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Jüdische Rundschau · 1936-01-10 · Heft 3 (10.1.1936) · page 4

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
41 (1936)
Issue
Heft 3 (10.1.1936)
Date
1936-01-10
Page
– (sequence 4)
Language
German
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5eft«4 JODISCHE RUNDSCHAO Nr. 3, TO. L 193« Persönlichkeit, Persönlichkeit! Von Dr. Oskar Wolfsberg, Jerusalem Der Anbruch eines neuen jüdischen Zeitalters, der durch Abbau der Galutli und Aufbau des Nationalheims das Neue und Revolutionäre ankündigt, nötigt uns zu einer Revision der Bcgriffswelt und Werte, die unser Leben bestimmt haben. Es ist gut, sich kritisch zu allern zu steilen, was einst galt. Es ist von besonderer Bedeutung, hellhörig zu sein und dem Neuen zu lauschen, das nicht gewesen ist und nun in „die Wirklichkeiten brechen" will, um es Ooethisch zu sagen. Aber es wäre doch falsch zu meinen, daß alles dahingegangen und mit Recht dem Untergang und dem Vergessen geweiht sei, was in verflossener Zeit von Bedeutung war. Die Physiognomie unserer Zeit und damit auch das Antlitz unseres Volkes hat sich verändert, und nicht ohne Verwandlung können alte Werte, besonders solche aus dem Zeitalter der Emanzipation, in den Bezirk der Gegenwart eintreten. So ein Wert ist der Begriff der Persönlichkeit. Die Persönlichkeit steht zwischen dem schlichten Individuum und der Gesamtheit, steht aber nicht nur in der Gesellschaft, sondern auch in der Geschieht e. Sie hat nicht die Vergänglichkeit des namenlosen Einzelwesens, nicht den sittlichen Makel des anspruchsvollen, genufisüchtigen Individuums, das möglichst viel von der Welt für sieh in Anspruch nimmt, seine Geniilisphärc möglichst erweitern will, ohne etwas zu geben. Die Persönlichkeit überragt sogar die Individualität, die schon Prägung besitzt und sich dadurch objektiv und werthaft abhebt. Aber der Begriff der Persönlichkeit, wie ihn grolle Denker geformt haben, etwa Goethe und Carl)le, soll noch mehr sein. Nicht nur Unverwcchselbarkeit und I in in aligkeit, sondern höchste W e r t e r f ü 11 u n g der Person und I) i r n s t b e r e i 1 s c h a f t. Die Persönlichkeit will aus dem Reichtum ihres Innern spenden und beglücken, sie will über das Empfangene hinaus, das jeder erhält oder berechtigterweivf sich aneignet, zurückerstatten an die Welt, über die eigene Zeit hinaus. Das Wachstum der Persönlichkeit und der entscheidende Schritt vom Individuum bzw. der Individualität zur Persönlichkeit geschieht also paradoxerweise nicht durch Erweiterung der Maehtsph ire und der Ansprüche des Individuums, sondern durch Emanation, Hingabe und persönlichen Verzicht. Die wahre Persönlichkeit verschwendet sich an die Welt. Persönlichkeit ist der Absicht nach nichts Dekoratives, Eitles, zum Schmuck seines Trägers bestimmt, nicht Lust und Sättigung, sondern Dienst und Muhen. Wenn es dahin kommt, dali einem solchen treuen Diener der Gesamtheit das Diadem des Ruhms und Adels zuteil wird, so ist das zwar nicht gleichgültig; aber es ist nur ein freundliches Nebcncritehnis, eine guiige Geste der Gerechtigkeit, die "lieh einmal belohnt. Es ist früher oft darüber gestritten worden, ob die großen Persönlichkeiten die eigentlichen Schöpfer der Geschichte, ihre Gestalter sind und ihr Zweck, oder ob die Geschichte oder die Masse ihrem grollen Gesetze folgen und von Zeit zu Zeit die großen Gestalten hervorbringen, um sich ihrer für iiire Zwecke zu bedienen. Nach dieser zweiten Autfassung ist die Persönlichkeit nicht das Wesentliche, Konstitutive des historischen Prozesses, sondern nur ein Instrument, zuweilen nur ein zeitweiliges. Ich glaube, diese Kontroverse läßt sich nicht mit wissenschaftlichen Mitteln zur Entscheidung bringen. Aber vielleicht ist das nicht das Wichtigste. Bedeutsam ist