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Jüdische Rundschau · 1936-02-07 · Heft 11 (7.2.1936) · page 23

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Rundschau
Volume
41 (1936)
Issue
Heft 11 (7.2.1936)
Date
1936-02-07
Page
– (sequence 23)
Language
German
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KINDER-RUNDSCHAU Berlin, den 7.11.1936 Beilage der „Jüdischen Rundschau" 4. Jahrgang / Nr. 2 ~W¥ ■w-^-<v TT Jtit % 7t&äk*«t &eg <&4a*f g*ett*tdlt Der WEIN erfreut des Menschen Herz, Befreiet uns von manche« Schmerz. Er wächst am sonnigen Emekrand Und wird in alle Welt versandt. Der edlen Trauben schöner Saft Erfüllet uns mit frischer Kraft, Es gibt der Rehe kräftig Blut Zu neuer Arbeit neuen Mut! (Harry) Die FEIGE wächst am Mittelmeer, Ich mag sie gerne, und zwar sehr. Sie wächst auch in Amerika, Was einst mein Onkel selber sah. Eins mag ich an der Feige nich's Die Stengel schmecken widerlich. (Art eh) Der GRANATAPFEL ist nicht bekannt, Denn in Europa gibt's ihn kaum; Er wächst zumeist im Heiligen Land Am knorrigen Granatenbaum. Ihr fragt: Wie kam man zu dem Namen? „Granat" ist ein lateinisch' Wort Und heißt im Deutschen „reich an Samen", Daher der Name dieser Sorf. Der Apfel hat 'ne harte Schale; Das Fleisch von ihm ist sehr gesund. Es reicht zu einem leck'ren Mahle, Das ist. so was für meinen Mund! (Stefan) Der WEIZEN war 'ne wilde Frucht, Aus Asien stammte er. Der Bauer hier nahm ihn in Zucht, Auf keinem Hof fehlt er jetzt mehr. Der Weizen uns sehr nützlich ist, Denn aus ihm macht man das Brot. Ißt du viel davon, gesund du bist Und leidest keine Not. i^u TT WM IC Im Sommer, wenn alles grünt und blüht, Dann wird der Weizen geschnitten. Das Pferdchen vor dem Pfluge zieht Und wird über den Acker geritten. Wenn der Weizen gedroschen —, hei, wie der In di* M;.:.le er wird gebracht. [ t! — Nun gehf s zum Bäcker in die Stadt hinaus, Und der macht viel Brot daraus (Günter) Wollt ihr wissen, meine Lieben, Wo die GERSTE kommet her? Sie stammet aus des Nordens Zone Und hat 12 Arten oder mehr. Sie verbreitete sich schnell, Kam auch nach Erez Jisrael. Im Sch'wat sodann bei Spiel und Tanz Feiert man mit großem Glanz Gort, den Herrn, der uns gegeben Mit der Gerste seinen Segen. „Chag Hailanoth" das Fest wird genannt Weit und breit im gelobten Land. (Möschen) Die OLIVE fein und zart Ist von ganz besondrer Art. Bitter, fett und ohne Kern, Solche Früchte mag ich nicht gem. Man preßt aus ihnen feinstes Oel Zur Freude von ganz Israel. Sie mögen wachsen, blüh'n, gedeih'» Für alle Juden, groß und klein. Wenn dich eine Biene sticht Schreist \ ,,Au! Das freche Vieh!" Ritsch, da wird sie totgequetscht. Doch an den HONIG denkst du nie! Die Biene Ist ein fleißig Tier, Das nicht rastet, noch ruht. Sie fliegt von Blume zu Blume Und holet den Nektar sich. Ist's auch nur ein kleiner Krume, Sie rastet und verzaget nicht. Daraus mach' sie den Honig später, Den du so gerne ißt. Es wohnten einst unsere Väter Im Land, wo Honig fließt! (Ernst) (Peter) i Kwuza Arlosoroff des Hahonim, Hamburg (10—12 J.) Die Herzl-Zypresse „Das Land wird das Erbe des Volkes sein, das ihm Scharten schenken und mit Bäumen seine Kahlheit bedecken wird", flüstert Herzl mehrmals für sich hin, während er von Mikweh-Israel, das er eben besucht hat, nach Jerusalem fährt. Stundenlang rollt der Wagen, und wohin das Auge blickt, ist eine Wüste. Nur hier und da ein paar Dornensträucher, die mehr Wärme als Scharten spenden, und dann das Gebirge Juda, nackt und von der Sonne ausgefressen. Auch hier ein ähnliche? Bild. Eine erstickende Hitze und kein Baum, in dessen Scharten Mensch und Tier sich erfrischen konnte . . . Aber v grüßt dort unten am Fuß des Gebirges: — Das ist M o z a, eine jüdische Siedlung, die einzige im Gebirge. Sie ist klein, aber was findet man dort nicht alles: Oliven, Feigen, Weintrauben und auch Pfirsiche. — Haben jüdische Hände diese Oase geschaffen? — Ja, hier stehen vor ihm die von der Sonne gebräunten Bauern; sie drücken mit ihren schwieligen Händen Herzls Hand und reichen ihm die Frucht ihrer Mühe . . . Herzl ist bewegt. Im Ueberschwang der Gefühle streichelt er die großen schattigen Bäume, die Juden gepflanzt haben. Hier will er einen Baum pflanzen. Man muß mit der Aufforstung beginnen . . . Und in der Abenddämmerung gehen alle auf die Spitze eines Hügels. Die Bauern graben eine Grube, und Herzl pflanzt darin eine junge Zypresse . , Und als die Zypresse 6 Jahre alt wurde und die Größe des Mannes erreichte, der sie gepflanzt hatte, starb Herzl. Sein großes Herz brach, ehe sein Traum zur Wirklichkeit wurde. Das Volk weinte, es weinte auch die Zypresse . . . Und jedes Jahr versammelten sich hier an der Zypresse am Todestage Herzls junge Menschen, die Herzls Vision ins Land gebracht hat, und schöpften neue Hoffnung. Die Berge hörten ihr Lied, das Lied des Volkes, das nach Erlösung strebt. Dann kam der Weltkrieg, und die Mühe der Jahrzehnte war im Nu vernichtet. Viele Juden wurden als Gefangene weggeführt, viele auch in den Kerker geworfen. Alle Wege waren unsicher, aber auch damals kamen junge Leute zu der Zypresse und schwuren, alles geduldig zu ertragen und die Hoffnung auf den Aufbau des Landes nicht aufzugeben. Aber im dritten Kriegsjahr, als sie am Todestag Herzls zum Baum kamen, fanden sie ihn am Boden liegend. Die Türker hatten ihn abgehauen. Da wagten es einige junge Leute, und in dunkler Nacht begaben sie sich nach Moza, zum Hügel, wo die Zypresse lag. Leise kletterten sie den Abhang hinauf. „Wer ist dort?" „Halt!" „Ich schieße!" „Rührt euch nicht!" Aber sie hörten nicht und gelangten endlich zur Zypresse, Hier pflückten sie von den verwelkten Zweigen die Früchte, '»Ii

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