Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 41 (1936)
- Issue
- Heft 15 (21.2.1936)
- Date
- 1936-02-21
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 15 21. II. 1936 JÜDISCHE RUNDSCHAU Sefre P Die neue ״Alijah“ Man wird der Bedeutung der jetzt i«1 8. Auflage erschleneuen Informationsbroschürc des Palästina-Amtes ״Aliiah“ nicht gerecht, wenn man lediglich zum Inhalte der einzelnen Aufsätze kritisch Stellung nimmt. Gewiß ist es zu begrüßen, wenn der gebotene Stoff neu gegliedert, durchgesehen und erweitert wird. Daß aus 120 Seiten der früheren Auflage jetzt 180 Seiten geworden sind oder daß die Palästiipkarte durch FCnffarbciidruck an Plastik und (Jcbersiclitlichkcit gewonnen hat, reicht aber allein noch nicht aus, dieses Ereignis öfientlieh zu würdigen. Entscheidend ist vielmehr die Tatsache, daß sich die Zionistische Bewegung in Deutschland hier eine einzigartige offizielle! nformationsquelle für Palästinawanderer geschaffen hat. Die fortlaufende Verbesserung der ״Alijah“ zeugt von dem Ernst und der Gründlichkeit, mit der man sich bemüht, die neue Wirklichkeit Palästinas gedanklich und praktisch zu erobern. Alle Erfahrungen der Palästinawandcrung im Verlaufe von drei Jahren haben hier einen konzentrierten Niederschlag gefunden. Anzuerkennen ist auch, daß man ernsthaft bestrebt war, ein objektives Bild Palästinas zu geben. Die Technik der Auswanderung wird mit präziser Sorgfalt geschildert. Keine wichtige Einzelfrage bleibt unberührt. Was im Wege des gedruckten Wortes getan werden konnte, um die Schmerzen der Einordnung zu mildern und den richtigen Weg zu weisen, ist hier getan worden. Deshalb ist die ״Alijah“ in ihrer Art etwas Vollkommenes, und es wäre zu wünschen, daß sich auch andere Länder eine ähnliche umfassende Informationsquelle schaffen würden. Im Rahmen dieser Besprechung ist es unmöglich, auf Einzelheiten eiuzugehen oder den Inhalt auch nur andcutungsweise zu schildern. Zu begrüßen ist im ersten Teil (״Der Weg nach Palästina) das Kapitel über ״Die zionistische Bewegung“, in dein• die wichtigsten Tatsachen über die zentralen zionistischen Körperschaften mitgeteilt werden. Der Abschnitt über ״Einreise und Einwanderung“ ist mit besonderer Liebe ansgcstaltet worden. Aus der in vielen Punkten unvollständigen Tabelle der 7. Auflage ist fast eine Art Konimentar des palästinensischen Einwanderungsgesetzes geworden, der in instruktiver Form Gesetzestext und Verwaltungspraxis gegenüberstellt. Die Abschnitte ״Wehrpflicht und Auswanderutig“ sowie ״Familienrechtliche Fragen der Auswanderung“ tragen den inzwischen eingetretenen Ereignissen in Deutschland Rechnung und dürften für die juristische Beratungstätigkeit eine wertvolle Materialsammlung darstellen. Der in Kürze zu erwartende Runderlaß der Reiehsstelle für Devisenbewirt- Schaffung wird in Form eines Nachtrages nachgeliefert, ln dem Abschnitt ״Uebersiedlung nach Palästina“ ist die Disposition klarer und das Material straffer zusaminengcfaßt worden. Selbst über die genaue Zugfolge nach Triest und Marseille kann man sich aus der ״Alijah“ informieren. Der zweite Teil (״Palästina, Land und Leben“) ist Unter den Händen von L)r. Hugo Herr mann, Jerusalem, wirklieh