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Jüdische Rundschau · 1936-02-28 · Heft 17 (28.2.1936) · page 9

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
41 (1936)
Issue
Heft 17 (28.2.1936)
Date
1936-02-28
Page
– (sequence 9)
Language
German
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Nr. 17, 28. II. 1936 JÜDISCHE RUNDSCHAU Seite 9 DER JÜDISCHEN RUNDSCHAU Des ״Kaliwer Rebben“ Nigun Ch. SVinawer N»!hciruti verboten AH« Rerfite Vorbehalten y7Tä, Vieyreju bist da —JCtle , bjiJ< *Tieyrejit bist da tfeit bist- Ja 1 as JerbQldwt ־׳׳-»׳-* d.dsbrjt.na-mtm,arl icfy a'it derJtj/e tu . /J rata A'a . . /tttn■ -jr r Qu.les, fu/ef, An* $rejss d!/t <?•* —׳'*»״••יי?'- tfffye-tJji■ /re v/'e *Y»/ bt'/b aVz —..׳*// aV׳• rru-rrten.' .vrl - <׳*׳< _ p. 1V/ *v/ *v. v’« rf . j*rEp~3Six?E iJj jrrif Jer ftty'tfytnt Sa.st - /*rer» <f** - mea,ds^t «- 7e^ fte-t'n d. a>t>A -Senstm/nert, ASfi irf mib Jer^Scfcbi-ne 2 a.ja . 7*t* Au . »Tä / Anmerkung.׳ Zur Vereinfachung ist die Art des Vortrages durch Zeichen nicht angegeben, da diese das Notenbild zu sehr belastet hätten. Andeutend sei nur gesagt: Der Nigun will inbrünstig und gedankenvoll gesungen sein. Um das ״Tcdiina-Lied“ Wir erhallen folgende Zuschrift: München, den 16. Februar 1936 An die Redaktion der ״Jüd. Rundschau"! Die Angaben zutu Liede im ״Singblatt‘‘ vom 14. Februar 1936 stimmen leider nicht. Der Text sowie die Melodie stammen von meinem Onkel Wolf Ehrenkranz, Welwale Zbarzscher genannt, der ein fanatischer Vorkämpfer der osteuropäischen llaskalah war. Dieses Lied ist eine beißende Satire auf das naive Denken des religiösen Juden in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts schlechthin. Zum ersten Male erschien es in der Sammlung Maqel Noam (Lemberg 1869—78) in hebräischer und jiddischer Sprache unter dem Titel: ש״י עולמות oder ״Gott ist bankrott". Wie dem Inhalt, so ist. auch der Sprache des Liedes der Stempel der llaskalah aufgedrückt: das Hebräisch will hochbiblisch sein und das Jiddisch ist ,,verdeutscht‘‘. So haben wir einen ״Herrgott" an Stelle des gewöhnlichen Riboine-schclojletn. In diesem Zusammenhang« möchte ich noch auf eine eingehende Besprechung dieses Liedes hinweisen in der Monographie ״Wölwel Zbarazer“ von Prof. Dr. M. Weißberg (in den Mitteilungen zur Jiid. Volkskunde, Heft 31—32, Leipzig 1909, Kaufmann), wo eine genauere Transkription mehrerer Strophen dieses Textes vorliegen. Mit Zionsgruß! Dr. M. Ehren kr an z * Dazu schreibt der Bearbeiter unseres ״Singblatts‘‘: Erstens: mein ״Singblatt‘‘ prätendiert keineswegs, eine peinlich korrekte musikwissenschaftliche Abhand- Iung zu geben, es soll vielmehr die Leser der ״Jüdischer! Rundschau" mit ostjüdiscliem Milieu und jüdischer Musik bekanntmachen. Die Kompetenz für Echtheit und Stil der im ״Singblatt" erscheinenden Lieder glaube ich meinem künstlerischen Empfinden und vor allem meinem Verwurzeltsein in ostjüdischer Kultur anvertrauen zu dürfen. Zweitens: wäre mir bekannt gewesen, daß, wie Herr Dr. Elirenkranz bemerkt, das ״Techina-Lied“ als ״beißende Satire auf das naive Denken de religiöen Juden“ gedacht war, hätte ich mir dennoch erlaubt, es in der gleichen Auftassung meinen Lesern zu bringen, wie ich es getan habe, denn ich bin durchaus der Meinung, daß der Weg zur Annäherung westeuropäischer Juden an ostjüdische Kultur keineswegs