hier, daß die Persönlichkeit in einer ganz charakteristischen festen Relation zur Gesamtheit, zur Geschichte steht. Sie ist sicherlich mehr als nur ein sekundäres Werkzeug. Man darf wohl sagen, daß die Gesamtheit, das Volk oder die Menschheit, und in seltenen Fällen die Geschichte, d. h. ein größerer Abschnitt der Historie, sich in einzelnen ganz Großen spiegelt, sich durch sie repräsentieren läßt, durch sie entscheidende Schritte verwirklichen läßt. Die Antizipation großer Entwicklungen in der Idee, die Balm im g neuer Epochen durch großartige Institutionen zeigen die hohe Punktion der Persönlichkeit, des (icnies an. Der Begriff Persönlichkeit soll nicht etwa dem Politiker großen Stils, dem Staatsmann und Heerführer vorbehalten bleiben. Der Dcnlu r, der Erzieh« und der Künstler haben in nicht geringerem Maße Anteil an dem Begriff. Denn auch ihr Wärken und Wollen gehört der Welt, der Geschichte. Der Kontakt dieser Typen mit der Welt ist freilich ein anderer, in mancher Hinsieht ein mehr mittelbarer. Im Werk drückt sich nicht nur die Schöpferkraft des großen Menschen aus, sondern auch sein Verantwortungsbewußtsein, sein Zugehörigkeitsgefuhl, seine Steuer. Auch der fiefsfc und am meisten vvcltahgcwamlte Kanzler «der Dinker ist der Weh aufs tiefste verbunden. Die Beziehung sein« r A itgcnosseu und der Nachgeborem-n zu st uu-u Leistungen beweist, wie sehr hier Zusammenhänge bestehen. Die klassische Literatur unseres Volkes ist wenig vom Schrei nach der Persönlichkeit erfüllt. Die stete Sehnsucht nach einer großen Gestalt gehört wohl erst der Moderne an. Ohne Tendenz findet sich in unseren alten Urkunden das Bild so manches Menschen, der alle Zuge einer Persönlichkeit hat. Der Versuchung, hier aus Bibel, Talmud und Mittelalter Beispiele beizubringen und Charakteristiken zu geben, widerstehe ich. Es wird sowieso jedem vertraut sein, daß unsere Geschichte und Literatur nicht arm an solchen Gestalten ist. Alles, was mit prophetischer Berufung, mit dem Widerstand des Berufenen gegen seine Sendung zusammenhängt, von Moses bis Jeremias, gibt der jüdischen Persönlichkeit einen eigenen Zug. Die treue Führung des Volkes durch Moses, seine Skrupelhaftigkeit, sein unausgesetztes Plaidoyer für das Volk vor Gott, die Sorge um die Nachfolge — alles aber gekrönt von der Bescheidenheit, die nichts für sich will. In der Feststellung der Bescheidenheit des Mannes Möschen —MAGISTER KIRSCH— ©er gute Likör Magister-Likörfabrik, ManchenVII Von der Jüdischen Winterhilfe Wie wir hören, läßt sich jetzt eine ungefähre Schätzung über den Umfang der Arbeit geben, die die Jüdische Winterhilfe in diesem Winter zu leisten hat. Insgesamt werden mindestens 75ODO Personen von ihr zu betreuen sein. Darunter sind allerdings auch Personen, die der jüdischen Religionsgemeinschaft nicht angehören, aber als Rassejuden von der Jüdischen Winterhilfe zu betreuen sind, ferner die nichtjüdischen Partner von Mischehen sowie jüdische Ausländer, so daß die Zahl dadurch eine gewisse Erhöhung crlahren hat. Von Interesse ist auch die regionale Verteilung der Hilfsbedürftigen, die zum Teil erhebliche Schwankungen aufweist. So hören wir, daß in Berlin 25 258 Köpfe betreut werden, in Breslau 4001, in Frankfurt am Main 3409, in Hamburg 2604, in Köln 1859, in Leipzig 1653. Die relative Verschiedenheit geht aus zwei weiteren Zahlen hervor: So sind in Stettin 467 Personen zu betreuen, während es in Mannheim nur 143 sind. Besonders stark ins Gewicht fallen naturgemäß relativ die ländlichen Gebiete. gipfelt das von der Thora entworfene Charakterbild unseres ersten, größten Lehrers. Hier finden wir die eingangs deflatorisch versuchte Skizzicrttng des P.ersönlichkeitsbegriffs bestätigt, daß der persönliche Anspruch der Persönlichkeit besonders klein ist. Ja, wir verbinden mit dem Namen Moses