zu einem Kompendium der Palästinakunde geworden. Oeffcntliches und privates Leben, Wirtschaft und Siedlung, Bodenpreise und Arbeitsmarkt »haben gleichmäßig eine knappe und sachlich klare Darstellung gefunden. Ein nicht beabsichtigter aber doch dankenswerter Vorzug der ״Alijah“ ist cs, daß dieser Teil sich als Informationsquelle für Lehrende und Lernende außerordentlich gut eignet. Die Kritik an Einzelheiten soll den Lesern selbst überlassen bleiben. Für die Ausstattung der nächsten Auflage wäre zu wünschen, daß die Inserate aus dem Textteil verschwinden und in einem Inseratenteil zusammengefaßt werden. Die ״Aüjah“ ist eine offizielle Publikation und darf daher nur in einem beschränkten Rahmen der privaten Werbung offenstehen. Im Palästinateil sollte auch im Text die Trennung zwischen nationaler und privater Sicdlungstätigkcit noch etwas deutlicher zum Ausdruck gebracht werden. Der Inhalt der ״Aliiah“ wird mit Recht als offizielle Aeußerung ausgelegt werden. Es sollte daher alles unterbleiben, was als Empfenlung einzelner privatwirtschaftlicher Unternehmungen ausgelegt werden könnte. Dr. Michael Traub Juden und Jüdisdics im Rundfunk Freitag, 21. Februar: Radio Paris (lt>48), 12.45: Jüdische Sendung. — Kattowitz (3UG), 15.30: Josef Schmidt singt. — Kalundborg (1263), 16.20: U. a. Mehul: ״Joseph und seine Brüder“. —- Hilversum II (302), 21: Konzert, Mi: wirk.: Franz Osborn. — Straßburg (3*19), 13: U. a. Bruch: ״Die Loreley“. — Alpes-Grenobles (514), 17.30: Mendelssohn: Quartett Upus. — Radio Algier (318): Werke von Darius Milhaud unter Leitung des Komponislen. — Kowno (1935), 21.55: Mendelssohn: Sinfonie Nr. 4 A-Dur. Sonnabend, 22. Februar: Luxemburg (1304), 13.30: Schp.Hplatten: U. a. Emanuel Feucnmmn; 17.05: U. a. Mendelssohn. — Sotten» (443), 20.10: U. a. Milbaud, Ofrenbach. — Bari (283), 19.25: Nachrichten in fremden Sprachen, darunter llcbiäisch. — Wien (507), 19,25: Offenbach: Salon Fitzelberger. — Warschau (1339), 21.30: Konzert, Dir.: G. Fitelberg. Sonntag, 2J. Februar! Radio Normandie (1113), 14: Meyer beer: ״Die Afrikanern!“. — Brüssel (franz., 484), 21: Saint Saens: ״Samson und Dalüa“, Uebertragung aus dem König!. Theater, Ein früher Vorkämpfer des religiösen Zionismus. Am 1, Adar jährt sich zum 20. Mal der Todestag von Ahron Marcus, einem aus chassidisch-orthodoxen Kreisen hervorgegangenen Gelehrten, der einer der ersten war, die Herzls Auftreten im jüdischen Leben begrüßten und sich zu ihm bekannten. Eine Rede, die der Verewigte am 10. Januar 1897 in Krakau über Herzls ״Judenstaat“ hielt, ist als Broschüre erschienen und zu beziehen durch den Sohn des Verstorbenen, S. Marcus Buehliandlung, Harburg, der das Andenken seines Vaters in Ehren hält und in seinem Geiste weiterarbeitet, ln der Broschüre ist eine Aeußerung Theodor Herzls über den Vortrag abgedruckt. Herzl war überaus erfreut, daß sich ein jüdischer Gelehrter fand, der durch Zitate aus der rabbinischen Literatur die Richtigkeit des Herzischen Weges bestätigte. ANTWORTEN DER REDAKTION Robert Engel, Hamburg. Wir stimmen ganz mit Ihnen überein, wenn Sie sich dagegen wenden, daß hebräische Bibelzitate als Motto für Tangos und Foxtrotts benutzt werden. Es handelt sich dabei um eine Vermischung von Geschäftstüchtigkeit und Gesinnung, die besonders gcschmacklos ist. Max Lewandowskl, Berlin. Uebcr die von ihnen ange• regten sportlichen Fragen können wir leider nicht berichten. BRIEFE AN DIE REDAKTION Zwischen Morgenland und Abendland Paris 15, im Februar Sehr geehrte Rcclakrion! In seinem Aufsatz ״Fernost Und Palästina“ (״J. R.