über die Satire auf das religiöse Lehen führt, und daß es nicht die llaskalah ist, deren das Judentum in Deutschland heute bedarf. Uebrigens läßt sich die Exaktheit einer musikwissenschaftlichen Behauptung bei ostjüdischer Musik nicht in gleichem Maße naeliweisen wie bei Musik anderer Völker, und es lassen sich mancherlei Beispiele dafür an führen, daß, was beispielsweise in Galizien als banaler Gassenhauer gesungen wurde, in Kongreßpolen, von irgendeinem Chossid aufgegriffen, zu einem chassidischcn Nigun wurde. Lassen Sie mich als Beispiel hierfür das folgende Geschielitchen anführen. Auf einer Wanderschaft hörte ein großer Rabbi von ferne einen Hirten singen. Er trat mit seiner Gefo'csrhaft tiefer in den Wald, dem Klange nach und fand den Hirten, mitten im Walde allein sitzend und ein Lied vor sich hinsingend (Melodie obenstehend): ״Wald, Wald, wie groß bist du! Rusdike, Ruschke, wie weit bist du! Wäre der Wald nicht so schrecklich groß, War meine Ruschke nicht so furchtbar weit. Wer wird mich aus diesen! Wald herausholen, Daß ich und meine Ruschke würden vereint." Danach begann der Rabbi nach der gleichen Melodie zu singen: ״Golus, Golus, wie groß bist du! Schechina, Schechina, wie weit bist du! Wäre der Golus nicht so schrecklich groß. War die, Schechina nicht so furchtbar weit. Wer wird mich aus dem Golus herausholen, Daß ich und die Schechina würden vereint.‘‘ Nun bat der Rabbi den Hirten, sein Lied noch einmal zu singen. Aller der Hirte konnte es nicht mehr, er hatte es vergessen. Voller Freude rief der Rabbi aus: ״Ich habe den Nigun geläutert und seinem heiligen Ursprünge zugeführt!“ Ich glaube, daß es im Sinne dieses Rabbi ist, wenn man ״satirische" Nigunim wieder zu ihrem ״heiligen Ursprünge" zurückführt, zu dem bespöttelten ״naiven Denken des religiösen Juden“. C 11 ein jo Winawer Eine neue Megilla מגלת אסתר׳ עם ציורים מאת אוטו גייסמר־ הוצאת ד״ר ה• לוונשטיין׳ ברלין¬ Die eben in einer Volksausgabe erschienene Megilla! Ester ist illustriert, bezaubernd illustriert und überhaupt etwas Prächtiges. Megilla heißt Rolle; und die alte Rolicnform ist auch hier gewahrt. Die Schrift stammt von einem Sofer, die hebräischen Buchstaben haben nicht nur die Lesbarkeit, Klarheit und Sauberkeit der besten alten Schule, dazu den schönen Märchcnschmuck von Kränchen und sonstigem Schriftzierat, sondern auch den Vorzug der Vokalzeichen und Noten. Die Bilder stammen von Otto Geismar. Sie sind eine Leistung für sich, und wenn man die Schrift nicht verstünde, so könnte man aus diesen paar Bildern die Purimgcschichte doch glatt ablesen. Sie folgen keiner Kunstrichtung, sie sind mit Bedacht stilisiert, ornamentalisiert, sie sind auf dieser Basis den Ergebnissen der Forschung in der Darstellung von Kostüm und Architektur treu und fügen sich wohl in den Text ein. Vor allem zeigen sie ein kräftiges Talent zum Humor, ohne zu karikieren. Der König Ahaschverosch ist eine gewinnende Mischung aus Bart, Prunk und Würde, und die stereotypen Schreiber der Hofgeschichte haben zur großen Pose ihres Amtes noch den Seitenblick auf das nicht oder nur halb Offizielle. Die Zechszene hat soviel Aufgeräumtheit wie die Tanzszene Bewegung. Mordechai hat soviel augenschließende Sanftmut und rcchtschafiene Bravheit wie sein Widerpart verbissene UnwiUigkcit, und daß dieser nicht zum dämonischen Bösewicht verzerrt