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Jüdische Rundschau · 1936-01-28 · Heft 8 (28.1.1936) · page 6

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
41 (1936)
Issue
Heft 8 (28.1.1936)
Date
1936-01-28
Page
– (sequence 6)
Language
German
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Seite 6 JODISCHE RUNDSCHAU Nr. 8 28. I. 1936 Wie* «eslallo ich den Scliahlial? Für Schabbat, 1. Februar Wochenabschnitt: „BO" (2. B. M. 10, 1 13, 10) I. lir Mittelpunkt uneus Vt'wlieit-AbH-bnitks steht das P c!! a c h - <) p f r r. I>ie (ji'botc, cli .' mit ihm im Zusammenhang btchvii. siml Ausdruck •, dal! mit dem Auszug ■ins Av^y ptcii /um iT>teiunal div Famükals Zolldes weidenden jüdischen Volkes auftritt. Das l'c, a;v- "• von einer Familie vi/r/dirt werden. Man versuche, diese These an Hand des TeMes zu erhärten, wo/u man den Kommentar von S;un• ( ii Raphael Hirsch heranziehe. II. Her heutige Vi'oehenahsrhnitt enthält das (iehot, T c ji h i I 1 i i! / u! e y c n. Man -.preelie in diesem Zusammenhang über die Hedeutuiil; der form i . in des. Judentums. Wir verweisen in diesem Zusammenhat];,' auf einen beachtenswerten UriefWechsel nher .1 i ■ äui'j an (iesetz und Form", der in Nr. 1'*, 2 i des lnformsti ms-Rund eehreilv iis ties „Brit ("halu/im liatiim" abgedruckt ist. Das Seiueihen ist zu beziehen von der Hanhala des „Brit (ätaluzim Datiim", V.' ■" ' •rlolk-iibtirg, Kantstr. (>. III. Der Vcis S |j Kapitels ist zur Grundlage dafür geworden, da,, es einem jüdischen Vater o'a'i.'.yt, seineu Kindt rn von: Judentum und > euer (useiiklite zu erzählen. Von /Mai litt Heber \-X in „Kampf um Israel" ein wichtiger Aufsatz unter dem 'litel: ..Warum yeVrnt \vrtlcn soll", abgedruckt. D<at wird auf einen ent^ lu■idmidcn VX'audel hingewiesen, iler es ertoi'derlich macht, daii die „Wut des l'ehe, iieferns", die bi-her den jtMhcheti Vätern eiyen war und verlorenire^angvn ist, «i-t't/i s\ird durch eine „Wut des Selhs'llolens". Vi'ii enipteiilen dievil-'ede Bubeis zur atü-fuhrlieliert Besprcclmiii;. Als Hatutrah uisd;'.elesen: Jirmejalui Kap. -Ui, Vers 13 —'Ä Der Zu-annm-nhin« mit un-erem Woelietiahsclmitt wird liere'e-teüt hauptMcIllich durch den 2ä. Vers des Kapitels. ' J. F. Vom Sinn der Plagen und der Erlösung BRIEFE AN DIE REDAKTION Die In!»! Ae;;\pteil he tiefe Ububu jedem » e -. geben 1 st. Das Mut IIOU siell iK.UÜjr Hl Cioehichte. F.s leine d e r V e r-t,»c k t Ii streiten wäll. < mti a! vor l'ceht walten 1 < nockoniL'. warne I r/ald'.ii'e \oi] den Flamen, die das I and ich, almtt höchste reliLiiosc Zuversicht und hr spricht jene ^rolie Wahrlich, dal! Ii e it < 1 e s c Ii e h e u ein S i tt u Nickti« -er <■ 11 '-che hte ist ein;.;ela;ifi»es und wiederr jmliM heu wie in der nichtiiidi-i heil \ (i 11 d e m M utw i I I e 11 und v o n t d e s M e n s e h e 11, der wider Gott in .seim 1 unsagbaren i trolle will Milde ••!!. 