“ vom 17. Jan. 1936) untersucht Herr l)r. G. Loeffler die Problematik der zionistischen Situation im kommenden Ringen der Weltteile. Wie er Helfend feststellt, ist die von Japan ausgehende Unruhe, die sich bereits nicht nur Asien», sondern auch Afrikas bemächtigt hat, auch die wahre Ursache der Erregung der palästmensischcn Araber. Betonend, daß es von größter Wichtigkeit fiir uns sei, . ienen alten Lebens-Rhythmus wiederzufinden, den einst die Welt Asiens ins Wut senkte“, faßt Herr Dr. Loeffler die politischen Folgerinigen. die wir für die Zukunft zu ziehen hätten, in folgendem Schlußsatz zusammen: ״England gegenüber werden wir Juden aus Gefühlen• des Dankes für seine Hilfe wohlwollende Neutralität zu üben haben, Asien aber gilt künftighin unsere Sympathie, unsere gestaltende Arbeit.“ (Hierzu haben sich dann noch mehrere Linsender im wesentlichen zus'immend geäußert.) Dr. Loeffler־ Folgerungen bedürfen m. E. einer Ergänzung. Man soll sich durch philosophbehe Analysen nicht darüber iiinwc gtäu.-ehen, daß wir nicht nur ein europäisches »Volk der Gegenwart sind, sondern im kulturphilosophiscben Sinne es sogar zuerst waren. Abgesehen davon, daß wir schon der geographischen Lage nach zu der mediterranen Vüßcergruppe gehörend, zwangsläufig ins historische Geschehen des antiken Europas hineingezogen waren, sind wir durch das religiösethische Moment zum bestimwenden Faktor der Kulturen(- Wicklung des Abendlandes geworden. In Wirklichkeit waren es drei Kuliurlinien, die ihren Lauf über die Welt aus der ägyptisch - assyrischen Kultur- Sphäre nahmen. Diese drei Linien nennt Paul Ligetti die konkrete Kul utlinie des Abendlande», die halbab.vtrakle Aricns und die abstrakte Israels. Die ״Rückkehr zu Arten”, die Herr Dr. Loeiflcr erwähnt, ist also, im Gegensatz zu seiner Ausfassung, mehr geographisch und weniger als Haltung zu verstellen. Ohne ..un-cre Sympathie und unsere ge-talcnde Arbeit“ den Völkern Adens zu versagen, müssen wir uns stets unserer Schicksals,gemein -c■halt mit Europa bewußt bleiben. Der von Herrn Dr. Loeffler zitierte und von der ״J. R.“ oi! vertretene Gran Latz ״unser Schicksal selbst zu gestalten" soll nur als ab-olutes Selbstvertrauen gedeu'et werden: wie der schicksal-reiche Weg der Galuth uns schon mehrmals gelehrt hat. wird dafriedliche Neben- und Miteinander!, ben von Juden und •Arabern nicht nur durch alleinigen Gehor-am den Gesetzen Asiens gegenüber erzielt werden. Unsere grdß'e J.oyaliiät und unser Anpas ung-w ille, auch den großen Kulturvölkern des Abendlandes gegenüber, hat uns doch mei-ten- Ablehnung, vielfach »o־ea* Y.uacUung etngebracht. Soll nun unsere je'zige ״Rückkehr nach A-ien" tmsen-n tausendjährigen Hrfah! unget! und Enttäuschungen keine Rechnung tragen? Wollen wir unserer im Wachsen begtilU'Uen Voiksgemeinwhaft, die diese verhängnisvolle Schwarbe nicht mehr besitzt, durch verfrühte Anpassung.