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Jüdische Rundschau · 1936-02-21 · Heft 15 (21.2.1936) · page 23

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Rundschau
Volume
41 (1936)
Issue
Heft 15 (21.2.1936)
Date
1936-02-21
Page
– (sequence 23)
Language
German
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SjPS&Jp! INDER-RUNDSCHAU Berlin, den 21. II. 1936 17י ־ןדיי Beilage der ״Jüdischen Rundschau'״ -ף־ד «- 4. Jahrgang / Nr. 3 ~¥ \ft! .קפה Fünf Uhr morgens in lerusalem yi Die Jaffastraße in Jerusalem liegt ganz still und dunkel. Nur in einem kleinen Cafe ist Licht; dort wird sauber gemacht. Bei ״Eged“, der Autobus-Station, stehen zwei Chauffeure, der Fahrkartenverkäufer und ein Pol iz i s t. Der spricht mit einer k I e i ־ nen Jemenitin, die die Fliesen wischt. Seine tiefe Stimme ist das einzige, was man hört. Diese Stimme klingt so beruhigend und selbstgefällig aus der Stille, wie der Baß zu einem unbekannten Chor. Leise klappert der Eimer mit dem Aufwisch־ wasser, und ein kleines Lachen steigt aut. Der Mann zählt hinterm Tisch Geldstücke, in der Garage summt der erste Motor. — — Lieber den Mauern sind, graugrün vom Mond beschienen, die ernsten, schlanken Pinien zu sehen. Die Kuppeln der Russenkirche schweben losgelöst über den glatten Dächern wie blaßblaue Zwiebeln. Man hört seine Absätze laut auf den Steinen hallen. Am Zionskino kommt aus der Seitenstraße Licht. Hier steht der Autobus, der nach Ludd zur Bahn .ährt. ״Dawar—Haarez—Doar Hajom“. Ein bärtiges Gesicht, ganz von schwärzen Kirschenaugen beherrscht, ruft die Zeitungen aus. Ein Blick auf die Uhr. Erst fünf? Die Zeitungen riechen nach Druckerschwärze und sehen funkelnagelneu aus. Im Büro der Autobusgesellschaff stehen sie schon und kaufen Karten: 40 und 1/2 Piaster nach Haifa hin und* zurück. Weiter hinunter, zur Altstadt zu, stehen einige Taxis — bei dem Haus der Stadtverwaltung — verschlafen und unbeleuchtet. Um die Ecke kommen zwei Polizisten, ein Engländer und ein Araber; einer schwenkt eine kleine Taschenlampe in der rechten Hand; sie sprechen nichts miteinander und gehen mit lauten Schritten rasch vorüber; sie kommen von der Abessfnienstraße herunter, gehen die Jaffastraße hinauf, der Rundgang ist beinahe beendet. In der Wachtstube oben in Machane-Jehuda steht ein kleiner Petroleumofen, auf dem ein blauer Kessel dampft: ein Grund, schneller zu marschieren! Am Jaffator ist alles voller Leben und Bewegung.... Es ist etwas heller geworden; die Steine sind schwarzgrau getönt, der Mond hat keine Leuchtkraft mehr, und hinter dem ״Davidsturm“, nach Talpioth zu, wird es gelblich-weiß am Himmel. Den schmalen Weg herunter kommt eine Karawane im leisen Schaukelschritt, gespenstisch unhörbar wie auf der Leinwand; man hat die unwillkürliche und unpassende Vorstellung, sie gingen im frisch gefallenen Pulverschnee. Kleine grauschwarze Esel mit ergeben-treuherzigem Nicken schleppen viel zu schwere Lasten zum Markt. Scheppernd klatscht ihnen der zersprungene Rohrstock auf den Schenkel. Von allen Seiten treiben die Araber ihre Tiere herbei. Rufe und Gesprächsfetzen klingen durcheinander. An einer Ecke ist ein wortreicher Streit um den ״angestammten Platz“ im Gange. Der Himmel färbt sich zartrosa, und der erste Käufer mit Fez und schwarzem Mantel, den Korb am Arm, erscheint am Ende der Straße — mit schnuppernder Nase, wählerisch und feinschmeckerisch von Stand zu Stand gehend. An ihm vorüber eilt ein Mann mit Streimel, eine Sanittasche unterm Arm, schnell der Altstadt zu. Kurz daraut drei Männer, die ihm sehr ähnlich sehen — hinter ihm her. Die roten Autobusse beginnen ihren Arbeitstag. Die Rolläden rollen hoch — Fußgänger verlieren ihren Seltenheitswert: die Stadt wacht auf! Anselm Bing, Jerusalem JfbeM - l rs *י־ה-ר־ *sasa י־.^? ־ *9 ,ת־^זז '**1' T. Kober ♦**יי1 יי!® . JflL int*

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