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Jüdische Rundschau · 1936-01-10 · Heft 3 (10.1.1936) · page 2

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
41 (1936)
Issue
Heft 3 (10.1.1936)
Date
1936-01-10
Page
– (sequence 2)
Language
German
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Sems 2 JODISCHE RUNDSCHAU Nr. 3, 10.1 1936 Die große Frage: Wohin? einer Lösung näherzubringen. Wir Juden werden nicht immer mit den vorgeschlagenen Lösungen übereinstimmen, aber es ift unsere Sache, unsererseits einen Weg zu zeigen, und es würde nichts nützen, wenn die Welt-Oeffentlichkcit, wie die« im liberalen Zeitalter geschah, der Frage auswiche. Wir glauben, daß die Diskussion der Frage aus dem weltpolitischen Gespräch nicht mehr verschwinden kann und soll. Auch dies hat HerzI mit aller Klarheit gesehen und formuliert, wenn er im „Judcnstaaf sagte: „Ich halte die Judenfrage weder für eine soziale, noch Mir eine reltgwfe. wenn sie «ich auch noch so und ander* färfir. Sie ist eine nationale Frage, and nm sie zu losen, müssen wir sie vor allem zu einer politischen Weitfrage machen, die im Rate der Kulturvölker ig regeln sein wir d." Dieses Wort hat in gewissem Umfange seine Realisierung erfahren. Wie wir hinzufüge» müssen, nicht immer mit Zustimmung der Juden selbst. Viele Juden waren dagegen, daß die Völker der Welt sich mit ihren Angelegenheiten beschäftigten, weil sie glaubten, mit Verschweigen sei der Sache am besten gedient. Auch heute ist das noch überall dort so, wo man glaubt, mit P a 11 i a t i v m i 11 e 1 n dieser Frage eines Volkes und seiner Existenz zu Leibe gehen zu können. Wo sonst in der Welt gibt es ein Feld wie dieses, auf dem die verschiedensten P rojektenmacher sich tummeln, wo (noch so gutwillige) Philanthropen an ihre erlösenden Rezepte glauben und wo diejenigen, die am liebsten vor der Realität die Augen verschließen, dominieren (wobei diese nur allzu oft mit den erstgenannten identisch sind!). Dennoch sind wir einen großen Sehritt vorwärts gekommen, seitdem Her/1 jenes berühmte Wort niedergeschrieben hat. Die B a 1 f o u r - I) e k I a r a t i o n und das Palästina-Mandat stellen das grüßte Ereignis auf diesem Wege dar. Dabei hat uns die allgemeine Situation der Welt gewiß in erheblichem Umfange geholfen. Die Tatsache, daß nach dem Weltkriege - vorbereitet durch eine seit Jahrzehnten vor sich gehende nationale Propaganda einer Reihe von unterdrückten Völkern - die Forderung der Befreiung der kleinen Nationen in den Mittelpunkt des politischen Interesse« trat, kam auch dem jüdischen Volke zugute. Aber es ist verfehlt, ans einer Analogie heraus die Behandlung des jüdischen Volkes in ein Schema einzuordnen. Neben politischen Rücksichten waren ohne Zweifel auch tiefere Gefühle dabei wirksam, als man dem jüdischen Volke zu seiner nationalen Anerkennung und zu seinem Start in Palästina verhalf. Nicht allein die Staatsmänner Englands, sondern auch bedeutende Kreise im politischen und geistigen Leben anderer Nationen empfanden mit aller Deutlichkeit die moralische Bedeutung einer Wiederverbindung des jüdischen Volkes mit Palästina, und sie sahen hierin „einen Akt der Wiedergutmachung für die Leiden und das Unrecht, die das jüdische Volk in den Jahrhunderten seines Lebens auf europäischem Roden erlitten hatte". So verbanden sich politische, moralische und gelegentlich auch religiöse Gründe miteinander, um dem im Zionismus nach neuen Lebensformen und Lebenschancen ringenden judischen Volk einen Weg ins Freie zu bahnen. Die Triebkraft, die die Staatsmänner der Welt hierzu bewog und die auch bei den Völkern einen gewissen Widerhall der Sympathie laut werden ließ, war gewiß nicht die Furcht vor den Juden oder der Einfluß ihrer Reichen und Mächtigen, den diese offen oder geheim auszuüben vermochten, sondern es war das Mitleid mit einem Volke der Armen und der