-polrik ihre- Srlbstvertrauen» und auch der Ach'tmg der Nachbarn berauben'' Nehmen wir uns doch besser ein Beispiel an freien Völkern, sei es Europas oder Asiens, und bauen wir unerschrocken unser Hauweiter, indem wir an das Wort eine» großen Staatsmannes denken: ״Um Freunde zu haben, muß man geachtet, um geachtet muß man aber stark sein.“ Arcady Herzfeld Die Allenby-BrüAe Hamburg, 18. Febr. 1936 An die Redaktion! ln Nr. 12 vom 11. Februar der ״J. R.“ finde ich in der Rubrik .,Das Neueste in Kürze“ die Mitteilung, daß die holzerne Alienby-Brücke über den Jordan durch eine Beton-Brücke ersetz: werden soll. Ich erlaube mir darauf hinzuwei.cn, daß die jetzige Brücke nicht au» Holz, sondern aus Eisen gebaut ist. Lediglich der Belag der Fahrbahn Ist au- Holz. Hochachtungsvoll Dipl.-Ing. H. Allen ״רחם על ציוו. ..״ Dresden-A. 1, 18. Februar 1936 Sehr geehrte Redaktion! Da» Amt-Jubiläum eine» Freundes führte mich am gestrigen Schabbat in die liberale Synagoge. Der amtieren lc Rabbiner hatte ״Maltir“ und beendete die Brachoth unter Weglassung des herrlicher! Gebetes . ..רחם על ציין Derselbe Rabbiner hat -ich kürzlieh ih:■L einer Verun־eal't1ng der ״Jewish Agency“ mit aller Wärme eines jüdischen Herzens für unser Aufbauwerk eingesetzt. Weshalb also die-e Verbannung au» der liberalen Liturgie, da doch diese iir.Hliuh uitklieh von keinem Zioni ten ״emgescUtnuggelt“ worden i-t. Müßte da nicht unser...ותחזינה עינינו dem aleir-hen Schicksal vet fallen» Um-rgründlieh sind die Wege unserer Eheralen Freunde,!vom via- Wort ״Zion“ auch nur ganz harmlos in Erscheinung tritt. Seht"! 10m! Iler m a n n M a ז k u s *,' Die Streichung der auf Zion bezüglichen Gebete und Segensprüche ist keine Willkür eines einzelnen Rabbiners, sondern entstammt der Zeit der assimilatorisch-liberalen Reform und blieb seitdem unverändert, obwohl sich auch bei den Liberalen (oder vielen von ihnen) die Anschauung über diese Dinge zweifellos geändert hat. Wäre es nicht an der Zeit, mit einer ״Gegenreform“ vor/ugelten? Durch eine solche sachlich und historisch gleich berechtigte Großtat könnten die Liberalen viel zu einer Gesundung des jüdischen Lebens beitragen. (Red.) Jüdisdhe Vermögen in Deutschland Worin s. 16. Februar 1936 Arr die Redakt F »n! In Nr. 13 S. 8 der ״J. RN teilen Sie mil, die 7x\\udiv;[f ..Rur deutvhe VtdUwar"• die ja 'w'iien YrrnÖLu-n in ik'üisrlv Und n*u:h aut 10 in* 12 Mi!- licirden und von »!lhieier Sti'u würden sie s׳!׳׳etr am 26 Midi.!זden Rcicn-maik ge.-di.itz!. l);c e Schätzungen bind gew.1l׳ ig tid rtridien. Vor dem Kriuge ging die Sduozun^ von IVu ,ל! h'uiuk desaimvurmo^en au! 370 Müh «1 dun. I>c׳r Anteil rier Ja■ len war narh ihrer Rcedlkerung-zahl ungefähr 3״ n0׳. Angenommen, dnß damals der Vermtigensd-nyl der Juden den Dar׳ l;-ehni?f um 100 0/0 übersfhrin, ei■ ii al-0 aut 113־ °r, der (ie^arntsumme d< ürc. 50 ersahen sieh nur ungefähr 5 Milliarden Mark. S!atistisrh genau־.־ Trennungen der Vermögen von Duurnddan d. Bewohnern nach Konu>d׳ men lagen damals nicht vor. Man id datier, wie heute noch, aut S c hä t z u nge n a n g e w i ee n. Nun ist bekannt, daß besonder.s die Juden, mehr als andere Dcvölkcrungsteile Träger mobilen k!