Mannheim
Compact Memory

Jüdische Rundschau · 1936-02-07 · Heft 11 (7.2.1936) · page 9

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Rundschau
Volume
41 (1936)
Issue
Heft 11 (7.2.1936)
Date
1936-02-07
Page
– (sequence 9)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
93% known words query
IRI
…/2651273-2653922-2653934--28212-2689684
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

10 entity mentions

Nr. 11, 7. lt. 1936 JODISCHE RUNDSCHAO Seife 9 ichr rasch lohnende Arbeit fanden, war das für die Kaufleute viel schwerer, und sie mußten sich im Anfange mit untergeordneten und gering bezahlten Stellungen begnügen. 25 Aerzte, die hofften, ihre Praxis in Brasilien ausüben zu können, bekamen trotz aller Bemühungen nicht die Lizenz und mußten zu anderen Berufen übergehen. Ein kleiner Prozentsatz der Einwanderer erwies sich als zu unelastisch oder zu wenig arbeitswillig für irgendeine Beschäftigung im neuen Lande und gibt bis heute den Hilfskomitees viel zu schaffen. Ungelernte Arbeiter können nur in Argentinien und Uruguay zur Not bei bescheidenen Ansprüchen ein Auskommen finden; in allen anderen Landern Südamerikas ist der Arbeitslohn infolge des großen Angebots einheimischer Kräfte mit primitivster Lebenshaltung so niedrig, daß kern Europäer mit ihnen konkurrieren kann. Die Lage in Polen Italienische Notizen Von unserem Berichterstatter Kr. Rom, 2. Februar Dieser Tage trat der neue Oberrabbtner von Mailand, Dr. (iustavo Castelbolognesi, sein neues Amt an, das irn April vorigen Jahres durch das Hinscheiden des Obcrrabbiiiers Alessandro Da Fano, der gleichzeitig Dekan der Rabbiner Italiens war, vakant geworden war. Dr. Castelbolognesi_ war zuletzt Rabbiner der jüdischen Gemeinde in Padua. Er blickt auf eine mehr als fünfundzwanzigjährige Tätigkeit als Rabbiner in Italien zurück, die ihn von Cuneo über Ferrara bis nach Tripolis führte. Die jüdische Gemeinde von Mailand ist nach Rom die zweitgrößte in Italien. Die Einsetzung des neuen Oberrabbiners ging in der großen Mailänder Synagoge mit großer Feierlichkeit vor sich. * In einer kürzlich von der Azienda dei Magazzini Generali di Tricste herausgegebenen Monographie über die Entwicklung des Hafens von Tri est seit Beginn der faschistischen Aera, die der Initiative des kgl. Kommissars Armando Gaeta zu verdanken ist, finden sich einige interessante Angaben über den Umfang der jüdi seilen Auswanderung nach Palästina. Triest ist heute der bei weitem wichtigste Verschiffungshafen für die Auswanderer riach Palästina. Im Jahre 1030 stieg der Anteil dieses Hafens an der Gcsamtauswanderung nach Palästina auf 85 o/o. Die höchste absolute Ziffer wurde im Jahre 1033 mit 21 183 Auswanderern erreicht. 1935 dürfte diese Ziffer noch übertroffen worden sein; die bisher nur für das erste Semester vorliegende Statistik verzeichnet 13 737 Auswanderer nach Palästina. In diesen Ziffern ist nur das Auswandererpublikum der dritten Klasse erfaßt. Englisch-jüdische Abordnung beim Kolonialminister London, 31. Januar (J. T. A.). Eine vom Abgeordneten Sir Isidore Salmnn und Lord M c I c h e 11 geführte j ü - dischc Abordnung, die zionistische und nichtzionistische Organisationen in England repräsentierte, wurde am 31. Januar vom Minister für die Kolonien J. H. Thomas empfangen. Die Abordnung legte dem Minister den Standpunkt der am 10. Januar in London abgehaltenen allgemeinen englischjüdischen Konferenz zu dem Vorschlag, in Palästina einen Legislative Council einzusetzen, dar. Nach dem Empfang der Abordnung wurde folgendes offizielle Communique" ausgegeben: „Der Staatssekretär für die Kolonien hat am 31. Januar im Colonial Office eine Abordnung empfangen, die von Sir Isidore Salmon