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Jüdische Rundschau · 1936-01-31 · Heft 9 (31.1.1936) · page 11

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
41 (1936)
Issue
Heft 9 (31.1.1936)
Date
1936-01-31
Page
– (sequence 11)
Language
German
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Nr. 9, 31. I. 1936 JODISCHE RUNDSCHAU Seite Ti Palästinav4m4 Berlin SR. 9IWISH AIINCV »Oft »AlltTINt W15; Mcinekctlr. 10. Telephon! J1, Bismarck 7165/70. Keine Sprechstunde wahrend des Delegiertentages . Rücksicht auf die Teilnahme der meisten verantwortlichen Mitarbeiter des Palästina-Amtes an den Beratungen des Delegiertentages des ZVfD. fallen die Sprechstunden in samtlichen Abteilungen am Montag, dem 3. 2., Dienstag, dem 4. 2- Mittwoch, dem 5. 2^ aus. Verwandten-Zertifikate Kategorie D Neuerdings aus Palästina eingehende Verwandten-Zertifikate der Kategorie D haben nur eine viermonatige Gültigkeitsdauer, gerechnet vom Tage der Ausstellung in Palästina ab. Die Verlängerung der Gültigkeitsdauer durch die britischen Paßstc'len in Deutschland ist nicht möglich. Familienangehörige, für die Anträge auf Erteilung eines Verwandten- Zertifikats eingereicht worden sind, müssen sich bei positiver Entscheidung auf eine baldige Ausreise einstellen. Es wird Ben Zertifikats-Empfängern der Kategorie D empfohlen, sich wegen der Erledigung ihrer Ausreise-Formalitäten sofort nach Erhalt des Zertifikates mit dem Palästina- Amt, Passage-Abteilung, in Verbindung zu setzen. Landwirtschaftliche Siedlung Alle Interessenten für landwirtschaftliche Siedlung In Palästina, die gegenwärtig für das Vorzeigegcld Sei der Reichsbank angemeldet sind oder die Einzahler und Vormerker der Sonderkonten I und II sind, werden dringend, gebeten, sich umgehend unter Angabe von Einzelheiten über Ihre Vorbereitung zur landwirtschaftlichen Siedlung beim Palästina-Amt Berlin, juristische Abteilung, zu melden. Insbesondere bitten wir um Meldung solcher Personen, die selbst eine Landwirtschaft betreiben oder betrieben haben und die obigen Voraussetzungen erfüllen. Präger Brief Von unserem Berichterstatter h. I. Prag, Ende Januar In der vergangenen Woche weilte als Gast des zionistischen Zentralverbandes Dr. Joachim Prinz in der Tschechoslowakei und sprach auf großen Kundgebungen in Bratislava, Mähr.-Ostrau, Proßniiz Olmütz, Brünn, Prag, Teplitz-Schönau und Karlsbad. Die Versammlungen waren allseits tiberfüllt Und bedeuten einen großen Erfolg zionistischer- Werbearbeit. Dr. Prinz hatte auch Gelegenheit, in internen zionistischcn Aussprachen in engeren Kontakt mit der hiesigen zionistischen Bewegung zu gelangen. * Die Wirtschaftsbeziehungen zwischen Palästina und der Tschechoslowakei wurden auch in der vergangenen Zeit s t a r k ausgebaut. Der Aufschwung ist deutlich aus den Statistiken ersichtlich, die jüngst die tschechoslowakisch-palästinensische Handelskammer veröffentlicht hat. In den letzten drei Jahren stiegen Export und Import: Jahr Import in di« Ttrh«choslowaW*i Export narii Palästina 1933 Kc. 610 000 32 269 000 1934 „ 2 806 000 51 973 000 1935 „ 8 338 000 70 043 000 Auch auf der VII. Levante in esse in Tel-Awiw wird die Tschechoslowakei offiziell vertreten sein. Die tschechoslowakische Ausstellung wird diesmal in dem bereits 1934 errichteten selbständigen tschechoslowakischen Pavillon von der tschechoslowakisch-palästinensischen Handelskammer in Prag unter dem Protektorate des Handelsministeriums und unter Mitwirkung der Handelskammer und Industrieverbände organisiert werden. Es wird auch eine Sonderausstellung des landwirtschaftlichen Schulwesens, des Genossenschaftswesens und der landwirtschaftlichen Exportartikel vorbereitet In dieser Woche wurde bei der Generalversammlung der „Leseu. R c d c h a 11 e der deutschen Studenten" in