1 r l.ti'.t Pharao, den;u;vptisclu'ti und hont auf Fm-icht und liekehntiH ..an 11 aber ihn ii->t/i«rn sinn Pharaos ubeizeutjen und seinen Statf-imi bieehen, und so eifolt;en Schlag aut Sehlay die Flamen. In dic-ein vom Mcn-chcn hei-aiis^cforderten Kampf gejjen Gott mit!! der Mensch der Allmacht Gottes unterließen; es ist mit anderen Worten der Sieg der Gerechtigkeit über die menschliche Willkür, l'nd wenn wir scharf auf die Frlösungs- Rc-chicbtc liinliöreii, so klingt uns dcittüeii und klar der Unterton entgegen: Gott Dt der alleinige Herrscher in dieser Welt, er ist allmächtig, besiegt den Hochmut und bringt seinem Volke die lerlösung, ein Gedanke, der 'in all seiner Schärfe und Entschiedenheit mit der agvptischcn Anschauung von der (iottähnlichkcit der Pharaonen konfrontiert wird. Wir nehmen diesen Gedanken auf und versuchen ihn in unserem Gespräch zu vertiefen, indem w ir den Begriff von der Allmacht Gottes, seiner Alleinherrschaft über die Welt im Gegensatz, zum I\ä\th< isiutis der damaligui Kulturwelt klar herausarbeiten. Die letzte und furchtbarste Flage ist die Tötung der Erstgeborenen. Die Spannung der I rzahhing ist hier bis zum äuiScrsten gesteigert. Die Frst^eborenen, die zugleich die Lieblingskimler mir], werden getötet, Fs ist Mitternaehtsz.cit, ein Geschrei des 1 nt-c'vens duieh/ieht das ganze 1 and, das Unglück i-t gmli. Nun eisuälit Pharao die Geknechteten, Israel ist erlöst und kann Gott frei, ungehemmt dienen. Das AhiTtum sah im Fr-Hieborcncn den (ieiiebtesten, den Wertvoll-teil und I iicbiiyMi-n. Nach judi-cher \11fiass1mg drückt die Bezeichnung ,,I r-meborencr" die besondere liebe und Wertselcitziiiu:. die < mtt dem Betreffenden entgegenbringt, aus. So werdui u. a. die Ihora, Adam, Jakob, Israel und der Mcscias al> Frstgel>orern: bezeichnet. Nach bibü-cbcin Gi setz sind die erstgcl">orenen Söhne Gott gehei'igt, d. h. dem kultischen Dienste geweiht. Man Hausangestellteiifraße? — Ilausfrauenfraffe! HerzI und Kipling Cape--Tim 11 (Midati ika), 1. 1. Sehr geehrte Kcihikikei!! 11 den Ici 1 111 Xinnineni di r indiwhcii Ziritungcii h.i!>e 1 h viel näer die 11, ,o -a n ^f^' < Üe nn .iit-1 : c e e n. M ii i'i ni.ei e^ n :e!it .il eai Manko anderen. tl.Ui l'raurn i.eios 1 l:\si fhen und den Mut \ ei deren. wenn sie 711 ii irr r ee;cni Y l.cii II, a inniinng. di v 1 FnoerheC. -ni* fi. klicken -ollen V Seil ü:ici zw ei gthri n lehe ich im And.iiid, h.äre in den \icr Kr;e:es;,i!a-en das (le-ieh.iit nieire- M.enKs ancin \m ir. r^eriUar, e!me ie \ialui' in einem lleseh.nt jjeaibpit« zu haben; I» i ,ilkr S(llge dam.ds war die Arbeit 11» in Trost, meine A1,|,-mk'me;. I 'nd jerzi '!!eh hin nicht mein so iroeh und wider-1 muhi.d:it; wie ilamaU. (hört; Ueirneani so :.ehon: ,.t iiMinct und iiiclti mehr eeiiu ^e-rnnl''. im 1 doch ehalte ich 0allein "1 Ihm-, arbeite Irir Mann und Sohn. 1-N )>.dt, sieh viilli^ nm- /iNicik-n. ts ^.i!c so viele-, was loiliei N01 wirn 1 iokeit war. in die Feke?,u steilen, und andeie wirkliche Not wen li«keiicn, die Mi-chkucn irgendwo r ila.en, wiener Inn orzuholcn. Nicht die Hamle allein niiis-en steh rerren. um es tu schaden, der Kopf 11m 15 mir. das Herz aher auch freudig rnitiun. Alle drei zusammen biincjen den reelm-n läiv kkmir. machen die Arbeit zur Fieudc. für sieh -elh.t, für die Familie. Wir ichen in einem heilien Klima und doch will ihc Arbeit geschafft werden, da gibt es kein Paidon. Auch darin gah eine FnoreHun^. die erii-h daheim erspart ist. Stellt euer I.eiien aut die Bad-, der einfachsten Notwendigkeit, lernt die I'.inteilun^ der Albeil, lernt die ITettde an der Athen und hallet vor allem eure Kinder an, euch zu liehen und ihre Sachen in Ordnung?.u halten. Ks bleibt immer noch Zeit für ein gu'.es Um Ii, einen Spaziergang «nd für ein ijemü! liebes Phiudershindchen am Abend. Man oenießt alles mir mehr I'rcude, wenn man sich es erkämpfen. erarbeiten muh. W ir luden sind schwerere \Vcc,e gewandert, und immer wieder wie durch einen Jungbrunnen sprangen neue Krähe auf. Zeigt nun. Ihr jüdischen Frauen, (lall auch Ihr die wahren Tochter eures Stammes seid, regt euch und schallt, Ihr werdet staunen, was Ihr leisten könnt! Betty Nelken Jerusalem, den 19. Januar 1936 An die Redaktion der „Jüdischen Rundschau"! Ich lese .