt wunderbar, denn um diese Zeit ist es ziemlich kalt, besonders wenn einer von 11 bis 5 Uhr jtn Sattel war. Auf dem Tisch, der mit Blech beschlagen ist, stehen Körbe mit gelben Rüben, Kartoffeln, Zwiebeln. Daneben wird aus einem Faß Butter geholt. Die wird in kleinen Portionen auf die Teller verteilt. Brot wird geschnitten, Tee- Extrakt gebrüht. ln der Backerei waren sie am frühesten auf, gegen 4 Uhr! In der niedrigen Backstube, die hinter dem Kinderhaus liegt, brummt die Knetmaschine. Jedesmal wenn der lange, eiserne Arm sich vorstreckt und in den Teig greift, knackt es laut und kräftig. Beinahe im selben Takt pufft die Dampfmaschine im Schuppen — ״Elektrizitäts-Werk“ —. Durch das Dach, das mit Blech ausgeschlagen ist, geht ein Stück Rohr. Hier oben pufft der Rauch alle zwei Sekunden aus. Ueber das Dach kann man Wegseiten, wenn man auf dem Balkon des Kinderhauses steht. Eine gerade Allee von Zypressen zieht sich hinauf zum Wäldchen, in dem die ersten Mohnblumen und Alpenveilchen wachsen, am Hügel vorüber bis zum Wassertürm. Der beherrscht in seiner Höhe das ganze weite Gebiet. Weiter oben am ansteigenden Berg: ein Araberdorf; klein, niedrig, grau, an den Berg geschmiegt, vom Mond beleuchtet, ohne Licht. Im Kinderhaus brennt eine Lampe im Arbeitszimmer. Die Kindergärtnerin hat Nachtwache, liegt auf dem Ledersofa und liest. Im Büro ist eben Licht gemacht worden. Der Sekretär packt zwei Pakete, die noch zum Auto sollen. Aus der Molkerei werden die Kannen frisch gefüllt und gut plombiert herausgerollt. Ueber den H-of kommen zwei ,,Hausmütter“, die im Kinderhaus arbeiten. Kurz darauf beginnt der Wettlaut in die Duschräume. Die Uhr am Schulhaus zeigt 20 Minuten vor 6. Ein kräftiges Gebimmel! Wenige Minuten später tönen die ersten offiziellen Laute über den Hof: tri, tri, tririri!! Die Trillerpfeife wiederholt unablässig ihre Befehle. In langer Reihe kommen die Kinder in den Hof — —: Dauerlauf: tri tri, tririri! Der Sportlehrer an der Spitze und hinterher alle in blauem Sportdreß — leicht blinzelnd, etwas verschlafen, aber kräftig und stramm in der Haltung. Beim Hauptgebäude ist eben das Auto vorgefahren. Es ist ein flachgebautes Lastauto. Die Arbeiter, manche noch kauend, einige schon mit der Zigarette, die Spitzhacken in der Hand, klettern auf das Auto. Immer mehr und mehr, alle fahren zum Steinbruch, auf ״Außenarbeit“. Der Motor arbeitet schon, es ist hell geworden — über den Hof rennt die Schlange: tri, tri, tririri! schon lustiger und frischer, gleich geht’s zur Dusche! Die Arbeiterinnen kommen langsam aus dem Eßsaal, in Gruppen gehen sie zur Wäscherei, 1ns Kinderhaus. Der Schulleiter kehrt bei weit offener Tür seine Stube aus .... zwei Lehrer kommen oben die Treppe hinunter, sie melden ihm, daß heute Klasse 2 und 3 ״ausfliegen“... Er stellt den Besen zur Seite, bietet ihnen eine Zigarette an — die Kinder stehen still —dann sausen sie in die Duschräume.— Das Auto fährt schon durch den Pappelweg, der Steinbruch leuchtet gelbrot in der aufgehenden Sonne. An selm Bing, Jerusalem Max Biron, Zwickau. — Isi Borger, Berlin. — Hanns-Werner Fried-!ander, Brieg (Bezirk Breslau). -— Günter Max Gallewski, Trebnitz (Schlesien). — Manfred Israelski, Berlin. — Gert Kornblum, Berlin. — Walter Siegfried Levie, Meiningen. — Erich Levy, Stargard. — Kurt Loser, Wilmersdorf. — Siegfried Rosentreter, Altona. — Alfred Weiß, Berlin.