M. P, vorgestellt wurde. Die Abordnung informierte Mr. Thomas über die einmütige Ansicht der durch sie vertretenen Körperschaften in bezug auf den Vorschlag der Schaffung eines Legislative Council in Palästina. Mr. Thomas nahm von den ihm gemachten Vorstellungen sorgsam Kenntnis und versprach, der Abordnung binnen angemessener Frist eine erwogene Antwort zukommen zu lassen. Folgende Körperschaften waren in der Abordnung vertreten: Die Jewish Agency for Palestine, der Palestine Foundation Fund, der Board of Deputies of British Jews, die Zionist Federation of Great Britain and Ireland, die Poale Zion, die Mizrachi Zionist Party of Great Britain and Ireland, die jewish State Party of Great Britain and Ireland." Das italienische Unterrichtsministerium hat der jüdischen Musikforscherin und Leiterin der Bibliothek an der Musikakademie „Santa Cecilia" in Rom, Maddalenc P a c i f i c o, den Titel „Benemerita della Musica Italiana" (Verdient um die italienische Musik) verliehen. Maddalena Pacifico hat vor kurzem in der städtischen Bibliothek von Mantua unbekannte Kompositionen des berühmten italienischen Tondichters Claudio Montevcrdi entdeckt. Vidai f£U \/a%aH$e*Ueä Daß historische Vergangenheit alles andere ist als ein papierener liest, der in Schulbüchern sein Leben fristet, dafür hat uns soeben die Wirklichkeit einen unschätzbaren A n s chauungs unterricht erteilt. Der Tod des englischen Königs und die Ausrufung seines Nachfolgers wurden mit so vielen altehrwürdigen, aus dem Mittelaller stammenden Zeremonien umgeben, daß der rationalistisch denkende Leser dieser Dinge oft verwundert den Kopf geschüttelt haben wird. Da zogen wie vor Jahrhunderten Herolde in bunten Trachten durch die Stadt und riefen den Namen des neuen Königs aus, da übte die Stadl London formell und symbolisch uralte Rechte bei. der Thronbesteigung aus, da überreichte man dem jungen König die Schlüssel der Stadt und tat auch noch vieles andere, was eigentlich — verstandesmäßig gesehen — durch die Entwicklung längst hinfällig geworden ist. Aber d a s ist eben das Bemerkenswerte: daß nicht der Versland das allein Ausschlaggebende ist, sondern daß im englischen Volk ein tiefer Sinn für die Formen seiner Vergangenheil wurzelt, die trotz der Uebcrholtheit nicht überlebt sind, weil zu viele geschichtliche Gefühlsmomente an ihnen halten. Dieses Verständnis für das Staats- und nalionerhaltende Element in der Bewahrung alter Formen ist uns Juden in der Diaspora verloren gegangen. Wir haben eine zu große Distanz zu uns seihst, zu unserer Vergangenheit gewonnen. Wir leben nicht mehr mit dem Gefühlsslrom unserer Geschichte, sondern neben ihm. Es wird eine der wichtigsten Aufgaben unserer Zeit sein, diese echte Beziehung zur Geschichte wieder herzustellen, die vor allem auf dem Boden Palästinas zur neuen seelischen Wirklichkeit werden muß. Erst wenn dies gelingt, wird die Regeneration unseres Volkes eine vollständige sein, werden die Kräfte, die in uns schlummern, fruchtbar gemacht werden können. An der Tiefe der Begegnung mit unserer Vergangenheit wird sich unsere Begegnung mit der Zukunft gestalten. "• Zwei nationaldemokratische Studenten der Warschauer Tierärztlichen Hochschule, die bei einer Kundgebung für die Absonderung der jüdischen Studenten in den Hörsälen Juden attackiert hatten, sind zu je sechs Wochen Gefängnis verurteilt worden. Bei einem Angriff von Nationaldemokraten auf jüdische Studenten der Universität Lemberg wurde eine jüdische Studentin schwer verletzt. In Truskolas bei Czenstochau kam es vor einiger Zeit zu schweren judenfeindlichen Ausschreitungen, weil behauptet worden war, die Juden hätten den heiligen Schrank in der dortigen Kirche profaniert, um