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Jüdische Rundschau · 1936-03-06 · Heft 19 (6.3.1936) · page 24

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Rundschau
Volume
41 (1936)
Issue
Heft 19 (6.3.1936)
Date
1936-03-06
Page
– (sequence 24)
Language
German
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Seite 4 KINDER-RÜNDSCHAU Nr. 4 Das schönste Purim■■ Geschenk h mm rv H־. Viele eurer Freunde und Freundinnen haben dieses Buch schon zu Chanukkah, zum Geburtstag oder zur Barmizwah geschenkt bekommen, und ihr habt gehört, wie begeistert jeder Junge und iedes Mädchen über seinen Inhalt ist. Es enthält die schönsten Beiträge aus den ersten drei Jahrgängen der״Kinder״Rundsd1au" und dazu viele neue Erzählungen und anderes mehr, was in diesem Buche zum ersten Mal erscheint. Viele von euch haben am ״Land der Jugend" selbst mitgearbeitet, da ein großer Teil aller Beiträge von Kindern und Jugendlichen stammt )as Buch ist in Halbleinen gebunden, hat ein schönes mehr“ Farbiges Titelbild, 112 Seiten und 79 Textabbildungen. Es kostet nur RI 2.85 Hißtet eure Eltern, euch ,,Land der .I11«־e11d4< zu Purim zu schenken. Bestellungen bei eurem Buchhändler oder direkt hei dem VERLAG JÜDISCHE RUNDSCHAU G.m.b.H. Berlin W 15 Meinekestr. 10 üeg<-n Voreinsendung des Betrages zuzilgiidi 30 Rpf. Porto. Post dieckkonto der Verlagsabteilung Berlin 71576 wm Poststempel von der II. Winter־■ Makkabiah in ßansca Bystrica DU nihksie fänden-Tbmdsthtm erscheint am Freitag, dem 20. März. Redaktions- Schluß hierfür am Donnerstag, dem 12. März Purim-Erlebnisse Purim stand vor der Tür. Eine Bekannte von uns brachte Krepp-Papier mit und machte mir einen Spielmannsanzug, wie er in der ״K. R.“ vom vorigen Purim abgebildet war. Abends verkleiaete ich mich, nahm meine Geige (ohne das Wissen meiner Eltern) und kam so ins Zimmer. Da fing meine Mutter zu lachen an und konnte sich gar nicht beruhigen; denn sie hat sich meines Vaters Sachen angezogen: seine Glocke aufgesetzt, seine Hose angezogen und sich den Schlips umgebunden. Ihr müßtet das sehen! Als wir mit dem Lachen fertig waren, begann der richtige Festakt. Das Radio wurde eingeschaltet, und ich geigte dazu. Ich war so im Geigen vertieft, daß ich gar nicht merkte, wie ein Glas nach dem anderen getrunken wurde und nur noch eine halbe Flasche übrig blieb! Ich legte meine Geige hin und nahm am Trinken teil. Wir hatten schon soviel getrunken, daß wir gar nicht merkten, wie wir langsam angeheitert wurden und anstatt Walzer zu tanzen nur noch umherwackelten. Später wackelten wir ins Bett. Heinz Kirsch, Berlin (lllJ2 J•) x ״Heute ist Purim, morgen ist aus; gebt mir ,nen Grosehen, werft mich raus.“ So war der Schluß der Theateraufführung, welche wir probten. In einer Woche war Purim, und da gingen wir zu unseren Großeltern und führten etwas auf. ״Na, da müßt ihr aber noch tüchtig .üben bis Purim“, sagte meine Tante, die Regie führte. ״Ach, wenn es doch endlich so weit wäre!“ meinte meine Schwester. Nun probten wir noch einmal, es ging schon viel besser; das mußte es ja auch; denn einen Tag vor Purim war Generalprobe. ״Für heute wollen wir Schluß machen“, sagte meine Tante. Wir trennten uns. — Heute waren alle aufgeregt. Wir hatten eine große Feier in der Schule. Es war sehr schön. Gleich nach der Feier bin ich zu meinen Großeltern gegangen. Dort waren meine Kusinen und meine Schwester in großer Aufregung, denn die Generalprobe ist gestern nicht besonders gut ausgefallen. ״Es wird schon gehen“, tröstete meine Tante uns, ״na, und wenn nicht, den Kopf können sie euch auch nicht abreißen!“ Wir hatten ein großes Programm gedruckt, welches wir an die Tür annagelten. Außerdem hatten wir noch dreißig kleine, die wir nachher verteilen wollten. Alle waren in bester Stimmung. — Endlich war es so weit. Vor dem Zimmer, in dem wir aufführen wollten, stellten wir einen Tisch hin. das war die Kasse. Ich setzte mich vor den Tisch und kassierte. Der Eintritt kostete 10 Pf. Nachdem ich kassiert hatte, nahm ich die Programme und verteilte sie. Dann begann das erste Stück. Es war ein Gedicht, welches meine Schwester vortrug. Sie erntete großen Beifall. Nachher kam die Esthergeschickte. Ich war die Königin Esther und hatte ein langes weißes Kleid an, mit einem Schleier, der mit einem goldenen Band am Kragen befestigt war. Das Stück fiel überraschend gut aus. Die Schauspieler wurden nachher einzeln hervorgerufen und bekamen Naschzeug. Dann spielten wir noch allerlei Stücke und zuletzt sangen wir: ״Dort, wo die Zeder“, dann war die Theateraufführung zu Ende. Es war schon halb eins, und wir wollten nach Hause gehen. Da baten unsere Großeltern, daß wir doch bei ihnen schlafen sollten. Nach einigem Hin und Her erlaubten es unsere Eltern, und wir blieben dort. Jetzt merkten wir, daß wir sehr müde waren. Schnell zogen wir uns aus und lagen bald in tiefem Schlafe. Anita Jassy, Berlin fT4~ J.) X Ich!־.ab' dir schon immer schreiben wollen, und nun will ich dir mal schreiben, was wir Purim gemacht haben. Nämlieh mein Bruder, mein Fräulein und ich. Wir haben uns als Esther, Haman und Ahasveros verkleidet. Mein Bruder, als Esther, hatte ein langes Badetuch, darunter ein langes rotes Kleid von mir an und auf dem Kopf eine rosa Wachsblume. Mein Fräulein war ganz komisch angezogen, sie war Haman, sie hatte eine knallrote Jacke an und eine mattblaue Hose und einen grauen Hut. Ich war Ahasveros und trug eine dunkelbrau! Hose, eine dunkelblaue Samtjacke und auch einen grauen Hut, einen Stock mit goldener Klinge. Nun spielten wir das ganze Stück von da an, wo der König nachts nicht schlafen kann und der Diener ihm vorliest. Mein Fräulein hatte sich schnell den Hut und die rote Jacke ausgezogen und war gleich Diener. Wir hatten uns manchmal kaputt gelacht, z. B. wie mein Fräulein als Haman meinen Bruder, der doch Esther war, auf den Knien anfleht. Eva Reu ß, Berlin (9 J.)

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