--»eilen, daß Kipling gestorben ist. Vielleicht wehen Sie du,ml hin, d.ul Ilerz.l ein Veiehrcr Kiplings war. llerzl «ollle Kipling, inii dem Zangi\ ill gut si and. get ti als Verna! der haben, um zu Carnegie bezie'aingen anzuknüpfen. (Tagebücher 3, 68.) Kr druckte in der .AVeit" die Kiplingsehe F.r- A n m c r k u n g d e r R e erwähnte Erzählung Kiplings englischen Originalausgabe Zahlung „Die weiße Kuhbe" ab, offenbar wegen ihrer „zionistischen" Tendenz. Us Lichtenberg; Cebersetzungen die man untered litte ich mir ((iedaiiken, Sani.■nie, Bd. I S. 40, bei F.Ugetl Dic'Jc- I'än Zitat ..F'nter allen meiner Werke, nehmen wollte die hcbräiselic tiien, Fra letia 1907 riehs). Hochachtend Harry K p s t c i n J a h t i o n: Die von Dr. Epstein wurde von dem Dichter in der Theodor llerzl gewidmet. König Eduard VIII. Genf, den 23. Januar 1936 An die Redaktion der „Jüdischen Rundschau"! Ks mag sicherlich von Interesse sein zu erlahren, da!', der neue eiigli-ehe Konig Kdttard \11I. auch den Vornamen l)avid trügt. Der eisle Satz der Proklamation des bisherigen l'iinzen von Wale.- zum Konig von Fngland Jaulet: „Da es dem .illm.'iclitigen (äott gefallen hat, unsere» verstorbenen Fandesherrn, König Georg V. unvergeßlichen Angedenkens, in Gnade zu sich zu nehmen, w inl der hohe und niächlige Prinz Fduard Albert Christian Georg Andreas Patrick David der einzige und rechtmäßige lnhaher der Krone Großbritanniens und Ncrdiiland. Wir bitten Gott, durch dessen Gnade Könige und Königinnen regieren, den königlichen Prinzen Kduard VIII. zu segnen, aut daß er lange und (rohe Jahre hindurch über uus herrsche." Mit vorzüglicher Hochachtung Kmaniicl VV e i n e r vergleiche die Stellen in 2. B. M. F3, 2, 12; 22, 2S; 34, 19, 20. — F i Zusammenhang damit erzählt uns der Midrasch (Bamidbar R. -1): „...Anfänglich verrichteten die Erstgeborenen den Opferdienst, bis der Stamm Fcvi auftrat____ Als die Israeliten jene Fat (Verehrung des goldenen Kalbes) begingen, sprach man: Es sollen die Erstgeborenen kommen und Opfer (vor dem Kalb) darbringen. Da sprach dort zu ihnen: Ich habe den Frstgebr reuen ein grobes Vorrecht gegeben und sie zu angesehenen Feilten in der Welt gemacht, sie aber haben mich verleugne, und sind hingetreten, um vor dem Kalbe zu opfern -- siehe, ich schließe die Erstgelwrenen aus und führe die Sohne Levis ein." Es ließe sich hier reiigionsgeschichtlich die Linie verfolgen, wie die alte kanaaniiischc Sitte von dem Erstgeborenen- Opfer, das der Gottheit dargebracht werden mußte, im Judentum einen anderen, höheren Sinn bekommen hat. liier ist der Erstgeborene Oott geweiht, er steht in seinem Dienst. Später trat die Vorschrift von seiner Loskaufung hinzu 12. B. M. Vi, 13; 34, 20). Der Midrasch (Schniot R. 10) sagt: „Gott sprach zu Moses: Wie ich Jakob zum Erstgeborenen gemacht habe... so werde ich den König, den Messias, zum