die Assoziation „Knecht" (Ewcd). Und der Begriff, das Attribut Knecht, hier nur ein persönlich verliehener Titel, der Persönlichkeit dieses Einen angemessen, wird ein zentraler Wert, indem der „Knecht Gottes" beim zweiten Jcsaja eine Idealgestalt wird, nicht ein zufälliges Individuum, nicht eine gewesene Figur, sondern ein geforderter Typ, das Messiasbild, ja das Vorbild für das Volk in seiner Idealität. Es ist ein Beweis für die Straffheit unserer Wesensgeschichte, für die großartige Einheit unserer Welt, daß die Züge unseres ersten Meisters, das Geschenk der Gnade an uns, sich später in der Tiefe des prophetischen Denkens und Schauens als wesentlich, als unvergänglich erweisen. Und so bleibt demütiger, gütiger Dienst am Volk, an den Menschen, das Maßgebende. Wird doch Moses oft genug als „treuer Hirt" gerühmt und vom Midrasch um dessentwillen als zur Führung berufen angesehen, weil er mit so unendlicher Liebe die Schafe seines Schwiegervaters gehütet hatte. Dieser demütige, uneigennützige Dienst ist in unserem Volk nicht verlorengegangen. Kaum wird man anderswo eine Parallele finden für die Paarung von geistiger Kraft und Größe mit Anspruchslosigkeit wie bei den Großen Israels, beides aber im Dienste des Volkes. Wir haben ergreifende Be; liele bis auf unsere Tage, wie etwa die großen Meister der Halachah in Rußland alle großen Probleme vergaßen, wenn irgendein menschliches Weh an ihr Ohr gelangte. Gerade die Fähigkeit, sich dem Kleinen, Unbedeutenden hinzugeben, — das aber doch Ausdruck der menschlichen Not überhaupt war und eben deshalb nicht unwichtig ist — zeichnet sie aus. R. Chaim Brisker ist vielleicht die letzte Gestalt, die diese wunderbare Paarung eines gigantischen Geistes mit einer kindlich-großen Seele zuwege brachte. Am stärksten snricht zu uns die Größe jüdischer Persönlichkeit aus der Naivität der Großen. Wir wissen wohl, wieviclen unseres Volkes die Naivität verlorengegangen ist, wiaviel Berechnung und Raisonnement das Charakterbild trüben, das als Ideal in unserer Mitte aufgerichtet und, ob häufig oder selten, immerhin von Zeit zu Zeit verwirklicht wurde. Die äußeren und inneren Ursachen des Abstiegs von der Höhe können nicht erörtert werden; sie sind nicht allzu schwer zu verstehen. Wichtiger bleibt uns das andere: die Beispiele der Größe. Vermutlieh hätte es Mühe gekostet, einem Manne wie R. Akiba Eiger, der vor fast hundert Jahren starb und in Posen, damals zu Deutschland gehörend, wirkte, verständlich zu machen, daß er eine große Persönlichkeit sei. Und wenn er es schließlich verstanden hätte, würde er es heftig zurückgewiesen haben; und das nicht aus scheinbarer Bescheidenheit. Litt doch dieser Mann sehr unter der Bürde des Rabbinats. Er war allen Ernstes drauf und dran, sich um den Posten eines Schammasch irgendwo zu bemühen, um im Schatten eines kleinen Amtes und nicht im Licht einer bedeutenden Stellung zu leben. Nicht dem, der sehnsüchtig danach ausschaut, wird der höchste Rang zuteil, sondern dem Stillen, Großen, aber Naiven. Auch die Würde der Persönlichkeit fällt dem Menschen „unversehens" zu, ihn selbst überraschend. Die Konsequenzen für die erzieherische Problematik unserer Tage ergeben sich aus dem vorangehenden von selbst _ Zionistenkonferenz Griechenlands Saloniki, 7. Januar. (JTA.) In Anwesenheit des Generalgouverneurs von Mazedonien, Minister P a 11 i s, des Bürgermeisters von Saloniki, Nicolaos Manos, von Vertretern der Militär- und Zivilbehörden sowie der jüdischen Körperschaften und zahlreichen Gästen wurde in Saloniki die 11. Landeskonferenz der Zionistcn Griechenlands eröffnet. Der Generalgouverneur von Mazedonien hielt eine Ansprache, in der er auf die vielfachen Beziehungen zwischen Griechen und Juden im Lauf der Geschichte hinwies. Man habe u. a. entdeckt, daß es in der Nähe