für die Entweihung ihrer Synagoge Rache zu nehmen. Nunmehr hat die Untersuchungsbehörde festgestellt, daß die von antisemitischen Agitatoren den Juden zugeschriebene Tat von Nationaldemokraten verübt wurde. Eine Abordnung unter der Führung von Stephen Wise überreichte dem polnischen Botschafter in Washington, Sokolowski, einen Protest gegen die judenfeindlichen Ausschreitungen, die sich in letzter Zeit in verschiedenen Städten Polens, und insbesondere an den Hochschulen, ereignet haben. Die Abordnung machte den Botschafter darauf aufmerksam, daß die amerikanische Judenheit wegen der Lage der Juden in Polen sehr beunruhigt sei. Sie ersuchte, ihre Beschwerden an die polnische Regierung weiterzuleiten. Botschafter Sokolowski erklärte, er werde die Warschauer Regierung über die Stellungnahme des American Jewish Congress informieren. _ Krise in der Wiener Gemeinde Wien, 4. Februar. (ITA.) Die Krise der Wiener Kultusgemeinde hat eine Verschärfung erfahren. Die aus Angehörigen der „U nion" bestehende Minorität im Kultusvorstande hat zum 4. Februar ihre Mandate kollektiv niedergelegt. Dadurch ist die für diesen Tag einberufene Sitzung des Vertreterkollegiums, in der der frühere Vizepräsident Dr. Joset Löwenherz als Vertrauensmann der zionistischen Majorität zum Amtsdirektor der Gemeinde bestellt werden sollte, unmöglich geworden. Ein Freispruch Die Große Strafkammer des Landgerichts Magdeburg verhandelte gegen einen nichtarischen Angeklagten M. und einen arischen Angeklagten T., die am 14. Dezember unter dem Verdacht der Rassenschande und der Beihilfe dazu verhaftet worden waren. In der Verhandlung ergab sich, daß M. mit einer Verkäuferin seines Geschäfts in den Jahren 1033 und 1934 ein Verhältnis unterhalten hatte. Eine Fortsetzung des Verhältnisses in der Zeit nach dem Erlaß der Nürnberger Gesetze war dagegen nicht nachzuweisen, so daß die Anklage gegen T., der für etwa vier bis fünf Zusammenkünfte des M. mit seiner Freundin seine Wohnung zur Verfügung gestellt hatte, nur auf Kuppelei und die gegen M. nur auf Anstiftung zur Kuppelei lauten konnte. Das Urteil der Großen Strafkammer lautete auf Freispruch für beide Angeklagte. T. wurde freigesprochen, weil nicht zu erweisen war, daß er irgendwelche Vorteile davon gehabt hatte, daß er M. seine Wohnung zur Verfügimg stellte, und weil weiter die Strafkammer nicht als erwiesen ansehen konnte, daß er gewußt habe, zu welchem Zwecke M. sich mit seiner Freundin bei ihm traf. Aus juristischen Gründen mußte die Strafkammer dann auch zu einem Freispruch für M. kommen. Das Gericht hob aber hervor, die Angeklagten hätten den Freispruch zum Teil lediglich formalen Gründen, zum Teil dem Umstände zu verdanken, daß ihr Handeln in die Zeit vor dem Erlaß der Nürnberger Gesetze gefallen sei. Zoologische Gärten im biblischen Altertum. Prof. Kurt Oalling macht in seinem Biblischen Reallexikon (Handbuch zum Alten Testament, Lieferung 4, Mohr in Tübingen, 1935) in dem Artikel „Jagd" darauf aufmerksam, daß der Wunsch, für den König in einem begrenzten Gebiet stets jagdbares Großwild bereit zu haben oder seltene ausländische Tiere zu besitzen, schon früh in den Hochkulturen des Ostens und Aegypten zur Anlage von Tierparks geführt habe, daß der formelhafte Ausdruck in der Bibel, „die Bärin, der die Jungen geraubt sind", deutlich zeige, daß man Junge abrichtete. Prof. Galling hebt in diesem Zusammenhange auch hervor, daß die in Käfigen gehaltenen Löwen der Jagden Assurbanipals (Schäfer Andrä, S. 528 ff. 535) die Illustration zu Ezech. 