Erstgeborenen machen, wie .es beißt li's. 89* 28): Auch will ich ihn zum ErstgelKircneii" machen." ' Aufschlußreich ist auch die Midrasch-Stelle, die folgendermaßen über die Erlösung Israels aus Aegypten spricht: „Wegen vierer Dinge ist Israel aus Aegypten erlöst worden: Weil sie ihre Namen und ihre Sprache nicht verändert haben, weil es bei ihnen keine Verleumdung gab und weil sie nicht in Unzucht ausgeartet waren." (I'esikta S3b; Schmot R. 1; Wnjikra R. 32). _ J. M. „Land der Verheißung" vor polnischen Regierungsvertretern. Das Institut für Minderheiten veranstaltete im Warschauer Kinotheater Rialto eine Vorführung des Palästinafilms „Fand der Verheißung" für Vertreter der polnischen Regierung und verschiedene Stnatsämter. An der Veranstaltung, die einen außerordentlich repräsentativen Charakter trug, nahmen zahlreiche aktive und frühere Minister, hohe Staatsbeamte sowie führende Persönlichkeiten des polnischen Judentums und der zionistischen Institutionen Warschaus teil. Ministerpräsident Koscialkowski war durch Unferstaatssekretär (irzybowski vertreten. Die Gaste wurden im Namen de» Instituts für nationale Minderheiten von Direktor Paprocki und im Namen des Keren Hajcssod von Direktor Leib Jaffe begrüßt. Die Vorführung machte auf die Teilnehmer der Veranstaltung einen starken Eindruck. Palästina-Ami Berlin Olit 3f WISU A6ENCY FOR PALI&TIN& W 15; Meinekestr. 10. Telephon: J 1, Bismarck 7165/70. Keine Sprechstunde während des Delegiertentages. Mit Rücksicht auf die Teilnahme der meisten verantwortlichen Mitarbeiter des Palästina-Amtes an den Beratungen des Delcgiertentages der ZVfD., fallen die Sprechstunden in sämtlichen Abteilungen am Montag, dem 3. 2., Dienstag, dem 4. 2.. Mittwoch, dem 5. 2., aus. Ehrung des Vorsitzenden der jüdischen Kultlirverwaltung. Aus Tallinn (Estland) wird uns berichtet: Zu einem festlichen Ereignis für die ganze estnische Judenheit gestaltete sich die Eeier des 50. Geburtstages des Präsidenten der jüdisch-kulturellen Autonomie in Estland, O. Aisenstadt Die Feier fand in der geschmückten Aula des Jüdischen Gymnasiums statt. Nachdem der Chor des Gymnasiums unter Leitung des', \ Kantors Gurevvitsch eine Begrü- ■L 1 ßungshymne gesungen hatte, hielt ■f ^M^Jj der Schuldirektor Gurin eine An- .jF'^^iB spräche, der die Begrüßungs- " ' * reden der Organisationen folgten. In den Reden wurde hervorgehoben, welche Verdienste sich der Jubilar in seiner nunmehr bereits zehn Jahre ununterbrochen währenden Amtsführung als Haupt der jüdischen Kulturatitonomie in Estland erworben hat. Diese in der Staatsverfassung \ erankerte jüdische Autonomie ist in der ganzen jüdischen Welt ohne Beispiel. Herr Aisenstadt nimmt auch lebhaften Anteil an der Palästina-Arbeit. Er ist Vorsitzender des Keren Flajessod in Estland, Ehrenmitglied der jüdischen Gemeinde und Vertreter der Judenheiten Estlands und Finnlands in der J e w i s h Agency. Der Vorsitzende der Zionistischen Organisation Estlands, Kahalkin, erklärte in seiner Rede, dal! sämtliche Tallinner jüdischen Institutionen beschlossen haben, 50 Bäume auf den Namen des Jubilars zu pflanzen. Auch die estnischen Zeitungen nahmen von dem Ereignis mit Interesse Kenntnis. Felo Walter I.cmb «f. Tallii EMPFEHLUNGS-ANZEIGEN AUS DEM REICH FRANKFURT a. M. 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