Entrechteten. Denn welches Volk ist in weiten Bezirken der Welt so bar der elementaren Lebensbedingungen wie das jüdische, in welchem Volke häufen sich die Massen, die nichts zum Leben haben, so sehr wie bei uns, die wir fern vom Boden und von produktiver Arbeit leben! Das jüdische Volk bestand und besteht in seiner großen Mehrheit aus pauperisierten Massen. L'nd dort, wo Wohlhabenheit weitere Kreise des Judentums erfaßte, war die Auflösung am stärksten, weil jeder Einzelne, der sozial aufgestiegen war, glaubte, allein existieren zu können und nicht mehr des mütterlichen Bodens des jüdischen Volkes zu bedürfen. Unser Gefühl lür jüdisches Volkstum wird nicht dadurch gespeist, daß Juden in der Welt zu Macht und Ansehen gelangten, es (ließt nicht aus der Bewunderung für die Leistungen, die Juden vollbringen, wenn sie in der Welt draußen stehen, sondern es wird geweckt und gestärkt durch die Not unseres Volkes. Frst wenn Juden am eigenen Leibe das Judenschicksal erfahren, stehen sie zueinander, besinnen sich auf die Güter der Vergangenheit, die in ihnen selbst schlummern, und schmieden aus sich heraus den Willen, die Zukunft des Volkes neu zu gestalten. „Dabei bemerkt man", wie HerzI gesagt hat, ,,nicht, daß un«cr Wohlergehen uns als Juden schwächt und unsere Besonderheiten auslöscht. Nur der Druck preßt uns wieder an den alten Stamm, nur der Hai) unserer Umgebung macht uns wieder zu Fremden." Diese Zusammetipressting zu einer Gemeinschaft, die sich selbst als national empfindet und nationale Hoffnungen in sich nährt, haben wir alle erlebt. Unser Nationalismus strömt nicht so sehr aus der Bewunderung, die unser Volk in der Welt genießt - - wenn auch gewiß diese Komponente in ihm zu finden ist —, als aus der Not derer, die unterzugehen fürchten; es Ist die Heimkehr In den mütterlichen Schoß, die der Jude sucht, wenn die Unbilden der Welt Ihm drohen, vor denen er sich in die Gemeinschaft der Gleichen flüchtet. Wir Heutigen erleben dies in einem gewaltigen Ausmaße und in einer so konkreten Form, wie wir sie uns niemals vorgestellt hatten. Wer nur einmal in die gefüllten Synagogen einer Großstadt Deutschlands blickt, der weiß, daß hier nicht allein ein religiöses und ein soziales Gefühl zum Aua- _ ..... ..... . , i ■ t„ 20 Familien für Argentinien Ansiedlung durch die Ica Vor kurzem haben 20 jüdische Familien, davon 19 aus Deutschland und 1 aus Oesterreich, die Ausreise nach Argentinien angetreten, wo sie mit Hilfe der J e w i s h CoTonial Association in der Kolonie Avigdor in der Landwirtschaft angesiedelt werden sollen. Die Familien bestehen aus 5 arbeitsfähigen Personen; je 1—2 Personen pro Familie haben zunächst im Landwerk Neuendorf sich einer vierwöcheutlichen landwirtschaftlichen Vorschulung unterzogen, um dort die ersten Begriffe der landwirtschaftlichen Arbeit zu erhalten und auf ihre Einordnungsfähigkeit geprüft zu werden. 4 Familien stammen aus Berlin, 5 aus kleinen Orten Hessen-Nassaus, je 3 aus dem Bezirk Hannover und dem Bezirk Kassel, 2 aus der Pfalz, je eine aus Baden und der Stadt Hannover. Die Ansiedlung erfolgt auf Parzellen von 50—75 ha Größe, die zum größten Teil bereits gerodet sind, so daß sogleich die landwirtschaftliche Arbeit beginnen kann. Der kleinere Teil des Landes ist allerdings noch zu roden. Das Land ist umzäunt, besitzt ein Siedlerhaus und ist mit dem erforderlichen minimalen lebenden und toten Inventar ausgestattet. Die Siedler werden zunächst als Pächter angesiedelt, um später Eigentümer der Siedlerstellen zu werden. Es handelt sich zumeist um Litern mit 3 Kindern über 14 Jahren. Sollte dieser erste Atisiedlungsversuch, den die Ica mit jüdischen Familien aus Deutschland unternimmt, gelingen, so besteht Aussicht, daß weitere Familien nach Argentinien überführt werden. 