ist, muß man besonders erwähnen. Ein Meisterstückchen sind die Pferde der reitenden Boten, deren Eile trotz aller Stilisierung last filmecht überzeugend zum Ausdruck kommt. Und die sehr schwierige Aufgabe, die Sühne vor dem Ende der Erzählung darzustellen, ist ganz vortrefflich gelöst: oben auf der Seite folgt üblicherweise in Riesenlettern die Auf- Zählung der Namen, unten das Bild mit den Menschen, die nach oben blicken. Es ist also eine richtige Volksausgabe, so gut und so preiswert (50 Pf.), wie man nur wünschen kann, und der Verlag (Dr. Herbert Loewenstein, Berlin SO 16, Rungestr. 15), dessen Ziel die Verbreitung biblischen Schrifttums in hebräischer Sprache zu volkstümlichen Preisen ist, hat damit etwas Schönes geleistet H. Pala s4ina Am 4 Berlin 68a OfcWISU A&ENCV FOR PALI4TINE W 15: Meinekestr. 10. Telephon: J I, Bismarck 7165/70. Touristik Um eine geregelte Bearbeitung der Anträge zu ermBgliehen, muß die Sprechslunde für Anträge auf Zuteilung von Palästina-Reisckreditbr'.cfen auf Montag bis Donnerstag von 10—12 Uhr festgesetzt werden. Außerhalb dieser Sprechstunde kann auch bei auswärtigen Besuchern eine Besprechung nicht erfolgen. Da bereits in einem außerordentlichen Umfang Anträge aut Zuteilung von Mitteln für Informationsreisen vorliegen, können Anträge auf Reisen, die in den Alonaten März oder April 1936 beabsichtigt sind, nicht mehr angenommen werden. Anträge für Reisen im Monat Mal sind bis zum 31. März 1936, für den Monat Juni bis zum 30. April 1936 spätestens einzureichen usw. Dr. Alfred Kupferberg begibt sich nächste Woche zu dauerndem Aufenthalt nach Palästina. Dr. Kupferberg ist ein alter Zionist, aus der jüdischen Jugendbewegung hervorgegangen und stets im Zionismus lind im jüdischen Leben in starkem Maße tätig gewesen. Er ist vor einigen Jahren Chefredakteur des Israelitischen Farriilicnblattcs geworden und hat sich als einer der besten und sachlichsten jüdischen Publizisten Deutschlands bewährt. Das FamilienblaU hat sich unter seiner Leitung sehr entwickelt und eine positive Stellung zum Zionismus und Palästina-Aufbau eingenommen. Dr. Kupferberg hat vor zwei Jahren Palästina bereist und seine Kcisceindn'icke in einem anziehend geschriebenen Buche ״Deutsche Juden im jüdischen Land•‘ niedergelegt. Bei seiner Alijah begleiten Dr. Kupferberg, der seine Kraft und sein Können ganz in den Dienst der jüdischen Sache gestellt hat, die besten Wünsche der Zionisten Deutschlands. Haushaltungsschülerinnen in Lehnitz. Im Erholungsheim des Jüdischen Frauenbundes in Lehnitz erhalten junge Mädeben liauswirtschaftliche Ausbildung!11 Haus- und Küchenarbeit. Trotz Haus-, (iartenlind Werkarbeit, Gymnastik, Nahrungsmittellehrc, Material- und I lausliaitskunde, Erziehungs- und Geftuulbcitsldirc, Ilotelbuchfuhruiig, trotz ernsthafter hebräischer, englischer, Musik- und jüdischer Geseiuehts- Studien findet sich auch Zeit zu ei ne in regen (jemcinschaftsleben. Da werden Singstunden und Vorträge abgehalten. An den in Lehnitz häufig stattfimlcmien Tagungen jüdischer Organisationen nehmen die Schülerinnen gleichfalls teil. Es ist auch Zeit zur sportlichen Betätigung im l'reien, zur Erholung im Walde und am See. 1111 Zusammenleben mit den Lehrkräften und Gefährtinnen lernen die jungen Menschen Einordnung in eine jüdische Gemeinschaft. Und wenn sie nach einem Jahre als gründlich