von Saloniki eine Stadt gab, die den Namen Palästinos trug. Nach weiteren Begrüßungsreden des Bürgermeisters, des Oberrabbiners Dr. Koretz und des Vorsitzenden der Jüdischen Gemeinde, sprach der stellvertretende Vorsitzende des Waad Leumi, Abraham Flmaleh, als Vertreter der Exekutive der Jewish Agency und Delegierter des Keren Hajessod. Zionistische Arbelt In Barcelona. Uns wird geschrieben: Die zionistische Arbeit in Barcelona, deren Träger neben wenigen Alteingesessenen hauptsächlich junge Juden aus Deutschland sind, hat in diesem Winter eine weitere B e - 1 e h u n g erfahren. Zwar besteht in weiten Kreisen der schon seit längerer Zeit in Spanien ansässigen aschkenasisehen und sefardischen Juden ein gewisser Widerstand gegen jedes jüdische Hervortreten in der Öffentlichkeit, der sich auch hemmend gegen zionistische Betätigung auswirkt, doch konnte, nachdem bereits mehrere Vorträge der Zionistischen Vereinigung recht gut besucht waren, eine von ihr veranstaltete Chanukkahfeier mehr als 400 Personen, d. h. fast ein Viertel der jüdischen Bevölkerung Barcelonas, vereinen. HAND S C H U H -LED F R f-i allen Sp-uifn lla,U,.,r|, lU-rlin NV"° ^'■•t'.-'Arr Sir.<IV.<» iJdtlldl dCII, [Hl I 1 Ii t,t . Ii s B.irle 3-116, Hut IN ALLER KURZE Anläßlich des in Warschau tagenden Landeskongresses der jüdischen Frontkämpfer fand im Rahmen eines Festgottesdienstes m der Warschauer Großen Synagoge die Uebergabe einer von der jüdischen Bevölkerung Warschaus gestifteten Fahne an die jüdischen Frontkämpfer statt. Der Feier wohnten Vize-Innenminister Kawecki, der Stadtpräsident von Warschau Stazinski, der Vizepräsident Olpinski, Major Czuruk als Vertreter des Stadtkommandanten, der Kreishauptmann Wassilkicwicz und andere Vertreter der Zivil- und Militärbehörden beL Der Präsident der Budapester Börse, Alexander Fl eißf ff, ein Jude, ist in das Ungarische Oberhaus gewährt worden. Außer ihm gehören noch 8 Juden dem Oberhaus an. In den Ortschaften Krosz und Worne bei Telschi (Litauen) ist es zu judenfeiudlkhen Ausschreitungen gekommen, bei denen 33 Juden, davon einer schwer, verletzt wurden. Polizei stellte die Ordnung wieder her. Die Rädelsführer wurden verhaftet Nach wenigen Aufführungen ist das Tendenzstück -Die Zerstörung Jerusalems" von Thadeusz Konszinski, in dem die Verteidiger Jerusalems in einem die historischen Tatsachen verzerrenden Lichte dargestellt werden, nach energischen Protesten der jüdischen Presse vom Warschauer Spielplan abgesetzt worden. Bronislav Hubermann gab auf der Rückreise von Palästina in Athen ein Konzert, das mit außerordentlicher Begeisterung aufgenommen wurde. In einem Gespräch mit Vertretern der jüdischen Presse erklärte Hubermann, für seinen Plan der Schaffung einer Musikakademie in Palästina habe er die Unterstütuzng maßgebender Persönlichkeiten gefunden; insbesondere sei es ihm gelungen, die Mitarbeit von zwei jüdischen Musikern von Weltruf zu sichern. Nach aus Oslo eingetroffenen Nachrichten wird im Zusammenhang mit der von der norwegischen Regierung beschlossenen offiziellen Teilnahme Norwegens an der Levante- Messe eine Reise des Kron prinzen von Norwegen nach Palästina geplant. Der Kronprinz werde alsdann wahrscheinlich der Eröffnung des norwegischen Pavillons auf der Levante-Messe beiwohnen. Der bulgarische Innenminister veröffentlicht die Mitteilung, daß die bulgarische Regierung die beiden nationalistischen Organisationen „Narodna Zaschtita" (Heimwehr) und „Nationalistische Liga" aufgelöst hat. Die Organisationen haben eine scharfe antisemitische Politik getrieben. Die zionistischen Jugendorganisationen Südafrikas hielten, wie uns aus Johannesburg mitgeteilt wird, Mitte Dezember ihre 14. Jahreskonferenz in Springs ab. Es waren Delegationen aus Transvaal, der Cape-Provinz, dem Oranje-Freistaat und der Provinz