65 Familien sind von den zuständigen jüdischen Instanzen in Deutschland in Zusammenarbeit mit der Ica bereits ausgewählt worden, von denen zunächst je 1 Mann auf ein Jahr zur landwirtschaftlichen Vorschulung nach Argentinien kommen soll. Die Familie selbst soll erst dann, wenn diese ausgesuchten Kräfte sich bewährt haben, nach Argentinien übersiedeln. Die Schwierigketten, unter denen die Arbeit in Argentinien zu leisten ist, können natürlich sowohl aus klimatischen wie aus gesellschaftlichen Gründen nicht unterschätzt werden. Es handelt sich zum Teil bereits um ältere Menschen, die diese schwere Arbeit auf sich genommen haben, und man kann nur die Hoffnung aussprechen, daß sie den an sie gestellten Anforderungen im eigenen Interesse wie in dem der jüdischen Gesamtheit Deutschlands entsprechen. (Wir werde i demnächst Ruppins Berichte über Argentinien veröffentlichen. — Die Red.) Wie ist es in Holland? Di« augenblicklichen NiederlassrongsmöglichkeHen Von Min.-Rat i. R. Hans Goslar, Wirtschaftsberater in Amsterdam In den Kreisen der zur Auswanderung entschlossenen Juden Deutschlands findet zur Zeit eine Mitteilung des „Hilfsvereins" besonderes Interesse, in der Gewerbetreibende, aber auch Kapitalisten, vor der Auswanderung nach den Niederlanden „dringend gewarnt" werden, weil neue gesetzliche Erschwerungen der Niederlassung bevorständen. Eine sachliche kurze Darstellung der augenblicklichen Situation und ein Eingehen auf das, was allgemein erwartet wird, dürfte daher erwünscht sein. Schon jetzt ist durch Regierungsanordnung für Ausländer jeder Art die Armahme von Stellungen resp. das Verbleiben in einem Anstelhingsverhältnis dadurch außerordentlich erschwert, daß jedes Eingehen oder Ausüben des Angestelltenverhältnisses von einer behördlichen O enehmigung abhängig gemacht wird, die im allgemeinen nur dann erteilt wird, werm der Nachweis erbracht werden kann, daß die betr. Arbeit von keinem arbeitslosen Niederländer getan werden kann. Auch die Direktoren von „Namloozen Venootschappen* (Aktiengesellschaften) fallen, selbst wenn sie die alleinigen Kapitalträger sind, unter die „Ängestellten"-Bcschränktingen und bedürfen einer „Vergunning" (Arbeitserlaubnis). Dem Zuzug selbständiger Existenzen, soweit sie über ein von den zuständigen Polizeidirektionen (auf die der Minister ziemlich weitgehende Vollmachten delegiert hat) von Fall zu Fall festgesetztes Minimum an Einkommen oder Vermögen verfügen, ist bisher nicht gewehrt worden. Ebenso wenig ist bisher in die in den Niederlanden noch im vollen Umfang bestehende Gewerbefreiheit eingegriffen worden. Der Niederlassung Selbständiger, sei es als Einzelkaufmann, sei es in Form der offenen Handelsgesellschaft, sei es in der oben erwähnten N. V. ist bislang kein Hindernis bereitet worden. Richtig ist, daß seit längerer Zeit ein Gesetz gefordert und nunmehr vor kurzem in der Kammer auch von dem zuständigen Minister angekündigt worden ist, von dem man in der Öffentlichkeit eine Einschränkung und Kontrolle der geschart lieh en Niederlassungsmöglichkeiten erwartet. Niemand kennt bisher den Wortlaut oder auch nur exakt die Tendenz druck kommt, sondern die spontane Heimkehr verlorener Söhne zur Nation ihrer Väter. Dies ist gewiß eine der Besonderheiten des jüdischen Volkes und auch eine Seite der Judenfrage, die der Welt ins Bewußtsein gerückt werden sollte. Der bereits vorhin zitierte Wilhelm Stapel sagt im gleichen Heft an einer anderen Stelle: „Zu den tiefsten Bedürfnissen des Menschen gehört es, sich bewundert zu wissen. Der Nationalismus hat darin eine seiner Triebkräfte, daß er den Mensehen erlaubt, auf sich als Teil der Nation stolz zu sein und sich als Nation bewundert zu fühlen." Diese psychologische Analyse gilt für den Nationalismus vieler Völker, und wir wissen, daß auch in unserer jungen nationalen Bewegung dieses Element enthalten ist. Aber stärker ist gerade im jüdischen Nationalismus eine andere psychologische Wurzel: die