ס:־.!;-, in:־־׳ r dvr v< urnirhterv־ivn r־<i> ׳;.V :km\ I hü,: ׳i׳-n. .-pi-er tiuiriu ' M!n־ h m:u iitK-r /.Ai[ h Ten. n'.׳l:n'־r »G; Jg'/ö I 11D 11 ir S-. v,3n ן."■!■!י׳- ׳i > u C.; ■1,Nt 1 ,n׳1!: M י־17!15־. >:• Nlri1'״')! n.ut»־ : ::t '1■ : ־ L!1; 5 , ־Avil GprU\■!: ,V;:t a < ütm 1- U׳,Lze-. «in Hiouvn UurvH und ־.! -m:v: 1k :■rk D li a ־׳r, :1u־ht ak/u ־ 1 der ׳ 1'1; {■'׳<:׳׳■ ■׳ v 1k; '! י'׳’) war;es- ו 1־.׳,: a!,! ri:;, Un■; ,.,!(.nl -üir;-t.tdü :.ו. Nuhr 1!.Ml-, r i:! ״ -1;c:a Aus־1.. nu :•e <;/ ‘! ׳ ־>■•> ־• Daß hriHU u■ ■ k das!udkehe Yt־rn1t;;j׳-n >tr!1 ni'rt'r dun ihirrh- 111״ :er). 1 k- 1'; Hin! kraim mwai-Hgr Z,ü! l tlrr ju׳!:•;) in Deaösukl'mtl mi1 x r׳tU י-י; ״HiHknmlkun! i das Vorn!־>;.H־n nt r h7״'t׳u׳!i mit 170 Milbardm, 50 bwr-mt die Ge.omthohe der mdisß-hen Vermögen muh! e1nm.il Ißh MTi,irden, hIxtt keine 10, no׳״׳h Menigur di׳ :׳dun-!astisehen 20 MiHmrdcn Reichsmark. Hochachtungsvoll Max Levy -MAGISTER KIRSCH— Der gute Likör Magister-Likörtabrik, München VII Dr. Siegfried Kanowitz (Tel-Awiw) hat sich auf Veranlassung des Keren Hajessod für mehrere Wochen in die Schweiz begeben, um dort für den Keren Hajessod und für zionistische Propaganda tätig zu sein. Dr. Kanowitz wird sich besonders der Palästina-Berichterstattung widmen und sich u. a. mit Fragen der ärztlichen Berufsarbeit in Palästina beschäftigen, wie er cs bei seiner letzten Vortragsreise in Deutschland mit großem Erfolg getan hat. im Anschluß an seine Tätigkeit in der Schweiz wird sich Dr. Kanowitz zu einem kurzen Aufenthalt nach Paris begeben, um dort an der zionistischen Arbeit teilzunehmen. Dr. Kanowitz ist für die Zeit seiner zionistischen Arbeit in Europa von der Kupath Cholim beurlaubt worden. Bücher für Palästina. In der Londoner ״Times“ vom 19. Februar berichten Norman B e!11 w i c h, Wyndhatn Deedes und Philip Hartog von dem Erfolg der Bücher- Sammelaktion, die in England zugunsten verschiedener palästinensischer Bibliotheken im letzten Jahr unternommen wurde. Sie teilen mit, daß insgesamt 600 Bücher ein gegangen und nach Palästina gesandt worden sind; die wichtigsten 200 davon sind in der Nationalbibliothek in Jerusalem geblieben; 63 erhielt die Stadtbibliothek in Jerusalem; 83 die Stadtbibliothek in Tel-Awiw; 40 die Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaft in Haifa. Außerdem erhielten noch Bücher die Bibliothek der Arbeiterorganisation in Jerusalem, eine Siedlung, eine Volksschule sowie eine christliche religiöse Institution in Jerusalem. Die Einsender des Briefes fügen hinzu, daß der Bedarf nach Büchern weiterhin bestehe und fordern die Leser zu wetteren Büeherspenden auf. Die Gewährung von Härtebeihilfen. Nach einer Ver- Ordnung vom 7. Februar 1936 (RGBl. 1 S. 62) erhalten bedürftige Personen deutscher Staatsangehörigkeit, die im Inlande ihren Wohnsitz haben und das Angebot auf Zinsherabsetzung nach den Zinsermäßigungsgcsctren vom 24. Januar und 27. Fe* bruar angenommen haben, auf Antrag eine H i r t e b e f h ü f e, wenn sie nach weisen, daß 1. sie mindestens seit dem 31. Dezember 1934 Eigentümer der im Zins gesenkten Wertpapiere sind; 2. der Gesamtbetrag ihrer