Natal anwesend. Der Bürgermeister der Stadt Springs, Mr. Brink, hielt eine Begrüßungsrede, in der er hervorhob, welchen gewaltigen Anteil die jüdische Bevölkerung an dem Aufblühen der Stadt Springs habe. Die nichtjüdische Bevölkerung wisse besonders die Ideale der zionistischen Jugendbewegung zu würdigen. Der „Verband Nationaldcutscher Juden" wurde für den Bereich des Landes Baden aufgelöst und verboten und sein Vermögen beschlagnahmt und zugunsten des Landes Baden eingezogen. Elisabeth Bergner wird in London in einem Stück von Sir James Barries, „Peter Pan", auftreten, das die Geschichte von David und Goliath behandelt. Elisabeth Bergner wird die Rolle des jungen David spielen. Außerdem ist ein Film von Shakespeares „Was ihr wollt" mit der Bergner als Rosalinde in Vorbereitung. Am 6. Januar wurde in Leyden der 8. Kongreß der Orientalistengesellschaft Hollands eröffnet. Den Hauptvortrag hielt Prof. Dr. Ernst H c r z f e 1 d aus London über die ältesten Spuren der Einwanderer der Iranier nach Persien. Im Alter von 56 Jahren ist in Amsterdam der holländisch-jüdische Maler A. Wolff-Beffie gestorben. Dr. Richard Mayer (früher im Krankenhaus Urban, Berlin) ist von der Universität Nanking zum Professor ernannt worden. Das Internationale Schachturnier in Hastings endete mit dem Sieg des 21jährigen Reuben F i n e, der führende Schachmeister wie Tartakover, Flohr und Thomas besiegte. Fine besiegte gleich im ersten Spiel Flohr und behielt dann während des ganzen Turniers die Führung. Der berühmte polnische Schriftsteller Andrzej St rüg, der vor einigen Jahren Palästina besucht hat, sandte dem Direktor des Keren Hajessod, Leib J a f f e , eine tief empfundene Botschaft, worin er seiner Eindrücke im Lande gedenkt und die Arbeit des Keren Hajessod für die Auferstehung des jüdischen Volkes würdigt. Im Beograder Staatstheater wurde die Operette „Bosanska ljubav" (Bosnische Liebe), ein Werk des jungen jüdischen Komponisten Alfred P o r d e s, aufgeführt. Die Operette wurde vom Publikum und von der Presse mit großer Anerkennung aufgenommen. Zur Judenfrage in Griechenland. Die bevorstehenden Wahlen in Griechenland haben verschiedene AeuScrungen zur J ii (I e n f r a gc veranlaßt, da die Juden in Saloniki eine wichtige Wählerschaft darstellen. Einen besonderen Streitgegenstand bildet seit Jahren die Frage, ob eine besondere Wahlkurie, bzw. eine besondere jüdisch« Liste in Saloniki aufgestellt werden soll. Die gegenwärtige griechische Regierung ist gegen die Schaffung einer eigenen Wahlkurie. Der Ministerpräsident T s a 1 d a r i s hat einer jüdischen Zeitung in Saloniki eine Erklärung übergeben, worin er die Juden vor Aufstellung einer eigenen Liste und Absonderung von den übrigen Bürgern warnt. Auch General KondyTis hat erklärt, er werde in die Liste seiner Partei zwei Juden aufnehmen und hoffe, daß die Juden ihm ihre Stimmen geben werden. — Die Angelegenheit der jüdischen Wählerschaft in Saloniki ist ein Musterbeispiel der Problematik der jüdischen Politik im G a 1 u t h, da einerseits eine Einmischung der Juden in die nationalen Angelegenheiten der Völker nicht gewünscht wird, andererseits aber aus praktischen Gründen (wegen der Wählerstimmen) auch eine Absonderung verurteilt wird. Sachgemäße u. schleunige Durchführung Ihrer AUS W ANDIRUN8 nach Palästina und anderen Ländern G e n e r a I r e p r ä s « n t » n z in HAIFA Dipl-'Kaufmann Dr. Paul Schnurmacher HOUSE (KwlSli CHAMBER Ol- COMMERCE Haifa, V. O. Ii. m Telefon 197 Amtsger.-Rat a. D. Dr. Aschner Oberreg.-Rat a. D. R. Kempner Berlin W18, Meinekestr. 9. J 1 Bismardc 2856 <9'/2—13 u. 16>/t-l9Uhr> VERMOGENS-LiaU IDATIONEH * Eigenes Büro in TEL mit Dr. |ur. W. Marx, Tel 18 Schalem AI«I e h f m Str. AVIV Aviv Btfcc Ben I»huda Roarf

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