ausgcbikktc 1 Icimgehilfinnen in die Praxis gehen, werden sic ebenso erfolgreich im Privathaushalt wie in einem großen Hauswesen zu wirken vermögen. Mitteilung des KJV. Die Prospekte der Palästinareise, die am 2. April ab Marseille beginnt, sind fertig und werden dieser Tage zugestellt. Da für die Reise der 7. März als letzter Anmcldungstermin vorgesehen ist, wollen etwaige weitere Interessenten unverzüglich den Prospekt anfordern. Die Tcilnehmerzalil ist beschränkt. Berichtigungen. Zu dem Bericht in Nr. 13 über die Reichskonferenz des Verbandes polnischer Juden teilt uns die Ortsgruppe Ludwigshafen a. Rh. des Verbandes mit, daß der Name Reichsverband polnischer Juden nicht, wie es in dem Bericht hieß, einstimmig, sondern mit 22 gegen 9 Stimmen angenommen wurde. — Bei der Besprechung des Werkes ״K i z z u r Schulchan Artich“ in Nr. 14 der ״J. R.“ hat sich in der Ueberschrift ein Druckfehler eingesehlichen, indem cs dort versehentlich ״Kibbuz Schulchan Aruch“ heißt. Es wird noch mitgetcilt, daß bis zum Erscheinen des dritten Bandes der Subskriptionspreis pro Band 18 RM., nachher der Ladenpreis 20 RM. beträgt. — Unter den Ersatz-Mitgliedern der Kommission für die Gemeindearbeit, die auf dem Delegiertcntag gewählt wurden, ist irrtümlich der Name Ludwig E e u c h t w a n g c r, München, genannt. Es handelt sich um Dr. Sigbert E e u c h t w a n g e r. ANTWORTEN DER REDAKTION Dr. B. K״ Berlin. Es ist richtig, daß der Jude Siegfriert. Marcus (geb. 1831 in Malchin i. Mecklenburg, gest. 1898 in Wien) der Hersteller des ersten Benzin-Motorkraftwagens gewesen ist. Marcus 11:1t 1561 den ersten und 1875 den zweiten Kraftwagen koiistruu 11; let/teier!st im Technischen Museum in Wien noch zu sehen. .Man kann also sagen, daß der Genannte das erste brauchbare Benz i n - A U t o m o b i i hergesteiit hat. A. Mandowsky, Breslau. Es ist leider unmöglich, in der ״Jüdischen Rundschau“ eine eingehende 1 )iskussion über die technischen Fragen der Photographie zu führen. Wenn Sie auf Grund von neuerlichen Rundlragen be! I achieuten und Filmfabriken zu der Einsicht gekommen sind, daß die Von Lotte Borchardt in der ״Jüdischen Rundschau“ Nr. 11 gegen Ihr in Nr. 5 abgedrucktes Photo-Merkblatt erhobenen Einwendungen nicht stichhaltig sind, so können wir die Interessenten auf die von Ihnen bereits zuvor veröffentlichten Ratschläge verweisen. Es ist gewiß für alle Photographierenden interessant, daß solche Erfahrungen ausgetauscht werden, doch würde die Registrierung aller Einzelheiten den Rahmen unseres Blattes sprengen. 50% Ermäßigung FRÜHJAHR IN PALÄSTINA 50% Ermäßigung Unter diesem Motto gewährt der Lloyd Triestlno alles Reisenden, die Hin- und Rückfahrkarte läsen «nd ln der Zeit vom 1. April bis 23. Mai 1936 die Hinfahrt von Italien tmd spätestens am 24, Juni 1936 dl# Rückreise von Palästina antreten, auf die Fahrpreise der I« II, and Touristenklasse 50 h, Ermäßigung. — Reisende, die innerhalb der angegebenen Zeit nur Hinfahrt benutzen, erhalten 20K Fahrpreisermäßigung, — Bei Hinand Rückfahrt 503t Fahrpreisermäßigung aui den italienischen Staatsbahnen BERLIN W 8 LLOYD TIULSTIYO Unter den landen 3a Frankfurt a. M,, Kaiserstr. 20 Hamborg 36, Jungiernstieg 17 München, Odeonsplatz 1 Stuttgart, Schillerplatz 4 sowie alle bedeutenden Reisebüros

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