Prag erstmalig ein fast ausschließlich aus völkischen Studenten bestehender Ausschuß gewählt. Der Verein wurde im Jahre 1848 gegründet und vertrat stets die Prinzipien des liberalen Deutschtums. Vielfach, so bereits 1897, unternahmen völkische Studenten den Versuch, die Führung des Vereins, der über eine Bibliothek von nahezu 100 000 Bänden und zahlreich wohldosierte Stiftungen verfügt, zu übernehmen, was jedoch niemals gelang. Der Verein war der Stützpunkt der deutsch-jüdisch assimilatorischen Studenten und bezog auch seine Ressourcen aus dem Lager der deutsch-jüdischen Assimilation. Seine Mitglieder vertraten stets einen aggressiven antizionistischen Standpunkt. In den letzten Jahren hat der Verein immer mehr an Bedeutimg verloren, und jetzt gelang es den völkischen Studenten, auf dem Wege der Mitgliederänfiltration, ihn zu erobern. Amerikanisch-jüdischer Protest gegen Legislative Council New York, 27. Januar. (JTA.) Eine Konferenz des New Yorker Rates jüdischer Organisationen, in dem 600 Vereinigungen zusammengeschlossen sind, hat eine Resolution zugunsten der UnitedPalestinc Compaign und der Einberufung eines jüdischen Weltkonresses gefaßt. Ferner protestierte die Konferenz gegen ic Einsetzung des Legislative Council in Palästina. Ansprachen hielten der Präsident der Zionistischen Organisation Amerikas, Morris Rothenberg, der Präsident des KKL in Amerika, Rabbi Israel Goldstein, u. a. Römischer Brief Von unserem Berichterstatter Kr. Rom, Ende Januar Die von einigen italienischen Blattern geführte antisemitische Kampagne, über die an dieser Stelle mehrfach berichtet wurde, ist in der vergangenen Woche merklich abgeflaut. Einige besonders temperamentvolle Rufer im Streit sind offenbar von zuständiger Stelle auf das Unzweckmäßige und Unerwünschte ihres Verhaltens aufmerksam gemacht worden. Das Witzblatt „M a rc * A u r e 1 io", dessen antisemitische Artikel und Karikaturen nicht nur in jüdischen Kreisen Aufsehen erregten, sieht sich in seiner letzten Nummer sogar, zu folgender Erklärung veranlaßt: „Wir erhalten von italienischen Juden Protestbriefe wegen einiger von uns publizierter Karikaturen. Nicht gegen die italienischen Juden sind diese Karikaturen gerichtet. Wir kennen ihren Patriotismus und ihre italienische Haltung. Sondern gegen die Zionisten, die als Verbündete der Freimaurerei, der Demokratie und des Bolschewismus zum Schaden unseres Landes konspirieren." Diese Erklärung ist in mehr als einer Hinsicht interessant. Erstens zeigt sie, auf wie schwachen Füßen die von dem genannten Blatt geführte antisemitische Kampagne steht. iiiiiii»iiiiiiHrifiriiiiHfttiiiatiiifiiiiuiiiniitf iic>iiitiiiiiTiijticfiuititiitiiiiiiiniiiiiiiii<iii[ii(iiiitiiit)iiti>iiiiiiiiiiiimiiiiiiiiiiMtiititi Gastkarten zum XXV. Delegiertentag im Bachsaal, Lützowstraße 76 Wir teilen mit, daß Gastkarten zum Delegiertentag Im Hauptsaal in erster Linie infolge Uberaus großer Nachfrage nur Delegierten, Ersatz.dele"lerten und organisierten Zionisten zur Verfügung stehen. Die Preise für die Tageskarte betragen! Sonntag, den 2. Februar 1936 RM. 1,50 Montag, den 3. Februar 1936 RM. 1,— Dienstag, den 4. Februar 1936 - RM. 1,— Sammelpreis für alle drei Tage RM. 3,— Die Tagung wird an allen Tagen durch Lautsprecher in den Nebensaal (Schumann-Saal) übertragen. Hierfür stehen Karten zu ermäßigten Preisen zur Verfügung, und zwar für: Sonntag, den 2. Februar 1936 RM. 0,75 Montag, den 3. Februar 1936 — RM. 0,50 Dienstag, den 4. Februar 1936 RM. 0,50 Der Kartenverkauf findet am Freitag, dem 31. Januar, von 11—16 Uhr, nur im Laden der „Jüdischen Rundschau", Berlin W 15, Meinekestr. 