Not. Es ist die Not von Generationen, die Not, die wir selbst erleben und die uns zum jüdischen Volke führt. Und daher steht auch als Triebfeder an erster Stelle bei uns nicht der nationale Stolz, sondern das Bedürfnis, unsere Sorgen, unsere Not, die Not der Judenfrage, durch konstruktives Handeln zu überwinden. Dieser Nationalismus kann die Menschen unserer Generation fähig machen, vor dem Richterstuhi der Geschichte des jüdischen Volkes und der Geschichte der Welt zu bestehen. K. L. des Gesetzes. Man wird aber wohl das Richtige treffen, wenn man annimmt, daß nicht etwa rigoros jede neue geschäftliche Niederlassung Fremder unterbunden werden soll. Vielmehr beabsichtigt die Regierung augenscheinlich sich in dem Gesetz, eine bisher bei der allgemeinen üewerbefreiheit nicht bestehende Handhabe zu schaffen, Neugründungen jeder Art von einer behördlichen Konzessionierung abhängig zu machen -- möglicherweise übrigens nur für kleine und mittlere Betriebe des Handels und der mehr handwerksmäßigen Fabrikation, weil diese, und insbesondere der Detailhantie! in Holland zum mindesten in den Städten sehr stark übersetzt sind. Ganz allgemein läßt sich die Regierung dabei wohl keineswegs von fremdenfeindlichen Erwägungen leiten, sondern nur von dem Prinzip, daß s i e bestimmen will, welche Neugründungen nützlich für die niederländische Wirtschaft sind und daher unter bestimmten Voraussetzungen zu konzessionieren sein sollen, und welche überflüssig und konkurrenzverstärkend, also schädlich sind und daher abzuweisen sein sollen. Auch bei größeren und großen Unternehmen hat sie es dann in der Hand, die neu in Holland zur Investierung kommenden Kapitalien in d i e Kanäle zu leiten, die ihr im volkswirtschaftlichen Interesse willkommen sind. Bei der zweifellos noch starken Krise, in der das niederländische Wirtschaftsleben steht, ist dieser Standpunkt volkswirtschaftlich nicht unverständlich. Es kommt natürlich alles auf die spätere Handhabung an. An eine etwa grundsätzliche Ausschließung arbeitsbereiter Kapitalien und Menschen fremder Herkunft von der Etablierung in den Niederlanden vermögen wir schon deshalb nicht zu glauben, weil das gegenwärtige Kabinett unter Leitung des als Wirtschaftler ebenso wie als Politiker sehr erfahrenen und klugen Dr. Colijn eine mehr und mehr industriefreundliche und industriefördernde Linie verfolgt Mehr und mehr erkennen weite Kreise des alten Agrar- und Freihandelslandes die unzweifelhaften Vorteile, die bei der Absatzkrise für Agrarprodukte und bei dem durch die japanische Konkurrenz bedingten Schwinden des kolonialen Absatzgebietes für die alten niederländischen Textilindustrien in der Begründung und der Starkniachung anderer für den Binnenmarkt und auch für den Export arbeitenden Industrien liegt. Der konsequente Ausbau des Kontinge ntierungssystems, dieser Hauptwaffe zum Schutze heimischer Industrie (deren Erfolg Dr. Colijn in seiner Neujahrsrede auf 100 bis 150 Mill. Fl. für 1935 einschätzte) sowie die endlieh gegen viele Widerstände erfolgte Gründung der ersten Industrieförderungsbank in Ilmburg als öffentlichem Institut sprechen lebhaft dafür. Aus diesem Gesichtspunkt heraus ist denn auch anzunehmen, daß in Zukunft die niederländische Regierung das erwartete neue Gesetz nicht in einem fremdenfeindlidtcn Geiste — der diesem Volk ganz fern liegt — handhaben wird, sondern eine bewußte Politik der Konzessionierung volkswirtschaftlich sehr erwünschter und wertvoller Betriebe zuungunsten derer treiben wird, die nach ihrer Ansicht nur die Konkurrenz im Lande selbst vermehren, ohne für den Arbeitsmarkt oder die Zahlungsbilanz per saldo von Nutzen zu sein. Aller Wahrscheinlichkeit nach wird daher Holland auch in Zukunft für den Einwanderer nicht ausscheiden, sondern nur veränderte Arbeitsverhältnisse bringen. Diese Aenderung verlangt naturgemäß noch weit mehr als schon