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Jüdische Rundschau · 1936-03-06 · Heft 19 (6.3.1936) · page 21

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
41 (1936)
Issue
Heft 19 (6.3.1936)
Date
1936-03-06
Page
– (sequence 21)
Language
German
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KINDERRUNDSCHAU 4. Jahrgang / Nr. 4 Jüdischen Rundschau Beilage der Berlin, den 6.111.1936 *n « 50* Fl-די־־1 י-m■ Erzählung von Jac< 1b;injim / Bilder von Harry |«»1 •*••• Ein Purimspiel wollen wir auf führen, seit drei Wochen schon üben wir mit Masken und ohne Masken, zu Fuß und zu Pferde, wir haben nämlich auch jemanden, der ein Pferd spielen kann, und wenn wir dann auftreten mit Pferd und Masken, wird jeder sagen irmsen, solche Purimspieler sind überhaupt noch nie dagewesen. Wenn wir aber erst zum alten Rauhbein kommen, diesem knauserigsten von allen Geizkragen, und ihm nicht ein schönes Stückchen Geld entlocken können, dann haben wir eine große Wette verloren und .... aber zuerst müßt ihr wissen, wer Rauhbein ist, denn Geizhälse gibfs ja mehrere, aber so einen nur einmal. Wenn ihr zufällig ihn auf dr S‘: :1ße trefft und fragt: ״Wie spät ist es, lieber Herr Rank ei:/׳־, dann sagt er auch nicht die genaue Zeit, sondern zeh.: vli nuten weniger, aus Geiz, denn Zeit ist Geld, sagt er. Aber wenn ihr ihm die Hand gebt, zählt er erst nach, ob ihr ihm nicht etwa einen Finger zu wenig gegeben habt, denn in allein, was er bekommen kann, ist er sehr genau, und da darf nichts fehlen. Also das ist Rauhbein,, und wenn wir den mal gerade am Purim um ein paar Münzen 1 eich ler machen sollen, so habt ihr gewiß nichts dagegen, und wenn wir mit einem großen Pferd zu ihm hinaufkommen und unser Spiel vorführen, dann kann er auch wirklich was zahlen. Sonst haben wir uns vorgenommen, andere Saiten aufzuziehen. Wir sind zehn Mann, das Pferd mitgerechnet, der erste ist B e n d i x mit einer schönen dicken Perücke, die noch von meiner Urgroßmutter stammt, der spielt die Königin Esther, und es ist bloß schade, daß ihm in den schönsten Augenblicken manchmal der Stimmbruch in die Quere kommt, sonst spricht er nämlich so hoch wie das kleinste Mädchen. Ich will mich auch nicht vordrängen, aber daß ich den Mordechai spiele, kann ich nicht leugnen, auch nicht, daß das eine sehr hochgestellte Persönlichkeit ist, die nämlich auf einem Pferd reitet, jawohl, ich reite, und mein Pferd ist Babusch mit dem Schirm. Wenn ich euch erzählen soll, wer Babusch ist, muß ich schon lachen. Er sieht nämlich so komisch aus, lang und dürr wie ein verwelkter Lulow, mit einer Nase wie zum Schofarblasen, das Kinn scheint er einmal aus Versehen verschluckt zu haben, und sein Adamsapfel tanzt ständig auf und nieder wie ein weißes Mäuschen mit roten Augen. Seine Füße sind unheimlich groß, sie haben in den Schuhen nicht Platz genug, darum schneidet er von innen ein Loch aus, damit die großen Zehen es bequem haben. Ohne Schirm geht Babusch niemals aus, der Schirm schlenkert ganz ungeschickt vor und neben ihm her, schlägt auch einmal versehentlich an die große Zehe, und dann schreit Babusch erstens vor Schmerz und zweitens vor Wut, er schimpft auf den dummen Schirm, als wenn der schuld wäre. Und der Schirm läßt sich das natürlich nicht bieten, es paßt ihm nicht, auf offener Straße so angeschrien zu werden, aber was kann ein armer, stummer Schirm tun? Vorigen Purim ist er verloren gegangen, das kann ein Schirm tun, glatt verschwunden ist er und auf unheimliche Weise. Denn als Babusch nach Hause kommt, sagt Frau Babusch: ״Und wo ist der Schirm?“ Da besinnt sich Babusch und schließlich sagt er: ״Als der Regen aufhörte, wollte ich den Schirm zuspannen, und da war er nicht mehr da.“ So ein Mensch ist mein Pferd Babusch mit dem Schirm, und wenn man ihm eine Ehre antun will, dann muß man ihm nur sagen, er wäre ein zerstreuter Professor. Vor Jahren, als er noch nicht verheiratet war, kam er jeden Morgen zu spät zum Beten, weil er seine Sachen nie finden konnte. Es war so, als wenn seine Hosen sich selbständig gemacht hätten und nachts allein auf und davon gegangen wären, am nächsten Morgen wieder waren die Hosen treu liegen geblieben, der Zylinderhut aber ins Leere entrollt, und so fehlte immer ein Kleidungsstück. Babusch sah sich das eine Zeitlang mit an, und dann ging er zu einem Weisen fragen, was man tun könnte. Man kann sich, hieß die Antwort, jeden Abend einen Zettel zurechtlegen und aufschreiben, wo jedes Stück liegt. Das ist eine Art Buchführung. Sicher ist sicher, dachte Babusch und schon an diesem Abend beim Schlafengehen notierte er peinliehst genau: LUtf /tn*?äcA׳ ... LoUgA aLhuu cU*~ »nrt' /tcc&/4e*~ .. . /Th *UmvTtacMc}cUam,. JfhAf VW־ 5 A0f\ Aus, .. 7 i»*yA «*י^ elus^ ^1/ 4u/ etc-*»». vw־ itm . 0*«•^ Uro«, 4m, #«ae■ tim«w f/dlf vtr 8dh.. 4m. okiJh Ixmgi bwr* JbtAs'Vci*. S'״'su '׳■־"י \i. $04r**0c£v. ite^J

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