10, und ab Sonntag, den 2. Februar, an der Kasse des Bach-Saales statt. Zionistische Vereinigung für Deutschland -MAGISTER KIRSCH—, Der gut« Likör Magister.Likörfabrik, München VII In den Beschriftungen der von diesem Blatt veröffentlichten Karikaturen, in denen die Juden als raffgierig und kriegshetzerisch dargestellt wurden, war niemals von „Zionisten", sor.dcrn immer von Juden ganz allgemein die Rede. Der Satz von der angeblichen Italienfeindschaft der Zionisten aber ist nur eine lahme Fntschiildigung. Man weiß natürlich, dali die Zionisten nicht daran denken, gegen Italien zu arbeiten. Line konsequente Friedenspolitik liegt im eigensten Interesse des Aufbauwerks in Palästina. Jugoslawien — Palästina Von unserem Berichterstatter J. H. Beograd, im Januar Der Aufbau Palästinas findet auch in der jugoslawischen nicbfjüdischen Oeffentliehkeit, besonders in den " Wirtschaftsweisen, große Beachtung. Die Presse bringt öfters ausführliche Berichte über die Aufbauarbeit in Palästina, und besonders ist es die größte jugoslawische Wirtsehaftszeitung, der „J u g o s I o v c n s k i Lloyd", der lebhaft die wirtschaftliche Entwicklung Palästinas verfolgt. Die Möglichkeiten, die jugoslawische Ausfuhr nach Palästina und den umgebenden Landern zu vergrößern, werden von allen Seiten eingehend untersucht. Besonders in den letzten Tagen mehren sich die Stimmen, daß die jugoslawische Handelspolitik sich mehr nach dem Vorderen Orient orientieren müßte, da die euro- Eäischcn IJinder ihre Tore der jugoslawischen Warenausfuhr, esonders für Zement, Mol/, und überhaupt für Baumaterial, immer mehr \ erschließen. Infolge der Sanktionen gegen Italien vciior Jugoslawien einen sehr wichtigen Markt, da Italien bis 28 «(i der jugoslawischen Ausfuhr aufnahm, in erster Reihe I fol/niaterial. Für diesen Verlust erhielt Jugoslawien nur geringe Kompensationen, und deshalb ist das Problem der neuen M.uktc besonders aktuell geworden. Der „Jugoslovenski I Inyd" brachte vor einigen Tagen einen Leitartikel, worin die Umoi ienticrung der Handelspolitik nach den Ländern des Vorderen Orient, besonders nach Palästina, gefordert wird. Ein sehr eigentümlicher Prozeß findet zur Zeit in New York statt, den jüdische (iroßhandler gegen das New Yorker Rabbi nat nngi strengt Itaben. Diesen Oroßh.indlern war im vorigen Jahr von der Kaschriitlt-Koinmission der Vorwurf gemacht worden, daß sie trefenes Geflügel als koscher verkauften; die Großhändler fühlten sich durch diese Beschuldigung geschädigt und haben Seftadi iiersatz eingeklagt. Fs läßt sich leicht vorstellen, daß das Beweisverfahren in einem solchen Prozeß die christlichen Richter vor schwierige Aufgaben steht. Der Prozeß erregt bei den interessierten jüdischen Kreisen großes Aufsehen. Ein Jugendbuch zum 15. SuWat Wenn Ihr ins Land kommt. Zum 15. Schwat, Jugendbücherei des Kcrcn Kajcmcth Lejisrael. Hcchaluz Verlag, Berlin Der Keren Kajcmcth Lejisrael hat soeben ein kleines Jugendbuch zum 15. Schwat herausgegeben, das eine Einführung in das Wesen dieses Festes und in die Formen seiner Feier geben soll. Das Buch bringt in hebräischer Sprache und in deutscher Uebersefzung Dokumente iiber die Feier des Festes im alten Israel und in der (iolah. Eine Reihe von Legenden und Erzählungen schildern die Festesfeicr in den verschiedenen Teilen der Welt. Hieran schließt sich ein Abschnitt, der dem Fest im heutigen Ercz Israel gewidmet ist und besonders eine Reihe von Schilderungen Jugendlicher bringt. In diesem Abschnitt sind auch einige in der „Kinder- Rundschau" erschienene Schilderungen enthalten. Gedichte und Lieder zum 15. Schwat und Mitteilungen über die Bedeutung der Baumpflanzungen in Erez, Israel und die Aufforstung -des Landes ergänzen dieses Material. Den Schluß des Heftchens bildet ein Vorsehlag über die Gestaltung der Fesfesfeier seihst, der von Jugendtuhrorn, Lehrern und Eltern freudig begrüßt werden wird. Das mit netten Zeichnungen illustrierte Heft wird bei der Jugend selbst und bei allen, die ihr dieses „Neujahrsfest der Baume" nahebringen wollen, viel Freude erwecken. f Tausend Worte „ALIJAH" Von Achat Ali-Jodea „ALIJAH", 8. Auflage, 180 Seiten, Berlin, Frühjahr 1036, Prei : 1,35 RM., erscheint am 3. Februar 1936. -........ Gesamtbearbeitung: Walter Tempel, Berlin; Bearbeitung des Palästina-Teils: Hugo Herr mann, Jerusalem. Wenn um das Jahr 1033 der halbtotgcfragte Berater im Palästina-Amt sich wieder einmal dem Ertrinken nahe fühlte angesichts der alles überschwemmenden Flut eines nimmermüden Fragers, pflegte er, tief aufseufzend, dem Mädchen an der Schreibmaschine zuzurufen: „Fräulein Sowieso: einmal .Informationsblatt' bitte!" Fräulein Sowieso, leidgestählt, pflegte darauf ihrerseits ebenso höflich wie resigniert in irgendein Regalfach zu greifen, etwas Raschelndes /u erwischen und es dem nimmermüden Frager in die Hand zu drücken. Was da zutage gefördert wurde, war etwas auf grauem Schreibmaschiuenpapicr Abgezogenes mit der Ueberschrift: „ALIJAH — Informationsblatt des Palästina-Amtes", — ein paar getippte Seiten, in denen der Frager allerlei wichtiges fand, kurzgesagt: es war das erste Merkblatt für Alijah-Beflissenc und solche, die es werden wollen. Wenn nun um das Jahr 1936 irgend jemand, der in den letzten drei Jahren zufällig auf dem Monde seinen Dauerwohnsitz hatte, — einer Gegend, in der gemeinhin von Palästina, Zionismus und dergleichen selten die Rede ist —, wenn dieser Irgendjemand wieder hier unten auftauchte und als erste Informationsicktüre nichts als den gerade neuerschemenden Band „ALIJAH" -erwischte, was würde dieser Irgendjemand wohl sagen? Zunächst einmal gar nichts. Vor Erstaunen, daß dieses repräsentaMc Buch in seiner Hand der rechtmäßige Nachfolger jene«; dürftigen Informationsblattchcns auf grauem Durchschlagpapier ist. Und wenn er den Inhalt dieses Bandes nur ganz obenhin überfliegen würde, — bald hatte er ein kleines Bild davon, was sich so alles begeben hat in der Zwischenzeit, die er oben auf dem Monde zugebracht hat, in der Nähe der Milchstraße vielleicht. Wenn unser Mann vom Monde nun seinen Bleistift auf der großen bunten Palästina-Karte spazierenführte, wäre seines Staunens gar keln .Ende ob alt der neuen Siedlungen und niegehörten Namen. Sobald er jedoch zum regelrechten Studium der „Alijah-Wissenschaften" überginge, wurde sehr bald eine stumme Pause eintreten. Unser Leser wurde sich an den Kopf fassen. Dann vor den Bücherschrank treten und den dicken Brockhaus hervorholen. Nun nachschlagen, erstmal unter „H": Himalaya — Hindostan — Hippodrom —- Hieroglyphen... — von „Hithjaschwuth" keine Spur. Diese Bildungslücke hart empfindend und darüber philosophierend, welche Fülle von neuen „Fremdwörtern" doch der Sprachschatz eines halbwegs normalen jüdischen Bürgers von heutzutage beherberge, würde unser Leser sieh nun wißbegierig aut das vorsorglich eingefügte „Verzeichnis der wichtigsten hebräischen Bezeichnungen" stürzen. Nach Ahsolvicrung dieses „klugen Aleph-Beth" wäre er dann alijahreif, — das heißt nicht etwa: reif für die Aüjah, sondern nur: reif für die „ALIJAH". Die er dann zu Nutz und Frommen durchstudieren kann. Seinem Temperament und seiner Veranlagung gemäß. Gehört er der Gruppe der Sanguiniker an, wirrt er mit der zweiten Buchhälfte beginnen, dem „Palästina-Teil". Phlegmatische Temperamente oder ganz Gründliche fangen, wie sichs gehört, beim Vorwort an und hören bei den Inseraten auf. Der Choleriker hingegen wird sich erst das Kapitel über die „Zertifikatsschwierigkeiten" herausangeln, sodann unter „Gesundheitsverhältnisse" über die „Chamssin"- und Fliegen-Plage nachlesen und sämtliche Krankheiten auswendig lernen. Alsdann wird er das Buch in die Ecke schleudern mit den Worten: „... Ich habs ja immer