vorher — bei den erheblichen Schwierigkeiten, die von jeher das holländische Wirtschaftsgebiet für den Fremden bot — die sorgfältigste und individuelle Prüfung jeden Projekts und jeder Uebersiedlutig vor der Entscheidung. Widerspruchsvolles Ecuador Das soeben erschienene Januarheft des Informationsbulletins des Auswanderungshilfsvcrbatides Hicem enthält folgende Mitteilung über Ecuador: „Wir erachten es für notwendig, die Aufmerksamkeit der Organisationen aufs neue auf die gefährlichen Illusionen zu lenken, die die über die Möglichkeiten der Einwanderung und Kolonisation in Ecuador veröffentlichten irrigen Informationen bei der jüdischen Bevölkerung der Auswanderungsländer entstehen lassen können. Zur Zeit sind diese Möglichkeiten praktisch gleich Null. Wir sind in der Lage, diese Behauptung durch die folgenden Mitteilungen stützen zu können: 1. Das Land ist äußerst arm; 2. die Eingeborenen in den Städten und auf dem Lande begnügen sich mit äußerst bescheidenen Löhnen und haben im allgemeinen keine Arbeit; 3. das Land kann nicht viel Handwerker aufnehmen und berufslose Einwanderer haben keinerlei Aussicht, den Lebensunterhalt verdienen zu können; 4. es gibt keinerlei Möglichkeiten für Intellektuelle und Angehörige freier Berufe; 5. die Unbeständigkeit der politischen Verhältnisse des Landes erlaubt nicht, Kolonisationsprojekte ins Auge zu fassen, deren Verwirklichung einen » .s' s 'n Aufschub erfordern würde; 6. die Gebiete, die die Regierung abgeben könnte, sind von minderwertiger Beschaffenheit und Heger, weit ab von Eisenbahnlinien und Wasserstraßen; gute Straßen fehlen, die Produkte werden auf Mauleseln befördert; 7. die Gebiete, in denen Kolonisation erwogen wird, sind ihrer Höhenlage und ihrem tropischen Klima nach für Europäer ungeeignet." * Das in Quito, der Hauptstadt der südamerikanischen Republik Ecuador, bestehende Comite de Immigracion teilt der JTA. mit, daß die Vorbereitungsarbeiten zur Verwirklichung des Kolonisationsplanes beendet sind. Gedrängt durch die frühzeitige Ankunft einer gewissen Zahl von Auswanderern aus Deutschland, sei das Komitee bereits an die Urbarmachung von Landwirtschaftsboden in einem Umfang von über einer Million Acres und an den Bau von Wohnhäusern aut der für die Kolonisation reservierten Fläche herangetreten. Das Komitee teilt weiter mit, daß ein Bevollmächtigter einer großen Gruppe in Deutschland lebender Juden vor einiger Zeit Ecuador besucht und die Verhältnisse als so günstig gefunden habe, daß er beschloß, selbst in Ecuador zu bleiben und seine Gruppe zu veranlassen, sich in Ecuador anzusiedeln. Eine Reihe jüdischer Auswanderer aus Deutschland sei bereits angesiedelt. Haupttchrihleiter: Dr. Robert Weitsch, Berlin - Charlottenburg 9 (aurh verantwortlich für die Aufnahme von Bildern). Stellvertreter: Kurt Locwenstein. Herlin W 15. Anzeigenleiter u. verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Elise Korn, Berlin.Wilmersdorf. Gültig: Ansteigen-Preisliste 4 von: 15. Oktober 1935. Verlag und Anleigemrerwammg: Jüdische Rundschau, Berlin W15, Meinekestr. 10. D.-A. Dez. 38 737. — Druck: Siegfried Schülern, Bln.-Schöneberg. SICHERN SIE DIE IUKUNPT IHRER KINDER DURCH AUSBILDUNG IM: LANDSCNULHIIN FLOREN* / HÖHERE SCHULE UND INTERNAT 1. Schulbildung bi« «um Ablturiom I 3. unter Leitung bewührter Mdagofefi j 5. WerknaterrieM, L«tld«fb*it, Haaabattkande I 7. Aerltlidie Ueberwichung, imlividurll« Betreuung I 9. Eri,tkla»ige Verpflegung 2, ISr Knaben u. Mädchen von b-ISJabr« | 4. Xturlienbeftcritigu»g in f. allen St»»te« | 6, Vorbereitung für PallitiM | 8. Schön»*« Umgebung, gute» Klima, Sport | 10. Zeitgwnifie Preite: Icein« Tr»n«fwichwi#rigkert«aj nukiill a a d Pitipaii dar«* i i a L.itaagi MorlDI, Villa Mlll, » I n d I M I I I ■ r I / Obarrag. - Rat Bc P E IS ER <dJ De. M.QOLD STEIN

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