Einkünfte im vergangenen Kalenderjahr den Betrag von 1200 RM. nicht überstiegen hat; die Einkommensgrenze erhöht sich für den Ehegatten um 300 RM., für jedes Kind um 200 RM.; 3. sie ihren Lebensunterhalt itn vergangenen Kalenderjahr zu einem wesentlichen Teil aus den Erträgnissen von Wertpapieren bestritten haben, deren Zinsen auf Grund der genannten Gesetze ermäßigt worden sind. Die Härtebeihilfe wird vom 1. Juli 1936 an gewährt und im voraus in zwei gleichen Teilbeträgen jeweils am 1. Juli und 2. Januar atisgezahit Der Antrag auf Gewährung einer li ä r t e b e i b! I f e für die Zeit vom 1. Juli 1936 bis 30. Juni 1937 ist im Februar 1936 zu steilen, und zwar bei dem Be/irksftirsorgeverband, in dessen Bezirk der Antragsteller wohnt oder sich nicht nur vorübergehend aufhält. Aufruf an die polnischen Juden in Deutschland. Die Exekutive des Reichsvcrbandes der polnischen Juden in Deutschland schreibt: ״Die 1. Reichskonferenz hat den Grundstein zu einer einheitlichen Organisation der politischen Judenheit als dem Träger einer bewußt nationalen und aufbauenden jüdischen Arbeit gelegt. Mine Reihe von ln deutenden rechtlichen, sozialen, konstruktiven und kulturellen Aufgaben, die von der Reichskonferenz bescliiov-cn wurde, harren ihrer Lösung. Wir stehen am Anfang einer schweren Aufbauarbeit, die die Mitarbeit aller zu ihrem Volke positiv eingestellten polnischen Juden verlangt. Heute mehr denn je darf keiner abseits von unserem gemeinsamen Aufbauwerk stehen. Nur als starke und geschlossene Gruppe können wir uns Gehör verschaffen, werden unsere Forderungen Anerkennung finden. Wir rufen daher alle polnischen Juden in Deutschland zur aktiven Mitarbeit und zur Einreihung in die Organisation der polnischen Juden in Deutschland auf.“ Palästina-Reise des K. J. V. Am 2. April beginnt eine Peßach-Keise nach Palästina ab Marseille mit dem Dampfer ״Felix Roussel“. Es wird ferner eine gemeinsame Bahnfahrt bis nach Marseille arrangiert. Außerdem wird die Möglichkeit geschaffen, eine Rundfahrt im Lande durchzuführen. Da die Tcilnehmcrzahi an der Landreise nur eine beschränkte sein kann, erbitten wir möglichst umgehend Meldungen, um die entsprechenden Vorbereitungen rechtzeitig treffen zu können. Für die Rückfahrt kann die Route Jaffa—Marseille oder auch eine andere Fahrtstrecke benutzt werden. Nähere Auskünfte erteilt das Büro des K. J.V., Bleibtreustr, 50 (Tel. Steinplatz 4736). Josef Grabowski, Berlin, der seine berufliche Ausbildung durch Oberkantor Davidsohn, Berlin, erhielt, wurde einstimmig zum ersten Kantor der Jüdischen Gemeinde in Gleiwitz gewählt. _ Zu unserem Bericht über die Eröffnung des Sozial- und Heilpädagogischen Seminars Frankfurt a. M. wird uns ergänzena mitgeteilt, daß seit dem 1. Februar in Berlin-Schöneborg, Goltzstr. 8, ein Heilpädagogischer Beschäftigungszirkcl für Kinder von 3—10 Jahren besteht. Die Leitung hat Frau Elisabeth Wächter. M.d.16 Fabrik tettfedern *P Gustav I . C.L. Prinzenstr.46 CCKc Sebastian5h1(l ^lm^orMr.13? BismarcKstrfrankfurter Allee3M ßettfedcrn-ßett<?n*Jnlette*߀ttwäsd1e־St<?ppü.Paunend^(kcn Bftt5t(?llen־Matratzcn;PRA-KLAPP-Patent־Schiafmöl)d 1tM 0'*9sti es ßtttwsrwnhaus Deutschlandstrtisst* Auswahl,