gesagt: Nee, dieses Palästina, das ist kein Land für Unsereinen!" Und das ist gut so. — Gut? Ja. Denn es spricht für den Geist der Aufrichtigkeit, der dieses Buch redigiert bat. Keine Beschönigung. Nur die Wahrheit. Wirkt sie abschreckend, gut, so hat der Leser die erste Prüfung nicht bestanden. Er braucht sich dann nicht unnütz mit der Hachscharah zu quälen oder gar mit „diesem öden Hebräischlcrnen" und bleibt davor bewahrt, bei der Schlußpiüfung, vorm Zertifikat, durchzufallen. Mag es sich ruhig herumsprechen, daß für Palästina nur solche in Betracht kommen, die, neben dem Zertifikat in der einen Tasche, in der anderen noch das Wörtchen „trotzalledem!" bereithalten. Auch der Hausfrau wird nichts verschwiegen. Weder die Schwierigkeiten mit der „Osereth" drüben, noch bezüglich der Umstellung des Haushalts und der Ernährungsweise. Diejenigen aber, denen „die Ruinen des Landes Israel lieber sind als ein Palast im Ausland und trocknes Brot lieber als alle Leckerbissen draußen" (wie der dem Buch vorangesetzte Auszug aus einem Sendschreiben aus Tiberias, anno 1790, besagt), werden sich den Erfordernissen des Landes anpassen und jetzt schon dankbar alle Ratschläge aufnehmen, die ihnen hier für die Zeit bis und die Zeit nach ihrer Auswanderung gegehen werden. Die „ALIJAH" in ihrer jetzigen Gestalf ist das ideale intormafionsbueh für alle, die nut Palästina in irgendeiner Weise vetblinden sind. End wer wäre das heute nicht, in übersichtlicher Form timltt der Ratsuchende hier, wie es scheint, alles aus dem großen Bereich der „Alijah- Sorgen". Alle Adressen, die ein Olrh benötict, alle Organisationen und Verbände '. für den l all des Falles". Hier 'wird er in die Geheimnisse des Zertifikats« esens i .ngefuhrf. über alle Voraussetzungen belehrt. Natürlich werden die großen Schwierigkeiten des Transfers, der Steuer- und Rechtsverhältnisse geklärt, kurzum ..es ist alles da". Auch die I lausfratt erfährt das Not ige über die E'inzugsangelcgenheiten, findet praktische Hinweise in betreff An- und „Abschaffungen". Und so weiter. Nun denke man aber ja nicht, daß damit die Mission des Buches erschöpft sei. Die „ALIJAH" hat diesmal höhere Ambitionen. Neben dem Auskunftsteil bringt sie noch so vieles andere Wissenswerte, und Interessante,' sagen wir eine Art „Lernteil", Material, das jedem, der sich schnell über Zionismus, Palästina und die Verhältnisse im Lande unterrichten lassen will, sehr willkommen sein wird. Sicherlich auch manchem Jugendbundlcitcr als Nachschlagebuch und als Lernmittel für Kursteilnehmer. Vor allem aber dem großen Kreise der „Neu-Zionisten", die guten Willens sind, aber zunächst einmal „rasch Bescheid wissen" möchten. Sie finden hier im „Palästina-Teil", der unter Mitarbeit bester Sachkenner von Dr. Hugo Herrmann, Jerusalem, bearbeitet worden ist, einen sehr inhaltsreichen „Lernteil"' mit einer buntfarbigen Landkarte und einer Anzahl von gutunterrichtenden Aufsätzen über Land und Leute, die staatsrechtliche Stellung Palästinas, seine Organisationen, sein kulturelles Leben, sein Schul- und Erzichungswcsen und viele andere Dinge. In populärer Weise werden „Die zionistische Bewegung", „Keren Hajessod", „Keren Kajcmcth", „Palastina-Amt", „Jugend-Alijah", „Die chaluzischen Verbände" usw. usw. behandelt. Ein Schnellunterricht fiir diejenigen, die „rübergehen", aber auch für die Hierbleibenden. Ein Schnellunterricht. Aber ein guter, in dem nahezu nichts vergessen ist, weder das Grundungsjahr der zionistischen Institutionen, noch der Zolltarif, -- und schon gar nicht die genauen Angaben über den Palästina-Postverkehr, angefangen mit der Briefmarke für den „Frkundungsbricf" bis zur Telegrammgebühr für die Ankunftsdepesche: „glucklich gelandet brief folgt".

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