19, 4 geben, wo vom Fang junger Löwen die Rede ist (Sp. 290). „So ist es m. E. auch nicht abwegig, bei dem Basaltrelief von Beth Sean (A. Rowe, The Topography and History of Beth Shan, Titelbild), das vielleicht jünger ist als das 15. Jahrhundert und in dem es nicht um einen Kampf, sondern um ein Spiel von Löwe und Hund (?) geht, an eine Szene aus einem nordsyrischen Park zu denken" (Sp. 290). Dr. Ernst Steckelmacher Mu was der Jude von heute üteh> Palästina Ober Einordnungs- und Arbeifsmöglichkeitert, über Hondel, Industrie und Landwirtschaft, über Vorbereitung und Durchführung der Auswanderung oder Touristenreise wissen muß, findet er ift dei achten Auftauede*> J%£iX^JßiS4E der großen Informations-Broschürs für Palästina - Auswanderer 180 Seiten RM 1.35 Mit einer großen farbigen Palästina-Landkarte Herausgegeben vom Palästina-Amt Berlin Frühjahr 1936 Zu beziehen durdi die eimdilägigen Buchhandlungen oder durch di» V»riog»obt»ilung der ZVfD, Barlin W15, Meinekoffr. W (Portoi Inland 40 Rpf., Ausland 65 Rpf.) IN ALLER KURZE Am 28. Januar feierte Louis D. B r a n d e i s das Jubiläum seiner zwanzigjährigen Amtstätigkeit als Richter des Obersten Gerichtshofes der Vereinigten Staaten. Im Jahre 1916 wurde er als erster Jude vom Präsidenten Wilson auf dieses hohe Amt berufen. Das Komitee englischer Juden zur Schaffung des König- Georg - J u b i I ä ii m s w a I d e s i n Palästina, mit dessen Pflanzung vor wenigen Wochen begonnen wurde, gibt bekannt, daß der Wald zu einem Köuig-Georg-Eriuneriingswald werden solle und zu einem Waldpark ausgebaut werden wird. Die Spenderlisten liegen bis zum 3. April auf. Wie Palcor erfährt, wird Frau Felix Warburg anläßlich des Hadassah-Jubiläums »000 Dollar für das Ha« dassah-Hospital spenden. Die Feier findet am 13. Februar statt Die Aufteilung der bei den Wahlen zum griechischen Parlament von den einzelnen Parteien errungenen Mandate hat bisher ergeben, daß in Saloniki einer der jüdischen Kandidaten, der Schatzmeister der Handelskammer von Saloniki, Albert Tchenio, als Abgeordneter der Kondvlis-Partei in das neue Parlament einzieht. Abg. Tchenio ist eine der führenden Persönlichkeiten des Komitees Griechenland-Palästina. Die arabische Zeitung „Fe lest in" teilt mit, daß der Ex- Khedive von Aegypten, Abbas H i I in i Pascha, eine längere Unterredung mit dem Leiter des politischen Departements der Jewish Agency in Jerusalem, Mosche Schertok, gehabt habe. An den Besprechungen habe noch ein zweiter jüdischer Führer teilgenommen. Unter den mit dem Bialik-Preis der Bialik-Stiftung der Hebräischen Universität in Jerusalem Ausgezeichneten befindet sich ein ehemaliger Schüler des Breslaucr jüdischen Reform-Realgymnasiums, Sehaul Benjamin Robinsohn. Er hat den Bialik-Preis für Geschichte erhalten. Oesterreich hat die Geltung der Nürnberger Gesetze für die Eheschließung Reichsdeutscher in Oesterreich anerkannt. Einem Erlaß des Bundeskanzlers zufolge müssen Reichsdeutsche bei einer Eheschließung ein deutsches Ehefähigkeitszeugnis beibringen. Im Programm der vom 4. bis 7. Februar in Bremen stattfindende i zweiten R c i c h s k i r c Ii e n t a g u n g für Niederde u tsc bland ist ti. a. ein Vort i ag Pastor Refers über das Thema „Ist Christentum jüdisch '" vorgesehen. Der Senat der Freien Stadt Dan zig hat beschlossen, die „Judengasse" in Dan/ig in „Speichergasse" umzubenennen. In Kaiserslautern ist das Schuhhaus Dreviuli in arische Hände übergegangen. Die Geschäfte Gebr. Metzger und Hofstadt, deren Inhaber Juden sind, haben einen Totalausverkaut angekündigt, nach dessen Abschluß die Geschäfte geschlossen werden. Die Gesellschaft 1IIAS teilt mit, daß es infolge Lockerung der bisherigen Einwanderungsvorschriften auch Juden, die nicht den landwirtschaftlichen Beruf ausüben wollen, möglich sein werde, nach P a r a g u a v unter der Voraussetzung einzuwandern, daß sie ein Kapital von mindestens fünfzig Gold-Pesos besitze. Die Witwe des jüdischen Henkers Josef Poppcr-Lynkeus, Anna Popper, ist in Wien gestorben. In Wien ist die Gattin des Husyatiner Rabbiners Israel Friedmann, Frau Sara Fried mann, gestorben. _Die Sängerin Margot Ruth Glant erhielt den Gesangpreis bei einem von der italienischen Musikfachschaft ausgeschriebenen Wettbewerb. Schernberg im Londoner Rundfunk Der Londoner Rundfunk, in dessen Sendungen das musikalische Schaffen der tiegenwart stets stark berücksichtigt wird, brachte die europäische Erstaufführung eines neuen Werkes von Schönberg, das erst vor einigen Wochen in New York unter Otto Klemperer seine Uraufführung erlebt hatte. Das Stück ist „Suite für Streichorchester" betitelt und zeigt in den fünf Sät/en: Ouvertüre, Adagio, Menuett, Gavotte und Gigue schon äußerlich seine Anlehnung an das vorklassische Formschema. Die bei Schönberg zutage ""tretende Neigung, vorklassische Elemente mit seinem eigenen Stil organisch zu verbinden, kristallisiert sich in dem neuen Opus ganz rein. Man kann sagen, daß von dem Schonberg der Zwöiftontechnik hier fast gar nichts mehr vorhanden ist. Ob dieser auffallende Stilwandcl für das weitere Schaffen Schönbergs entscheidend sein wird, läßt sich natürlich noch nicht sagen. Jedenfalls steht diese Suite durchaus auf tnnalerGrundlage, die auch noch dort zu erkennen ist, wo eine stark lineare Stimmführung den tonartlirhen Zusammenhang in den Hintergrund zu drängen scheint. Der traditionelle Charakter der einzelnen Suitensätze ist deutlich vorhanden, z. B. in der „Ouvertüre" mit ihrem Wechsel von breiten punktierten Rhvfhmen und fugierten Episoden, die auf den Tvp der französischen Ouvertüre bei Bach resp. I.ullv hinweist,' oder in der Gavotte und Gigue mit der für <iiese Sätze ehar.ikleri-ii-.rben Thematik. Damit soll aber nicht gesagt sein, daß Schonberg hier einem reinen Formalismus verfallen ist. Gerade die Dmchsetzung mit stark lyrischen Fpisoden, die z. B. im Mittelfeil der Gavotte einen fast serenadenhaften Charakter annehmen und an den Schönberg der Frühzeit erinnern, bewahrt diese Suite davor, eine wenn auch meisterhafte Stilkopie m werden. Im Gegensatz zu früher tritt hier auch an Stelle konzentriertest er „Expression" und aphoristischer Melodik ein breites Ausschwin'genlassen der krischcn Empfindung. Soweit sich bei einmaligem Hören in der Uebertragung urteilen läßt, klingt die Suite ausgezeichnet und ist eine sehr willkommene Bereicherung moderner Streichorchester-Literatur. Dr. M. Carner. Juden und Jüdisches im Rundfunk Freitag, 7. Februar: Hilvcrsum I (1875). 14.40: U.a. Mosricowski. — Wien (506), lfi.05: Srhallplatten, u.a. Alexander Kipnis; 20.40; U.a. Weinbergen — Nord-Italien (492), 21: V. a. CasHmiovo- Tedcseo. — Paris Radio (1648), 21.45: Offenbar*: „Orphen; in der Unterwelt« und „Die beiden Blinden". — London National (1500). 23.20: U. a. Mahler. Sonnabend, 8. Februar: Kaiundborg (1263), 14.50: U. a. Saint Sacns: „Die Sintflut". — Wien (506), 14: Schallplatte», EmamH Feueralarm. — Luxemburg (1304), 13.30: II. a. Rubinstein. — Sottens (443), 20.20: Becker: Suite über Themen von Offenbach. — Strnßburg (349), 20.30: U. a. Moszkowski. — Brunei (franz. 484), 21: Offenbart,: „Die schöne Helena". — \ord-ltalien (482), 21.35: U. a. Mendelssohn. — Bari (261), 19.25: Nachrichten in fremden Sprachen, darunter Hebräisch. Sonntag, 9. Februar: Riga (515), 20.15: U. a. Meyerbeer: „Die Hugenotten"; 22: Offenbach: „Hoffmanns Erzählungen". Montag, 10. Februar: Luxemburg (1304), 22.45: U. a. Mendelssohn, •,rr>eress».r '«««■'"*hö#A^ili S 0 DE PARF UM KÖ PF WMSS ER / EAU DE COLOGNE'BADESALZ /

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.